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Full text of "Cornel Visscher Verzeichniss seiner Kupferstiche"

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^'MNSrc/^RED TO 



Ibarvarb dollcge librane 




FROM THE BEQUEST OF 

CHARLES SUMNER 

CLASS OF 1830 



SENATOR FROM MASSACHUSETTS 



FOR BOOKS RELATING TO 
POLITICS AND FINE ARTS 




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YERZKICIIMSS SEINER KUPFERSTICHE 



BRARBEITfiT VON 



JOHANN WUSSIN, 

I. CUSrOS UEK K. K. UNIVKKitJTATS-BIULIOTintK IN WIKS. 



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NEBST ZWEI A6BILDUM6EN UltD DEM FOttTRAIT J>Eti UEI»T£Rä. 



LEIPZIG, 

VEÄLAÜ VON ÄUDOLPH WEiÜEL 
1S65. 



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CORNEL VISSCHEß. 

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YEKZEIGHMISS mMli KUPFERSTICHE 

bbabbehet vok 

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JOHANN WUSSINt 

I. ooMTOt tum K. üKiTBMirXvi'BiBuO'niUL !■ wm> 

NEBST ZWEI ABBILDUNGEN UND DEM PORTfiAIT DES HEISTEKö. 



LEIPZIG, 

TSRLAa TOK RUDOLPH WIIGBL 

1865. 



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OCT 9 1920 



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Vorrede. 

Es war am 2S. iNovcinbcr 1861 als ich nach Beendigung 
meiner Monographie über den Holländer Jonas Suyderhoef von dem 
Verleger derselbeo, Rerrn Ruäoif Weigel in Leipzig, brieOich die 
Aufibrdening erhielt, mich der Mühe zu unterziehen und den be- 
rtthmlen Zeitgenossen und Landsmann jenes Meisters, den Kupfer- 
stecher Camd VtJSscAer, in gleicher Weise zu bearbeiten. 

Dieser Ruf war für mich zu ehrenvoll, und die mir gestellte 
Aufgabe zu lockend, als dass ich ihm nicht häiie folgen sollen. 
Nach einigem Besinnen sagte ich zu, obwohl ich mir der Grosse 
der, meiner harrenden Arbeit um] der iiii<;iiiistigcn VerhJiltnisse, 
unter denen ich meine Tli.lligkeit entfallen durfte, sehr wohl be- 
wusst war. (jcniig an dcriK ich wagte es, gieng frohen Mnlh's an's 
Werk, lind i>in endlicli, wenngleich erst nach einem Zeitiaumc von 
drei v(dlen Jahren und nach einer Reihe, wahrend diesei Zeit 
gliiclxlich überwundener Schwierigkeiten in der Lage, das Manuscript 
meinem verehrten Herrn Verleger schicken und somit meine Arbeil 
der OelTentlichkeit ilheriieben zu kennen. 

Nachdem ich nuii <laj üliei', wie die nachfolgenden Bläller ver- 
anlasst wiu'den, bericlitet habe, erübrigt mir nur noch, zum bes- 
seren Verständnisse derselben Einiges über ihre innere Einrichtung 
zu erwähnen, so wie die GrundsHtze nflher anzugeben, die mich 
bei Abfassung dieser Arbeit geleitet haben. 

Es ist begreiflich, dass ein Künstler von so eminenter Meister- 
schalt, wie sie Cornel Visscher an Tag legt, die Aufmerksamkeit der 
Kunstfreunde seit jeher fesseln, und das Bedürfniss eines guten 
Verzeichnisses seiner Blätter schon frühzeitig erregen nmssle. 
Diesem Umstände ist es auch zuzuschreiben, dass er zu wieder- 
holtcnmalcn fiegcnsland sclbsisllindiger Bearbeitungen wurde. Schon 
vor mehr als hundert Jahren tj-nt d^r Stecher Uecqiiet mit einer 
soll !i( u hervor, die er als Anliang zu senieni 1751 in Paris bei 
ßriansoH und Charles AiUoine Jombert ei*scbicneueu CatalQ^i» des 

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«'stainpes gravees (Capres Rubma lieifilgli» und (Linn die Blällor un- 
seres Meisters nebst dem VVeikr Joräaens beschrieb. Dieses N er- 
zeicboiss zerRilll in drei Abilieiliiiigen: Sujets de pfete^ Nummer 
1 — 13; Sujets historiiiues et varies, Nunimcr 14—02; und Por- 
traits, Nummer 1 — 99, umfasst somit 151 Blatter. Dieses Werk 
erhielt eine Wiederausgabe durch Batan, der es seinem in 3 Bänden 
ei*sc!iienenen Werke: DictionnairB des graveurs anciens et nwdeines, 
Depuis rohgHue de la Giavure, . . . Paris. 1767. 12". als Anhang ^ 
Ih idnickcn liess, welcher aber in der spcifcren Ausgabe l*aris 1789. 
s JI. voll, nicht mehr vorkommt. Da nur nicht nur die letztere 
Ansj^nhe, sondern ancli die fVOliere in der Alhertina m Gebote 
sliuid, so kann icli über den oiwaiyeii Llnlerschieil zwisclie» dem 
Werke Ilecquet's nn<l dem Aiiii.nigc hei Büsan <lie verlässige Aus- 
kunft geben, dass der letztere ein reiner Wiederabdruck des elfte- 
ren ist Im Jahre 1809 erschien derselbe Dieiiwma/iire neuerdin^ 
in Paris hei J. J. JUSati» in zwei Banden in 8^ ntft 22 Kupfern; 
diese Ausgabe ist aber nichts als eine blosse neue Tilelausgabe dei 
obigen, weiche nur die notice sur fort de la gravure v(m P. P. 
Choffard als neue Zugabe enthält. Hecqnel's Katalog ist eine für 
<len damani^on Stand der Kiii^lVrslicbkuiMle, die zu jener Zeil 
eigentlich nocli gar nicht dir Kiire genoss. zur Hohe einer eigenen 
Wissenschaft erhoben zu sein, sehr verdieasiNolIu Arbeit, die, aus 
der Hand eines sachkundigen Schrin^^lellei's hervorgegangen, gewiss 
dankbare Anerkennung fand, und in Ermangelung einer bessereu 
Bearbeitung bis in die neueste Zeit hinein Geltung behielL 

Bei so manchen UnvoUkommeubeiten, die ihr anhangen, ge- 
nügte >ie aber doch nicht Air immer, und so fand sich denn Heir 
Dr. Nagler bewogen, dieselbe einer neuen Bearbeitung zu unterziehen 
und diese Arbeit dem XX. Hände seines grossen Künstlerlexikons 
einzuveileihen. Dieses Verzeichniss umfasst 171) Nuniinein und 
12 zweirelhalte Blätter und Iheilt dieselben in folgende lioiniken: 
Porhails Nr. 1-101, Rehgiose Darstelhu»gen iNr. 102— U3, 
llislonsche und allegurische Darstellungen Nr. 134 — 143, Genre- 
bilder und Landschalten Nr. 144—179, endlich: Zweifelhafte 
Blatter Nr, 1—12. In der Beschreibung der Gegenstande ist 
Na^er ganz kurz, eigentlich nur andeutend. Er verwendet viel 
Fleiss aur die Bestimmung der Etat's und giebt auch bei den her- 
vorragenden Blättern besondeis hohe Preise an. 

Wenige Jahre früher, nämlich 1846 erschien in (h^r 8. Liefe- 
rung der Zeitschrift : Le mhinet de Vamatenr et de l'anliquaire . . . 
publie par MM. Eugene Piot et Frederic Villot. Paris chez 
J. Tesdiener. 1S40. 8" ein mit einem V(»rvvoi(e \on E. P. (Piot) 
\ ev>vhi-iwv Catalogue raisonne des eslampes qui juimeiti loeuvre de 
Corneille Vissdier, par M. W. Smith. Aaglei kannte und benützle 
ihn bei Abfassung seines Vei'zeicluiisses. Dieser Katalog umTasst 
183 Nummern, die Ibigendermasscn eingelheift sind: SiQ'ets pieuiß 



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^Nr« 1 — 34, St^eU hiHariqueB et autres Nr. '35 — 39, Eaampes ^apre» 
Adrim Van Ostade et Adiien Brauwer Nr. 41—47, Esiampes d^aprh 

Pierre de Laer, dit Bamhocdo Nr. 48 — 54, Estampes dapres N.' 
Berghem Nr. 55 — 72, endlich Pertraüs Nr. 1 — 111. Die Beschrei- 
bung ist eine ganz magere und unvoUkommene und aller Fleins 

mir auf die Bestimmung der Etafs verwendet. Al)ges(^hcn von der 
v<M-s(fii<*(!(?rien Einfheiliing (Ut BK'ilUT weic'lit or nnrh in anderen 
Wesen iliclien INinklon von (kiii Verzeichnisse Aagler's ab, und ge- 
noss liislier die Klire, für «frn kritischesten Katalog d«'s €. Visscher'- 
srlu ii Werkes geiiallea zu utiden; weil jedoch der Verfasser die 
Sciiwaclien seirier Arbeit wohl selbst am besten fühlen mochte, 
ti^at er mit einor n* in ii l mai lieitung dieses Verzeichnisses hervor, 
welche hefeniiiy^weise in der Zeitschrift: the fi>k arts ouARTEiiLv 
hevievv. Lo^DO^ cuapma.n am) hall. 1863 erschien und nunmehr 
auch in einem^ neues Abdruck mit dem Titel: a catalocoe op 

THB WOBiS OP CORNBUUS ' VISSCHER. BY WfLUAM SMITH, E8Q., . . . 
REPRINTED PBOH THB FIME ABTS ODABTERLY BETIEW, FOR PRIVATE CIR« 
CtlUTlON ONLY, BV JOHN CHILDS AND SONDUNGAT. 1864. gr. 8^ 

73 Seiten stark herausgekommen ist. Die Eintbeilung der ßlütter 

ist eine von der französisciien Bearbeitung ganzlich verschieTlene. 
Der Verfasser theilt dieselben in VI Classen und zwar: I. Ilasse. 
Beligirtse und testamentarische Gegensldnde ^r. 1 — 30, II. (lasse. 
Geschichte Nr. 37 — 41, III. Classe. Gegenstände nach Vissdier's 
Zeirhmingen Nr. 42 — 50, IV. Classe. Gegenstände nach italieni- 
schen Meislern Nr. 51. 52, V. Classe. Gegenstände nach deutschen 
imd holländischen Meistern : l. Nach /ierr/Am Nr. 53 — 63, II. Nach 
Brouwer Nr. 64—66, III. Nach Peler de Laer Nr. 67—78, IV. Nach 
Ostade Nr. 79— 83, VI. CJasse. Portraits Nr. S4-19S. Mit dieser 
Anordnung veiniag ich iiiicli jedoch nicht vollkoiimieii zu beiieun- 
den, und fjelje (ieniuacb, n>eiü eigenes System verfolgend, davon 
ab. Um iiuii die Verbindung meines \ erzeichnisses mit den Kata- 
logeu meiner Vorgänger herzustelicn , gebe ich bei Jedem von mir 
beschriebenen Blatte in der Parenthese die entsprechenden Num- 
mern Hecquet'Sy Naglefs und Smith^s mic Vorsetzung der Buchstaben 
H. N. S.; letzteren natürlich nach seinem jüngsten englischen 
Katalog, weil ich nicht glaube, dass es noch Jemandem beifallen 
wird, nach seinem alteren französischen Verzeichnisse zu citiren. 

Ich hatte somit als Bearbeiter desselben Gegenstandes drei 
Vorgänger, welche vier abgesonderte Verzeichnisse geliciferl haben, 
so dass nunmehr mein Katalog in der Reihe der Monographien 
über Comcl Visscher der ftlnfte sein wird. Dieser Reichthum an 
Vorarbeiten, so forderlich er auch meinem Zwecke war, bereitete 
mir dennoch deshalb einen schweren Stand, \\» il es kaum iiKiglicli 
schien, auf einem, seibsl noch in Jtln^sier Zeit so lleissig bear- 
beiteten Felde Neues und Unyekannles zu bringen; dennoch 
glaube ich, dass meine Monographie sich neben den Arbeilen 

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meiner Vorgänger boliaupten dilrfic. Jcdcnlalls habe ich die (ieber- 
zeugung, selbststäBÜig und mit aller Gewissenhaftigkeit geari>eilel 
zn haben, indem ich mit moinor Aufgabe ]»orc'its im Reinen war, 
bevor ich noch eine Zeile von Smffh's b'tzU r englischer Be.irbeilung 
zu Gesicht bekam, ja, ehe ich auch nur Kunde von der In ' ih^ich- 
ti!?t»Mi Ileraus^Mbe ders('ll)en erhielt. Dass ich das nndi üikI luich 
tisclnenen«' ruif i;i(isstoni Interesse las, und das Gebotene, soweit 
es mir brauciibiu schien, {j^e wissen ha (11 beniilzle, ist selbslverslcindlich. 

Ebenso, wie bei meinem ersten literarischen Versuche aus- 
schliessend auf Wien angewiesen, und nicht iu der Lage, das Ma- 
Icrial für meine Aufgabe auch in ausländischen Cabineten, nameutr 
licli in dem entfernten Holland zu suchen, dleMen mir die hiesigett 
Schatze allein zur Basis, nämlich die Mbertim, die Kupferstich' 
sammkmg der kk. Hofbibliothek, die Privatbibliothek a. b. S. Mij« 
des Kaisers, die fürstlich Esterhdzy'sche Bildergalerie und jene des 
Grafen Harrach, endlich, was ich an BIat|ern bei hiesigen Samm- 
lern zerstreut vorfand. Die Vorstünde aller dieser KnnsUnsLi tute 
liesHen es an liberaler Unterstützung meiner Forschungen nicht 
fehlen, wofür ihnen der gebührende Dank hiemit gesagt sein möge. 

Nachdem ich die hiesigen Schätze durchmustert und dieselben 
zu meinem ''w<m ke bereits benülzt hatte, kam ich zu der Einsicht, 
dass \n\<('V Meister hirroits wolil l)rillaiit vertreten ist, mit diesem 
Material iiilein aber nirlil (lar.ni zu denken sei, eine Monoi^n-nphie 
zu liefern, die si> erschöpfend wäre, wie sie nach den !!( i.--ii:i ti 
Vorarbeiten meiner Vorgänger notliwuudigerweise sejii uuisste, um 
sich, würdig des grossen Meisters, den zu feiern sie bestimmt ist, 
neben denselben selbststandi^- behaiij>len zu kiinneii. Demnach 
Jiiilte ich es kauin wagen dürfen mit meiner Arbeil hervorzulieten, 
wenn mir nicht die ^lunißcenz des hohen kaiserlichen Staalsmiui- 
sterinms die Mittel angewiesen hatte, im Herfaste des Jahres 1862 
die Reise nach Leipzig zu unternehmen, wodurch es mir ermOg* 
licht wurde, mit Herrn Rudolf Weigd zu conferiren und nach 
seinen, aus dessen reichen und langjährigen Erfahnmgen geschöpf- 
ten mündlichen Miltheilungen meine Erfahrungen /u Ijerichtigen, 
zu vervollständigen und so zu einem Ahscbltiss zu bringen. 

Unseres Meisters Biälter bieten eine ungewöhnlich reiche An- 
zahl Ton Eiat% Dieser Reichthum wird wohl dem Sammler, und 
jedem, der meine Arbeit dereinst benützen wird, willkommen, imd 
dessen gewissenliafte Registrinm«: vielleicht auch von Nutzen sein, 
allein mir, dem die Aulgabe geslellt war, das Material hiezu zu 
sammeln und d;is Gclnndene zu sichten und /u oi-dn^Mi, wnv damit, 
keine geringe Miilie bereitet, nnd ich bran( lic d»^n Mami des Faclies 
nicht erst zu veisicliern, dass in diesem iiieile dei' lie.-^« hreibung 
wohl »lie schwierigste Partie der ganzen* Monographn' gelegen ist, 
wenngleich gerade dieser Theil meiner Arbeit sich am leichtesten 
lesen lassen dürfte. Besonders schwierig war die Sache daiui. 



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wenn bei Etat^s^ die mir unbekannt geblieben »od, die Angaben der 

Unterschiede so vag und unbestimmt waren, dass man sich von 
der Verscliiodcnheif d<M' Abdrucksgallimgen keine klare und über* 
zeugende VorstL'Ilung inarhen konnte. Wenn ich demnach von 
Anderen hfstinniit angegel)ene, von nur jeilorli nu iil gesehene Elat's 
aufnehme, so gehe ich vorsichtshiilhci- zu nieiiitr Dec kuiijLi: die Onelle 
au und setze in diesem Falle, so wie jegelmSssig iniuier, wenn ich 
nicbt die eigenen Walirndimungen bringe, nach Angabe des Aafs 
den Namen meiner Gewährsmänner:. Barisch, Nagler, Smith, 
R, Weigd in der Parenthese hinzu; wenn ich jedoch einen ander* 
warts bestimmt angegebenen Etat aus Gründen fallen lasse, so 
rechtferiige ich diesien Schritt in der Anmerkung, 

Den r,i imdsfftzen , die ich bei meinem ersten lilerarischen 
Versuche hctuigt und erprobt gefunden habe, blieb ich auch dies- 
mal getreu. 

Nichts langweiliger -lind trostloser als eine Uockcne blosse 
Aufzählung von Gegenstcinden eines Blattes, die, ohne ancli in den 
Geist desselben einzudringen, sich höchstens so weit versteigt, die 
Lage derselben nach rechts und links^ oben oder unten anzugehen, 
aber auch nichts, was weniger geeignet wflre zu belehren und an- 
^schautich zu machen. M,ui niiilit sich ab, nach solchen oft -mage- 
ren Andeutungen ein Bild von der Sache zu erhalten, und erreicht 
seinen Zweck mancjiin.d nur höchst unvollkommen , üfl ancli gar 
nicht. Immer k<»nirrü man iM's^cr weg, wenn man es mit einer 
müglichst ersclUiplenden , wcim gleich K'lngercn Beschreibung zu 
thun hat. Sie befriedigt, iJisst, wenii sie gui ist, keinem Zweifel, 
keiner Lugewisslieit Raum, und entschädigt hinlänglich für die Zeit 
und Mühe, die man auf das längere Lesen verwenden mussle. 
Dies bewog mich auch, bei der Beschreibung der Blätter ipich 
etwas länger auGsubalten, zu welcher Breite schon in dem Beich- 
thume der Handlung so vieler derselben eine ganz natürliche Auf- 
forderung lag, die um so schwerer abzuweisen war, als die Gegen- 
stände durch den Stichel unseres Visscher so meisterhaft wieder- 
gegeben sind; in den meisten Fällen war es «reradezu unn)'>;d!rh, 
der grösseren kiu'zc einen Theil der !^ar?i(( llung zum OiJler zu 
bringen. Die grössere Breite hielt ich sclnni deshalb für ange- 
deutet, weil gerade dadurch das Gemälde oder die Zeiclmnng, nach 
der das Blatt gefertigt wurde, somit auch der Meister desselben 
und die etwaigen Veränderungen, die der Stecher damit vorgenom- 
men hat, veriässlich nachgewiesen werden können, seihst in dem 
Falle, wenn das Blatt zur Verglcichung nicht eben zu Gebote ' 
stehen sollte. In besonderen Fällen fand ich mich sogar bewogen, 
zum besseren Verständniss der Darstellung einige Eil.'iulerungen 
beizufügen, die ich sodann in das Bereich der Anmerkungen ver- 
weise. Obwohl diese historischen Excursc in ein bloss beschrei- 
bendes Verzeichuiss von Blättern strenge genoounen nicht gehören, 



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so mOgc man mir meiii ]testreb«n, so viel als möglicb Liclil über 
nieineii Gegenstand zu verhreiien, zu <iüIl' hallen und mich damit 
entsrhuldigeu , dass es doch Manchen geben d41rfie, dem die ge- 
brachten Nolizpti willkojTunen sein werden. 

Die l^nlerschiillen, ihn- und Aufschriften gel)«' ich hin hhlabhch 
uuf! \((])s!;iiulig wieder, seihst wenn sie in mehrercu Spr.u-hen auf 
ciiH iii ii\;\\\v. «Tscheinen , die hflnliL' vorhandenen (l«Mhchte und 
\c!s<' ;ih('i' Hill .iijdeuliiiiuswrisc iml AiitiiliiMiiig (h'i* Anfangs- und 
Schliisswoi Ic , iimt \nlls!;iiiilig uiu' in seltenen Ausiiuhnien, wenn 
dieselhcii elvva nur aus ciuem Distichon bestehen, uder mir wegen 
ihres iuhalls besonders wichlig und der vollständigen Wiedergabc 
Werth schienen. Die Orthographie der auf den Blättern vorkom" 
menden Sclirifl habe ich gewissenbalt beaclitet, ohne daran das 
Mindeste zu ändern und die Intei^puncljon genau wiedergegeben j 
wenn demnach irgendwo ein Punkt oder Beistrich fehlt, wo er 
nach der Regel stehen sollte, so kann man mit Sicherheit anneh- 
men, dass er in dem mir vurgelegenen Exemplare nicht vorbanden 
war. Die (>attung der Schrift, ob sie nitndich Majuskel oder 
Minuskel, Lapidar oder Cursiv, stehend oder liegend ist,» wird durch 
den Druck genau ersichllich gemacht; als Ahlheihmgszeichen gilt 
der senkrechte Strich | . Gleicherweise wird die Anzahl der 
Schriltzeileu angegeben, so wie, von welcher Seite die Beleuchtung 
kommt. 

Zur Bestiimiiuiig der Grösse benutze ich der Gleichfürniii;keit 
wegeu ahcriuals das alte pariser Zoll- und Linienmaass. Die Höhe 
nehme ich rcucirnassi;,' von der rechten, die Breite von dci- unteren 
Linie des Pl.uh iuaudes; im Falle dieselbe ganz oder iheilweise 
lelilL und das DIalt bis knapp an den Stichrand oder darüber be- 
schnjttCD war, bezeichne ich diesen Abgang durch Beisetzung eines 
Sternchens * (AstemeusJ, 

Bei der Peststellung der verschiedenen Abdrucksgattungen war 
ich nicht selten in die Nothwendigkeit versetzt, gewisse Strichlagen 
. präcise und genau angeben zu mOssen, so dass über ihre Richtimg 
kein Zweifel übrig bleiben kann; dies konnte aber nur durch voll-" 
ständige Bestimmtheit im Ausdrucke erzielt werden. Senkrecht 
und wagrecht sind klare, Jedermann verständliche Worte, nicht 
so der Ausdruck schräge. Wenn nun bei der Beschreibung von 
schrägen Linien von links nach rechts, oder von rechts nach links 
die Bede ist, so ist das so zu verstehen, dass ich das oberste Ende 
der Linie zum Anfangspunkt neinne luui dann den W^*g verfolL^t', 
den die Linie von da ah nimmt; je nachdem nun die Bichlung 
derselben entweder gci^eu links oder gegen rethis /n <,'eht, be- 
zeichne ich auch die Seile, nach welcher zu das untere Ende der- 
selben liegt. Ich kann inicli nicht hesser v(M-st.'fnd)ich marhen, als 
wenn ich sage, dass Linien von links nach rechts di(; lÜchtuug 
jener Striche haben, womit uiuit in der Ileialdik die grüne Farbe 



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bezeicbiicl, und dass Linien, von denen es heilest, sie gehen von 
rechts nach links, in gleicher Biclitung mii jenen Strichen huiCen, 
die in diosor Wissenschaft zur AndeiihniLT der i^m'(U!rrH'])e gehraiiflit 
werden. Hechts bedeutet immer die S( iie, welche dem Beschnun' 
zur rechten Hand hegt, Hnks die enl^ci; ii^'ese!/.te. Kiiie Ausiiithrne 
macht nni (iie Besclireihimi; drr \Vaj>(jeii, wo die Aiisdriiike rechls 
und links als nach wappeiiwissenschafthchen» Spraihgebrauclie in 
einem enigegcngesetzteii Sinne zu verstehen sind und wie sich 
Bernd in seinem Handbuch der Wappen Wissenschaft ausdrückt: 
rechls und huks uanilich von deni, was einem den Schild vor sich 
btiltead Gedachten im Sehilde zu seiner i'echtcn und zu seiner 
Kaken Hand beflndlicb ist, dem den Scbitd vorn Anscbaueiiden aber 
zur linken und zur recbten Hand erscheint 

üeberhaupt hielt ich es zur Erzielung der gi^össtmOgliclien 
Deutlichkeit für zweckdienlich, zur Bezeichnung gewisser Gegen- 
stände auch die von der belrefTenden Wissenschalt angenommenen 
Worte, die sogenannten technischen Ausdrücke, sorgfiiltig beizu- 
behalten, indem dieselben die Sache eben so bündig als deuthch 
bezeichnen. Da nun diese hier vorkommenden und grösstenthcils 
der Liturgie, der Kostüm-, WalTen- und Wappenkunde entnommenen 
Ansdnicke nicht Jedennann gelänlii; sein dürlten, und ifu'e Erklä- 
rung erst mühsam in Werken naclii,'<'<ucht werden müssle , die 
nicht inmier und überall /n ('.i boie steiien, so dürfte es nicht un- 
erwünscht sein, am Seldn>si des Werkes in dem Anhange diese 
Worte samnii beigefügter kurzer Sacherklärung verzeichnet zu 
tuidiu. 

Sehr bedauerte ich, dass es niii- nicht müghch war, Studien 
(Iber die verschiedenen Papiersorten anzustellen, welche oft zu so 
(Iberraschenden ResuHaten in Betreff der Priorität der Abdrücke 
nihren, wie wir es beispielsweise in dem trefflichen Werke HüuS' 
mann's über AWredU Dürer so schon durcbgefohrt sehen. Da ich 
fast ausscbliessend OfTendiche Sammlungen bentttzt habe, so ver* 
boten «ch derlei Untersuchungen nach den, für die Benützung 
dieser Schütze weise gegebenen Vorschrillen von selbst, und wären 
nur in den seltenen Kälten müghch gewesen, wo ausser den we- 
nigen eigenen Blättern Freundeshand mir das Material zu meinen 
Erhebungen geboten liat. 

Was die Preise Vissrher'svhov filätler betrilTt, so bemerkt 
Na{/ler in dem Artikel üImt diesei^ Mcish i'. dnss sie IVüher sehr 
Ihcuer bezahlt wni-den und theilweise eins ii rnoinien Preis hatten, 
besonders in Abihückeu vor drr Schrill; aucli gegenwjiilig sieben 
die guten und seltenen Abdi iii ko in Indiem Preise, da derselbe seit 
einigen Jahren geslic^cn ist. Beispielsweise gebe auch ich die Preise 
einzelner selleuej- und theuerer Bliltter an, wie sie bei verschie- 
denen Versteigerungen erzielt wurden. 

Schliesslich habe ich noch beizufügen, dass icli, wohl wissend. 



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wie niisslicli es ist, ein bereits auf;,Tiioimiienes Blatt, tluis sich 
später als Arbeit des Meisters nicht bewährt, auszuscheiden und 
aus der Reitie der Nummern ausznstossen , solche Blätter, welche 
mir mit Grund zweifelhaft schienen, ohne mich durch fremde 
Autoritiit beirren zu lassen, gar nicht aufgenommen habe, sie aber 
am Schlüsse der AI)haii(Iliing in einem eigenen Anhange aufzähle 
und beschreibe, endlich dass ich, wie schon üben bemerkt, die von 
mt'ineu Vorgängern beliebte Einlheilung und Nnmerirung der 
ßlältci- nicht beibehalte, sondern davon abgehe und sie eben so 
ordne, wie ich es bei dem ersten von mir bearbeiteten Meiskr 
gethan habe. Voraus stelle ich die Portraits, den schönsten und 
wichtigsten Thcil des Werkes, nach alphabetischer Ordnung und 
schliesse an dieselben an die yhone Folge : „Prineffes HoBanätae^*, 
welche ich nicht trenne, sondern als Ganzes behandle ; dann folgen, 
das alte und neue Testament und die religiösen Gegenstände mit 
der Folge „Die Heiligen von Flandern'*, als Schluss sodaun kommt 
die Profangeschichte , endlich das Genre und die Landschaft mit 
dem Anhange und den Anmerkungen, welche den Scliluss des 
Ganzen bilden. Als I^^l•fraits behandle ich alle jene Bildnisse, 
welche entweder als solche hinlängUch bekannt sind , oder bei 
denen die Meister angegeben sind, nach denen die Blätter gefer- 
tigt wurden, alle anderen, welche diese Kriterien der Echtheit nicht 
an sich tragen, schliesse ich als ideale Gebilde und Phantasie- 
gemälde aus. Sou?eraine, und Glieder ftirstlicher und sonstiger 
regierender Familien erscheinen unter ihrem Tauf-, die andereu 
Personen unter ihrem Familiennamen. 

Was endlich das Namenregister betrifTt, so wird es aulTallen, 
dass ich nicht aussclilicsslirh \m dem ricliligen Schlagworfe stehen 
bleibe , wie es der gewählte Titel des Blattes an die Hand giebt, 
Sündern dass ich das Blatt auch unter anderen Worten erscheinen 
lasse, unter denen ui:ui es möglicherweise suchen konnte. So 
z. B. führe ich das Blatt Anneken van Tetenbüll und UeHdrik 
Hendriks vm KmUendam nicht nur unter dem richtigen Anneken 
und Hendrüc, sondern auch unter TeleniM und Kn^endam auf, 
obwohl ich recht gut weiss, dass Tetenbüä und KnoBenäam nicht 
die Eigennamen, sondern nur die Namen der Heim ii Iis- oder Ge- 
burtsorte dieser zwei Personen sind. Ausgebend jedoch von der 
Ansicht, dass das Verzeichniss der Namen möglichst schnell und 
sicher zu d«Mii <,'esnrhten Blatt führen soll, hielt ich es für zwi-ck- 
di«ndich, von der Hegel abzuweichen und dasselbe so ausführlich 
als möglich zu cntwt'rlV'n , und Worte aid'/im< Innen , deren Wahl 
als Schlagwüi'ter nach den Regeln der Bibliographie strenge ge- 
nommen nicht zu billigen wäre. 

Und so fibergebe ich denn das Resultat meiner Forschungen 
allen den zahlreichen Verehrern unseras grossen,* mit Recht hocli- 
gepriesenen Meisters mit dem Bewusstsein, die möglichste Voli- 



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komnKMiluM't angoslrebt zu halben. In wie weit es mir g'<'lnngen 
ist, iiiicli iliesein Ziele zu niilierii, iiiüge die hossCre Einsirl) l dazu 
Bei ideiier enlsclieideii ; jedeiit'alis dflrfle ieli aber berechtigt sein, 
auf eine naclisielili^e Bernttieilung zu recliiieu, da icfi meine Ar- 
beit unter Seliwiej-ii^keiteu und Hemmnissen ausl'übren nnissie, von 
deiirn iel) bei Meginue derselben keine Ahnun«r halte, und die, 
weuu mir in vorhinein bekannt, micli von dem C.edankeu, eine 
80 mühevolle Arbeil zu uulernehmen, frühzeiü^ hattcu abbringen 
müssen. 



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tiukiiuiig. 

Miii) ilari' von einer Monographie inil Hecht erwarlen, dass sie 
aiH h Uber <he Lehensvei h.'iltiiisse (h s Meistei-s Narhricht giebt, dessen 
Welkt; sie Ix'liancU'lt. So hiclif iimi <Iies in manchen Filllen sein 
mag, so schwer wird es hei Cuniel Visschcr, dieser Anfordernnüf zu 
geniigen und gen<M!e IK'ileii fthor sein Leben und den Weg, den seine 
Aushihhnig als KilnsLler Uiiiiiii, zu bringen. Die Angaben über ihn 
sind i'asl durchgehcuds blusse Veriuulhnngen , geüusserl ohne hin- 
lünglich poriüver Basis, und die cilirten Daten, welche Anspruch auf 
gescliichUiche Glaubwürdigkeit machen, sind so voll Widersprüche 
und UnWahrscheinlichkeiten, dass man sich nicht wundern darf, 
wenn Nayler, nach(hMn er sie alle angerührt, in die Worte aus- 
hrichl: „Wer löst uns diesen Widei'sprnch!'' 

Ks Mfid vorläntig wohl nnniOgh'rh sein den Knoten zu ent- 
wirren, wenigstens wage ich es nicht, diesrallä etwas Positives anf- 
zuslellen, und weiss nichts Besseres zu thun, als (ien Aufsatz über 
(uitu'l Visschei', den Eugen Piot im 8. Hefte des I\. Jain^.uigs 
der von ihm und Friedn'di Yillot in Paris herausgegebenen Zeit- 
schrift: LR cABi:(ET DE l'amatedr ET DE L*ANTiQDAmE als Einleitung 
m SmWs ft'anzOsischen Katalog Uber Ccmel Visscher anf der Seite 
339 Ins 343 bringt, wori getreu wiederzugeben, am Schlüsse aber 
einige IhMnerknngen bei/idngen, welche zu machen ich für zwcrk 
dienlich halle, damit späterhin vielleicht Licht in diese dunkle Sadic 
komnuMi müge. Ptof's Anfsnfz lautet lolgendermnssen: 

Die Tr;i(lifi'in, s<> fifigchig gegen manche künslh'r, hat »ms 
id»er Curnel \ tssrhei um bis libci liefert, nichts id)er dir Zeil seiner 
Tieburt, nichts sogar ubcv den Mamen seines Vaters. Die (ileich- 
giitigkeil der Zeitgenossen gegen ein solches (lenie kiUuite uns mit 
Hecht in Eretauucn setzen, wenn wir bei Ilollaud an ähnliche Bei- 
spiolti lies gröbsten Undanks gegen seine bewundcrnngswüniigslen 
Ktiuslirr niclit schon gewohnt wären. Hobbetna und Peter de Hooge 
mn\ ohne grösseres Aufiwhen geschieden, und Rembrandtt gebeugt 



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imler ilei* Last einer Arbeil ohne linterhreciniii}?, jeden Tag neue 
iMeislerslilcke scliafrend, fand dort kaum 8o viel um das Lehen zu 
IVislen und starb zahlun^^sunHlhii,'. Es, Jiandelle sich damals weder 
um Aufeeben uoch um einen Namen, iioch um Ruhm und Ehre; 
jeder Tag 'bot nur eine kaum genitgetide Einnahme, und derKnnslIer, 
missachiet \()n einer ungebikleten Geaellscbalt, hatte, wollte er 
nicht seine Begeisterung in den Krügen der Schenken vergi'aben, 
keinen aoderen Schutz gegen die lüdtende Gleicligittigkeit von 
Aussen, als die iinaiisi^pseizfe, strie I < luing seiner Kinisi innerhalb 
seiner vier Wände. Anders wilsste man ni< lit, sic!i die grosse Zahl 
inid Vurziight'hkeit dcrWrikr dei Meliiv.iihl der Maler und Siecher 
jener Zeit zu erklaren, so wie die geringen Spuren, \Nclchc ihr 
persönliches Dasein bei ihren Zeitgenossen hinterlassen lial. Fügen 
wir diesem noch hei, dass alle jene, welche den ersteren Weg 
eingeschlagen haben, ich' meine den der Kneipe, ^lel sicherer zu 
einBr BerOfamlheit gelangten und dass eben sie diejenigen sind, 
mit denen man sich zumeist bescheinigt hat. Coitiel Vissdier war 
vor allem ein lleissiger Künstler, und iNiemandem, der sein N\erk 
betraclitet, das aus 180 Platten besteht, ein Weik, welches, hei der 
Betrüehlliehkeil, der Arbeiten an sich, noch mehr an {}(Mleu(saink('iL 
gewinnt, wenn man die kurze Lebensdauer des Mn irrs, der im 
Alter von neun und zwanzig Jahren gestorben ist, n wagt, wird es 
ein Zweifel sein, dass wir hier alle Gedanken und jede Stunde 
seines Lebens vor uns liegen haben, eines Lebens voll Thdligkeit 
und Hingebung an eine Kunst, welcher er sich mit Leidenschaft 
ergeben hatte, und in weicher er einer«der grOssten Meister ge- 
worden ist. Ueber die M>rziig]ichsten Epochen seines Lebens sind 
wir somit auf blosse Verniutlmngen angewiesen. Es ist kaum 
einige Jahre her, dass sich die Zeit der Gthnrt Comel Visschefs 
mit eini;^fT Gewissheit angeben lässt. Nach zahlreichen Kojscljtmiien 
idier diesen (Icf^^ensland mnrhte Herr Jost dieser L'ngewissheil ein 
Knde, indem w sc» glücklich war, die üriitinalzeichu'uig jenes 
Portrails zu entdecken, das Visscher selbst gestochen hat*) und 
aul' die er eigenhändig die Worte schrieb; C. Visscher, (ige de 
in»^ 'ans, 1649, was uns somit in das Jahr 1629 als die Zeit 
seiner Geburt verselzL Nur die Aehnlichkeit des Namens erzeugte 
die Vermuthung, dass er der Sohn des Joham Ntcolaus VissrJi^, 
eines Stechers und Kunslhündlers in Amsterdam sei, doch ist dieser 
llmsland sehr zweifelhart. Man llndet aul' keinem der von ihm 
und seinen Brüdern Johan »md Lambert Visscher j^estorhenen 
Blrüter die Adresse des J. N. Visscher, der doch in diesem Kalle 
«ler iialUrlithe Vei'leger ihrer «'islrn Arbeiten ^M'w<'sen wäre. 
Gleiciilalls ist es sehr schwer /ii lu siinunen, luUer welchem Meiste r 
er seine erste künstlerische Ausbildung erhallen haU Wir halten 



*) Dieses BlaU wird in diesem Katalog unter Mr. 55 beschrieben. 



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12 



ihn für einen Schüler des P. SoHlmaUf der vielleichl glück- 
hchen Gedanken halle, diese begabte KünsUeroatur sich Irei und 
selbstsländig cnhvickehi zu lassen. 

Geschickter Zeichner, wie niclit miutler vollendeter Siidicr, 
triTt t'v in beiden Kunstweisen mir «miht Originalität auf, wcidie 
jeden Gedanken an einen Eiiillu>s zunnkvNeist, den seine Zeit- 
genüsscu auf iliii liaiien üben können. In seinen Blattern herrscht 
zu gleicher Zeit eine Freiheit der Striche, eine Bestimmtheit in 
den Umrissen und (Mne Külinlieit, die wahrhaft in Staunen versetzt. 
Seine Zeichnungen, in Holland sehr gesucht, sind fast alle auf 
Pergament, mit schwarzer Kreide ausgeführt, gemischt mit etwas 
Rothstift und besitzen das grosse Verständniss des Helldunkels, 
das er in seinen Stichen auf eine so hohe Stufe der Vollendung 
gebracht hat. Vor allem ist es aber die Kunst des Stechens in 
Kupfer, welcher Comel Yisscher Vortheile eröffnet hat, die man 
vor ihm nicht gekannt, und welche man nach ihm Tergebfich 
nachzuahmen versucht hat. Die Art und Weise wie er es ver- 
standen hat, die Wirkung des Scheidewassers mit der Arbeit des 
Grabstichels zu verbinden, die ein slolcs Muster für die Kiipft'r- 
Stecher aller Zeiten bleibt, wurde leider nur zu selten nachgealinU. 
Er hatte in diesem Falle die Gewohnheit, mit Scheidewasser idle 
jene I*artien zu ätzen , welche er auf diese Weise zu behandeln 
sich vorgenommen halte und liess alle jene Theile vülIkonnn(!n 
weiss, die er mit dem Grabstichel zu bearbeiten gedachte. Die 
Verstärkung durch Grabslichelarbeiten kommt in seinen Aetzungen 
sehr selten vor, über er «erstand es, durch eine Arbeil, welche alle 
Leichtigkeit der Nadel in sich vereinigte, die GegensKlze in Ein* 
klang zu bringen und die Harten abzuschwächen, welche die An- 
wendung dieser zwei Systeme ohne Vermittlung natürlich im Ge* 
folge haben muss. Der Grabstichel und die Radimadel folgten 
seiner Hand mit gleich unbedingtem Gehorsam; immer arbeitete 
er in gleich geistreicher Weise, er mochte nun mit dem Stichel 
die schwierigsten Linien auf seiner Platte ziehen, oder in einer' 
anscheinend rauheren Manier eine effectvoUe und nicht gewOhnUche 
Wirkung zu erreichen bemüht sein. 

Das früheste Datum, das auf Comel Visscher's Blättern vor- 
kommt, ist das Jahr 1640, welches sich unten auf dem I*orlrail 
des P. Srn'rerhf!i beflndet, mit der Angabc P. Soutimu diiigenle; 
d(M" KtiiislItM zaJillc damals nirbl mein" als 20 Jalu'e. In den zwei 
.laliiea U)49 und ItinO ersclnent'n ausser dem Portrait des Scri- 
veriiu'i unter seinem fSamen nocli die viei' Portraits des Franz 
VaUmm, der Magdalma Möns, d('s Janua Douaa und des Lndtoig 
Boisül ; die Ttdge der l*rinzen und Prinzessinnen aus dem Hause 
Nassau nach Gerhardt Iloudthorst, zwOlf sehr grosse Blätter, jene 
der siebenzehn Heiligen von Flandern nach den Zeichnungen von 
Smttmm und die acht und dreisaig grossen Portraits, welche das 



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Werk „die Grafen von Ilollnnfl" l>il(len. Man Ictt in der Tliat 
Mühe, sirli von der Grösse dieser wunderbaren AriieiLen einen Be- 
griff m machen. 

Es isl anzunehmen, dass sein Meister ihm nicht gestattete, 
vor diesem Zeilpunkte seine Werke zu bezeichnen, und man dem- 
nach den grössten Theil seiner froheren Afbeiten unter der grossen < 
Menge jener Artikel zu suchen haben wird, weiche im Verlage 
S&uXmiü^t erscliienen und mit den Worten: P. Souhyian excndü 
versehen sind. Der Lauf des Jahres 1650 scheint das ßnde seiner 
mühevollen Lehrzeit gewesen zu sein, denn die vier Evangelisten, 
welche noch die Jahresziiiil 1650 (rajjon, wurden von ihn» seihst 
in Ilaarlem herausgegeben. \(in dieser Zill an beginnt auch sein 
Auftreten als Zeichner. Alle vier Blätter sind bezeichnet: Com. 
Visscket' inveniebat et Com. Visscher scidpebat et exaidebat Har- 
kmi, 1650. Seil dieser Zeit begegnet man dem Namen Soutman 
nur mehr ein einziges mal auf Visüier's Stichen, und zwar tu der 
Eigenschaft als Maler auf dem Portrait des Yan dm Zande. 

Um diese Zeil beginnt auch das Schaflen jener nnnnler- 
brochenen Ucihe vim Meisterstücken, welche ihm fttr alle Zeilen 
einen so hohen Hang unter den grossen Meistern aller Schiden 
sichern wci-'len. Es wird genü«:^on, unter den vorzflghrfjslen seiner 
Stiche die Kurhenbäckerin, den Uattenvcrtilger, die /.iyeimerin und 
die F*orlrails des Gcllins Jiouma und Andreas Winius zu nennen. 
Die ZigemiLiin JuimeuLlicli kann als ein Muster der innigsten Ver- 
einigung alles dessen betrachtet werden, was die Radirnadcl Male- 
risches hervorzubringen und der Grabstichel Glänzendes zu schaflen 
im Stande ist Das Portrait des GdHus Bowna, durchaus ge- 
stochen, ist noch Staunen erregender. Die Arbeiten sind verständig 
und kühn begonnen und abgesetzt, um die ModeUirung der Fleisch« , 
pariieen hervorzubringen. Die Striche, welche die Einfassung der 
Augen ausdrücken, und jene, welche die Augen seihst bilden, sind 
so »gewählt und von soklier Vollendung', dass es sciiwer sein wird, 
ein zwciips Beispiel dieser Art zu linden und aulzuweisen. Die 
verschiedenen P'ia(l)en der JNase sind wahres Fleisch und dieses 
Fleiscli isl auch von dem Aller, welches das dargesLellle Vorbild 
haben mosste. Der Mund, grössteniheils durch einen langen Bart 
Terdeckt, der dem Manne auf die Brust niederl^Ut, ist von der 
richtigen Stärke, in der man die Kunst um so mehr empfindet, je 
weniger sich dieselbe dem Auge bemerkbar macht. Der weisse 
Bart scheint entstanden zu sein, als der Künstler eben nur zum 
Zeitvertreibe spielte, und dieses Spiel ei*zen*;te gerade diese über- 
aus grosse Nalurwahrheil. ßelrachtet man denselben \n der rich- 
tigen Enllernnng, so glaubt man die einzelnen Ilaare zählen zu 
können. Das Gewand ist mit dem Grabstichel gesiochen, so wie 
der übrige Theil der Platte, aber die Arbeit daran ist zitternd, 
ähnlich wie eine Nadclarbeit. Der Ton, die Lagen der Striche, 



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iler Falltuwiui, lassen d«M> Stofl <les Maulcls orkcMiiU'ii, ohne dass 
der Kiiiisllei* eiues jener Miltcl augewemlet halle, zu denen ilie 
Siecher gewöhnlich ihre Zuflucht Pehmen, wenn sie einen Seiden- 
sloff darstellen wolten. Betrachlet man die Slrietie in der Nahe, 
80 bemerkt man, dasa sie nachljfsaig gezogen sind und sehr un* 
gleich unter sich, sie verratlien sogar ein gewisses Zittern der 
Nadel, eine Gailling von Arbeit, weh^he kaum geeignet sriieint 
andere als giohc dicke SlofTe aiis/inlnicKen. Docli alle di«'se Ar- 
heiten nehmen unter seiiicf Ur\m\ v\nv fj^MMf^iicic (i»'s(;tlf an, und 
dieses eben durch Vernieiduug jedes Scheines von Kuusüerli^'keit, 
die gerade in diesen Darstellungen ihre höchste Hohe erreicht. 

Jahreszahlen kommen höchst selten aul seinen Blattern vor, 
wir werden sie aufzählen, uoi darnach die chronologische Reihen- 
folge seiner Arbeiten TesUuslellen. Das Portrait des Pieter de 
Vrm tragt die Jahreszahl 1653 und ein anderes, jenes des Roberl 
Junius, das Jahr 1654, der Ratlenverlilger und tias Portrait des 
Wühehn de Rijdc sind vom JahFe 1655. Um eben diese Zeit stach 
er in einer ganz abweichenden Manier eine Folge Landschaflen 
nach Berghem, die den Titel fohrt „Oer Heiler nin nrunnen" [Le 
Caralier ä la fontaine]. Daiaul lolj;! das !*nr(rait des Dichlers 
Vüuäel vom Jahre 1657 und jenes «les Scliieiiimeislcrs tuppcnol, 
beendigt drei Tage vor seinem Tode, wie es die rührende lliiter- 
schrill besagt, die eines seiner Meisterwerke bezeidiuet: C. de 
Viiseher ad vnnm ddineatfit, trii^ di^us ante mortem vkimam 
mamm impomü anno 1658. 

Comel Visscher war von schwächlicher Gesundheit; die*zahl- 
reiefaen Arbeiten seiner frOhen Jugend untergruben dieselbe ohne 
Zweifel gründlich, und seine ununterbrochene Thätigkeil im Arbeiten 
besrlilriiuigte sein Ende. Ich glaub*' ir'-M'uduo gelesen zu haben, 
dass er hinkend war. Er z{fhlle Kaum u uinnidzwanzig Jahre, als 
der Tod ihn abberief. Wie liuiuleit Jaiire irüher Lukas Leyden in 
noch jüngeren Jahren, so starl) auch Visscher mit dem Grabstichel 
in der Hand, der erstere, nachdem er die Kunst in eine vortreff- 
liche Bahn geleitet, dieser, nachdem er sie auf die liOchste Höbe 
gehohen hatte. Vier Jahre später verlor Holland den Paul Potter 
fast in demselben Aller. Es dürfte noch erttbrigen, aubuklareD, 
dmvh welchen räthselhalten Zusammenfluss von rmständen es 
möglich war, dass diese kalte Erde der Niederlande, oline Sonne 
und ohne fllnnz, iiunitten einer Bevölkerung von rechnenden Kauf- 
leuten und steili-'u }?itr^'enncisleru, <.'iii<' solche Plejade bewunderns- 
werlher Künsllcr eulslelien sehen kuniiLe, eine Schaar von früh- 
reiliMi Biiiiheu, die ihre feuchte Souoe schnell wieder zu verzehren 
sich beeilte ... 

Zu diesen Worten Piofs erlaube ich mir nur folgende Be- 
merkungen, 

Seine nur zu begründete lüage (Iber Bfongel an sicheren 



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Daten Ober unseres Melters Lebt nsvei liüllnisse öffaet der Conjcctui* 
ein umso weiteres Feld, tiud leicht wird man verteilet, es Uhs» 
inil seinem Scharfsinne auf diesem Wege zu versuchen, der Wahr- 
heit näher zu kommen; doch ist das ein gewagtes Unternehmen, 

welches manchmal weit nh vom Ziele filhit. Iinirierhin ist es ^^e- 
iHilieuer, sich an das gebotene Positive zu haileu, wenn dessen 
auch noch so wenig sein sollte. 

Wir lu»beii im mik > Wissens fünf Blatter, welche als Portraits 

uusei'es Mci^leis luvcu fmet werden, 
L das \uiij .lalire Iti Ul. 
II. das vom Jahre 1051. 

III. ein Portrait, gestochen von Jan Visscher, welches ihn als 
jungen Mquh vorstellt. 

IV. eines vom Jahre 1653, dessen Jost in dem von ihm her- 
ausgegebenen Werke: Collection d^ihitatioms de disssins 

D*APRES LES PBINCIPAITX HAITRE8 BOLLAMDAIS ET FLAMAIKns, 
COHMENGEE PAR CORMEUS PlOOS VAU AhSTEL, GONTINDKE ... 

PAR C. Josi. LoNDRss, C. Josi 1S21. Fol. Erwähnung 

macht. 

V. endlich eines ohne Jahreszahl, welches mä als Handzeich- 
nnng in d( r Albertina beündet, und von ihm selbst mit 
gewohnter Meisterschaft in schwarzer Kreide auf Pergament 

ausi^elübrl ist. 

Das Portrait iNr. l ist das bekannte, wo er als hal tloser Jtlng- 
ling mit melancholischem Ausdruck im Hut und Mantel vorkommt, 
die Hand mit dem Grabstichel auf die Brust gelegt. Es gilt all- 
gemein als sein Portrait im Alter voa'20 Jahren und kommt in 
dem Verzeichuis.se unter Nr. 55 vor. 

Das Portrait Nr. II stellt ihn gleichfalls als Jüngling von 
22 Jahren in Hut und Mantel vor* wird auch als sein echtes Por> 
trait angenommen, von mir aber als solches bezweifelt und unter 
Nr. 56 beschrieben. 

Das Portrait Nr. III ist von Jm Vmeher gestochen und daher 
in dem Werke dieses Meisters zu suchen; da jedoch diese Mono- 
graphie erst zu erwarten ist, so gebe ich vorl^fuflg die Beschrei- 
bung dieses Blattes nach dem Exemplare der Mertina^ einem 
Abdruck von der unvollendeten Hatte. 

Iiis ist ein Brustbild, gegen links, den Kopf etwas nach vorn 
ge\\ endet, den Blick anl* den Beschauer gerichtet, die rechte schön 
getintnte Hand mit Anmuth auf die Brust gelegt. Das Besicht 
zeigt ein schmales Oval, «lie N;ise ist gezogen, der Mund miL einem 
Sclinmr- und Ansatz \on Kiicbelbarl seliOn geschnitten, das Auge 
klar nnd offen, the Haare lang, etwas gelockt und frei herabfallend. 
Das Gewand ist eng aidiegend, der Halskragen breit, ins Viereck 
geschnitten, vorne mit zwei Quastchen, der Mantel liegt leicht auf 
den Sciiuiicrii auf. Das Ganze ist ein Oval für ein Viereck 



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bcslimmt. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. Die 
Umnilimung des Ovals ist noch ganz weiss, unten schwach mit 
Blei geschrieben: Portr. de Com Visscher rechts in der Ecke: 
Grave par Jean Vi88chei\ links in dei' Ecke einige ganz unleser- 
liche Zeichen. 

Das Portrait Nr. IV citirt Josi in dem von ihm herausgege- 
IxMicn und oben erNvahuten Werke des Plüos van Ämstel unter dem 
Artikel Cornel Vissclier. Er sagt von ilemselben, er habe es bei 
seinem alten Freunde Jakob de Vos gefunden, eine Zeichnung von 
höchster Vollendung, auf welcher «di Viudier als Kranken abge- 
i>ildet hat, einen Todtenkopf in der Hand haltend und mit der 
andern auf denselben deutend. Auf einer Ssule im Hintergründe 
stehen Ton seiner Hand geschrieben die Worte: Amzien 4o^ ^ 
denken, A\ 1653 den 10 April Jwi vermuthet in diesem Datum 
seinen Geburtstag, und folgert aus dieser Aufschrift mit aller Zu- 
versicht und Gewissheit, dass er im Jahre 1B29 geboren wurde, 
bezweifeh aber, dass Soutman ihn zum Künstler gebildet habe, 
nimmt viehnehr an, dass Vimher sein eigener Lehrmeister ge- 
wesen sei. 

Es ist augenscheinlicli , dass (Hese Schlnssfoigerung Josfs auf 
der als Axiom angenommenen Ik'haniJlunf? beruht, dass das Por- 
trait Nr. ! unseren Meisler im Jahre 1(119 im zwanzigsten Lehens - 
jähre darslelll. Die citirlen Worte; Aanzien doet gedenken -4". 1653 
den 10 April beweisen iiir die Echtheit des Portraits als das un- 
seres Meisteis dnicliaus nichts, und können nur als das Motto 
jenes unbekannten Mannes gellen, den es vorstcllL Da keine 
weiteren Beweise der Echtheit beigebracht ' werden, ja nicht einmal • 
eine Beschreibung des Blattes gegeben wird, da mir ferner über- 
haupt nicht bekannt ist, wo sich diese Zeiclinung gegenwärtig he- 
findet, um mir die nähere Kenntniss derselben zu verschaffen, und 
dieselbe in das Bereich -der weiteren Forschung zu ziehen, so er- 
öbrigt wohl niehls Anderes, als dasselbe bei der ferneren Bespre- - 
chung dieser Frage geradezu zu ahergehen, zumal nicht wohl zu"^ 
begreifen ist, wie ein Mann von so kränklichem Körper, und so 
trüber gedrilckter Gemülhsstimmung, wie sie die Zeichnung aus- 
drückt, im Jahre 1655 die Lnnne linden konnte, den Rattengifit- 
Verkäufer mit so ansgesprr!ipner Lust und Liebe zu stechen. 

Das Portrait V endlicli hat keine Jalnes/ahl, trägt Vissrhn^'s 
Namen und scheint ^iänzlich unbekannt, verdient ih- r, wie mir 
däuclit, hohe Beachtung. Eine prachtvolle meisteriiatte Zeichnung;^ 
mit schwarzer Kreide auf Pergament, die, will man nicht mit 
jedem Strielielcben ängsilirli rechten, als inlacL und ohne störend« 
üeherarbeitungen gellen kann, einige Partieen der Haare, nament- 
lich der rechten Seite ausgenommen , wo die Zeichnimg unbe- 
stimmt und fast unverstanden erscheint, eine Sünde, deren sich 
VissdoTf in seiner BiQtezeit namentlich, gewiss nicht sdiuldig 



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gemacht hat. Glückhcherweise gilt diese gute Erhaltung besunders- 

von dem Gesiebte, das uns einen Mann von nalie an 40 Jaliien 
zeigt. Sie liegt in der Abtheihing Ecole Flamande. Vol. XXX. 
Nr. des feuilles 1571*"*, Nr. des dessins 1916^ und lial in dem, von 
Adam Barisch wohl nicht selbst geschriebenen, aber von ilun vcr- 
fasslcü l\aUik)g die Bemerkung: Le portrait de l'artiste d la pietre 
noire mr parchemin. Porte le nom du rmitre mais sans date. 

Es ist das Portrait eines Maniies in halber*GestaIt, gegen links 
geltebrt, das Gesicht fast in Vorderansicht dem Beschauer zugewendet, 
mit kleinem Schnurr- und schwachem Ansatz änes Rnebelbart« 
ähnlich wie bei. Portrait Nr. III und mit demselben gescheitelten, 
ziemlich dichten, etwas gelockten Haar, wie denn diese zwei Por- , 
traits überhaupt eine ge\>isse Aehnliclikeit niiteii);nHh'r haben, nur 

Nr. III einen Jüngling und das Nr. V einen Mann in der Hhilc 
seil!!'!' Jahre darstellt, der weit davon tiutlernt ist, jenes kränk- 
liche \Ves<!n und tr(d)sinnige Aussehen zur Scliau /u tragen, wel- 
ches die viehvissende Fama unserem Vmdier so einstimmig zu- 
schreibt Der Halflkragett ist glatt, herabbftngeud, in zwei Spitzen 
endigend, vorne etwas ttber^nande)* greifend. Das Gewand ist das 
damals fibltche, enganliegende, geschlossene, vom mit einer dich- 
ten Knopfreihe besetzte Kleid mit Aermeln, die am Handgelenke 
umgescbhigen sind. Der Mantel liegt leicht auf den Achseln auf, 
so dass er die Brust bloss lässt, und ist in grossen kühnen Falten 
nn( !i vorne über den linken Arm geschlagen, der auf einem stei- 
nernen Geländer anfliegt und dessen blosse Uantl den Rand des 
Steines berührt. Den Hintergrund bildet eine glatte Wand, links 
in der Ecke niil einer runden S?inle, an der ein Vorhang mit 
Schnuren herabhüugL und die linke obere Ecke ausfüllt Itechler 
Hand im Grunde in der Hübe der Achsel liest man die Worte: 
C. de yiMner | fe leider ohne weitiere Angabe. Die Beleuchtung' 
-kommt von der linken Seite. Hohe: 10'/ 9"', Breite: 8" 3"'. 
• Wir hatten somit, wenn man das 'Portrait Nr. IV aus dem 
Spiele lässt, vier Portraits, von denen zwei undatirt sind, und die 
zwei anderen die Jahreszahlen 1649 und 1651 tragen, und eine « 
und dieselbe Person voi'stellen sollen. 

Wenn man nur) dieselben im Geiste mit einander vergleicht, 
SU ist die Verschiedenheit im Gesichtsansdruck und Bau des Kopfes 
zu bedeutend, als dass man sich jener Annahme anschliessen, und 
alle viere für das Portrait einer Persönlichkeit halten konnte. 
Eines oder das andere dieser angeblichen Ftisscfter-Portraits muss 
somit unecht' sein, und nicht ihn, sondern ane andere Person vor- 
stellen, zumal an eine durch Unrichtigkeit der Zeichnung entstan- 
dene Vei^schiedenheit im Ausdrucke des Gesichtes niclit wohl zu 
denken ist, da ja, drei von Cornel Visscher^s eigener Hand her- 
rühren, und das vierte von Jan Visscher nach einer Zcichnmnj: 
Comel's gestochen ist £s frägt sich nun, welches ist echt und 

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18 



- weiches falsch, dann, welches von lien echt scheinenden hat: die 
grösste .Glaubwflnligkek fOr sich. 

Prüfen wir nun die vier Porlraits in dieser Dichtung, so 
beruht die Authcntik des Pcrtraits Nr. i auf den Worten 4ßr Unter' 

schrill: 'Com. ViCcher fedt An 1649. wobei man annininU, date 
Vmcher in dem Portrait sich selbst dargestellt, und er im Jahre 
1649 so ausgesehen habe wie das Blatt ihn zeigl, wipiche Annahme 
durcli die handschrlllliche Noliz erzeugt, oder wenigslens besUlligt 
wurdft, welche sich auf der Originalzeichnung dieses Blattes, die 
elifHcru im Cahinet Muilman lag, bf^fMulet, und welcfie hpsasrt, 
(Inss Vfsscfier sich im Jahre 1649 im Alter von 20 Jahren abge- 
biidcL hat. 

Die llnferschriCt: Com Vifcher fedt An 164D auf dein ge- 
stochenen HIaUc beweisi für die Atithenlicilfit des |{|,itles als 
Corners Bildni•^s eigentlich gar nichts; sie besagt mii, dass Comel 
Visschi'r diesi^s Blatt Iii) .lalire 1649 gestochen hat, und dass es - 
das Bildniss eines jungcu Kupferstechers ist, was durch den Grab- 
stichel in der Hand des Dargestellten sattsam dargetban wird. 
Dass der Letztere gerade Cmid selbst sei, wird mit den Worten • 
dtir Unterschrift dnrchatrs nicht gesagt, ebensowenig als aus den- 
selben hervorgeht, dass der Dargestellte im Jahre 1649 so ausge- 
sehen habe, mithin ein Jüngling Von etwa 20 Jahren gewesen 
sei; das Letztere ist wohl wahrscheinlich, schliesst jedoch den 
immerhin denkbaren Fall nicht aus, dass der Stich im Jahre 1649 
nach einer viel früheren Zeichnung gefertigt wurde, in welchem 
Falle der Dargestellte im Jahre 1649 natürlich um eben so viel 
^Iter sein mnsste, als ihn das Blatt, nach der .Ikeren Zeichnung 
'jestorheii. jünger erscheinen Iflsst. Wilrde die Unlerschrirt lauten: 
Com. Vifrftcr ac. ipse fetit \n. UUO aetat. 20 (mnomm dann frei- 
licli würde sich jede weitere Krage :iU vollstJIndig' mOssig von selbst 
vei hictt ü und das Geburtsjahr unseres Meisters wäre mit bichei - 
heit bekunut. • 

Wichtig ist die handschriftliche Bemerkung auf der Original- 
. handzeicbuung des Cabinets Mm'lman; es kommt aber, um ihr das 
bei der Enlscheidimg dieser Frage nidliige Gewicht zugestehen zu 
können, sehr darauf an, weklier Art sie ist, ob sie von alter, ' 
vielleicht gleiclizeitigei-, oder neuer iland geschrieben ist, was nur 
durch Autopsie ermittelt werden kann, die in diesem Falle um so 
weniger möglich ist, als mir Oberhaupt nicht bekannt, in wessee 
Händen die» fragliche Zeichnung sich gegenwartig beGudet. 

Dieselbe Ungewissheit Betreffs der Schrift heiTscht auch bei 
der handschriftlichen Bemerkung auf der Zeichnung des Portraits 
Nr. II (siehe Nr. 56 des Verzeichnisses) welches ich, was den 
Dargestellten betrini , nicht für identisch mit dem Portrait Nr. I 
halte, sondern mich, im Falle einer nothgedrungenen Wahl zwischen 
beiden, für das Portrait Nr, 1 als das mehrbegiauhigle aussprechen» 



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19 



" und da«, Porlrail Nr. II ganz falleo la^en müsste, aus GrUmieo, 
die k\i in der AiimerkuDg Nr. 7 D0her angegebdu habe, und dftber 

auf letztere verweise. 

Daß Portrait INr. III sielll nnjirl»li( Ii unseren Mcnster als Jungen 
Mann von Jan Visscher geslut vm , doi Ii MiU in ilein Kxcjnplar 
der Albertina, das allein einzusehen idi i.rlL'gt'iilKMi halte, jede ge- 
stochene Schrift, und die daraid* mit Blei gt'&cluiehcueu Worte 
sind, abgesehen von dem Umstände, dass sie franzUsisch laaten, 
fiel 2u~:neii, als dass sie l'Qr einen sicheren Beweis der Angabe 
- angesehen 'werden konnten, dass dieses BlaU wirklidi das ■ Portrait 
unseres Vis^d^ sei. Was Piir dieses Portrait spricht, ist die 
Aelinlicldieit, die sich z\\is< li('n (k'ms(>lhen und jenem Wr. V aua- 
spricht, so dass sich beide recht wolil mit rinander vereinigen 
Hessen, niul dif 7^^i'^<•ht'n boiih'M hcstchench! Versriiitidenheit sich 
leicht durch den Lulerst liird diT Jaliic crkhircn ü^'ssc 

Von ganz he.«i()nderei)j iiitcresse ist abei' uk iiks i^nlurhallens 
das Portrait iSr. V, welches sich in der Albertina unter Coiiiel 
Vüscher's Handzeicbnuugen , deren dieses unvergleichliche KuusL- 
institut 33 SUIdie bewahrt, befindet, und zwar nach dem hand- 
scbrifliichen, von Adam Barisd^ verlassten, aber nicht von ihm ge^ 
schriehenen Katalog mit der oben cilirlen Bezei<bmnig. 

£s wird Von Bartsch als Portrait Cornel Visscher s in d<>i' An* 
merkung angegeben, aber nicht beij^elügt, worauf diese Angabe 
.sich stützt, oh ilei*selhrn nämlich bloss eine Tindilion, oder ttonst 
etwas Positiveres zu Grunde liegt. Sonsu^a' B( lej^e dafür fnnlen 
sich inf! fabinete nicht vor, da alle Üociioieiile liher die Zeit und 
Art der iu w< ibung dieser Zeichnung fehlen, und aus dem Blatte 
sreibst nicliL zu entnehmen ist, ans welchem Cahinet es stammt, 
oder in wessen Händen es sich vordem überhaupt befand. Ob, 
und was vielleicht die Bäck^seile derselben birgt, und ob dieses 
irgend einen Aufscbluss in der Sache geben künnte, läaat sich 
*Hicbl einiitleln, da die Zeichnung auf dem Untersatzhctgen fest 
.aufgeklebt ist. Jedenlalls ist anzunehmen, dass Adam Bartsch^ 
dieser ndnge, besonnene FurMher, jene Notiz nicht der ersten . 
besten vagen Angabe eniiioniiiieii balien wixl soiHleni durch gute 
und gewichtige Gründe hie/ii v»:ranhissl wurde, als er die Worte 
i)ie(b'rs( })neb : Le portrait de larlisle \\. s. w. Ks ist unter diesen 
Ln»staii(h'ii nur sehr zu Jiedauern, tlass er nicht die geringste .4U' 
deuiuug beigesetzt hat, welche die ol)ige Bezeichnung dieses Blattei» 
rechtfertigen kannte. Bei der Wichtigkeit, die ich dieaem Portrait' 
beilege, konnte ich nicht imterlassen , den Kopf von FfiedriGk 
Kri^ntber's Hand getreu auf Stein gezeichnet als erwfln^hte Bei- 
gabe an die Spitze meiner Abhandlung zu stellen. 

Nimmt mau nun an, dass diese Zeichnung das echte Porliait . 
unseres Meisters ist, welelies sich in Betreff der Aehnliehkeit mit 
Mr. III Wold in Einklang bringen iässt, su miisstc mau I 

2* 



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20 



und II nothwendig i'allcn lassen. Wir hätten ihn somit als eineu 
Mann von etwa 40 Jahren vor uns; ninunt man ferner die äoseersle 
Grünze des Möglichen an, und set^f man die Entslebnng des 
Blattes in das Jahr 1658, so werden wir auf das Jahr 1618 als 
die muthmassliche Zeit seiner Geburt geführt und damit maacbes 
Rathselbaße seiner an das Wunderbare grSnzenden Prodnctiviiat 
auf natürliche Weise erklJirt. Wo er geboren wurde, ob in Am- 
sterdam oder in Haarlem, Itfsst sich vorläufig nicht mit Bestimmt- 
heit angeben, sicher ist nur, dass er schon im Jahre 1647 als 
Sontman's Schüler in Haarlem erscheint, bis er im Jahre 16&0 
selbständig und als eigener Verleger seiner Blätter auftritt. Seine 
künstlerisclie Thatigkeit in IlnarltiTi wäliicnd der Jahre 1647 bis 
1654 ist durch seine Blätter seihst beglaubiget; ob er aber in 
Haarleni )>liel», oder diese Stadt verliess, uui sie mit Amstenlam 
zu vertausclien , ist nicht zu erweisen, wenngleich das Letztere 
nach den Portiaits von Boeletisz, Junius, de Rijck^ Vondel, zu 
schliessen, mehr als wahrscheinlich ist, in welclicni Falle diese Ucber- 
siedelung in dem Jahre 1655 oder kurz zuvor erfolgt sein niusste. 

Giebl man unserem Meister ein Alter von 40 Jahren und setzt 
sein Todesjahr auf 1058, so liegt darin gar nichts Unwahrschein* 
liebes, dass er einen Sohn hatte, der im 'Jahre l656 13 Jahre alt 
war, wie aus einer Zeichnung erhellt, die in A. Weigetf Kunst- 
kfltalog Abtheilung II Nr. 3053 als Cüm, Vissduf^s Zeidinung auf- 
geftlhrt wird, und den Sohn des Meisters mit grossem Hute und 
weitem Mantel, beaseichnet: ie. 13. 1656. vorstellt. Die Zeichnung, 
vortrefTlicli in Kreide und Tusche ausgeführt, ist oben geiiindet, 
hat auf der Rückseite einen Entwurf zu dem Bildnisse G. de R(jdi^s^ 
durch den berühmten Stich bekannt, und wird auf 12 Thaler g^* 
werthet. Dieser Sohn wäre aber eine platte Unmöglichkeit, wenn 
man die Portraits Nr. I und II zu Recht bestehen l.lsst. 

Als erwiesen durch das Blatt Nr. 13 mit dem Bildniss CoppenoVs 
kann man auch die Zeit seines Abb bens annehmen und dasselbe* 
in das J;»!u" 1658 setzen, wie es die Worte beweisen: Tribiis 
diebus ante morte nllimam manum imposuit. A'^*. 1058. Dass diese 
Worte auf den Stecher, und nicht auf den Darg< st f Ilten zu beziehe« 
sind, jjeht nielil nur aus der Construcliou des Satzes hervor, son- 
deni wird auch durch den Umstand bestätigt, dass Coppeiwl iiacli 
F, Müllers beschrijvende catalogus van 7000 nederlandsche Por- 
fretten Nr, 1128 im Jahre 1002 als 64 Jahre alt angegebeu ist, 
die obige Todesanzeige demnach sich unmO^ich auf Coppmol 6e* 
ziehen kann, sondern von Carnd Viasther gelten muss. ^Die Rich- 
tigkeit des Jahres 1658 als Sterbejahr unseres Meisters wird 
noch durch den Umstand nicht unwesentlich bestätigt, dass mir 
kein Blatt bekannt geworden ist, welches ein späteres Datum als 
das Jahr 1658 trägt, und das derart gearbeitet ist, dass man das- 
selbe mit zwingender Nolhwendigkeit unserem VisKther znschreibeii 



21 



lind soinit desseu Lei)eu$dauer über das Jahr 1658 hioaus aus* 

dehnen iiiüsste. 

Ein \veitei;eF cuusialirler Umstand, der gleichfalls keinem ge- 
gründeten Zweifel unterliegt, ist das nahe Vcrhiiltniss, in welchem 
Comel und Jan Visscher zu einander standen ; wahrscheinlich uai en 
es Geschwister und iu einer Schule gebildet. Ihr Zusammen* 
wirken ist in mehreren Bltttlera deutlich sichlbar, in denen man 
die Hand des Jan» namtotlieh m der Landschali, genau erkennen, 
und von jener CorneTs unterschdden kann. 

Was die (Ibrigen Lebens* und FamUieuvei'baitntsBe betrifft, so 
geht mir hierQber jede weitere Kenntmss ab, und es ist aiizu- 
warten, ob ein glücklicher Zufall oder scharfsinniges Nachforschen 
neue Quellen entdecken wird, die über diese dunkle Partie Licht 
zu verbreiten geeignet sind. Merkwürdig und fast unerklärlich 
bleibt es, dass Tueodoh Sourevelius in seinem Werke: Harlemdm. 
LüGDUM Batavorüm 1647. 4®, dessen Aufzeiclmuugen bis zu diespm 
Jahre (1647) reichen, unseres Meislers mit keiner Silhe gedenkt, 
obwohl er den Künstlern seiner Vaterstadt ein eigenes Kapitel in 
diesem Werke widmet, und Meister von viel geringerem Werthe, 
VisscheT^s Z(Mli;eii(issen , aufeliihrlich l>esj)richt, auch seines nnj^eb- 
lichen Lehrmeislers Peter Souttnan auf Seite 290 nicht ^e^^'isst, 
was wieder dafür sprechen würde, dass Comel nicht Uaailcm, 
sondern eine andere Stadt, am wahrscheinlichsten Amsterdam zum 
Gebüilsorte halte, wenngleich din. Audran auf dem von ihm ge- 
stochenen Portrait scalptor harlemensis nennt, harlemensis wohl 
immerhin ganz richtig, wenn man, im FaUe er ein gebomer Am- 
sterdamer wäre, nicht an seinen Geburtsort, soifdem an den Ort 
denkt, wo er den grössten Theii seiner Thfltigkeit entfaltete. 

lfdne, rüdcsidiitlich des Portraits Nr. V geäusserte Vermuthung 
ist eben nur eine Vermuthung, für die ich keinen weiteren Nach-, 
weis beizubringen vermag. Ich habe dieselbe geäussert, nicht in 
dejf Absicht sie aufs^udringen, sondern uth durch sie zum weiteren 
Forschen in dieser Sache anzuregen und aufzufordern. Da ich 
nicht in der Lage bin, die Beglaubigungen der Portraits Nr. 1 
und II zu prüfen, und diesfalls mein Unheil hierüber mir zu bil- 
den, so muss ich, treu meinem Grundsatze, mich nur auf positive 
Ang'd>en zu stützen, dieselben vorläufig als richtig und unbezweifelt 
anuelmien. 

Zwei Jahreszahlen stehen somit gleich Markstemcn bei Comel 
Vtsscher da; es sind die Jalnc 1649 und 1658» und so schwer es 
zu begreifen isL, wie in diesem kurzen Zeiträume von neun Jahren 
eine so massenhalle Auzulil von Meisterwerken sich zusammen- - 
drängen konnte, der vielen Uussei-st tleissig ausgeführten vortrefT- 
lichen Portraits in Kreide, die er ausserdem lieferte, und deren 
Anzahl gar nicht bekannt ist, nicht zu gedenken, mOssen wnr doch 
den gegebenen Daten vertrauen. Das Bhtt Nr. 55 zeigt uns den 



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32 



Meister im Jahra 1649 ab Jüngling von 20 Jahren;' <la er nun 
nach Angabe des ßlattes Nr. 13 im Jahre 1658 gesiol*beii ist^ so 
erreichte er ein Aker von 29 Jahren, und auf diesf^s Dalum allein 
beschränken sich die gesammteo poititiven An<;al)en ither ihn. Alles 
Andere ist unerwiesen, unbestimmt, und bietet bloss einen Stoff 
zu Conjcrlnrcn. 

Was die Slccliwcise CornfFs und deren Vorzüg*' helrilVi . 
wurde darilher vciii uiemeii \ (»rgaiigcrn Hecquet^ Bartsch, i\(iyhf, 
P(0( iiiul Anderen so grdndiicli gcmlheill, dass mir nichts mehr 
dand^'r zu sagen übrig bleibt, und nur das Eine will ich uuch 
erwshnen, dass meiner Ansiebt nadi der Hanptcliarakter Comd 
KtMcfter^scher B\9Uet in Weichheit beütebt, nnd zwai* einer soleken, 
mit der er bei- aller Resthnmlbeit iji den'Foitnen jede Harte »n 
der Zeichnung auf das Meislci lial'lesle zu vernieidt ii verstand. Am 
deutlichsten prSgt sich diese EiMeuheit in der Landschaft, zumal im 
llaumschlage aus, und wahrend Jan Vissclier es liebt, den letzteren 
in deutlich ausgesprorlipner hpsfin)int(>r Form zu behandeln, wo 
die Blätterpartien in sechs scliiulc SpHzen nnslaiitcn, nnulet Cornel 
seine Blätter stets Die Bliitlei |)in ljt'eu sind weniger scharf ue» 
schieden, so dass das Laub viel unbestimmter in der Form, mancii- 
mal fast wie wollig erscheint. Ein anderer bezeichnender Unter- 
schied swischen der Technik des Jmt und Comd Vmdur besteht 
darin, dass Ersterer* es liebt, die Scfiralfure stellenweise in fast 
tokkirte Punkte Ausgehen zu lasaen, wahrend die Ausläufer bei 
Letzterem immer aus langlicfaen Strichelehen und nie: aü& Punkten 
bestehen. 

Bei Bezeichn*king d<;r Blätter schrieb er seinrii ^;l^!f'ü ge- 
wOhiilicli ans, eines Moin)gr;unmes bediente er sich nicht, innf nur 
iiu\' cincni «'inzigen Blatte, dem Portrait des Michiel Sparmh'ek i-un 
Jiraueubm (jfi (Nr, 44) schreibt er seinen Namen in r;Uh>eiiuirter 
Weise mil einem V, das in versciuaukler Art noch die Buchslabeu 
J F nnd C.entbttit. ,^ 

Die Blatter unseres Meisters wurden von KQnstlern und» Samm- 
lern stets hochgeschätzt. Einzelne besonders hohe Preise kommen, 
wie schon erwähnt, bei den einzelnen Nummern beispielsweise Tor, 
und hier stehe nur die Notiz, dass bei der Versteigerung des Ca<- 
hinels Mariette im vorigen Jahrhunderte das Werk des Meisters^ 
aus 172 Blättern f»c'stehend, um 3096 Livr( - verkaull wiirtle. 
Seine Flandzeichnuugen haben nach Jmi einen Werth von 10 bis 
30 Louisd'ors. 

Er stach theils nach eigenen Zeichnungen, theils nach ver- 
' scbiedenen Meistern, und nur wenige seiner Blätter haben gär keine 
Angabe des Malers oder ZeicfaheFs. Die Nunmiem seiner Blätter 
vertheilen sich naeh den Meistern folgendemiaasen: 

Antonio Allegm (irrig): d6k - 

Giovanni PranceAcü:BdiRBiHM: 136. 



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23 



BassaiNü. Siehe Jacopo da Ponte. 
iNicolansBuu.HEM: 174, 175, ITli, 177,178, 17i),.lbO, 
Adrian Bhai weu: 157, 158, 168. 
Jakob de Biuv: 5J. , 
Casteleyn: 11. 
. >CoiiRBG«io. Siehe Allbsbi. 
Auton vaB Dyck : 7, 43k 
Jan van Evck: 87, 88, 89. 

(jOJEiiGifio.da CBfiTO. Siehe Babbibm, Giovanni Francesco. 
Gerhard Hokmorsti 1, 4, 9, lO, 17, 18, 20, 22, 27, 28, 30, 

31. 32, 39, 52, Anhang 1. 
CoiistanUn HUTGBiss: 21. 

I»eter van Laer: 164, 165, 166, 167, 169, 170, 17l\ 172, 

173, 184. 

Lukas Leydfn : 91. • - . 

Lorenzo Lott ): !3ü. 

MoNO'iRAMMlST yg* 

Aiit(ti)is de Mooii : 95v 
Jan Mostaehi : 92. 

Adrian Ostade: 155. 156, löi, 163. 

Georg OvENs: 138, 139. 

Ciiacopo Pafma, geiianut il vecchio: 103. 

Palameues: 2ü. 

Puoi. Vbbdsbse: 106. 

Jacopo da Ponte, genamit RmwANo: 98^ 99. 
Guido Rbni: 100. 

Jacopo RoBUSTi, genannt il TIwtohktto: 105. 

BoGiEü van Bruggs: 90. 

Willem Homeyn: 182, 183. 

Peter Paul Hubens: 96, 107, 112, 113. 134. 

Peter Soutman: 42, 55, 114, llf), 116, 117, 118, 1 U), 120, 121. - 
122, 123, 124, 125, 126. 127, 128, 129, 130, 131, 
132, 133. 

TiNTORL TTo. Sielie Bobisti, Jacopo. 

TiziA.Nu Vkcki.ijo: 93, 94, 101. ' . ' 

Ailrian van der \ k»r: 141. 
VERuNKst;, Siehr Pvui. VEno^E^E. 

Coriicl Visscuer: 2, 8, 13, 25, 41), 16. 47, 48, 55, 56, 57, 104, 
108, 109, 110, III, lÜO, Ui2. 

Ohne iNamen des Malers oder Zeichners: 3, 5, 23, 24, 2(), "M, 
35, 37, 41, 44, 45, 49, 50, 53, 59, 60, 61, 62, (i:^. 
64, 65, 66, 67, 68, 69, 69\ 70, 71, 72, 73, 74, Tö, 
76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83, 84, 85, 86. 93% 97, 
102, 137. 138, 140, 142, 143, 144, 145, 146, 147, 
148, 149, 150, 151, 152, 153, J54, 159, 187, 
188. 



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24 



Die Nummern der mit Jahreszahlen venehenen BlUUer ordnen 

sich imt«'n'i!Kuider wie folgt: 
Vom Jahre 1G47; 9, 10, 22. 

„ 1649: 1, 4, 6, 16, 17, 18, 20, 30, 31, 32, 34, 42, 
45 52 55. 

„ 1650: 12! 2?] 2S, OS, 59, 60, ül, 02, 63, 64, 65, 
66, 67, 68, 69, 69*, 70, 71,' 72, 73, 74, 75, 
76, 77, 78, 79, 80, 81. 82, 83, 84, 85, 86, 
87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 

lOS, 109, 110, m, 114, 115, 116, 117, 118, 
119, 120, 121, 122, 123, 124, 125, 126, 127, 
128, 129, 130. 131, 132, 13:i, 142, 143, 144, 
145, 146, 147, 148, 149, 150, 151. 
„ „ 1651: 56. 
„ „ 1652: 35, 39, ^4. 
„ 1653: 48. 
„ 1654: 25, 26. 

„ 1655 : 40, 160, 174, 175, 176, 177. 
„ 1656: 8. 

„ 1657: 21, 46w 
„ „ 1658: 13. 

Da CS in manchen Fallen cnvOnsciit sein dürfte, schnell uih\ 
verlüssig zu wissen, welche »H'iner Nummern jener des .Sw?7A's( hen 
Katalogs entspricht, so gehe ich in dem nachfolgenden Verzeich- 
nisse die Reihe der Nummern hei Srmih mit Beisetzung der cor- 
respuudirendcn Nummern meines Katalogs. 



KaUlog Smith: 


ia diesem Katalog: 


Katalog Smith: 


in diesem Katalog 


1 . . 


. . 99 


20 . . 


. 118 


2 . . 


. . 98 


21 . . 


. . 119 


3 . . 


. . 100 


22 . . 


. . 120 


4 . . 


. . 101 


23 . . 


. . 121 


5 . . 


. , 102 


24 . . 


, . 122 


6 . . 


. . 103 


25 . . 


. . 123 


7 . . 


. . 107 


26 . . 


. . 124 


8 . . 


. . 105 


27 . . 


. .125 


9 . . 


. . 106 


• 28 : . 


. . 126 


10 . . 


. . 108 


29 .' . 


. , 131 


11 . . 


. . 109 


30 . . 


. . 132 


12 . . 


. .110 


31 . . 


. . 127 


13 . . 


. . III 


32 . . 


. . 128 


14 . , 


. . 112 


33 . , 


. . 129 


15 . . 


. . 113 


34 . . 


. .130 


16 . . 


. . 114 


35 . . 


. . 140 


17 . . 


. . 115 


36 . . 


. . 133 


18 . . 


. . 116 


37 . . 


. . 134 


19 . . 


. . 117 


38 . . 


. . 135 



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25* 



Katalog ^^lAÜU' in diesem Katalog 



39 . 


. . . 137 


40 . 


. . . 138 


41 . 


. . . 139 


42 . 


. . 162 


43 . 


. . . 160 


44 . 


« 

. . . 159 


45 , 


• . . 154 


46 . 


. . * 152 


47 . 


. . . 153 


48 . 


Anhang 12 


49 . 


Auiiaug 16 


50 . 


Anhang 13 


51 . 


. . . 136 

• 


52 . 


. . . 36 


53 . 


. . . 174 


54 . 


. . 175 


55 . 


. . . 176 


56 . 


. . . 177 


57 . 


. . . 178 


58 . 


. . . 179 


59 . 


. . . 180- 


60 . 


. . . 181 


61 . 


. . . t 


62 . 


• . • f 


63 


. . . 185 


64 . 


. . . 158 


65 • 


. . . 157 


66 . 


• . . 168 


67 . 


. . , 169 


68 . 


. . . 170 


69 . 


. . . 171 


70 . 


. . . 184 


71 . 


. . . 173 


72 . 


. . . 165 


73 . 


. . . 164 


74 . 


. . . 172 


75 ■. 


. . ; 183 


76 . 


. . . 167 


77 . 


. . . 166 


78 . 


Auhaiig 15 


79 . 


. . . 163 


80 . 


. . . 161 


81 . 


. . . 156 


82 . 


. . . 155 


83 . 


. . . 141 



KaUlog Smith: 


in diesem KaU 


84 . . 


. . 55 


85 . . 


. . . 56 


86 . , 


. . . 2 


87 . , 


. . . 5 


88 . , 


. . . 7 


89 . . 


. . 8 


90 . , 


. . 9 


91 . , 


. . 11 


92 . 


Anhang 6 


93 . . 


. . 13 


94 . , 


. . 15 


95 . . 


. . 19 


96 . . 


. . 21 


97 . , 


. . . 23 


98 . , 


. . . 24 


99 . , 


. . . 25 


100 . , 


. . . 26 


101 . . 


. . . 29 


102 . , 


. . . 44 


103 . . 


. . 33 


104 . . 


. . 35 


105 . . 


. . . 22 


106 . 


Anhang 10 


107 . 


Anbang 5 


108 . 


Anhang 9 


109 . 


Anhang 1 


110 . . 


. . . 50 


III . . 


, . . 37 


112 . . 


. . . 38 


113 . . 


. . 39 


114 . . 


. • 4 1 


115 . . 


. . 40 


116 . , 


. . 42 


117 . . 


. . 43 


118 . , 


. . 10 


119 . 


Anhang 7 


120 . . 


. . 46 


121 . 


Anbang 8 


122 . . 


• • 47 


123 . , 


. . , 48 


124 . . 


. . 49 


125 . . 


. . 51 


126 . . 


. . 53 


127 . , 


. . 54 


128 . . 





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Katalog Smith; 


in dieMm Katalog: 


Katalog daith: in di 


mtm Katalog: 


129 . . 


. . 57 


164 . 


76 


130 . 


. . 45 


165 . 


. 77 


131 . . 


. . 34 


166 . . . 


78 


132 . . 


. . 16 


167 . : . . 


79 


133 . . 


. . 6 


168 . 


80 


134 . . 


. . 17 


169 .* , . 


81 


135 . . 


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170 . . . 


82 


1 36 . . 


. . 52 


171 . . . 


. 83 


- 137 . . 


. . 20 


172 . . . 


84 


138 . . 


. . 30 


173 . . . 


. 85 


139 . . 


. . 31 


174 . 


. 86 


140 . . 


. , 1 


175 . . . 


87 


141 . . 


. . 32 


176 . . . 


8S 


S42 . . 


. . 12 


177 . . . 


89 


143 . . 


. . 18 


178 . . . 


90 


144 . ^ 


. . 28 . 


179 . 


91 


115 . . 


. . 27 


180 . 


92 


146 . . 


. . '58 


181 . . . 


93 


147 . . 


. . 59 


182 . 


94 


148 . . 


. . 60 


183 . . . 


. 95 


149 . . 


. . 61 


184 .. . 


. 96 


150 . . 


. 62 


185 : 


97 


151 . . 


. . 63 


186 ... 


142 


152 . . 


. : 64 


187 . 


. . 143 


153 . . 


. . 65 


188 . 


. 144 


154 , . 


. . 66 


189 . . . 


. 145 


155 . . 


. . 67 


190 . 


. 146 


1 56 . . 


. . 68 


191 . 


. 147 


157 . 


. . 69 


192 . 


. 148 


1 58 . . 


. . 70 


193 . . . 


. 149 


159 , . 


. . 71 


194 . 


. 150 


160 . . 


. , 72 


195 . 


. 151 


161 . . 


. . 73 


196 . . . 


. 186 


102 . . 


. . 74 ' 


197 . 


. 187 


163 . . 


. . .75 


198 . 


. 188 



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U £ B £ B S I C H T. 



L PORTA IT & 

1-^57. 

DIE GRAFEN VON HOLLAND. 
58—97. 

Ul. HEILIGE G ESCH ICH JE. 
98—133. 

a) Alles Testament. 
98—100. 

^ b) Neues Testament. 
101—113. 

c) Die Heiligen von tiandein. 

114— laa. ' 

IV. PliOFANGESCUICIITE. 
134—151. 

a) Alte Geschiebte. 
134—137. 

Ii) Neuere Gesciiiclite. 
138-141. 

c) Die Gothen und Visigotlieu. 
142—151. 



28 



V. G E N R E. 
152—173. 

VI. LA.ND SCHÄFTEN. 
174—185. 

' a) Dach Berghetn^ in die Breite. 

174—177. 

b) nach Berghem, überhübt. 
178—181. 

c) nach W, Rtmeyn. 

m—m. 

d) nach Peter vm Laer, 
184. 

e) nach Berghem^ quer-Fol. . 
185. 

VIL CUIRÜRGISCIIE OPERATIONEN. 

186—188. 

ANHANG 
uthaltend falsche und irrig zugeschriebeue Blätter. 

1—16. 



L P0KTRAIT8. 

^ 1—57. 



I. Albertine Agnes von Hassan. 

(H. 40, N. 47, S. 140.) 

Bruslbild im Oval auf dunklem Grande, gegen rechls ge- 
wendet, den Blick nach -vomarts gericiitet. Das ziinickgestrichene 
Haar, am Scheitel in einen Zopf geflochten und mii einer Perlen- 
schnür umwunden, fällt an den Schlafen in dichleu Locken herab, 
den Hals umgiebt eine Reihe gr(»ss»*r Perlen ; das Kleid isl decol- 
letirt. vorn an der Brust als Geschmeide ein Edrislein mit daran- 
hängeiidcr Perle. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite, 
das Oval hat keine Umschrift. 

Die zweizeihge Liilerschrifl im Uulenande lautet: ALüEiiii.NA 

AGMBS A FBEA. HBNR. PBINGIPIB | AlUVSm^VM FILIA SECVNnCH 

GEHiTA. Daranier in der Bülte: Cvm PriitUegio An 1649 links: 
6er. vom Honääior^ | Afm'f. rechts: Com. Viidur ScufyßL | 
' P. Soutmm dirigente, 

Hdbe: 16" 6'", Breite: 11" 6'". 

Lst das siebente Blatt der Folge Friderici IIkmuci Ora.>gue 
pBiranpis FAMiUA. Siehe die ADm<»kung 1. 

« Herr' Rudolf Wügd kennt einen Abdruck dieses Blattes, wo 
die Jahresxahl 1649 herausgenommen ist, mit der Adresse: JuhamU 
de Rom BxcudU rechts unten die Nummer 10. ^ 



2. Alexander YII. 

PApSt. 

(H. 19, N. 19, S. S(i.) 

Brustbild in Vorderansicht, etwas cregen hnks geweiniet, ia 
einem Oval, das auf einem nieücreu rosiamenle steht. Der schüu 



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pn«rfiniU»'iH' Kftpl' hat nacii c1amnlii?pr Sftie ^inen Schnurr- und 
Kiu'l)fll»;ii I. <\v\- dorn nn sich oru;>I*»n ^iesicfiic einen fast kriegeri- 
s< lif'ii Aiisdiin k vnh'ilil; Barl und Haare sind dunkel. Ein kleiner 
In rald»äi»^Ti»dei Kragen inugiehl tien Hals» den Oherleib deckt die 
zugekuüpflc Mozzelta und das Haupt, an dessen Hnkera Ohre eine 
kleine F^irüe s^waner Haare hervorsiebt^ die Kappe. Der Papst 
sitzt unter einer Draperie von schwerem geniusterlem StolTe, die 
sich rechter Hand herabsenkt, Schnur und Quaste hangen links 
olx n. Im Hintergründe rechts steht ein Mauenverk, der Unterbau 
eines Palastes, mit viereckigen Siinli>n, links zieht sich eine niedere 
Mauer hin und geslatlt t die Aussicht auf die B^ume eines Gartens. 
Von eben daher kommt ein nur tlieil weise sichtbarer Engel ge- 
flogen, der die Hiinniflsst lil(!<^t'! und die Tiara in l>eidcn Händen 
hält. Die Luft ist daukel ^» lidlim. 

Die lateinische t'mschrili des Ovals lautet, unten: alkxamu«:r vii 
i>o>T. upT. MAX oben: jl'stitia et \'ERiTATe. der Wahlspruch des 
Papstes. Am unteren' Ende des Ovale ist vor den Postamente ein 
länglicher, und oberhalb desselben ein bis in das Portrait hinein- 
ragender ovaler Sctinürkeischild mit dem Wappen der Familie - 
Chigi^ aus welcher der Papst staninit, niigebraclit; Erucbtgobäßge 
ziehen sich zu l»eiden Seilen desselben herab und \> erden von zwei 
geflügelten ficnien geli dhM», die rechts und links auf der Stufe des 
l'ostamenles sitzen. Die vier Koken werden durch allerjiand Em- 
bleme ausjxeffilll. nud zwar sieht man otten links die Waage und 
das flanniniidii Schwert, rechts eine lUe.gcnde rani)e, die im 
Schnabel ein Pergamenlblait mit einer slrahlcnden Sonne, und 
daranbängendem S egel hidl, unten links cinoii AUar mit lodernder 
Flamme, ein JKreuz und eine, brennende Hfingelampe, recbiE» end- 
lich das Ponlifiealkrens mit d^r doppelten Schlange und eine I^ier, 
wodurch seine fitu'ediljgkeit,. Weisheit, Liebe zu Gott, Klogheit und 
Milde in der I' ülu'ung'aeines obersten Hh*tenamts angedeutet wird* 
Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. In dem länglichen 
Schilde steht ein Lobgedicht auf ifni, das aus vier Distichen in 
zwei Abtlieilungeu nebeneinander besteht und folgend ermasssen 
lautet, links: 

NunqHnm hoc mortales invicta ModeCtüi vulin 
Jnduity aut cwlo natu, renata Mo est; 

Alma nec hnmanae Sek Sapientia men/i 
Amplhts exf^aiitf promeruÜqHe ee^i; 

rechts: 

JnCtüiamqß decetis et sponte adamabiU 'Verum 

Nulla, iiisi talis^ forma placere poteCt. 
Dum P(fx, ConCilinnK J^ertnmqß expofcitur^ Orbis 
Qitffnif ALEX AM) RI, suspfrit nra Dei. 
darunter rechts das Wort FIE das Älotü) des Verfassers, in der 
Mitte die Worte; Com. VüCaher deUtt. sculp. et excud. 



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Die Dedirnlion fu fimlet sich auf ««iner abgesondeilen 1" I}"' 
liohen Plalle, die dem Ülattc lu iL^rdnickt ist und in drei Zeilen flie 
Worte enthüll: lUuf^rmwio ac HcverenfUCCmo Dnmwo, D. JACOBO 
DE LA TORRE. Arrhiepisropo Ephesiiio, Vicario Apoffoh'co | per 
Fwderatnm Relgimn, Piaepusito Ilarlebemisi, facelli reyu Bio f/undici 
Archimystayogo^ et Sei-.""' Archiduci \ Leopoldo G^iiL'"" a CtmsUm, 
km S. D. N. ALEKäNDRI VIL P. O. M. Effigim l. M. Q. D. C. 
daniTiter links: Petms Nieukerldm, 

Höhe des Blaiteg atlein: Ii'' 6*", mit der Widmung: 12'' 
10"'; Breite: 8'' 10'". Die angesetzte Platte mit der Schrift ist 
um eine Linie schmäler, sie misst bloss 8" 9'^' in der Breite. 

I. Voi .(Her Vcraiulerunp im (Jesitlife und vor iU;r kleinen Hauin- 
oder Uläller()arUe, die, eUva einen halben Zull uheriiallt des 
Pap&les rechter Schulter hinter der Hauer hervorragt und 
aus derseiben gleichsam heraus su wachsen scheint. Mit der 
Allresse des Stechers. 

Ein Abdruck dieser Gattung, der wahrselieinKeh einzig ist, 
befindet sich dermalen im Britischen Museum, und ging Traber 
durch die Gabin ete Paignon Uijonval, Herzog von ButMtighaiai 
und Bet^ford (SmA); doch fand ich zu meinem Erstaunen 
und 7A\ noch griisscrcr Frnudc im Cahincl des Grafen liarrach 
rin KxiMnplar di rsclhon Ahdrucksgallung , nnd bin somit in 
der Lage euiige charaklcristiüohe Merkmale dieses Elai's an- 
zugeben. * . 

1 ) Dort, wo die wagrechle Handlinie der Mauer, über welclie 
hinaus man in den Garlen blickt, die Achsel des Papstes be- 
rühr l und einen sehr spitzigen Winkel bildet, ist im I. iiai 
•der Theil der senkrechten Hauer, der die Xusserste Spitze 
diestes Winkekt bildet, weiss, so dass eine ganz kleine lichte 
Stelle entsteht; dieselbe ist in den späteren ^lat's gedeckt, 

N. und zwar durch drei ganz kurze Strichclcben , welche die 

letzten sind, nnd die Reihe der senkrechten, die Mauer be- 
deckenden Striche rechts afjsrhliessen. 

2) Arn recliten Auge ist der obere Augcndeckel im \. J^tai licht, 
und zwar von der Nasenwurzel bis znm Aii^Mpl'cl, und die 
senkrechten Stricli« Uber dem Augenliedc beschiankeii hieb auf 
die Bautralte oberhalb desselben ; im späteren J^lal tiber sind 
diese senkrechten - Striche , die den Schatten bilden, neeh 

. unten. zu verengert, so dass sie das ohere Augenlied von der 
Nase bis zu dem Augapfel bedecken und in Scbatten stellen. 

3) Der markanteste Unterschied, der sich aber mit Worten -durch- 
aus nicht ausdrücken liissl, nnd wo nur eine ganz genaue 
und zwar pbolographiscli 2:f'lreue Abbildung der betreflcnden 
SleMe Belehrung ver-^'l^nnen könnte, isf das Haarbüschel, 
welciies bei dem linken Ohre unlei der Kappe hervortritt 



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32 



unri an »ler unteren Partie in den späteren J^laCs eine stark 
(iberarbeitelc dunkle Stelle zeigt, welche im I. tllal lichter 
ist, so dass das H.-xir wie durchscheinend aussieht, ührif^ens ist 
im 1. 6tat der kli Raum zwischen der Nasenwm ze!, dem 
Anfang der Augeuijraue und dem oberen AugeiiUede eine 
Hebte Stelle , welche im höchsten Lichte nur dupvh einige 
. tarte punkUlhiilichie Strichelchen etwas gedämpft wird. Diese 
Stricbelchen sind im II. Miat entfernt und die ganie Stelle . 
mit einer Lage entsprechend starker geschwungener Horizontal- 
linien bedeckt , welche sich gegen rechts zu etwas wenig 
nach abwärts biegen. 

Diese wenigen Andeutungen mögen genügen. Alle son- 
stigen bei dem II. und IM. £lat angegebenen Unterschiede 
und Veränderungen in dem Gesichle des Papstes, wie ich sie 
nach Bartsch und Smith erwähne, sind zu unheslimuil und 
nichtssagend, um von praktischem Nutzen zu sein. 

II. Die oben erwähnt« BlXtterpartie bd der Hauer wurde hinzu- 
gefttgu Der Muskel auf des Papstes rechter* Wange- ist stark ■ 
ausgedrdckt; über dem linken Nasenllppchen ist eine kleine 
lichte Stelle. Hit Com. Viuther's Adresse. iSmtlh,) 

Iii. Hit verschiedenen Veränderungen in dem Gesichte, worunter 
die merklichste, darin besteht, dass die liclite Stelle über des 
Papstes linkem XasenUippclien mit feinen Strichen zugedeckt 
ist. ^»och niii der obigen Adresse. (Bartsch.) 

IV. Mit den Worten : Com. ViCscher delin. fculp. Clemendt de 
Jonghe excudil an licr Stelle der irühcren Adresse des Siechers. 

SmiA hemeiltt, dass alle Abdrucke der Aats I — III unten 
auf einer aparten Platte die lateinische Widmung des Blattes an 

de la Totre in vier Zeilen enthalten, selbstverständlich mOssen 
auch alle das lateinische Gedicht auf den Papst, den Namen des 

Stechers und dessen Adresse enthalten , indem Smith mit keiner 
Svl}>e des llmslandeg erwähnt, dass diese Merkmale in einem dieser 
Etat's nicht vorhanden sind. Was den I. Etat hetrilll, so kann ich 
die Richtigkeit dieser Angabe Lestätigen, iiiuss iiiicli aber, was die 
späteren Etat*s anbelangt, daraiiT Leschr.'inken , dieselben mit Be- 
nutzung der Daten, wie sie Smith und Adam Bartsch, Lclzteier im 
ILTheile seiner Anleitung zur Kuprcrstichkunde S. 281, enthalten, 
wiederzugeben. Bei dieser Geiegenbett kann ich jedoch nicht 
unterlassen die Vermuthung zu Aiissem, dass es ausser den ange- 
führten noch einen ganz frühen und somit allerersten Etat geben 
dOrfte, wo die Worte Com. ViCscher ddin. iatfy, allein und ohne 
die nachfolgenden et exiud. vorkommen. Ich vermuthe dieses 
nach den Regeln dei SvnMnetrie, indem gerade durch den Zn^ntz 
et exend, diese Worte zu weit nach rechts vortreten, wodurch die 
Sjmmcti'ie gestört und die ganze Zeile zu sehr nach rechts gezogen 



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33 



wunl«'. I cbcr diese Vennulhuiig finde idi jedoch nirgends eine 
BesUiti^'iing oder auch t)iir eine AndeiUuiig. Die so wichtige kleine 
Hl.'iflei|jarli'' . die mau leicht für p'm nns der Maiierfuge liervor- 
w.ufisendes IjiiscJjel Grfjs halten konnte, ist aber kein solches, 
Mtiidein gehört als ein Theil des Laubwerks einem lianrae an, 
dessen Stamm durch den «tarken Pfeiler rechter Hand gedeckt ist. 

Die Zeichnung, froher im Cahinet Termittm, hefindet nch- 
gegeowflrtig. io dir Albertina, Es giebt auch eine vergrttsserte 
Copie des Stichs. S. Derschau's Katalog S. 16S. 

Ob unter dieser Copie nicht etwa das Blalt gemeint ist, wel- 
ches unter Nr. 3 vorkoimnt , jedoch in Wahrheil Cornel Vmcher's 
Arbeit ist, miiss ich dahin gestellt sein lassen, gewiss ist jibcr, dass 
das gegenwärtige Portiait auch von der (i<'f:<'nseite vorkommt, wo 
der Papst nach rechts gewendet ist. Die An i ihiung beider RiJüter 
ist dieselbe, und der Lnlcrschied besteht mir darin, dass im Hinter- 
gründe' statt der Bäume, deren Stämme in Umrissen nur noch 
schwach erkennbar sind, die Peterskirche sichtbar ist. Die Beleuch- 
tung kommt von der linken Seite, die Umschrift des Ovals lautet: 

ALEXANDER VII PO»TIFEX MAXIM CREATLS DIR Vfl APBILIS MDCLV obeU in 

der Mitte ivstitia et vkritatk. Die Dimensionen sind dieselben, 
nämlich Höhe: 12" 5'", Breite: 8" 3'". 

Dieses Blatt liegt in der Albertina bei dem Werke unseres , 
Meisters. Im Ganzen hat der Kopf, der stark punktirt ist . fiir 
Conief^ Hand zu viel Härte und dürfte vielleicht eher dem Johann . 
Vmcker zuzuschreiben sein. 



8. Alexander YII. 

Pspst. 

In Vorderansicht, gegen rechts gewendet, in einem Oval, das 
auf niederem Postamente steht, mit SchnuiT- und Knebelbart, einem 
schmalen Halskragen, mit der Mozzetta um die Schultern und der 
Kappe auf dem Kopfe; liidis ein herabhJfngender Vorhang von ge- 
innslertem schwerem Stoffe an einem Mnuerwerk mil viereckigen 
Säulen, rechts Uber der niederen Mauer die Aussicht ins Freie mit 
Bäumen. Ein Engel schwebt rechter Hand aus den Wolken nieder 
und bringt die Tiara mit den Himmelsscblüsseln. Die lateinische 
Umschrift lautet, oben: jusnm et veritate unten: Alexander vii 
1K»T. opT. MAX. Die Embleme, welche die Ecken füllen, sind, oben 
links die (hegende Taube mit der strahlenden Sonne auf dem ge- 
siegelten Pergnmenlhl.'Ute, rechts die Wage mit dem Flammen- 
scliwrrie der tierechtigkeil, unten links die Leier und das Ponifirni- 
kreuz uiil den Schlangen, rechts der Altar mit der lodernden 
Flamme, das Kreuz und die Hängelampe. Unten, über dem läng- 
lichen Schilde der übertiöhte in das Portrait hineinragende 

3 



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34 



ScliiUtrkelschild mit dem Familien wappoii dor Forsten Ghigi, zu 
beiden Seiten Fnichlgehänge, die von zwei auf dem niederen Posia- 
mento sitzenden Cenicn mit Kleinen Flügeln gehalten werden. Die 
Beleuchtung K mimt von der linken Seite. 

In dem langiiclieu unteren Schilde steht ein Panegyiicus auf 
den Papst, aus vier lateinischen Distichen bestehend, welche in 
swei Absitze neben einander eingelheilt sind. Das Lobgedicbt be- 
gfinnt mit den Worten: Nunptam hoc mort<ile$ inmcta MwUtHa 
vnltu und endet mit: suspicit ora Dei. Darunter rechts das Wort. 
PJ£. das Motto des Verfassers» In der Mitte unterhalb des zweiten 



Höhe: 16" 4'", Breite: 12" 9'".* 

Ist dasselbe Blatt wie die vorhergehende Nr. 2, nur von der 
Gegenseite und bedeutend vergrössert. Siehe diese Nummer. 



(H. 45, N. 52, S. 135.) 

Brustbild in einem Oval auf dunklem Grunde, fast in Vorder- 
ansicht, gegen rechts gewendet, mit an den SchlSfen herabhän- 
genden Locken und in das Haar ein geflochtenen PeilenschnOren, 
vorn tiber der Slirne mit einer Perle in Tropfenform ; gleiche, 
nur bedeutend grossere Perlen bilden den Ohrenschmuck, eine 
Reihe ausgezeichnet grosser und schOner Perlen ziert den Hais. 
Das Kleid ist decolletirt, vorn auf der Brust und. auf den Achseln 
mit gefassten Steinen und Perien geziert. Die Beleuchtung kommt 
von der linken Seite. Das Oval hat keine Umschrift 

Die zweizeilige Unterschrift im Unterrande lautet: ahaua de 
SOLMS FR. iiENRici ' pRnvcipis ARAvsFONVM vxoR. Darunter in der Mitte; 
Cnm Pinelegio A)t 1049. links: Ger. Van HomUhord Pinxü. rechts: 
Com. ViCcIier SmlpCü j P. Soutman dtrigmte. 

/ Höhe: 15" 7", Breite: 11" 5"'. 

Ist das zweite Blatt der Folge : Friderici He>rici Orangiab 
pwNcipis PAiin.u. Siehe die Anmerkung 1 und Nr. 1 der Blätter 
des Anhangs. 



Die Beschreibung siehe unter Nr. 186. 

Wer das Werk des Meisters vollständig haben will, pflegt dem- 
selben auch drei Blatter mit chirnreischen Operationen beizidegen, 
von denen aber nur eines, nämluli die .\ljl)iidung der Annekm 
Jucohs van Thetenhul sicher von Visscher^s Hand herrührt Um 



Absatzes : 




4. Amalia von Sobna. 



Aimeken ▼an Tetenbüll. 



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35 



diese Blauer, die ininiei" als rinc Folge gelten, nielil zu trennen, 
habe ich sie der Gleicliarliglveit des Gegenslandes wegen auch bei- 
sammen gelassen, füge sie dem Werke am Schlüsse bei und be- 
schreibe sie unter den Nummern 186, 187, 1S8. 

5. Johann Bodrats. 

(H. 12, N. 12, S. 87.» 
BrQStbild, fast in Vorderansicht, sitzend, gegen links gewendet, 
% einem Oval, dessen Einfassung sich unten in eine Art breiter 
Bandroile ansladet, die den Unterrand bildet. Das Haupt ist mit 

einem Käppchen bedeckt, unter dem sich an den Schläfen das 
ziemlich reiche aber nicht zu lange Haar hervordrängt. Die Slirne 
ist hoch und deutet auf einen am Scheitel kahlen Kopf. Der Voll- 
bart, an den Barken kaum merklich sichtbar, nimmt am Kinn eine 
viereckige Form an. Der Mund ist wie zum Sprechen geöffnet, 
die rechte Hand dabei auf die Brust gelegt. Das vorn und an den 
Oberärmeln zum Knüpfen eingerichtete Obergewand ist nur am Halse 
leicht zugeknöpft, sonst oifen, der kleine IJalskrageu umgeschlagen. 
Linker Hand steht ein Itteines Cmdfiz. 

Die Umschrift des Ovals lautet: r. p. Joannes boelbnsz ord: 
minor: reg: obs: OBiit ahstel: xxi may mdglv jet. lvi. oben in der 
Mitte ein Kr<Miz. Am unteren Ende des Ovals ist mittelst eines 
Bandes ein Schild befestigt mit dem Wappen des Franziskaner- 
ordens, das ein Kreuz eiitliJilt, an welches ein nackter Ann mit 
einein Kreuze und ein bekleideter mit dem IJnclie in der Hnnd 
kreuzweise gebunden ist, zwisrlicMi beiden eine kleine Bandrollo 
mit den Worten: sANCTrrvTK. lir docthIiNa Die vier Ecken rings 
um das Oval werden durcii einfache Dreieckverzieruugen ausgefüllt 
und stellen ein Mauerwerk vor. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite, Auf der obenerwfihnten Bandrolle sind sechs hoUSo- 
dische Verse in zwei Absätzen nebeneinander, je zu drei Zeilen, 
welche durch einen langen senkrechten Strich von einander ge- 
sondert sind. Sie beginnen mit: Gdijek de wn^muring und enden 
mit: en llercktze. met gebede. , 

Höhe: 10^ 11**, Breite: 7« 4'". 

I. Vor aller Schrift. 

II. Mit der Schrill und der Adresse: Jacob JanCen (Iraelman 
eaccud. in der Mitte unterhalb der hollSndischen Verse, jedoch 

vor dem Namen des Stechers. 
III. Mit «lern Namen des Stechers links unterhalb des ersten Vers- 
ahsalzes C. de Vistcher fecit. Die ohigc Adresse des II. tllaC» 
ist herausgenommen, man sielil in besseren Alxh'ileken dieses 
i!,lal\ deutliche Spuren derselben; an deren Stelle tritt 
rechts unterhalb des zweiten Versabsalzes die folgende: 
F. Wit excuüL 

3* 



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36 



6. Lud\ivig van Boisot. 

Oi. 49, N. 37, S. 133.) 

In mehr als hiSber Figur, fast Koiestttck, in Vorderansicht, 
' mit kanem lurüdcgestrichenem Haar, kurz verscbnitteoem, am Einn 

etwas spitz zuI.iiifriHtrin Vollbart iind zierlichem Schnurrhart. Der 
Admiral ist in vuUer HüstUDg mit allen Stücken , die Rüstung ist 
jrlatt. Die Brust hat zwei kleine Scliwebestlieiboii , die Aclusoln 
sifui geschohen. ehenso der ILdsk!;i£r*'n, tlif Handschuhe hahcn he- 
sdiupple Finger, «Ii»' nciiiliiscli- u sind i\u den Leibreifen ange- 
schnallt. An der l]nk«'ii üulie iiaugl am Wehrgehlinjne das Schwert 
mit ungemein starker I*arirstange. Unter dem Scliurze sieht vorn 
das Panzerhemd hervor. An seiner rechten Seite, somit auf der 
linken Seite des Blattes, steht sein Helm mit KinnrelT und offenem 
Visir sammt hohem Federbusch am Scheitel; mit der linken Hand 
halt ei den Commandostah , den er vor sich gleichs.nn aul' den 
weissen ünterrand des Blattes stötzt. Den nintergrnnd bildet eine 
Mauer, iihei- die hinweg man das Meer niil Segels( hiflen erblickt, 
nebst einer übei^schwcnmiien Gep^end. Der Himmel isf «bi'^fpr und 
dichter Regen entstiünit den (hiiikii'ii Widken. Rcdiicr liand tiiiit 
ein schwerer Vorhang mit Fiaiisen, von einer S( linin- gehalten, die 
obere Ecke aus. Die Beleuchtung des äusserst krallig gestochenen 
Blattes kommt von der rechten Seite. 

Oben in dem niederen Rande »teht die Zahl: IUI im Unter- 
rande die Unterschrift: LVDoviGTs BoisoTvs, PRiEFECTv» HAiii. Darunter 
ein lateinisrhes Gedicht von acht Zeilen in zwei Absätzen neben* 
einander, jeder zu vier Zeilen. Es beginnt mit den Worten: 
Peste laboranles und endet mit: Multüm agris, holii plus nocuiflis, 
aqu<e. V'or dieser Zeile stehen die Worle : a. 1574. ! 3. Octuhn's. 
l-n!er diesem (iedichte in der Milte der iNauie des Verlassei-s: 
FETHvs ^^ciiivKiiivs. Nebeu (liocn Versen steht linker- Hand: Pictura 
ad Viviun j exyi elXa extat apud \ Pen um Sniverntut \ Lugduni Ba- 
tavorum. rechter Hand: Com, Vil'cher Cculpfit \ Petto Souttnanno 
dxrii I senU et excudente | Harlmi 1649. Noch tiefer ganz nnlen 
in der rechten Ecke: Cum Privüegio. 

Höhe: 15" 4"', Breile: 11" 4"'. 

Ist das vierte Blatt der Folge: Qüatooa pebsonae, FELicioaini 
TBKPOBCif iiEimrroAEs. Siehe die Anmerkung 2. 

Nach FRKDERfK MiLLKH's CATAI.OfJlS VAN 7000 PORTRETTEN VAM 

.NEDEHLA>nKRs Ni . 520 sind die eisten Alulriicke jene, welche unter 
den laleini>:chen Versen mit Tyi>en gedruckt noch holländische 
Verse von 1>. v. «f. Jfesr enthalten, welche in den späteren Ah- 
driickeii nicht vorkommen. 



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37 



7. Hendrik du Booys. 
(H. 17, N, 17, S. 88.) 

HaJbe Figur, gegen links gewendet, den Blick nach vorwärts 

gerichtet, mit ans der Slirne und nach seitwärts gestnchenem Haar 
und mit in die Hübe gestrichenem Scbnurr-, imd einem Knebel- 

bart. Der flalskragen ist glatt und umgeschlagen, vorn in zwei 
Spitzen ;Mi<liiul'eii(l. Dcm* Hock liegt eng an, h.il vorn o\ue dichte 
Reihe ge^chhisseuer Knüpfe und hanschige gescliius^ene Aerrael,^ 
die gleichfalls mit Knöpfen hcsrizl ^ind; (he an» Handgelenke hreit 
umgesehliigene Manschette ist lailig. Der Mantel mit ziemlich 
grossem Kragen ist vorn offen und deckt Hecken und Schultern 
SU wie den ganzen rechten Arm, der leicht in die Seite gestemmt 
ist. Die linke Hand ist etwas in die Höhe gehoben, und mit dem 
Zeigefinger derselben zeigt er gegen links und nach aufwärts vor 
sich hin. Den Hintergrund bildet eine beschaltete Wand, die gegen 
links in eine heleuelitcie Mauerecke vorspringt Die Beleuchtung 
kommt von der rechten Seite. 

iui Unterrande stehen die Woite: he.noervkvs dv nnnvs da- 
runter links: Ätit. van Dyck pimxit \ Com. Vifcher (cuip. rechts: 
E. Coopei' excudü in der Mitte: £. Culleclione NobiliCsimi Joatmis 
Domint Somers. 

Hohe: 8" 8"', Breite: G" It'". 

I. Vor aller Schrift, (\agler, Smilh.J 

II. Mit der Schrift itendehvkvs dv booys allein, ohi»«' Com» 
ViCcher's Namen und vor drr Adresse. (Sagtet, SmiiU.J 

III. Mit «ler Schrill he.miishvkv.s dv h.xiys im l^iterraiide, dazu 
hnks: Ant. van Dyck pinxcit \ Cotn. Vifcher Cvulp. jedoch 
vor der Adresse rechter Hand. 

IV. Mit der Schrift im Unterrande mit den beiden Kflnsllei-nameu 
lind der Adresse rechts: EdewcuH du Bo€y» etteudiL zart 
geatzt. (Smith.) 

V, Dieselhen Merkmale wie im frifheren IV. £llal, nur dass die 
Wort«': Edewaert du Booys excudü. stark gestochen sind. 

VI, Die obige Adresse Iu'raiisj:enommen und durch die fülgendt; 
ersetzt: E. Coopi'r p.rruflil. nhiie Punkt; in der Mille die 
Worte: E. CollecUone AobiUCsimi JoonnU Domini Somers. 

Ist (his Seitenstikk von Nr. 43: Hdena Leonora dß Sieveri 
und stellt deren Mann vor. 

8. OelUos de Bouma. 

(H. 4, N. 4, S. 89 ) 

Sitzend im Lehnstttbl gegen rechts^ mit nach vorwärts gewen- 
detem Gesiebte. Den Kopf mit weissem schütterem Haar deckt 



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38 



ein Käppcheu von SeitleiistnfT, der starke imd breite, iiuleii wag- 
recht verschuilleuc Vollbart fallt über den gesteiften, eng und 
doppelt gefalteten Halskrageii tief auf die iirust herab. Das Kleid 
ist das übliche, bis an den Hals geschlossene, vorn mit ein«* Knopf- 
reihe besetzte Priestergew^nd mit dem um die linke Schulter ge- 
worfenen Mantel mit kleinem Kragen, den er mit der linken, unter 
der Brost aufliegenden Hand ZAisaminengefasst bat. Die Haltung 
des Greises ist eine gerade, das Auge blitzt noch lebhaft, der Mund 
ist wie zum Reden geöffnet, und seine Worte von einer entspre- 
chenden FJewegung der rechten, etwas gesenkten Hand begleitet. 
Linker Hand steht ein Tischclien mit darüber gebreitetem Teppich, 
auf demselben ein kleines Pult mit einem darauf liegenden geülT- 
ucten Buche und einem seitwärts desselben stehenden Fuliobande. 
Herwärts dieses Buches sieht ein Tintenrass mit aufgeschlagenem 
Deckel, daneben liegt ein Gegenstand, der fast wie eine abgebro- 
chene Kerze, ein Stuck rundes Holz oder Bein aussieht, eine sehr 
abgenutzte starke Feder und ein Blatt Papier mit den Worten: 
€, de YiCseher | ad viuum deU, | et feulp. Die Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite. 

Die Unterschrift im Uulerrande lautet: Gellius de Bovma 

EnCLKSTASTES ZÜTPHA MENSIS OVT IM 77 lAER EN .'NT 55 lAEU VAN ZiN 

BKiMh.Mr<üHE. Danuiter nebent iiiüiider zwei Gedichte, das zur Lin- 
ken laleinisch, und das zur Uechten huilaudibcb, jedes zu vier 
Zeilen. Das lateinische beginnt mit: Ora viri vttUumqß vides, und 
sehliesst mit: noßsü et mgeniwn. Der Anfang des holländischen 
lautet: Leev'lang, 6 tueenfo Jfa», der Schluss: en dim(t Godet 
kerdc. Darunter rechts in der Ecke : J: ViCsdurus, 

Höhe: 14" lO*", Breite: 10" 8"'. 

I. Das aufgeschlagene Buch auf dem Pulle hat nur einen TheiL 
der weissen Blatter, nXmlich ein Blatt mit Schrift bedeckt, 
die anderen Blätter sind noch sitmmlllch weiss, die letzte 
Zeile enthält das Wort Amsterdam, die anderen Zeilen aber 

unlesbare Zeichen. 

II. Nicht nur die eine, sondern säminlliche ßlattsciteii des Buches 
sind mit Schrift bedeckt, namentlich zeigt das erste eine enge 
Schrift in fünf Absatz cn. 

Iii. Wie im II. f!tal, nur kuiuml nocli unhrhalb der Verse in 

der Mille die Jahreszahl A*^. Ibab. lunm. 
IV, Wie IUI III. Miat, aber die Jahreszahl zugelegt, an der Stelle 
' derselben die Worte: Tot Amsterdam J^Mnnes Cdvens 

en Cümelis Mörder. 
V. Dies« Adresse herausgenommen. 

Der letzte £ia< nach Jt. WeigeVt Angabe. 

Dieses Portrait ist eines der Blfltler, welche unter dem Namen 
der GrossbMe j^ronde barbe bekannt sind. Siehe die Nrn. 40. 42. 



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39 



Das Exemplar mil den weissen Blattseilen der L Bibliothek 
in Paris stammt aus dem Cabinet Fo» fviUm und wurde 1800 

um 600 Francs ac<fuirirt. 

Galt in der Aiiclion Verstolk im l. Etat ISO, im II. 49, im 
IIL aber (mit ilei Jahreszahl) bloss 15 boliünd. Gulden. 

Jost werthet einen Abdruck vor der Schrift auf dem Buche 
(L Etat} auf 16 Louisd'or. 



9. Johann Wolfert van Brederodo. 
(S. 90.) 

In einem Oval auf beschattetem Grunde in Vorderansicht, 
gegen links gewendnt, in glatter Rüstung mit schneidiger Brust, 
Halsberge und geschobenen Voi dcrllügen. Er trägt einen kleinen 
Schnurr- und Knebelbart und t inges herabhängendes Haar. Der 
umgeschlagene glatte und spiize Halskragen hat vorn zwei Quiist- 
chen. Die Beleuchtung konMul von der rechten Seite. In dem 
Oval stehen die Worte: ms» hbvbto qve MvuAno. Im Un terra nde 
die fOnfzeilige Unterschrift: Ilhuiri et generoso Domkut Jahtami 
Wotferäo de Brederode^ JhfMtstm de Brederode, Sdtwret, Camp etc 
Supremo Dotnino Viance, \ Ämeyde etc. Burghgravio hcendiUtrio ÜUra- 
jecti ad Rhenum, Toyarcliw in Cloetingen, Noordetoosy HaestenHen^ 
wijnen, Hellon, | Nieuvelt etc. Domino Dominiomm etc. Terrarum in 
Vosholt etc. Confcüderati Belgij in Castris Marschallo Gubematori j 
Silva} ducis Tjünmo Legionis HoUandiav etc. Hanc ipsins Prindpis 
Effigiem a Gerardo van Ilondt-horst ad vivurn depictam \ et Petro 
Soul man dirigente Cwlo hac forma ExpreCsam dedicat conseciatque 
eidem idem Petrus SoHtnum, aK cIobcxLvn. Darunter rechts: 
Cum, Privil 

Höhe: 15" 2'". Rreile: 10" 8"'. 

Ist das 2. Blaii (h>r Folge: Effigies vabur nobujüm p£rso- 
T^iARUM. Siehe die Anmcikung 3. 

10. LndoTioa Ohristina vaa Brederode 

geborene Grftfiti von Solms. 

(S. 118.) 

Brustbild im Oval aul beschattetem (j runde, etwas gegen rechts 
gewendet, im decoUetirten Kleide, dessen Band mil einer eng an- 
liegenden reichen*durchbro€benen Spilze besetzl ist, vorn mit einem 
blumenHlnnigen Schmucke, der in der Mitte aus einem Tafelstein 
mit daranhflngender Perle in Bimform besteht. Das glatt zurück- 
gestrichene Haar ist am Scheitel zusammen gefasst, mit einer Schnur 
Perlen umwunden und fiilU an den Schläfen in leichten Locken 



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40 



auf die Schullern herab. Den Hals ziert gleichfalls eine Pirlen- 
schnur. Die Beleuchtung koinrot von der linken Seite. In dem, 
das Portrait umscbliesscnden Oval steht der Wahlsprucli: wm est 

HON DIADEHO. 

Die vierteilige lateinische Unterschrift im Unterraiide lautet: 

Hlustri et (jmerosw Dominw Ludovicw Christinm naitB Ccmt'iissiB 
Solviensis Domina' de Brederode I Sckorel Camp etc. Supremw Do- 
minw Viani f Ämn/de etc. Hanc ipsim Principis Effigiem a \ Gerardn 
van flondt-horst ad vintof dcpicfam et Petro Saut man dir igente C<fln 
hac forma \ ExpreCmm dedicnt cunscci <n<i)(e t ideni idem Petrus Sout- 
man. a". cl>bcxLvn. Darunter rechts: Cum Privil. 

Höhe: 15" 2"', Breite: 11". 

I. Mit dem gefehllen Wortf niMiFMO stall »rADEME in dor Uin- 
schrifl «les Ovals. In der l iiUT-^chnTt linden siHr folgnnde 
gefehlle Worle: in der drlKcn Ztil« Coelo statt Cceio dann 
in <ler vierten Zeile ExprCsam .stall Exprefsnm. 

II. Mit dem gefehlten Worte diadbmo slult diadkme in der Hund- 
sehrill des Ovals» die gefehlten Worte Coeh und Ewprfyam 
itind in die richtigen Cwlo und EsBprefyam abgeändert. 

III. Mit dem Worte m&dbmb de» Ovals statt des gefehlten diadkmo. 
(SmUh,) 

Ist dag 3. Blatt der Folge: Efpigies vabub mobiudm phrso^ 
NARim. Siehe die Anmerkung 3. 



U. Birk Ea&oon Campkuijteii. 

(.V. 39, S. 91 ) 

Mitten in Wulkeii schweljl ein Ov.il, gebildet .ins einem üben 
und unten zusauimengebundenen Pahn- und i>oi beer -Zweig, darin 
steht der Dichter in halber Figur in Vorderansicht, den Kopf etwas 
nach rechts, den Blick hingegen nach links gerichtet, hinter einem 
Tische, auf dem ein Blatt l*apier gerade vor ihm liegt. Seine rechte 
Hand, in der er eine Feder h.'ilt, ruht auf demselben und hat die 
Worte darauf geschrieben: ^^ortH'U8 Viro. Dir Kleidung ist sehr 
einfach, das glatt anliegende Wamms bis oben hinauf zugeknupfl, 
nu!- die vier untersten Knopfe offen. Ihn die Achseln ist der 
Manlel geworfen, den Hals decki die niiissi«^ grosse Kiause. Das 
Haar ist kurz und ungezwungen , Schnurr- und Knebelbart spit^^ 
und nicht gross. Das I*orlrait umgeben die drei göttlichen Tu- 
genden, links der Glaube, niederblickend, mit verhülltem Haupte, 
KreuK und Kelch in Händen haltend, Juchts die Hoffnung im Sinnen 
versunken, mit gefalteten üflnden und* dem Anker an der Seite, 
oben die Liebe von drei Kindern umgeben, von denen eines auf- 
ihrem Schooae liegt, und ein zweites rechts an ihrer Seile steht. 



I 
1 



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41 



von ihr mil der linken Hand «jehalten. Oben rechts und links 
sitzen auf Wolken je drei Engel. Linker Haod iiält ein mil Lor- 
beer gekröntes Engelcben eine Tafel iioil ertheilt Ewei anderen 
Unlerricht, rechts musiciren drei kleine flimnieIs6ewohner, einer 
singt aus Noten, der zweite spielt die Harfe und der dritte bläst 
die Flöte. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Unter dem Ovale, an einer Ton VV()lk<'n freien Stella stehen 
die Worte: D. R. ( amphwsbn. Dann folgen Rechs holländische 
Verse, welrln; rclj^fiKltTina^-fi) hinten: 

Wer Ciet yet BecUi van <in\ ecnmtldif/h nllijt Song, ' 
Van God, van IJeiuid, Vau Gocd, van Lijdm, van Veifaken. 
Niet als de Wer'lt, in SchijHy alleen Slechls met de tong, 
Om Mer, of Löf, of gunft, maar Gode te genakm: 
Dies txmd hij Siden Ruft, (oi Soet' m üeijfgt Vreugd^) 
Sn htm op Aeret, van d^Aerd, varCdt met aUe Deugd^. 
Ganz unten links: C, CaCiekyn Inv'', rechts: C, Vifcher Seulp, 
Höhe: 9" 3*^ Breite: 7" 6"*. 

I. Hit dem Kopfe eines Engels mit Flügeln swischen dem Knaben 
der rechts an der Seite der Liebe steht, unii jenem, der die 

Flöte bläst. Der Itaura unten, in dein die Sclirifl slrhl, 
hat noch keine Striche. Die Worte MoHutu Vivo sind schwach 

goälzt. (Smilh.) 

II. Der Kopf jenes Engels ist herausgesrldiften und durch Wolken 
ersetzt. Die Schrift ist mit Slriclien bedeckt. Die Worte 
Morluus Vivo sind kräftig gestochen. (Smilh.) 

Ich gebe diese fjafs nach Smith und bemerke, dass die 
Striche, mit denen die Scfjrilt <les Unterrandes bedeckt ist, in 
kurzen wagi^echlen SlrichrlLlicii bestellen, welche den ganzen leeren 
Kaum zwischen den Linien und um die Schrift lierun) bedecken 
und ausfallen. 

Smith fahrt noch einen III. Aat an, welcher darin besteht, 
dass die Platte von Cmmd Vissdier günxlich umgearbeitet und das 
Brustbild Camphuysens in jenes CromweWs verändert wurde. Hier- 
fiber siehe Nr. 14 „Oliver Cromwell^'' und die hiezu gehörige An- 
merkung \r. 4. Ich unterlasse es, diese so veninderle Platte als 
blosse I I Kiai aiizufübreu, aus den iu jener Anmerkung eutwickelleu 
Gründen. 

Das Blatt galt hei Verslolk im I. und II. Etat nur 39 Imiiand, 
Gulden und vyird von Jost auf L5 Louisd'or gewerllieL 

12. Cbriatma, 

Kön^hi von Schweden. 
(H. 42, N. 49, S, 142.) 
Bnistbild in einem Oval auf dunklem Gmnde, fast iu Vorder- 
ansicht, gegen links gewendet. Das zurOckgestrichene Haar ist 



42 



am Scheitel zusaiimieiigertjssr und mit ciihm- l'erleusclinur um- 
wunden. Der freigelassene llieil fällt un«,H'zvvungen in ieiclil ge-' 
iocklen Pal lien an den Schläfen auf Schüller und Nacken nieder. 
Gleiche Perlon wie iti den Haaren uinschliessen auch knapp an- 
liegend dun Hals. Das dunkle sUrk decullelirte Kleid bat eiueu 
breiten aus doppelten Spitzen gebildeten BesaU, vorn ao der Brust 
mit einem kostbaren Steinschmiick mit der KOnigskrone^ zwei 
Flögein und drei anhangenden grossen Perlen in TropfeDform; 
Überdies isr das Kleid auch noch stellenweise mit Perlen und 
rautenförmigen Steinen oder Metallstttcken besetzt. Die Beleuch- 
tung kommt von der rechten Seite. Das Oval hat keine DmschrilL 
Die zweizeilige Unterschrift im Unterrande lautet: .gdbistina 
GVSTAVi MAGfn FiLiA, | svKDouvM ETC. REGINA. Darutttcr: Excudebai 
P. S<mlman HarUmi 1650. rechts: Cum PriviL 

Höhe: 15« 2"', Breite: 11" 2'". 

Ist das 5. ülalt der Folge: Cffigies vabue mobu.iuu peh- 
SOAARUN. Siehe die Anmerkung 3. 

Chrislina, 

Königin von Schweden. 

(H. 50, N. 94, S. 188.) 

In ganzer Gestalt, ohne Angabe des Malers. 
Ist das V. Blatt der Folge „Die Gothen und VisigotheD/^ 
Siehe Nr. 144 und Anmerkung 5. ^ 

18. Lieven van Coppenol. 

(H. 22, N. 22, S. 93.) 

Silzend im Lchiisinhie, fast in Vorderansicht, gegen rechts 
gewendet, mit Schmu rharL und dein Ansalze eines Knehelbarts; das 
«iilierw( isse Haar ist kurz und schiiltcr, das Gesicht voll und rund, 
die Stirn hoch und frei, der Halskragen glatt und herabhangend, 
auf dem Kopie silzt ein rundes, enganliegendes Kappchen. Der 
über die Uiilten reichende Kock mit weitem, am Handgelenke uni- 
geschici^cnem Aeimel hat vurn eine enge Knopfreihe, eben so wie 
der eng anliegende Unterärmel an der Seile gleichfalls mit Knüpfe ii 
besetzt ist. Mit den Fingern der rechten Hand hlilt er, wie zum 
Schreiben bereit, die Feder mit langem Barte. Der linke Ann ist 
nicht sichtbar und in den Mantel gehflllt, der auf der linken Achsel 
ruht und quer Uber den Rücken laufend, vorn auf den Knieeo 
tiber einander geschlagen ist. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 



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43 



Die Anfsdirift im Lljil«!nanUe laiih l: ()p de Print vanden 
Onwedetyaelicken Sdiryver Lieven van CoppenoL Darunter si^chs 
liolteadische Veree in zwei durch einen senkrechten Strich ge- 
trennten AbsSilzen neben einauiler, je zu dm Zeilen. Sie beginnen 
mit den Worten: l>tV* Coppetwl und enden mit: aUoos f samen. 
Darunter rechts das Wort CONSTANTEIl. (Jas Molto des Dichters 
Comtantin Hnygens, linker Hand in vier Zeilen die Worte : C» de 
ViCscher \ ad vivum delitieavit | Trilfus äiebm oiUe mom \ Mmom 
inamm imposuü, A^. 1658. • 

Hobe: 10" 9'", Brette: 8" 6"'. 

I. Vor aller Scimll. 

Oer Schatten des rechten Aermeis ISufl von der Achsel in 
gerader Linie schräg hin bis zu der Spitze des Umschlags 
am Handgelenke herab, und schneidet sich scharf von der 

Lichtparlic ii!). Der Unterrand ist weiss, ohne Schrift. Die 
AlxhiU-ke sind ungemein krtiflig und scharf. 

Ji. Der lichte Theil des OherMrtnels ist licdeutend erweitert, 
wodurch die gera<ie Griiiizlinio zwischen I.irhi mthI Schallen 
unlerhrochcn wird, aiieli ist liie ScIialteHparUe des llnlcr- 
arms bedoutend lierahgesliniuU, um den Ann mehr pehogen 
hervorlrelen m lassen. Das ganze Ülall hat au ki-alt ver- 
loren. Der Unterrand ist noch weiss nnd hat keine Schrift. 

III. Mit der Schrift und den hoIlKudischen Versen im Unlerrande, 
wie oben, jedoch ohne die Jahreszahl 1658. Die Schrift 
endet an dieser Stelle mit den Worten: «fltmom manvm 
imposuü. 

iV. Mit den Merkmalen des III. £tal's. Ihc letzte Zeile an der 
Seile linker Hand, welchf in dem l'rühereii £iai iml den 
Worten uliimam manwn imposuit endigt, hat noch den Bei- 
salz: Ä^. Ib5b. 

Smith kehrt die Ordnung der zwei letzten itats um und 
nennt den mit der Jahreszahl 1658 den HL, und jenen, in dem 
diese Zahl nicht vorkommt, den IV., wo nämlich ^dieselbe heraus- 
genommen wurde. Ohne den letzlerwdhnleii Etat gesehen zu 
hahen, glaube ich doch aus der Stellung dieser Zahl, welche gegen 
die Regeln der Symmetrie verstösst, indem dieselbe unicrhalh der 
Unterschrift ^doichsam wie aus Mangel an liaum nur augeflickt ist, 
so wie aus dum Umstände, dass sie mir mit krafligereu Si riehen 
als die voraDgehenden Worte zu denen >i<" als Schluss geiiurt, 
gestochen zu sein scheint, schhessen zu dmleu, dass sie ein spd- 
tcrer Zusalz ist, der den letzten btat kennzeichnet, den Fall 
jedoch nicht ausschliesst, dass diese Jahreszahl später wieder 
herausgenommen wurde, wodurch ein noch späterer Aai ent- 
stOnde, der sodann in der Reihe der V. und somit letzte wäre. 



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44 



9 

ich gebe uiiler diesen üiiisl^ndeii die Rerhenfol'je der fitol's 
Dach meiner Mutlima$»ung, mit der ich jedoch fremder besserer, 
auf Autopsie gc^M iiiideter üeberzeugung uiclit zu nidie treten will. 

I)ie?ses Bialt galt in einem Kxemphire vor der Schrift bei 

Verslolk 84, in einem aiHl»'ien jt-tlocli, wo der Schalten auf dein 
Aermel durch eine geifHlr Ijun -eljildet wird, 135 hoUänd. (juldeu. 
Jost sclu den Preis eines iiicilLes auf 6 Louisd'ur. 

14. Oliver Ctomwell. 

Der General ist io einem Oval in Vorderansicht und halber 
Figur etwas gegen rechts gewendet zu sehen; er trägt Schnurr- 
und spitzen Knebelbart, das Haar ziemlich kurz, ungezwungen und 
etwas geringelt ; das Wamms ist geschlossen. An Rüstungsstflcfcen 
bemerkt man nur die Halsberge,. Ober deren obern Rand der glatte 
spitze ilalskragen gesclilagen ist. Üebei' die rechte Achsel läuft 
die Feldhinde, über die linke das nicht sehr breite gestickte Ban- 
deher vorn mit einer Schnalle, man siebt den Degeugrilf mit einem 
Doppelbiigel. Anf der Brnst hüngf an starker Schnur eine Medaille. 
Der weile Mantel liegt auf beiden Achseln auf, in der rechten 
blossen iland hält er den Commandostab. Am obern Ende des 
Ovals til»er dem gekreuzten Beil und Scepfcr ist die eiii(lische 
KOnig^iuune angel)racht, aus welcher gegen CruniweJI > Kopf ge- 
riclitet eine Te»dei.<ki a]le sich niedersenk f. Die l'msclu d't des 
Ovals lautet: oliuier choäiwkl i.ivtk.na^t (je.nkuall van de aumer 
VANT PARLF.siENT vAiN F.NGiXAiND. Das 0\al umgebcu sltzcud drei 
weibliclje Figuren, links eine mit gesenktem Blicke im langen Ge- 
wände, das bis auf die Füsse reicht, mit faltigen latigen Aermeln 
und eine Art Gapuze anf dem Kopfe, den statt der Haare Ueioe 
sich ringelnde Schlangen umgeben, in der linken Hand h.llt sie 
eine Larve, die auf einem Postamente steht, mit der rechten das 
Kreuz, das sie wie ein Gewehr auf der rechten Achsel liegen hat; 
neben ihrem Kopfe schwebt eine Bandrolle mit der dreizeiligen 
Aufschrift: k Gheloof dal alle diiiyhen \ de Rycken deCer weerdi | 
Vryüaen. Die Figur recbter Iland im faltigen Gewände, mit langen 
Aeitneh), blossem Kopf und aufgelöstem Haar hat die Hände ge- 
faltel im Schoose liegen und bhckt sinnend gegen rechfs, neben 
ihr lehnt der Anker der Hoffnung an der Wolke und ihr im Schoosse 
lieg! Krone tiiid S("cpl( r mhi l'jngiand. Neben ibrem Gesichte eine 
(liegende ILhkIioIIc mit den Worten in dici Zeilen: Ick hoop op 
een | Conincklyke kroon \ en Sccpier Die diilte Figur, die (Iber dein 
* Ovale in Vonb'i ansicht sitzt, bat den blossen lün)l nacli links y:e. 
wendet um! liaii mit der rechten Hand an den Scliweilen zwei 
katzenidmliche Thiere, die an dem Oval zu beiden Seilen herah- 
häugeu und mit der linken eine Milra; in ihrem Schoosse liegen 
Medaillen, Ketten und Geschmeide. In der Nahe ihres Gesichtes 



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45 



seil weht t'inc ßaudrolle iu VVoIken mit der zweizeiligen Aiifschrifi: 
frk liff aerdtCche \ SrhaKcn ev Ryckdom Linker fland in den 
i.iifteii ist eine Versfiinmlung von Männern die niilsammen ddiiit- 
tirt ii. Ueber iliren Köpfen stehen die Worie: i'Ovioetliyh Pariement 
£\i ihren Füssen in zwei Zeilen: Segh wat' ie will | en doel wal' ie 
kwtU rechter Hand ein Seetrelfen zmschen hoUandisdien und spa- 
nischen Schiffen mit der zweizeiligen UnterHcbrifl: Hdtben tV 
Hubert I Krygen i$ de kuin(t. Am obereten Rande des Blattes 
steht die Ueberschrift : Parlament uakk tkstemei.nt. Mit seinem 
nnleren Theile ruhl das Oval mit dem Portrait aul einem lüng- 
lichen SeliiHhkelschilde, in welchem in sechs Zeilen loigende hol- 
iändis^rlie Verse stehen: 

ick fta naer Kroon en ttaf. na Kroon en fcepter Uope^. 

en zoeck de (pootftp macht tv dempen van Europe, 
de liyckdum zit aeii d'een t'Bedrog an d'ander zy 
my» half in moort m roof en weäe dwinylandy, 

en't zal noch hooger gaen, (fpijt Konmg prim of Heerm 

al sou't drie ftroon de Byk het anderit boven keeren 
darnnier rechts: ziet dat ie gam %yt Ohne Namen des Stechers. 
Die Beleiu'hlung kummt von der rechte« Seile. Die Dimensionen 
sind die des Portrails von Camphu^seUf nämlich: 

Höhe: 9" 3"', Breite: 7" fi'". 
Die Kenntniss die?cs Blatte? , d.is eine heissende Satvre auf 
CromweU is(, und ein vielfach gedrucktes Fliii^hlall seiner Zeit ge- 
wesen zu sein scheint, verdanke icli der Millheilung des Herrn 
R Weigel, welcher /(tEfuai van Keulen als den Zeichner angah, und der 
Gttte des Heim W, Drugulin, Kunsthändlers in Leipzig, der mir seine 
Exemplare beider Abdracksgattnngen bereitwilligst zu Gebote stellte. 
Smith erwähnt in seinem Vei zeic hnisse dieses Blattes als III. 6utt 
des Bildnisses von D. R. Camphuijsen (Siehe hier S. 40, Nr. 11) 
unter Nr. 91 mit der Bemerkung, dass sich die Platte im Besitze 
des Herrn Evans (of the '^frmuP befindet. 

Die Aendernngeii, die mit Camphuijsms Portrait vorgeiioininrn 
wurden, nnd in denen man Comel Visscher's Hand deutlich wieder- 
erkennen kann, sind so bedeutend, dass ausser den Figuren der 
drei göttlichen Tugenden, die noch dazu durch Hinzufügung neuer 
Beigaben in eben so viele Hauptlasler verindert wurden, wenig 
mehr von der ursprünglichen Arbeit übrig geblieben ist. Unter 
diesen Umständen schien es mir gerathen, dieses Blatt als Portrait 
Cromwdts selbstständig, mit eigener Nummer, denn als hlossen 
spätem 6tat unter Camphuijsen aufzuführen. BelrefTs der Unter- 
schiede beider Blätter siehe die Anmerkdiiir 4. 

I. Vor der Adresse. Der uiilcre ilicd der Kinfas!«ung des 

Sclinui ktlscljüdes , in welchem die Verse sielien, ist nicht 

vollendel, man sieht rechts und links die Puakie so wie die 

Linien zu den Zeilen. 



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46 



II. im Schiiürkülschildc links iinleii die Adresse: Clemendl de 
Jonghe Excudit. Der Scliikl ist am unlcrn Tlieile vollendet, 
die hinter der Figur linker Hand emporschlagendeii Flammen 
reichen bis Uber die recHle Hand binans, mit der sie das 
aui der Achsel liegende Kreus halt. Die Platte ist sehr 
abgenQtst. 



16. ^an de Doot 

(S. Ö4.1 

Brostbild eines hageren Mannes gegen rechts, im Profil, mit 
sehr kurzem and struppigem, verwahrlostem Vollbart und halb ge- 
öffneten Lippen, so dass die Zlihne Iiervorseben. Das enganlie- 

gendn Wamms liisst vorn acht Knöpfe sclicii. Die Aermel, die um 
die Achseln linnm einen vorstehenden Hesatz haben, sind stellen- 
weise klein imd schräg geschlitzt, auch haben dieselben rückwfirls 
frei herabhängende Oberiinnel. Der Ilalskiageii, vorn mit einem 
Bande zusammengebunden, ist ^latt und steht etwas vom Halse 
ab, auf dem Kojjfe sitzt ein ungemein hoher konischer weicher 
FUzhut nai aufgeschlagener etwas zerknitterter Krampe. Die Be> 
leuchtung kommt von der rechten Seite. 

Höhe: 6« tO*^ Breite: 4" 9'". 

Von diesem lilaiie giebL es eine schwache Copie von der Ge- 
genseile in gleicher Grösse, welche links oben in der Ecke das' 
Monogramm ^ trägt. Zum Verstandntss dieses merkwürdigen 
Blattes siehe die Anmerkung 6. 

Ungeachtet der ungemeinen Seltenheit wurde dieses ßlait . 
sammt der Copie bei der Versteigerung des Cabinets FersfoUr doch 
nur mit 25 hoUand. Gulden bezahlt 

■ 

16. Janas Bousa, 
ricliliger Jan van der Does. 

(H. 48, N. 36, S. 132.) 

In mehr als halber Figur, fast Kniestück, gegen links gewen- 
det, mit sehr kurzem Haar nnd kleinem Schnurrbart, sonst das 
Gesicht glatt. In dem linken Ohr hängt ein Ohrring mit drei 
Perlen. Das Barett ist faltig, weich« hat einen schmalen Schirm 
und an der rechten Seile vier kleine weisse Straussfedern. Das 
Wanim> hat enganliegende gestreifte Aermel am Tlandi^elenke mit 
kransenartig gesteiften Manschetten besetzt, ähnlichen Besatz hat 
anch der hohe offene üi)er die Halsberge etwas id>ergeschlagene, 
vorn aber zum Schliessen mit einem Knopfe versehene Kragen des 
Wammses. Er trägt eine geschnürte halbe Rüstung am Leibe 



* 

L 



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47 



Die Halsi)erKe hat mehrere F(tlüen, die etwas sclineidige Brust ist. 
aul tlen Achseln mit dem Uiickeii zusamniengesi hii;illt. Die Rein- 
tasrhen reichen bis über die Ilüft<»n und haben tünl Folgen. Das 
Schwert bangt am ledernen Welirgeljünge an der linken Seite, hat 
keinen Bieget, wohl aber eine gerade Parirstange und einen ge- 
wundenen Korb; eine grosse goldene Kette liegt in mehrfacher 
Reibe und weitem Bogen auf der Brust. Die linke Hand ruht auf 
einem Buche, das neben ihm rechta auf einem Tische liegt und 
auf dem Bilrken der Länge nhch in zwei Zeilen die Worte trfigt: 
DvLCES ANTK j oM.MA Mvs.f:. in der r^esenkten rechten ilanr! Iifilf er 
den Commandoslal», den er nwi den Boden stützt. Den Ilinlergmud 
bildet eine Mauer, dmch deren OefTnung auf der linken Seite man 
in der Entfernung einen Theil der belagerten Stadl Leyden siebt ; 
auf dem dazwischen liegenden Felde gewahrt man drei kleine 
feindliche Schanzen mit aurgepilanzter Fahne. Die rechte Seite 
des Blattes nimmt eine schwere Draperie von gemustertem Stoffe 
mit Fransen und einer herabhängenden Quaste ein. Die Beleuch- 
tung kommt von der linken Seile. 

Im niederen Oherrande steht die Zahl; III im ünlerrande die 
Unterschrift: iaNvs dovsa, ^ooRT^vICI toparcha, v. g. Darunter ein 
lateinisches Gedieht von acht Versen in zwei Absätzen neben ein- 
ander, ein jeder von vier ^'ersen. Es lieiririni mit den Worten: 
Non lohnn dvlces virtus Nordwicia Mvsas; und endet mit: Hic 
facer efl, Doufa conciliante, locus. Unter diesem Gedichte in der 
Mitte der Marne des Autors: petrvs sgbiveiuvs. Neben diesem Ge- 
dichte, links: ßat Jma^ne V. N. | Jani DouCm ad \ Vwum Pietu 
rechter Hand: Com. Vifcher fcidplU \ Petro Soutmanno | dtrigenie 
0t I excudmie \ Harkmi 1649. Darunter ganz in der Ecke rechts: 
Cum Prwäegio* 

Höhe: 15" 5'", Breite: 11" 4'". 

I. Das Wort Mwn in der ersten Zeile des ersten Absatzes des 
lateinischen Gedichtes hat keinen Accent» nach dem Worte 
Mvsas derselben Zeile folgt ein Strichfiunkt (;) und kein Bei- 
strich wie im folgenden Etat. In der dritten Zeile der An« 
merkung linkf^r Hand stetil das Wort Picti. wciclios spHler 
in Pirld. iniipe.liulert wnrde, endlich hat das Wort Soutmanno 
in der zweiten Zede der Arim* i i imii rechter Hand keinen 
Accent filier dem u wie im spüL» i tui iiIaL 

IL Mit dem Aecenl auf dem Worte Colüm und dem Beistriche 
nach deoQ Worte Mvsas» statt des fraberen Strichpunktes» mit 
dem Worte Acid. in der Anmerkung links, und dem Accente 
über dem Worte Soivimanno in der sweiten Zeile der An- 
merkung rechts. 

Ist das dritte Blatt der Folge: Qdatdor personar, frliciorox 
TEirpoRuM REDRiTORBs. Siehe die Anmerkung 2. 



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4b 



17. Friedrich Heinrich von Haaiau, 

Prinz von (Uranien 
,H. 35. N. 42, S 134.) 

liluslhild in «'iiicm Oval auf dunklem Gniiide, fast in Vordor- 
ansichf. i;<'i:eii links i,'uwcndel, iiiil schlichtem \h\M- und Mfiiicm, 
etwas in die Hohe goslrirhenem Schnurr- niid schmalem Knf iiel- 
hart. Die KüNliing ist glatt, hat eine schiieidi^'e Urnst und ^esriio- 
heue Vorderflüge. Der glatte, herahhäugende Ualskragen ist mit 
einer reichen gezurklen Stickerei besetzt Auf der Brust büngt am 
breiten Bande ein Medaillon mit einem Reiter. Die Beleuditung 
kommt von der rechten Seite. Das Oval bat keine Umscbrilt. 

Die zweizeilige Unterecbrifl im Unterrande lautet: fredericvs 
HExNRicvs A N.4SSAV, | pRiiNCKPs AHAVSioNvilf , ctc. Daruuter in der 
Mitte: Cum Pnuilefiw An 1G J9. links: Ger. van llomlt-horü \ Pinxit, 
rechts: Com. ViCdier Scnlplit \ F. Soulman dirigetUe* 

Hölie: 15'' Breite: 11" 5 ". 

Ist das erste Blatt der Folge: FnmERici Orangiae pRiNapis 
FAKIUA. Siehe die Anmerkung 1. 

18« Efiedrieh Wilhelm. 
KurfQrat von Brandenbory. 

m. 43, N. 50, S. 143.) 

Bnisibild in eiuem Oval aut dunklem Grunde, in Vurderansicbt, - 
etwas gegen links gewendet, mit langen |escheitelten und gelock- 
ten Haaren und dem fidiwachen Ana^atz« eines Scbnurrbart3, sonst 
das Gesicht glatt. Der Kurfürst tragt eine glatte Rflstüng und 

über derselben den Kurftirstenmantel mit dem lleiTuelinkragen. 
Der herahhängcnde ^attc Halskragen ist am Rande mit Stickerei 
besetzt und hat vorn znei Quasten. Die Beleuchtung kommt von 
der rechten Seito. Das Oval hat keine Umschrift. 

Dir zweizeilige Uuter.schrirt im (^nterraiidc lautet: fiu ni uicvs 
wiLHKi.Mvs .MARciiio BRA?iDE.^nvR{iu.vs, [ s, u(»M. iMi'. ELKCTOR. Darunter 
in der Mitte: Cum Priuile[fio Än lü4ü. links: Ger. van Hondt- 
horü I Pinxit. rechts: Com. Vifcher Sculpfü | P, Soulman dirigente. 

Hohr : 15" 5"', Breile: 11" 3"'. 

Ist das tüiilte Blatt der Fulger Friderici Hekriu ORAiNGiAE 
PRiNcins FAMiLiA. Siehe die Anmerkung 1. - 

19. Peter dasaendi. 

(R. 28, N. 28» S. 95.) 

In einem Achteck mit weisser Einfassung auf dunklem Grunde, 
iti Vorderansicht, etwas gegen links gewendet, mit scfatltterem Haar, 



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'l 



49 



.nuf dem das rundo Kfipprlsen sitzt, mit kurz p;rhnItonnn Barkon-^ 
Schmirr- und Kimibart. Der lierahliängende Halskra*;< n ist {^lalt 
und endet in zwei Spitzen, der etwas umgeschlagene Mantel liegt 
auf beiden Achseln, ist vorn weit offen und lasst das bis oben 
liinauf gescblusseue , mit einer Knupi'reihe besetzte Üntergcwand 
sehen, Uber das um die Blittc eine Binde gelegt ist. Rechts unten 
ausserhalb des Rahmens auf dem dunklen Gnmde die Worte: 
C, Viüer Seid]^ Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Im Unterrande acht lateinische Verse. Sie beginnen mit: 
Talü erat vetei'em excipiens Gassendus Amicmn, und enden mit; 
Faeuna referet pagina docta S&m, Darunter: Sah. Sorbebidsx. p. 

Höhe: 6" 6% Breite: 5". 

Ich fand nirgends ita^s dieses Blattes verzeichnet, doch 
machte ich folgende Bemei knng: 

Vorn unter dem Halskrageu ist ein Ausschnitt des Kleides 
überarbeitet, so dass eine Art dunkleren Untergewandes, oder ein 
Collj^r erscheint, dorb sinfl «lie obersten zwei Knüpfe iineh <l<Mii!i( Ii 
siebtbar, es mag soimi rm tmlberer FAat vor dieser lleberari)eiiimg 
bestehen, wo das kleiii unv<'räntlert bis unter den Kragen hinauf- 
reicht. Dieses dürfte auch die Unter.^clH ill wabrscheinlicb machen, 
wo in dem letzten Verse das Wort referet zu viel Kaum bat und 
ausser der Symmetrie steht; es mag daher früher ein anderes 
längeres Wort an dessen Stelle gestanden haben, später heraus- 
genommen und sodann das kürzere Wort referet au dessen Stelle 
- gesetzt worden sein. 

Wurde in der Auction YersteXk mit 21 hoUflnd. Gulden be- 
zahlt. 

Gustav Adolf, 
König voD Schweden. 

« 

(H. 50, N. Ö3, S. 187.) 

In ganzer Gestalt, oline Angabe des Miilcis. 
Ist das IV. lila II der Folge ,„Die Golbea und Visigotlien." 
Siehe Nr. 143 und die Anmerkung 5. 

20. Henriette Katharina von Ifassau. 

(H. 37, N. 44, S. 137.) 

Brustbild in einem Oval auf dunklem Grunde, gegen rechts 
g-ewendel, den Blick njicb vorn gerichtet. Das zurückgestrichene, 
iim Scheitel zusaninienf,'efasste, mit einer Perlenschnur umwundene 
Haar lallt an den Schlülen in langen Locken herab. Den Hals 
umgiebt eine Reihe scbihier Perlen, das Kleid isl tlecolletirt, am 
Saunie mit Spitzen besetzt und auf der Achsel an drei Stellen mit 
einem Schmucke, bestehend aus einem Steine und vier in Kreuz- 

4 



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50 



füi tu (l'u nn gereihten Perlen jresrhmflclit. Dif* neleiirhtuug kommt 
von ikv linken Seite, dns Ovnl \nü keine ümsclirift. 

Die (Ireizeilige Unterschrilt im linterr.uulo Iniitet: ue.\hiktta 

CATHARINA A NASSAV FHKI». IIKNR. | PRLNCIPIS AliAVSiÜNVM FlUA, DESPONSA 

E.MSO.M 1 Lvüuvico oRiEMALis nusi^E coMiTi, clc. DaruntCT iu der 
Mitte: Cum Prmüegio An 1649. linl^: Ger, wm Himdi-htfra \ PinsBit. 
rechts: Com Viieker Sculpui. [ P. Souimm diHgenle, 

Röhe: 15" T*", Brette: 11" t'". 

Ist das aclile BliUt der Folge: Friderici He^irici Oraxgue 
pRUNCipii- FAMiMA. Sielic die Anmerkung 1. 

Ibidolf Weigel kennt einen spSteren Abdruck, wo die Jahres- 
zahl 1649 zugelegt war, unten rechts standen die Worte: Johannis 
de Rom Exeudit. 



2h ConstaiLtm Huyi^t. 

(H. 29, N. 29, S. m.) 

Brustbild in einem Oval gegen rechts gewendet, mit dem 
runden Käppchen auf dem Kopfe. Das dichte Haar, etwas gelockt, 
fällt bis auf die Achseln herab, Schnurr- und Knebelbart sind da- 
gegen nur durch einige Härchen kaum angedeutet Der glatte 
herabhängende Halskragen ist am Rande gcystickt, der eng anlie- 
gfiide R(M k hat eine enge Reihe Knöpfe, auf der Brust am schma- 
len Bande hängt eine Medaille. Der Mantel mit sclimalem eckigem 
Kragen und dtinkirin mngeschlagenem Futter ^vi^d vm n unter der 
Brust mit beiden Ilaiulcn, in denen er die lland.schiihe hält, zu- 
sammengehalten , die tlände selbst sind nicht sichtbar. Die Be- 
leuchtung kuiiiiiiL vüu der rechten Seile. 

Höhe: 7" 2'", Breite: 5" 11"'. 

I. Vor aller Schrift, mit der unvollendeten, ja nicht einmal an- 

ged<!Uleten Medndlc. 

II. Vor der Schrift, die Medailln niisfjefilhrt und beschattet. 

III. Mit dnr Schnfi, und zwar ilber dein Oval und ausserhalb 
des Slichraiules das Wort: CONSTANTER. das Motto, dessen 
er sich auch als Uulersehrid seiner Gedichte bedient, dann 
unterhalb des Ovals in der Mitte die Jahreszahl: clo Tdclvii, 
links: ChriClianus 0* F, \ Uugenius deUneavil, rechts: 0* de 
fUsdier \ Sculpsit* Der Rand des kleinen Mantelkragens, 
der sich in den frAheren ^lal's vom Grunde scharf und be- 
stimmt abschneidet, sieht wie aasgefranst aus. 

Ein Exemplar des I. Etal's im Cabinet Eslerhdzy . in Wieu. 
Im Cabinet Paigmn-Düamjal zwei Exemplare mit Verschiedenheiten 
in den Strichlagen auf der Sürne. Das Blatt gehört xa dessen 



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Koi^bhemm. Amstenhiu) 1658. T.all bei Verstolk im I. oder 
II. Etat2S, im Ilf. mit der Sflirifl 3 liolIän<l. Ciilden, R.Weigel 
im F. Etaf vor der Bordüre iiiul \or aller S( lirilt 20 TIdr. Siehe 
Ni-. SOGO. der Alitheilung VII seines Kmistkalalogs. Jost sehüUt 
einen Abdruck iiiil der Schrift auf 6 Louisd'or. 

Jacobaea (Jacqueline), 
Gräün von Holland. 

Nach einein Portrait des Jan van Eyck. Ist das XXIX. Blatt 
der Folge Principes HoUandiat* Siehe die Nummer 87; 

28. JohfUDL Kons von Hasaau, 

Prinx voD Oranien. 
(S. 105.) ^ 

Brustbild in einem Oval auf beschattetem Grunde, in Vorder- 
ansicht, den Kopf und Blick nach rechts gewendet. Das Haar, 
ziemlich lang, ii-t frei und ungezwungen. Schnurr- und Knebelbart 
zierlich und klein, sonst das Gesicht glatt. Die glaMe Rüstung hat 
eine scharfe Brust und geschobene Achselstücke nebst einer Hals- 
herge, nhor dio dor glatte spitze Halskragcn vorn mit zwei runden 
(Jnaslni lierabhiinfj^t. t'eber die rechte Achsel lilnft die am Rande 
^üslicklc Feldbinde. Die J^<^ieuchtung kuuiml von der recbten Seite. 

im Ovale stehen die Wdrtc: qva patbt orris. Die dreizeilige 
Unterschrift im llnterrande lautet: Joanni Maurilio Nassaviw etc. 
Ccmti Eqmtatui Foederatonm Belgij ordd. Vice prwfeeius, | Hanc 
ipnus Cmnitis Effigiem a Gerardo van H<mdt-hont ad wwm de- 
pietam tt Petra SotUman | dxrigente caUo hM forma Bxpreüam 
dedieat eonCearatque eidem idem Petrus Soutman, A9, cd bcxLvn. 
Darunter rechts in der £cke: Cum* PrwiL 

Höhe: 15" 3"', Breite: 11" 3'". 

I. Mit der dreiteiligen Unterschrift und der Jahressahl ci9 lu^xtvit. 

Der beschriebene. 
II. Die UDlersehrift zählt vier Zeilen; die Jahreszahl des \. £laCs 
ist in die Zahl olc bcxlix umgeändert, io der Ecke rechts: 
Cum PreiHlegio. (Smüh.)- 

Ist das erste Blalt der Folge: Effighss varue noanjuH per- 
soNABDif. . Siehe die Anmerkung 3. 

88. Peter Isbnuidi. 

(H. 31, N. 30, S. 97.) 

Brustbild gegen rechts gewendet, fast in Vorderansiclil, in 

einem Oval auf beschattetem Grunde. Das schüttere kurzverschnit- 

4* 



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4 



52 



tenc Ilaar ist glatt und zurückgestrich<Mi, der zierliche Schnurrbart 
etwas in die Höhe '»edreht, der Kinnhnit srhmal und ins Vioiprk 
verschnitten, der ^'I;t((e Halskragcn nnigelegl, das enganliegende 
(lewand mil einer Kaoiiireihe besetzt und geschlossen, das weite 
Ohergewand mit uiiigeschlageneni breitem Kragen vorn offen und 
etwas übereinander geschlagen. Mit der linken etwas erhobenen 
Hand hält er leicht einen kleinen Octavband mit Bandern und 
legt sie auf die Brust. Die Beleuchtung kommt von der rechten 
Seite. 

Die Umschrill des Ovals lautet: r**^ abhobvii nns ag Magister 

PETRVS ISBnAISDI UTT-GEFSTA.NVS , HKBRAICA AC GR^CA LIISGVTS EXIUVS. 
NATVS A', M.DC.IV. JANVAM. \\\. TiFNATVS A^ M.DC.L.XVÜ. i>OVrMRR. Am 

obern Tlieile auf einem SclulUchen sein Motto; Bimt God | in \ 
blydfcap. Im Unterrande ein holl<1n<liseli('s Gedicht von sechs 
Zeilen, welches mit den Worten: Waerom lachje meester Pieter, 
beginnt und mit: niet ufchooven in u hand. enden, darunter in der 
Milte: Comdim VUkhtr fedL rechts in der Ecke: N* S, die An- 
fangsbuchstaben des Namens des Dichters. 

Höhe: 11" 2'", Brdle: 8". 

I. Ülmc Bordilre um (l;is Oval, somit auch ohne dem kleinen 
Sciitld am oberen Ende desselben, ohne die Verse unten 
im Rande und ohne Vis8eher*s Namen. {Nagler. h) 

II. Hit der Bordflre um das Oval, jedoch noch vor dem Schild* 
chen am oberen Theile desselben und vor dem spster darauf 
befindlichen Motto, so 'wie vor dem Namen des Stechers. 
{Smith. II.) 

III. Mil den McMkinalen des früheren (II.) ^tai's, nur dass der 
Name des Slerliers bpigefilgt ist. {Smilh. HI.i 

IV. Mil den seelis Zeilen Verse im l-nterrandc und mil dem 
Namen des Stechers, aber oline Molto. [Saqler. II.) 

V. Mil der gan^en Sehriil, dem iS'amen des Sleehei:^, den sechs 
• Versen im Unterrande und dem Motto hn Scbildchen: tHeni 
God I in \ UydCeap, (Nagler, III. Smith. IV.) 

VI. Die Buchslaben N* 5. sind herausgeschlilTen und an ihre 
Stelle die Worte: saiis si hene, gesetzt, darunter die Buch> 
Stäben : R. J. (Smilh. V.) 

VII. Das seehszeilige liollündisclie Gedicht ist ganz herausgenom- 
men und durch ein anderes in gleicher Sprache, besioltend 
aus '/Wölf Versen in zwei gleich grossen Absätzen uel cn 
eiuaiiiier ersetzt. Es beginnt not: Wel hoe! nnd endet miL: 
m äan uiel meer. Darunter in der Millcj die Worle: Cor- 
neUut TiCteher fedi, rechts in der Ecke: $atu : si beni. | 
R, r. die Anfangsbuehstaben des Namens des Dichters. 

Ich gebe den Etat VI nul (iie Autorität Smith's hin, bin aber 
fast geneigt, von seiner Seite eine VeruechsUmg der Buchstaben 



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53 



B. T» mil R» y, anzunehmen, wo sodann« im Falle sich meine 
Vennulbnng hewilhren sollte, dieser itai VI mit dem nachfolgen- 
den VII, idenlisch wftre, letzlercr sonach wegzufallen hatte. 

Es dürfte aurTnllcn, dass ich dieses Blatt ohne Bedenken unter 
den Blättern Vi'sscher's erscheinen lasse, obwohl es die späte 
Jahreszahl M.DC.I..XVn, (1667) trägt, wo unser Künstler schon 
lange nicht meiir unter den Lebenden war, da er im Jahre 1658 
gestorben ist. Wie die Zahl dasteht, ohne Unterbreciiung der 
ZiOern, kann man sie allerdings für 16G7 lesen, allein es ist ge- 
wiss, dass die Zahl 1650 das Jahr bedeutet, und die Zißern XVII. 
auf das nachfolgende Wort nomnbr. zu beziehen sind; die Beslä- 
tigong dessen giebt das Werk: Batavu Sacra! Broxellis pro 
Francisco Foimens, 1714. Fol. wo auf Seile 381 zu lesen ist: 

R. 0. M"* Petrus IsnuAMH. UitgeestaHus, mtus illic anno D. 
1604. die 16 Jan. Sac. Theol. Licentiatm, Canonicns Ilarleinemis 
hebratca ac graeca Unguis exitnius, per annos XX Uitgeeslanus^ ac 
vicmorumque pagorum Pastor, in Uitgeest vitä fnncfns 17. Nov, 
mno D, 1650. Letnma ejus: Servite Domino in Itütitia. 

84. Peter Isbrandi. 

(N. 32, S. 98.) 

Brustbibl fast in Vorderansicht, geg<M) links gewendet, in 
einem Oval auf beschattetem Grunde, das Haar glatt, nicht dicht 
iin<l aus der SUrne gestrichen, der wohlgeptlegte Schnurrbart etwas 
in die Höhe gedreht, der schmale Kinnbart ins Viereck verschnitten. 
Der schmale Halskragen ist glatt und umgelegl, da- enganliegende 
Gewand vorn mit einer Knopfreihe besetzt und geschlossen. Das 
Obergevvand mit kurzen Oberarmelii hat einen umgeschlagenen 
breiten Kragen , ist aur der Brust leicht übereinander gelegt. In 
der etwas erhobenen rechten Hand hält er einen kleinen Octav- 
l»an<l n>!( Rindern, den er auf (lic Brust legt; linker Hand im 
llialergrunde stobt auf einem Postamente ein (^rucifix und vor 
demselben ein Todienkopf und ein Bein. Die Beleuchtung kommt 
von der linken Seite. 

Die Itundschrift des Ovals lautet: n''-' admodvm dns ac magisteh 

PETRTS ISBRANDI mTT-GEESTANVS, HEBRAtCA AC OR^A UNGVI8 EXIMIVS. 
NATV8 A^ 1f.nG.IV. JANVAR. XVI. DENATVS A" H.nC.L.XVII. NOVEMBR. Oben 

in der Mitte ein Schildchen mit den Worten : Dient God \ in \ h^fdUBop, 
Das secbszeilige hoUandiscbc Gedicht im Unterrande beginnt mit: 
Waerom iad^ mMer Pieter, und endet mit: u Cchooven in u 
hand. Ganz unten in der Ecke rechts die Buchstaben iV, S, 
Höhe: 8" 6% Breite: 6" 5"'. 

I. Vor dem Namen des Stechers. 

II. Mit den Worten: C. de Visscher sculpt, unterhalb der Verse. 
(Nagler.) 



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54 



FtlrFcMcleKf Meisterhaod einefchwaclieAHirit; 5fliüdl venniiüicl 

tÜDe verkleinerte gegenseitige Copie der roraugehendeii Nummer. 

Wurde io der AncCion Vmtolk mit 30 hoUsnd. Gnideo be- 
labli. 

Die AiifklaniDg in ikUeff der Zabl M.Di.L.\Vil. il^7i siehe 
bei der Nr. 23. 

25. Roberl Jimiiid. 

Der Pastor iu VorderaDsicbt, sitzl gegen links gewendet im 
Lehnsessel. I)as Haar isl silberweiss, dicht und auf tler Sliruc 
\%^jn*»*rht verschnitten . Schnurr- und Kn«hell)nrt inas<i«r gross, 
wuiil^'«'|)fJ'*^'l und die Enden Hr>t»Ten ftuii> in die Iltilie ge- ' 
sin« lieii. Aul «itrni Scheilel >iUi d.i'^ Kctjfpi heu. Die Kleiduug i>l 
der anliegende Leihr«»ck, vorn mit der einlachen Kuupfreihe, und 
der leichl iimgewuirene üben nicht geschlossene Mantel. Der Hals- 
krageo ist spitzig, berabbSogend , glall und massig gross. Der 
linke Arm, dessen Band siebtbar ist« ruht auf einem, auf sechs 
Btinde gebundenen, mit metalleneo Ec ksiüeken beschlagenen Kolio- 
bände, der auf dem rechts stehenden Tische «»der vielmehr Posta- 
mente liegt. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seile. Im 
Hintergrunde in der Nähe des Kopfes sieht das Moilo: ORA ET 
LABüBA. tiefer unten in der Uühe der Achsel die Worte: Com. 
Vifscher Üelineavit \ et Cadplor. 1054. 

Im weissen tuteii'ande die zweizeilige tnlerschrifl: Robertls 

Jl7(IL'». ROTEBO0. BAT. V0CATC6 i> LNDLÜi AX. XWWL \ PASTOR IN POB- 
MOSA XIV. DELPUfS VUI. KUIVC AMSTBL01»A1I0 J&TAT. ILTDI. Dann folgt . 

links ein vierzeiliges lalduiscfaes, und rechts ein gieichgrosses hol- 
ländisches Gedicht Das lateinische beginnt mit den Worten: Hnc 
formd, Fomi(»ra und endigt mit: in tnhula non imiuilfc loqui. Die 
' Anfangswortc des holländischen Gedichtes sind: Hy die den Formo- 
fmuf- ficr Scliliiss: dan cen kroon mv Zilverhaar. l.ntor d»Mn 
l'ttriHix lien (.e(li( lite sieht in sehr kleinen Charakteren der Name 
des \ erfassen»: Af Montanus. unter dem holiaudiscben: U, F, 
Walerloos. 

Dann l'ulgl in zwei Zeilen die Widmung mit den Worten: 
NobiliOimis, Ampli(^i». prudaii(fiimi(qß, CmCtäihus. inchfta Meiro^ 
polis ÄnUtehdammfis D. Francirco Benuingio Cock Squitu Dmino 
Ptirmerlandiw et Ilpendam etc \ D. Joanni Huydecoopei. Equitt\ 
Domino in MaerCeveen, et Neerdijck , etc. D. Nicoiao Tulpio. 
Archiatro expertiCCimo. D. Alberto Palii.. | D. D. D. | Ludovicus. 
Lndovici. Die letzten zwei Zeilchen stehen immer nu» einen Ge- 
danken tiefer, jedoch nicht untereinander} so dass es fast scheint 
als lagen die Worte in einer Zeile. 

Höhe; 12" H ", ßreile: 9". 



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55 



I. Vor aller Schrift, vor Visscher's Nani^n und ohue die Stulil- 
lehne. {Smilh.) 

II. Vor aller Schrift, ohne die Stuhllehne» selbst vor dem Hollo 
und der Jahreszahl, nur mit den Worten: Com. fiüehw 
DelineavU j ei Ceulptwr» {Smilh. i 

III. Hit den Worten: Com, VUgeher Delineavit \ et CctUptor, 
allein. Die bisher fehlende iSluhllehne wurde hinzogefOgt. 
Unterlialb des Stiches, zwei Linien vom Slichrande enlfernl» 
ist in der ganzen Breite des Stiches mit dem Grabstichel 
eine Linie gezogen; sie geliörl nicht zur Schrift, und es 
scheint fast, als hahe Visscher die Ahsiciil gehabt, den Stich 
Tin» den l^aum dieser zwei Linien zu vcrgrftssern , was er 
aher nicht ausgpfdhrl iial. Will man jedoch diesen Strich 
der Schrift zuweisen, so kfjnnle man ihn hoclistens als df»n 
unteren Stri<di für die Woite der ersten Zcjle f;ellen l;issvij, 
doch scheint er mir für einen Zeilenslrieli ilherhaii|il zu slark 
zu sein, /.uui.il /,w<'i kleine senkreelile Slrielie (lieseii zwei 
Linien hülicu Uauiii leclits und links ahgritnzeii uiul mit dem 
Stiche ia Verbindung bringen. Nach Smilh's Augahe ist das 
Buch auf dem Tische in dieser Abdrucksgattung lichter ge- 
worden. Die Alberlina besitzt ein solches Pracht-Exempbr 
mit P, Marieile 1670. auf der ROckseite. 

IV. Hit der Stuiillehne, mit dem Namen Fmcüer'a aber ohne 
die Jahreszahl 1654 und mit der Schrift im Unterrande 
sammt der Widmung, welche, abweichend von der Dedication, 
wie sie in der Besclireihung vorkoTTunl, fol^'eiKlcrm.Tssen 
lautet: NobüiCCimis. AmpliCCimis. prüde nliCfiinifqß. ConCuUbtis. 
inclylce Melropolis AmCtelodamenCis I). Nicolao Tulpio, Ar- 
chialro experlUCimo. \). Alherlo P;ilri, 0. Francisco Ben- 
ningio (lock, Equili Domino Punncrlfnulifr el Ilpendam, etc. 
Ü. .loannl lln\ derooper, Equili Dtumun in Maerseveen, ei 
Neerdyck eLc. l). D. 1). Luäovicus Luäorici, 

Mit dem gerehllen Worte amstelodamu in der zweiten 
Zeile dei- Unler.schrifl. iSinilh,) 

V. Mit der Stuhllehne, unt }'isscher'6 Manien und mit der Jahrs- 
zahl A^ 1654. darunter, mit dem gefehlten Worte amste- 
LODAMO in der zweiten Zeile der Unterschrift und mit der 
vollen Schrift im Unlerrande. Die Dedication lautet wie in 
der Beschreibung des Blattes angegeben ist, somit abweichend 
von jener des IV. ^tel'«. Der Unterschied besteht darin, 
dass in dieser (V. Jß'iat) D. Frandscue Benmngiu$ Coek 
zuerst genannt wird, während diese Bhre in Jener (IV« J^laf) 
dem D, Nicolaus Tulpius zu Theil wird, der hier unter den 
Genannten der dritte ist. 

VI. Mit der Sluhllehne, mit Visscher's Namen, mit der Jahres- 
zahl 1654. und der vollen Schrift im Unlerrande sammt 



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56 



iler Dcdicalion dfs V. £lal's jedoch vor aller Adresse, das 
gefehlle Wort AMsitLOüAMO in der zweilea Zeile der Unter- 
schrift wurde in das richligerc amstelodami umgeändert. 
(SmU^.) 

VII. Mit «len Merkmalen des VL £(at*s und mit der Adresse 
P. Goos exendil links unter der letzten Zeile des lateinischen 

Gedichtes. 

VIII. Die AchTsse P. Gom excudii wurde hprausgeschlilTen und 
an iiire Stelle die Worte: J. Rofnin excudit gesetzt, in 
gleicher Höhe mit dem Worte MotUanus. 

Ein Exemplar vor aller Schrift und vor der Stuhllehne wurde 
bei Versteigerung des Cabinets Verstolk mit 155, ein zweites vor- 
der Schrift . aber mit der Stubilehne mit 115 hoUäud. Gulden 

verkatii't. 

Die OnginaIzei( hiuin<,' war im Cabinet von Neyman, Es giebt 
hievoii eine Copie von Jlendricus RakosL 

Diese Copie stellt den Pastor genau so dar, wie das Original, 
auch die Bcleuchlun^' kumuu von der gleichen, nämlich der reelilen 
Seite. Im Hintergründe in der Höhe der Stime steht das' Motto 
ORA ET LABORA tiefer unten die beiden Künstlernamen : Com Fißcfter 
ddineavit \ Send Bakoizi CaUp Im Unterrande die zweizeilige 
Unterschrift: Robertus «Idkius, rotterd. BeROEPE> >a LNniGN in't 

JAER 1628, PRE- I DIKANT DP FoRMOSA 14, TOT DeLFT 8, .Nü t' AMSTERDAM 

mvt 18 JAAR, A^ 1654. Dann kommen in zwei Ahs.ltzen neben 
eiuaiiflrr die zwei vierzeihgen Gedirhie wie im ()n},'nial, links das 
lateinisciic von A. Montanus^ rechts das holländische \oii //. F. 
Waterloos. Das lateinische hcginnl mit: Ilac lunii.i Fonnola und 
endigt mit: non poluifl'e loqui. Das holländische langl nul den 
Worten an: Ily die dm FormoCam und schliesst mit: em inm 
van Ziloerhaar. Ganz unten liest man in einer Zeile: tot ÄnUter-' 
dam by Lodewydc LodewyM Boekbinder Ftint m Caartverkoper* 
woonmde op de Cingel hy Jm roonpoorts Toorm^ op de booth wmde 
Cluys in't CmCt hoiek. 

Höhe: II" 4*", Breite: 8" l**.* 

Ich gehe die Besdireihnng dieser Copie deshalb mit solcher 

Ausführlichkeit, weil ich allen Grund habe zu vermnihen, sie sei 
dasselbe Blatt, welches Smüh in Nr. 16 der Portraits unter die 
Zahl der Blätter unseres Meisters, wenn gleich üiil Aorhehalt auf- 
nimmt, wozu ihn der Umstand verleitet linheii mag, dass ihm bei 
der Besclireihimg ein Exemplar dieses lilallcs vor aller SeliiiK 
vorlag. Er drückt sich hierüber in seinem Iranzösischen Kaluluj^ 
folgendermasscn aus. 16. Robert Junius. lieproduciwn du porlraü 
precedent gravi dam le meme sens, mats sur twe plus petite, 
Ii fie »Otis sBmhh pas de Com, Ftssdber, hien. qu'H eoit exieuie 
mgoureusement dans le sentiment de rartiste. II faut se yarder de 



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m 



57 



le confondre arec Vantre. Vepreuht' qne nous nvons sous les yeux 
est Sans aucum lettrß, ni dam la marye, ni dam le champ de 
l'eslampe. 

Lasrg. 0 »I. .215 wiÜ. haut 0 m. 263 »M. 

IHeso Angilben, so wie die Uübereiuslimmung der Dimensionen 
beider BlSUer lasseD die Richtigkeit meiner VermuUuing wohl 
kaum bezweifeln. 

26. Bobeit Jnnim. 

(H. 34, N. 34. S. 100.» 

In einem 0\.)1 diif dunklem Hintergrund, fast in \ ur«U i ansieht, 
^egeu links gewendet, das Haar wie in xNümaier 25 aul der Slirne 
wagrecht verschnitten, an den Seiten bis an das Ohrläppchen 
herabfallend. Der Schnurrbart ist an den Enden etwas in die 
* fiobe gestrichen, der Knelielbart klein und spitz, das anliegende 
Gewand bis an den II.iIs geschlossen, vorn mit einer dichten Knopf- 
reibe besetzt, der Halskragen ziemlich gross, glatt, herabhängend, 
in zwei S[)itzen endigend. Der Mantel, leicht nmf^ewnrfen, hängt 
•Ax\ der if'cliien Achsel nnd liegt auf der linken nur lose auf. Die 
ÜeieiicliUuig kfmimt von der rechlen Seile. 

Die LiiisehiifCdes 0\ais laiilel: Hohkmu s Ju>us, rott". be- 
ROEP£.N rsA i.nüik.n: 't jaah 1628. preihram of formosa 14. tot 
nELFT 7. NU t'ahstfjidam, oud 48. oben in der Milte eine medaillon- 
artige Verzierung im Umriss. Im Grunde oben ausserhalb des 
.Ovals: ORA et labora des Pastors Motto; nnten, neben dem Oval 
links: Paltnidas pitixit. rechts: C. YiCkher fcnlp 1654 Im ünler- 
rande links ein lateinisches, rechts ein hoUjindisches Gedicht, jedes 
zu acht Zeilen. Das lateinische beginnt mit: Airtaliir Ipatio 
magiiMs und schliesst mit: ex orienlc dies. Daniiiler Name 
des Du iiiers : A. .UofUanuK. Das holUindiselie beginnt mit : W anneer 
dit hdikr licht tlen Schluss bilden die WoiLc: verlichter veeler 
oogen. Darunter rechts der ISamc des Verfassers: //. F. Waterloos. 
Unter den Gedieh len stebl in einer Zeile die Widmung: SpectaiiCGmo 
DoctiCHmo CoCmopv^ D. Joakm Blaeo JuriCeonCvUo ^ Indytm^ 
Metropolis HoUmdi<B Sabino prudetUiCCano, und etwas weniges tiefer: 
D» D. D. Ludovicm Lndovici. 

flöhe: 11" 5"', Breite: 8" 2'", 

l. Vor der Adresse. 

IJ. Unten links, unterhalb des lateinischen Gedichts in gleicher 

Höhe mit dem Worte A. Monlanus die Adiessc: vJloo« 
EscudiL 

III. Mit der Adresse H, Focken unten links an der Stelle der 
früheren. 



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öS 



Von diesem Blalle ^ichl es eine neue Copie von Lutz io 
München. 

Wurde in der Aiictiou Verstolk im 1. Etat mit 31, im II. aber 
nur mit 2 hollHnd. Gulden erstanüen. 

27. Karl II. 
König von Englaud. 
(H. 10, N 53. S. 145 ) 

Brustbild in einem Ovul auf dunklem Grunde, fast in Vorder- 
ansichl gej^«*» links j»e\vfudel, mit glattem Gesicht und langem 
dunkh'in iinil grsclicilcllciu Haar, das in rnichen Locken herabldllt. 
Die gl.iHe Uustuiig ist geschnürt, aiil' den Achseln mit einem 
Löwenküj)!". Der schmale Halskrausen ist umgelegt uml lieekt den 
oberen Hand der liaisbeige, der umgeworfene Mantel wird aul' der ^ 
linken Achsel voa einer koslbaren AgratTe, mit einem spitzen Sleioe 
in der Mitte, zusammengehalten; die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. ^ 

Die zweizeilige Unterschrift im Unterrande lautet: carolvs ii. 
MAG. BHiT. FRA. | ET HiBERMiE HEX. Daruuler iu dcF Milte: Cum 
Prinikgio An 1650. linker Hand: Ger, Van Hondthorü | Pmxit. • 
reclits: Com. ViCcher Sndpfit P. Soutmmi dirigmte. 

Höhe: 15" 4'", Breite: 11" 4'". 

Ist das 4. niatl der Folge: Eppigies variab isobiliim per- 
so?tARiiM. Siehe die Anmerkung 3. 

Karl L 

Graf TOD Holland. 

^acll einem Portrait des Jan van Eyck, Ist das XXXi. Blatt 
der Fcdge iViinctjpes Holkmdia!» Siehe die Nummer 89. 

Kurl IL 

Graf von Holland. 

Nach einem Portrait von Tizian. \<\ das XXXV. Blatt der 
Folge Prindpes HoUattdiw. Siehe die ISimimer 93. 

28. Karl Ludwig, 

. P^lzgraf bei Rhein. 
(H. 44, N. 51, S. 144.) 

Brustbild in einem Oval auf dunklem Grunde, gegen links 
gewendet, fast in Vorderansicht, mit langem wallendem, etwas 

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59 



geriugellein Haar ufhI leisen Andeutiii)j,'t'ii eines Schnurr- und 
Knebelbnrtes. Der Kurfürst Iv'A^l den Mantel mit Heraielinkragen, 
um den Hais den glallen herahliHngenden Kragen mit zwei Quasten. 
' Die Beleuchtung kommt ' von der rechten Seite. Das Oval hat 
keine Umschrin. ^ 
Die zweizeilige Untei-scbrifL im Unterrande lautet: CAnoLvs 

LODRVICVS, PALATINVS RMtIM, | DVX BAVARf^, S. 1(. INPüRIl RLECTOR, 

Darunter in der Mitte: Cum PriuUegio An 1650. links: Ger. Van 
HondthorCt | PinxiL rechts: Com. ViCcher Sculpfü | P, SotUmaii 
äüigente. 

Ilülie: 15" Breite: 11" 3'". 

Ist das 6. ßlatt der Folge: Emcies variab noBiLiuM perso* 
NARDH. Siehe die Anmerkung 3. 

29. Engeltie Pieters Kort-Leve. 

(H. 21, 2t, S. 101.) 

Brustbild gegen links, mit nach vorn gerichtetem Blick, in 
einer ovalen, mit einer Leiste eingefassten Hanerverticfung, deren 
üussere vier Eckfelder durch entsprechende Dreiecke ausgefüllt sind. 

Die Malrone hat ein bequemes unter der Brust zusamrncngchun-' 
denes Kleid und einen grossen, flachen und ohglcicli sehr niederen, 
doch in sehr enge Falten gelegten Halslvt.i^'on. au!" dfui Kopfe ein 
enganliegendi's schmuckloses ManlH'ln n oiiiie BcsiUz, welches das 
spitrliche Haar ganz verdeckt. Üie Ik-leuchtung kumnit von der 
rechten Seile. 

Im Unterrande die zwaizeilige Unterschrift: Engeltib I^ibtebs | 

KORT-LEVE. 

Hölie: 8", Breite: b" 9"'. 

Ist das Seileiistik k von Nr. 44 Michiel Sparenbeek van Kranen- 
burgh. Adam Barisch sagt von diesen l'ürtraits: Ces daix pieces 
soiU äans des ovales, graves d leau forte et letouches au buhn par 
Comeiüe üimker. Diese zwei Blatter wurden bei Ventolk mit 
16 bolldnd. Gulden bezahlt. 

30. Luise von Nassau, 

Prinzessin van Uranien. 

(H. 38, N. 45; S. 138.) 

Brustbild in einem Oval auf duuklem Grunde, fast in Voi'der- 
jiusieht, gegen rechts gewendet, mit zurackgeslrichenem, am Scheitel 
zusammengefassteni , mit einer Schnur Perlen umwundenem Haar, 
das an den Schläfen in reichen Locken berahfitllt. Um den Hak 

I 

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60 



trägt die Prinzessin eine lieihe grosser PerlfM) , d^s Kleid mit 
steifem Mieder ist nllelirl, reiche breite Spitzen lauten in dop- 
pelter Ueilie am S;iiitiH' des Kh'ides über die Achseln hin. Vorn 
an der Brust slecliL ein Schniiuk, l)esiehend aus vier Ideinen 
^Schleifen in Form einer Uoselle, in der Mitte ein gefassler vier- 
eckiger Stein mit daranhänjjender Perle in Tropfenform. Die Be- 
leuchtung kommt von der liijki ii Seile. Das Oud hat keine Unischrill. 
Die dreizeilige Unteischrift im Unterrande lautet : loisa a 

MASSAV FRED* HEIIR. PRINCIPB ARAVSfONVM | FILIA PRIMOGEMTA, VXOR 

MARCHiomd I BRAHDENBTR6ICI, ELECT. & R. iHp. ünks: GtT, vm Hcnät- 
horft I Pinxiu rechts: Com. YiCdner Scuipfit, \ P* Savimm dwi^mte. 
noch tiefer: Cum Priuikgio An 1649. 

Höhe: 15" 5", Breite: 11" 4'". 

Ist das sechste IJialt der Folge Fiiuitiuci ÜEiNBici OHA^GlAb 
PRl^cll'JS FAMiuA. Sieiie die AnmerkuDg 1. 

31. Maria, 

Tochter Königs Karl I. von England. 

flf. 39, N IC. S. 1,39.) 

Uiiisthild in einem Oval auf dindJein (irunde, in Vorder- 
ansicht, i:<*L^pn links ^^ewendet, den Blick nach vnr\V?irts sfcrichtet, 
mit zuriickijestrichciH'üi, am SciH'itel zusannnen<refasst»'ui, iiiil einer 
Perlenschnur uni\v>iiitleiU'ni Ilaare, das an den Schliilen in üppiger 
Fülle und schön gelockt niederlallt. Den Hals umgieht eine Reihe 
grosser schöner Peilen, zwischen denen vorn eine Perle in Tropfen- 
foim hängt. Das Kleid ist decoUetirt, oboe Besatz oder Kragen, 
vorn am Leibchen mit vier mit Steinen besetzten Spangen, die 
sich nach unten zu verjüngen, besetzt; auf den Achseln sitzt an 
drei Stellen ein Steinscfamuck mit Perlen. Die Beleuchtung kommt 
Von der rechten Seite. Das Oval bat keine Umschrift. 

Die dreizeilige Unterschrift im UnteiTande lautet: MARtA tj,- 

ROLl !■!■ MAGNhS BRITA>MyE RE6IS | FILIA P! IMOGKMTA, WII HKLMI ARAV* 

SEONVM I pRiiNcu'is vxoR. liuks : Ger. van Ilondt-horCl | püixü. rechts : 
Com. Vifcher j Sculpdt. \ P, Soutman | diri^aUe, \ Cum Priuüegio 
An 1649. 

flöhe; 15" 6'", ßrcitcj 11" 4"'. 

Ist das vierte Blatt der Folge FRmRRiin Henrici Orangiae prin- 
cipis FAMIUA. Siehe die Anmerkung i. 

m 

38. Kam Ton Hassan, 

Prinzessin von Oranien. 
(H. 41, N. 48, S. 14L) 
Jugendliches Brustbild in einem Oval aur dunklem Grunde, 
fast in Vorderansicht, etwas weniges gegen rechts gewendet. Das 



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61 



Haar ist zuriickgfsl riehen und am SrlH'ilel in einen Zopf gefloch- 
ten; der frei fjcla.v^eru; Tlieil desselben fölll an den Schlafen in 
klein geriiigelteu Lucken auf Schuller und Nacken herah. Das 
Kleid ist ausgeschnitten, aber nicht übermässig, gerade so wie es 
der Jugend ziemt. Cm den Hals Crligt die Ideine Plrinzeasin eine 
Schnur grosser Perlen, an den Achsell^ndern sitzt an drei Stellen 
ein Schmuck aus einem viereckigen Steine und vier daran ange* 
setzten Perlen bestellend. Die Beleuchtung kommt von der linken 
Seite. Das Oval hat keine Umschrift. 

Die zweizeilige Unterschrill im Unlerrande lautet: maria a 

NASSAV FBKl). niiMi. IMU>CIPIS | AHAVSrONVM FfUA OVARTOGIMTA. DarUntcn 

Cum Pnuiieyio An 1649. links: Ger. van Hondl-horU \ Ptnxit, 
rechts: Com. ViCcher SndpCü \ P. Soutman diriyente. 

Höhe: 15" 6'", Breite 1 II" 4"'. 

Ist das neunte und letzte ßlatt dor Folge Fiudebigi Henrici 
OHAiNGiAfi.paiNCipis FAMiLiA. Siehe die Anmerkung 1. 

Maria, 
GrSfin von Holland. 

Nach einem Portrait des Rogter van Brug^. Ist das XXKII. 
Blatt der Folge /Vincis BoUandi<B, Siebe die Nuromer 90. 

Maximilian, 
Graf von iioliand. 

Nach einem Poi*trait des Lucas van Leyden, Ist das XXXIII. 
Blatt der Folge Pfineipes Holkmdiat, Siehe die Nummer 91. 

33. Johan de Meer 
(MeriusJ 

iU, 7, H, 7, S. 103.) 

Vor einem Betpulte, dessen Hintergrund ein Gemälde bildet, 
vor dem ein geschnitztes Crucitix mit dem Bilde des Erlösers und 
dem Todlenkopfe sammt gekrenztcn Todlenbeinen nufgerichlet ist, 
slchl «let^en reelils i^ewendet der l*f;iiier niil ^'el';dleteii erhobenen 
Handelt, ilrii rKnntneu Blick nach oben gerichtet und betet. Das 
lliiiu" is! km/ und schOlter, der volle Bart am Kinn fast von vier- 
eckiger 1 üiiu. Das schwarze Gewand, bis an den Hais hinauf ge- 
schlossen, bestebt nur aus dem Unter' und Obergewande mit den 
langen berabbangenden Philakterien, durch deren Oeffnung in der 
Sf itte des Oberarms die Hand bindurchgesteckt ist Der Halskragen 



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«2 



isl ginit und i im geschlagen. Vor dem Kelenden liegt auf einem 
Polster ein griillueles Biicli und neben demselben dei- Rosenkranz. 
An dem ScilouUieile drs Rf^lpulles ist zwi^clifMi Arabesken in der 
Mitle die DoriHMikruiie im Sliahlenkranze und innerhalb derselben 
die Wolle: ii svs | mahia. inigebracbl ; zur rechten und Jinken Seile 
des Bildes bän^t an gerade nach vorwärts siehenden Stangen der 
aus zwei abgesonderlen Tlieileu besiehende Vorbang, lu Millen 
Aes Blattes bildet eine dunkel gehaltene runde Saule den Hinter- 
grund, weiterhin gegen links sieht man einen Theil des gewölbten 
Raumes, und an der Mauer links ein Wappenschild mit einer da- 
rüber schwebenden Bandrolle aufgehangen, auf der die Worte 
sieben: amicvs Fidelis protectio fortis Das darauf befindliche 
Wappen gebort der Familie de Meer. Das Ijrht fällt über dem 
Betpullc v(i!i nlu'Ti <'in und beleiuhkt den Flarrer so wie die 
Innenseilen deä Vurbauges von der recblen Seite. 

Die Schrift im hohen Unterrande lautet: r. d. m* joanres 

MERIÜS, PASTOR IN SPANBROKCK &r.. OMIIT A®. HDCLN. FEBB. UX. JET. 

Lxm. Dann folgen zwei Gedichte, links das lateinische und rechts 
das holländische, ein j^des zu sechs Zeilen. Das ialeinische be- 
ginnt mit: Dum duiet ereptnm und endet mit: prwdaHt vota 
Joannis opem. Darnnlei- da» Wort imk das Motto des Dirlilers. 
Das li(»lland sehe beginnt iiiil: Dus Ziel d'eerwaerdigheit endet mit: 
syn gaClvry huis en hart, und hat am Schlüsse das Wort iostb. 
das Motto des Veifassers Jooü vm den Vondd. Unterhalb dieser 
Gedichte in der Mitte die Worte: Com. ViMar Mitteavit et 

Hdhe: 17^ Breite: 11'* 3'". 

I. Vor der Schrift. 

II. Mit der Schrift, nämlich der Unterschrift und den Versen im 
lJulerrande, so wie mit dem Namen des Stechers. 

Die Zeichnung war im Cnbinet Muilman und kostete 7 Gulden; 
ein Exemplar des 1. Eta^s im Museum in Amsterdam. 

Im königlichen Kupferstichkabinet in Dresilen ist dieses Blatt 
mit vollem llande und misst 11" in die Breite. Ich habe ein 

verschnittenes Exemplar in der AJherlim mit 11" 3"' gemessen 
und mich von der Hichtigkeit der Messung nachträglich Überzeugt, 
Der Abdruck in Dresden scheint mir dnrchans kein früher, es 
enlstebf somit die Frage, ol) die IMaiie spater nicht schmäler 
gemaciit wurde, und ob der obii,'<' Umsland somit nicht einen 
späteren Etat begründet, oder ob dieser Grössennierscliied nicht 
bloss in der ungleichen BescbalFenheil der Pa|jiei^'atluug zu 
suchen ist 



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63 



34. Magdalena Uoona. 

(H. 50, N. 38, S. 131.) 

Halbe Figur m Vorderansicht etwas nach Unks gewendet, mit 
tapirtem aus der Stime gestrichenem Haar, mit einer sogenannten 
Maria Stuart-Haube, um den Hai» ein Perlenhalsband mit daran- 
hängender grosser Perle in Birnform. Der steiTe stehende Hals- 
kragen, am Rande mit einer kleinen Krause besetzt, ist umgelegt, 
man sieht die vier Schnüre senkrecht herabhängen, welche hr- 
stimml sind, (lenselhen zu scbliessen. Das scliwnrzi' Kleid mit den 
bis ge^'« Ii iieii Unterarm herabreichenden Scljinkenarmeln ist p^e- 
schlossen und liegt enge an. Eine dreilheilige Ketle liegt auf der 
Brust Die Aermel haben vier Reiben lichter kleiner Puffen, die 
Unterflnnel sind enganliegend, am Handgelenke mit Manschetten 
besetzt. An beiden Händen trägt sie Braceleten, um den Leih an 
langer Kette einen Bisamapfel, den sie an dem Ende dieser Kette 
in der rechten Hand hält. Beide Hünde bat sie am Leibe an- 
muthig Uber einander gelegt und steht vor einem, die rechte Seite 
dts Dlallts einnehmenden schweren Vorlinng unfern einer Mauer, 
über die hinaus man ins Fi-eie hhckt und die Stadl Leyden siehL 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seile. 

Oheu ausserhalb des Sliclirandes die Zahl 11. Unten im Mn- 
terramie die Worte: domicella Magdalena mooissia. Darunter acht 
lateinische Verse in zwei Absätzen nebendnander, jeder zu vier 
Zeilen. Sie beginnen mit: Urbs f obreffa femel, caftris nunc * 
dncta fecundis, und enden mit: quod tua Chloris ameL Unter 
diesen Versen in der Milte steht der Name des Verfassers: petrvs 
SCRiVERivs. linker Hand: Extat pictura ad vivwn | apud eiindem 
Vominvm | Advocatum Fiscf, \ Hatjw Comitis. recliter Hand : Cotm. 
Vifcker failpCit \ Petro Soutmanno diri- \ (jente et excudente | üar- 
kmi 1649. Darunter in der Ecke rechts: Cvm FriviUgio. 

Höhe. 15" 4"*, Breite: .11" 3"'. 

Unter diesem Blatte, auf dem übrigen Theil des Papiers mit 
Typen gedruckt die Worte: jonk-vrou magdale.na moons (b) dann 
folgt die holländische üebersetzung des oliigen lateinischen f.fdichts 
in zwei Absnlzen neben einander je zu vier Zeilen. Es beginnt 
mit den Worten: D'eenmael omringde Stad, und eudet mit: Gy 
vom' er lieht yet ließ, van my, uw' Lieveling. Unter diesem Ge- 
dichte: ÜVT t LATII.V VEHTAELT BY ÜA.'SIEL VAN DER MEER. Unkcr Hand: 

k\ 1573. I 1574. rechter Hand: (b) Dochter vande f Heer 
Pieter Moons, | Kayfer Kareis Raedt, | ende Ontfanger Ge- { nerael 
van fyne Ma j jeft. Bede over Hol- j landl. 

1. Die Nummer II im oberen Rande hat keinen Punkt, im 
Ufilerrande linker Hand des ersten Absatzes des lateinischen 
Gedichtes in der vierten Zeile der Anmerkung steht das gefehlle 



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64 



Wort Ifaga Camiiis, welches später in ilas riehligere Hagw 
umgeünderl wurde ; rechts nehen der ersleii Zeile des lalei- 
nischcn Gedichtes steht: -{- a. 1573. und darunter: * a. 
1574. I 26 Mmf. 

II. Vor (iciii Pimklc natli der Nummer 11 im oberen Rande, »las 
Wort Uaga iu der vierlcii Zuiie der kleinen Schrift hnks 
von dem ersten Absätze des laleiaUcheu Gedichtes isl in das 
richtigere Hag(c abgeändert, die flbrige Schrill blieb aber 
dieselbe und wurde nicht geändert. 

III. Die Zahl II. im oberen Rande hat einen Punkt hinter sieb, 
im fiebrigen ist die Schrift im Unterrande dieselbe wie im 
fraheren ilat. Unterhalb desselben befindet sich die mit 
Typen gedruckte hollandische Uebersetsung des lateinischen 
Gedichtes, wie oben in der Beschreibung angegeben ist. 

Isi zwfMte Blatt der Folge: Quatüor personae, füliciokum 
TEUi'ORLM REDUiTORfis. Siehe die Anmerkung 2. 



85. Adriaxi Motmana. 

(H. 11, N. 11, S. 104.) 

In einem Ovnl an einer Mauer, gegen links gewendet, fast in 
Vorderansiclil , den Blick nach vorn gericht4il. Das weisse Haar 
lallt bis Ober die Ohren schlicht herab, der Schnurr- und Vollbart 
ist kurz gehalten, das Gewand am Halse mit drei KnOpfen ge* 
schlössen. Das Obergewand ist offen und umgesddagen, der 
Halskragen glatt, massig gross und herabhsingend. Die linke Hand, 
die aus dem Rahmen »emlich herausiriit, ist erhoben und halt 
ein Buch mit Clausaren, in das zur Bezeichnung einer Stelle der 
Daum gelegt ist. 

Die (Imschrifl des Ovals lautet: r. p. f. adrianvs motmans, 

Ord. F.F. M1.\0RVM. PROVINC. (.EHM. liWKHIORIS. OHUT. IIORNK. \". MDr.TH. 

wETATis i-vnr. oben in der Milte ein Stern mit sechs SpU/eu. Die 
das Oval umgebenden Ecken enthalten oben rechts und links je 
einen Cherub in Wolken, unten links zwei auf einander liegende 
Bücher, ein Kreuz und ein Rauchfass, rechts einen Schddd mit 
zwei Todtenbeinen. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 
Im Unterrande acht holländische Verse in zwei Absätzen neben 
einander, je zu vier Versen. Sie beginnen mit : Wie Momifi %oeckt, 
und enden mit: varis mans geweten. Darunter rechts: juste. 
das Motto des Dichtei*s Joost van den Vondd, in der Mille die 
Worte: Com. ViCscher fmt, 

B«he: 8" 8"', Breite: 6" 



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65 



36. Andrea Odoni. 

(H. 30, N. 155, S. 52.) 

Er sitzt iD semem Cabinet aD einem viereciugen, links ste- 
heDden, mit Tuch bedeckten Tische, umgeben von seinen Aiter- 

thümern, die vorwiegend aus Sculpturcn besteben. Er silzt gegen 
links gewendet, hat sich aber nach rechts umgedreht, so dass er 
dem Beschauer in Vorderansicht erscheint. Er zeigt ein volles 
Gesicht, das Haar ist dunkel, ziemhch kurz und gescIuMlelt, der 
Vollbart mJissig gross. Der Hals ist bloss, man sieht das Hemd 
mit seinem Besatz und darauf eine Kelle niii einer daran hängen- 
den kleinen Figur, die man nach den ausgespreilzten Armen last 
lür jene des gekreuzigten Heilands hallen mochte. Der rechte 
Arm liegt auf dem Tische auf, die Hand ist auf die Erust gelegt. 
Eine Eigentbflmiidikeit derselben besteht darin, *dass am vierten 
Finger ein Reif auf dem zweiten Gliede sitzt. Der fülnfte Finger 
hat seinen Bing an der gewohnlichen Stelle. In der linken etwas 
von sich gestreckten Hand hält er die Büste einer Frau mit nackter 
Brust auf einem runden Postamente. Seine Kleidung besteht aus 
einem schuarz^'n Gewände und dem darüber gezogenen weilen, 
mit Pelz gelüllcrlen Mniih'l, dessen Aerniel in der Mitle einen 
Schnitt zum Durchstecken haben, so dass der übrige Theil lose 
heral)iaili. Der eine dieser Äermeltheilc, und zwar der rechte, hegt 
auf dem Tische auf. Vor iiun auf dem Tische liegt ein dicker 
Odavband mit reichem Beschläge und einigen Merkzeichen, daneben 
sechs Medaillen von verschiedener Grösse, hinter seinem rechten 
Ann eine Schüssel mit Gegenständen angelHllt, die aber nicht 
deutlich zu «rkennen sind, dann ein pissender Mann mit der 
fieule, eine weibliche Gestalt, die aus dem Bade steigt und den 
Fuss abtrocknet, und ein Herkules, dem aber der Kopf und die 
rechte Hand fefdf. Rechls an der Wand steht die Gestalt eines 
IVf.'uines mit eniern Scblnuelie m den Armen. Im Vordergrunde 
vor dem Tische st<'iit ein kolossaler bärtiger Kopf und der Torso 
einer weiblichen Figur. Die Beleuchtung kommt vuu der rechten 
Seile. 

Höhe: It'' 7'", Breite: 14" 3''. 

|. Vor der Schrift. 

II. Im Uulerraijile die Worte, links: Antonio Corregyiu pmxit. 
in der Mitte: Com VUteher feeü, rechts: Ä: BhoUüng 
excud. 

III. Alle Schrift zag^egt. (Smilh, Jl. Weigel.) 

Dieses Blatt, ^twöhnlieh der Altertbumsforscher genannt, ge- 
hört zu dem Cabinei de Heynst. Siehe die Anmerkungen 11 iiixl 17. 

Es galt bei Verstolk in einem prachtvollen Abdiuck 25 hoi- 
läniysdie Gulden. 



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37. Ber groiie Jan de Paep. 

(H. 24, N. 24, S. III.) 

Ralbfigur, stehend hinter einer niederen Hauer, vom mit 
einem grossen ovalen Scfanörketscbilde. Er ist etwas gegen rechts 

gewendet, hat aber den Blick nach vorn gerichtet. Schnurr und 
Knebelbart sind klein, sonst das Gesiebt glatt. Die Kopfliaare, 
auf denen am Scheitel ein kleines Seidenkäppchen silzt, schlicht 
herabhängend und ziemlich lang. Der eng anliegende Rock, vorn 
mit einer engen Reibe Knöpfe besetzl» ist nnlen von den Hüften 
an geöffnet, die Aermel geschlossen, vorn sammt dem schmalen 
Hemdbesatz umgestdlpt. Der m^ts-^i? giossi* H.Mlskragen ist glntt 
und umgeschlagen. Der Mantel, mn Rande mit Knüpfen versehe», 
hängt am Rücken herab und ruht auf der Unken Achsel auf. Der 
Mund ist zum Reden geOifuet, die linke Hand, an deren kleinen 
Finger er einen Ring tragt, ruht leicht auf dem Schilde auf, und 
mit der, etwas iilKvhenen rechten llaiHl zeigt er über die rechts 
hinter ihm stehende lialiuslrade hinüber auf den inneren Hofranin 
der. Amsterdamer Dörse, wo man eine Menge Kauflierren und 
Handolslente, darunter auch viele Fremde versammdt sieht. Linker 
Hand, hinter dem Rucken Faep's, hängt an einer Säule das ge- 
krönte und von zwei LOwen als Schiklhaltern gehaltene Wappen 
von Amsterdam, darunter auf einer Bandrolle das Wort: Amsterdam 
Der SchnOiicelscbild an der niederen Hauer hat als Anspielung auf 
seinen Beruf am oberen Rande zwei MerkursflOgel als Verzierung 
angebracht, rechts und links zwei Füllhörner mit Früchten, und 
unten als Schluss ein Medaillon mit einem befrachteten Einmaster, 
in dem zwei Männer sitzen, von denen der Eme einen Schild, und 
der Andere eine Fahne mit dem Amsterdamer Wappen in den 
Händen halt. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die neunzc ilige Aufschrift in dem Schnörkelschilde laute! : 
Ami aJh IL H. Cooplieden m Winkeb'er*i \ Uwe £. E. zij kenbaer dal 
Johannes de Paep aen i Jicoren, Cooplieden en Wtnkeh'ers verhuurt 
en befielt \ Boeckhoudei s, Knci hts en Winkel kncchls, Zoobin- \ nm ols 
buiten *slanU, oock kostyanjers en Couanensa- \ leii, een iedenaer 
zijn gelt en gelege^iheit. | Indien iemant zynen dienst ( hehoeft , hij 
woont inde s'. Jans strael itide fransch \ pktbanck een ygelijck im 
dienst. Ohne iNamen des Malers und Stechers. 

Hötie: 10" 10'", Breite; 7" 6'". 

I, Vor der Schrill. 

II. Mit der Schrift, wie oben. 

Dieses Blatt wird Bt Beursknaht, auch der grosse Paep g«s> 
nannt 

Wurde bei Verstolk mit 39 holländ. Gulden verkauf!. Josi 
werthet es auf 6 Louisd'or. 



67 



88. Der kleine Jan de Paep. 

(H. 25, N. 25, S. 112.) 

Braslbild in einer Art von Mauernische in Vorderansicht, mit 
nach links gewendetem Kopf und Blick. Der Mund ist wie zum 
Beden geöffnet, das Haupthaar wenig gepflegt, ehenso der Schnurr- 
und Kinnbart, die mehr andeutungsweise vorbanden sind. Am 
Scheitel sitzt ein rundes Küppchen. Das enganliegende Gewand 
hat vorn eine enge Reihe Knüpfe, der Mantel liegt auf dem Kücken 
mn\ der linken Achsel auf. Der Ilalskragen ist glall und herab* 
liinii;eud, vorn mit zwei Oun'ifen versehen. Rechter Hand an der 
lichten Seite der MauervertH'imif: die Worte: C, Vi(scher | ft. Die 
Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die fünfzeiUge ünlerschrilt im ünterrande lautet: At:N allk 
Ä H. CooPUEiiHN £A' WiscKEUERs \ Uwe E, B. %y kmbaer, 
dat Joannes itis p*ep geadmiteert van dt R E, H, H, Burg^ 
fnee&erm der (iadi AnU^rdam, int verhuerm ' en beM- \ fan van 
Boeekkouders, KnetAts en Winckel-Knethts, Am» binnen als ftüy- | ten's 
lanis; Indien imant dientt behoeft, ky umnt inde SK Jmt Oratt, 

H5he: 6" 11% Breite: 5" 5'". 

I. Vor der Schrift im Unterrande und vor Visscher's Namen 
rechts in dein beleuchteten Theile der Mauernische. 

II. Vor der S( lirifl im llnlcrrande, aber mit dem Namen Vtssrhers 
an der oNhezciehneten StPÜe. Einige Exemplare dieses Etal's 
h;il)en eine Unlerschrifl von MCr Zeilen mit Typen gedruckt. 
Diese gedruckte Unterschrift lautet naeh dem Exemplare der 
k. k. Hofbibliothek in Wien Mgendermassen : 

Fwe £. B, %if kenbaer, dtU Joannes de Paep, verhuert en 
beCieU aen J7. H* Coop- \ lieden en WinekeUers: Boecke 
Hunden, ftnecftto en Winiskelknet^t (oo binnen ale buylene \ 
lants: Indien f/mant Rjnen dienCt behoeft, ky woonl inde 
Sini JanS'Uraet, wer'i v^guU | ^a^rl, een yegetijek ten 
dienU. 

III. Mit Viescher's Nnmen und mit der obigen gestochenen Unter- 
schrift von fünf Zeilen, wie in der obigen Beschreibung, aber 
vor aller Adresse.. 

IV. Hit der Adresse von FtMcAer. {Smilh. IV.) 

V. Die obige Adresse herausgeschliffen. {SnM, V.) 

I'nvonendetcr Probedruck ohne Visscher's Namen im Ilinter- 
gni!ni< ijei Fries, Phos van Anist ei Coehoorn, Wilson und in der 
Albertina; wnhrselieinlich immer dasselbe Exemplar. 

Ein Exeni[)iar des III. Eta/s anf Pergament ist in Ä. Weiyel's 
Kiiiistkatalog VIII. Ablheihuig ]\r. 8885 augezeigt. 

5* 



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68 



39. Adrian Panw. 

(H. 13, N. 13, S. 113.) 

Brustbild, gegen links gewendet, fast in Vorderansicht. Das 
etwas gelockte Haar ist aus der Slirn gestrichen, der Schnurrbart 
zierlich, der Kinnhart last von viereckiger Form. Der schwarze 
Leihrock ist geschlossen und hat vom eme Reihe kleiner Knüpfe. 
Der breite glatle Halskragen ist umgeschlagen, vorn mit zwei 
Quasten versehen. Auf der Brust hangt an der Kette das Kreux 
des Sanct Michaels-Ordens, auf den Achseln der faltenreiche mit 
Petzwerk gefutterte Mantel von dunklem Sammt. Linker Hand in 
dem geweihten Haume stellt eine Bücherstelle mit drei Reihen 
Bdchern, an derselben hangt das grsrliüitzte Wapppn drs Gesandton 
mit der llelindpcke. mn«j;el)en von der Kette des Sanct Michaeis- 
ordens; darunter stelicn die Worte; .fllatis Lxvi | Anno Mdclii 
Die rechte Seile füllt ein herahliJiiigender VorliaDg von gemuster- 
tem Stoffe aus. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 
Im schmalen Oberrande ausserhalb des Stichrandes Fmw's Motto: 
PiBTATB Patibntia ET Pacb. Die ueuozeilige lateinische Unterschrift 
im hohen Unterrande lautet: 

Hadrianus Pauw, Eques ordinis Michaelis, Dominus de 
Heemftede, Hogerlmilde, [ Rietwieik, Nieuerkerck &c. nuper in 
Camerä Domaniorum primus prxfes ConQliarius | &. Rationuro 
Magiiter, nunc fecnndum Contiliarius Penüonarius live Primarius 
flatus I Hollandise WetHrili.eq; Minifter, in Contilio dologatorum 
aireffor. in Coufellu | Ordinum Generalium Fcederali Helgn, depu- 
tatus unlmarius, Antehac pr^ecipuis | ad GallisB, Magna\ Britanniae, 
Daniae Reges & Imperii Principes atque civilates j llanfcaticas Le- 
gationibus defunclus, & deinde ad Conveutus de Pace generali, | 
primum Hagse Comitis delegatus, & pullremum Mouaflerium Well- 
phalorum | plena cum poteftate mißus, & Legatus per Germania m 
Extraordinarius. Barunter, links: Ger. mn Ilonthorlt \ piiixit 
rechts: DireetioHie F, Sfmtmami | Com. Visdur Mri ImdM \ Cum 
PrmiL 

Habe: 13" 2'", Breite: 9" 8"*. 

L Vor der Sclirifl. (R. Weigel.) 

IL Mit der Schrift. Das MüLlo Pauw's: Pietate patientia et 
Pace befindet sich in dem sehr schmalen Oberrande ausser- 
halb des Stlcfarandes; in der sechsten Zeile der Unterschrift 
Tiil^t »ach dem Worte Magnie, ein Komma, welches aber bei 
dem Worte Principes in derselben Zelle fehlt. 

IIL Das Motto steht nicht mehr im Oberrande, sondern befindet 
sich unterhalb der Unterschrift in der Milte ; das Komma nach 
dem Worte Magnat der sechsten Zeile wurde weggenommen 
un4 hinter das Wort Principes derselben Zeile gesetzt. 



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69 

Das Exemplar der Horbiblolhek in diesem £iat hat eine 
Gesammthöhe von 13" 7'"; die Höhe des Purlrait's allein, 
ohne die lJnlerschri(t belragl: 9" 5"*, 

Galt bei Verstolk 10 holiäad. Gulden. 



. Philipp in. 
König von Spanien. 

Nach einem Portrait too ä. Jfm. Gehört zu dem Werke, 
aber nicht lu der Folge Prindpes BoUandicB» Siehe die Nummer 95. 



Philipp IV. 
König von Spanien. 

Nach einem Portrait von P. P, Rubens. Gehört zii dem 
Werke, aber nicht zu der Folge Principes IloUandioi. Siehe die 
Nummer 96* 

Philipp L 
Graf Ton Holland. 

Nach eiiiMin Portrait des Jan van Eyck. Ist das XXX. Blatl 
der Folge Prina^ UoUandiw. Siehe die Nummer 88. 



Philipp n. 

Grtf von Holland. 

Nach einem Portrait des T. Mostart. Ist das XXXIV. Blatt 
der Folge Principe» HoUandiw. Sielie die Nuimuer 92. 

Phmpp ni. 

der letzte Graf von Holland. 

Nach einem Portrait von Tixkau lA das XXXVI. Blatt der 
Folge Pr^ie^ H^hndkB. Siehe die Nummer 94. 



40. Wilhelm de £\iok. 

(H. 5, N. 5, S. 115.) 

In Vorderansicht, etwas gegen rechts gewendet, sitzend im 
LeliDstuhle. Ein kleines enganliegendes Seidenkäppchen deckt dnä 



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70 



I 



Hatipl, dus last kahl zti seil) scheint. Uer starke Vollbarl lallt 
breit und tief auf ilie Bmst liorab, ist unten fast wagrecht ver- 
schnitten, und lUssl am Ende die zwei Quasten des glatten herab* 
bängenUisn Hal^kragens durcbscbeineii. Der schwarze Sammtruck 
hat vorn dne dichte Reihe Knopfe, die von unten bis auf die 
Brust hinauf offen, weiter oben aber geschlossen ist ; gleiche KnOpfe 
sind an den Äermelu angebracht, die unten umgeschlagen sind, so 
<lass man den zurnrkj^cslreilU'ii Besatz des Hemdtirmels doi" linken 
Hand sieht, die auf die Brusl <:v]v^t hl. Der Mantel mit dem 
umgeschlagenen Unterluller ist um die reclile Schulter geworfen. 
Uechler Hand in der Fenslerverfiefimg ist ein Breit angebracht, 
auf dem zwei giosse und zwei kleinere Bücher, erslere mit Clau- 
suren versehen, und alle mit dem Schnitte nach vorn gerichtet, 
stehen, neben denselben linker Hand liegt ein Sloss Schriften. 
Durch die obere Fensteröffnung falten die Sonnenslrahlen ein und 
beleuchten das Zimmer von der rechten Seite. Oben in der linken 
Ecke in einer kreisrunden Verliefung ist an einer Schnur ein ge- 
viertes Schild mit dem Wappen des Doctors aufgehängt. 

Unter demselben auf der viereckigen lichteren Stelle der Wand: 
«T. 46. I 1655 Dann im Unterrande die Unterschrift: de> 

WEL EFfWARE.N GVlI l l vM l>F, RVCK , OÜGR MEESTER TOT AMSTERnAM. 

Darunter zwölf hollaadiscliü Verse in zwei Absätzen nebeneinander, 
ein jeder zu sechs Zeilen, welche mit: So ymant wiem gesteh^ 
beginnen, und mit den Worten: eu iCl'tr yeen yeficht. enden. Ganz 
unten in der Mitte: Cwni ViCscher delinißi et Gmfy, 

Höhe: 13" 6", Breite: 10" 5'". 

I. Vor aller Schrift, vor Her Jahreszahl und der Altersangahe. 
Die Enlfernung des Punktes am linken Slichr:inde, wo der 
Mantel oben in der Nahe des Endes der Stuhllehne den 
Sliehrand Itenitiri, beträgt nur di»' Höhe von 4" 2'", die 
Länge dei siclilliaren unler(!ii H;iii(los des llalskragens T". 
Das sichtbare (reclilei ühi isl lUil einer doppelion Lage von 
Strichen gedeckt und dadurch ui allen seineu Tlieilen in eui 
gleichfDnniges Duttkei von gleicher StSrke gestellt Die 
Lippen sind fest geschlossen, bloss durch eine schmale dunkle 
Stelle von einander getrennt Der Augendeckel des linken 
Auges ist links, nämlich an der inneren Seite, stark be- 
schattet. 

II. Mit der Schrift, nämhch den Worten im IJnterrande: den 

WEi, EERVAREN r.viT.f.iAM DE RYCK M. s. w. Das ganze rcchlc 
Ohr, l>eson(!ers der ohere Tlieil desselben, ist dunkel gehalten. 

III. Mit der Jalires/ald und Allersangabe : AT. 4(i. | A" 1665 mit 
der linterschrilt, den Versen und dem Namen des Stechers. 
Die SchrafTure des sichtbaren rechten Ohres ist heraus'> 
geschliffen, so dass dasselbe besonders ui seiner oberen Partie 



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I 



71 

ganz licht erscheinl. Es hal nur eiue einfache Slnclilage 
die nur an den dunkleren Slellen durch eine zweite darüher 
gelegte, der Senkrechten sich nähernde Lage von Strichen 
verstärkt ist. An eben diesem Obre zeigen sich ganz oben 
vier frei nach links hervorstehende und nach unten zu ge- 
kraminle Haare, die in den fritherea ^lai's fehlen. Die 
rechte Seile der Nase oiliu eine ganze Umwandlung der 
Strichlagen, ebenso der Mund, dessen Lippen Striche von 
rc'clils riaeli links zeigen, während die Schrallure im 1. £lai 
durch Striche in cntjj:cgo?igcsctzter l^ichlung, nämlich von 
htiks nach rechts gubihlcl wird; auflallend ist auch die Lage 
starker wagrechler Striche, welche <üe Barthaare unterhalh 
des rechten Nasenflügels licschatten und den Schlagsciialtcn 
bilden. Der obere Augeudeckel des linken Auges hat den 
starken Schlagschatten an der inneren Seite vollständig ein- 
gebtlssi, so dass der ganze Augendeckel nunmehr eine gleiche 
lichte Färbung hat; der Hund bt mehr geOffnet, indem die 
Lippen durch eine starke <lunkle Stelle von einander ;.'ciialten 
werden. Der Hantel auT der rechten Achsel und der llals- 
kragen sind vergrflsserl. Per Mantel erreicht erst in der 
Höhe von 4" den Slichrand hnker Hand, ist somit niii 
ganze 1"' grosser als im I. £llal. Folgereclil wurde auch 
der Ilalskragcn vergrOssert , so dass derselbe iiuuniclir an 
semeui Rande 9'" misst, sumiL um 2^" mehr als im 1. £ial. 
IV. Hit der Jahreszahl und Altersangabe wie im früheren 

die Unterschrift und die Verse j uloch sind weggenommen 
und an deren Stelle in zwei Zeilen die Worte gesetzt; Den 
mjdt bmroemde en wel'iterwarm GvtUüam de BijeH \ Oculüi 
ofle Ooge MeesLer tot AmClerdam* Darunter rechts in der 
Ecke: Corn: de VisCcher deUnia: et Cculp. Das lichte rechte 
Ohr des HL t!lat's wurde netierdings mit einer gleichmässig 
schwarzen (lojtjtf'ltcn Strichlage ilherarhpitPt und ins Dunkel 
gestellt, so dass dieser £lal n\ dieser Beziehung dem 1. J^tal 
ähnlu h ist. 

Smith iiiachl V Euu's naiidiatl, von denen ich den iL Etat^ 
ohne ihn jedoch gesehen zu haben, beibehalte, weil die Angabe 
so bestimmt und deutlich lautet, den Stat V aber lasse ich fallen, 
weil mir scheint, dass derselbe nur auf die Autorität Adam Barts^'s 

hin aufgenommt'ii wurde und die Merkmale desselben ohnehin be- 
reits iiu ttat III vorkommen; übrigens kann ich nicht unterlassen 
darauf auCmerksam zu niachen , dass Adam Bartsch im II. Theile 
seiner Anleitung zur Kuplerstichkunde Seile 282 dieses Blalfes 
erwähnt und dabei den schwer zu erklärenden Versloss iH rrthi, 
den 2. mit dem ^, Abdruck zu verwechseln. Smith wu^ssLc von 
diesem Fehler und iiat ihn, ohne jeduch seiner ausdrücklich zu 
erwähnen, glückhch vermieden. 



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72 



Nach R, Weigä war ein Probedruck bei Ploos van Ämstd, 
und ein zweiler, wenn nicbl dei'selbe, befindet sich in Amsterdam. 

Das Exemplar vor der Scbrifl in der k. Bibliothek in Paris wurde 
IS 11 um 400 Francs angeschafft. Es giebl Abdrücke auf Perga- 
ment in den Cabiueten Wilson^ Barmrd und Dr. van Kaathoven 
in Levden. 

Dieses prachtvolle Pi»rtrait ist enies der schünsleu Erzeugnisse 
von Vtsscher's Meisierliaiui und wird zu den seltenen Blättern ge- 
rechnet, welche man die grossen Bürte, auch die grossen Bart- 
münner, ffrande harbe nennt. Siehe die^ Niiinmcrn 8 und 42. 

Der prachtvolle Abdruck im I. Etat^ der hieb im Cabinet 
Verslolk befand, wurde bei Versteigerung dieser Sammjung mit 
275 hoiländ. Golden verkauft; ein Exemplar des II. Status ging 
mit 60, und ein anderes des III. Aafs mt 25 Gulden weg. Jost 
werlhet einen Abdruck mit dem schwarzen Olire (IL Aat) auf 
10 Louisd'or. 



41. Philipp Boveniui. 

(H. 6, N. 6, S 114 ) 

Der Kirchenfüi-st sii/.t im Lehnstuhle gegen rechts gewendet 
an einem bedeckten Tisc he, auf dem sein linker Arm mit der aiis- 
gestrecklen Hand ruht; der rechte Arm, in dessen, mit dem Hinge 
ge/ierler Hand er ein Pergament halt , lie^l aul' der Sessellehne 
auC. Kr blickt nach vorwärts, etwas gegen links, bat das Hk liftt 
an, anf dem Kupie das Birret und um die Schultern die 31ozelta. 
Unter der letzteren sieht das mit Steinen besetzte Pectoralkreuz 
hervor; übrigens trägt er nach damaliger Sitte Sehnurr- und spitzen 
Knebelbart. Hinter dem Sessel linker Hand iulli den Buiun eine 
Draperie von glänzendem und schwerem StolT mit einer Quaste 
aus. Auf dem Tische liegt , seiner Iland zunächst , ein geschlos- 
senes Buch mit Clausuren, auf dem Deckel mit einem Wappen 
geziert, hinler ttiesem steht ein grosses Crnciflx auf reichem Posta- 
mente, links eine Glocke und rechts die Mitra mit dem dahinter 
liegenden Kreuze. Die im Hintergnmde den Raum abschliessende 
Mauer zeigt als Vorsprung eine viereckige Sjtule und daneben 
rechter Hand eine FensterOflTnnng in reicher Einfassung mit Frucht- 
gehangen im Style des XVU. Jahrhunderts. Die Beleuchtung 
kommt von der rech ton Seite. 

Im Unterrande die Unterscbrifl ; illvstrissimus ac revereis- 

DISSIMUS nOMlMJS, P PHILIPPUS ROVKNfUS , ARCHIEPISCOPLS PHIUPPENSIS, 

viCAH. VPOST. (te. (Inn?! kommen zwOlf Infrinische Verse in drei Ab- 
sätzen, je zu vier Zeilen. Sie beginnen mil.- belga, Pinuri>t:ssis 
quid picta Anfiffitis ora und enden mil: inter Apostolicos hix erit 
nie viros, Daiimter rechts etwas üeier das Wort PIE, das Motto 



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73 



des Vf'rfassers. lo der Mitte unter dem mittlereti Absätze: Com: 

4k YifCdter fecit, 

Höhe: 16" 6"', Bteile: 12" 5'*'. 

I. Vor dem Namen des Stechers. 

II. Mii (Ion WorttMi: Com, de Visscher fedL in der Mitte tinter- 
hall» der UnlerschrifU 

« 

42. Peter Schrijver 
{ Scriverius.J 

(H. N. 23, S. m.\ 

Brostbild io Vorderansicht, gegen links gewendet, mit weissem 
Schnurr- und spitzem Kinnbart, und schOUerero, vpn der Zeit ge* 
bleichtem Haare, <las unter dem Hute mit breiter Kiämpe and 
spitzer Kappe an den Seiten berabhSngt. Der Haiskragen ist 

glolt und henibliiiiigend , vorn gespilzl, der schwärze Rork ge- 
jiclilosscn, vorn mit einer engen Knopfrrihe. Der Mnufpl, mit Pelz • 
gcliilteit , ist vorn offen, hat einen nmgeschlageiieu Kragen und 
hängt am Halse an piner Schlinge. Vor ihm liegt auf einem üher 
die Fenslcrbriisliiug herabhängenden Tuche, das zugleich den Un- 
terrand für die Schrill bildet, ein grosser Folioband, in den er an 
«iner Stelle die Pinger der linken Hand gelegt hat • Das Ganze 
wird von einem Rahmen mit sogenannten Eierstüben, der eio 
offenes Fenster vorstellt, umfangen. Die Beleuchtung kommt von 
der rechten Seite. 

Oben in der Mitte des Rahmens: ^tatis Lxmi. In 
dem ^veissen Tuche «eitf Motto: lege.ndo'et srniBFisno. Darunter: 
PETRvs scRivERivs, HAHLKMF.NSis. Dann folgt in <lioi Absätzen neben 
oiiiander, ein zu sieben Zeilen, ein lateinisches Gedicht von 

eiiiundzwanzig Vuisen. Es beginnt mit: Vilam quce faciatU bea- 
iwrem und endet mit den Worten: Vitam qucR faciunt bealiotem. 
Darunter in der ^Mitte: nvco grotivs. Hnker Uaud: Com, Vttcher | 
(bulpCit I P. Soutnusnno \ Dirigaue, rechts: P. Sontmao { pingebat, 
et I excudebat | Hariemi 1649. Darunter in kleinen Charakteren: 
Cum Priuihgio, 

Hdhe: U" 11"', Breite: 10« 10'". 

Dieses Blatt gebort /u der Reihe der sogenannten „grossen 
H?lrte/* Siehe die iNrn. b und iO; ist ferner noch das V. Blatt 
der Folge: Quatiior persoinae, feliciorum irmporum rehditores. 
Siebe die Anmerkung 2. 

I. Vor (!»MP Nrimpn des Stnrhers. (Smilh, R. Weiget.) 
II. Vor der S( hrauirne im Gvsielile und mit Apw Worten: Hac 
lunl t^tdll Hwc Cunl iu dem vorletzten Ver^e. Der Strich, 



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74 



(l(Mi man ilie Scliramrac nonn(, trphl von dem Backenknnfhon 
ilcr linken Wanj:?f' flhcr den Sciinwrrlhirl gPgfin d;is Kinn zu. 
Der Rand des Ohrs iritl in diesem £uu unler den scliül- 
loren Hanren deullicli licrvor. 

III. (ileiihrath vor der Schramme, jedoch bereits mit der Ver- 
änderung des Wortes iTac in das- richUgere Htec, 

IV, Mit der oberwflhnten Schramme, welche nach Einigen aus 
Unachtsamkeit beim Drucken, nach Anderen bei Gelegenheit 
einer Belouche durch Ausgleiten des Grabsliehels entstan- 
den ist. 

Galt bei V&rsloik im L £lat bloss 6 liolländ. Gulden. 

48. Helena Leonora de SieverL 

(H. 18, N. 18, S. 117.) 

In halber Figur, gegen rechts gewendet, fast in Vorderansicht, 
den ßhck nach links gerichtet, im AtlasgewaoU mit bauschigen, 
am Handgelenke geschlossenen Äermeln mit hohen, mit breiten 
zackigen Spitzen besetzten Manschellen. Dns Mieder des Kleides 
ist oben wagredit aiisgpschnillen , unten en<lii,M es in grossen 
Lappen. Die Clieuiisetle reieht bis an den Hals iiiuauf, ladet sich 
in einen grossen, bis an die Acliseln reichenden, mit Spitzen be- 
selzlen Kraben aus. Uebei denselben ist ein zvveilet kleinerer 
Kragen gelegt , der vorn in zwei viereckige Theile auslaull, die 
reich imd ganz durchbrochen gearbeitet • und an den Rändern 
ringsum mit Spitzen besetzt sind. Unter demselben, auf dem 
Brust tuche sieht man ein zartes Ketteben bfingen. Die Haare sind 
aus dem Gesichte gestrichen und rückwärU« wahrscheinlich in einen 
Knopf zusammengelasst. In den Ohren hangen Ohrringe mit an- 
hiingend»'!- INm!»' in TVirnforni. Die Hund*' '^ind unter der Hnist 
ungezwun^'fn iiiu'i- enuuulcr f^ciegl. Am vicrlcu Finger der linken 
Hanfi iiiij^i <li(> Dame einen Hing mit eiueiu Steine. Die Beleuch- 
tung kitmml von der rechten Seite. 

Im Unterrandc die Lnlerschrilll: hklkina leonora de sieveri 
Darunter: E, Colkctione Nohüi&imi Joaanis Dotmm Somen, links: 
AfU van Byde ptnxdt | Cwn, Vifehar Toi/p. rechts: E. Ceoper 
' exeudit 

Höhe: 8" »"^ Breite: 7". 

I. Vor aller Schrift. {Smith.) 

II. Mit der Schrift im Ihilerrandc: UBLBNA leokora de sibvbri 
allein ohne Com, ViCtsher's Namen und vor der Adresse. 

{Smith.) 

III. Mit der Sclirill im riiterrandc: iiklkna lüonora dk sikveri 
links: Aal van ])ych piiuccti | Corn, VUcher CciUp. jedoch 
vor der Adresse rechts. 



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75^ 



IV. Mit der Schrifl im Unt<;rrande wie im III. J^£a(, dazu reihls 
die Adresse mit den Worten : Eduwa&ri du Booys eiCctidU 
nlinc Punkt und zart gcNtzl. {Smilh.) 

V. Dieselben Merkmale wie in; fnllicrrii IV. t!tat, nur dass die 
Worte: Eduwaerl du iiooys excudil stark ^esloeiieit sind. 

VI. Die obige Adresse ist herausgenommen Hnd durch jene von 
E. Cooper exevdH ersetxl. Hiezit kamen noch uifterhalb der 
ÜDterschrifl die Worte: E. CoUeclume NobUUtfmi Joanms 
Domain Samen. 

Ist ein $eiten»tttck von ^r. 7 Hendrik du Booys und stellt 
dessen Frau vor. 

Galt bei VerstoUc im I. £tat 10 bullend. Golden. 

44. Mickiel Spareubeek van Kranenburgh. 

(H. 20, N. 20, S. 102.) 

BruslbUd gegen rechts, mit nach vorn gerichtetem Blicke, in 
einer ovalen, von einer Leiste umfangenen Mau erver lieftiog, «leren 

Äussere vier Eckfeliler diiicli ciilspr<M;hende Dreiecke ausgerullt 
siik). Der Greis Irilgt Schnurr- und zweigetheilten Kinnbarl, und 
an!' (ieii) dichlen gekrausten weissen Koplliaare eine jrrdssr IN-!/,- 
imiLze. Der fällige Halskragen ist herabhängend, er scjbsi iii den 
uüigescblagenen Mantel gehiillL Die Beleuchtung kuaiml von der 
reciiten Seite. 

Im Unterrande die zweixeilige UnterscbriH: Mbester. Micbibl. 

$ 

Spabenbbeck. t VAN Kbanenbvrah. rechts etwas tiefer: 

Hdhe: 8", Breite: 5" lO"». 

Ist>das SeilenslQck von Nr. 29 Engdüe Pieten Km-Leoe.- 
Diese zwei Blätter wurden bei Yer^oSe mit 16 holländ. Gulden ' 
bezahlt. 

45. Frans Yaldes. 

(H. 47, N. 35, S. 130.) 

In halber Gestalt, in Vorderansicht, etwas gegen rechts ge- 
wendet, mit kurz verschnittenem Haupthaare und Vollbart, der am 
Kinn spitz zulfinft, Im dunklen enganliegenden spanischen Costum. 

Der Stoff ist mit Sanimlstreifen l)esetzt, das Wanims reicht bis 
unter das Kinn und treibt die schmäh; gelaltc^te Krause empor, 
auch an den Ilamigelenken treten die Mnnsdiellen etwns hervor; 
an seiner »vehten Seite hängt am Wehigehänge «ler Dej^eii. Das 
kuim Waitnns bnl vorn eine. Ueihe Kii()p(e. An dei dreÜ'aeben 
Kette häugt liel liurub diu Medaille mit dem Lamm GuUes und 



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76 



daruuter die Buclislaben P. V Die rechte Ilaud legt er iu die 
Seite und stützt mit der linkeu den (.onimnndo<;ta!) iu die linke 
Hüffe. Der zurückgeschlagene schwere Vt rli nig bietet rechter 
llaiid über eine Mauer hinüber d!e Aussicht aui die belagerte Stadt 
Leiden. Die Belcuchtiiog koiniiit vou der rechleu Seite. 
• Oben 10 der Milte aiieseriiaib des Stichrandes die Zahl: I im 
J UnterraDde die Untersclinlt : frakciscvs taliiesivs, bispani wm 
exBRciTvs. Darunter ein lateinisches Gedicht in zwei Absfttzen 
neben einander, jeder zu vier Zeilen. Es beginnt mit den Worten: 
Fleclit in illufireni und endet mit: quäm flt amica Venus. Unter* 
halb dieser Verse in der Mitte: petrts sghiveiuvs. Linker Hand 
dieses Gedichtes die Worte: Pictüra ad Vivum \ exprefta extat 
apud I Jo. Moom Adooeahm | FiCei* rechter Hand: Com. ViCcher 
faUpCU I Petro Soutmanno \ dirigente et \ exmdente | Hariemi 1649. 
Ganz unten in der £cke rechts: Cum Privikgio. 

Höhe: 15" 3"', Breite: 11" l«». 

I. Vor der Schrift im Rande. (Nagler, SmUh,) 

II. Mit der Schrift, wie oben. 

Ist das erste Blatt der Folge: Qi^atuor persu^ae, feliciobum 
TEJipoBUH REDDiTOfiBS. Siebe die Anmerkung 2. 

Cornel Yisscher. 

" Zwei angebliche Portraits desselben siehe unter Nr. 55 u. 56, 
dann sein wahrscheinlich echtes Portrait im Jflngliugs- und Maoaes- 
alter in der Anmerkung 7 und in der Vorrede. 

46. Joost vaa den VondoL 

tH. 15, N. 15, S. 120.) 

Silzend im Lehnstuhl, gegen links, mit nach vorwärts gewen- 
detem Gesichte. Das Haar, nicht sehr lang, ist frei und mige- 
zwijrii,'«'n, am Scheitel mit dem runden Kilppchen bedeckt, Schiuirr- 
und Knebelbai t klein und wohl geptlegt. Der Rock hat vorn t iiu- 
enj?e Keilie Knöpfe, der Aermel ist am Handgelenke etwas uitige- 
schiajj'en und vom gleichfalls mit KiKiplen besetzt, der Halskragen 
massig gross, glatl und umgeschlagen. Der Dichter hält in der 
etwas erhobenen linken Hand ein Papier, ist in den am RClcken 
und aul der rechten Achsel aufliegenden Mantel gehüllt, dessen 
Ende an der Sessellehne hängt und hat den Hut mit zugespitzter 
Kappe, dünner Hutschnur und breiler Krämpe, den er mit der 
rechten Hand halt, auf dem rechten Schenkel aulliegeu. An der 
rackwanigen Wand sind zwei Bttcherbretter angebracht; auf dem 



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77 



unteren stehen vier Folioliande, einer mit Clausuren und mit dem 
Schnitte nach Tom, daneben zwei Fascikel Schriften, die sich (Iber 
ein viereckiges KSstehen an jenen Band anlehnen. Unter den 
Bänden steckt ein Blatt Papier, auf dem die Worte stehen: C, de 

ViCcher | ad viuum deli. \ et Cculp. auf dem oberen Riolte Viesen 
zwei FüJiühauUe von ungewöhnlicher Länge, auf denen zwei liande, 
mit dem Schnitte nach aussen, stehen, daneben die Figur eines 
sitzenden nackten Koabeu mit abgebrochener linker Hand, und 
hinter demselben ein stehender, mehr erwachsener Junge, der be- 
kleidet ist und die FIttte bläst Vor dieser Gruppe liegt, die Beine 
des sitzenden Kindes verdeckend, ein zusammengerolltes Papier, 
an der Wand hangt eine Landkarte an Bollstfiben. Die Beleuch- 
tung kommt von Her rechten Seite. 

Höhet 9" 8"', Breite: 8". 

Ich gebe die Beschreibung ivacIi dem ertsten Etat, weil uiir 
glücklicherweise ein solches Kxenipltir vorlag, und weil bei den 
vielen Veränderungen, welche die Piaitc erfahren hat, die Abdrucks- 
verschiedenheiten sich um so deutlicher ersichthch machen lassen. 

I. Der oben beschriebene, mit dem Flötenspieler rückwärts 
des sitzenden Kindes, welchem die linke Hand fehlt. Der 
Unterrand für die Aufschrift, der spJitcr zu eiiicin Postamente 
foenützl wurde, ist vollküinmcu Aveiss, ebenso düs Papier in 
den Händen des üiciitcrs, nur das Blatt Papier, das links 
auf dem Üücherbrelle uaiei den Folianten steckt, hat die 

ohigen Worte: C. de Vifcher \ ad viuum deli. | et Cculp. 

II. Der Flölens|)ielcr ist verschwunden, seine Stelle nimmt eine 
Frauengcslidt in .iiitikem Cosluni ein, sie stemmt die rechte 
Hand, in der sie eine Schriflrolle hält, in die Seite, in der 
gesenkten linken Hand h<ill sie eine ausgelöschte rauchende 
Fackel, rechts hinler ihr liegt eine Lyra und eine Tuija. Auf 
der an der Wand hüngenden Karte sieht man links (bis bren- 
nende Troja. Auf der Seilenwand des Kaslchens auf dein 
unteren Bücherbrelle bemerkt man leicht geiil/.t eine Teufels- 
larve en fape. Auf dem Blatt Papier, das Vondel in der 
Hand hält, stehen feingerissen die Worte: JuHus ex fide \ 
vitU Die rechte Hand, die den Hut hült, ist so Überarbeitet, 
dass man sie nicht mehr erkennen kann« und der Ort an 
dem sie war zur dunklen Stelle wird. Der Schlagschatten, 
den das Papier auf den Hut wirft, ist tiefer herabgezogen 
und verstärkt* Ueber den unteren Theil der Hulkrtlrope hin- 
aus ist der Mantel vergrOsserl, so dass derselbe, dessen Ende 
im I. £ial Ton der unteren linken Ecke entfernt ist, 
nunmehr dieselbe ganz, und zwar in einer HObe von 9''' 
ausfüllt. An dem unteren olTenen, etwas umgeschlagenen 



78 



Rockflilgel sind sedis Knopflöcher hinziigolilgt, die im 1. £lat 
fehlen. Der UHterraiid f«r die Aufschrift ist noch weiss und 
unvüileüdel, auch die fehleiule Iland des sitzenden Knaben 
ist noeh nicht ei^nzt; üiirigeiis ist die Sehrifi auf dem 
Blatt Papier Unker Iland unter den Folianten auf dem Bflcher- 
brette dieselbe geblieben wie im früheren I. Jßlai. 

III. Die obigen Merkmale; die Tealelslarve auf dem KSatchen ist 
krtfUg gestochen. iSmUh.) 

IV. Der auf dem oberen Bdcherbretle silxende Knabe hat die 
fehlende linke Hand ergänzt und hält in derselben ein Stlb- 
chen. Auf der Karle an der Wand sieht man ausser dem 
brennenden Troj.i noch rechls Aeneas wie er mit den Seinen 
flieht. Das Pnslanienl ist vollendet, auf demselben stehen 
vier lateinische Verse, welche niii : Quod luha TirgiUi, he- 
ginnen , und mit: arte prior, etiilcn, diirunler das Wort 
PRUDENTER. jedoch vor den Worten: C. de Visfcher ad 
vivum I deli. et Cculp nebenan. Das Blatt Papier auf dem 
unteren Büchcrbreiie hat die Worte: C. de Vitseher \ ad 
viwm deH. f et Cculp wie im ft-Oheren ^lol. Auf dem Pa- 
piere in VandeVe linker Hand stehen die Worte: hör | BEABIT 
DiVITE LINGUA, an der Stelle der fittberen: Jtufi» ex 
fide \ viviL 

Eine Variante dieses £lai's fand ich in der königlichen 

Kupfersticlisaninilung in Dresden so \vif> in der k.iis('rli( hon 
Ihdliildinlhck iti Wien, wo nach jcdeui der Worte deii. und 
Cculp. ein Punkl vorkcunml, wiihrend er in allen mir zu 
Gesichle gckonnuenen Exemplaren nur hinter dem Worte 
deli. allein sUdil. 

V. Mit dür Schrift im (Jnlerr;itnlc wie im IV. £llal und niil dorn 
Beisalze: C. de VisCcher. ad vivum \ deii. | ei Cculp. rechts 
neben den Versen: Quod tuha VirgilH u. s. w.; dieselben 
Worte, die bisher auf dem unter den Büchern linker Hand 
steckenden Papiere so lesen waren, sind berausgeschlifTen 
und an ihre Stelle der nach links gewendete Kopf eines 
Satyrs gesetzt. Die Teufcistarve auf dem Ktfstchen neben 
den Bflchern ist noch vorhanden. {Smith.) 

VI. Mit denselben Merkmalen wie im V. £lal mit den Versen 

im Unterrande und dem Namen des Stechers daneben, nur 

mit ih m Untcrsrliiedc , dass die Tenfclslarve nuf dem Käst- 
chen weggenouinien und durch die AUt rsang.ihe : 1657. | 
jEI. 70. ersetzt wurde; der Kopf des Siilyrs auf dem Papier 
unlerhalb der Folianten, so wie die Schrift lui Lnterrande 
sind unverändert geblieben. Vor aller Adresse. 

\ ii. Mit den Merkmalen des VI. lüial's und mit der Adresse unten 
links: Juliut Danckers Excud. 



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79 



VIII, Der obigen Adrosst; ist spni'T gleichfalls iinlrn links noch 
beigefügl jene von F. Schenk Excud, Ämslerdä Voor an in 
de Warmoef Hraat 1728. 
1\. Die Adresse getilgt. {Smith,) 

Auf dem Exemplare des 1. Aaft der AüertitM stebt unten 
ausserhalb des PlaUenrandes von alter gleichzeitiger Hand geschrie- 
ben: Jooü Kunde Fonde/^ Ä\ 16&7. ^t. 70. Siehe abrigens die 
Anmerkung. 8. 

Den von Smäh unlcr IVr. IV aufgerolirten Etat habe ich über- 
gangen, xveil er keine Merkmale aniriebt, die nicht schon in den 
früheren viirkonmieu und fdx'rdies die cilirten nenen Ari)eilen an 
dein Mantel nicht näher bezeichnet sind. Der Preis dieses Hlalles 
war stets ein Ijoher. Nach Jost f'alt ein Abdruck ({» s 1. Elat's 
(tnit dem IMütenspieler) 31 Luuisd'or. Derselbe erkaulie Linen S(d- 
cben im Jahre 1828 um 600 Francs für den König von Frankreich, 
der von einem Sammler früher mit 1600 Francs bezahlt wurde. 



47. Comel Yoibeig. 

(H. 8, N. 8, S. 122.) 

Fast in Vorderansicht gegen h'nks gewendet, das Gesicht dem 
Beschauer zugekeiirt. Die Haare fallen schlicht und etwas gerin- 
gelt herab und reichen bis über die Ohren. Schnurr- und Knebel- 
bart, besonders der letzlere, sind nur angedeutet, der Ilalskragen 
ist glatt und umgeschlagen. Das Gewand, bis an den Hals ge- 
schlossen, bat UeberSrmel mit Philakterien, am Ende mit vier 
KnOpfen besetzt. In der linken, etwas erhobenen Hand halt der 
Pfarrer ein geschlossenes Buch mit Clausnren, und deutet mit der 
rechten auf ein Crucifix, das vor ihm auf einem niederen Posta- 
nnente stellt. Den Hintergrund bildet rechts eine Draperie mit 
einer Quaste. Linker Hand zeigt sich zwischen zwei Spulen ein 
oben abgenmdeles Fensler, dnrch <!;i>^ hindnrch man in eine fiaclie 
Gegend bhckt, an deren nahem limizont sich eine Kirche zeigt. 
In der Mitte dieses Fensters befindet sieh eine runde Scheibe 
mit einem Wappen. Die Belencüüing kommt von der rechten 
Seite. 

Linker Hand des Kopfes an der viereckigen SSole: Mta, 35. 
an dem Postamente, auf dem das Cruciflx steht, die Worte: 
C Viü^er Ddima. et feufy im Unterrande: r. d. m. cornblivs 
vosBRRGivs PASTOR Tiv sPAKRwovw &c. oBiiT A**. MDCMIl. Daruuter 
zwei Gedichte, links das lateinische, rechts das iKdiändisehe, jedes 
zu sechs Zeilen. Das iaieinischc beginnt nnt : Ha c tibi CORN ELL 
vultum dal sculpUi tahellu^ und endet mit: rmtica turba geniet. 
Das holländische beginnt mit: Wie goedtheyt, und schliesst mit; 



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80 



wU dai eeti Härder doet* Unterhalb in der Mitte beider Gedichte 
stehen die Buchstaben: p. b. m. d. 

Hdhe: 11" 9% Breite: 8" 2"», 

■ 

48. David Pietersi de Vriea. 

(H. 14, N. 14, S. 123.) 

Brusibiltl in Vorderansicht, gegen links gewendet, im Oval, 
oberlialb eines Schnörkel-i lnhles, in den oberen Ecken Mm Tro-« 
phäen, VVafien und nllerhaiul Ki iegswerkzeug umgeben. Die Slirae 
ist hoch, das Haar etwas sduiller, ScbnniT- und Kntjhelhart kJein 
und zierlich. Der enganliegende Hock hat vorn eine dichte Reibe 
Knüpfe, deren viei' van unten offen sind, auch an den Vorder- 
ärmeln siebt man eine Reihe von Ittnf Knöpfen. Der Halskragen 
ist massig gross, hat zwei Qnasten und lanli vorn in zwei Spitzen 
ans. Unterhalb desselben über der Halsberge hängt an schmalem 
Bande ein Ring mit einem Steine. Um die Stirne ist ein Lorbeer- 
kranz gelegt, die etwas erhobene rechte Hand in zierlicher Haltung 
BtQlzt sich auf den Commandostab, die linke ist leicht in die Seite 
gestemmt. Im Hintergrunde, dessen Milte ein Vorhang mit einer 
Quaste einnimmt, Iilingt rechts an runder Saide sein \VappeD, 
links steht eine Bücberslelle mit mehreren autrechtslehenden Bü- 
chern und ein ArmiHarinm; darüber hinaus hat man dnrcli die 
Fensten'tfl'nunf^ die Aussicht auf das >I(M'r mit einem ScbiQe. Die 
Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die Urnsrhrift des Ovals lautet: i»avid i'Ifterz. de vriks, af,- 

TELLERY-AiKKSlKU VA.> DK STATEN VA« WESTVRIESL.\iNT EN 't i>üOIU»KK 

QVARTiER ^TA. 60. A>iNo M.D.CLUI. In dem unteren Schilde, über 
dem rechts und links zwei Kanonen hervorhigen, und an dessen 
Enden zwei Delpliine zu beiden Seilen das Oval gleichsam tragen 
oder stützen, steht ein holländisches Gedicht v(»a acht Zeilen ; es 
beginnt mit: Ihis maalde een ktoecke und endet mit den Worten: 
de wapen^org bekmm. JJnten am Rande, links, die Worte : Com. 
ViMier Delineamt et (mp, rechts: Ä^, 1653. 

Ilölie: 7" 7"', Breite: 5" "'"* 

I. Vor tiem Lorbeerkranze auf seinem Haupte. £in Exemplar 

in Amsterdam. (SmiÜi.) 

II. Mit dem Lorbeerkranze. 

Gestochen zu dem Buche: Körte hiCtoriael^ ende Joumaels 
amteyckeninffe van verCcheyden voyagietis in de vier deelen des wereldts-* 
ronde, als Europa, Africa, Azia, ende America gedaen 't Iloom, 
voor D. Pz. de Vries. Tot Alckmaer by S. Cz. BrekegeeCt 1055. 
in 4. von welchem nur nocli 5 Exemplare «xisliren sollen. Sirlie 
./. H. Bro/ihmd, HiCtory of the State of Neir-York, VoL L p, 156» 
381 und die Bibliographen, besonders Brunei, 




81 



^ 49. Johann Waohtelaer. 

(H. 9, N. 9, S. 124.1 

Im pricstcrliclien Gewände, gegen links im Lehnsluhle sitzend, 
(las Auge jedoch auf den Bescliauer "gi'riclitef. Ein L'jii::m!!>i,H'ndos 
Küj>pclHMj deckt das fast kahle Tfaiip! , Srluiurr- und KnclHilhait 
sind klein. Das Untergewand ist bis ohrn liinanf zugeknöpft, und 
das, mit kurzen auf Knüpfe gericlileLea halhen Aermehi, den so- 
^eiiaiHit<'n Philakterien , versehene Ohergewand vorn offen und 
uiugesciilagen, der llalskragen herahhSngend. Der hnke Arm liegt 
auf der Sessellehne auf, mit der rechten Hand btiUzt er ein Bucii 
auf sdn rechtes Knie, und legt dcu Zeigefinger zur Bezeichnung 
einer Stelle zwischen die Blätter. Die Sessellehne ist mit «einem 
Tuche bedeckt Hechts steht ein mit einem Teppich bedeckter 
kleiner Tisch, und darauf ein Lesepult mit einem darauf liegenden 
aufgeschlagenen Buche. Auf einem neben demselben liegenden 
länglichen Blatte steht sein Motto: Gratfä \ et \ Vigiliä. Das rechte 
obere Eck füllt eine li< rabiallende Draperic mit einer Quaste ans. 
An der Rückut'and linker Hand erhebt sich eine flache eikige 
Situle, oben mit einem Schnürkelschild, der die drei im heraldischen 
Sinne links gekehrten Wachteln der Familie Wach tela er im Wappen 
führt. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Im Linterrande die Worte: admodum REVFnFMns ft ampussimus 

DOMINUS, D. JOAN>FS WACIITf I.AFR. IlLTRAJRCT. S, THFOL. MC. tK.r. Da- 

ninter acht laleinisclie Verse in zwei Absatzen neheneiuaudei, 
welche mit: Rtddidit ars heginnen und mit: Cura, Ft'deaqß dabmU. 
endigen; darunter rechts das Wort PI£, das Slolto des Dichters, 
in der Mitte: Corn: de ViCtcher fculpsü 

Hötie: IC" 9'", Breite: 11" 9"'. 

I. Vor aller Schrill, selbst vor dem Motto Wacktelaers auf dem 
Blatte Papier neben dem Buche auf dem Lesepulte, und vor 
den drei Wachteln im Wappen, £in Exemplar im Museum 
zu Amsterdam. fSmüh.J 

II. Gleichfalls vor aller Schrift, aber mit den Wadileln im 
W^appen. (Smith.) 

III. Mit der Schritt, der ohenbeschriebene mit dem Motto: 
Gratia | et \ Vigilid, 

Wurde bei Y&rstolk mit 49 holländ. Gulden bezahlt 
öO. Franz Wilhelm Graf von Wartenberg, 

bischuf von O.siuihrück. 

(N. 40, S. 110.) 

Brustbild in einem Oval, auf, mit wagrechten Strichen be- 
scbailetem Hintergrunde, Kopf und Körper nach links gewendet, 

6 



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82 



(Im Blick aber nach vorn auf den Beschauer gerichlet. Er trägt . 
die Mozelta, vorn mit einer Knopfreilie besetzt, aus der auf der 
Brust ein klcinps Kreuz Iiervorfritt, und nuf dein Kopfo das Birett. 
Der schmale Halskrausen ist ^'latt und un){?esolih<«ifeii. \><'r Bischof 
trägt nacli damalitrer Sitte einen massig grossen, eher kienien, aher 
wohlgepflegten spitzen Schnurr- und Knel)elhart, das Haar wohl 
glatt gekämmt, aber unten am Ende periickenarlig vom Haupte 
abstehend. Oben in der rechten nnd linken fidie hangen zwei 
Wappenschilde mit Kronen an SchnQren; die Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite. 

Die Umschrift des Ovals lautet: h^^. et nx"*?* n. d. fran- 

GISCTS OVILBBLMVB B. G. EMSCOPTS OSNAHVAG. R ATISBOR. HIKDENS. AC 

VFRI)K>S. F.TC. S. R. I. I»Rf>TF.SPS, COMFS DK WaUTESB. &C. * lOl 

Unterrande stehen folgendi^ virr laieinisrhe Verse: 

Heus pictor, fiini tu^ licet experiare rolores, 

Hand tanli alinigcs Principis enigieni. 
Hectius ut facias, Velum Uli appone Tiniantis^ 
Sol cemi hic tectus non niü nube poteft.* 
Darunter rechts: Bernh. Rottendorff. D. 
Ohne Namen des Stechers. 

Höhe: 6« 6*", Breite: 4" 8"'. • 

I. Der uiilieschriebene; das tiesiclil ist hehl geliallcu, der Bart 

bloss mit senkrechten Linien angegeben. (Smith.) 
II. Die Platte ist flberarbeitet» der Bart mit starken Krcuistriehen 
beschattet. (Smith,) 

Gehört uacl| Smiih zu den grossen Seltenheiten. 

Das Exemplar der königl. Rupferstichsammlung in Dresden, 
nach welchem ich die Beschreibung gebe, hat links unterhalb des 
beschatteten Vieredcs mit Tinte geschrieben die Worte: Cor: ViCdker* 
Suyderhoef hat denselben Bischof in gleicher Grösse, mit denselben 
Versen, und fast genau mit derselben Bundschriii des Ovals ge- 
stochen, ohne gleichfalls seinen Namen beizusetzen. Siehe Nr. 95 
meiner Beschreibung seines Werkes. 



51. Jakob Westerbaen. 

(H. 16t N. 16, S. 125.) 

Im dunkeln Oval auf weissem Grunde, Brustbild fast in Vorder-- 
ansieht, gegen rephts gewendet, mit hober Stirne, langem weissem 
schlicht herabfallendem Haare und kurz gehaltenem Schnurr-^ und 
Knebelbarte. Der Hock ist enge anliegend, vorn mit einer engen 
Knopfreihe besetzt. Der glatte herabhängende Kragen ist unge- 
wöhnlieh gross, am T^ande mit einer breiten Spitze besetzt; die 
zwei Uuasten schauen nur wenig vor, an reicher Doppelkettc hitagt 



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83 



auf der ßrust eine grosse Medaille mit dem Bilde des Eraengels 
Michael. Die Rofeuchlin^i]' komnit von der liiikon Seit»'. 

Dio zwcizeilijjTC Uniersclirift im UntenarKie Jaulet: Jacob 
Westet'haen Heer mn | Brandwyck eti Gybland, Ridder etc. Darunter 
iü der Milte: Com. de Vifscher fmlp. 

Das Blatt ist nach einer Zeiclitmu^' von J. de Biay gestochen, 
welche im Gabinet Feitama liegt. Wetterbam ist wohl derselbe, 
der auch Galeriedireclor im Haag 1659 war, und auch als ge- 
schickter Maler in Gerard Dow'b Hanier bekannt ist 

Höhe: 4" V*', Breite: 3" 3'". 

I. Vor aller Scluifl, 

n. Mit der sfreizeiligen Unterschrid wie oben in der Beschret-' 
bung, jedoch vor dem Namen des Stechers; an der rechten 
Seite lauft nach der ganzen Linge der Nase in tiner Linie 

ein starker scharfer Schatten hin, der im I. Mtat durch die 
Kehle Stelle des linken Backenknochens unlerhrochen ist. 

III. Mit der Unterschrifl wie im II. £tal und mit dem Namen 
des Siechers darunter. Die Abdrücke haben an Harmonie 
stark eingebüssl, sehen rauh und trorken a«?!. 

IV. Die Plaue wurde slellenwoise (iberarbeilel , sihwerlich aber 
von Vüsdiers Hand. Am deullichsten Irin diese L'eber- 
arbeitung an der beleuchteten linken Seite des Wammses 
hervor, an der sich in frtfhercn Brucken eine lichte Stelle 
von der AchsdhQhle bis unten an den Rand des Ovals her- 
abzieht. In diesem Muu ist dieselbe gegen unten zu, na- 
mentlich am Rande des Ovals, durch eine wagrecliio Strich- 
lage unterbrochen, wodurch die beschalleten Partien zur 
Rechten und zur Linken in Verbindung gebrarlil wurden. 

Köininl in diesem £lal in dem Buche liedichien van 
J. Westerbaen, (iravcnhag 1672. 8^ in 3 Bünden und woid 
auch in der fnlheren Ausgabe vom J.ihre 1657 vor. Siehe 
R. Weigel's Kuusikatalog, Abtheiluug XVI, Nr. 141 4b. 
V. Mit Coehoom*i Adresse. Biesen Miat gebe ich, ohne ihn je 
gesehen zu haben, nach Naglet und SmUh. 

♦ 

Galt bei Verstolk in einem Abdruck vor der Schrift 10 hol- 
ländische Gnlden. 



62, WOhelm II. von Vatsau, 

Prinz von Orsnien. 

(H. 36, N. 43, S. 130.1 

Brustbild in einem Oval auf dunklem Grunde, in Vorder- 
ansieht, ffogen rechts gewendet, mit langen gescheitelten und ge- 
lockten Haaren und schwachem Ansatz eines Schnurrbarls, sonst 

6* 



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$4 



das Gesicht glatt, mit glallein hcr.il»hiuigcndcm spitzem Halskragen, 
vorn mit zwei Quasten. Die glatte Hüslung hat eine schneidige Brust 
und gescliobeue Vorderßüge. Auf der Brust hängt am Bande ein 
MedaiiloD mil einem Reiter. Die Beleuchtung kommt von der linken 
Seite. Das Oval bat keine Umschrift. 

Die zweizeilige Unterschrift im Unterrande lautet: iviliibuivs 
n KA9SXV FR. BEüR, FiLivs | PMMCEps ARAVsiulf vM , etc. Danrater in 
der Mitte: Cum Privilegio An 1649. linivs: Ger. vm HondibmrQ | 
^nxit. rechts: Com. YiCdner ^^j»/tr| P. SwOmm äxtigenU, 

Höhe: 15" 6'", Breite: 11" S"». 

Ist das dritte Blatt der Folije: Fridkhici Hi<:iSRici ORAiNGue 
i'Ri.NCiris F.\aiiLiA. Siehe die Auinerkung 1. 

63. Andreas Deonyszoon Winins. 

(H. 3, N. 3, S. 126.) 

Im Lehnsessel, gegen finks, der schöne kopr nach vorn dem 
Beschauer zugewendet, mit einem Blicke, dem man es ansteht, dass 
der Mann sich ftlhlt und seiner* Wichligkeit sich wohl hewussl ist. 
Das am Scheitel gelheilte dichte Haar lasst die hohe Stirn frei, 
und fällt etwas gelockt und zurückgestrichen leictii und frei auf 
den Nacken herab. Der an der Spitze etwas in lVw Hohe gedrehte 
Schnurrbart ist massig gross, ehenso der übrige Bart, der breit 
und ungezwungen Kinn und Backen deckt. Der Halskragen ist 
glatt, herabhängend, in zwei Spitzen auslaufend, vorn mit zwei 
Quasten versehen ; das schwarze vpjte russische Samnitgewand ist 
geschlossen, vorn mit einer diehh^n Reihe sehr grosser lichter 
KnOpfe besetzt. Zwei gleiche Kniipl'e sieht man auch am Ende 
der ziemlich weiten Aerniel, ilber die ^o^n der Aennel des ÜDter- 
gewandes, sowie der Besalz des HenidjuMDeit^ j^'esltilpt ist. Der 
Degen mit Parirstange und Slieiiblail, jedoch ohne Biegel, hängt an 
einem breiten mit Pelz verbrämten Üandelier über der linken 
Achsel und ist zwischen die Füsse gesteckt. Die rechte llaiid ist 
in die Seite gestemmt; die linke Hand, deren Unterarm auf dem 
Tische rechter Hand aulliegt, hält ein Blatt Papier mit russischer 
Schrift. Die Seitenlehne des Sessels endigt in einen Löw.eDkopf; 
auf dem Tische, den ein kostbarer Teppich deckt, liegt ein grosses 
Diplom, anscheinend aus zwei Blättern bestehend, mil dem auf- 
gedruckten grossen russischen Majestats-Siegel. Neben, und Iheil- 
weise auf dieser Urkunde liegt ein Geldbeutel ohne Zug, anschei- 
nend leer, und von Leder. Hinter dem Tische steht ein grosses 

Geldfass, und darauf geschrieben - & die Bückwaad auf 

tn 

dieser Seite springt in eine Ecke vor. An derselben hängt eine 
Flinte und eine lange Aeiterpistole, beide mit einem Radschlosse, 



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85 



neben denseibcn hängen rechts noch /w^i liorausf^eiKunm» n<; Had- 
schlösser. Von diesen FeuiM vvan'er. hal dieses HIaü dir nciicimnng 
riiomme au pistolet, <le Pistvlman erhnltüu. L'eher tlen Gen i hren 
hängen noch drei Säckch^. Anf dem ersten sieht «ler U\u'\\- 
sUbe ^uf dem mittleren Ij und auf dem rerhtcr Hand (j- 
Die Bedeutung dieser Zeictien blieb mir dunkel. Linker Hünd am 
Boden steht ein Fass mit der darauf geschriebenen Zahl 2500 
auf demselben ""liegt eine grosse Metallbarre mit der Bezeichnung 

^ • ^^ U Den Raum des Bialles auf dieser Seite nininit eine 
m 

runde Säule mit ^hrem Postamente ein. An derselben hängen in 
' der Hübe zwei KUrasse mit zwei Hehnen , von denen der eine 
zwei Federji und ein Naseneisen hat, dann ein Degen mit Parir- 
stange und Hiegei. An einen (h'r Rtlrasse sind auch Brinfasehen ' 
angeschnallt. An der Sftule lehnen mehrere Stangen von versc hie- 
dener Litnge. Linterhalb dieser WalTen auf iiem Postamente steht 
ein Gegenstand von viereckiger Form mit drei anhängenden Ban> 
dern, der nicht ganz deutlich isl und noch am meisten einem 
Scbriftenconvolute ahnlich sieht. Darunter an der senkrechten 
Fhlche des Postaments die Worte: Com. Ft/kdk«r | "DfXiMai ei Sculp. 
Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

An das Blatt ist unten eine 4" hohe Platte angesetzt, in der 
sich die Schrift beGndet. Sie besteht aus einer Zeile russischer 
Schrift in verschränkten cyrillischen Uocialbuchstahen, deren genaue 
Abbildung und Entzilferung in der Anmerkung 9 nn( hznsehen isl; 
dann folgt in zwei Zeilen: i>. h. andheas DKo>'ysziM)> winius, | zyne 
Zaerfe Majeileits van Üullanls Cnnuniflarins, eu Mufli: Oldernian. 
endlich ein zehnzeiliges holl.lndiNciies Gedielii in zwei Absätzen 
nebeneinander, je zu fünf Zeilen. Es lautet, uitd zwar 

im Absätze links: 

De Kroon mif \foskou, Ctcil en hpniffhnofjfi (jrrezen^ 
En van den ßcer hejjrimt, die tioiide sinn en draeghty 

Heeft WINIVS tot Huer Befiehheer in'tgelezen. 
Den Olderman die zulx Alexeis ooyh hehmght, 

Door zyn oprechle tron dat hy kein van zyn branden, 

uud rechts: 

Der Zaerlcha MiijuLieil ten dienft^ den laft betrout 
Naer's Graevenhai'ijli, den Ctoel der Zeven Vrye landen, 

In Cchyn^ ydyck de KnnCt zyn wezen hier ontvonwf. 
Bus leeft de man. die't redit der RuCsen tron verdadiyht^ 

Maer cmders als zyn Zaer km Uftdar begenadight.^ 

Darunter rechts: J. v. Vondel. 

flöhe »les l»oilraila allein: 11" 9 ", mit der Schrift: 15" 9'", 
breite: ü" 5'". 



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86 

J. Eigentlieli Probedruck. Das Blatt ganz vollendet, bis auf lüe 
Stelle linker Hand über dem Postaiiienle neben der rumieu 
Säule, wo das Schriflenconvolul sicli beliiidet. Dieselbe ist 
weiss, bat eine vollkommen quadrali^cite Form, und inisst 
in der Hube: l"' und in der Breite: \" .V". Man be- 
merkt oben den Umriss des auf dem Fascikel liegeiuleu 
Tucbes in zwei Linien und darunter sieben, etwas über 1"' 
von einander absLehendc UorizontuUinien, ferner fcblt die 
russische Schrill auf dem Blatle in der linken Hand des 
Hannes, und, was besonders unterscheidend ist, die Zahl 
ui^ 2500 auf dem linker Hand aro Boden siehenden Fasse, 

desgleichen die Zahl ^ auf ilet* Mctallbarre oberhalb 

™ lüOO 
des Passes linker Hand» sowie die Zahl üf in der 

in 

Bülte des Fasses rechter Hand unterball) der an der Wand 
befugenden Feuerwafl'en. Diese Slelle des Fasses zeigt sechs 
dicht an einander liegende Reifen in der Ges.immltn'ilic von 
7'", der Name des Stechers so ,wie die Uandbuieu sind je- 
docii vuilKuulen. (STnilh.) 

II. Mit denselben Herkuiakii wie im I. /Ctal, mir mit dem ein- 
zigen Unterschiede, dass die Zahl ^I^ 25ÜÜ, welche früher 
leblle, nunmehr auf dem Fasse linker Hand zu lesen isU 

^ Ob in diesem Zustande die Schrift auf der angesetsten Platte 
schon da war, lasst sieh nach dem kostbaren Exemplare der 
Aiberüna nicht entscheiden, da der Plattenrand fehlt, es 
dürfte jedoch anzunehmen sein, dass dieses nicht der Fall 
ist, was auch von Smilh heslütigt wird, der die Unterschrift 
erst dem folgenden £tat zuweist. 

III. Der leere viereckige Raum (Iber dem Postamente links ist 
verschwunden und an dessen Stelle das mulhmassliclic Scbriften- 
eonvnliit getreten, auf dem Blatte Papier in der Hand des 
Winius erscheint die russische Scliriff, auf dem Fasse linker 
Uaod die Zahl 2500 und auf der darauf liegenden Metall- 

1 6 ^0 

harre die Zahl — ^ #if ; das Fass rechter Hand zeigt in der 

m ^ 

Mille die Zahl i$ zwischen zwei Reifen, welche fast 

m 

S'" von einander abstehen ; der Name des Stechers ist gleich- 
4alls vorhanden, ebenso die Schrift in der angeselzlen Platte. 

Uuil lur das seUeuste uiul thenersle Portrait des Meisters 
gehalten. In eiuer französischen Auction wurde ein Exemplar vor 
der Schrill mit 1000 Fr. bezahlt, bei WiMer gull es 1810 
60 Thaler 4 Gr. Das Exemplar der k. Bibliothek in Paris, auf 
dem das Blatt Papier io der Hand des Mannes ohne Schrifl 



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87 



erscheint, wurde im Jahre 1815 um dea Preis von 600 Francs 
angeschafft Im Cabinet Verstehe lagen drei Exemplare^ das eine 
im 1. iuu wurde bei der Versteigerung mit 300, jedes der beiden 
anderen im II. £tat um 165 holländ. Gulden erstanden. Das 
Exonplar vor der Scbrifl, welches ehemals in der Sammlung des 
Barons van Leydm war, utirde im Jnlirc ISll lim 58, ein anderes 
mit der Schrift um 21 Louisd'or verkauft. 

54. Wilkeim vau den Zande. 

(H. 10, N. \% S. 127.) 

im Oval an einem etwas vorspringenden, oben mit einem 
flachen Bogensegmente und Schnürkelscliild abschliessenden Pfeiler, 

in Vordeninsiciit . Gesicht und Bhck nadi rechts gerichtel. Das 
schlicht iKMahrnllfMulc Haar isl sehr lang, Schnurr- und Kiicljclhart 
aber in cIhmi dem Maasse klein. Auf dem Schcilel sil/i ein 
schwarzes Ka|)pchen. Das Gewand ist vorn <nm Halse mit drei 
Knüpfen gescidossen, die oberen vier sichtbaren hiiopfc gehören 
dem Collar an; der glatte Kragen ist hcrabgescblageu. Die Be- 
leuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die Umschrill des Ovals lautet: AOMonvii dnvs cvuelhvs 

VANDETf ZANDE 5. TH. UC. NATVS A^ CE> D C XUU AVGVSTI ZXX OBtHT 

a^. 013 rjcLii. oGTOfi. XII Der oben am Ovale angebrachte Schild 
fuhrt das Wappen der Familie van den Zande , rechts und links 
stehen auf dem Mauersimse zwei brennende und stark rauchende 
Lampen. Auf der oberen Fläche des Postaments, auf dein das 
Oval ruht, stellen links die Worte: P. Soutman pinxit. 1652. 
rechts: C. Vifscher fciilimt. Xovu am Postamente auf der senk- 
rechten Fläclie stehen vier holländische Verse. Sie beginnen mit 
Wie SÄ^DE zjjnm zwier und enden mit: godtvruchtigh en geleert. 
Darunter /. F. V, die Anfangsbuchstaben des Namens des Dichters 
Joost van den VondeL 

Höhe: 10" l'", Breite: 7" 3"'. 
Galt III der Auctiou lerslolk 4U holläod. Gulden. 

05. Unbokaiintes Portrait, 

SDgeblich Comel Visscher, 
(H. 1, N. 1, S. 84.) 

Brustbild gegen reehts, mit nach vorwilrls gewendetem Kopf 
uDji Augeu, so dass er den Beschauer gerade anblickt. Die ganze 
Haltung verrath den Künstler. Das Gesicht ist ohne Bart, die 
ziemlich langen Haare fallen frei und ungezwungen herab, der Hut 
mit hoher spitzer Kapiie und schon geschweifter breiter Krämpe 



88 



hat eioe Schnur iiod sitzt leicht etwas gegeo das rechte Ohr; der 
Hablinigen isl herabhängend, inässig gross /läuft in zwd Spitzen 
ans und wird vora .durch eine Sclinnr zusainmengelialten, au deren 
EikUmi zwei Quasten Iiängen. Das dunkle ^Valnm^^ hat eine dichte 
Knopireilie niid ist von der HiMst ah atifgeknOpIt , so dnss (l;is 
llenid duninJer sichlhar wird. Der Mantid mil kleiiicni Kiii;;<'ii 
isl um die St hidler nnd den rechten Arm <,'i'S( Idagen, deren Uaud 
er in die Seil*' sletniril ; die linke Dand isl leicht auf die Brust 
gelegt. Die Beleuchlung konmU von .der rechten Seite. 

In dem sehr schmalen unteren Rande die Worte: Com» 
Vifdier feeit. An 1649. 

Höhe: 5", BreUc: 3" 6"'. 

I. Iii (lor nur der üriisl ruhenden linkeit ilaiul hä\i er leicht 
zvviäL-lieu Dauiiicn und Zeigclingcr den Grahslichel. 

II. Diese Stelle ist Oberarlieilet , so dass der Grabstichel vor- 
schwindet. Auf dem Hatskragcn siod stellenweise zwischen 
den Strichen so wie an den Ausgängen dersellten kleine, 
punklühnliche Slriohelcben angehracht» die den Uehergnng 
vom Lii hl zum Scliatten vnrmiiicln. Namentlich befinden 
sich auf dem grossen Fhl^nl dos Kragens zwischen den 
Linien gleich untcihdlh der Kulilen Wange, so wie in der 
lichten Stelle, wclrlio. sich gf'KCn das Ohr zu hinzielit, diese 
Slru'lic'l< li«u , wi lclio im 1. J^tal fcidcn, (!es<.doiclieü redils 
un dem kleineren Theile des Kragens. HaU|Uuulerscheidungs- 
zeichen bleibt aber immer der Grabstichel in seiner Hand, 
der in diesem £lal fehlL Die Zeichnang war im Gabinot 
Mmlman und besagt, dass der Meister sie im 20. Lehens- 
jahre gefertigt habe. 

In Betreff des Portndt'a Visums siehe Ithrigens die An* 
merkung 7. 

56. Unhekajintes Portrait, 
angeblich Comel Visscher. 
(Ii. 2, N. 2, S. 85.) 

Brustbild gegen reclils, das Gesiclil nach vurwarLs geuendet, 
ohne Bart, das Haar etwas gelockt. Auf dem Kopfe ein etwas 
gegen das liidvc Ohr zu sitzender IIul niil hoher Kapjie und hreiler 
Ki*ümpe, das Hutband rückwärts in eine Masche gebunden. Der 
glatte herabhängende, nicht übermässig grosse Halskjagen ist am 
Rande rund ausgezackt und wird vorn durch eine Schnur mit 
zwei Quasten zusammen gehalten. Das Wamins, vorn mil einer 
Keihe kleiner Knüpfe hesclzt, ist bis unter den Hals geschlossen, 
der Mantel leicht um beide Achseln geschlagen.- Die Beleuchtung 
kommt von der recliten Seite. 



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89 



Id der Mitte de^ sclimaleu uutcren Itnndes die Wut le : 
C. ViMer fedt, 4« 1651. 

Höhe: 5" Breite: 3" B*», 

Gill bei allen Srhriflstcllrrn über Visscher hh nul Smil/i liei-ab 
für ein PorlniiL uiiscrts M( i^UI•s, welche Ansicht ich jeduch nicht 
Iheile. Siehe die Anmerkung' 7. 

Ging bei Verslolk um 10 holland. Gulden weg. R. Weigd 
werlhet es aiir dV? Tbaler. Siehe Nr. 2340 seiDes Kunstkatalogs 
Abiheilang 2. 

57. Unbekanntes Portrait, \ 

aiigehlidi Contel Visscher'i Mutter. « 
(H. 26, N. 26, S. 129.) 

Der Kopf ist gegen rechts gewendet, fast nur im Profil zu 
sehen, das Auge aber nach unten und links gerichtet. Der Kopf- 
putz ist sehr /tisaniniengeselzt und sieht abenteuerlich geiiu^' aus; , 
denn zuerst kommt (Ins enganliofrfMHlf Ifaiihrhen, dus di{? Ohren 
ganz verdeckt, darülM-r ist, die Slirne zur iläille vcidt'rkeud, ein 
in weilen Abstünden geslreilles Turli gelegt niid rückwärts in 
einen Knoten gebunden, darauf erst sitzt die Pelzmütze, vorn mit 
zwei Federn geziert. Das Hemd schliesst sich bis unter »las Kinn 
dem Halse an und lässt vorn an einer geflochtenen Schnur eine 
Medaille sehen. Das Mieder reicht hoch hinauf; die mit Pelz ver- 
^ brämtc Jactte wkd auf der Brust mit einer Schliesse zusammen- 
gehalten. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Im Unterrande die Worte: Corneh'HS de Visscher ad vivuim 
däiumüf'l et fedt aqua 'forte. | Nicokm Yisecher Excudit* 

Höhe: 5" 3"', Bfeite: 3" 4'".* 

I. Vor der Schrill. 

II. Htt der Schrift. Der beschriebeüe. 

III. Mit der Ailre»se : Joannes de Ram eseudii ao der Stelle der 

früheren von Nicolaus Vüteher Exmdil. 

IV. Mil Jan KraUng's Adresse. (R, Weigü.) 

Dieses Blatt gilt für das Porti^t der Mutier des Meistiirs. 
Ein Aetzdruck war in der Sammlung des Grafen Fries, die 
Original -Zeichnung in den Cabineten FeHama und GoU vm 

Frau fceiiat ein. 

Galt hei Verstolk im l. Etat lU holiünU. Gulden. 



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n. DIE GRAFEN VON HOLLAND 



Principe» Uollandüe. 

58—97. 

(H, 51-88» N. 54—91, S. Ut>— 185 .) 

Ein Werk, das 1 gcstoclieues Tilelblatt, 1 Blatt mit dem 
Wappen von Haarlem und 38 Porlraits enthält. Das Nähere siehe 
in der Anmerkung 10. 



68. Hollaudia. 

(H. 51, S. 146.1 

Inmitlen des Blattes sitzt in Vorderansicht ifo^dta^ ernst 
und würdevoll auf einem ian^n gegen rechts gerichteten Geschatz- 
rohr, auf dem die Worte zu lesen sind: h^bg, libbrtatis ergo. 
den rechten Fuss stützt sie auf das hölzerne £ingan^sthor der 
Umzäunung, den linken Arm legt sie rechts auf eine müchtig grosse 
Weltkugel und in der recliten Hand hält sie einen Zweimaster mit' 
geschwcllfpn Sef^clii. Als Bekleidung hat sie nur ein weifos fnlten^ 
reiches, niif der linken Achsel mit einer Agraffe feslgehnllrne- Ge- 
wand von leichtem diirrhsichtigem StoU' an, das die Formen des 
Körpers deulHch duichscheineii liisst. Die rechte Aelisel ist bloss, 
ebenso die Füsse. Das IJaar falll wallend den Uückeii hinab, nmi 
ihr einziger Seil uuick sind die Perlenschmii e, mit d(!uen es an lU ii 
Seiten gebunden und oben am Scheitel umwimdeit ist. Hinter ihr 
erhebl sich ein cnlossaler Löwe, gegen rechts gewendet, und le^t 
seine linke Pranke aul den Globus rechter Ilaud. lieber ihr 
schwebt gegen rechts ein Genius mit winzigen Flügeln, und hält 
Ober ihrem Haupte die offene Grafenkrone. Ihr zur Seite drängen 
sich aus dem Geholte rechts Geschützrohre, Rflstungen, Fahnen, 
Mauerbrecher, AxI und Morgensterne nebst einem grossen Zweimaster 



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mit den holländischen WimiH^ln, und links KugL'In, Schilde, Kocher, 
allerhand Anui ilTsw.dlVn , und wie zuui Gegensätze tiiich ein niit 
Früchten heladenes i' üllhoi n hervor. Im Hinterirnm<le links slosseii 
zwei hekleidete Encel in die Posanne, den Unlini Hollands weithin 
verkündend. Ohei iiall) der Güllin der Niederlande schwebt in den 
verschiedensten Stellunf?en eine Schaar nnnilerer theilweise hefiü- 
geller Genien, die aher nicht dnrchgeheuds den Anspruch auf 
Schönheit zu machen berechtigt sind. Einige halten ein ovales 
Schild in die Hobe, auf dem der Titel des Werkes mit folgenden 
Worten steht: principes | hollandi^, | zblanoub, et fmsi^, | ab 
amio Christi DCCCLXIII, | & primo Comite Theodorico, | nr(|ue ad 
ultimum PhiUppum | Hifpaniarnm Regein., I mm onnes ingisi, | ac 
Qdeliter defcripti, | AuCpie^'s \ petri scmverii. links tragen mehrere 
Genien Scepler nnd Kronen, andere, Schilde, auch sieht man das 
bekannte Pfeilbündel der vereinigten Niederlande; ganz oben hält 
mit ausgestreckten H^inden einer der Genien einen liehelmten Schild, 
auf welchem in zwei Zeilen das Wort Ridder- | Tchap. sieht. Der 
Uest rechter Hand hält gleichfalls Wappenschilde , worunter sich 
das der Stndf lliarleni mit dem Schwer!»', deti vier Sternen und 
dem hreuze, durch seine Grösse henierklicli macht, den Vor- 
gruod unten nimmt die muscnlöse, langbüriige Gestalt rse[)tnns 
ein; er silzt auf seinen Wogen gegen rechts in Seitenansicht 
und blickt nach hnks, der Oberleib ist bloss, nur Schenkel und 
Füsse mit dem Mantel bedeekl, auf dem man die Worte liest: 
nrvvLGABAT p. sovTMA.N. i Harlcnü 1650. | Ctan Privil. Sein Haupt 
ist mit Muscheln und Schnecken reichlich überwuchert, und ^'elbst 
in die Ohren hat sich der eitle alte Herr einen gleichen 'Schmudk 
hängen lassen. Er stützt sich auf seinen rechten Arm, in dessen 
Hand er den Dreizack halt, während er die linke auf die Umzäu- 
nung und die hölzerne EingangstbQre gelegt hat Rechter Hand 
Ollnet sich die Aussicht auf das Meer mit einem Schiffe. Die Be- 
leuchtung kommt von der linken Seite. 

Höhe: 15" 10"', Breite: 12". 

I. Mit der obigen Aufschrift ia dem, von fliegenden Genien ge- 
haltenen Oval : PHINCIPKS \ HOLLANDI^E, I ZELANDJA:, et FRISl.«, I 

ab anno Christi DCCChXiiI, j u. s. w. hinks werden sechs 
Wappenschdde von den Genien in den LiUlcii gelragen, 
rechts schweben serhs Genien nnd hnlten eben so viele 
Wappenschilde, uulerhalb hJiiigeii ahenrials sechs VVa|)pen- 
schildc in einem Bündel bcisanniicn. ihe Se^el und Mästen 
des Zweioiaslers rechts werfen einen .schwachen Schlag- 
schatlen. 

In diesem Zustande gehört als Titelblatt zu der, den 
Standen von Holland und WestlHebland gewidmeten Ausgabe 
dieses Werkes. 



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92 



il. Mil der p^i ifniloplrn Aufschrin in dem von lliegt'nden Genien 
pelinlleneii «Kai: princifks | H'oL^A^DLG, | et j wi-^tfiusi.k, j 
ab anno Clinfli DC(I(il.XIII, | u. s. w. Links wonleu IiIdss 
fünf VVfippeiiscIiilde von (Ilmi Grnien in den Lüften gelragen, 
es IkiI sich die Zahl um eines veruiindurl, reclils ist die 
Zahl der Wappcnsehiide da^'egen um eines vermehrt ; das 
neu iiinzugekuniniene schwehl unterhalb der (icnien^ruppe, 
und hat so eine Stellung, dnss der von rückwärts zu sdiatt- 

« ende Genius sich mit den Pllssea daran anzustemmen scheint. 
Das darauf befindliche Wappen ist das der Stadl Rotterdam. 
Auch die auf ilteser Seite beisammenhüngenden WappenscbiMe 
haben die Wappen, und eines der Schilde, das der Stadt 
Enkhuysen, auch seine Stellung etwas geändert. Die Schlag- 
.schaltenr sind breiter und stKrker geworden, besonders an 
den Segeln und Masten des Zweimasters rechter Uand, auch 
das Hanpt der lloUandia wirft einen bedeutend breiteren 
. Sciiatten, ebenso der Globus mit der Pranke des LiJwen. 

Mil diesen Merkmalen gehört das Blatt zu der für den 
Ki)n\ r Philipp IV. von Spanien lioslimmten Ausgabe. 

Iii. MiL den \Vi)il(!n des II. £lal'^y und mit dem Namen des 
Sierliers unten in dir iViille ausserlialb des Stiebrandes: 
Curnelis ViCscher CculpCiL 

Int das TitelMntt des scböiien, in SoiUman's Verlag licraus- 
gekonniRMieii Portrait *Werl(ed ^,Principes HoUandiO}'*, Siehe die 
Anmerkung 10. 

m 

09. (I.) Dietrich I. 
Graf von Holland. 

(N. 54, S. 147.) 

lu Vorderansicht, gegen rechts blickend, mit starkem mässig . 
grossem Vollbarte, die Hh ik in Locken auf die Schultern beruh- 
liüngciul, im ran7.erhcmd mit einer gereil'len Brust, die mil dem 
liflckentheile durch Trfiger verbunden ist, welche vorn mit n.'ick- 
hi'l'esligt sind. Die Kopfbedeckung, deren ringsum laufende 
Willst Hill einer Perlensclinnr umwiiiiden ist, sieht einem niederen 
Turban ähnlicli und lial vorn einen Schmnek als Federhaller, in 
\veleh(>m fOnf kurze Federn »stecken. Die Beleuchtung kommt von 
der recUten Seile. 

Die sechszeilige Aufschrift im unteren Theile des Ovals laiilel: 

AiN.NÜ C.IUISII DCCtl^Xlll. I TMKOIIKKIC.VS, COMITIS WALGKUI PRATKK, J 
niPKRATOItlS NEPOS, HOLI.AMH.E COMKS PIUMVS. | V.\OU (iEiNA : EX QVA 
FILIVS THEODEßlCVS U. | IM MO.NASTEIUO, AVSHCNS HüRVN C0^D1T0, | AIIBO 

coMDiTi EGMOMD^. Der gf^krOutc Wappenschild zeigt den hollSn- 
discheu LOwen. Die acht lateinischen Verse in den unteren zwei 



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I 



93 



Tafeln beginnen mit: Primus ego Batat» gentis Comcs, und enden 
mit: pace quiofco tenex. Ganz oben in der Milte die Zahl 1 links 
übten neben dem Ovale in dem Eckstück die Worte : .Ctim PreviL 

Höhe: 14" 10'", Breite: 10" 10"'. 

I. Mit dem Ilinlergrundc, aber vor aller Sihrilt und vor der 

Niunmer I. iSmilh.) 
n. Hit der Schrill, aber vor den Worten : akno gbrtsti ncccLxin. 
^ Die Seiten der Platte sind noch gnnz weiss. { Smith,) 
III. Die Platte ist vollendet, mit der Schrill und mit dem Bei- 
sätze : Cvm PreviL jedoch vor dem Namen des Stechers. 
IV* Hit dem Namen des Stechers in dem unteren rechten Eck- 
Stacke: C. YUseker ßsulp, 

hl (las 1, Blau der Folge Prindpes Uollandut. Siehe die 
Anmerkung 10. 

60. (II.) Dietrich IL 
Graf von Hdlao^. 

(N. :)5, S. 148) 

Fast in Vorderansicht, gt'^,'en rechts gewendet, im Platten- 
hc-n uisch, danniler das Panzerhemd, darüber der geschUlzte Wairen- 
r(Kk. Das Haar lallt etwas gelockt auf die Scludlern, der Bart, 
au den Barken sehr knrz verschnitten, w/iclisi desto üppiger auf 
Kinn und Lippe und fällt fast bis zur Brust herab. Die barett- 
artige Kopfbedeckung^ von dickem weichem Stoffe ist von einem 
Streifen weissen leichten Zeugs nnnvnnden und durchzogen; eine 
kleine Straussfeder wiegt sich, gerade nach vorwärts stehend, über 
der Stirne. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die sechszeilige Aufscbrifl im unteren Theile des Ovals lautet: 

TBEODORICVS II, THEODORia I. «HLIVS, | SG€VM>VS HOLLANDLfi, ETC. 
COHES. 1 £X HOnEGARBA 8VSGEPIT ARNVLPHVM, | E«BERTVU, ET ERUTCDAII 
FlUAH. I IP5E CVM COMVGE EGMOFin^ | SEPVLTVS A^. loCCCCLXXXVfV. 

Der gekrönte Wappenschild zeigt ^ den LOwen von Holland. 
Die acht lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen 
mit: Virtutis patriae, und enden mit: nec potuiCfe patrem. Ganz 
oben in der Mitte die Zahl II links unten neben dem üvale in 
dem Ecki^tücke die Worte: Cum Preml. 
Höbe: 15", Breite; II" 1'". 

I. Vor dem Hintergründe» vor der Zahl II vor dem Namen des 
Stechers und Oberhaupt vor aller 'Schrift. (Smith, J 

II. Mit der Zahl II mit der Schrift, mit dem Beisalz Cum iVm(., 
aber vor dem Namen des Stechers; der beschriebene. 

III. Mit den Merkmalen des II. tiat's und mit dem Namen des 
Siechers in dem unteren rechten Eckstncke: C* ViCSchw 
(cuip. 



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94 , 



Ist das 2. Blatt der Folge Prmdpes Hoünidiw. Siehe die 
Anmerkung 10. 

61. ini.i Arnold der Grosse, 
Graf von HollaBd. 

(N. 56, S. 149.) 

In Vorderansicht, gegen links gewendet, in einem spitz zu- 
laufenden Helm mit herabgehendem Genickschirm. Der Bnrl reicht 
]>i^ 7U rlen Lippon , dns Vjsir ist beweglicli, hat einen Sehschnitt 
und iiichrere Lnltgt her; von der Spitze herab weht ein Busch von 
Sfr;in^>redern. Die Ilalsberge hegl tng am TTalse an, der Rand 
ist geM linflrt, die Rüstung durch den Waden im iv von *,'omiistprtfm - 
Stoir vollständig verdenkt. Das Vit^ir ist in du; Hohe geschlagen, 
man sieht das jugendliche Gesicht des Grafen mit dem kleinen 
. Schnurrbart. Die Beleuclitnng kommt von der linken Seite. 

Die sechszeilige Aufsein iR im unteren Theile des Ov.ils lautet: 

ARNVLPUVS, THEODORICI II. FILIVS, | TERTIVS HOLLA Nbl^, ETC. COMES. | 
▼XOR, LVTGARDA THEOPHAia RK6IS Q^iMßHR FILU; | LIBERI, THEODORICVS 
ET SIFfilDVS SICCO. | A PRI8II8 IN ACIE CiESVS A®. lacCCCXCOL | MONVMBN- 

TVM EGMONDjfi. Der gekrönte Wappenschild zeigt den holländischen 
LOwen. Die acht lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln 
beginnen mit: Ardua, dum \ixi, und enden mit: elige Pofteritas. 
Ganz oben in der Mitte die Zahl III. links unten neben dem Ovale 
in dem £ckstücke die Worte: Cum Prml» 

Hobe: 14" 11"', Breite: 10" 10"'. 

I. Vor dem Hiiilergrunde , vor der Zahl Jli. und vor aller 
Schrift. (Smilh.) 

II. Hit demselben, mit der Zahl III. mit der Schrift und den 
Worten Cum Previl,, aber vdr dem Namen des Stechers ; der 
beschriebene. 

in. Mit den Merkmalen des II. Mtat's und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren rechten Eekstflcke: C. VtCidier 
Ceulp» 

Ist das 3. Blatt der Folge Principes UoUandiOi, Siehe die 
Anmerkung 10. 

62. (IV.) lUetrich HI. Ton Jamsalem« 
Graf von Bolland. 

(N. 57, S. 150.) 

In DreivierU lansicht, gegen rechts gewendet. Das jugendliche 
Anllilz, das an der Oberlippe ein, nur durch wenige Haare ange- 
deuteter Bart ziert, ist von dichleiu Luckenhaar umwallt. Auf 



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I 



95 



dem Kopre sitzt ein niederes Hütchen, vorn mit nngerbreiiem 
Rande, der, sich vergrdssernd , rückwMs iiiirgcstülpt ist Das 
reiche Ilnihand ist mit Perlen und Steinen besetzt. Vorn ist eine 
^ auf" gleiffie Weise verzierte Rnse, und Uber dereelben die Feder- 
hülse angebracht. In dei- drei kurze Federn stecken. Der Graf 
Irfigt (las Panzer!i('iii(L darüber den PJallenharnisch, dessen schnei- 
dige Brust am Hau de i,'eschnürt ist. Der WafTenrock von sclm e- 
rem ireninshMU'in Slollf ist mit Pelzwerk gelütlt'rt und hat regel- 
recht ki'iiie Aermel. Die Helcucljlung kommt von der buken Seite. 

Die sechszeihge lateinische Anfschrift im initeieu Tlicilc des 
Ovals lautet: theodoricvs in, uiehusolyjiita , | cvm sifuidu fuatre 

QVAnXVS COMES, | EX OTUELIÜLDI SAXOMGA SVCCESSORKS | THEOnoUICVS nU. 
ET PLORENTIVS I. | FATO CONCESSIT, ET SEPVLTVS | EGMOND^ A®. M XXXIX. 

Iin gekrttnten Wappenschüde der holländische Ij&vfe, Die acht 
lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: 
Defendi patrium, und enden mit: Alterntro quivis vel Deus elTe 
poteft Ganz oben in der Mitte die Zahl IUI. 

Höhe: 15", BieHes 10* 11*'. 

I. Vor dem Hintergrunde, vor der Zahl IUI., vor dem Namen 
des Stechers und (iberhaiipt vor aller Schrift. (Smilh.) 

II. Mit dem Hintergründe, mit der Zahl HII. und mit der Schrift» 

jedocfi vor ttem Nainnn des Stochers; der beschriebene. 
III. Mit den Merkmalen des II. Etat s und mit dem Namen des 
Stecliers in dem unteren linken Eckstücke: C. ViCscher 
CctUp, 

Ist das 4. Blatt der Folge Principes llollandia*. Siehe die 
Anmerkung 10. Naglei' nennt dies Portrait irrig Ludoviais UL 
Ilierosolymita. 

6d. (V.) Dietrioh IV. 
Graf von Holland. 

(N. 58, S. 151.) 

Fast in Vorderansicht, gegen links gewendet, ohne Barl, in 
voller Rüstung mit aufgeschlagenem Visir, so dass das ganze Ge- 
sicht nebst der an seiner rechten Wange hervortretenden Partie 
Haare sichtbar ist. Der runde Helm endigt in eine Spitze mit 
einer Federbülse von der drei Straussfedern herabfallen. Der 
Kinnreir ist mit lli^kcheii an dem Helm beHsiigl. Um die llals- 
brrgt' läult ein«! einfache eniranliegende kette ans grossen glatten 
Hin l:*' II In^tt hmd. Auf df ii Schultern liegt der Waflenroek von 
geiiuistertem Stolle mit schmalem Umschlage. Die Belenciitung 
kommt von oben hnks. 



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96 



Die sechszeilige Aufsclirift ini unteren Theile de« Ovals lautet: 

TBEODORtCVS IV, AB EXCB6SV PATBIS SVI | gVIRTVS ^HOLLANDLS PACTVS 

COMKS. [ CVM PR.liFVISSET C^J.EBS ANNIS PECKM, | PORDHF.CHTI, RE BEPHE 
GF.STA, PER INSIDIAS | JACVI O nOSTILI NEQVITER TRVCIDATVS | A®. JIXLVfH. 

t^Ki'VLTvs EGMo>n K. hu gekrönten Wappenschilde der lioll.'iiulisciie 
L(>vve. Die acliL iateinisrlH'n Verse in den nnleren zwei Tafeln 
beginnen mit: Quid \Hi\m carpis, und enden mit: tunc judicet 
ipfe Calo. Ganz oben in der MitU; die Zahl V 

Höhe: 14" 11"', Breite: 10" iV", 

\, Vor «lern Hinlergrunde, vor der Nummer V vor dem Namen 

des Stechers, und Überhaupt vor aller Schrift. { Smith.) 
Ii. Mit dem Hintcrj^rimde, der Nummer Y und mit der Schrift» 

aber vor dem Namen des Siechers; der heschriebene. 
III. Mit den Merkmalen des II. £taCs und mit dem Nnmon des 

Stechers ia dem uoleren linken Eckstücke; Comeiis ViCscher 

Cculp, 

Ist das 5. BlatI der Folge iViineijpei H<Ma$idim, Siehe die 
Anmerkung 10. 

64. (VLj Floreng L 
Graf von Uollaad. 

(N. 59, S. 152.) 

Der Graf in voller Rüslung ist in Seitenansicht gegen recirts 
gewendet Der runde Helm hat am Scheitel eine Federhülse mit 
einer Straussfeder. Das oben in eine Spitze auslaufende Visir ist 
anfgesrlilagen und lässt das Gesicht mit dem Schnurrbarte seheo. 

Der KiimrefT liegt eng an, der Kragen ist geschoben, die Acfiseln 
inilicdci kt , die Brust nnd (!er lUickentbeil auf dei' Aelise! durch 
cuicn Hicmen zusammengehalten. An einer zarten Doppclkette 
nm Halse ein massives Mednilon mit einem blitzenden Steine. 
Die Dt li ücblung kummt von Iniks. 

Die isiebenzeilige laleinische Anfscbrifl im unteren Theile des 
Ovals lautet: floue.mvis i, theodouici iv fiiatku, | si:\tvs uollandi^ 

FRISL32QVE COJJeS. | VXOR DIG.N^ MEMORLE GERTRVDIS : EX QVA UBER! | 
THEODOltlCVS V, ET FRANGORVM R£GL^A. | EODEM FATO QVO FRATER PK- 

Rin , j i:iDEiiovE ivfiCTVs A'^ MLXi. | EGMONafi. Im gekrönten Wappen- 
scfailde der hoHändische Lowe. Die acht lateinischen Verse in den 
unteren zwei Tafeln beginnen mit: Pr»fectus FrilSjs, Batavis Comes, 
und enden mit: virtutem victa fer Invidia. Ganz oben in der 
Mitte die Zahl Vf. 

Höhe; 14" Breite: 11«. 

i. Vor dem Hinlergninii, vor der Nnmnicr VI. vor dem Namen 
des Siedlers und Uberhaupi vor aller Schrift. {Smiih.) 



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-t 



97 



U. Mit dem Ilinlorgrund , mit der Nummer VI. und mit der 
Srlirifl, aber vor dem Namen des Slecliers ; der beschriebene. 
III. Mit den Merkmalen des II. ital's und mit dem Namen des 
Siechers in dem unlcren linken EckslUcke: Comelis ViUcher 
SculpCü. 

Isl das 6. Blatt der Folge: Prinapes HoUandiw. Siehe die 
AmnerkuDg 10. 

65. (VH.) Gertrude, 
Gräüo von Holland. 

(N. 60, S. 153.) 

lo Vorderansicht, etwas gegen rechts gewendet Auf dem 

Scheitel sitzt die konische burgundische Haube mit einem darüber 
gelegten sehr feinen und durchsichtigen SlofT, der die Stirn fast 
ganz verdeckt, sonst aber das Gesiebt frei lässt. Vom Ober die 
Stirn ist ein Streifen dunklen SeidensfnfTes gelegt, der zu beiden ' 
Seilen bis auf die Achseln reicht. Die Ilaare fallen in natürlichen 
Locken herab. Das Kleid i<t hoch, die ganze Erscheinung höchst 
einfach, ihrem Wittwenstaude augemessen. Die Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aurschnll in dem unleren Theile 
des Ovals lautet: gektuvuis, floremu pwmi vidva, | statim post 

MAHTTT ODITVM ri'.-i.FECTA | FII.IO IMI'VÜERI ET REIPVBTjr.*: : | MOX 
Äli.Xilf. OPTIMATIVM CO^.SEKSV, | AUMISSO I.\ SOCIVM TilUlü H.ANDaU, | \ MilE 

cvN LiBERis lACTATA. Der gelMuglc und geklönte Uaulcnscbild zeigt 
den holländtscben LOwen und den sächsischen Raulenkranz. Die 
acht lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: 
' Prima Comes Batavum, und enden mit: lildque qu» cunctus, me 
Cegit urna, patres. Ganz oben in der Blilte die Zahl VII. 

Höhe: 15". Breite: 11". 

I, Vor dem Hintergm (nie nnd vor dem Namen des Stechers, 
jedoch mit der NunHner VII. und mit der Sclirilt. Gesicht 
und Haube sind vollendet, der Ilals und die übrigen Partien 
aber nur im Umrisse vorhanden. (Sanilh.) 

II. Die Figur ist ganz vollendet, der Hintergrund jedoch feidl. • 
(Smilh,) 

IIL Die Platte ist vollendet, der Hintergrnnd, die Nammer Vll. 

und die Schrift sind vorhanden, der Name des Stechers jedoch 

fehlt; der beschriebene. 
IV. Hit den Merkmalen des obigen (III.) iiat's nnd mit dem 

Namen des Stechers in dem unteren linken EckstOcke: Corii. 

Viücher Ceulpftl, 

Ist das 7. Blatt der Folge Primpes BoUanditB. Siehe die 
Anmerkung 10. 



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66. (Vni.) Bobert^ 

Gnf Ton Flandern» Regent von Holknd. 

(N. 61, S. 154.) 

Der Graf ist in Vorderansicht zu schauen. Das Gesicht, aus 
dem Trotz und Entschlossenheit spricht, i^^t hnrtlos und gc{»en 
rechfs f^'pwt ndf'L I>:is llnar fitllt bis auf die Aclisehi herab. Die 
barellarlige KoplbedfM kmi;: linf n'clits z\v«m' nach vorn vorfaiicjidp 
wallende Federn, links enu ii Si ImnKk \oii l*erlen und Edelsteinen. 
Am Halse reiclit das Panzerhemd unter dem Briistliarnisch unter 
das Kinn. Der Mantel mit lichtem Pelzwerk geliitterl ist schmal 
umgeschlagen und von gemustertem Stolle. Die Beleuchtung 
kommt von der üuken Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 

Ovals lautet: ROBERTVS, FLANDRfiG COUITIS FIUVS, I OVCTA 6BRTRVIIE 
VIDVA FLORKKTII I. | HOLLANBK FRISnSQVE PRiEFVlT, | BT ntffill COGNO- 
MEHTVM ACQVlSmr. | TANDEM VICTV8 GODEFRIDO RIBBBRI | LOCVM PECIT 

A^. MLXU. Der gekrOole Schild fobrt da« Wappen von Flandern. 
Die acht lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen 
mit: Patre Pio genitus, nu] enden mit: non animum tucciibuiffe 
meiim. Ganz oben in der Mitte die Zahl Vlü. 

Höhe: 14" 11'", Rreile: 11« 

I. Vor dem Hintergründe, vor <ler Nummer VIII., vor dem Namen 
des Stechers und ttberhaopl vor aller Schrill. (SmUh,) 

II. Mit dem Hintergrund, mit der Nummer VlII. und mit der 
Schrill, aber vor dem Namen des Siechers ; der beschriebene. 

III. Hit den Iferkraalen des II. £tat*$ und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken Ecksiacke: Camelis Vifseher 
5culp. 

Ist das 8. Blatl der Folge Principes HoUandiw. Siehe die 
Anmerkung 10. 

67. (DL) Gottfried^ 
Henog von Lolhringeo, Regent von Holland. 

(N. 62, S. 155.) 

Der Fürst ist in Seitenansicht, vom ROcken sn sehen, gegen 
rechts gewendet. Das Gesicht zeigt einen kleinen Schnurrbart, 

die Rüstung U[ Lrlall, der llolm niedrig und rund, das am oberon 
Ende spitz zulaulende Visir tiufi^^'schlai^^en, ITnlsberge und KiiinretV 
eng anliegend. Die Arliselii sind nicht gedeckt, vom wSchntpl 
walk eine Straussfeder i iickwürts herab; ganz ei;.( iithümlich ist 
die Form des Buckels inii den Lufltgebern vorn am Visir. Die 
Beleuchtung kommt von der hnken Seite. 



99 



Die secbszciligc lateinisclie Aufschrin im unteren Tlieile des 
Ovals lautet: gutfhedvs dvx Ginßosvs, in comitatvm | vi iRRvpfT cvm 

WILHELMO EPISCOIM) TRAIECTENSI, | EIECTO ROBERTO KRISIü CVM TUEODE- 

Rir.O V, I HFSI'VHrJCA E(» \fVO pFH A.WOS V OPPnKSSA. | VIM)ICATA TAN- 
DEM FüEUA hiVS MdUn A MLXXV. | PERCVSSVS IS SECESSV LATRINALI. 

\m gekrünteu Sciiilde das Wappen von Lotliringen. Die achl 
lateinischen Verse in den unirren zwei Tafeln beginnen mit : 0"id 
male parla nieis, und enden mit: qusß male quxOerall Oben in 
der Mitte die Zahl IX. 

Höhe: 14" Breite; 10" 10'". 

I. Nil (icm Hintergrund, aber vor der Nummer IX., vor dem 
Namen des Slerhers urul vor aller Sclirifl. (Smith.) 

II. Mit der Xtiiitmtu- IX., mil tlrr Schrill, aber vor dem Namen 
des Siociier.s. Das obere rechte Eck ist noch rechtwinklig 
vorbanden. 

In diesem Zustande koiiinil es in den Exemplaren vor, 
die dem König Philipp IV, von Spanien gewidmet sind. 

III. Mit der Nummer IX., luil der Scbrin und glcicbraiis vor dem 
Namen des Stechers. Das obere rechte Eck der Platte ist 
elwM »chräg abgeschniUen. 

In diesem Zustande mil der abgestumprien Ecke gehört 
das Blau su jener Ausgabe, welche fttr dieStlnde von Holland 
bestimmt war. 

IV. Mit den Merkmalen des obigen (Hl.) itai'$, mit der alige- 
stumpften Ecke, und mil dem Namen des Stechers in dem 
unleren linkeD EcksUtcke: CorwUs Vüscher Ceulp&l, 

Ist das 9. Blatt der Folge Principes BaUandiw» Siehe die 
AnmerkuDg 10. 

* 68. (X.) m^trieh V., 
Graf von Holland. 

(N. 63, S 156.1 

Gegen reclits, mit nach vorwärts gewendetem, jugendlichem, 
bartlosem (ii^sicliif' wnt] wallendem dichtem Haare. Kr triigl eine 
Rüstung, die aber (hiirli dru WalTenrock von germisierlem Ze»ige 
ganz verdeckt isl , so da.^s man nur am H ilse von dem Pan/er- 
heiiide und aul" der Arhsel von dem A( ljseisuit:ke el\va.-> sielit. 
Pliantaslisch ist die hareltartige Kopfbedeckung, die oben mit einem 
ausgezackten Stofl'e geziert ist ; ein langer scbleifenaiinliiiier Tbeil 
fiilll an dei- linken Schläfe herab, uud legt sich vorn leicht über 
die Bnist. Die Beleuchtung kommt von oben links. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet; theodericvs v, ab eziuo ah svos bedvx, | i.nterpecto 

7* 



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100 



GOTPREOO, AGNOSaTVR COHES X. | (X OVIDEM RAG SERIE» 4BED IN ARGBI- 
TI8 VII, I OIII86IS IN GATAJL060 TRIBVS PRiGCEDENTIBVS.) | EX OTHELBIUIE 
SVSGEPrr PLORENTIVM II. 1 HOSTE PR0FLI6AT0, OBIIT MXCI. Der ge- 

krOnte Wappenschild führt den Löwen von Holland. Die acht 
lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mil: lam 
fublalus erat, und enden mit: reddo ego. maiur uter? Ganz oben 
In der Mitte die Zahl X. 

Höhe: 14'' 10'^ Breite: 10" 11"*, 

I. Auf dem Kopfe siUl eine nieilere nnuif! Knppe vorn inil 
einem Juwel geziert. Vor «l^ni Hinlergnuide, vor f!er Nummer, 
vor tlem N:inien des Sleeliers und vor aller Selirift. Smith.) 

II. Die kleine runde Knppe mit dem Juwel wurde herausgescIililTen 
und durch dii? phanlastische JtarcUnrlige Kopfl)eHerkuu^^ er- 
setzt; mit dem Iiiniergrunde, mil dei Nummer X. und mit 
der Schrift; jedoeli vor dem Namen des Stechers. 

III. Mit den Merkmalen des II. ^lal's und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken Cckstflcke : Corne^ ViMter 
Seulpdt 

Ist das 10. Blatt der Folge Prine^ HoUanditß. Siehe die 
Anmerkung 10. 

69. (XI.) Elorens II. mil dem Beinamen Der FeUte, 

Graf von Holland. 

(N. 64, S. 157.) 

In V^onleransicht , etwa«; ^'cgen rechts gewendet. Das volle 
von Locken uniwallle Gesicht ist bis auf den kleinen Schnurrbart 
f^latt. Den Kopf deckt eine Mütze, die einem niederen Tuiban 
gleicht. Die ringsum lanfende Wulst ist luil einer Perlenschnur 
umwunden, die Zvvischenrämnc mit llosctteu von Edelsteinen und 
Perlen ausgefüllt, und um die Acbnlichkeit vollständig zu machen, 
vom ein Reiherbusch angebracht. Das Panzerhemd 'reicht wenig 
Uber die Halsgrnbe herauf, der um die Schultern geworfene Mantel 
von grossgemustertem Stoffe wird auf der rechten Schulter von 
einer Agraffe zusammengehalten. Die Beleuchtung kommt voo der 
linken Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: florentivs cognomemto crassvs, | hollandi£ 

FRISLSQVE Q0ME8, VVL60 XI. | VXOR PETRONnJJk, 8AX0M£ DVCIS FIUA: | 
EX QVA EDms OVATVOR LIBBRIS, FBI.IX, | NVLLIVS BELLI ALKaM EXPER- 

Tvs, I RAPTvs IN FLORE ^TATis a". mcxxii. Der gekrönte Wappen- 
schild zeigt den 1-Owen von Holland. Die acht lateinischen Verse 
in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: Dardanid virtute pater 



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101 



fua l e^Mia paravit; un<! enden mil : Ted nunc utraque vita nova etl. 
tiaoz obeu in der Mille die Zahl XL 

Höhe: U" 10% Breite: 10" 9"'. 

I. ^ Bei Smith findel sicii nach dem 1. eiae leere Stelle, womit 

dieser Schriftsteller wahrscheinlich andeuten wollte, dass ihm 
dieser £tat unhekannt geblieben ist. Obgleich ich nun am 

Scidusse des Werkes vergebens nach einer Erklärung dieser 
Lttcke geforscht habe, so glaube ich doch kaum zu fehlen, 
wenn- ich das Besichen dieses ittai's annehme und denselben 
nach der Analogie der anderen BLllter so angebe: 
Vor dem Ilinlpri^riinde, vor 'ler Nummer XI., vor dem Namen 
des Stechers und ilberhnupl vor aller Sehrilt. 

II. Mit dem IIinterji;runde, inii (h!r Nummer XI. und mil der 
Schrift, aller vor dem N;tmen des Sleehers; der hesclirieliene. 

III. Mit den Merkmalen des 11. tllai's und mit dem Namen des 
Sleeliers in dem unteren iinkeii ^^ek^>t^^cke: Corn. ViCfcher 
kulp. 

Ist das 11. Blatt der Folge Prindpes Uallanäiw. Siehe die 
AnmerkuDg 10. 

69. a. (XI.) Florena n., 

Graf von Uolldud. 

* 

(S. 157. a.) 

Eta zweites Portrait dieses Farsten, nach links ^xhaaend. £r 
hat wallendes Haar, ist aber bartlos. Er trägt eine mit Perlen 
verzierte Kopfbedeckung, ein Kleid von gemustertem Stoffe u. s. w. 
ähnlich wie im obigen Portrait. 

Dieser Stich hat keine Schrift und keine Nummer und der 
einzige Abdruck den ich sah, sagt Smithj befindet sich im Museum 
zu Amsterdam. 

70. (XU) Dietrich Tl., 
Graf von Holland. 

(N. 65, S. 158.) 

In Vorderansicht, das bartlose Gesicht etwas nach links ge- 
neigt. Die nur leicht gewellten Haare fallen zu beiden Seiten auf 
die Sciiiilteni herab. Die milizenartige KuiJn)edeckuiig liiull in 
eine umgelegte links hinausslebende Spitze aus, und hat an der 
Stirne Ober dem linken Auge einen grossen rosettenfttrmigen Schmuck, 
bestehend aus einem Steine und mehreren Perlen rings herum. 
Das Panzerhemd unter der RQstang deckt den Hals vollständig. 



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102 



Der vorn offene Mantel von iiiii->t«'ri(»ni SioUc ist mit Pelzwerk 
«reluLteri, wrh nuch cieii unigieädilageQen Krageu liiideL Die 
BeleiicliUing kruujul von ohen links. 

Die secliszeilige laleinische AuMirifl im unteren Theile des 
Ovals lautet: theodericvs vi, flork^tii crassi filivs, | ^oLLA^DI.€ 

FRISr*:QVC COMES, VVUiO Xli, I STHEiWfc itEMPVDLICAM KT lMt»VDERES 
ANISOS I TUEODERICI REfi£NTE MATHE PETRONILLA. | EX SOPHIA PALATLNA 
PLVBIVlf LIBBRTlf | PATER, E MEMO S^VBLATV» A^ MCLVIL Im gekl'OnteD 

WappenschiIHe der Löwe vod Rolland. Die acht laleiatschen Verse 
in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: Quanü( latent regnis 
difcriminal und enden mit: victum hac relligione ferent Gänschen 
in der Mitte die Zahl XII. 

Höhe: 14" 9"', Breite: 10« 10"'. 

I. Vor dein llinlergninti, vor der Nnimiu;r XII., vor dem Namen 
des Stechers und vor aller Sehnll. {Sinilh.) 

II. Mit dem Hinlergrund, mit der Nummer XII. mit der Schrin, 
jedoch vor dem Namen des . Stechers. 

Iii. Hit den Merkmalen des IL £uu*s und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken fickstflcke: C, Viüeker 
SeulpsiL 

Ist das 12. BliUt der Folge Prnidpes HoUandiw. Siebe ilie 
Anuicikuiig lU. 

71. (Xm.) Tlmna m., 
Graf von Holland. 

|N. 66, S, 159.i 

In Vorderansicht, mit schlicliiiieraldcin^'endem Haar, starkem 
Schnurr- und mässig grossem Voli!)art. Aul dem Haupte sil/t ilie 
h;ire(( artige, etwas an einen Turban mahnende Kopfbedeckung, mit 
einem dünnen !)reit«jestreiften Stoff (iber/ogen, rechts mit einem 
Schnnick von Sh inen und Perlen als Hülse fOr den kleinen Fcder- 
iMisi li ; ilvv U(K'k von genin>lertem Stolle ist ain Saumr mit weissem 
l*elzwerk verbrämt. Die Beleuchtung konnnl vim der Iniken Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrilt im unteren Theile des 
Ovals lautet: floremivs m^* , theoderiq vi" filivs, | comes in 

ARCillVIä MSS. X. SED VVLGO Xm. | UVXIT SOROREM RE618 SOOTORVM ADAM 
MCLXn. I EDTTAQ. NVMEROSA PROLE ET BOSTIVM STRAQB, | IN PALA- 
STINA CVM IMP. RARBAROSSA ORDT, | PVNERATVS ANTIOCHLE a9, MCXCU. 

im gekrönten Wappenschilde der Lowe von Holland. Die acht 
lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: Quid 
peregrinum, Elorpes, imd enden mit: Mars quia victus erat Gans 
ohen in der Mitte die Zahl XI II- 

Höbe: 14" 11% Breite: 10" 10'«. 



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103 



* I. Mit dem liiniorj^runde, aber vor der Nummer XIII., vor dem 

Namen iles Siechers und vor aller Schrift. (Smith.) 
U. Mit df^r Niimmfr XIII. und mit der Sclirifl, ahtr vor dem 

Namen des Siech ers. 
III. Mit den Merkmalen des II. J^fai'.^ und inil dem Namen des 

Siechers m dem unleren iuikcii bcksiüoke: Com. Vifscher 

Cculp, 

Ist das 13. Blatt der Folge Prinäpes üaüanäiw. Siebe die 
Aiiuierkuag 10. 

78. (XIV.) Dietrich VII., 

Graf von Holland. 

(N. 67, S. 160.) 

In Vorderansicht, den Kopf gegen rechts gewendet, mit langem 
waliendem Haare und etwas in die Höhe gestrichenem Schnurr- 
barte. Die barettnrti«,'c Koprt)edeckung ist oben geschlitzt und 
föllt über den Nacken breit und lief herab. Die Rrust der Rüstung 
ist glatt und schneidig, der Krügen hat keine Foltren und ist am 
Rande mit Pelzweik schmal besetzt. Der vorn oiTene, um die 
Schultern {,'e\vorfene Mantel ohne Krag<m hat einen schmalen Be- 
satz und wird am Halse durch eine Schnur zusammengehalten. 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die lateinische sechszeiüge Aulschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: theodericvs vii^», florkntii in' et ad^e f. | coiiif.s 

aOlLkV»tJE fVLGO XIV, IN ARCaimS XI. I EX BBLLICOSA CUVICI SANGVINIS 
FBMKVA, I ADELBEIDA, FILIAM AVIifi COGIfOMlKEM | SVSCEPIT: DORDBECHTf 
(COmVftB SVPBRSTITE) { OBIIT A^ HCCIV. SEPVLTVS E6M0.^i£. 

Der gekrönte Wappensebild zeigt den LOwen von Holland. 
Die acht lateiniftcben Verse* in den unteren zwei Tafeln beginnen 
mit: Quanlus amor regni! und endigen mit: folus ulrumque fui. 
Oben in der Mitte die Zahl XIV. 

Das H in dem Worte archivis der zweiten Zeile hat den Ver- 
bindungsstricb nicht, so dass irrthümlicb zu lesen ist: Ancuin& 

Höhe: 14" tl'". Breite: 10" 10"'. 

* 

I. Hit dem Hiotergrund, al>er vor der Nummer XIV., vor dem 
Namen des Heisters und vor aller Schrift. iSmUk,) 

II. Hit der Nummer XIV., mit der Schrill» aber noch vor dem 
Namen des Stechers. 

III. Hit den Herkmalen des II. Muu's und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken Eckstttek: Cor$eUs FUscher 
ScHlpCü, 

ist das 14. Blatt der Folge Prine^ Hoüandiig, Siehe die 
AnmeriuDg 10. 



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104 



78. (XY.) Ada, 

Gräfin von Holland. 

(N. 68, S. 161.) 

Gegen rechts, mit nach vorvvärls gcweiuieleni Gesichle. Das 
Haar ist in eine; ( alotle zusammpiigofHssl, füllt aber unter <lerselhen 
an den Schl/ilV'n ir) klein geungelten L(»ek('n i)is auf die Schulter» 
herab. Von der Milte der Stirn reicht eine mit einer Perlenreilie 
besetzte Spange nach rückwärts, vorn in einen reichen Schmuck 
in KnopITonii endigend, welcher der Httlse mit dem aus vier Federn 
bestehenden Federbusche zum Stutzpunkte dient. Zu beiden Seiten 
laden sich zwei Rollen aus, die rückwärts wieder aneinander 
stossen; sie sind mit Perlen besetzt und in massigen Abständen 
mit einer Perlenschnur umwunden. Den Hals ziert eng anliegend 
eine Schnur grosser Perlen. Das hohe Kleid bat einen schmalen 
Besatz von Hermelin, vom mit einer AgrafTe. Unter demselben 
ist die Brust mit einem dünnen durchsichtigen Stoff verdeckt 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aulscbrift im unteren Theile des 
«Ovals lautet: ada, tiieoderici mi** et ADELHEmis Fim, | svccessvra 

IMPPF.niO IN COMITVM SFRIK XV"^* , [ fSF.OVOR DECiNCEPS WLGARrOS PATRI^ 
ANNALKs) I KNVITIS OPTiMATIBVS CÜMITI LON.TTO DESPOiNSAI | IPSO LMTCO 
A GVI.IKI.MO PATHVO EU'.CTA , | IMPROLIS OlUfT MIDDELBVRGI A*^. MmV. 

Der tr''lnOii[t llnnt<iMis< fiüd führt den hoIlKndischen Löwen im 
Wappen. Die acht latennschcn Verse in den unteren zwei Tafeln 
beginnen mit: Nec fexus mihi, und enden mit: nunc tibi Martis 
habe, üben in der iMitte die Zahl XV. 

Höhe: 15", Breite: 11". 

I. Vor dem Hintergrand» vor der Nummer XV., vor dem Namen 

lies Siechers und vor aller Schrjft. {Smith.) 

II. Mit dem Hintergrund, mit der Nummer XV., mit der Schrift, 

jedoch noch vor dem Namen des Stechers. 

III. Mit (lou Mcrkm-ilen des II. ^lat's und mit dem Namen des 
Stccliers iu dem uo leren haken £ckstClcke: Carn: VUscher 
CculpCU» 

Ist das 15. Blatt der Folge Prinmpe$ HoUmdiü?. Siehe die 
Anmerkung 10. 

74. (XVI.) Wilhelm I., 
Graf von Holland. 

(N. «91 S. 162.) 

Gegen rechts gewendet, fast in Vorderansicht. Das Locken- 
haar ist mässig lang. Schnurr- und Vollhart ziemlich kurz ver* 
schnitten. Das Haupt deckt die turbanäbntiche Kopfbedeckung, 



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7^ - 



105 



vom mit einer venierten Federhülse, in der drei fcJeine Federn 

stecken; zwischen der niederen Kappe und der ringsum laufenden 
mit Perlen verzierten Rolle IriU scldcierahnlich ein leichter SLotT 
hervor, der an den Schlafen und rückwärts niedernUIl. und an der 
Ecke des kürzeren Theiles Hnks verziert ist. Unter der glatten 

Brust der Rüstung: steigt das Pan/erlienid bis unter das Kinn 
empor, am Halse haugt nii t iiuni loüenlomiigen Bande ein ver- 
ziertes Medaillon herab; der um die Schultern geworfene Mantel 
ist von gemustertem Stoffe, ohne Kragen, steht vorn weit au^ein- 
under, und wird .nif der Brust durcii eine Schnur zusammen- 
gehalten. Die Beleuclitung kommt von der linken Seile. 

Die sechszeihge lateinische Aufschrift im iiuleren Theile des 
Ovals lautet: wiluelmvs cumes uollandi.*:, i^c. xvr^% | ada >ei>te 

RELECATA, ET COMITE LüN.^iü EXTVLSO, | OBUT a". MCGXXmf IHPERU XIX, 
FLORBNTIO IVl<> | 8VCCES80RE EX ADEUEniA CELBA REUGTO. | PRINCIPIS 
BVITS ET HARLEMENSIVM IffDVSTRU | DAMIATA, E6TPTI URBS, CAPTA. IlD 

gekrönten Wappenschilde der Lowe von Holland. Die acht latei- 
nischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mit: Et 
FriOam, & Batam rexi Comes aequus habenas: und enden mit: 
Victor fic ego in aftra feror. Oben in der Bütte die Zahl XVI. 

Böhe: 14" 10"', Breite: 10" 9'". 

I. Mit liclileni llinlorgrund , vor der Niiiiiih m' XVI., vor aller 
• Schrift und vor dem rsaiiien des SteL■lJt^^. (Smilh.) 

II. Der Hintergrund ist mehr beschattet» mit der Nuibmer XVI. 
und der Schrift, aber noch vor dem Namen des Stechers. 

III. Mit den Herkmalen des II. £tat*s und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken Eckstacke: Com. Viücher 
CeulpRt, 

Ist das 16, Blall der Folge Principes Hoüandiw. Siehe die 
Aomerkiui^ iO. 



75. (ZVn.) Florena lY., 

Gnf von BoUand. 

(N. 70, S. 163.) 

In Vorderansicht, r Kopf gerade nach links umgewendet. 
Der Helm, gegen den Hals zu veijttngt, hat kein Visir, sondern 
bei der Oeffnung, die so weit ist, dass man die Nase und das 

blitzende Auge genau siebt, zu beiden Seiten zwei ausgebogene 
Springen. Die Helmdecke ist gezackt, endet in eine Quaste und 
/l.iifcrl in der Luft; der Uelmcimier besteht aus einem sitzenden 
Luvven, die Halsberge hat mehrere Folgen, die Brust ist auf der 
Achs» ! mit dem BUckentheile zusammengeschnallt, die Achsel selbst 
ist unbedeckt, lieber die büke Achsei hängt ein Hicmeu mit 



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106 



einer Ralie angehängter Seheileo und darOber der Mantel Die 
Eäleucbtutig kommt von oben links. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lantet: FLOREfSTivs iv**', wilbelmi gohes xvn, | vm dgok- 

PARAMUS FORMA, VIRTVTE, BT ARMS. | EX MECHTILDIt HEIfRia DVCIS 
BRABANTIiE FltlA« | EI NATVS COMES WILHELMV8, REX ROMA NOR VM. | CORBliE 

•IN DECVHSV KQVESTRI OCCISVS, ET | REI>SBVRGI TVMVLATVS a". MCCXXXV. 

Tri! ^n'kiOnten Wappenschilile der holl?iin]i<cIip TjVw«\ Die .-^cht 

lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln bei,nn)ien mit: ^hiin 

per<?is? tatis eil, und enden mit: reddita vita milu efU Oben iu 
der Mute die Zahl XVII. 

Hölie: 14" 10"', Breite: 10" 10'". 

L Hit lichtem Hintergniude, vor der Nummer XVII., vor aller 

Schrift und vor dem Namen des Stechers. [SmUh») 
II. Der ilinlcr^^rtind ist mehr beschattet, mit der Nummer XVII. 

und der Sclirifl, ahcr noch vor dem Namen des Stechers. 
IU. Mit den Merkmalen des 11. £tal'8 und mit dem Namen des 

Stechers in dem unteren linken £ckstttcke: 6'. YUscher 

Cculp. 

Ist das 17. Blatt der Folge Fr&i€(pe$ EMmäuB, Siehe die 
Anmei*kung 10. 



76. (XVm.) WUhelm IL, 
Graf voo HdlaDd. 

(N. 71, S. 164) 

Fast in Vorderansicht, g:egen links <;e\vendet, mit wallendem 
Haar und einem Schnurrbart. Der llelni sitzt leicht und frei auf 
(leiii k<ij>fe, endet am Srheilei in eine mit Perlen besetzte Spitze 
mit einem Busche kieiaer Slranssrcdern.^ Unten in der Stirn- 
ge«?entl sitzt eine reichveizierle Ziukenkrone rings um den Helm. 
Die lliisiung ist glatt, die bis unter das Kinn reichende, aus meh- 
reren Folgen bestehende Ilalsberge am unteren llande geschnürt 
Der um die Achseln gelegte Mantel ist mit l*elzwerk gefüttert, das 
i^ich oben zu einem umgeschlagenen Kragen enveilert Der Mantel- 
stoff zeigt mjfcblige deutsche Reichsadler, um den HaU lieht steh 
eine Ddppelkette ans glatten grossen nnd ovalen Gliedern hestehend. 
Die Bi'lettchtung kommt von der linken Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrifl im unteren Theile des 
Ovals lantet: wn,HEUivs n*^^*, florentii iv*' nuvs, com» | noLLANniiS« 

ZELANDI.€, ET FRlSliE XVni* | REX ROMANORVN AQVISCRAM COROHATVS 
A^ MCCXLVl. I El EUZABETA AV6V8TA PEPERTT FtORBimVM V^f | BBLLO 
ADVERSVS FRI8I0S C^VS A^. HCCIM. | MUDELBVRGI A F. PLORELNTIO 

rvnBRATv& Der gekrönte Wappenschild zeigt den deutschen 



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107 



Reichsadler mit dem hollandischeD Lowen iro Ilerzschilde. Die 
acht lateiDischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mil: 
Qai» credat? nnd enden mil: Iiiranis, ni optes ßc qnoqiie poffe 
moii* Oben in der Mitte die Zaiii XVlIi. 

Höh«: 14" 10"', Breite: 10" lO'". 

1. Mil lichlem Hintergrund, aber vor der Nummer XVIIF. , vor 
dem Namen des Siechers und vor aller Sehrift Das Wappen 
im Unterrande besteht bloss aus einem Ltfwen und einem 
Adler mit ausgebreiteteo Flttgelo. {SmUh,) 

II. Mit verstärktem Hintergrund, mit der Nummer XVIII., aber 
noch vor dem Namen des Stechers; das Wappen besteht aus , 
dem .zweiköpfigen deutschen Reichsadler mit dem holländi- 
schen Lüwen im Ilerzschilde. 

III. Mit den xMerkinalen des II. £laCs nnd mil dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken Eckstttcke: Com, VUschw 
CculpltL 

das 18. Blatt der Folge Frmeipes HoUamdiw, Siehe die 
Anmerkung 10. 

77. (XUL) Florens 7., 
Graf von Holland. 

(N. 72, S. 1Ü5.) 

Cic^M*!! rechts gewendet, fast in Vorderansicht. Das etwas 
gelockte Haar ist aus dem Gesichte gestrichen, der Schnurr- und 
VolllKirl ziemlich kurz ^ehallen. Der turhanähntiche Ko[)t[)utx be- 
stellt UMS einer perlenumwiiodenen Holle, über der in Gestalt einer 
Krone ein mit Edelsteinen besetzter Keif sitzt, der am obeieii 
liande mit einer dichten Ueilie grosser Perlen besetzt ist. Vorn 
in der Mille stecken vier Federn in der Hülse, die ein grosser 
Edebleiu zierte Die ROstuug besteht aus dem Panzerhemde, das 
die Arme deckt, der glatten Brust, und der aus mehreren Folgen 
bestehenden. Am Rande geschnttrteii Halsberge. An einem starken 
rolleoförmigen Bande hangt ein Schmuck von Edelsteinen. Der 
Mantel ist mit Pelzwerk gefüttert und wii*d auf der linken 
' Achsel mit einer kostbaren Agraffe zusammengehalten. Die Be- 
leuchtung kommt von der jechlen Seite. 

Die siebenzcilige lateinische Unterschrift im unleren Theile 
des Ovals lautet: florentivs v,^''« wilhfxmi regis romV" filivs, | 

l'ATERNARVM DITIO.NVM ir.+'.RES , ET GOMES XIX. | F.X VXOnE BEATRICE, 

GvmoNis FLANnni.i: ^o^^rTls f. | > vtvs I0I1A^.^ES i, desponsvs fii.i.e regis 

ANC;LI.£. I A^. MCCXCVI LNFAMJA ÜÜMVKATIO.NE PKUCVSSVS, j GRASSANTE TVM 

AMBfTiorsE PR^FECTORVM. | SEFVLTVS REi.NsuvuGi. Im gekrönten Wappen- 
schilde der Lowe von Holland. Die acht lateinischen Verse in den 



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108 



'unteren zwei Tafeln heginueu mit: Quid mihi bis inorfein und 
enden mit: delet & iJla fcelus. Ganz ob^n in der Mitte die 
Zahl XIX. 

Höhe: 14* 10"'. Breite: tO" 11*". 

I. Mit lichtem Hintergrund» vor der Nummer XIX., vor dein 
Namen des Stechers und vor aller Schrift. {Smith.) 

II. Mit verstSrktein Hintergrund, mit der Nummer XIX. und mit 
der Schrift, aber noch vor dem Namen des Siechers. 

III. Hit den Merkmalen des II. £tai*s und mit dem Namen dest 
Stechers in dem unteren linken Eckstücke! CorÄ. Vi&cher 
Ceulp, 

Ist das 19. Blatt der Foljje Primipes Hollandiw, Siehe die 
Anmerkung 10. 

78. (XZ.) Johann L, 
Graf von Holland. 

(N. 73, S. 166.) 

In Vorderansicht, gegen links g(3\vendet, barllos mit dichtem 
I nrkenhaar. Die barcltartige Kopfbedeckung, aus dickem filzäbn- 
liciiem Stoffe bestehend, hat reclils eine Rosette von Edelsteinen, 
die zwei nach links iiberhffngende Straussfedcrn hfilt. f^ürkwfirts 
zieht sich durch den Finsdüiift nii Arm ;uifgostü]])ttMi Rande ein 
Streifen leiclit^Mi Sütllts herai), dei iiIm i die rechte Achsel vorfällt, 
und quer über die Rrust und die linke Schulter laufend, am 
Riukcii wieder herunter Hlllt. Der WafVenrock iibei' dem Panzer- 
bemde isL von gennisterlein SlolTe, bal kurze Aerniel und ist auf 
der Brust in Falten gelegt. Die Beleuchtung koiuuit von der 
linken Seile. 

Die secbszeibge lateinische Aufschiill im unteren. Theile des 
Ovals lautet: iohakhes proivs, thhus sgxvs vliihvs^ | post foebvh 

PARRICIDIVM OPTIMI PATHB, COMES IX. | OBIIT SVSPECTA MOBTE mPBOLfS, 
A^ MCCC. I Il£I.niSBVBGI IVXTA PLORENTIVM PATBEH GONDrrVS, | BBVERTENTE 
AD ANGLOS SVOS ELIZABBTA, | EDVARM I BEGIS ANGUiE FlUA. Der gO^ 

krOnte Wappenschild zeigt den hoUjindisdien Lowen. Die acht 
lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen inil: Jaiii 
motu, jam plena und enden mit: pacis an arte prior? Oben in 
der ittitte die Zahl XX. 

Höhe: 14" 10^", Breite: 10" 8'". 

I. Vor dem Hinlergriinde, vor der Nummer XX., vor der Schrift 
lind dem Namen des Stechers. (Smith.) 

II. Mit dem Hintergrunde, mit der Nummer XX. und der Schrift, 
aber noch vor dem Nameu des Siechers. 



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109 



III. Mit den Merkmalen des IL &ai*t und dem Namen des 
Stechers in dem unieren linken Eekslflcke: C. FfT«cAer 
fculpCit. 

Ist das 20. Bblt der Folge /Vtlncijpes HoUandiw* Siehe die 
Anmerkung 10. 

79. (XXL) JohMOL H, 
Graf von HoUaod. 

«N. 74, S. 167.) 

In Vorderansicht, mit einem nioOeren breifliivlmpigen hitt- 
artigen Barett. Das etwas gelockte H i n fällt bis aiil die Schulten» 
herab, der volle liart ist ziemlich Kiiiz gehalten. Das den Leib 
und die Arme schulzende Panzerhemd wird durch einen in Falten 
gelegten WalTenrock von schwerem gemustertem Stoffe mit kurzen 
am Rande mit Pelz verbrämten AermeUi gedeckt. Vom auf der 
Brust an einer mit Perlen umwundenen Rolle hangt ein fttnf- 
blatlriges Medaillon in Blumi^nrorm« Die Beleuchtung kommt von 
der rechlen Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift in dem unteren Theile 
des Ovals lautet : iohamni svccessit cohes HANNONiiC | toBANNEs 

AVE{<I]BNSISy HOLLAKDLB, &C cohes XXI. I WILBELMI ROMANORVM REGIS 
EX 80ROBE NEPOS. | DECES6IT A^ MCCCV, RELICTO EX PHILIPPA j LVT2EM* 

BVRGEiNSl H/EREDE WILHELMO lU'^."^ | CONDITORIVM PRI.NCIPIS VaLENCEMS. 

Im geviertcn und gekrönten Wapjjens« liilde die vier Löwen von 
Hanau. Die acht lateinischen Vei*se in den zwei nnlcicn Tafeln 
beginnen mit: Quis non hofte cadit j^emino? und enden mit: 
gloria maior erit. Oben in der Milte die Zahl XXL 

nahe: 14" 10'", Breite: 10" 11'". 

I. Mit lichtem Hintergrund, vor der Nnmmor XXL, vor dem 

N.iiuen des Stechers und vor aller Schrift. {Smilh.} 
IL '^bt verslärktcm Hintergrund, mit der Xiimmer XXL und mit 

der Schrift, jedoch vor dem Namen des Sleibors. 
III. Mit den Merkm:den des IL tllaVs und mit dem Namen de«; 

Stechers in dem unteren linken EckstClcke: torn. ViCscher 

CculpCiL 

Ist das 21. Blatt der Folge Prineipes HoUrndice. Siehe die 
Anmerkung 10. 

80. (ZXn.) Wühelm m., 

Graf von Holland. 

(N. 75, S. 168.) 

In \ i^rderansicht, ge^eu links gewendet, mit SchniuT- und 
Kinnbarl und langen geriugclt&ii Haaren. Die lurhanähDliche 



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110 



Kopfbedeckun<( hat rinr imgsum laufoixle, mit Perlen gezierte 
Wulst, vorn die mit eincni Srliinuck verzierte Hülse, iu der vier 
kleine Federrt stecken, und einen rüekwJirts lieiabfallenden einem 
Schleier j,dei(lienden SfofT. Die Rüstung ist glatt, am Hände mit 
einem Slreilen Arahe.okt ü veiv.iert. Die Ilalsberge besteht aus 
mehreren Folgen. Der vorn v\eit (»1V( in , mit einer Bordüre ver- 
sehene Mantel wird durch eine Schnur zusammengehalten. Die 
Beleuchtung kommt von der rechten Seile. 

Die sechszeilige lateinische Aufschnft im unteren Tbeile des 
Ovals laolel: wilbelmvs iii^', HoiXAviDtie, &c. com» xxu, | ob msiGm 

ANim DOTES BONVS APPELLATV8. | BX lOHANNA CABOLI COHITIS VALESH 
FILIA I waHEtMVS IV^, VAB6ARETA JHPEftATBIX, PHILIPPA | BBGIRA ANGU^ 
£T lOHANNA IVLIACENStg. | OBOT A^. NCCCXXXVn. 8BPVLTO VALBNCENIS. 

Im gevierlen und gekrönten Wapfienscbilde die vier Lüwen von 
Hanau. Die acht lateini.^chen Verse in den unleren zwei Tafeln 
beginnen mit: Juftiliaa cutlos nullo und enden mit. tota fic Bokus 
orbe ferar. Ganz oben in der Mitte die Zahl XXIL 

Hdhe: 14" 10^, Bmlc: 10" 9^. 

I. Vor dem Hinte Irland, vor der Nummer XXIf., vor dem Namen 
des Stechers und vor aller Scbrift. (Smith.) 

IL Nil dem Hinleiigrund, mit der Nummer XXIL, mit der Schrift, 
ab«r noch vor dem Namen des Stechers. 

III. Nil den Merkmalen des II. £uu*s und mit dem Nampn des 
Stechers in dem unteren linken Eckslficke: Cor». fUkd^ 

hl das 22. Blatt der Folge Principes HoUandio;. Siebe die 
Anmerkung 10. 

8L (XXm.) WOhelm 17., 

Grar von Holland. 

(N. 76, S. 169.) 

In Vorderansicht, e'was gegen links gewendet, ohne Barl. 
Der runde Hr^hn mit gleiclHun Gi-nickschirm hat am Srheilel eine 
Federhüise mit sier nach rückwin-ts heral»hf{n«jenden Slraussfedern. 
Das obrn und iii i\vr Milte in rme Spitze auslaufende Vii-ir ist 
aufgeschlagen, der Kinni<'fl nir'dn^, die spitz zuhiul'ende Halsherge 
geschoben. Die Achseln haben keine Vorderllüge, ancli keine 
Schwehscheihen. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die seclis/t lüge lateinische Anfschrift im unteren Theile des 
Ovals lautel : wn.HtLMvs iv^^*, wiliillmi lu^" filivs, | ^'Hl^cEes bello 

ET CLADE IIJ.VSTRIS, COHES XXUl. | NVIXA EX BRABAPiTLE DVCIS FILU 
PROLE EBITA, | AD STAVERAM IN FRISnS CECIDIT A**. HCCCXLV, | A^ MOCCXGVl 
OSSA SVB HBIKrrE ALB. BAVARO | VALBNCBNAS «lORIOSB TRANStATA. IlH 



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Iii 



gevierten und gekrOpten Wappenscliilde die vier Löwen von Hanau. 
Die acht lateinischi^n Vene id den unteren zwei Tafeln i)eginnen 
mit: Qnae fuerit mea vita, und enden mit: qui dedit ante necem. 
Ganz oben in der Mitte die Zahl XXllL 

Höhe: IS", Breile: 10" lO'". 

« 

l. Vor «lern Hintergrund, vor dem Wapjx.n, «Icr Nuininer XXIFL, 
vor dem Namen des Stechers und überhaupt vor aller Schrift. 

( Smiih.J 

II. Mit (lern Uiniergruud, mit der Nummer XXIII.. dem Wappen 
und d(ir Schrift, aber jioch immer vor dem Namen des 
Stechers. 

III. Mit den Merkmalen des II. ^tolV und mit dem Namen des 
Siechers in dem unteren linken Eckstflcke: ComeU» Vitteher 

» 

Ist das 23. Blatt der Folge iVmetjpes Hfdlandiai, Siehe die 
Anmerkung 10. 

83. (XXIV.) Margareta, 
Grähn von Holtand. 

(N. 77, S. 170.) 

Gegen rechts gewendet und nach vorwärts blickend, mit zwei 
an den Seilen herabhängenden Locken, Ober den Kopf mit einem 
grossen herabhangenden weissen Schleier, der aber das Gesicht frei 
lässt und nur auf der Sttrne hinlauft, und einer einfachen Biegel- 
krone auf dem Haupte, deren Reif mit Edelsteinen besetzt ist. Die 
Fttrslin ist etwas decolleürt. An dem eng anschliessenden Perlen- 
halsbande hängt ein Tafelstein in reicher Fassong. Der mit einem 
schmalen Besatz von Hermelin umsäumte, vorn weit abstehende 
Mantel wird (Iber der Bnist mit einer Scimur zusammengehalten. 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seile. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: avcvsta margaheta, wilhelmi m'" pilia, | lvuüvici 

BAVARI IMPERATOniS VXOIl , I POST MISEBANDAM FIIATRIS GL VDKM a". 

Mcrr.xi v. I IV"". provi.nciahvm facta domi.na, comes xxiv. | factioisibvs 
tjOUf Kl CubbcljaUjE SVBORTIS, i H'SA hN hannonia sva obiit a°. mcccm. 
Her gevierte und gekrönte Rautbiischilil führt den holländischen 
Lönei» und die vier Löwen von Hanau, die sich wiederholen, 
lieber das Ganze ein gelängter Schild mit dem deutschen Ueichs- 
aüler und den bairischen Wecken. Die acht lateinischen Verse 
begionen mit: SuecelU c»fo fratri und enden mit: fpemat femina 
regna meo. Oben in der Mitte die Zahl XXIV. 

Höhe: 14" 10% Breite; 10" 9'". 



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* 



112 



I. Von Smith nirhl iiHher angegeben, und die Zoile dnfflr loor 
gelassen, ein Beweis, Jass er ihm unbekannt f^cldieben ist. 
In der Voranssefztmg' nun, dnss er wirklich l»osl('f?t , w.ige 
u h <>s, Hin nach der Analogie der anderen BläUer luigeuder- 

ui.ij»pji anziijrcben : 

Vui dem ilinlergrunde , vor der Nummer XXIV., v(y dem 
Namen des Siechers und vor aller Schrift. 

II. Mit dem Hinlergrund, niil der Nummer XXIV. und mil ^et 
Schrift, aber noch vor dem Namen des Siechen. 

III. Mit den Merkmalen des IT. £tat*s und mit dem Namen des 
Stechers in dem unleren linken Eckstdcke : CwneHs Vitseher 

Ist Ii. Blatt der Folge Princtpes Uollandi(£, Siehe die 
Auinei'kuiig iÜ. 

83. (XXV.) Wilhelm V.. 
Graf von floUaod* 

(N, 78, S. 171.) 

Gegen link», den Kopf jedoch so gewendet, dass er fast in . 
Vorderansicht zu schauen ist, trägt Schnurr- und spitzen Kinnbart 
und etwas gelocktes, auf den Nacken herabfallendes Haar, Der 
Hut ist auf der Stirne gerade aufgestülpt und endigt in einen sich 
herabsenkenden Genickschirm. Das Hutband ist dem kleinen 
Theile nach, den man sehen kann, reicli verziert. Ueber der 
Stirne sitzt die Fcflniifilsf^ m\\ einem Steinsclimuck ihm! Tropfen- 
perle, in der II il^c st( ( ken vier kurze Federn. Als Schutzwallen 
liat er die Halshcrge, die s|)ilze ßrust und den Hiicken. die flber 
der Achsel durch einen hesclilagenen Itieiiien verlniihlt u werden. 
Die Achseln sind unbedeckt. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seile. 

Die siebeuzeiUge lateinische AurschiilL in dem unteren Theile 
des Ovals lautet: wilhelhvs v^^% MAßGAUETiE et lvd. bav. f. | dvx 

BmnUS, COMES PAI^TIMVS RHENI, j BOLLANDLE, ZELANDIiE, FMSLEQVE 
COHES XXV. I QVravS, DEFVNCTA MATRE, ACCESSIT HANKONIA. | VXOB, MACH- 
TILDIS LANCASTBIA, STEBIUS. | NENTE CAPTVS A**. MGGCLVm. | OUTT A^. 

MCCcLxxvii SEP. vALBNCENis. Der gcvierte und gekrönte Wappen- 
schild zeigt die baierischen Wecken und die Lnwen von Hanau, 
die si( h wiederholen. Die acht lateinischen Verse in den unteren 
zwei Tafeln beginnen mit: Natus ego Augufto Bavarorum fanguine, 
und enden mit: morte fepulta Anas. Oben in der Mitte die 
Zahl XXV. 

Höhe: 14" 10'", Breite: 10" lO**. 

I. Vor dem Hinlergrunde, vor der Nummer XXV., dem Namen 
des Stechers and vor aller Schrift. {Smith.) 



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113 



II. Mit dem Hintei^runde, mit der Nummer XXV, und der 
Schrift, jedoch vor dem Namen des Stechers. 

III. Mit den Merkmalen des II. £lat's und inil dem Namen des 
Stechers io dem unteren linken EckslOcke: Comelis ViCscher 

tculpsit. 

Ist das 25. Blatt der Folge Prtnei]pes HoümäicB. Siehe die 
Anmerkung 10. 

84. (XZVL) Albreoht, 

Graf von Holland. 

(N. 79, S. 172.) 

In Vorderansicht, gegen rechts gewendet, mit Vollbart. Die 
Kopfbedeckung ist ganz eigcnlhümlich, sie wird nämlich von herab- 
hängenden blattähnhch ausgeschnittenen Lappen bedeckt, unter 
deoen an den Schläfen und rückwärts ein am Rande geschlitztes 
Zeug heninteri^Ut, den Leib deckt das Panzerhemd, und darüber 
die geschnOrte, am oberen Rande mit einem Streifen Arabesken 
gezierte PlatlenrQstung. lieber die linke Schulter lauft ein Ban- 
delier mit anbangenden Schellen. Die Beleuclitang kommt von 
der linken Seite. 

Die secbszeilige lateinische Unterschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: albert vs bavarvs pbrbmetici fratbis | et pRovl^clARVll 

AB NCGGLVm AB A:^' MCCCLIXVU TVTOR, | et POST EARVNDEH DOMINVS 

PER ANNOS XXVn. I EX MARGARETA BRIGJ: POLOIVIC^ DVCIS FILIA | PLVRIVM 

IJBF.RVM PATER OBHT A**. MCCCCIV. | MAVSOf EWT HAG KrOMlTJS IN ÄVLA. 

Der gevierte und gekrönte Wappenschild liilnt die baierischen 
Wecken und die LOwcd von Hanau, die sich wiederholen. Die 
acht laleiuischcn Verse in den unteren zwei Tafeln bogitmcn mit: 
Brigica pofl mortem fralris und enden mit: me virlus cripuit 
iLUiiulo. Oben in der Mitte die Zahl XXVL 

Höhe: 14" 10'", Brpite: 10" 10'". 

L Bheb SmUh unbekannt, wurde daher auch von ihm nicht 
naher ari^rcgeben und die Zeile dafür leer gekssen. Nach 
der Analogie der anderen Blatter wage ich es ihn folgender- 

massen anzttgflxM) : 

Vor dem Hintergründe, vor der Nummer XXVI., vor dem 
Namen des Slccliers und vor aller Schrift. 
II. Mit dem Hinlergruiid , mit der Nummer XXVI. und mit der 
Schrift, jedoeh vor dem N.micn des Siedlers. 
III. iMil den MerluiiahMi des II. ElaCs und dem Namen des 
Stechers in dem unleren linken Ecksliicke: Corn, ViCscher 
" SculpCil. 

Ist das 26. Blall der Folge Primipes llollandiw, Sieiie die 
Anmerkung 10. 

8 



114 



85. (XXVII.) Wilhelm 71, 

Graf von Holland. 

(N. 80, S. 173.) 

Gefren' rechts geweiulel, mit kleinem Sditim rhai i. Der kugel- 
förmige Helm läult am Scheitel in eine Spitze ims, von der meh- 
rere kleine Slrtiussfeilern heraiiuHllen. Der Karl liegl eng an und 
bildet mit dem oberen Theil eine kreisrunde OelFnung, aus der 
das Gesicht herausschaut. Das schneidige, am oberen Theile und 
gegen unten in eine Spitze sich verlängernde Visir ist aulgescblagen 
und hat mehrere senkrechte Sehschnitte. Die am Rande ^e* 
schnürte, mit kleinen Rosetten besetzte Halsberge hat mehrere 
Folgen. Die glatte Brust und der Rflcken sind auf den Achseln, 
die nicht gedeckt sind, zusammengeschnallt. Auf der rechten 
Achsel hängt der ManteL Die Beleuchtung komipt von der linken 
Seite. 

Die sechszeilige lateinische Aufschrift in dem unleren Theile 

des Ovals lautet: wimiet.mvs vf^', alberti bavari fiiivs, | optimo 

MU.NCUM 0I»T1MV^ SVCfM SSOR a". MCCCCIV ; [ HOI.LA.MIL-E, ETC.ET. I'HOVIX- 
CIARVM COMES \\V||''^\ | GF.WIT EX MAHG\nKTA I'nillPPI AVDACIS FILIA | 
B.-EnEnEM VMCAM lACOÜAM a". SlCCCr.*". I (HillT a". Hl'CCCXVn"? SK1'VI,TVS 

VAEE.\CE.Ms. In dem gevierlen und gekrönten VVappensc Inlde die 
baierischen Wecken mit den iJhven von Hanau, die sich wieder- 
hnlen. Die acht lateinischen V'ei*se in den unleren zwei Tafeln 
beginnen mit: Si quis ades longis MoTpes peregrirms ab oris, und 
enden mit: At tu lacta memor refpico, lum lumulum. Ganz oben 
in der Mitte die Zahl XXVII. 

Höher 14" 10"', Breite: 10" 9"'. 

I. Mit lichtem Hintergrund, vor der Nummer XXVII., vor dem 
Niiiiicii des Stechers luul vor aller Schrift. (Smilh.J 

II. Mit dunklem liinlergruiid , mit der Nunniier XX VH. und mit 
der Schrift, aber vor dem Namen des Stechers; der be- 
schriebene. 

III. Mil den Merkmalen des II. £(al's und mit dem Namen des 
Stechers in dem uuLeicn linken Ecksliicke: Com. YiCCcher 
CculpCil, 

Dieses |]hilt wird von Magier irrig Wilhelmus II. genannt. Ist 
das 27. Blatt der Folge Prtncijpes Ilollandiie. Siehe die Anmer- 
kung 10. 

86. (ZZVIII) Johann» 

Herzog von Baiern, Regent von Holland. 

(N 81. S. 174.) 

Gegen recljis gewendet, rmi kurz verschnittenem VolU»art 
und etwas geiockleiu , an der Unken Schläfe bis auf die Achsel 




115 



reichendem Haupthaare. Die Kopfbedeckung hat einen am Rande 
ausgezackten lieber zug, der an den Seiten und rückwärts herab- 
fäWi und in eine Spitze ausläuft, die sich zu einer rOckwSrts herab* 
fallenden Cnpuze verlängert. In der Ecke ist eine Stick(;rei ange- 
bracht, den Leib deckt das PanzerlK ind, Der Waßenrock von 
gemustertem Stoffe hat kurze, am Rande nnsj^pzackle Aennel, und 
ist auf der ßrust in Falten gelegt. Lin den Hals liiuri eine mit 
Perlen verziortc Holle, an der vorn ein Schmuck in Medailionform 
hängt. Die Beleiiclilun«^^ koniiiH von der linken Seile. 

IHe sechszeilige laleinisdie Aulschiüt lui unteren Theile des 
Ovals lanlet: iohaiv^ks nA>AUvs, ET.F.rTvs lkodiensis, | post wiluklmi 

OrriSIl FRAliUS SVI KXCKSSVM, I RKUVM J> IIOLLAMXA POTIRI DFJXO SATA- 
CilT, I REPVG.NAiNTK MAXIMOPKHE lACOBA. | TANDEM ALIOVOT A>MS TVTOH. ( 

OBHT Mcr.ccxxiv"? ccNDiivs iixGM. Der ge vierte und i^ekiiHiie 
Wappenschild führt die liaierischen Wecken und die I^öwen vuu 
Hanau, die sich wiederholen. Die acht lateinischen Vei*se in den 
unteren zwei Tafeln beginnen mit; Praerul Eburonum, Dojorum 
fanguine cretus^ und enden mit: Eiutus viiA ni prids ipfe forem. 
Oben in der Mitte die Zahl XXVill. 

Höhe: 14" 10'", Breite: 10" 9"'. 

I. Giiiiz mivoUendet, der ohore Theil dos ivopfcs allein naiiert 
Meli der Vollendung. Die Kii|*fl>e*l»'ckinii; fehlt gan/.licli, ebenso 
der Hiiilcri^inml , die NimniH i XXVill., die Schrift und der 
Name des Stechers. {Snalh.i 

II. Blil dem Hintergrund, der Schrift, der Nummer XXVllI., aber 
nach vor dem Namen des Stechers; der beschriebene. 

III. Mit den Merkmalen des IL £laCs und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren linken EcksUIcke: ComelU Vitseher 
SevUpHi. 

Ist das 28. üiail der Folge Principes Hollandi(£. Siehe die 
Anmerkung 10. 

87« (XXIX.) Jaoobaea (Jacqueline), 
Gräfin von Holland. 

(N. 82, S. 175.) 

In Vorderansicht, den Kopf etwas nach links gewendet. Das 
Kleid ist hoch, ins Viereck ausgeschnitten, oben am Rande in der 
Gegend der llalsgrube mit einem Schmuck geziert. Ein feines 
Tuch verhüllt den uid)edecklen Theil der Achseln und des Nackens. 
Das Ueherkleid von schwerem gcmnsterlem SlolTe i^t n?if Brust, 
Schultcni und Kücken umgeschlagen , bildet einen Krairen von 
einer Art knrzhanrigen Hermelins, und wird vorn durch einen 
knopt zusammengchalteu. Die Uaare sind vulikonunen aus dem 

8* 



116 



Gc<>ichle ge&triclien und unter der Haube verborgen, die, zu beiden 
Seileo in, mit Perlen besetzte Buckeln sich erweiternd, auf den 
Obren sitzt. Ein leiclil hinflbor gelegter Schleier Hillt an den 
Seilen und auf den Uucken biDab. Die Beleucbkiog kommt von 

der rechten Seite 

Die secbszt'ili^c iHiciinsrhe Atif-^rlirift in dem unl('i'«'n llinie 
des Ovals lautet: iacoha, wii.iibLMt vT', filia, comes xxix"*, j itKi.piiKNu 

FRANCI.*: NVPTA VIVO ADHVC PATRK ; | VIDVAOVE lOIIANM IV^« lJV( 1 BhA- 
DANTI.E, EXr. I DEIN l'F.H ALIA bVO l>DEa>UA CONNVBIA | VARIIS PF.f.LIS 
EXKRCITA, ROMS EXVTA, | KT VIIA A**. MCCCCXXXVII. SEPVLTA HAG.^i. In 

den zwei unteren EckstOcken des Ovals steht links: Jan van Eyck 
pikv. rechte: Ex pictura apud V, CL, P, Scrivernm, Der gevierte 
und gekrönte Bautenschild führt den hollandischen Löwen und 
die baierischen Wecken, die sich wiederholen. Ueber das Ganze 
der gevierte Schild mit den Löwen von HanatL Die acht lalei- 
ttischen Verse in den unleren zwei Tafeln beginnen mit: Viderat 
eximiam Mavors regnare Jacobam, und enden mit: Crede mihi, 
b<ec poteral gignere mater avum. Oben in der Mitte die Zahl 
XXIX. 

Höhe: 14" 11% Breite: 10* 9'". 

I. Smith Iflsst fOr diesen ^iai den Kattm leer, ein Beweis, dass 
ihm derselbe unbekannt geblieben ist. Nach Analogie der 
anderen Blätter w^age ich es, denselben folgendennassen an- 
angeben : 

Vor dem Hintergrunde, vor der Nummer XXIX., vor der 

Sclirifi und vor dem Namen des Stechers. 

II. Mit dem Hintergründe, mit der Nummer XXIX;, mit der 
Schrift, aber vor dem Namen des Stechers. 

Der Name des Stechers fehlt in allen Abdrucken dieses Blattes. 
Diese Nummer wird von NagUr irrig Jckanms Intrqpidm Burgundiw 
(lux genannt. Ist das 29. Blatt der Folge lV»tci]p<s HoUandiw. 
Siehe die Anmerkung 10. 



88. (XXX.) PhiUpp L, 
Graf von Holland. 

(N. 83, S. 176.) 

In Drei\iertel-Arisi(:lii, gegen rechts, ohin UavI. in })riichtvoIler 
glatter Rüstung. Die einer Schallern aliiiiicliL! IJeckeiihaube bat 
rückwärts eine bedeulendo VerlHngeriin?, vorn einen in ilrei Ecken 
auslaufenden Schirai, ringsum eine reicht; hordurarlige Verzierung, 
auf der eine Reibe grosser fttnfblatteriger Rusen sitzt, die sich noii 
einer SchlSfe zur ändern über das Genick hinziehen, die Stiruo 
aber freilassen. Den Helmschmuck bildet eine grosse, aber niedere 



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117 



offene Krone von eiiUT Wnlst uinschlossrn. Das ^'is)|• isi ein ali- 
schlachtiges und hcnnilei-^elasscn. Die Lui'tgehei" helinden mcU 
nur auf der einen Seite zum fiebrauelie lür das i cciile A[i^c. Die 
Achseln sind geschoben, an den Kanten gravirt, und haben 
Brechründer, die an den Aussenseiten (he Eaibleine des gohlenen 
Vliessordens zeigen ; die Kette dieses Ordens ruhl auf der Brust. 
Die Beleuchtung kommt von der hukcu Seite. 

Die sechsaceihge lateinische Aufschrift im unteren Tbeile des 
Ovals lautet: philippvs i^^K intrepidi BVRGVNDiiC nvcis f^. | imperu 

BELCIGl ET EQVITVH AVB. VELJU CONDITOB , { lACOBA SIKE LUIERIS EX 
.QVATVOR MARITIS EITmCTA, | PIT, OBSEQVENTE FORTVNA, GOHRS TJLUV \ 
IXHTER ORBIS PRIKCIPES FAGUX PRINCEPS: | OROT RRV6I8 FLANDRORVM 

HccccLxvii. In dem unteren linken Ecksiucke des Ovals steht: 
m7m wm 'Eyck pitix Der gevierte und gekrOnle Scliihl fuhrt das 
M^appen von Burgund, über das Ganze der Schihl mit dem LOwen 
von Holland. Die acht lateinischen Verse in den unleren zwei 
Tafehi beginnen mit: Quiscjuis ades, inagni tnmuliim reverere Phi- 
iippi, und enden mit: tuofque oculus. Oben iu der Mille die 
Zahl XXX. 

Höhe: 15", Breite; 10" 11'". 

I. Vor dem Hintergrunde, vor der Nummer XXX., vor der Schrift 
und vor dem Namen des Stechers. (Smiih.) 

II. Mit dem Hintergründe, mit der Nummer XXX. und mit. der 

Sclirifl, aber noch vor dem Namen des Stechers. 

III. Mit den Merkmalen des II. ^lal's und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren /echten Eckslücke: Corh, VUscher 
SeulpCiL 

Ist das 30. Blatt der Folge Prmctpes Hoflandiw^ Siehe die 
Anmerkung 10. 

aS. (XXXI.) Karl I., 
Graf von Holland. 

(N. 84, S. 177.) 

In Vorderansicht, gegen links, in der Rüstung. Der Ilelm 
ist fast kugelförmig, der Kinnreif springt wenig vor, der obere 
Hand des Visirs lüult in fiiuf Spitzen aus, hat mehrere >eukiechle 
Sehschnilte und ist aufgeschlagen, so dass man das ganze Gesicht 
mit dem kleinen Schnurrbarte siebt. Der Cimier besteht aus einer 
offenen Krone mit einer sie umgebenden Wulst. Die Halsberge 
ist geschoben, die Brust hat einen breiten, mit Edelsteinen besetz- 
ten Rand, au der linken Seite eine kleine Schwebscheibe. Der 
um die Schultern geworfene, reichbordürte und mit Pelzwerk ge- 
fütterte Mantel hängt aa einem kostbaren Haken auf der linken 



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IIS 



AchsrI iiiul über (h iaselben die OrdLiiskiUe des gokleiieu Viiesses. 
Die Bt'leucliluug kouiuiL von der linken Seile. 

Die secliszeilige lateinische Aiifscliritl im unteren Tlieile des 
Ovals lautet: carülvs i"", phujppi bom f. comes xxxr% | üOLLAMu.^i 

ET VMTl A PATBE BEL60 H.ERICS, { AVDAX AU AJRHOR^lf 8TVD10 APPEL- 
LATVfi. I EX 18ABELLA BOBBOMIA El JULTA MARIA. | BELLI ABDORE POHTVS 

A!«TB NA^CEivM j CEODiT A^ MGGCCLxxvii. iETATis XLv. lo dem Unteren 
linken EckstQcke des Ovals diit Worte: Jan van Eyck pituv. Der 
gevierle und gekrönte Wappenschild filhrt das Wappen von Bur- 
gund, ül)er das Ganze der SchOd mit dem holländischen Löwen. 
Die acht lateinischen Verse in den unteren zwfi Tafeln beginnen 
mit: Hannibal in cafiris, Romanus in agmine Caefar, und enden 
mit: Nomine fic Marlis vivit, Olympe cares. Oben in der Mitte 
die Zahl XXXI. 

Höhe: 14" 8*", Breite: ir T^* 

h Vor dem Hintergrunde, vor der Nummer XXXI., vor aller 
Schrift und vor dem Nameo des Stechers. {Smilh*) 

\U Mit dem Hintergrunde, mit der Nummer XXXL und mit der 
Schrift, aber noch vor dem Namen des Stechen; der be- 

srhnebene. 

III. Mit den Merkmalen des II. £lat*s und mit dein N:imen des 
Stechers in dem unteren rechten ficksltlcke: Com, ViCscher 
Cculp. 

Ist das 31. Blatt der Folge Principes EoUl4mdim. Siehe die 
Anmerkung 10. 



90. (XXXn.) Maria, * 
GrSfin von Holland. 

{N. 85, S. 178.) 

In Vorderansicht, grt?cn rfclits gewendet. Das Haar ist voll- 
kniiiiuon aus der Slirne ^csii iclicn , ^o dass nichts davon siclilhar 
ist. liings um das Gesiclü und an den Schläl'en herab liüill der 
durchsichtifre Schleier, auf dein ein breiter Streifen sclnvaizen 
Sloires auUit'yt. Die Haube verlang« i t sich am Scheitel in einen 
kcgcirormigen, spitzen, mit Schuppen besetzten Aufsalz mit langem 
wehendem Schleier. Am Halse büngl an doppeller Sdinor ein 
mit Edelsteinen besetztes Kreuz und daran eine Perle. Der Besatz 
am Rande des Kleides ist mit eiiier dichten Reihe grosser Perlen 
verziert, eine gleiche Verzierung hat der Rand des äusserst feinen 
Brusthemdes» nur dass hier Perlen und gefasste Edelsteine mit ein- 
ander abwechseln. Die Beleuchtung kommt von der linken Seih . 

Die sechszeilige lateinische AufschriH in dem untenm Theile 
des Ovals lautet: harla garoli fuja vnica, comes xxxii'^*, | nvpsit 



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t 



119 



MAXIMILIANO ARCHlPVni AVSTH1.+:, | FIUDEniCl Iii"' IMPEIiATOKIS 01»T. MAX. 
FJLIO. I KX QVO C().M\(.lO I'IULIPFVS AVSTKIVS. | MARIA 1>FFLIC1 KX EQVO 
CASV AFFLJCTA | OBIIT A°. MCCCCLXXXll. SKPVF.TA Bl$V(.i.^. Ii) (loill Un- 
teren liiikeii Eckslücke des Ovals die Worte: Rogier van Brugghe 
finx. Der geviertc und gekrüute Uauleoscbild führt das burgun- 
diflche Wappen, ttber das Ganze der Schild mit dem Ldweo von 
Holland. Die acht lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln 
beginnen mit: Dum jacet, & famd Mavors /(mliatus & armis, und 
enden mit: morte folnta forent. Oben in der Mitte die Zahl 



Höhe: 14" 9", Breite: 10- 10'". 

1. Vor dem Hintergrunde, vor der Nummer XXXII., vor dem 
Kamen des Stechers und vor aller Sclirift. {Smäh.) 

II. Mit dem Hintergrunde, mit der Nummer XXXII. und mit der 
Schrift, aber noch vor dem Namen des Stechers; der be* 
schriebene. 

III. Mit den Merkmalen des II. £tai*8 und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren rechten Eckslücke: C. VUseher 



Ist das 32. Blatt der Folge Priticipes Hollandue, Siebe die 
Anmerkung 10. 



(N. 87, S. 179.) 

Gegen links gewendet, ubnc Schnurrbart, mit kolbigem, bis 
flber die Ohren herabbüngendem Haar; auf dem Kopfe sitzt die 
Kaiserkrone, den Ki^rper deckt der am oberen Rande mit Edel- 
steinen besetzte geschobene Kragen und die gos< Iiiirii ie, am oberen 
Rande reich t,naviiic Rnist. Ueber i]vr Iliislung haiii'f der schwere, 
am Rande mit einer breiten, mit Perlen und Edelsteinen besetzten 
Bordüre verzierte Kniniuii^Mn iiiel , der vorn mit einer reichen 
Schhesse znsnnuneugeliaiit^n ^Mi d. Auf demselben hegt, über Brust 
und Acbsebi itiulend, die Ordenskette des goldenen Vliesses. Die 
Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die sechszeihge lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: MAXUULunvs avbtbugvs» nvcTA mabia, | vfun belgu 

HiEREDB VNIGA, COMES XXIUl^S | EX QVA NAIVS A^ MGGGCLXXVIU. PU- 
UPPVS SVCCESSORf | GELRIS SVfiACTIS A^. HCCCCLXXXl. BVX, | POSTEA REX 
ROM. ET UfP. AV6VSTVS. | OB. A^. HOXIX, SEP. NBOSTAnn IM AVSTRIA. 

In dem unteren linken Eckstücke des Ovals die Worte: Iticos uo» 
loyalen ]^inx» bn gekrönten VVappenschilde der deutsche Reichs- 
adler mit dem Österreichischen Wappen im llerzschilde. Die acht 



XXXIJ. 





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120 



lateinischen Verse in den unteren zwei Tafeln beginnen mit:' 
Auftriaca; gentis Toboles, und enden mit: Felix, qui ToU morte 
Tuis gravis eft. Oben in der Mitte die Zahl XXXIII. 

Höhe: 14" b"', Breite: 10" 7". 

I. Smilh beschreibt ihn nicht näher und ISsst den Raum far 
die Zeile leer, mm Zeichen, dass er diesen £tat nie zu 
sehen bekam. Gestatxt auf die Analogie anderer BlXtter dieser 
Folge wage ich es, denselben folgeodermasso» anzugeben: 
Vor dem Hintergrunde, vor der Nummer XXXIU., vor der 
Sclirin und vor dem Namen des Stechers. 

II. Mit dem Hintergrunde, mit der Nummer XXXIII. und mit 
der Sclirirt, aber noch vor dem Namen des Stechers; der 
bcscliriebeue. 

III. Mit den Merknialen des II. tltaCs und mit denr Namen des 
Stechers in dem uuleren rechten Ecksiucke : Com, ViCscher 
Cculp. 

Ist das 33. Blatt der Folge Prineipea HoBanäkB* Siehe die 
Anmerkung 10. 

92. (ZXZIV.) PhUipp XI.» 
Graf von Holland. 

(N. 8C, s. m.) 

Fast in Vorderansicht, gegen links geweudet. Das Gesicht 
ist barllos, das (lichte Haar etwas gelockt nnd fällt bis auf die 
Achseln herab; das Haupt ziert die offene, mit Perlen und Edel- 
sLeineii reich verzierte Krone. Den KOrper deckt der geschohene, 
am oheren Hau de gravirle Kragen , die glatte Brust und geseliu- 
bene Achselslücke vorn inil einer Schwebsclieibe. Ucber die l{ü- 
stuug ist der mit Hermelin gefütterte Mautel gesctilageu, der auf 
der linken Achsel durch eine Schliesse, bestehend aus einer Reihe 
gefasster Steine, zusammengehalten winJ. Ueber dem Mantel liegt 
auf den Schultern die Ordenskette des goldenen Vliesses. ' Die Be- 
leuchtung kommt von der recliten Seite. 

Die secbszeilige lateinische Aufschrift im unteren Theile des 
Ovals lautet: pmLippvs n^^^^ qollandi^ etc. comes xxxiv^', | ob 

ANIMI ET CORPORIS D0TE8 PVLCHER DICTVS, | PER lOAmM VX0R18 DOTEM 
REX CASTELLJ:. I EX LmERlS MATV MAIOR CAROLVS HiCRES. | OBUT A*^ 

Müvi, .+:tatis xxviii. | sepvltvs proi»k Bviuiüs i.N CARTHvsiA. Tii dem 
uiUei'en linken Eckstihke des Ovals die Worte: T. Moslarl piiix. 
im gevicUcii iMid gckrunlen Schilde die Wappen von Hiirgnnd 
und Ca^ljli* II, die sidi wiederiiolen. Die acht latenuschen \ erse 
iu den unteren zwei Tal'cla bcgiuucu mit: 0 tluxum dccus 




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TV-' 



121 



imperij! und enden mit: qni patre major erat Oben in der Milte 
die Zahl XXXIV. 

Höhe: 14" 8'", Breite: 10" 8"'. 

]. Smilh liisst fdr dicseii Etat eine Zeile leer zum Beweise, 
(lass er ihm uahekaiiiit geblieben ist. Nach der Analogie 
mehrerer RlJitler dieser Folge* wage ich es, denselben fol- 

geiuiermasseii anzugehen : 

Vor dem Hinlergrunde, vor der Kummer XXXIV., vor der 
Schrift und vor dem Namen des Siechers. 

II. Mit dem Hinlergrunde, mit der Nummer XXXIV. und der 
Schrift, aber noch vor dem Namen des Stechers; der be- 
schriebene. 

III. Hit den Merkmalen des II. £tat*s und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren rechten Eckstttcke: Cl YiCtcher 
Cculp. 

h\ fln^ 34. Blatt der Folge Prindpes UoUmdiw, Siebe die 
Auiuerkuug 10. 

93. (XXXV.) Karl II., 
Graf von HoUaBd* 

(N. 88, S 181.) 

In Yorderansicbt , gegen links gewendet« mit kurz verschnit- 
tenem Haupthaare und gfeichem Vollbarte. Auf dem Kopfe sitzt 
die offene Kaiserkrone mit rClckwärts herabhängenden Schleifen. 
Der schwere, mit Perlen und Edelsteinen gezierte KrOnnngsmantel 
wird durch eine breite Spange (Iber der Bnist zusafnmengeliallen. 
lieber denselben auf den Achseln liegt die Ordenskette des gol- 
denen Vliüsses. Die nur wenig bemerkbare Rüstung ist glatt, am 
Rande iricli gravirt. Dnr Ilerndkragen ist umgeschlagen. Die Be- 
leuchtung kommt von der ilm lit^n Seite. 

Die siebenzeilige lateinische Aufschrifl iin nnteren Theiie des 
Ovals Iniitet: caholvs avstriacvs, ihspamar. etc. rex, | et vmti 

BKI.(ill ^RL^CEPS EIVS NOMIMS H"^'* | KIVSDFWOVE NOMIMS V"!^ IMPERATOR 
AViiVSTVS. I CESftlT A**. MlJLV'^". PHlLll'l'O IILIO VMCO j HISPAISlAS, IMHA3, 
KT BELGIVM: ) l)i:0 VACA^S PER TRIEINNIVM, PIE OBUT | (JRA.NAT K AI) S. IVSTl 

A*. MDKVHi. In dem unteren linken Eckslückc des Ovals die 
Worte: Titianus pinx. Im gekrönten Wappenschilde der deutsche 
Reichsadler mit den vereinigten Wappen von Spanien, Oesterreich 
und Burgund. Die acht lateinischen Verse In den unteren zwei 
Tafeln beginnen mit: Certabant nnper Pietas und enden mit: 
praelia dira manent! Oben in der Mitte die Zahl XXXV. 

Höhe: 14" 8"', Breite: 10" 7"'. 



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122 



J. Vor (lern Ilintcrgninde , vor der Nummer XXXV., vor aller 
Sclirift und vor dem Namen des Slccliers. [Smilh.) 

]|. Mil dem Hinlcrgrunde, mit der Nummer XXXY. , mit der 
Srlirirt, aber noch vor dem Naiuen des Stechers; der be- 
schriebene. 

III. Mit den Merkmalen des II. Elal's und mit dem Namen des 
S Lechers in dem uii leren rechten Eckslttcke: C, Viücher 

Cculp. 

Ist das 35. Blail der Folge Princifes Jioüandiw* Siehe die 
Anmerkung 10. 

93. a. Karl II., 
Graf von Holland. 

(S. 181. a.) 

Smith sagt ttber dieses Blatt: Eine von der voiiiergeheiideB 

verschiedene Platte. Der Dargestellte sieht gleichfalls nach links. 
£r bat den Mimd geschlossen und auf dem Kopfe einen Hat mil 
einem Juwelcnband. Dieses Blatl hat weder Hintergrund noch 
Schrift, und der einzige Abdruck, den ich sah, befindet sich in 
dem Museum zu Amsterdam. 

Smilh nennt diesen Fürsten Carolus Äustriacus (Charles V,), 
obwohl er in der Ueihe der Grafen von Holland Karl iL ist 



94. (XXXVI.) Phüipp in., 
der letzte Uraf von UoUaod. 

(N. S», S. 182.) 

In Dreivierlelansichl, gegen rechts gewendet, mit kurzgeschnil- 
tenem, aus der Stirne geslrichenem Iliiar mit klanem Schnurr- 
und schütterem, zweigetheiltem Kinn- und Backenbärte. Das eng- 
anliegende Wamms von schwarzem Sammt ist um den Hals, vorn 
auf der Brust, um die Aermeluath und an der inneren Seite 
der Aermel mit gemusterten Borten besetzt. Die Knüpfe sind 
sehr ischotter angebracht. Um den Hals läuft eine Schnur, an 
der der Widder, das Abzeichen des goldenen Viiessordens, auf der 
Brust hängt. Den Kopf deckl der niedere spanische Hut mit sehr 
-schmaler Krämpe, rückwärts mit kleinen Straussfedem geziert, so 
wie mit einer Hutschnur, in die Kdelsleine eingeflochten sind. Die 
Beleuchtung konunl von der linken Seite. 

Die achlzeihge lateinische Aulschriii in dem unteren Theile 
des Ovals lautet: philippvs ii^^ kivs >ominjs hispamar. etc. hex, | 

EIVSDKMQVE MOMIMS lU*'' HfJGII PIU.NCEI'S, | liNA\GVKATVS MDXLIX. 
UOLLAN. COHES XXXVl^^ | EXAVTOlUTVS OitDJAVM DECR&TO A°. JIDL2ULX1. | 



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123 



RBBVS BVHAfUd EXEMPTVS A^, MDXCVlll, | ncLICTO EX QVARTA W. ANNA 

ArsTRiAr.A I pfinji'po III® MoivARCHA. | Comiluiii ultimus In dem uii- 
leren linken Erkstiicke des Ovals die Worte: Tüianus pinx. A°. 
1519. Im gcvin ten und gokrOnleii Wappenschilde die vereinigten 
Wappen von Spanien, Oeslerreich und HurgiuHl. Ohen in der 
Mille die Zahl XXXVI. Die acht lateinischen Verse in den un- 
teren zwei Talehi lauten, und zwar in der linker Hand: 

^«msT Occulat, heu, Manes Ilirpania moetta f Plülippi, 
muiiü't Et pax fit tnmulo, Carole (pn'nte, tiio: 

. ifioe, ipectet paler, aiit avus, anihitiola nepotis 

Sonmia: neu laii forte Muuarcha ferar, 
iu der zur Rcclitcn: 

Vt mea lam longo nie vexet Uelgica hello 
Hollandnfqiic liidos dircat adire !n('f>s. 
Scilicet, Albanos (pioadani perpelfa fiiiores, 
banguine tunc parlas, terra repolcit opes. 

P. SCRlVERlVS. 

Diese Verse, welche in der, den Ständen von Ilollaiul zuge- 
eigneten Ausgahc ganz am Platze waren, schienen dem Sontman 
für die Eiemplare, welche er dem Könige Philipp IV, ^on Spanien 
widmete, mit Recht minder passend, sie mussten daher durch 
zweckroässigere ersetzt werden. Scriveriw dichtete sofoit andere, 
welche, um das mühsame Herausschieifen der ersteren, und über- 
haupt Aenderungen an der Platte zu vermeiden ^ gestochen, aur 
abgesonderte BJXttcheu Papier gedruckt, und sodann Uber dieselben 
geklebt wurden. Diese neuen Verse nun lauten, 
links: 

■ 

ui5. Quem patcr b^redem rcgnorum vivus honorat, 

Hunc, post fata patris, spernere Belga pntat. 
Patris ah exemplo, didici contemnere terras; 
Sed me jussit amor, Relligioque dei, 



rechts: 



Pro terris coelo Servandis arma movere: 

ISe me, cum terris obruat ira dei. 
Credite mortalesl Chrifto mea regna miniftrant: 

Quod si uon faclant, malo nec eile mea. 

P. SRIVÜÜIVS. 

Hohe: 15" V", Breite: 11« 

I. SmUh lässl für diescfi £lal eine Zeile lerren Raum, Beweis, 
dass er ilmi iiiiltekaiiiil ^'chliclton isl. >"ach der Analogie 
anderer ßlüLlei diestr Fol^e wage ich es, denselben so zu 
hestimmeu : 

Vor dem Hintergruode» vor der Nummer XXXVI., vor der 
Schrift und vor dem Namen des Stechers. 



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124 



II. 3Itl (1cm Hintergrunde, mii der Nummer XXXVI., mit der 
Unterschrift von hieben Zeilen, welche mit dem Worte mon- 
ARCHA. ondi^f, aber vor dem Namen des Stechers ; die Worte : 
Tiliantis piux. stehen allein olute die Jalireszahl 1549. 
fSmilh.) 

III. Mit den Merkmalen des II. £lat*8f nur dass in der üntcr- 
schnri noch eine nrhte Zeile, enthaltend die Worte: CouiiUim 
ulliiiius und am Schlüsse der Verse das Wort p. scrivehivs. 

. hinzugefügt wunle; der Name des Stechers fehlt, linker 
iland neben dem Oval liest man nach den Worten Tiiianus 
jnnx. auch noch die Jahrszahl Ä\ 1549. 

IV. Mit den Merkmalen des III. £lat*s und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren rechten Eckstücke: C. ViCteker 
gluulpOt, 

Kommt bei Nagler unter Nr. S9 irrig als PhiHppw II. vor. 
Ist das 36. filatt der FoJgQ Prmcrpes HoJJUmdim. Siehe die 
AnmerkuDg 10. 

95. (XXXVII. I Philipp m., 

König von Spanien. 

(N. 90, S. 183.) 

In Vorderansicht, gegen links gewendet, mit zierlichem Schnurr- 
und Knebelbart und kurz verschnittenem Haar. Auf dem Kopfe 
die offene Krone, am Leibe ^ die glatte geschnQrte Bostung, um 
den Hals die gesteifte gefaltete Halskrause, um die Achseln den 
reich gestickten KrOnungsmantel, tiber der Brust mit einer Spange 
nusammengehalten, über demselben auf der Brust die Ordenskette 
des goldenen Vliesses. Die Beleuchtung kommt von der rechten 
Seite. 

Die siebenzeiiige lateinische Aufschrift im unteren Theüe des 
Ovals lautet: prilippvs ni^*, hispaniar. et indiar. rex, | ad cohitatvii 

HOLL. KTC. rSON EST AHMISSYS, | COKFOEnERAXis ADITVM SVTPLAMhNANTIBVS I | 
a". MDr iX PACTIS xn A>NORVM INDVCIIS, | a'^. MDCXXl, INITIO REniNTE- 

GRATI IH"! LI, I DKCESSIT MADIUT E VLTIMO .MAHTII, | KT ATIS ( inCITER \IA\\. 

In dem uiilereii linken Eckstücke des Ovals dit; Worte: .1. Moro 
yin.i:. Im <,'('viorlen und gekn^nten Wappeiischilde die vereinigten 
Wappen von Spanien, OesterrL'ich und liiir«j;imd. Die acht latei- 
nischen Verse in den un leren zwei Taleln lauten , in der zur 
Linken : 

Isi" Tranüt ad haeredem, patre f functo, tota Philippum 
Belgica: tiirbatas fed mihi praebet aquas: 
Exhaurilque Tagum vel fola Batavia noflrÜDn, 
Martia gens; Pacis nec fludiofa meae. 



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125 



und In der zur rcchlen Hand: 

Et licet Hifpanis oppiignet Spinola caftris, 
SdaSm"' nufquam: tan Ii nee Ducis arma timet. 

mmu$ • Olia bilTenos .Tgre conccfTa per annos. 
^^fotau», ^uid Qulla venit, tu mihi Pabca veni. 

Diese Verse hielt Soutman für die Exemplare, welche er dem 
Könige Philipp IV, von Spanien widmete, mit Recht für minder^ 
passend, es wurden daher neue enisprectiendere gedichlet« und 

um die allen nicht aus den Platten heransschleifen zu mflssru und 
die letzteren überhaupt in ihrem nrsprUngHchen Stande zu l)elassen, 
auf passende kleine Phltichen i^estochen, auf Papier a!»j;'edruckt 
und diese Abdi ücke über die iriliiereu Verse geklebt. Die neuen 
Verse lauten, linker Hand: 

Cum regnis, bellis, terrifque exisset ulerque 

^Progenilor, tum me terlia bella iteiiint; 
Suscpi: bclloriiin osor, fed pncis amalnr 

Kcgiia Uliiii imnu: bellaque pace l'ugo: 

rechts: 

Atqui b»c bis*senos vix-dum servata per annos 
Ejicitm*: Bello mox repetente vicem 
«nntw jndolui: tunc pacis amor mihi suasil, ut irem 
tt^ Ad regnum quo pax cum patre l»tat avos. 



Vllimu$ 
luduciarum 



fiita 



Hohe: 14" Kl'", Breite: 10" 10'". 

1. Smilh giel)t sliill der Boschreihung desselben eine leere Zede 
Baum, woraus zu <i theii, dass ihm kein Exemplar dieser 
Abdrueksgaltung bekatint gcwürdca isl. GesKttzl auf die 
Analogie anderer Hläller der Folge wage ich es, denselben 
folgcndermassen an/ugchcn: 

Vor dem Hintergründe, vor aller Schrift, vor dem Namen des 
IStechers und vor der Nummer: tabvlX xxxvil am oberen 
Ende des Ovals. 

II. Mit dem Hintergründe» mit der Nummer: tabvla xxxvii., mit 
der Schrift und mit dem Namen des Haiers Ä. Maro pinx, 
aber vor jenem des Stechers. (Smilh.) 

III. Hit den Merkmalen des II. £UU*$, nur dass die Nummer: 
TABVLA XXXVII. herausgeuommeu und die leere Steile mit ge- 
ätzten Strichen ausgrfiillt ist. (Smilh.) 

IV. Mit den Merkmalen des III. ^ilal's und mit dem Namen des 
Stechers in dem unteren rechten Eckstücke: C, ViCscher 
CculpsiL 

Die zwei Varianten dieses tllat's, veranlasst durch die 
Verwnndnng des Blattes zu der Ausgabe fUr die Stände von 
Holland und für K tiiig Philipp IV. von Spanien, sind oben 
in der Beschreibung augegeben. 



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126 



Dieses Porlrait gehört zu dem Werke, aber nicht zu der 
Folge ÄVtietjpes HollandiWx hat deshalb auch nicht die Nummer, 
' welche sich bei den anderen Blättern der Suite ganz oben in der 
Bütte Ober dem Oval befindet Siehe die Anmerkung 10. 

♦ 

96. (XXXVni.) Philipp lY«, 
König voo Spanien. 

(N. 91, S. 184.) 

In Vorderansicht, ein wenig gegen links gewendet, mit etwas 
gelocktem Haar, In die Hohe gedrehtem Schnurr- und schmalem 
Knebelbart, sonst glattem Gesichte, auf dem Haupte eine offeac 
Krone. Die am Rande geschnürte Rüstung hat einen geschobeneo 
Kragen und VorderflOge. Der Halskragen ist glatt, steif weg 
stehend und mSssig gross. Der Konigsmantel ist reich gestickt, 
mit Perlen besetzt und über der Brust mit einer Spange zusammen- 
gehalten. Um den Hals, und auf der Brust aufliegend, l^tufl die 
Ordenskelte des goldenen Vliesses. Die Beleuchtung kommt voo 
der reell! en Seite.. 

Die siebenzeilige laleiniscli<' Aufschrift im uiilei'cn Theilc des 
Ovals lautet: phiupivs iv^\^ miilh'pi ni p. philippi ii"' .n. | rcx 

POTEiNTISS. KT RVIUi V.M)() - HELGII H.flRKS, | BF.LLORVM SATVU, SATOROVK 
AVnF. K I'ACIS, I HUIXA.NHOS SOCIOSOVK holla >'I)0RVM I PHOLATIS IM-, svo 
PAIKIMOMO FfNmVS, | LIBEUÜS l'llÜHSVS SVIQVK IVKIS AGNOSCIT | I.NCREIi[- 

BiLi oMMVM GAViJio, A^. Miu'.xLvni. lu dcHi Unteren linken Eckstücke 
des ilvals die Worte: P. P. Ruberi^ pfnx. Im gevierteii und ge- 
krönten Wappenschildc die vereiniguii \\.ip]>en von Spanien. 
Oestenoich und Burgund. Die aclit lateiniiichcn Verse lu deu 
uDlereu zwei Tafeln beginnen mit: Tandem fallacis meditanda 
pericula mundi, und enden mit: ut Regno liberiore fniar. Darunter 
der Name des Verfassers P. SCRIVßRIVS. 

Höhe: 14" 10", Breite: 10" 10'", 

. 1. Die leere Zeile Raum statt der Beschreibung liefert den Be- 
weis, dass Smith diesen ^lat nie zur Hand halle; dennoch 
wage ich es, goslülzL auf die Analogie mehrerer Blätter dieser 
Folge, die Merkmnle desselhcn folfrendennnssen an/iiirelien : 
Vor dem Hitiler^nuiule, vor der r>unHner: tauvi.a xxxvin. am 
oberen Ende des Ovab, vor aller Scbrilt und vor dem Namen 
des Stechers. 

n. Mit dem Hintergrunde, mit der Nummer: tabvla xxxvni., mit 
der Schrill und mit dem Namen des Haiers: P. P, Rubau 
pinx,, aber vor jenem des Stechers. {SmUk,) 

III. Hit den Merkmalen des IL £fai'$, nur dass die Nummer: 
TABVLA xxxvm. herattsgeuommen und die leere Stelle mit ge- 
ätzten Strichen überdeckt ist; der beschriebene. (Smilft.) 



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t27 



IV. Mit den Merkmalen des III. £lat's und mit dem Nnmeii dos 
Stechers in dem unteren linken Eckslttcke: Cwh. Vi(8cker 

In diesem Zustande ist die Platte cranz (Iberarbeitet, be- 
f?onders im Gc^sichle. Der Sclmurrliart, der in dem früheren 
Mlat klein und mit den Spitzen nach abwürts gckriimnit war, 
ist breiter geworden und in die Höhe gedreht, der ganze 
Bart ist dunkler und länger. Da«; Haar auf der rechten 
Seite des Kopfes, welches früher über den Rand des lials- 
kragcns herahreichte, ist so verkürzt, dass der Raum von 
mehr als einem halben Zoll zwischen beiden hegt. Der 
Kragen selbst isl gleichfalls kleiner geworden, denn während 
er in dem frnheren Zusland 2^/4 Zoll, von der Mitte an ge- 
rechnet, gemessen hat, ist er nunmehr kaum langer als 
2V« Zoll. {Smith,) 

* 

Diese» Porlrail gehört zudem Werke, aber nicht zu der Folge 
Pnncrpes HolUmdiiBy hat deshalb auch nicht die Nummer, welche 
sich bei den anderen Blättern dieser Suite ganz oben in der Mitte 
aber dem Oval befindet. Siebe die Anmerkung 10. 



d7* Das Wappen von Haarlem. 

(N. 140, S. 185.) 

In der Milte des Vorgnindes hinter einem l;in<^lichen Steine, 
dessen vordere Seile zu einer Fl.'iche zugehauen ist, erhebt sich 
der Stamm einei' kiaCligen Dattelpalme, deren Aeste Federn gleich 
üppig in die iJW'ic ragen. Am Stamme häufet an reichem in eine 
Masche geltuiidcucm Bande, das die VVorle fuhrt: vicit vi>i mrtvs 
der ovale Schild mit dem Wappen von Haarlem, dem Schwerte, 
Kreuze und vier Sternen im ruthen Felde. Hechts und links 
schweben Engel, links liinr und rechi.s vier, theils auf Wolken 
nieder, theils h«ingen sie, sich schankeliul, an den sich schwin- 
genden Zueigen, und streuen Sterne und Kreuze herab. Gegen 
den Hintergrund zu dehnt sich ein weiter Wiesengnind aus, von 
weidenden Heerden belebt, am Horizont siebt man die Stadt 
Haarlem von der Nordseite. 

Der Stein im Vordergrunde trügt folgende lateinisclie Verse: 

QVID SIBI TVLT SGVTVM QVOI» PENDET IN ARBOKE MVTVH? 
BIG BABLEHENSIS VIRTVTI BEBITVS Eff81& 

«HD CRVX? QVID STELLA? QVID CREDAM tUBC OKNIA VELLE 
SA>'GV1NEA IN PARMA? U.KC MBHVIT KENEMARlVS ABMA etC. 

Darunter in der Blitte: P. Scriverim 

Höhe: U'' 2'", Iheile; U" 3"'. 



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128 



I. Vor (lern Namen des Stechers. 

JI. Mil (icm Namen desselben unten rechls «tusserbalb des Stich- 
randes: Comelis ViCscher Cculpßt. 

Gehört zu dem Werke „Prinnpes Ilollandiw*' v(m Soulmm 
und ist das letzte in der Hcilie. Siehe die Anmerkung ^l. 10. 
Dieses Blatt kommt bei NagUr unter Nr. 140 als das Wappea 

des Kenemarius am Palnibaum bdngend, vor. Diese Benennung 
heruhl jedoch auf einem In thmn, veranlasst durch ein flüchtiges 
Lesen der Vei*se, die allerdings aul' den erslen Blick das ^y()rl 
Keneinnrira als TN'i sourn- oder Funiliennameu erscheinen lassen; 
allein es l)e(leniet (lii--t Ihe liier nUriil)ar den Bewoliner des alten 
Kencmer oder Kennci lan<ls > Kenenuiria)^ worunter jener Tlieil von 
Nordliolland versl.inden wird, der sich b'lngs der See von Ilaarkm 
an his jenseits Alkniar erstreckt und dessen liauplsladt einst die 
erslgenauute Stadt war. 



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m. HEILIGE GESCHICHTE. 

98—133. 

a) Altes Testament. 
98—100. 



98. Abzaham yerl&gtt das Laad Haran. 

(H. 2, N. 103, S. 2.) 

Abrnhnm's Familie und seine lleerden ziehen aus seinem 
Hause, (ias sicli durch den, jedoch nur Lheilweise sichtbaren Thor- 
bogen zur linken Seile des Blattes als solches ahkilndigt. Den 
Zng, der sich gegen rechts bewegt, eruHnet die Schal- und 
Ziegeaheerde, geleitet von einein Hirtenknaben, der ein Tuch an 
eioer Slange auf der linken Schulter ti^ägU Er hat keine Kopf- 
J»edeckung und ist lheilweise durch den Baumstainm . gedeckt, der, 
bis an den oberen Rand reichend, rechter Rand den Scblnss des 
Blattes bildet; dann kommt der Allvater selbst, gleicbralls baar- 
bMuptig,' in etwas gebückter Stellung, und scheint damit beschflf« 
tigt zu sein, die Ordnung unter seinen Thieren herzustellen. Er 
hat den kahlen Kopf gegen links nach oben gerichtet und seine 
Aufmerksamkeit der Erscheinung Gott Vaters im flatternden Mantel 
zugeweDdet, welcher strahlend am Firmamente sichtbar, ihm mit 
der ausgestreckten linken Hand den Weg andeutet, auf dem er 
ziehen soll. Neben ihm zu seiner Linken sieht ein Mann mit der 
Mutze auf dem Kopfe und einem gefüllten, an eine Stange ge- 
bundenen Tuche auf der linken Achsel. Er hat das Gesiclil seinem 
UeiTu zugewendet, sclieiot zu ihm zu rcdeu, und sielit uUenbar 

9 



130 



Ton der himraliscben Erscheinung nichts. Den Mittelpunkt der 
ganzen rinip])P nimmt ein kr.lftigos liclilcs Pferd ein; es steht 
nilii^' ih\ , und jener Mann an Abralinm's Seile dürfte wohl aus- 
ersehen sein es zu leiten. Die Bestinunung das Thieres ist offen- 
bar, den kleinen Lot, seines Bruders Aram Süluilein, zu tragen, 
und in dejn auf seinem Hilrken befesliglen, eineui umgestürzten 
grossen Korbe, oder gestunipiien , von vier Stangen gebildelen 
Zelte gleichenden Heh.illnisse, dem noch rdckwarts ein grosser 
lederner Mantelsack beigeselli ist, wahrend des Marsches aulzu- 
nehmen. Die hinter dem Pferde stehende, gegen rechts gewcudele, 
mil einem Kopfluche bekleidete Sara bebt das nackte Kind in die 
Hohe, entweder um ihm seine neue Behaus^ung während der Reise 
zu seigen, oder es schon in den Horb zu setzen. Auch sie wird 
von der glanzvollen Erscheinung am Himmel nichts gewahr. Rück- 
wärts des Pferdes drängen sich noch einige Schafe zwischen den 
^össeren Thieren durch. Den Schluss bilden zwei Maulthiere, 
zwischen denen gerade im Thorbogen ein Kameel sein hohes 
Haupt erhebt, geleitet von einem Führer mit flacher, barettarüger 
Mütze, der, mit der rechten Iland die Zügel seines Thieres hal- 
tend, hemflht ist, eine grosse Schüssel anfzuliallen, welche eben 
von dem Kücken eines der bepackten Maulesel herabzufallen droht. 
Ganz im Vordergrunde stehen und liegen zwischen den Füssen 
des Saumplerdes Kessel, Scliusseia und anderer Hausrnth in Un- 
ordnung herum, und Iniks in der Ecke liegt ein grosser gesciniürter 
Beltsack nehst einer mächtigen Kohlenpfanne. Die Zeit der Hand- 
lung ist der fridie Morgen, der mil seinem Lichte die ziendich 
flache aber nicht bauudose Gegend zu erhellen beginnt. Die 
Belt^uchlnng kommt von der rechten. Seite. Ohne Nannen des 
Malers und des Stechers. 

Höhe: 11" 9'", Breite: 14" 2'". 

I. In den Wolken siebt man die Gostall Golt VaLcrs schweben. 

II. Diesc'Hx! ist voUsländig herausgcscbliflcn , an ibrer Stelle 
sieben in zwei ZcibMi gegen rechts nach abwSrls die Worte: 
Abi Abrame d len a (da et ä cognalione Ida, alq; a Familia 
Falris | iui; in eam terram quam ostendam tibi. 

Dieses Blatt ist nach Giacomo Basfiano gestochen imd bezieht 
sich auf XII der Genesis und gehört zu dem Cabinet de Reynst. 
Siehe die Anmerkungen 11 und 12. 

89. Abraham erhält Befehl Sichern zu verlassen. 

(H. 1, N. 102, S. 1.) 

In der Ebene von Sichern sind am frühen Morgen Hirten und 
Hirtinnen mil ihren Heerdeu im Felde beschältigt. Den Vorgrund 



% 



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131 



nimmt eiuc zalilreiche Heerde \on Schafen, Ziegen, Eseln und 
KüJien ein. In der Ecke links schlält in der IVähe zweier Bäume 
ein Hand hn Ringe liegend, nieht weit von ihm steht ein grosses 
metallenes Becken und eine kleine SchQssel; in der rechten Ecke 
schlummert gleichfalls ein Hirtenjunge mit nackten Knieen und 
zerrissenel- Fussbekleidung, er ist an einen abgebrochenen Baum- 
. stamm gelehnt, neben ihm liegt seine hölzerne Wässerflasche, auf 
drni Kopfe hat er einen niederen runden Filzhut. Oben auf 
der Spitze des Baum Strunks steht ein kleiner Vogel und blickt 
ganz heimlich und neugierig auf das herab, was unter ihm vor- 
geht. Von derselben Seile her kommt auch ein anderer Junge 
herbei. Er ist gegen Hnks gerichtet, ohne KopfI)fHleckung, trägt 
auf der rechten Achse l einnn Stock mit einer Scldeife, und führt 
einen Esel, dessen K opf nur Iheilwcisc sichtbar ist. In der Mitte 
des Blattes kniet, gegen rechts gerichlet, eine Hirtin, mutlimasshch 
Sarai, Abrahams Frau, und ist damit hoschäHigt, ein Scliaf zu dem 
vor ihr stehenden, mit Wasser gelüllten Kdhei zu ziehen, um es 
zu tränken. Die Thieie verrathcn Durst, denn sie bewegen sich 
sämmthch der kaieenden Frau zu, bei ihr Wasser vermuthend, 
und beschnuppern sorgfältig die am Buden siehenden leeren sowohl 
als gefällten Gefasse. Die Fasse der Frau sind bloss, ebense der - 
RQcken bis unter die Achseln herab. Ueber ihr, gleichfalls gegen 
i^echts gewendet, steht Ahraham im Hirtenkleide, mehr vom 
Rocken zu sehen. Er hat einen runden, niederen, mit einem 
Federbüschel gezierten Filzbut auf, eine Hirtentascbe umgehängt 
und ein Tuch um die Hüften gebnudin ; die Aermel seines Ruckes 
reicheu nur bis an die Ellenbogen. Er hat die Arme auseinander 
gebreitet, sein Gesiebt mit dem Vollbarte ist nach oben gerichtet 
und mit Staunen dem Engel zugewendet, der, aus der Glorie des 
;iei>ffneten Himmels niederschwebend, mit der linken Hand nacii 
OlxMi deuiet. Links, auf eitjem erliOhlen Punkte liegen unter 
einem schlanken Baume glciclHalls zwei Hilten mit ihren wiMiigeu 
Schafen. Kechtcr Hand zieht sieh ein Weg mehreren ilüllen zu; 
auf «leniselben sciueilet ein Mann mit einer Stange, und hinter 
diei'em ein anderer, der einen beladenen Esel am Zaume führL 
Die Gegend ist etwas hügelig, hie und da mit Baimien besetzt. 
Es l^l iVülier Morgen, am Horizont rüthet die Dämmerung den 
Himmel und eine Schaar Vögel schwebt oberhalb der ländlichen 
Hfliten. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. Ohne 
Hainen' des Malers und des Stechers. 

Hölie: 11" 7'", Breite: 14". 

Dieses Blatt ist nach Giacomo Bassano gestochen und ge- 
hört zu dem Cabinet de Reynst. Siehe die Anmerkungen 11 
und 12. 

9* 



-1 

132 

100. Susanna. 

(ü. 3, ^. 104, S. 3.) 

In einem schattigen Garten sitzt in der Näbe einer links ste- 
henden Fontaine Susanna, im Begriffe in das Bad zu steigen. Sie 
hat ihre Vorbereitungen hiezu schon vollständig getroffen, denn 
nur ihr Haar ist graziOs in ein Tuch gehüllt, mu vor dem schäd- 
lichen Einlhiss des Iiernhfallenden Wassci*s geschützt zu sein. Sie 
sitzt gegen links gf^weadel auf der steinernen Umrandung des 
VVasserheckt ns, und hat den Bademantel, der nur leicht auf ihren 
beiden Schenkeln ruht, fallen lassen, bereit, in die kühlende Klulb 
zu steigen; da geschieht plötzlich von der rechten Seite her der 
Ueherfall der zwei lüsternen M«1nner, die sich bisher verborgen 
gehalten hatten. Sie haben faltenreiche Gewünder an, ihre Köpfe 
sind unbedeckt, und der Ausdruck ihrer Gesichter verräth ein be- 
reits vorgerflektes Alter. Der im Vordergründe hat mit entsdiloG- 
sener Faust den Mantel gefasst und zieht ihn an sich, wühread 
er, die Augenbrauen in die Höhe ziehend^ den Zeigefinger seiner 
rechten Hand bedeutungsvoll an den Mund legt, damit andeulead, 
die Ueberraschte mOge sieb ja ruhig verhalten. Sein Begleiter 
und Gesinnungsgenosse steht hinter ihm und «cheint von Susaaua^s 
Schönheit mächtig ergriffen, denn er hat sie mit seiner rechten 
Hand an ihrer rechten Achsel gefasst, und seine linke Haad, 
wahrscheinlich ohne Berechnung, auf sein Herz gelegt. Susanna, 
von dem Unerwarteten dieses Ueberfalls sichlUch ttberrascht, wendet 
staunend ihre Augen den zwei Männern zu, neigt sich unwillkür- 
hch etwas nach vorwärts, und wahrend sie betroffen, gleichsam 
abwehrend, ihre linke Haufl gregen ihre Verfolger aussreekt, zieht 
sie mechanisch mit der rechten das ihr entrissene Badiluch, sich 
zu verhüllen trachtend, an sich. Die Beleuchtung koiiuut von der 
rechten Seite. 

Höbe: U" 8"', Breite: 14" 2"'. 

I. Vor aller Schrift. 

II. Mit der Schrift, links: Guido Retd pimetL rechts: Com. 

Visscher. sculp. 

III. Mit der Schrift wie im IL £iat und mit der Adresse : F* de 
f¥%t Excudil unten rechts. 

Dieses Blatt, nach Guido Jtetti gestochen, gehört zum Cabinet 
de Reynst^ Siehe die Anmerkung 11. 

Das Gemälde befand sich in der Galerie Orleans. Galt bei 
Ventolk im 1. Euu 11 hoUand. Gulden. 



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b) Neues Testament. 
101—113. 



101. Majria mit der Blume. 

(H. 6, N. 108, S. 4.) 

Maria, in Vorderaiisiclji, sitzt nahe einer links sprudelnden 
Quelle auf einer natürlichen Felsenbank diii Rande eines Gebilsches. 
Blumen sprossen rings umher. Der kleine Jesus lie^'t rechts ganz 
nackt aiif einem Ober den Rasen gelegten Tuche, spielt mit den 
Blumen, die ihm die Mutter gepflückt hat and in ilirer rechten 
Band halt Er liegt aar den rechten Arm gestützt, macht eine 
Anstrengung sich umzubiegen, wendet IScbeind das gelockte Köpf- 
chen nach oben und reicht ihr mit der linken Hand eine der 
Blumen. Maria blickt sinnend und ernst ihr Kindlein an und 
streckt die linke Hand aus, um ihm eine Hhnne in Glockenforra 
zu pflücken, die an hohem Stengel in der Mhe blüht. Linker 
Hand öffnet sich eine Fernsicht^ die aber ausser dem Giebel eines 
Hauses, und einem Gewässer im Hintergründe, nichts Besonderes 
bietet. Von eben dieser Seite her schreiten auch zwei Gestallen 
(l«'m VoriLTunde zu. Es ist der junge Tobias mit dem Fische und 
sein lU'i^'lritPr, der geilügelte Engel. Der Letztere deutet mit aus- 
geslreckleni Anne vor sich hin, und beide sehen starren Blickes 
nach dieser Hiclitnng, gleich als hätten sie eine Erscheinung. Vor 
ihnen gelit mit hediichtigem Schritte des Tobias kleiner Hund. 
Unterhalb des Jesuskindes am Gesteine ist ein Wappenschild ange- 
bracht, der einen Thurm mit zwei kreuzweise darüber gelegten 
Stäben zeigt. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite* 
Ohne Namen des Stechers. 

Höhe; U" 7'", Breite: U" 3"'. 



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134 



I. Vor aller Sehrifl. 

II. Im ünlerrande links : TUiaen Pinxcii, (SmUh schreibt diese 

Worte so : Tixianus pinxit.) 
Iii. Der Name ausgclilgi; die Piutlc abgenützt. 

Die An^'abe der 6t(U*8 nach B. Wetgel und Smith* 
IkI nacli Tizian und aus dem Cabinel de Reynst, Siehe die 
'Anmerkung 11. 

Galt bei Verstolk im 1. Etat 16 bulhlnd. Guiden. 



102. Die heilige Familie bei Elisabeth. 

iB. 7, N. 109, S. 5.) ' , 

In einem Räume, dessen Aussicht rechts ins Freie fttfart, wo 
BAume sichtbar sind, sitzt Maria fast in Vorderansicht, and halt 
ihr nacktes Ktndlein, das in ihrem Scliousse sitzt, niil der linkca 
Hand unter <ior linken Achsel und niii der rechten Hand an dea 
Füsscheu. Sie blickt ^cgen links, hat das Haar in eine Holle ge* 
wunden gleiclis;iin als Kranz auf dem Scheitel liegen; ein schmaler 
durclisichliger Schleier hitngl rückwärts hinab, ein schwacher 
Sirahlenschein umglänzt ihr Haupt, sowie das Köpfchen Jesu. Der 
letztere lilickt nach abwärts und langt mit dem linkon Händchen 
nach der Birne, die ihm der rechts stehende langh;iai ii,*«; I leine 
Johannes reicht. Linker Hand, jedoch mehr im Voril('i>i nn le, 
, steht Elisabeth mit einer grossen, Stoff- und lallenreichen Ku[>f- 
bedeckun^;. Lk-r Kragen des KJeides reicht nicht Uber (he Achseln, 
und läuft vorn in zwei von eiUciiicier absiebende Spitzen aus, 
an der linken Seite hängt am Giiilel eine grosse Geldlasche am 
Ilaküii. Sie hat ihre H«1nde auf den uhercn Theil der geschnitzten 
Wiege übereinan<ler gelej^l und sieht voll Tbeilnahme den beiden 
Kindern zu. Hinler ihr steht Joseph. Er bat einen grossen 
Vollbart, hSlU mit beiden Händen einen langen Stock und hat 
seine Aufmerksamkeit gleichfalls den Kindern zugewendet Die 
RQckwand deckt ein schwerer Vorhang, dessen Schnur und Quaste 
rechts oben sichtbar ist. Die Beleuchtung kommt von der rechten 
Seite. 

Im schmalen Untenrande links: Johmmes mnder Hinrft exeaiU, 
rechts: Cwn, Vi&cher fedt. 

Hohes 11« l'« Breite: 8" 8'". 

Winkler's Katalog nimmt an, das liiatt sei nach dem altea 
Palma fvecchioj, 

1. Vor der Adresse, jedoch im Unterranüe rechts die Worte: 

Com. ViCscher fecH. 
U. Rcclils: Com, ViCscher fecit. hnks die Adresse: Johannes 
vander UorU txcudii. Diese Adresse findet sich manchmal 



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135 



ausradirl, um zu täuschen, der Belrtig düvtle aber, so wie 
ähnliche Fälle» an der dünnerra Stelle des Papiers leicht zu 
entdecken sein. 

Ein Exemplar dieser Art bcfiudci sich in der Albertina, 
und ich halte mich zu der Annahme berechtigt, dass es 
frühere Aijdriickr srehen mag, welche zwischen den I, und 
II. £tat zu liegen kamen, da in diesem, so wie in dem 
anderen vor hegenden Blatle dieses £lal's, wo die Adresse 
van der UorCl zu lesen ist, Linien zu einer SchhU» und in 
der Mille Spuren derselben siclilliar sind. 
HI. Mit der Adresse F. de Wil Excudit, an der Stelle der obigen 
des II. £taCs, rechts: Com. Vidcher fecil. 

Die Ho(bibliolhek bewahrt ein £xcmplar dieses Aat'tt 
welches das Besondere bietet, dass im Unlerrande in der 
Gegend desKniees der Maria ein nach ''links aufwärts blicken- 
des Auge gestochen zu sehen ist; auch bemerkt man 
schwache Spuren einer frOher da gewesenen, nun aber her- 
ausgenommenen Schrift. 

« 

103. Die heilige Familie in der Landschaft. 
(H. 8, N. 110, S. 6.) 

Maria sitzt in Vorderansicht In einer Landschaft, welche links 
die Aussicht iiuf Gebirge und rechts auf einen Wold bietet, an 
dessen Saume Joseph sitzt, den Kopi' in die rechte Hand gestützt, 
während sein gesatteller Esel behaglich in dci- F^nt lernung grast. 
Sie hat ein weites Gewaud an , das vor lauter Faltenwurf keine 
bestimmte Form erkennen lüsst; ihr Kopf mit gcsclieilellem Haar 
. ist mit einem leichten Tuche Iiedcckt. Der kleine Jesus, ohne alle 
Bekleidun^^, sitzl leiclit niif tlirein linken Knie und steht dabei mit 
seinem rcciilen Fusse auf einem Steine, aui den zimi Schutze des 
Fnsses ein Polster gelegt ist. Er beugt sich etwas gegen rechts 
vor und lan^t nach den Fnlchleii , die der von der rechlen Seite 
kommende kleine Jt>liaiiin*s in dein Ziplel seines Zicgenfell-Mnntels 
trägt und i^ni aiihieiet. Die Muller des Herrn sieht dem Beginnen 
der beiden Kinder mit Theiluahme zu. Ein Gleiches thut die, 
linker Hand knieeude Elisabeth, die Mutter des Johannes, die ganz 
in den Mantel und das Kopftuch eingebttllt ist und voll Andacht 
die Hände gekreuzt auf die Brust legt. Pie Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite. 

^ Höhe: 11" 6"', Breite: 14". 

Dieses Hlatt, angeblich nach Palma vccchio, geliOrl zu dem 
Cabiuel de Reynsl; es wird auch dem T Ueu du r Matharn zugeschrieben, 
doch ist es gewiss eine Ai heil Coniel Visscher's^ mit welcher Ansicht 
auch Basan übereinAüintuL Siehe die Anmerkung 11. 



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136 



104. Bio heilige Funilie an dar Mauer. 

Bei einem rechts stehendcu niederen Mauerreste im SchaUeo 

eiucs Eichbaumes silzt Maria im faltenreichen Gewände am Boden 
und bäh mit der linken Hand das Jesuskind, welches auf ihrem 
Schoosse sitzt. Es hält mit beiden Händchen die Bandrolle, welche 
sonst der kleine Jobannes anf seinem Kreuzstabc zu tragen pflegt, 
und die er ihm nun knieend als Geschenk reicht. Des Letzleren 
MuttLT, Elisabeth, die neben ihm gleichfalls kniet und in Vorder- 
ansicht zu sehen ist, hl\k üir Söhnlein mit der rechten Hand, 
unterstützt mit di r Iinkeu Uaad dessen linken Arm und bückt 
dabei Maria an, die ^'eriihrt durch die llerzensgütc des Kindes die 
reclile Hand ausstreckt, lun den kleinen Gespielen ilires Sohnes 
am Kinn zu stieiclicln. Hinter dieser Gnip|»e steht, mit dem 
linken Arm auf den Mauervorsprung gestützt, Joseph, und sieht, 
sich etwas vorneigend, dem (Janzen zu. Hinter dem kleinen Jo- 
hannes liegt ausruhend unfern eines Haiimstumpfes das Lamm, sein 
treuer Begleiter. Linker Hand steht eine Palme auf einer Erhö- 
hung und eben dort üfl'net sich die Aussicht auf eine begrenzte 
Ebene, deren Uoriiont durch eine langgedehnte AnhObe abge- 
schlossen wird. Die Luft zeigt schwacbe Spuren von Wolken. Die 
Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Links im dnnklen Vordergrunde stehen knatjp an dem Stich- 
rande die Worte: Com. Yischer mo, et fmt 

Höhe: 12" 4"*, Breite: 15" 9*'.* 

Dieses Blatt blieb meinen Vorgängern* unbekannt und dflrfle 
somit zu den grossen Seltenheiten geboren, stammt jedoch zuver- 
lässig nicht aus jener Zeit, wo Visscher auf dem Höbepunkle seiner 
Kunst stand, wiewohl die Striche bereits eine grosse Sicherheit 
der Hand verrathen; ich beschrieb es nach dem £iLemplar der 
ASb&riina, 



105. Die Grablegung Christi. 

(H. 4, N. 105, S. 8.) 

Der todte Heiland liegt im Schoosse seiner durch den namen- 
losen Schmerz in Ohnmacht gefallenen Mutter. Sie sitzt am Boden, 
die Augen sind balb geschlossen und die Hände regungslos herab- 
gesunken. Sie scheint kaum etwas davon zu wissen, dass man 
ihren Sohn hinweghebt, um ihn in das nahe Felsengrab zur rechten 
Hand zu tragen. Joseph von Arimathäa ist damit beschäftigt. Er 
steht auf der rechten Seite des Blattes, hat krauses Haar, keine 
Kopfbedeckung und ein weites, bis auf die Erde reichendes Ge- 
wand an, mit bis an die Ellenbogen aufgestreiften Aermeln. Er 



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137 



den Leichnam am Rücken lind unter der linken Achsel gefasst, 
und blickt ihn an. Maria Magdalena, g«gen rechts gewendet, 
iinlersKIlzL ihn, indem sie des Heilands rechten Arm :\uf ihre linke 
Achsel gelegt hnt und ihn so in die Höhe /ii lielieii Ix inidil ist. 
Ihr ITaar ist ziii ii( ki:*'sl riehen und hinter dein Scheitel ni einen 
geliillelen Slolf ziisauimengefasst, das aut iliren Schnhern liegende 
Tuch ist gestreift. Zwischen ihr und der ohnmachtigen Mim t ist 
der in ein Tuch gelulllte Kopl der dritten der licili^^en Tiauen 
sichtbar; sie unterstutzt die in Ohnmacht Gefallene und blickt ihr 
voll Tbeiliiahme in das Angesicht. Das mit der Dornenkrone ge* 
krönte Haupt des Heilands ruht zurücksinkend auf der Brust des 
Joseph von Arimathfla, und ist von einem matten schmalen Strahlen- 
knnze umsäumt. Der linke Arm hangt herab und aus der Seiten- 
wunde der linken Brust fallen schwere Blutstropfen auf das weisse 
Linnenzeug. Den Hintergrund bildet rechts der dunkle Felsen 
mit drei Baumstämmen am Rande. Linker Hand ölTnet sir Ii die 
Aussicht auf eine hügelige Gegend. Der Himmel ist mit Wolken 
bedeckt. Die Beleuchtung koinnil von der recliten Seite. 

Unten innerhalb des Stichrandes stehen die Worte, links: 
Tintorettm pinxit und in der Blitte: Com, Vifycher figurtwit aquä 
farti ohne Schlusspuukt. 

Hohe: 14" 10'% Breite: 10" 

I. Vor den beiden Kttnsüemamen. Die Stellen , an- denen die- 
selben spater stehen, zeigen bloss eine doppelle Strichlage, 
wodurch eine rautenförmige Schrsflure entstand. Der Plalten- 
rand ist noch gar nicht gereinigt. 

Ein solcher Abdruck berand sich im Cabinet Patron 
Dijonval, und die Albertina besitzt eio gleiches Exemplar. 
Das Cabinet Verstolk van Soelen besass nach Smilh's An- 
gabe gloichfiills ein Exemplar dieser knslliaren Al)(!nirksgalliing. 

II. Mit tleii Natnen des Malers und Slechers, .ihcr vor aller 
Adresse. Die Stelle, an der ViCscher's, des Sletliers. Name 
steht, zeigt ein« dreifache Lage von Slrichen, indem eine von 
links nach rechts dazu kam. Derlei Abdrücke gehören zu 
den grossen Solleiilicilen. 

III. Mit den Kilnslleriiainen wie im II. und mit der Adresse 
Nicolaus ViCscher Excudit. rechts unten ausserhalb des 
Stich randcs. 

IV. Mit der Adresse D, DanekerU bxc, an der Stelle der obigen. 
Spater war die Platte im Besitze Ton Covens und Morlier 
nach deren Verlagskatalog Nr. 23, docb tragen die Abdrucke 

' ihren Namen nicht. (R, WeigeU) 

Dieses Blatt gebürl zu dem Cabinet de lieyml. Siehe die 
Auinerkung 11. 

Galt bei YersloJk im I. Etat 38 holland. Gulden. 



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138 



106. IHe Hhnmelfahrt Chriiti. 

(H. 5, N. 107. S 9.) 

Der anferstaiulene Ileilaiiil srliwebt, von dem am Halse in 
einen Knoten ^'eiMindeneii ManielLuriic iimwalll, mit flatterndem 
Haare und ansj^M'luciteteu Armen , den Blick nach oben gerichtet 
und ringsum von den Strahlen der Glorie umj?eben, zwischen den 
sich oirnenden Wolken zum ilimmel empor. Leber seinem Haupte 
schwebt der heilige Geist io Gestalt der Taube, imd Cberobim 
ttmflattern ihn ringsum. Unten, auf einem von drden dieser 
Engel getragenen breiten Bande, steben die Worte: B60 et msa 
Yn^ svKvs. Die Beleuchtung kommt von der. linken Seite. 

Höhe: 15" 4'", Breite: 11" 8"'. 

I. Vor den beiden Künstlernamen. 

II. Mit den beiden Künstlernamen und der Adresse ; liiaiiilicii im 
Unlcrrandc links: P. Veronees Pinmt. in (l<!r Mille: Com: 
ViCCihcr Schulp. recliL», mit auderea Scljriflzügeu: F. de WH 
excudil. 

III. Die Adresse de If?! unterdrOckt. 

Der letzte Etat nach H. WeigeTs Angabe. 
Dieses Blatt, nach Faul Veronese gestochen, gebOrl zum. Ca- 
binet da lieymt. Siehe die Anmerkung 11. 

107. Maria in der Engelsglorie. 

La reine des angcs. 

(H. 9, N. III, S. 7.) 

Maria sitzt in Vorderansicht in Wolken, umringt von Engeln 
ohne Flogel, welche sie tragen, stützen und in den mannigraltig- 
Sien Gruppen von allen Seiten umgeben. Zwei derselben halten 
einen Lorheerkranz über ihrem Haupte, und linker Hand oben hal- 
ten Einige Palmenzweige und einen Kranz. Oben theilen sich die 
Wedken und ein starker Lichtglanz bricht herein, der das Ganze 
grell hekMulitet. Maria hat ein dunkles GfM'nnd nn, das Haar ist 
in ein leichtes Tuch gebunden, das sehieierartig am Rücken itnd 
(Iber die linke Achsel herahf?fllt. Das rechte Ih'in ist etwas in die 
Ihvhe i7e/o<:eii . das linke dagegen ausgestreckt. Sic blickt nach 
dem .le>uskiiide, weit lies sie mit lieiden Händen h.dt und das sich 
an seine Mutter ansduiiiegL, mit den Händchen ilnen Hals um- 
labseud; ein schwacher Strahlenkreis umgiebl sein Köpfchen. Die 
Beleuchtung kommt von Oben. 

Im Untei*rande stehen in zwei Zeilen die Worte: q\m kst 

UTK ^^M PB06RBDITVR QVA8I AVRORA COXSVRGBffS, PVJXHUA VT LVRA*, | 
ELGCTA VT 80L, TElUtmiLIS VT GASTRORVH ACIE» OBTOMATA. ^- 



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139 



iinker Hand: P, Paulo Rubens Pinxit. \ Cum PrivUeijio. rechts: 
P. Soutmanno DirigmUe» | Com» Vifdur Scidpsü, Dieses Blatt besiebt 
aus zwei Platten. 

Höhe des oberen Blalles: 11" 6'". 

Höhe des unteren BlaUcs: 12" l'". 

Hohe licidcr Rlälter: 23" 7"', Breite: 17" 1'". 

I. Vor aller Schrift und vor den beiden Kdnsllernainen. 

II. Der oben an^^ogebene mil den beiden KiiD^lli-rnanicn, mit der 
Schrift und mil der Adresse von P. Souiutun. 

III. Im Unlt rrande in der Mille mil der Adresse von t\ de WU. 

IV. Biese Adresse zugelegt. ^ 

In Dresden und in der kk. HorhibliorlKk liegen Exenipbin% 
wo hinter dem Worte Pnvilegia kein Punkt slebl, was sumit eine 
Variante des II. Mt(U*s gäbe. 

01£ VIER EVANGELISTEN. 
108—111. 

(H. 10, N. 112, S. 10—13.) 

Eine Folge von vier Blnitcrn nach C, VisscJier's eigener Er- 
lindnnj;. Nagler (Künstler-Lexikon Band XX, Seite 398) ^M< !>t als 
I. Eial Abdrücke vor aller Schrift an, docfi heiiierkt Smith hiezn, 
dass er derlei Exemplare nie zu Gesicht bekam, dass sich al>er 
Abdrücke vor der Jaliieszalil und vor den Worten: et Excudebat 
Ilaj lenii in der bendinileii Sawimliu)«,' des Baron Vcrtifolk van Soelen 
im II i.<^ befanden und bis zur Siiiude die einzig bekauuteu Exem- 
plare dieser AbdrucksgallUDg sind. 

• 

108. (I.) Math^us. 

(II. 10, N. 112, S. 10.) 

Der Apostel, gegen rechts gerichtet, silzt an einem Tische 
und wendet den Kopf nach links, so dass er in Yorderansirbt 
erscheint. £r tragt einen wallenden Vollbart, das Haupt ist kahl 
und zeigt nur an den Seiten, sowie über der Stirne etwas gerin- 
gelle Ifaarparlien. Das Gewand reicht bis an den Hals, uro die 
Achseln ist der Mantel ^^worfen nnd auf der Brust dnrch eine 
Scliliesse zusainmen^^^ehalten. Der Blick ist nach abwärts und auf 
das Tintenfass gerichtet, in das er eben die Feder taucht. Das 
Federniesser und eine gescbnillene llohrfeder liegen daneben. Vor 
ihm anf niederem Pulle ist ein grosses Buch aufgeschlagen, seine 
linke Ilaud iiihL daiauf. Vor diesem Pulle lie^'nn noch zwei 
Baude, einer davon mil Clausureu. lieber demüauple des Apoü^lelii 



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140 



schwebt der H(Mlii:cn>^r!irin , hinter ihm stellt der gelockte, etwas 
iinrli aufwärts bückende Engel. Den llinter^M'iind rechter Hand 
unnnit eine s^inlenartige Mauerecke ein; die Beleuchtung kommt 
von der linkj'n Seite. 

In der Mitte des Unterrandes die Worte: s. matüevs darunter, 
links: Com. Vikher !nveniehat rechts in zwei Zeilen: Com, WcAer 
Sculpebai | et Ejumdebat Ilarlemi 1650. 

Höhe: 9" 6'", Breite: 1" 3"'. 

Die Zeichnung zu diesem Blatte befand sich im Cabinet 
D'Ärgentville. 

1. Hit den Worten, links: Com, Ftfefter hmenUhai rechts: 

Com. ViCcher SculpebiU 
IL Mit den obigen Worten, dazu rechts in einer sweiten Zeile: 

ei Excudebal Harlemi 1650. 
Iii. Die Adresse des U. £tat's und die Jahreszahl 1650. heraus- 

gethan, man bemerkt noch, wenn gleich äusserst schwach, 
. Spuren davon. 

109. (n.) Marcus. 

(H. 10, N. 112, S. 11.) 

Der Apostel in Vorderansicht, Kopf und Blick nach rechts 
gewendet, sitzt an einem links stehenden, mit einem Teppich he- 
deckten Tischeheii. Er stützt den rechten Arm auf dasseihe und 
legt die rechte Hand auf die Brust. Der Kopf ist kahl« nur zu 
beiden Seiten mit schlitteren Haaren bewachsen, der Vollbart hin- 
gegen dicht, jedoch nicht übertrieben gross. Das Kleid reicht bis 
an den Hals, der Mantel ist über die linke Schulter geworfen, 
lieber seinem Haupte schwebt der Heiligenschein. Vor ihm auf 
dem Tische liegt ein aufgescblageDes Buch auf einem zweiten 
Bande anf, der als Pult dienen muss, und am Rande steht das 
geöffnete Tintenfriss mit daran hangendem Federfuttoral ; daneben 
liegt eine ungewöhnlich lange Feder. Links nrbrn der rerhten 
Achsel des Apostels blickt finster und fast (lidliend das indhnen- 
umwallte Haupt des Lüwen hervor. Die Beleuchtung kommt von 
der rechten Seile. 

In der Mitte des IJnterrandes die Worte: s. maucvs darunter 
links: Com. ViCcher Inveniehat rechts in zwei Zeilen: Com, ViCcher 
Sculpebat | et Excudebat liarlenii 1650. 

Hohe: 9" 6"', Breite: 7" 3"'. 

I. Hit den Worten, links: Com» Ft^bA^r invenSebat rechts: 
Com, Viteher Se^pebai 



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141 



II. Mit den obigen Worten dos !. pAat's, dazu recUU in einer 
zweiten Zeile: el Excudebat \\'w\nm 1050. 

Hl. Die Adresse des II. Eiais saniini der l iliK szalil herausgelhan. 
Schwache übrig gebliebene Spuren verralbeu es. 

UO. (in.) LncM. 

(H. 10, N. 112, S. 12.) 

Der Apostel, in Vfirderansicht, sitzt an einem kleinen Tische, 
dreht das Antlitz ganz wenig gegen rechts, wHbrend sein BHck 
nach links gerichtet ist Das Haar ist schütter« das Gesiebt bart- 
los. Ueber dem Haupte schwebt der Heiligenschein. Das Unter- 
gewand mit weiten Aermeln, ttber das ein pelzgefiltterter, vorn 
offener Leibrock mit kurzen Aermeln gezogen ist, zeigt auf der 
Brust eine Verzierung, die einena Schuppenpanzer vollkommen 
ähnlich ist Vor ihm auf dem Tische liegt ein aufgeschlagenes 
Buch. Er hat die Feder in (hu- Hand und mag offenbar über das 
nachdenken, was er niederschreiben soll. Das geöffnete Tintenfass 
steht ihm zur rechten Hand. Im Hintergriiiule sieht links eine 
Staffelei mit f!em Bilde der Muttergoltes sainmi dem Kinch^ rechts 
blickt der Kupt des Stiers hei vor. Die Beleuchtung kommt von 
der linken Seile. 

In der Mitte des Untenandes die VVorle: s. lvcas darunter 
links: Com. Vifcher Inveniebat rechts in zwei Zeilen: Com. ViCcher 
Sculpebat | et Excudebat llarlemi 1650. 

Höhe: 9" 6'*', Breite: 7" 3"'. 

1. Mit den Worten, hnks : Com« ViCchar Jnvemebat rechts; 

Corn. ViCcher Sculpebat 
IL Mit den obigen Worten, dazu rechbi: el Excudebat Harlemi 

1650. 

III. Wie im II. Eiat, nur dass die Worte Com. Vifcher In- 
veniebat aiisgeliian sind. Ein Exemplar dieser Abdruclis- 
gattung fand ich in der künigl. Kupfersliclisaininlung in 
Dresden, die Spuren der lierausgenoniiDenen Worte sind noch 
deutlich sichlhar; von gleicher lieschall'enheit ist das Exemplar 
der Alberlina. 

IV. Die Adresse nnd die Jahressahl 16 SO zugelegt, so dass nur 
VUcher's Name als Stecher Übrig blieb. Ich fimd im Privat- 
besitz ein Exemplar dieses £tat*8f wo nach dem Worte 
Ft/bft«r ein Punkt steht, was eine Variante dieser Abdrucks- 
gattung gXbe. Es heisst auf diesem Blatte: Com. FtTcfter. 
SctUpebat 

Eine recht gute Copie, die nur den Fehler hat, dass sie etwas 
zu hart ilt, hat rechts unterhalb des Stichrandes die Worte: Thomi 
Jüan, BoAocs Te: ei ease: YiemuB, 



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142 



III (IV.) JoaimeB. 

(H. 10, N. 112, S. 13.) 

Der Lieblingsjünger des Heilands sitzt ^egen reclils gewendet 
in den >i<<iitel gehüllt, hält niil der linkeit Ilnnd ein grosses ßiich 
auf seiiHin Schoosse und mit der etwas eiiiobenen n-cliteu die 
■ Feder leiclil zwischen Daumen und Zeigelin^iT. Der von Locken 
umwallte bartlose Kopr in Vorderansicht ist gegen links, und der 
Blick nach oben gerichtet, gleich als erwarte er von dorther eine 
Eingebung. Er ist in ein faltenreiches Gewand gekleidet, rechts 
schwebt der Adler mit ausgespanntem müchtigem FIttig, und halt 
im Sdinabel am Bande das Tintenfass mit daranhifngendem Feder- 
futterale. Linker Hand im Hintergrunde ttffnet sich die Aussiebt 
auf eine etwas gebirgige Gegend. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. « 

In der iMitte des Unterrandes die Worte: s. ioaxnks darunter 
links: Corn. ViCcher hwmiebat rechts in Ewei Zeilen: Com. Vikkesr 
SdUpebcU I et Mxcudebat Uariemi 1650. 

Höhe: 9'* 6'", Breite: 1" 

1. Mit den Wollen, links: Com. ViCcIher Inveniebal rechts: 

Cum. ViCcher Sculpebal 
IL Mit den obigen Worten, dazu rechts in einer zweiten Zeile: 

el Excudi'bal llarliiiiü lü50. 

111. Die Adresse des II. tllat's und die Jahreszald 1650 heraus- 
gethan; man bemerkt noch sehr schwache Spuren davon. 

112. Die Yiiion dea heiligen Franeiacns ▼on Asaiii. 

(II. 11, N. 113, S. 14.) 

Mitten in stiller Nacht, die von der Mondsichel erhellt wird, 
nahe einem Felsen, auf dem ein Baumstamm sich orliobl, kniet 
Franciscus im Gewände seines Ordens und betet. Er hat sich auf 
(I;«s r<'(]iie Knie niedergelassen und seine Sandalen abgelegt, die 
in tit'i" Ecke rechts am Boden liegen, ist gegen litiks <,'r\vendet 
und Iial den kurzen Mantel inii; der Bart ist, lang und lierab- 
iiiUigend, das Hanpl am Schcilel kahl. Mitten im (reljete ilber- 
rasclit iliü die Ersclieinung der Mnllcrgottes. Der Hinmjel öffnet 
sich, ein Lichtstrahl bricht von links lierein und Maria schwebt 
auf einer Wolke nieder, neigt sich etwas vor und reicht dem 
Kuiecnden auf einem herabhängenden weissen Linnen das Jesus- 
kindlein, das der Heilige mit beiden Händen überrascht entgegen- 
nimmt. Das Kind ist nackt Maria hat keine FussbekJeidung, das 
gescheitelte Haar ist an den Schliffen aufgelöst und flatternd, ein 
leichter Schleier deckt das Haupt und flllt rflckwärts und an ihrer ' 



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> 

143 



imkcii Seite herab. Ueber ihrem Haupte «cbwoben in den Wolken 
drei Chenibim und links zwei genu<,'elte ]L\\^y \ mit fließendem 
Haar. lit'cli{«'r II. nid sielit innter dein J- eisen ein zweiter Ordens- 
bruder erstaunt In i \ i>r, er stützt sich dabei mit der linken Uand 
auf den U.ukI des Abhaik^'s, neigt sich nach rechts, den Koj>l alu r 
wendet er nach Huks der hinnidischen Erscheinung zu. Er l^il 
einen kurzen Bart, die Capiize Uber den Kopl' gezogen, aber keinen 
Mantel, die rechte Hand halt er vor die Augen, um von dem 
liehtgianze nicbt geblendet zu werden. Die Beleucbtung kommt 
von der linken Seite. 

Im (Jnterrande, links: P. P. Kuhmt pinxii, rechts: F» de 
Wit excud. Cum PriuiL in der Milte: c\tio dissolvi, et esse cth 
GBBisTo« ^Up. j. Darunter: C. Viftcker SeulpCü. 

Höhe: 16" 7'", Breite; 13" 4". 

Nach der gewöhnUchen Annahme, welche auch Sinith zu 
theilen scheint, ist der Kopf des Heiligen allein von Vt^scAcr, das - 
Andere alles von Soutnuau Ich wäre aber geneigt, das ganze . 
, Blatt unserem Heister zu vindiciran, obgleich die Behandlung der 
Fieischpartien in den Köpfen der Maria und der Engel, so wie 
des Jesuskindes im Ganzen allerdings Souiman's Hand vermuthen 
IltssL 

I. Vor dem Namen des Siechers und vor aller Adresse« jedoch 
mit dem Namen des Malers linker Hand und mit den ÜVorten : 

CVPIO mSSOLVI, BT BSSB GVM CaiRISTO. pkUip. j, 

II, Vor dem Namen des Stechers, jedoch mit jenem des Malers 
und den Worten des 1. Aat'sz cvpio u. s. w. dazu noch 
rechts die Adresse: P, Souiaum eweud. Cum PHuil. 

Hl. Mit dem Namen des Malers, mit den Worten : cvpio u. s. w. 
mit dem Namen des Stechers C. ViCCcher SculpCil. in der 
Mitte unterhalb derselben, und rechter Hand mit der Adresse: 
F. de IVil excud. Cum PriuiL an der Stelle der obigen. 

Dieser Elal hl der ol)en !)osc]irieI)eno. 
IV, Die Adresse von th' Wil ist zugelegt, so diiss nur die bei- 
den Künstlernamen und rechts die Worte Cum PriuiL übrig 
gebUeben sind. 

Das Gemiilde in der Kai)uziuerkirche m Antwerpen. Kiue 
Studie zu der Figur des IhMÜgen selbst in Ju6is neuer Ausgabe 
des Werkes Ploos van Amsid. , 

Bei Versteigerung des Cabinets VerUM wurde der I. Etat 
mit 26, der H. mit 10, der HL mit 2 und der IV. mit 3 holland. 
Gulden verkauft Dieser Auctions-Katalog erwähnt eines ganz frtt« 
hen iiafs mit den Worten: to/vde premiere epreuve; ia bordure 
non termMe, 



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144 



113. Bat jüngste Gericht. 

(B. 13, N. 133, S. 36.) 

Christus der Herr sitzt in den Wolken des Himmels, Gericht 
zu hallen über das Menschengeschlecht. Das Gesicht voll Ernst 
umgiebt ein Kreis von Strahlen, der Mantel flattert um die Unlie 
AdM^ Hände, Fttsse und Sdte zeigen nicht mehr die Wundmale. 
Ueher seinem Haupte schwebt der beilige Geist in Gestalt einer 
Taube, nnd ganz oben auf einer Wolke thront, vom Liebte um- 
flossen, Gott Vater, mit der linken Haod die Weltkugd haltend, 
in einer Glorie von Engclsköpfen. ie drei Engel tragen die 
Leidenswerkzeuge, links das Kreuz, rechts die Säule, an der der 
Erlöser gegeif>s(>It wurde, empor. Zu Häupten des Heilands schwebt 
links das Scepler, das Symbol der Belohnung, und i-echts das 
flammende Schwert, das Werk/eng der Bestrafung. Ihm zur Seite 
stehen in Wolken, rechts die Stammväter, die AltVtlter, Palriarrheü 
imd hupiieteu des alten Testamentes, und hnks die iieihgen des 
neuen Bundes, an ihrer Spitze Johannes der Täufer und Maria. 
Die vier Engel des Gerichtes fliegen hernieder nnd stossen mit 
aller ihnen zu Gebote stehenden Kraft in die Posaunen. Auf die- 
sen Bnf ötTnen sich die Grüher und (he Etde ijelebt sich mit den 
Bewoiiiiern der Grdfle. Linker llaud unten sieht mau eben eiue 
Gruppe derselben, bemtiht aus dem Grabe zu steigen. Der Eine, 
in sma Leicbentach gehallt und rUckwIlrts auf seine Hflnde ge- 
stützt, bebt so eben den recbten Fuss empor, um die Grube xn 
verlassen; man sieht es seiner Bewegung an, dass seine Glieder 
noch ganz erstarrt und steif sind. Neben ihm ist ein muskulöser 
Hann liemttht, mit aller Gewalt den schweren Leicbenstein, unter 
dem jener lag, in die Höhe zu heben. Das Skelet eines schon 
längst Verstorbenen leistet ihm dabei hilfreiche Hand, desgleichen 
ein Mann, der, dem Grabe bereits entstiegen, in der Mitte des 
Blattes am Boden sitzt; er ist von rückwärts zu sehen und biegt 
sich nadi links, um mit der rechten Hand die Anstrengung des 
Mannes in (h'r Grubr 7\\ unterstützen, Ueher diesem Manne sieht 
man noch drei Gestalten, daruiitt i- .mrli ein Ske]<'l, ihr Frde eul- 
steigen. Nachdem das entscheidende Wort gesprochen, wird auch 
das Urtheil vollzogen. Der Erzengel Michael ist der Vollstrecker 
des güllhchen llichterspruches. Man sieht ihn rechter Hand aus 
den Wolken, die sich rechts und links bis auf die Erde nieder- 
senken, in der Büstung, mit fliegendem strahlennnitli>ssenem Haare, 
den glänzenden Schild in der Linken, und den flammenden ßUtz 
in der erhobenen rechten Hand, raschen Fluges niederscbwebea 
und, unterstützt von seinen Geführten, die Verworfenen kopfsber 
in die Holle stürzen, wo sie von den Bewohnern derselben io 
Empfang genommen werden. Unter den Gestalten -dieser Seite 
fallt besonders jene Gruppe auf, wo eine kräftige Teufelsgestalt 



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145 



mit starker Hand und ei^tschlossenem Ausdruck in Blick und 
Miene zwei Prauen, von denen die auf dem Boden knieende durch 
eine bei Bnbens seltene Grazie der Gestalt sich bemerklich macht, 
in die Flammen der Holle schleppt. Die* Eine hat er mit dem 
linken Arm kräftig um den Leib gefosst und trägt sie, die Andere 
aber, die, sich sträubend, am Boden kniet und vom Rücken zu 
seilen ist, fest bei den Haaren gejjackt, um sie an den Ort ihrer 
Bestimmung zu zerren. Ganz im Vorgrund, die untere rechte 
Ecke ausfüUeud, windet sich eine Sclilonge, welche drei der Ver- 
dammten umstrickt hält, die, ihren Blick nach oben richtend, in 
ein schreckliches Geheul ausbrechen. Im riPirensatze zu fliesen 
Srencn des Jammers und des Entsetzens si< lit man hnkcr Hand 
(Jie Schaar der ^userwühlteu , die da treu behinden wurden. Auf 
den Wink des Heilands mit seiner rechten Hand, steigen sie, vor- 
^viegen(^ durch .Frauengestalten repräscntirt, empor, einem Engel 
folgend, der ihnen mit Lorbeerkranz und Palme winkt. Engel 
schweben nieder, empfangen sie und hellen ihnen bei ihrer j^lor- 
reichen Himmelfahrt Die Beleuchtung küumit von oben. 

Im Unterraude in zwei Zeilen die Worte: ohnes enim nos 

NANIFESTARI OPORTET ANTE' TRHIVNAL COIOSTI, VT PEFERAT VNVSQV'SQVß 
PROPRIA CORPORIS, PROVT 6BSSIT, SIVE RONVH, SIVB MALVII. 2. COr. 5. 

Darunter hnks: P. iVnil. Ruhens ^nxit | Com, Vi&eker feuip. in 
der Mitte: Cum prmlegio, rechts: F. de Wit ^ Pe$K Soutmm 

exeud. 

Dieses Blatt besteht- aus zwei Theilen. 
Höhe: 24« 8'", Breite: 17" 11«'.* 

Beide Theile sind von gleicher Hübe: 12" 4'".* 

L Vor aller Adresse, bloss mit den beiden Künstleruamcn, 

II. Mit der A<lresse reciits : Pel'". Soutman excud. 

III. Mit den Worten: F. de Wü et vor der Adresse Peil Sout- 
man excud. 

IV. Diese Adressen herausgenommen. (Smith.) 

Das Gem.llde, und zwar die Skizze zu demselben, in der 
Pinakothek in München, zweite Ablheüung, Cabinet XII, Nr. 297. 



10 



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c) Die Heiligen von Flandem. 

114—133. 

(H. 12, N. 114—133, S. 15—34 ) 

Eine Folgre von zwanzig überhühlen Blättern, besl( )iend aus 
einem gesloclienen Titelblatt und 19 Ahhildungen von üeiligeD. 
Das rSahere über diese Suite in der Anmerkuug 13. 



114. Titelblatt dar Folge die Heiligen von Slaadeni. 

(H. 12, N. 114, S. 15.) 

Die Fflsse auf eioen grossen ovalen Rahmen gestotzt, sitzt 
Jesus in Wolken von der Glorie umstrabll und zeigt mit der 
rechten Hand auf das Kreuz, das er mit der erhobenen linken 
Hand vor sich hin hält. Die Haare sind lang und wallend, der 
Oberkörper bloss und die Füsse mit dem Mantel gedeckt, der 
über die linke Achsel geworfen ist. Zu beiden Seiten dieses Ovals 
stehen die Apostelfürslen auf Postamenten, links Petrus, rechts 
Paulus. Sie tragen starke Vollbarte und lange faltenreiche Ge- 
wlinder, ein Nimbus schwel>t über ihren Häuptern. Petru? linf ein 
Buch im Arm liegen, hall mit der linken Hand die llnniiipls- 
schliissel und hebt beide flande ge^cn Jesum empor; unten auf 
dem Postamente die WurLe: Vicrr | H^Rt:sKs. Paulus halt mit der 
linken Hand ein langes Schwert, hat auch eni Buch im Arm liefren 
und deutet mit der emporgehobenen rechten Hand gleichfall> luF 
den Heiland liin; auf dem Poslameute stehen die Worte: SvisEt^iT | 
Gentes. Am Boden nnierlialb des Ovals sitzt die Religion im 
faltenreichen Gewände mit einem Mantel bedeckt und einem Tucbe 
auf dem Haupte, über dem der Nimbus schwebt, in der rechten 



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147 



Hand, an der die zwei Himmdsschlüssel hängen, hält sie die heilige 
Schrift mit der darauf ruhenden Tiara, tther welcher der heUige Geist 
als Taube im Strahlenglanze schwebt, mit der linken Hand d^s 

Kreuz mit der Aufschrift: i n k i An das Kreuz mit einer Kelle 
gefesselt knieet links die hässliclie halbnackte Gestalt der Zwie^ 
tracbt mit dem Schlangenhaar, in der rechten ausgestreckten Hand 
häU sie eine sich windende grosse Schlange, mit der linken fährt 
sie sich in das Haar, rechts kauert ein gefesselter Krieger in römi- 
scher Tracht auf seinem Srliilde und leluU sich, durch die unbequeme 
S(f lliu)i^ ermüdet, mit Kopf und Schulter an das Postament ; Helm, 
Schwelt, Pfeil und Helleparle liegen neben ihm am, Boden, Die 
Beleuchtur.g koiuiiil von der recliien Seile. 

Die Schrift iui Ovale lauteL: Jesv Christo, | Fidfxi Miijtamis 

ECCLESI^ I hiPERATORI, | LiBKUAM EiVSDFM, 1 iiIVMPHAMIS, | REMVNE- 

RAToni, I iios I In Foederato Belgiü | Militlk S\.e Legatos, | SAisc- 
nssmos Sacri Belli Dvces, | Patri^ Apostolos, | Et Decora Lv- 
HDiA, I CvH DvABvs Heroims, | Miutahs In Iisdeh Pbovincus I ECCLE- 
su I DicAT, CoKSECRAT, | AiiMO | ck lo cL. ^ Gauz unten in der 
linken Ecke: P. Sautmamm Inveni^ | er Excudebat Harlenii 
1650. I Cum Prwilegio. 

Höhe: 16" 8'", Breite: tl" 9'". 

I. Vor aller Adresse. (Smith,) 

II. Mit der Adresse von Souiman auf dem Tilclblaii; der be- 
schriebene. 

III. Man liest nach den Worten cum Previlegio. Gedruckt l'Am' 
sierdam by Frederih de WU, (R. WeigeL) 

Smilh giebt diesen £tat mit den Worten: Die Adresse 
abgeändert in F. de Wi^ excudü AiaUtelodami. 

Ist das eiste, oder besser gesagt Tilelf/Iatt zu der Folge „Die 
Heiligen von Flandern''. Siebe die Aimicriaiiig 13. 

115« Der heilige Bayo. 

(H. 12, N. 114, S. 16.) 

In Vorderansicht, mit langem lockigem Haar und kurz gehal-* 
tenem Schnurr- und Vollbart, das Haupt Yom Strablenkreise um- 
geben. Er ist ganz gewappnet, die glatte Rtlstung besteht aus 
einer Kugelbrusl, ArmrOhren, Beinschienen und Taschen, darunter 
das bis an die Kniee reichende Panzerhemd. Die geschobenen 
Schuhe haben Sporen, an der linken Seite hängt der Degen am 
Wehrgehange; in der rechten IJand hat er einen Zweiliiinder, den 
er auf den Boden slOsst , mit der emporgehobenen linken Hand 
hält er einen hehaublen Falken an der Leine, der mit den Flügeln 
schlägt. Auf dem Haupte hat der lleihge eine barettartige Mütze 

10* 



148 



mit mehreren walleDden Straussfedem , ao den Hflndeo Hand- 
schuhe, um die Schultern einen mit Pelz gefütterten Mantel von 
gemustertem Stoffe, vorn mit einer reichen Schliessc, und um die 
Achseln eine Rette mit anhangendem Kreuze. Die Beleuchtung 
kommt von der linken Seite. 

Die dreizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 
ALOY^vs, noGNOMENTO Bavo, ivatvs IlAsrjxMK Comes Rehvm Franci.« 
co>sA>jr.vi.NEVS, ä S. Ama>do ad amorem Christi inflammatvs, | spreto 

MV.NHf» & ALIENATIS IX HEI HONOREM, S^XVM nONIS I> OMNI HVMfLITATE 
CURISTO SERVIVIT VS QVK AD | ANNVM DoMlN» I>C\\X1. IIaIILEMI.NSIVM 

Patronvs. Coutur I. OcTOB. Darunter in holltliidisrher Spraclie 
und gleichfalls iu zwei Zeilen: Aloyn, met by-naaie Bavo, gheboreii 
Graef van Hafpengovw vyt Conin<(hl}jrk hlocd der Francken, door 
den H. Ainand tot Chriitvm bekeert, iijii gocd den aiinen vyl- | 
deylende, verlaet de wereld, en heeft in alle ootmoedigheyd Chrilto 
gedient tot bot Jaer des Heeren DCXXXf. Patroon van Haerlem. 
Wort ge viert den I. Octob. Unten, links: P. Soutmanno Dirigerue» 
Com, Vilcher \ Sculpebai Cvm Ftmkgio. rechts: P. S(nUmmnm 
Iiwem^at \ et SxeuMat Harlemi 1650. 

Höhe: 16" 4'", Breite: 11" 6'". 

Ist das 2. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



116. Der heilige Willibrord. 

(H. 12, N. 115, 's. 17.) 

Gegen rechts gewendet, der Kopf jedoch fast in Vorder- 
ansicht, oline Bart, mit langen Haaren, das Haupt vom Strahlen- 
kranz umflossen. Der Heilige hält mit der liukca Hand den Stab 
mit dem Kreuze, den er auf die linke Schulter auflehnt, und trägt 
auf der flachen rechten Hand das Modell der Kirche von Utrecht. 
Vor- ihm liegt rechter Hand ein grosses Fass mit zwei daneben 
stehenden bauchigen Kragen mit Verschluss und Handbabeo. 
Neben denselben springt eine Quelle im Bogen aus der Erde. 
Bekleidet ist der heilige Bischof mit der Infel, der Alba, der Tu- 
nika, dem IVrloralkieuz und dem Pluvial von schwerem, gross- 
gemustertem Stoffe. Die Beleuchtung kommt von der rechten 
Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 
WiLLEnnoRnvs inter DrsciruLos S. Ec.rerti pwmvs, A SERCfo 11. R. P. 
co>tSF.r.n ATvs primi s Vltracecti ARrm- | Episcopvs: totivs fere Bfi nii 
PER ANNos XLVi Apostolvs. Colitvr VH. Novemb. Darunter iu 
holländischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: Willebrord, 
de eerfte onder de Difcipelen des H. Egberts, tot eerltcn AercK- 



^ by Gcj. 



149 



biffchop gesvjjl van Wtrecht, door Sergius de Ii. P. van R. | en in 
46 jaren Äpoflel hy-nae van IjeeJ ISederlniul. Wort gevicrt (l<'n 
7. Noveinb. Vnlen luiks: P. SotUmanno Dingente. Com. Vifclier \ 
Sculpebat Cum Priuilegio, recbls: P. Souimamus Invetiiebat | et 
Excudebat Harlenii 1650. 

Höhe: 16" 3"', Breite. 11" 6"'. 

Ist das 3. Blatt der Folge: Die üeiiigen von Flandern. 
Sielie die -Aamerkung 13. 

117. Der heilige Suitbertus. 

(H. 12, N. 116, S. 18.) 

Der beilige Bischof in Vorderansicht, etwas gegen rechts ^( - 
wendet, hat dunkles Haar und Vollhart. Das Haupt ist von einem 
Strablenkreise umgehen ; er steht auf etwas anehenem Boden , in 
der Linken halt er das Pastorale, mil der rechten Hand trflgl er 

eitlen Stern mit sechs Spitzen. Bekleidet ist er mit der Alba, der 
Tunika, dem Pluviale und der Infei. Die Beleuchtung kommt Ton 
der rechten Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 
SuiTBEiiTüS, SF.cL>Dus S. Egbekti Discipulus, ktiam Episcopus; Teister- 

BAINDLE, BaTAVLI:, CiELDRli:, Mo.M H M, | & INFERIORLM SaXOM'M ApO- 

SToi r^, MiRACULis ci.ARüs. CoLiTL'R I. Mautii. Darunter in hollän- 
disclier Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: Suithert, de tweede 
DifeiiH'I des II. Egberts: RifTchop, en Apoftel van de Hetiiwe, 
Geldeiland, Bcrghs-land en neder- | Saxen; vermaert duor Mira- 
kelen. Wort geviert den 1. Maert. Laien, links: P. Soutmanno 
Diriijente. Com, Vifcher \ Sculpebat Cum Priuilegio. rechts: P. Sout- 
ffiannus Inveniehat \ et Excudebat Harlemi 1650. 

Hölie: 16" 4"', Breite. 11" 6"^ 

Ist das 4. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. - 
Siebe die Anmerkung 13. 



U8. Der beilige Marcellin. 

(H. ]2, N. 117, S. 19.) 

Gegen rechts gewendet, mit nach aufwärts gerichtetem Blicke, 
dichtem, wallendem Vollbarle und am Scheitel kahl geschorenem 
Haupte, das ein Strahlcnkreis umgiebt. Der Heilige hält in der 
etwas erhobenen rechten Hand die Feder, mit der linken aber ein 
geöffnetes Buch mit Clausuren, das er auf das rechts stehende 
Postament stützt. Auf dem Blatte links ist zu lesen: Vita. | fui- 
bertus auf dem*rechts: s. Sviberti ohne Punkt. Er ist mit der 



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I 



150 



Alba, i\ev Slola und der leidigeslickten Casol hckli idel, und steht 
auf etwas unebenem Bodeu. Die Beleucbluag kommt von der 
rechten Seite. 

Die zweizeilige lateitusclie UnterscIuHl im LuLcrraiide Jautel: 

MaRCELLI.NU3 ex XII S. EgBEWTI DlSdl LLlS PEli ANKOS LXV Tr.A>s- 
IsULAiMAM VICLNASQÜE El ProVLNCIAS ZaLLAISD, TWE?iT, DrENT, | LnFE- 
BIORBS SaXONES & DAVi£?jTRIAM EXCOLUIT. MORTUUS IN OlDENZEEL, 

TRANSum Daventriam Colitur XIV. Juui. Darunter in bollin- 
discher Sprache und gleichfalU in zwei Zeilen : Marcellijn een van 
de 12 Ditcipelen des B. Egberts, heeft in Over-Yssel« en by- 
leggende Provincien Zalland, Twent, Drent, cn Needer-Saien 
het I Cbriftendom 65 jaren verkondight. SturJT binnen Oldcn/eel, 
en werde tot Dcvenler over-gevoert Wort geviert den 14. Julij. 
Unten links: P. Soutmanno Dirimte» Cum, | Vischer Cculpebat. cum 
Privilegio rechts: P, Soutmanmts invmebiU et excudebat | Haar- 
Imi. 1650. 

Böhe: 16" 3'", Breite: 11" 6'". 

Ist das 5. ßiall der Folge: Die üeiiigen von FlanUeiu. 
Siebe die Anmerkung 13. 



119. Der heilige Jeron. 

(H. 12, N. 118, S. 20.) 

Auf einer Erhöhung des Bodens stehend, gegen rechts, Id 
Vorderansicht, den Kopf nach links gewendet und den Blick nach 
aufwäils gerichtet; das Haupt umglänzt ein Strabtenkreis* In der 

ausgestreckten rechten Hand hält er das Schwert und mit der 
emporgehobenen linken Hand einen Falken mit der Haube an der 
Leine. Der Heilige hat die Alba an, und darüber die schwere, 
reichgeslickle Casel, an deren Vorderseite das Kreuz mit dem 
Namen Jesu in der Mitte zu sehen idU Die Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite. 

Die zweizeili^,'e laleinisclic Unterschrift im Unterrande lautet: 
Jeron Scotüs paheatüm isoBfLiiM Fn.iüs r>rcrs, spreto Patrimomo: 
relicta Patria: cum FintUTER circa Nouruwi kam | ac vici^a loca 

LABORARET, A DaMS, & NOORDMA.NNIS mmEM MaRTVRIO EST COROISATUS. 

CoLiTLR XVIH. AuGCSTi. Darunter in hoilaiidischcr Sjuache uud 
gleichfalls in zwei Zeilen: Jeron uyt Schotland, een eenige Soon 
uyt Edele ouders, Ujn ErßenilTe en Vaderland verlatende, heeft in 
rSordvvijck en omleggende plaelfen | trouwclijck gearbcyd, en door 
de Deenen en Noormannen gemartelt. Wort geviert den 18. Au- 
gufti. Dnten links die Worte: P, Soulmamo Dirigente. Com* 
Viicker \ Iculpebat. Cum Privüegio, rechts:. P. 5ot{/maiiitiia moentdai 
et exeudßbat Harlemi. 1650. 



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151 



Höhe: Iß" 4"', Breite: 11" 6'". 

Ist das 6. ßlatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siebe die AnmerJiuug 13. 



120. Der heilige Egbert. 

(H. 13, N. 119, S. 21.) 

Der Heilige, gegen links gewendet uiitl aul einem erhöhten 
Orte stehend, hebt den BUck gegen Himmel, hält im linken Arm 
ein geOffneteci Bneh, deutet mit der sich erbebenden rechten Hand 
vor sieb bin und hält seinen zwOlf SchQlem , die , etwas tiefer 
stebend, linker Hand Tersammelt sind und andächtig seinen Worten 
lauseben, einen Vortrag. Der beilige Abt trägt einen kurz gehal- 
tenen Vollbart, der Kopf ist bis auf einen ringsum laufenden 
Kranz Yon Haaren glait geschoren, das Haupt umgiebt ein Kreis 
von Strahlen. Der Talar ist weit, besonders die Aermel, auch 
die Capuze ist gross. Die Beleuchtung kommt von der linken 
Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschiift im Unterrande lautet: 
Egbkrtus Abbas cum ipsk Fiusns, ET Saxonibüs, lüOLor ATnis, Chri- 

STIAMSMCM ANrSUISCUIiE NQN POSSFCT : | FeCIT ID PER XII DlSCIPUIOS. 

CouTUK XXIV. Aprilis. Daniiiter in holländischer S])rache und 
gleichfalls in zwei Zeilen: Eglx'rt Abt, als hy felfs de Vriel'eii en 
Saxen, noch Heydcnen, heL Cliriftendom niet kon verkondigheu, 
lieeft I dit door XII. üifcipelen gedaen. Wort gevierl den 21. April. 
Unten links die Worte: P. Soutmaftno Dirigente. Com, Vi (eher 1 
Sculpebat Cum Primlegio. rechts: P. Soutmannus Inveniebat, | et 
Excudebat Hailerai 1650. 

Höhe; 16" 4'", Breite: 11" 6'". 

Ist das 7. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



12L Der heilige Wolfinun oder Wulfranus. 

(H. 12, N. 120, S. 22.) 

Der Heilige steht auf etwas erhol if ein Boden gegen links ge- 
wendet, mit gesenktem lUickc und slralilenuinkranztera llanpte und 
streckt segnend die rechte Hand über die links vor ihm siebende 
und iliiii /.ngewendete Fi^^nr eines kleinen Mtinnchens aus, das 
eine krune auf dem Kojtle IrMgl nnd um die Lenden ein Tuch 
geschlagen hat, sonsl aber ganz nackl ist. Es hat den Kopf in 
die Hiibi' gerichlet, bückt den Heiligen an, legt die rechte Hand 
auf die Brusl, streckt die linke aus und setzt den linken Fuss auf 



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den Band des vor ihm stehenden Tauflieckens. Der heilige Bi- 
sehof ist aiigelhau mit der Aiha, der iiiiiicella, den Handschulieii, 
der Inlel und dem Phiviale. In der Unken Hand hält er das 
Pastorale; das Haar ist ziemlich lang, der mässige Vollbart lauft 
in eine Spitze aus. Die Beleuchtung koroint von der rechten 
Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unteiw^hrifl im Unterrande lautet: 
Wdlfranus, III FftARCu Semoivensis Arcdi-Epis. monitd S. Spiritus 

VENIT IN FrISIAH VT CCM RaDBODO, EJUS | Re6E IdOLOLATRA BE SOS- 
CIPIBNDO ChRISTIAMSMO AGERET, SED FrU STRA. CoLlTUR XX. MaRTU. 

Darunter in holländischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: 
VVulfranus Aerds-hifTchop tot Sens in Vranckrijck; door den II. 
Geeft beweeght, konil in VrieHand om haer algodifchen Coningli 
Hadbodus tot | het Clniftendom te radeii, dorli vcrf^eefs. Wort 
gevicrt den 20. Maerl. Unten, links: 1\ Soutmanno Dirigeiüe. 
Com. Vischer \ Iculpebat. cum Privihfjio. rechts: P, Soulmmmu» 
inveniebat et exeudebat \ Ilaerlemi 1650. 

Höbe: 16" 3'", Breite: 11" 5'''. 

I. Der Heilige hat keinen Bart. (Smilh.J 

II. Mit dem Barte; der beachriebene. 

* 

Ist das 8. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



122. Der heilige KartiiL 

|H. 12, N. 121, S. 23.) 

Der Heilige, auf einem kräftigen Hosse sitzend, reitet im 
Schritte gegen rechts , wendet aber den Kopf nach links um , so 
dass er last in V'orderansirht rrsrltrint, und sclineidet den grüssU-a 
Theil seines Mantels mit dum Scliwerle, das er in <)fr linken Hand 
führt, ab, damit der nackte Mann, der neben d»Mii \V( l^c am Boden 
sitzt, sich damit bedecken und vor der Kalt* s( Imlzen liOnne; 
dieser ist vom Rücken zu sehen oiid hat den Munlel, den ihm. 
Mariuius überlSssl, mit kramplii.tll« u Hcimlen gefasst; neben ihm 
links Vm^l etwas Stroh. Der heilige Krieger hat eine platte Uü- 
' stuug mit Schwebscheiben, Ilalsberge, Armzeug und BeintaBclien 
an, die linke Hand steckt in einem Lederhandschuhe, die rechte 
aber, mit der er den Hantel halt, ist bloss. Das dunkle Haar 
fällt in langen Locken herab. Der Schnurrbart ist kaum äuge- 
deutet, sonst das ziemlich jugendliche Gesicht bartlos« Auf dem 
Kopfe sitzt eine Art Barett mit zwei langen herabwallendeo Strauss- 
federn, vorn mit einem roseltenartigen Schmucke. K\n Strahlen- 
kreis umgiebt das Haupt. An den Fiissrn hat er holie, bis über 
das Knie reichende Reiterstiefel. Die Zäumung des Pferdes besteht 



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153 



aus einem einfachen Slangengebiss, der Sattel hat die im XVII. 
Jahrfiunderte übliche Foim Die Beleuchtung Jiommt Yon der 
linken Seite. 

Die zweiztilif,'»' lalfiiusche Unletschrift im T^nlerrande lautet; 

MaKTI>J S V Pa>>iU.M.V, MAG.M IliLARII IN GaLLIA blSCIITILÖS, AC TüRO- 

NErvsis Ei»iscopus a S. Wiu.kbrokdo | in totius Ahcfii-Ei is. ['ltraiect. 
l^ATRONüM ELECTiis. CoLiTi R XI. NovKMB. Daruutcr iii lioHaiidischer 
Sprache und gleichfnlls in zwei Zeilen: Marten uyt Pannonien, in 
Vranckrijck een Dilcipel vaa den giooleii Hilarius, en Billchop 

tot Tonrs, van den II. Willebord | tot Fatroon des Acrdbifdoms 
vnn Wlrccht verkofen. Wort ^^eviert den 11. iSovemb. Unten 
liiilv^: P. Sontmanno Diriycnte Com. ViCcher \ Sciifpebat. Cnin 
PnuiUujiu. rechts: P. Soutmannus Invmkhat | et Excudebat Har- 
lemi lGi>(). 

Höhe: 16" 4'", Breite: 11" ö'". 

Ist das 9. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 

123. Der heilige Odol£ 

(H. 12, N. 122, S. 24.) 

In Vorderansirht, seine Schritte auf unebenem Roden gegen 
links richtend, bartlos, mit am Scheitel kahl geschoreueni llaiipie, 
das ein Strahlenkreis umgieht, im Kochet, mit der Stola. In der 
rechten Hand hält er den IMIgerstab, in der etwas emporgehobenen 
linken eine Schale, auf dem Vorderarm hlingt der Domherrn-Peiz. 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschiift im Unterrande lautet: 
Ödülp&us BiuBAnTDS, Pastor in Oorschot audita fama S. Frederici, 

FACTUS EJUS DiSCIPULUS AB EO AD APOSTATAS | FrISOKBS HISS I S : EOS ' 

ficcLEsr^ r.i roNciLiAviT, mortüus Trajecti. Colitür XII. JUNH. 
Dartinter in holLindischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: 
Odolf nyl Braband, Faftoor en Burger in Oorfschol, hoorende den 
rf)ern des II. Frederick, wert njn Difcipel, en van lieni tot de 
afvaiiige Vriefen | gel'onden: lieell de felve met de Ktrcke ver- 
foent, fturf tot Wtrecht. Wort geviert den 12 Juny. linten, 
links: P. Soulmanno Dirifjentc. Com. ViCcher \ Scutpehat Cum 
Priuilegio. rechts: P. Soutmannus hweniebat \ et Excudebat ilar- 
lenai 1650, 

Höhe: lü" 4", Breite: 11" 6". 

Ist das 10. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



154 



Dieses Blatt mit der Darstellung des Heiligen kommt aodi 
einmal vor, und zwar mit folgenden Merkmalen. Der Heilige er- 
scheint im VoUbaii, das Haupt ist behaart, die Beleuchtung kommt 
von der rechten Seite für den Kopf und den Stein linker Hand, 
der ganze Knrper und der Slab mit dem daran Iiängeiulcii Ruche 
in der rechten Hand aber erhaiieii das Licht von der linken Seite, 
so dass der Schatten nach rechts fällt. Links auf einem Felsslück 
sieht man ein aufgeschlagenes Buch mit darauf liegendem Birrct, 
rechts ein brennendes Haus, letzteres leicht radirt. Ein weiterer 
Unterschied liegt in dem Worte Oorl'scliot der liolliliulischen I ii- 
lersclirift, defn das kleine s des früheren Blattes felilt und ihb 
nunmehr OoilViiot gesclincbcu steht, ferner in der Zahl 12. vor 
dem Worte luny derselben Unterschrifl, hinter den sich ein Punkt 
befindet, der in dem obbe.sciniei)eneu Blatte gleichfalls fehlt. Die 
Dimensionen sind, Höhe: KV 5"', und Breite: 11" 6'", es ergiebt 
sich somit auch darin ein weiterer Unterschied, dass dieses Blatt 
um 1'" höher ist, als das obige, obwohl dieser Höhenunterschied 
von einer Linie, um den dasselbe grosser ist, nicht gerade einen 
unwiderleglichen Beweis eines verschiedenen Plattenabtlnickes be- 
gründet, da bekanntlich derld Unterschiede bei Äbdrflcken eines 
und desselben Aafs steh dann und wann ergeben, in Folge der 
eigenthttmlichen Dehnung mancher Papiersorlen, welche dieselben 
wahrend des Druckes, oder auch spater in Folge verschiedener, oft 
gar nicht nachweisbarer Umstände erleiden, wodurch eine ver- 
schiedene Ausdehnung und spätere Zusammenziehung erfolgt, 
welche die GrOsEse der Abdrücke alterirt. Gewöhnlich gilt dieses 
Blatt als ein späterer Etat des ersteren obbeschriebenen Stiches, 
es scheint mir aber kein blosser Etat, sondern ein ganz neuer 
Stich, so genau auch im Ganzen die Unterschriften beider Blätter 
miteinander übereinstimmen mduen. Leider war es mir nicht vor- 
gönnt, diese zwei BUflter unmittelbar mit einander zu veri^deicheD, 
uui die Bichtigkeit meiner Vermuthung ausser Zweifel zu stellen. 
Bei Smith werden diese Bbltter als blosse verschiedene itat's be- 
handelt, somit nicht für Abdiücke zweier abgesonderter l^iatteu 
gehalten. 



124. Der lieüige Gregor. 

(H. 12, N. 123, S. 25.) 

Gegen links gewendet, den Blick nach oben gerichtet, das 
Haupt vom Strahlenkreise umgehen. Der Heilige trägt den vollen 
Bart und ist mit dem bischöflichen Ornate angethan, bestehend 
aus der Alba, dem Pluvial von dunklem gemustertem Stoffe, den 
Handschuhen und der Infel. In der linken Hand hält er das 
Pastorale, mit der rechten ein grosses Buch mit 2wei Bändern, 



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155 



das er in die Seite stemmt. Die Beleuchtung kommt Yon der 
ütikeu Seite. 

Die zweizeilige Jnlcinische ünlerschriU im L'iilerrande lautet: 

GrEGOHIUS, PÜER ^ S. Bo.MFACIO ADOPTATÜS; POST KUM & S. WlLLE- 
BRORMM III. Til.Vli:cr. EpISCOPUS. I S. LUDGERI I. .MuiSASTERIE.NS. 

Episcopi Formator. Coi.iTi R XXV. Alglsti. Darunter in hollän- 
discher Sprnclic und gleiclilalls in zwei Zeilen: Gregorins, noch 
eeu kind, van den II. Bonifacius aen genomen, nae hem en den 
H. Wiliebrord de III. BilTchop tot Wtrecht, en Leer-meener | des 
H. Lutger eerdten BilTchop tot Nunfter. Wort geviert den 25. Au- 
gurti. Unten, links: P, Soutmamo Dtrigeme. Com. Vifchar \ 
«Seu/jpe^. Cum Prhiihgio, rechts: P. Stnihnmim Iwmiebat | 9t 
Exätdßbal HiM^leml 1650. 

Höhe: 16" 4"*, Breite: 11" 6'". 

Ist das 11. Blatt der Folge: Die HeiUgen tod Flandern. 
Siebe die Anmerkung 13. 



185. Der hailige Sfiedtiit^ 

(H. 12, N. 124, S. 26.) 

Der heilige Bischof in Vorderansicht, ein wenig gegen links 
gewendet, hat den rechten Fuss etwas vorgesetzt, den Blick gegen 
links nach oben gerichtet und beide 115 mle wie zum Geliete etwas 
gehoben. Zwei Dolche sind ihm tief in die Brust gestossen, den 
Kopf mit dem vollen Barte umgiebt ein Strablenkreis. Neben ihm 
am Boden ist eine längliche Oeffnuiig wie eine gefifTnete Gruft. 
Hinter dersclfien sieht das Pnstora! hervor. Bekleidet ist der Hei- 
lige mit der Inrel, der Alba, Tunika und flenj weiten Pluviale von 
schwerem, ungemein grossgeinusfft fin Siulle; an den Händen 
trägt er Handschuhe. Die Beieuchluug kommt von der rechten 
Seite. 

Die zweizeilige lateinische Untcisciinfl im Unten. uide lautet: 
FamERicvs Nobhjs Triso VIII Ultkajkcteasivm Ei-iscums: Sr cvMiVa 

ZEL4NDIi£ PER SE IPSVM , ET FRIS.« PER S. OdvU'UVM | ApoSTÜLVS. 

POST pRiEDiCT^n OBITVM 8WM k SicARns IN TBNPLo occiniTVR. Darunter 
in holländischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: Frederik 
Vit Eedel Geflacht der Vriefen de VllL Bifchop van Utrecht en de 
Ilde apoRel van Zeland door zieh zelfve, t cn door den H. Odolf, 
wert^ Als hy zell zyn doot voorzeit had, in de kerk van de Moor- 
denaers gedoot. Unten, links: P. SMUmanno Dirigente, Com* 
ViCcher \ Sadpehaf Cum Priuilegio. rechts: P, SinUmanrns In- 
venißhat | et Maxudebai IJariemi 1650. 

Habe: IG** 3 ", Breite: U" e"*- 



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156 



Ist das 12. Blatt der Folge: Die Heiügen von Flandeni. 
Siehe die Aomerkung 13. 



126* Der heilige Bonifazius. 

(H. 12, N. 125, S. 27.) ^ 

Stehend, in Vorderansiclil, gegen links gewendet bekleidet 
iiiii der Alba, Tunicella, dem iluviale, den Handschuhen und der 
Infel. Mit der gesenkten linken Hand hült er eine dreitheiligc 
Geissei und einen langen Stab, oben mit einem Kreuze, und io 
der etwas erhobenen nechten ein Schwert mit Parirstange, dessen 
Klinge durch ein geschlossenes Buch mit Clausuren ^tten durch 
gestossen ist Das Haupt umgiebt ein Strahlenkreis, das Gesicht 
der dichte aber kurz verschnittene Vollbart. Der Heilige steht auf 
etwas unebenem Boden, aus dem an der Stelle, welche der lange 
Stab mit dem Kreuze bertthrt, eine Quelle hervorbricht Die Be- 
leuchtung kommt von der rechten Seile. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 

ROMFACIVS, EXTBA S. Egdi-RTI DiSCIPOLOS, UBORAVIT in FßlSIA STB 

S. WiLLEBBORDO A?'* Xlil. ä S. Gregorio II. RoM.f: Episcopvs 

CREATVS ) BaVAROS, FraNCOS , TUVRINGOS , SaXONES, & IIaSSOS COiS- 
M RTfT, FlUSrAM SA.NGVINF SVO PVRPVRAVIT. CoLITVR V. JüMI, AVT JvLII. 

D;ininler in lidlliiiidisclier Sprache und gleicfifalls in zwei Zeilen: 
Bonifacius, buyteii' t getal der Ditcipulen des H. E^'berts; beeil m 
Viiel'iand onder den IL Willebrord gearbeyt 13 .Taren. Van Gre- 
gorius den II. in Rinnen tot BifTchop | gewijd, lieeft die van 
Rayer<Mi, Franekeniand , Duringen, Saxen en Ilen'eii bekeert, eii 
Vriellaud met fijn bloed befprengt. Wort geviert den 5. Juiiij. of 
Jiilij. Unten, links: P. Souimanno Dirigente. Com. Vifcher \ 
Sailpebat Cum Pnuüegio. rechts: P. Soulmannus Iiweniebal | et 
Excudebat Harlemi 1650.* 

Höhe: 16" 4"', Breite: 11" G'". 

Ist das 13. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



127. Der hellige Lebuin. 

(n. 12, N. 126, S. 28.) 

Gegen rechts gewendet und auf unebenem Roden stehend, 
barllos, mit am Scheitel kahl geschorenem llauple, das ein Sirahlen- 
kreis umgiebt. Der Heilige, mit der Alba iuhI der ( nsp! bekleidet, 
hält im hnken Arm ein gerdTnctes Buch mit zwei F»;mdern, in 
das er blickt, mit der rechten Hand einen, langen btab, an dm 



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157 



oben eine viertheiligc Kirchenfahne mit dem heiligen Kreuzzeicben 
flaUert. Die Belenclitung kommt von der rechten Seile. 

Die zweizeilige lateinische Unteisclnifl im Unterrande lautet: 

LeBUI.NUS AnGI.O-S.VXO, DEFÜNCTIS IAM VVnXRBRORDO, & BOMFACIO, 

RELinTA Patiua vemt AH S. GRFnoRii M III. Trajkctens. | Episcopl'm: 
Coi.LEGA S. Maiicelelm ad TraiNS - Isulanos & I^FERlOREs Saxones. 
Coutltr XII. iNüVEMß. Darunter in" holländischer Sprache und 
gleichfalls in zwei Zeilen: Leljuijii een Engelfch man nyt Saxen 
frelproten, nae de duod der II. II. Willebrord en Üomfacius, fijn 
Vaderland verlatende, korat lot den II. Grcgorins de III. DilTchop | 
tot Wtrecht: Mede-gefel des H. Marcelliju in't hekeeren van Over- 
YiTe], en der Neder-Saxeo. Wort ge viert den 12. Novemb, Unten, 
links: P. SinUmmno DirigentB, Com, Viseker \ (cuJp^. Cum 
Premlegio. rechts: P, Soutmannus invmi^ et «xcnddua | Har- 
lemi 1650. 

Höhe: lö" 4*^, Brdte: 11« 6'". 

Ist das 14. Blatt der Folge: Die fieiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 

128. Der heilige aanguH 

(H 12, N. 127, S. 31.) 

In Vorderansicht, den Kopf nach links umgewendet nnd den 
Blick links nach oben gerichtet, von woher ein Liclitslrahl herein- 
bricht. Der Heilige ist in voller Uüstung, nur die Il.indü sind 
bloss und das Gesicht nicht gedeckt. Der Helm hat einen unge- 
wohnlich grossen Genickschirm. Von der Spitze des Scheitels weht 
eine lange Straussfeder rückwärts herab. Die Brust ist gereift, rund, 
mit Schwebscheiben versehen, die Beintaschen, unter denen das 
Panzeriiemd hervortritt, sind geschoben. An den Fassen tragt er 
Sporen. An seiner linken Seite hängt das kurze Schwert Das 
grosse Bit tersch wert mit Parirstange, aber ohne Biegel, hält er 
leicht mit dem Daumen der gesenkten rechten Hand und mit der 
linken Hand einen Schild, der schrlig von links nach rechts ge- * 
streift ist und in der Mitte ein Oval hat, auf dem das Kreuz der 
Erlösung steht. Der einfache Mantel wird am Halse mit einer 
Sridiessc von Steinen und Perlen zusannnengehalten. An der 
Steile, wo flas Schwert den unebenen Boden berührt, schiesst 
Wasser nn Bogen in die Höhe. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unleirande lautet: 

GArSGl'LPBL'S ßüRGUKDüS EqLES, MiRACLLO EMl'TI & TRADLCTI FüMIS ' 
CELEBUIS, HaRLEMENSIUM IMER | C^TEROS PaTUOMJS. QülESClT VaRE^iSIS 

IN Basiuca ä SE ^iFicATA. CouTüR II. May. Darunter in holläu- 



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158 



disdier Sprache und gloicbfnlls in zwei Zeilen : Gangulpluis Ridder 
uyt Burgondien, door hei Mirakel der gekoclite, en vervoerde 
Fonleyn vermaerl, is een onder de Palrooiien van j Haerli m. Ruft 
te Varenne in de Kercke vnu hem felve geflieht. VVurL gevierl 
den 2. May. Unten, links P. Sontmanno Dirigente. Com. 
YUvhei I Smipebat Cum Ftiuikfjio. i'echts; P. Souimajmus In- 
vmiebal | el Excudebat Ilarlerni 1650. 

Höhe: 16" 4"', Breite: 11" 5"'. 

Ist das 15. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandeni. 
Siebe die Anmerkung 13. 

129. Der heilige Adalbert von £gniont. 

<H. 12, N. 129, S. 32.) 

In Vordeian-iclif. bullös, mit am Scheitel kahl geschüreneni 
Haiiple, das ein Sliuhieiikreis iiiiigiebt. Der HeiHge, auf etwas 
uiielienem Boden stehend, ist als Diakon mit der Alba und der 
Dalnuiüka bekleidet, hält in der etwas in die Hobe geliobenen 
recbleu Hand ein geOHuetes Buch und legt den Finger der linken 
Hand auf die aufgeschlagene Stelle. Krone und Scepler liegen 
rechts unten am Boden zu seinem Unken Fusse. Die Beleuchtung 
kommt von der rechten Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 

ADELBERTVS ReGIS DbIRORVM U« AkOLU FlLlVS, SPRETO MVMDO, VffVS 

FviT zx XU S. Egbrrti Disomis; priuvs | T^aiectensis Ecams 
Arcui. DiACONVs; EcMortDiE, & KimEHkRiJE Apostolvs. Ccm.its-b 
XX^^ JvMi, Darunter in holländischer Sprache und gleichfalls in 
zwei Zeilen: Adelbert Soon des Coningbs der Deiren in Engeland 
de wcreld verlatende, wert een van de 12 Difcipelen des H. Egberts, 
en eerfte Aerds-Deken der Wterfche | Kercke ; Apoftel van Egmond, 
en Kennemcrland. Wort geviert den 25. Junij. Dann unten, 
links: P. Souimanno Dirigente. Com. Yikher \ Sadpebat Cum 
Prinileqio. rechts: P. S(mli)mm%a Inveniebat \ et £xcu(Ub<U Har- 
leuii 1650. 

Höhe: 16" 4f", Breite: 11" 6'". 

Ist das 16. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. ' 

130. Der heilige Engelmnnd. 

(11. 12, N. 129, S. 33 ) 

Der Heilige srbreitef barlüssig nach hnks. Er ist in Vorder- 
ansicht, der Blick gesenkt und der Kopf nach rechts umgewendet. 



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159 



Das Haar ist gescheitelt, lang und wallend, der Vollbart kurz ge- 
halten. Den Kopf umsieht ein grosser Ileili^^cnschein in Kreiizes- 
form. Das bis an die KnOchel iricfipnde Gewand mit lnn*!fen 
Aermeln liat nm die Milte ein Tuch uingcluiiiden , Itinfcr welches 
der Ziplel des anf der rechten Achsel lio^j-iiden Manlf Is gesteckt 
ist. Mit der rprhten Hand hält er ein Buch mit Cbuisiuen und 
' stützt es auf die Hüfte, in der linken Hand hSlt er einen slarken 
Pilgerstab und stösst damit aui den Boden, so dass VVasscM' aus 
der Oellnuug eniporsprudelt. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Die zweizeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 

£n6ELIIU»l>ÜS NON EX KDNERO XII. DiSGlPDLOROM S. EgBERTI, LABORAyiT 
TAMBFf SIJ8 S. WlLLEBROBDO & COM S. AdeLBERTO | EeNNEHARIOS AD 

Cbristdm GONvERTrr: propriosPatronus m Velsen. Coliwr XXL Junn. 

PaiurUer in holländischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: 
Eii^^elmond boewel niet onder dr MI. Difcipelen des H, Egberts, 

heeft nochlans onder den H. Willebrord gearbeyd, en nefTens den 
H. Adelbert de | Kenuemers tot Chriftum bekeert. Byfondere 
Patroon tot Velten. Wort geviert den 21. Junij. Unten links die 
Worte: P. Soutmatmo Dingente. Com. VfCcher | Sculpebal Cum 
Priiitlegio rechts: F, Sautmanntts Jiweniebat \ et MxcudebcU Har- 
lemi 1650. 

Höhe: 16" 4'", Breite: 11" 6'". 

Ist das 17. Blatt, der Folge: Die Heihgen von Mandern. 
Siehe die Anuieikung 13. 

18t Der heilige WerenMed. 

(H. 12,, N. 130, S. 34.) 

In Vorderansicht, bartlos, mit am Scheitel kafalgesdiorenem 
Hanpte, das ein Strahlen kreis umgiebt. Der Heilige, auf etwas 
unebenem Boden stehend, hält im rechten Arme ein aufgeschla- 
genes Buch, in welches er blickt, in der linken erhobenen Iland 
die Arche. Bekleidet ist er mit der Alba und der reichgestickten 
Casel, der Stnia und der Manipei. Die Beleuchtung kommt von 
• der iccliten Seite. 

Die zweizeilige laUiuiscIie Unterschrift im ünterrande lautet: 
WERK>Fijn>is EX Ml S. EtißERTr DisciPiris uisus: primüm in Medex- 
Buc, IN Gkliuua in Westluvuüiu) I & Elst Chi'.istiamsmlm 

pr.ANTAviT: GLi\Ris MiRACLXis. CoLiTüR XIV. AüousTi. Daiuiiter in 
büliaiulischer 8i)rache nud ulciclifalls in zwei Zeilen: Werenfridns 
een van de 12 Difcipelen des II. Egberts: lieeft cerft tot Medcn- 
blick , daer nae in Gelderland tot Weftervoord en | Elft het Chri- 
ffteodom geplant: vermaert door Hirakelen. Wort geviert den 



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160 



14. Aiignni. Daninlcr, links: P. Soutmanno Dirigmte. Com. 
YiCchcr | Sculpchat. Cum Phuilegio redits: P, Soutmamms In- 
veniebat \ et Excudebat Harlemi 1650. 

Höbe: 16'' 5"*, Breite: 11" 6'". 

Ist das 18. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



132. Bie hoilige Cnnors. 

(H. 12, N 131, S. 29.) 

Die Heilige steht auf erhöhtem ßoden, in Vorderansicht, niil 
nach rectits geneigtem, von einem Straiilenkreise timnossoneiii 
Ffniiple und nach oben gerichtetem Blicke, die H;1nde zum Gel)ete 
geiaitct; ihre Schritte sind nach links gerichlcl, das Gewand ist 
faltenreich, von unbeslinuiiltT Form , in das Hn;ir sind Perlen- 
scliiiiire ein^etlochten , die bauschigen Aennel nn tkr Achseluath 
niil roselllüi inigen Knöpfen besetzt, man sieiit deren vier auf der 
hnken Arhsel. Um den Hals schhngt sich eine Sclileilc, die als 
Strick im Knoten gebunden isL Die UeleuciiLuug kumiiii von der 
linken Seite. 

Die zwdieilige lateinische Untersehrift im Untfarande lautet: 

C?NERA D. ÜRSVLiE CoNSAGVINEA ET CVM VKDEGIH WLLIBVS VIHGIRVlf BT 
HaTTRVII SOCIA CVM OB FORNAN A RhENENSI | ReGVLO SEVARETVR AB 
INVIDA EIVS UXORE STRAlfGVLATVB. EIVS OSSA A & WlLLEBRORDO fiLEVATA. 

Darunter in holländischer Sprache und gleichfalls in zwei Zeilen: 
Cunera bloedverwante en medegefelle van de H. Urfula Int* gefel- 

fchap van die XI. duzent Mägden en Martelareflen , alzoo zij om 
haer Schoonheyt van de | Vorti van Rhenen bewaert was, wert van 
de nydige huijsvrouw gewürgt, haer gebeenten z^jn van den H. 
Willibrord heerlik opgeHooten. Unten, links: P. Soutmanno IHri- 
gente. Com, ViCther \ Smlpebat Cum PrwiUgo, rechts: P. Sout- 
mannus Inveniebai \ et Excudebat Harlemi 1650. 

Höhe: 16* 2"', Breite: 11« 6*". 

Ist das 19. Blatt der Folge: Die Heiligen von Flandern. 
Siehe die Anmerkung 13. 



133. Die heiiigd Lidwina. 
(H. 12, N. 132, 8. ao.) 

Die Heilige steht auf unebenem Boden, in Vorderansicht, mit 
nach links und oben gerichtetem Blicke, ist in ein weites, falten- 
reiches Gewand von unbestimmten Formen und eine Art Hantel 



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161 



gehüUu Das Ilaar fliesst aufgelöst über den Rücken hinab , ein 
Kranz von Rosen sitzt auf dem von Strahlen umflossenen Hau{)le ; 
in der linken Hand bSlt sie ein grosses Cruciflx, das sich an die 
linke Achsel lehnt, mit der Rechten fasst sie den Zweig mit blä- 
henden Rosen, den ihr in der linken oberen Ecke ein kleiner ge- 
(lOgelter Engel aus den Wolken reicht. Die Beleuchtung kommt 
Ton der rechten Seite. 

Die zweizeilige lateinische Ünterschrirt im Unterrande lautet: 
LTDfviN\ MUCO ScuEDAiiEitsis A'. JET: XIV Fbacta in glacib Costa 
XXXIH. MoRBORv» PLENA Decvbvit*. | Obht A®. Dom: M.cccc.xxxin. 
Apwlis. XIV. Hämo ah A^gflo Accepto. Danintcr in liollhridischor 
Sprache iiiid gleichlalls in zwei Zeilen: Lydwinn Maegd van Schiedain 
naer dat üj op het ys een \V\hW liad Gebroken is fy Siek te bcd hlyven 
Leggen den tyl van | XXXIll Jaren. is Geftorven lur Jaer des Hi 1 1 ( u 
M.r.rrr.xxxni. den 11. April, oud XLVII. Jarcn. Unten, links: 
P. SüHdnannu Do iyoite. Com. Vifcher | Sculpebat. Cum Priuilegio* 
rechts: P. Sunimannus Inveniehat \ et Excudebat llarlcmi 1650. 

Hülie: 16" 3'", Breite: 11" 6". 

Ist das 20. nnd letzte Blatt der Folge: Die Heiligen von 
Flandern. Siehe die Anmerkung 13. 



II 




IV. PROFANGESCHICHTE.. 

134—151. 

a) Alte Gr e schichte. 
134—137. 



134. Achilles. 
<H. 43, N. 134, S. 37.) 

Die bekannte Sceiie, wo ÄduUes am Hofe des Königs Lyko- 
medes von Dlyms erkannt wird. Die Handlang geht in einer 
Halle von reicher Architektur vor, wo man links durch eiuea 
Bogen in das Freie blickt. AehtUes^ in Frauenkietdern, gegen 
rechts gewendet, zieht den verrätherischen Degen ans der Scheide, 
den er sich, seine Stellung auf einen Augenblick vergessend, aus den 
von Ulysses gebrachten Sachen «nis^^t siicht hatte, und schwingt ihn 
mit der linken Hand hoch in der Luft. Der in Begleitung seines 
Gefährten links stehende schlaue Ulysses, der ihn an dieser iinbc- ' 
dachten Bewegung erkannt hatte, fasst ihn sogleich mit der linken 
Hand am rechten Arni und entlarvt ihn. Es ist das Werk eines * 
Momentes. Die Mädchen rechter Hand, sieben an der Zaiil, sind 
alle mit den prachtvollen und kostbaren SjhIicm beschäftigt, <lie 
ihnen aus dtni Korbe zu ihren Füssen entgcgenblinken und ihre 
ganze Anfmoik^miikcit in Anspruch nehmen, so dass üinen die 
Aiirreguiig des Achilles, und was mit ihm geschieht, volikuiiimen 
entgeht; nur die Eine, die am weitesten gegen rechts, die der mh- 
ihr stehenden majesialisciien Gestalt über die linke Achsel blickt 
und sich nebst ihrer Gefährtin diircli die übermässige DecoUctiruug, 
welche die Brust mehr als billig bloss legt, bemerkbar macht, 



Dkl 
■j ^ 



163 



scheint es. gewahr zu werden. Zwei der Mädchen knieen, gegen 
iinks gewendet, nehen dem Korbe, um die herrlichen Sachen näher 
betraciilen zu können. Sie haben einen runden Spiegel und eine 
KeUe in den Händen, und scheinen unschlüssig, was fiie wählen 

sollen. Ganz vorn zwischen ihnen und den zwei Männern linker 
Hand liegt Helnn und Schild am Boden. Ein kleiner Schoosshund 
sieht mit den VorderfÜss(^n auf dem lolzleren und bellt die Fremd- 
linge an. Hinter der Mädchenpnippp bemerkt man noch den 
hässlichen Kopf einer Mohrin. Der S( Imitl der Kleider der Mad- 
chen, von schwerem Seidenstoffe, ist der fnlienreielie, v^io ihn 
Rübetis gern gemalt hat. Die Beleuchtung kommt von der linken 
Seile. 

Im Unlerrande stehen in drei Absätzen nelien einaiul( r sechs 
lateinische Verse. Sic beginnen mit den Worten: Ecce puellares 
oculos und enden mit: ducit ad arma manu, links: P. P, Rubem 
fimcit I Com, FtTcA^r ibulp, rechts: Per. S&utmm eomd, | Cum 
prmkgio, 

Höhe: 20" 8", breite; IG" 7"'. 

Die Platte war später in den Hangen der Verleger Covens 
Mmier, nach ihrem Verlagskatalog S. 27. Nr. 8. Das Gemälde 
ist gegenwärtig bei A, Hvme in London. 



139. Die Flacht des Aeneas. 

(N. 135, S. 38.) 

Am Ufer des Meeres, das sich last bis an den linken IMatlen- 
rand, eine BncliL bildend, hinzieht, liegt linker IJajid sanft anstei- 
gend das ungiückUche Truja; es liegt bereits in Trümmern nnd 
raucht verbrannt an allen Ecken; mifern des Stadtthores sieht 
man das verhängnissvolle Pferd, der Griechen unheilbringendes' 
Geschenk. Angsieifüllt fliehen die hartbetroffenen Trojaner am 
Meeresufer hin und verlassen die Heimal, in der ihres Kleibens 
nicht mehr ist. Ganz im Vorgrunde schreitet' Äeneas in der Klei- 
dung eines römischen Kriegers mit dem kurzen Schwerte an der 
rechten Seite entschlossen und eihgen Scinities gegen rechts. Sein 
Vater Anchises, dessen Filsse er mit dem linken Arm umfasst bat, 
sitzt aid seinen Schultern und hat in dei* Eile der Flucht nur den 
Mantel mitgenommen, der von der linken Achsel weithin in der 
LuO flattert. An der rechten Hand fflbrt Ameas den kleinen 
ÄHkanios, tlem die eilige Flocht sehr schwer l.dbMj mag, denn er 
scbeuU zu vveiiit'ii, worjuif ihn Aencas. Mulh zusprr( Iu ihI, niiltlickf. 
Der Mantel des Kleinen Hattert gleicld'alls im >\inde, ihm folgt 
sein Begleiter, der treue Haushund. Hinter dieser Gruppe sieht 

11* 



164 



man Kreusn in Voideransicht, sie blickt gegen niromel nnd aiacht 
üiil der rechleu liand tiiK' dpste. RechUj in der Ecke vor de» 
Flüchtenden Hegen Baniriinnaei auf einem der Steine die Bucb- 
s(abeD ]^ f. Linker Haod am Wege, mehr gegen die Mitte zu, 
knapp am Stiebrande: C. YigGAer f. Die Beleuchtung kommt von 
dar rechten Seite. 

H6he: 3^ BreiUt; 4" 1'^ 

Nagler spricliL von diesem Blatte im I. Bande seines Werkes 
„Df'e Monofframmiiten'' 31ünchen 185S. auf S. 748 unter der 
Mummer 1704 und legt das ans einem doppelten B bestehende 
Monogramm einem unbekannten Haler oder Zeichner bei, mit dem 
• Bemerken, dass sein Monogramm jenem des Bartkohmdw Breenher^ 
gleicht, diesem Heister aber nicht angehören dürfte. Die Hohe 
wird auf 3", die Breite auf 4" angegeben. 

Dieses Blntt kuiiinit als Tilelvignelle iu loJgendem Werke vor: 
J. V. V<..M»KLs (KNDKRCANG Van TROJE. VirgiÜus tweede boeck van 
Eneas, in Nederduitfch gedieht. \hbs a>tiova iivit. l Amstehdam, By 
Thomas Foiiittn. Voor iWWeduwu mhi Abraham de Wees^ op den 
Middeldam, in't Nicmve TeTtament, 1655. 4^ 35 SS. Die Bekannt« 
Schaft mit dieser Ausgabe verdanke ich der Gate des Herrn 
RuMf Waigel 



186. Weibliche Bfiste, auch Artemiiia genumt 

(H. 28, N. 153, S. 51.) 

Weibliches Brustbild, unter einem Bogen in Vorderansicht, 
gegen rechts gewendet, den Blick gesenkt, mit einem Anfluge von 
Wehmutli, die rechte Hand, welche den um die SrhuUern gewor- 
fenen Mantel zusammenfasst, niif die Hnisf i^elegt. Unter dem 
Manlel sieht ein Theil der reichen gelri« Im nen Hüstung hervor. 
Man bemerkt an dem oberen, theilweise mit Steinen besetzten 
Uande zwischen Aial)esken ein länglich ovales MiUel>i(ick, von 
einem Weibe und einem bärtigen Manne gehalten, das einen über 
eine Stadt nach links schwebenden Genius mit abgewandtem Haupte 
und fliegendem Haar sehen lüsst, welcher in der rechten Hand 
einen Palmzweig und in der linken, wie es scheint, eine Art 
Wolke halt. Die Achselschienen haben an den Enden getriebene 
stehende Figuren und anhangende kleine Ringe. Das schöne ge- 
wellte Haar ist am Scheitel gelheilt, oben in eine kleine Rolle zu« 
sammengedreht, und ftlllt von rQckwSrts lose und partienweise auf 
Brust, Schultern und Nacken herab. Die Beleuchtung kommt 
von oben redits. Der untere ziemlich hohe Rand hat keine 
Unterschrift. 



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165 



Höhe: 14" 8'", ßieite; 9" 10"'. 

I. Vor der Schrift. 

II. Mau liest im unteren Rande links: Guarcin del Senlo pinx, 

(R. Wmjel.) 

III. Urnen links an »Irr Stelle der obigen Worte: Com: VUlcher 
sculp. Dieser tllal hat schon bcdoulende Rcfoiiclirn, \vo- 
ilurch (las Blatl slnrk ins Schwarza ^'cliKtiM-n uuicic und 
das Zart« und Glänzende verloren ging. Bei dem Umstand, 
dass ieb die J^tolV mehi neben einander liegen hatte, wage 
ich aus Besorgnis» zu irren nicht, die flberarbeitelen Siellen, 
deren es aber mehrere geben muss, nach der Erinnerung 
detaillirt anzugeben. 

IV. Dieselben Worte wie im III. Aait nur mit dem Zusätze 
unten rechts: Cr. Volk ex (R. WeigeL) 

SmUh Ufsst die Worte Com: VüCcher sculp, ver- 
schwinden. 

Dieses Blatt gehört zu dem Cabinet de R^fna. Siehe An* 
merkung 11. Das Gemälde von Parmegigßimo befindet sieb gegen- 
wärtig in der Galerie von Hampfm- Court, 



137. Bio Xdiugiii mit der ITme, 

auch Saphomsba genannt. 

(S. 39.) 

Eine weibliche Figur bis an die Hüften, in Vorderansicht, mit 
nach rechts gewendetem Kopf und Bück, trägt in beiden Händen 
eine Urne und scheiut nach links zu schreiten. Das Gesicht ist 
jugendlich, das Haar zurückgcstnchen und am Wirbel unter einer 
Art Krone zusammengel'asst, die mit einer neiho grosser Perlen 
umgeben Jst. IMckwftrls sieht man eine Partie Haare, die nach 
links k'i( liL lu der Luit flattert. Der Hals ist bloss, das Gewand 
sehr lalteiireich und von unheslinunten Formen. Im Hintcrg^rundc 
siebt mau reclils eine schwern, Draperic, und hinter (lerscllx-a 
linker Hand eine nach links vorspringende Ecke mit einem Ge- 
simse; die lieleuchtung koniint von der rechten Seite. 

Höhe: Z" 5% Breite: 2" 9"'. 

Dieses Blatt wird von den Chalkai,'raphen nicht erwMlint, 
wenigstens nicht als C. Visschefs Arbeit. Ein Probedruck dc^j^selben 
beiludet sieb in der Albertina und staumU aus dem Cabinet 
Hassard, laut Katalogs-Nr. 2767 dieses Cabinets. Die Urne, die 
Finger der rechten Hand nur im Umrisse, unfertig der obere 



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166 



Theil der Brust und die linke Hand, auch die Draperie im oberen 
rechten Eck scheint unvollendet zu sein^ indem sie ganz weiss 
erscheint 

Die Bedeutung dieser Figur ist mir nicht TollkommeD 
klar; iriige sie keine Krone auf dem Haupte , so wflre ick 
geneigt, an die Rolle zu denken ^ in welcher die berOboite 
Adrienne Leeoiwreur gleichfalls eine Urne tragt und von Drwet 
so meisterhaft gestochen wurde. Smith benennt dieses Bbtt 



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b) Neuere Geschichte. 
138—141. 



138. Beilage! des Königs £Lari Gustav von Schweden, 

<H. 44, N. 13«, S. 40.) 

Im Hiiitir^MMUKh! einos grossen Saals mit zwei hohen Fen- 
stern, des Kt'iclissales im Schlosse zu Slorkhnhn, ist ein erhöhter, 
mit Tuch bedeckter Tisch unter einem TlintDliiiniiie! aufjLrerichfet, 
hinter dem KiSm^ Kail (iiistnv von Schweden i iiihlosslcii flaiiples 
steht, die rechte Hand in die Seite gestemmt und mit der Jinken 
den Federhut haltend. Das [laar ist lang, dicht und wallend, der 
Schnurriiarl schmal und klein, der Halskragcu glatt und herali- 
fallend, und »119561*81 lang die Schleppe des Mantels. Unniittelbar 
hinter ihm stehen vier Herrn, die den kleinen Himmel tragen, 
miter dem der Künig in den Saal getreten ist; rechts an dem 
Tische steht seine Braut, die Prinzessin Hedwig £teonora von 
Schleswig'Holstein im KrOnungscostume mit der Krone auf dem 
Haupte, die rechte Hand auf die Brust gelegt. Die Schleppe ihres 
Kleides ist sehr lani,' und wird von Hofdamen getragen. Der für 
sie bestimmte Tra^^liinunel steht neben ihr etwas mehr im Ilinter- 
grunde. Vor dem KOnigspaare und vom Rücken zu scliauen steht 
etwas gehiickt ein Mann in einem langen Talar, mullunassiich der 
Erzbischof von Upsala, und liest aus einem Buche oder Papiere 
etwas vor, wfilirend ihm ciu Page mit einer Fackel dazu h'iichlot. 
Hecbter Hand steht frei im Räume das königliche Braulbelt in 
Gestalt eines kostbaren Iliinmelbottes, dc^sni \\vr Spulen mit mäch- 
tigen Bilschen von Shaussledcrn geschmückt sind. Auf dieser 
Seile sh hen im HalbUn ' die Damen des llorcs, und hinter ihnen 
Zuschauer mit Trabaulen untcnneugt. Dieselben ziehen sich auch 



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168 



liinffM" dem kiini^liclicn Paare gofron die linke Seite, wo im Vor- 
gruiulc eine Grupiie Cavaliere steht, vor ilmen zwim kleine P.iijon 
und ein Windspiel. Alle Anwesenden, die (iardcu aus<:tMitiiii!ii( n. 
Laben das Hanpt enii l >>-t. An dieser Seile des Saals heliinlcL 
sich auch die Ein^nnf^siliiu e niil kltiiKii Säulen; die ganze Wand 
ist mit einem Sioil drapi» t. Ueber dem Thronhimmel hiingl ein 
Candelaber inil brennenden Ker/en. Rechter Hand senkt sich 
eine grosse Wolke nieder, ein breiler Lichtstrahl bricht herein und 
wirft seinen Glanz Ober das Haupt der Braut auf den Usch. Neon 
gellügelte Genien schweben nieder und tragen zwei Schilder, einer 
bringt auch zwei Lorbeerkranze und ein änderer einen Lorbeer- 
zweig. Die Beleuchtung geht Ton der Fackel des Pagen aus nach 
beiden Seiten hin. 

Die ffinfzeilige Unterschrift im Ünlerrande lautet: Serenisfimm 
ac PotentisCfmus Frineeps ac Dominus, D, CA Ii OL US GUSTAVUS, 
Sneconim, Gothonm^ Waiidalorumqp Rex^ Magnus Princeps Fwr 
lan<lia\ Dux ECthonia^ Carelüv, Brmw^ Verdw, | Stetini, Pomer 
raniw CasCnhiw et Watiffalitv, Princeps liitgitp, Domiyins Ingrifc et 
WifmnriWy nec non Comcs Palatinus Hheni, Bararitv, Julice, CUvicB 
et Mottdnm Dux. \ ut et \ SerenisCima ac Potentisfima Princeps ac 
Ihunrnn, D. IIEDMG EIEUM)}\A, Suecorum, Gothorum, Wanda- 
In tutiq{.< HeguLü, Magnus Pi rnreps Finlan(lia\ Dux ECthoni((\ Carelia'y 
Hititue^ VerdfP, 1 Stefini, Pomeranid Casfiihüv et Wanda !i<v, Prin- 
ceps Rngia\ Domina Ingrio.' et Wiamariw; nec non ComilisCa 
Palatina Rheni, Dax Bavariiv, JuliiV, Cliviw et iMontium, Nata 
SUgvici, HoUatiw^ Stormarim et DiimarCice Comit. in Oldenh* tl 
Delmtnh, Ohne Namen des Stechers. 

Höhe; 12" 10'", Breite: 16" lü''.* 

I. Vor der Schrift. Ein CJnicum in Paris. 

H. Hit der obigen Unterschrift.' Die Kerzen des oberhalb des 
Thronhimmels schwebenden Lusters sind nicht angezdndeU 
Dte Abdrücke sind kräftig. 

lU. Mit der Unterschrift des H. itai'M, Die Kerzen des Lusicrs 
brennen und senden nach links und rechts zwei Lichlslraldcn 
herab; gleidierweise fallen rechter Hand von der Genien- 
gruppe zwei schmale Lichtslreifen herab, die sich im II. Eial 
nicht bemerkbar machen. Die Abdrücke haben an Kraft 
bedeutend eingebüsst. 

VVfdiif^clu'inlich nach einem GeniHlde von J. Ouens. Dieses 
Hiall Süll liebst dem folgenden Nr. 139 „Die Krönung der Königin 
Hedwig von Schweden" ursprUughch zu der Folge der Gothen 
und ViHgothm Nr. 142—^151 beiBtimmt gewesen sein, was mir 
jedoch nicht sehr glaubwürdig scheint. Siehe übrigens die An- 
merkung 14. 



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169 



13d. Die Krönung der Königin Hedwig von Schweden. 

(R. 45, N. 137, S. 41:) 

In der St. Nicolai-Kirche in Stockholm silzt, vom Rücken zu 
sehen, die junge Königin Hedwig auf einem niederen Sessel, dessen 
liülie Lehne der Buchstahe S, von Lorheerzweigen umgehen, ziert, 
mit der königlichen Krone darüber, rechU und links zwei frei- 
stehende Figuren. Sie trägt ein weites ftiltenreiches decolletirtes 
Kleid mit breitem llmscblag von Hermelin, das Haar in frei berab* 
fallende Locken gelegt Sie »Ut mit dem Gesichte gegen den 
frei stehenden Altar gewendet, auf dem mehrere Kerzen brennen. 
Der Erzbischof von Upsala setzt ihr so eben die Krone auf das 
Baupt, ein Mann leuciitet dazu, ein zweiter steht hinler ihm mit 
einem Stabe in der Hand. Mehrere Damen und Herren sind bei 
der Ceremonie in ihrer unmittelbaren Nähe, wahrend die andern 
Anwesenden sie im weiten Kreise umgehen. Linker Hand sitzt 
der König niif niederem Stuhle in vollem Kr<\nunf,'Sürnat(\ die 
hrone auf dcui Hauj)te, ini U^Tmelinmanlei, niil dem Scei)l('r in 
der rechten Hand, die linke in die gestemmt. Zwei Pagen 

mit hrenrrenden Fackeln stehen link> inhen ihm, hinter ihm die 
vier llei ren, welche den kleinen Himmel tragen, weiter gegen Iniks 
stehen vier Reichs- Würdenträger mit Stab, Reielisapfel, Scliwert und 
Schlüsseln, und ganz in der Ecke links eine Giiijjpe von fünf 
Herren, deren drei brennende 1 a( kein in den Iliinden tragen und mit 
einander sprechen. Neben dem ersten derselben steht ein grosses 
Windspiel gegen rechts gewendet. Auf der rechten Seite des 
Blattes steht auf einer Estrade eine Art Sitz mit einem grossen 
Tucbe uberdeckt. Vier Herren haben da Posto gefasst und halten 
die vier Stangen des fQr die Königin bestimmten Himmels. Hinter 
ihnen sieht man vier Fackeltrüger, und herwfirts derselben ganz 
im Vorgrunde zwei MSnner mit Sceptern in den Ilüuden, davon 
einer vom Rücken zu sehen ist; eben dort gewahrt man auch 
zwei Kinder, einen Knaben und ein Mddchen, die vor den ge- 
senkten Spiessen der Ordnung machenden Garden ängstlich die 
Flucht ergreifen. Zur linken mul zur rechten Seite sind horh 
oben Tribünen angebracht, Hiiks lilr tlie Herien , re<'li(s fiir die 
Damen. Alle Anwesfudt-n liafuMi das Haupt enlijhissl, nnt Aus- 
nahme des Dienst Ihuendcn Militärs. Der gan/e Kirchenrauni ist 
dunkel, die eifert volle Beleuchtung jieht von den Fackcb» aus. 
Heber dem Sitz<' dw K(iiii<.'iu j-chuebt ein Baldachin , der mit 
Stricken an vier Pleilerii dei Kirche befestigt ist, oberhalb hängt 
ein Candelaher mit Iih him ihIcii Ker/en. 

Die fUnfzeilige lateinische Unterschrift im Unterrande lautet: 
Sermisßmiu ac Potwlis^ns Prineeps ac Dominus, Bn, CAROLÜS 
GüSTAVUS^ Sueeorum^ Gothmrum, Wandalorum^ Rex, Magnm 
Pmo^s Finlandiw, Dux ßsthtmiw, CwnUm, Brmm^ Verdie, 



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170 



Stetinif PompranifP Casfnhra' et \V(nid(iUa\ Primeps Rugue, Do- 
minus I Imjf fif: nt'c nun Comes Piilad'nns Rheni, Bavariw, Julia', 
Clivia' et Munituin Dux. ! nt et ' Scrcnisfutta ac Potentisfimn Prin- 
ceps ac Domina, Du. HEDVIG ELEl .\()RA, Sneconun, Gothomm, 
Wandaloi umqfj Reyina, Mmjna Pi üiceya Finlandice, Dux Esthoniw^ 
Careliw, Bremw, Vertkv, Stetini, Pomeraniije, CasPubiO! et Wanddia!, 
Prtneeps Rugiw, Domina j Ingriw et Wimmiip; nec nm ComM 
PalaiiM Rheni, Dux Bavartw, Jultw, CUmcB ei Montmm, Nm 
SUsifici, HoUatiw, Stormarim et Dilmardw Comititia in Oldenburg 
ei Ddmenhoret. Unlen links: Gewrgius Ovenl Ac ipCum Ccrmia- 
tionis actum fraCms adumJbravii, rechts: Com: de Visieher Feeü 
aqua forti 

Höhe: 1«" 9"', Breite: 25" 6'". 

I. Vor aller Schrift im Untorrande. Ihe Kerzen des Lusters 
worfoti noch keine Strahlen nach rechts herah auf ilcii 
I^foÜnr, .Irr ohere Theil, gleiclisam Aufsatz, des Alt u^, vor 
dem die Kiünung vor sich gelif und der aus einem drei- 
tlu'iliiren FlUgelhihie besteht, hat «nie durchaus gltücliinüssige 
dunkle Flfrhnng und uocb keine durch Beleuchtung bewirkte 
lichtere Stelle. 

Ein solcher Abdruck in der Alberlina. 

II. Mit der angegebenen Schrift im Uulerrande und mit dem be- 
seichnenden Merkmale» das» die zweite Zelle mit den Worten 
beginnt: IngruB; nec non Covm PataUnut Rheni u. s. w., 
und dass in der letzten Zeile nach dem Worte Nata un- 
mittelbar Slesvid steht» so wie, dass das Wort CtmcB noch 
nicht in das richtigere Clevim umgeändert ist. 

Die Kerzen des Lusters werfen nach rechts zu auf den 
PfriliT zwei Streiflichter. Der dreilheilige Aufsatz des Allars 
hat folgende Veränderungen erfahren. Der mittlere Theil ist 
bis hinalizu dunkler geworden, ebenso der unlere Theil des 
linken Flügels, dessen oberer Theil licht gebliehen ist. Der 
rechte Flügel ist oben bis an den seh webenden Baldachin 
liciil , unterhalb desselben aber eben so dunkel wie der 
Millellhei! und der untere Theil des linken Fhlgds. Von 
einnr sciuaficn Tlieiliing des Aufsatzes diucli das enifalleude 
Liclil in zwei Tlieilc ist noeli keine Spur vorliaudcu. Das 
Slreinichl an *ler dunkh^n Rückwand, welches die iinsserste 
Spitze lies linken Flügels gleitlksani streift, ist kauuj ange- 
deutet. Ein Exemplar dieser Abdrucksgaltung in der Galerie 
des Grafen Barraih in Wien. 
Iii. Mit der Unterschrifk, wie sie in der Beschreibung angegeben 
ist. Nach dem Worte btgrUB der zweiten Zeile sind noch 
die Worte: et WimaruB eingeschaltet» so dass man nun- 
mehr liest : ingrim et WimaruB ; nee non Comes PataOnm 




171 



Riieni, u. s. w., nach Nala in der letzten Zcilo folgt un- 
niillclitar Slesvid, das Wort CUmas derselben Zeile isl noch 

ungcätidcrl. 

Die Kerzen (l«is Liislers werfen auf den Pfeiler reoliler 
Hand, dort, wo dcisL'lljo sich l)eroils in das auf iiini ruliciide 
(Jewülhe auszuladen beginnt, in der Richtung nach ahwärts, 
von links nach rechts, zwei Sireillichter. Quer über den 
Aufsatz lieht sieh ein breilcr Streifen starker Slriclie, welche 
schräg nach links abwXrts über den Aufsatz einen Schatten 
werfen, den grosseren unteren Theil rechts, den oberen ab^ 
gerundeten Theil des Mittelfeldes, so wie die fipitze des 
Unken Flügels aber unberdhrt lassen. Dieselben Striche von 
rechts nach links bedecken auch in breiter Fläche den Hinter- 
grund rttckwSrts des Altaraufsaizcs lind links dcsselhen. Die 
beleuchteten Theile des Altaraufsntzes schneiden sich von 
dem dunklen Hintergrunde scharf ab. An der dunklen Mauer 
desselben bemerkt man links eine nicht sehr breite und kurze 
lichte Stolle, welche, mit der breiten Beleuchlung de<^ Altar- 
aufsaizcs parallel laufend, die obere linke Spitze desselben 
gleichsam streift. 
IV. Vor dem Worte iVota ist eingeschallel Ilemqß und nach 
demselben das Wort Dux, Das Wort CUvicc ist in CUvi(B 
umgeändert. (Smith.) 

In diesem Abdiiick ist der üancli der Fackel, deren 
Dampf nach dem Gesicht des Königs zieht, heller gemacht, 
auch ist das Gesieht des Königs gSnzlich verändert, viel 
heller, geworden, sein Haar dunkel nnd der Schnurrbart 
schmaler und länger. (R. Weigel.) 

Dieses Blatt soll nebst dem vorhergehenden, Nr. 138. „Bei- 
lager des Königs Karl Gustav von Schweden" nrsprünglicli zu der 
Folge der Gothen und Visigolhen Nr. 112 — 151 beslimml gewesen 
sein, was aber nicht sehr wahrscheinlich ist, wegen der zu grossen 
Verschiedenheit in dm Format Siehe übrigens die Anmerkung 14. 



140. Grahmal des Leonhard Marias. 

(H. 49, N. 138, S. 35.) 

Auf einer reich verzierten Tumba liegt Marius iin Ornate, 
angethaii mit der Alba und der Casel, an dem rechten Arm die 
Stola. Die Hände sind zum GcbcLc gefaltet, das Haupt, das auf 
einer zusammengerollten Strohmatte als Kopfpolsler ruht, deckt 
schütteres kurzes Haar, der Vollbart ist fast ins Viereck verschnit- 
ten, an den Füssen hat er Panloffeln mit Absätzen. Der Deckel 
der Tumba wird an den Ecken von je zwei weiblichen Karialiden 



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172 



imt Flügeln gelinllon , «Irrrn Füssc in ScIuiOrkcirorm {jekrilmmt 
sind und sich auf TüdtciikojiJr sdH/f'n, dii* \vi<'d<'r aul' viereckigen 
Sockeln, den Ausl<4nreni deö l^üsianit iitcs , ruhen. Auf dem lelz- 
tereii steht das MuUo des Vers^niciien : fortitfr sed siiavitkr. 
lieber demselheii kreuzen sich zwei nlis^^eloschte rauchende Fackeln. 
Das vitideie Feld nimmt eine Gruppe von acht knieenden Genien 
ein, von denen die zwei Vürdersteu ilher einem lorbeergekrönlen, 
über zwei gekreuzten Beinen siebenden Todtcnko^)!' mit beiden 
Händen eine zum Ringe vereinigle Schlange, das Symbol der 
Ewigkeit, halten. Zu beiden Seilen der Tumba lehnt rückwärts 
eine Art Fackel, von der Rauch%volken aufsteigen. Im Hintergrunde 
halten fliegende Engel die einen Vorhang bildende Draperie in die 
Hohe; man siebt in einer Sirahlenglorie, von Cherubinen im Kreise 
umgeben, den Heiland gesenkten Hauptes am Kreuze hängen. Die 
Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die acht hoUündiscben Verse des Unterrandes in zwei Ab- 
satzen neben einander beginnen mit: Hier Huimert mariüs. ver- 
fchrick niet voor den naem: und enden mit: die voor Godts Kercke 
waeekte. Ohne Flamen des Stechers. 

Höhe: 18" 6"', Breite: 12" 1'".* 

Smth macht aus dem Verstorbenen den Heiligen Marius, 
es ist aber gewiss, dass der Dargestellte Leonhard MariuB ist, ge- 
boren 15S8 zu Goes in Seeland, der als Pfarrer an der Alten 
Kirche zu Amsterdam am IS. October 1652 im Alter vob 64 Jah- 
ren starb. 

I. Unten in der Mitte die Worte: Com. Viftdwr fedt, und 
rechts: /. F. VondeL fSmük,) 

II. Diese Namen herausgenommen. 

Bai Wappen yon Eaarlem. 

GeliOrt zu dem Werke ,,Pnnctpes IlollandiCBl"' von SouJtman 
und ist das letzte in der Reihe. Siebe die INummer 97. 



141. Das Wappen von Holland. 

(S. 83.) 

Zwischen zwei S.lulen zur linken und rechten Seile des 
Bhitles steht auf zwei Stufen ein Schild mit dem Wappen von 
Holland, iiänUich dem im iieraldiscben Sinne nach links gekehrten 
gekrönten Lowen, der in der rechten Pranke das gezttekte Schwert 
und in der linken den Pfeilbühdel halt, lieber demselben schwebt 
eine. Fürstenkrone, als Schildbalter dient links die behelmte Minerva 



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173 



mit dem Speere in der linken, dem Lorbeerzweige in der rechten 
Hand, recfits Mai-s, mit der Reckten das Schwert, und in der 
Linken den Schild haltend. Oben wird eine Draperie von geflü- 
gelten Genien in die Höhe gehoben, welche vier Medaillons mit 
Portraits cmporhalten. Unten halten zwei knieende Genien einen 
länglichen Schnörkelschild und hchm oberhalb desselben eine 
schmale ßandrolle emjjor. Auf dem Srliildc stehen die Worte: 
Cedant arma ToG.fi. Im Hintergründe (itiiiet sich die Anssicljf, 
links auf das uiit SchilTen belebte Meer, rechts auf eine reiche 
Lands( iiall mit einer Stadt und pflügenden und arbeitenden Land- 
leuten. 

Rechter Hand unten an einem P()>taü)<'ntc die Worte; 
A. V. Veen \ iiw \ Com. YüC \ feät. Die Beleuchtung kommt von 
der hnken Seite. 

Höhe: 7" 6", Breite : 5" 10"'. 

Gehört als Titelblatt zu dem I. Theile des Werkes: Historie 

OF VEIUIAEI. VAN SAKEN VAN STAET OORLOGH I\ , ENDE ONTftK> T »K 

VEKKK.MftDE NkDERLANDEN . . . DOOR DK> HEER LiEUWE VAN AlTZKMA. 
In'S GrAVEN-HaCE. UV JoHAN VkeLY, nolCKVEBKOOffiB WOOM£riD£ INIIE 

GoRT-sTnAET. 1657 — H'iöl. 1^. V7 deeU. 

Es kommt auch in ü. Kunstkatalog XXLV. Abtheilung 

Nr. 18978 vor. 



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c) Die Gothen und Visigothen. 

142—151- 



(H. 50, iN. 92—101, S. 186—195.) 



Eine Folge von zehn tiberbohten iiuroerirten Blättern^ bestebend 
aus 1 geslocbenen Titelblatt, 9 CostumbläUern und 2 gedruckten 
Textblattero. Das Nähere Ober diese Suite in der Anmerknog 5. 



(II. 50, N. 92, S. m.) 

Sechs in den Lüfteu sch\\ t l « nde geflügelte Ütyien halten, je 
drei auf einer Seite, einen sclnvj icn Vorhang, auf dem folgender 
hiteini.sclier Titel sieht: pepias, | sivr | (ioTUOHvM, hervlorvm, | wa.n- 

DALORVM, GEPIUARVM, | SVEVORVM, MARCÜMAISNORVM, j ET | QVADOR^'M | 

Veterrm | imagikks, | Ex atUiquis monutnentis et muCeo | mabci zvebü 

BOXHORNfl. I Accedunt 1 GVSTAWS ADOLPVS MAONVS I ET I CBBI^TUU, 

ävsTAvi MAONI FiLiA. | EdefUB \ PETRo sovTMANivo, | Ptctcre et Chako- 
grapho HarlemmUt, \ Anno cb boü^ | 1 | Links stebt KOnig Gusta? 
Adolf nach rechts gewendet, in vuiler Rastung mit einer Sturm- 
liauhe ohne Visir, jedoch mit Siraussfedern und^der auf der linken 
Achsel aufliegenden Feldbinde. Er halt in der recliten Hand die 
Lanze, oben mit zwei Quasten, stemmt die linke Hand in die Seile 
und schreitet festen Schrittes (d>er die zu seinen Füssen liegende 
Zwietracht mit dem Schlangeuhaar, welche Blashalg und Knliien- 
beliffllfM' in den lianden hfilt ; rechts steht seine Tochter Chrislina 
gegen links gewendet, den Fuss auf RUslungsstücke sef/' nd. Sie 
trägt ein decollelirles Kleid mit hauschij.'i'n A^rmehi iin;l hohem 
I^eih, vorn nuf der Ih iist mit einem Steinst Iuhik Iv. Das Haar, am 
Scheitel zusammengelassl und von einer Perlensclinur umwunden, 



142. (1.) Titelblau. 




175 



Mi an den- Seiten in reichen Lodien herab. Sie hall in der 
linken Hand ein Fallborn und mil der rechten einen Olivenzweig. 
Zwei Genien halten Lorbeeiiiranze über den Hauptern Beider. 
Beide stehen auf einem breiten Postamente, auf dem man rechts 
die Worte liest: €wn PrwiL Oben im Hintergrunde oberhalb der 
fliegenden Genien bricht das Licht in breiten Massen zwischen den 
Wolken herein. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Höhe: 16" 6'^ Breite: 11" 6"'.* 

I. Vor den Worten: Cum PririL, der beschriebene. 
IL Mit den VVorLcn: Cum Privil. retlib auf dem Poslameiile zu 
den Filssen der Königin Clirislind. 

Ist das \ iidcv Titelblatt der Foige ,^Die Goih&h und Visigothm'^, 
^lebe die Auuierkung 5. 

143. (IVO Oostav Adol^ 
Köoig Ton Schweden. 

(II. 50, N. 93. S. 187.) 

In ganxer Gestalt, fast in Vorderansicht, gegen recbts gewen- 
det 1111(1 den rechten Fuss vorsetzend. D.is llanr ist sehr kurz 
verscliiiiilen , der Schnurrbart e(\v;is in die Höhe gedrelit, der 
Knebelbarl sjiiu zulnnfend, der ILil>ki iigen glatt, hernbliiiiigend und 
in zwei Spitzen eiuleud. Der Kiinig steht in v(dler glaller Uilslung 
da , stemmt die linke Ilaad in die Seite und stüt/t den langen 
( oiinnaodostab auf die rechte Hüfte. Die Achseln haben Vurder- 
ilUge, an die ßrust scbliessen sich die Leibreifen und Hinlerreifen 
an; die Beintascben sind vielfach geschoben, die Kniebuckeln klein 
mit mehreren Folgen, die Sporen wie gehrochen herabgebogen. 
An der linken Seile hangt der Degen« eine grosse, am Saume mit 
zarter Stickerei besetzte Feldbinde Ijiuft Uber die linke Achsel an 
der rechten Seile herab, recbts sieht man in der Entfernung ein 
Reilergefecht. Linker Hand erhebt sich eine SSule auf ihrem 
Postamente. Eine schwere Drajierie mit einem Fransen besalz und 
ehier Quaste füllt die linke obere Ecke aus. Am Fusse der Sätile, 
im Rücken des Königs, steht sein Helm mit einem mcicbtigen 
Federbusche und einem geflugerien Blechhandschuhe. Die Be- 
leuchtung kommt von der linken Seile. 

Im (Jnlerrande steht die zweizeilige Unlcrsclinlf : gvstavvs 
ADOLpHvs MA(JNvs, j svEnoHVM ETC. RKx. Darunter : Excndebal P. Soiit- 
man Hartemi 1650. und noch liefer, in der Mitte die Zahl: IUI 
iu der Ecke rechts die Worte: Cum PriviL 

Höhe: 16" 5"', Breite: 11" ,7'". 

Ist das IV. Blatt der Folge „Die Gothen und Visigoihen". 
Siehe die Anmerkung 5. 



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176 



144. (7.) ChrittiiiAp 

Königio voD Sebwed«D. 

(IK 50, N. 94, S. m.) 

In ganzer Gestalt, nach links, den Kopr und Blick jedoch 
nach vorn dem Beschauer zugewendet, mit zurückgestrichenem, am 
Scheitel ziisaiinnengcfasstcm und mit einer Perlenschnnr iimwun- 
dcnem Haai-, (Ins an den Selihifen in losen Locken aiil" Schüller 
und Nacken niederl'iüt. Den ilals uniscidiesst eine Sehnnr sehr 
grosser Peilen, das weite Allaskleid mit einer Schleppe, stark ih- 
collelirt, am Rande mit einer Spitze besetzt, hat vorn einen ka^l- 
haren Sleinschniiick mit der Künigskronc und zwei Flügeln liebst 
drei daran hängenden grossen Perlen in Tropfenfonn. Das tief 
hLj.iljreicheiide Mieder, unten in eine Spitze endigend, hat vdih 
mehrere Spangen und Knüpfe. Die weiten bauschigen Acrmel sind 
am Aimbuge ztisanimengeraflt und durch eine reiche Agraffe 
grosseo Perlen und Sleinen gehallen. Die Hflnde und Arme sind 
bloss und ohne allen Schmuck. Sie steht neben einem, bis auf 
den Boden herab mit Tuch bedeckten kleinen Tisch, auf dem ein 
grosses Bach mit der Biegelkrone auf demselben liegt. Die KO- 
nigin hat ihre ausgestreckte rechte Band auf dasselbe gelegt, in 
der leicht herabliflngendeD linken Hand hält sie eine Blume. Der 
Boden besteht aus grossen Marmorplatten. Ilinter dem Tische 
sieht man einen Theil der Ballustrade und blickt durch dieselbe 
in eine Landschaft. Den ganzen rechten Tlicil des Blattes nimmt 
die schwere Draperie eines Vorhanges von f.'^emusfcrfjm Sloffc mil 
Scliniir und Quaste ein und bildet den Hm tei grund. Links blickt 
man in das Firmament Die Beleuchtung kommt von der rechten 
Seite. 

Die zweizeilige Untei*schrifl lautet: chbistina ovstavi magm 
FUJA, I svEnoRVM ETC. HKfiiNA. Darunter: Exmdehat P. Sontnian 
Uarkmi 1G50. und ganz unten in der Mitte die Zahl V rechts 
in der Ecke die Worte: C\m PriviL 

Höhe; 16'' 6"', Bieile: U" V", 

Ist das V. Blatt der Folge „Die Gülhm imd FötiyoM«!^ 
Siehe die Anmerkung 5. 



145. (VI.) Gothas. 

(Ii. 50, N. 95, S. 189.) 

In ganzer Gestalt und in Vorderansicht, mit Schnurr- und 
kurzem Vollbart, die Filsse auseinander gespreitzt. Die Berken- 
haube, mit Schu()pen bedeckt, hat einen schmalen ringsum 
laufenden Hand und einen auch die Ohren deckenden Genickschirm. 



I 



177 



Die Brust scheint geschoben, das, den ganzen Arm und auch die 
Hand dockende Panzerhemd, so wie die Panzorhose, die bis über 
das Knie berabreicht und das Schienbein frei lässt, besteht aus 
einem engen DrablgeflecbL Der zottige, bis an das Knie reicbende, 
vorn etwas ausgescbnittene Pelzrock mit kurzen Oberärmeln ist 
darüber gezogen. Die Fttsse baben bis über die Knoche] herauf 
reicbende, oben aufgeschnittene Schuhe, die mit einem Riemen 
festgehalten werden. Auf der rechten Schulter hüngt der kleine 
runde Schild, auf der linken der Bogen und der runde, pfeilge- 
füllte Kdchcr. Vorn schräg tiber h^ngl am Riemen das lange 
Schwert mit einem Giiffe ohne Biegel. In der rechten Hand hält 
er den kurzen Spiess mit starker, fast mondsicheirurmiger Spitze; 
in der linken, die er auf den Scliwertknopf stützt, die Streitaxt. 
Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Im tinlf^rraiide die Unlerscfn'ifl : gothvs. Darunter: Errudehat 
P. Sontn/nn Uarkmi 1650. noch tiefer in der Milte die Zahl VI 
rechts: Cum PrtuiL 

Höbe: 16" 9"', Breite: 11" 9*". 

Ist das VI. Blatt der Folge: „Die Gothen und Visigothen''. 
Siehe die Anmerkung 5. 

146. (Vn.) Yandalni. 

(H. 50, ^i. 96, S. 190.) 

In ganzer Gestalt und in Vorderansicht, mit Schnurrbart, den 
rechten Fuss weit vorgesetzt. Der Helm, dessen Form fast einer 
Krone gleicht, ist mit einem Genickschirm verseben, der auch die 
Ohren deckt und das Eigenthiimliche hat, dass in der Gegend der 

letzteren zwei grosse Stacheln silzen. Die Panzerrüstung reicht 
bis an den Hals, deckt die Oberarme und die Sehenkel bis unter 
das Knie. Die Waden sind bloss, und nur vorn läuft ein breites 
mit lÜHipfen besetztes Eisen am Scliienbein hin, die Fnssbekleidung 
von starkem Leder reielit bis an die Waden hinauf. Der Vorder- 
ann steckt in einer ArmriUne und die Hand in einem Fäustling 
von Drahtgeflecht, Am breiten Giuiel, vorn mit einer grossen 
Scheibe, bän<n der Dolch berab. Die Achseln derkt der äusserst 
kurze Mantelkragen, in der gesenkten rechten Hand lialt der Manu 
den heHepartenarligen Spiess und siützt mit der linken den raulen- 
rormigen Sclüld auf den Boden. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Die Unterschrift im Unterrande lautet: wandalvs. Darunter: 
ExcudebcU P, Soutman Harlmi 1650. noch tiefer, in der Mitte die 
Zahl VII rechts: Cum PnmL 

Höhe: 16" 10'", Breite: 11" 9'". 

12 



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I 



178 



Ist das VII. Blatt der Folge: „Die Gütkm md Visisathm*'. 
Siehe die Anmerkung 5. 



147. (Vm.) Sne^i». 

(H. 50. N. 97, S. 191.) 

In ganzer Gestalt, in Vorderansicht und nach vorwärts schrei- 
tend, den Kopf imd Bhck jedoch fast erschrocken, wenigstens 
überrascht, nach Hnks gewendet. Das Haupthaar isl /nriickgo- 
strichen und am Scheitel zusannnengelasst, der Bart iiiiigiel)t Kinn 
und Oberlippe. Das Panzerhemd deckt die Arme bis an das Hanfl- 
gelenk, reicijt oben his an den Hals und unten bis an den Ijalljcii 
Schenkel, nicht ganz so lief eebf der Walleurück, den unterhalb 
der Hüften ein mit eiiy aiieinaiiili r i^ereihlen viereckigen Beschl.lgen 
belegter llienien umgiebt. Dif Brust deckt der glatte Doppel- 
kürass, die Achseln werden durch Achselstücke geschützt und die 
Beine durch Panzerzeug und Kniekacheln ; an den Foasen trägl er 
kleine Sporen. Der kurze Mantelkragen von dichtem Pelzwerk 
wird auf der Brust mit einem Riemen zusammengehalten. In der 
rechten Hand hält er das Schwert mit gebogener Parirstange, mit 
der linken macht er eine Bewegung, die dem Ausdrucke seines 
Blickes entspricht. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Im Unterrande die Unterschrift; svevvs. Darunter: Excudebai 
P, Sauiman Harkmi 1650. noch tiefer, in der Mitte die Zahl VIII 
rechts: Cum Friml, 

Höhe: 16" 5'", Breite: 11" Ö'". 

Ist das Vni. Blatt der Folge: „Die Gothen und Visigothen". 
Siehe die Anmerkung 5. 



148. (IX.) HeraiuB. 

(H. 50, N. 98, S. 192.) 

In ganzer Gestalt, gegen rechts gewendet, mit dichtem tf.tar 
und Vollbart, um die Mitte des Leibes eine ringsum lautende 
Schürze gebunden, an den Füssen Sandalen, anf dem Kopfe eine 
Alt Helm, sonst ganz unbedeckt; an seiner linken Seite hängt sein 
Säbel, auf der linken Achsel der gro^e volle Kocher. In der 
etwas erhobenen linken Hand hält er den Bogen vor sich und in 
der rechten Hand, wie zum Anlegen bereit, den langen Pfeil. Die 
Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die Unterschrift im Unterrande lautet: HBRvm. Darunter^ 
Excndebat P. Soutman Harlemi 1650. noch tiefer, in der Mitte die ^ 
Zahl IX rechts: Cum PrnnL 



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179 

Höhe: 16" 4'", Breite: 11« 6'". 

Ist das IX. Blatt der Folge: „Die Gotlien uml Visigothen''^. 
Siehe die iUiinerkuog 5. 

149. (X.) Qepicla. 

(H. 50, N. 99, S. 193.) 

In ganzer Gestalt, gegen links, den linken Fuss weit vor- 
setzend, den Kopf jedoch nach rechts gewendet und den lilick 
eben dahin gerichtet, mit Volihart, in höchst phantnsti^chei- Hü- 
siung. Der Helm, mit in der Mitfe weil vorsprinj,'eti(iein Schirm, 
li.it einen geschehenen hreiten (jenickschirni. Panzerhemd und 
Pdiizcrhosen decken den Mann vollständig. Zum Schutze des 
Unterarms und der Hand sind grosse schnppenartige Blechstiicke 
angehracht. Die Brust hängt an Riemen üher den Achsehi, steht 
oben vom KOrper ab und hat fast die Ge3talt einer Muschel oder 
eines Blattes. Vom hängt spitz zulaufend ein Schurz, aus blalt- 
förmigen grossen Schuppen bestehend, die Kniee haben zum Schutze 
BlechstQcke. Die Fussbekleidung bilden sonderbare Stiefel; die- 
selben sind namlicb vorn weit offen, reichen bis an die Kniekehlen, 
decken die Waden und werden vorn mit quer über das Schienbein 
laufenden ledernen Spangen zusammengehalten. Bewaffnet ist der 
Mann mit einem Säbel, den. er in der linken Hand trägt, und mit 
dem Morgensterne, den er mit der rechten Hand hält. Die Be- 
leuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die Unterschrift im linterrande lautet: OEpmA. Hnrunter: 
Exmidehat P. Soutinan Hartem 1650. noch tiefer in der JUilte die 
Zahl X rechts: Cum PriviL 

Bdhe: 16" 8"', Ereile: 11" 9'", 

Ist das X. Blatt der Folge: „Die Gothen und Yki^thm". 
Siehe die Anmerkung 5. 

150. (XL) Karcomanns. 

(H. 50, N. 100, S. 194.) 

In Vorderansicht und ganzer Gestalt, gegen rechts gewendet, 
mit dichtem Vollbart und langen wallenden Haaren, das Haupt nnt 
einem Blätterkranze geschmilckt. Die Rüstung, so wie der Schikl, 
aus einem Gellechte von Leder oder ähnlichem biegsamen Stoffe 
bestehend, reicht bis über das Knie und liegt enge an; einen 
wirksameren Schutz haben die Oberanne durch angebrachte Bledi- 
stUcke. Die Beine sind nackt, an den Füssen hat er nach ROroer- 
Sitte Sandalen , welche sich oben bis an die Waden hinauf ver- 
iäagern. Um die Achsehi hängt der zottige aber kurze Pelzkragen;. 

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180 



ausser dem Schilde, den er, auf den Boden gestttttt, mit der rechten 
Hand hält, und der Lanze, deren langen Sctiaft er mit der erho- 
beueu linken Hand gefasst bat, trügt er keine Waffen hei sich. 

Die Beleuchtung kommt von der recliten Seite. 

Die Unterschrift im Unterrande lautet: marcomanvs. Darunter: 
Excudebat P. Soutman Harlemi 1650. noch tiefer in der Mitte die 
Zahl XI rechts: Cum Frivü. 

Höhe: 16" 6«", Bidtc: 11" 7"'. 

I. Hit der Unlerschrill: marcomabvs. 

II. Dieses Wort geiodert in: marcomähvs. 

Ist das Xr Blatt der Folge: „I>ic Gothen und Visiyothm." 
Siehe die Anmerkuui4 5. 

15t (Zn.) teadni. 

(U. 50, N. 101, S. 195.) 

In ganzer Gestalt, gegen links gewendet, in voller ROstung, 
bekleidet mit einem Warft-nrnck von Lüvvenfell und einer Löwen- 
haut, die mit der noch daranihtng« iidcn Kopfhaut ibm zum Hantel 
dient. Die ßeckenhaube ist hoch und spitzig, mit einem ringsum 
laufenden schmalen Rande. Die Ilalsherge von Drahtgeflecht reicht 
Iiis unter (he Nase und verdeckt Mund und Olirni \ ollstäudig. Die 
schmale schneidige Brust wird von AchselbinKh i ii getragen. Der 
vorn befindliche Schurz läuft spitz zu und besteht aus vier Folgen. 
Die Vorderarme stecken m ArmrOhren, die Hünd«; in RIerhiiaiHU 
schuhen, am (juriel hangt der grosse Dolch. Die Beine sind bis 
aiit die Füsse hinab geschoben. Mit der rechten Hand hfilt er den 
vor ihm auf dem Hoden stehenden dreieckigen Schild von aben-' 
teuerlicher Form, iu der erhobenen linken Hand den langen 
Lanzenschaft Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Die Unterschrift im Unterrande lautet: QVAnvs. Darunter: 
Bxeudi^ P, Soutman Harlemi 1650. noch tiefer die Zahl XII 
rechts: Cum PrmL 

Höhe; 16" Breite: tl" 6'«. 

Ist (las Ali. und letzte Blatt der Fplge: „Die Gothen tmä 
Visigoth&i" Sielie iiie Anmerkung 5. 



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V. GENRE. 



152—173, 



15%, Die gzo«M Xatie. 



(H. 51. N. 179, S. 46.) 

Eioe Katze sitzt gegen rechts gewendet in der Nähe einer 
Mauer. Sie sitzt, wie Katzen zu sitzen lieben, mit halb geschlos* 
sflnen Augen uiul eingezogenen Vorderfüssen und lauert auf ihre 
Beult>. In der Ecke rechts ist etwas Gras angebracht, links lehnt 
ein kleiner viereckiger Stein am Boden mit der zweizeiligen Aufschrift: 
Com. ViCscher \ fecü Die Mnuer des Hintergrundes zeigt links eine 
nioflore gewölbte OelTnung mit vier starken und gekreuzten Kisen- 
staiigen. Aus derselben schleicht sirli sehr bedJiehtigen Schrittes 
ein(> Ratte in die Nähe ihrer lauernden Feiudm. Die Beleuchtung 
kommt von der rechten Seite. 

Unten in der Mitte ausserhalb des Stichrandes die Worte: 



Höhe: 5" 2'", Breite: 6" 9"'. 

h Vor der Schrift. Bio Exemplar auf Chinesischem Papier bei 
/. Bamatä. (R. Weigel.J 

II. Bloss mit dem Namen des Stechers und ohne jenen des Ver- 
legers, (^'tik.) 

III. Hit dem Namen des Stechers, wie im II. Jbat, und in dem 
schmalen weissen Unterrande in der Milte die Adresse: 





Nach SmUh sind die neueren Abdrucke 



retouchirt. 



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182 



I>io Platte war in Basan's Verlag und in jüngster Zeil in 
jenem der Veuve Jean. Es giebl eine neuere Copie mit Vmrh^^s 
Adresse, und eine vcrgriVsserte von der Gegenseite olin« tliiiUM- 
grnnd mit zwei hdllandischen Versen. Vivarts lial dieses BliUl 
von der Gegpiiseile sehr gut copirt. Die Katze si(zt nach links, 
die Steine der Mauer sind angedeutet, der Raum aul der recliten 
Seile etwas vergnisserl. Die Vorgründe zu Luiden Seilen wesent- 
lich geändert, überhaupt das Ganze kr,*iiiger gehalten, lia l uler- 
randc die Worte, Hnks: C. ViCscher Delineavit rechts: F. Vtpom 
geulp. in der Milte: To be SM et F. Ywam Bißraoer at | Üie 
Gcidtn head tn Pinrter Sireet Ltheaterpätky Londifm, 

Galt bei YmtM im. I. hat 20 holland. Gulden. 

IfiS. IMe U«mo Xatse. 

<B. 52, N. 179, S. 47.) 
Sie sitzt zusammengekauert gegen links, auf einem weissen, 
faltigeu Tuche und schlaft. Der Hintergrund, aus drei Slrichi i^cu 
bestehend, ist dunkel. Ohne alle Schrift 

Höhe: 3" 1"\ Brcile : 4" 8'". 

Gilt für das seltenste Blatt des Meislers. Eine lilhographirle 
Copie im Sinne des Originals ist von Murei und heündet sich als 
Til«'ii»laü b<!i dem Catalo(fue de la CoUetum d'estampes Recueillies 
par M. y. Revil redige Par Pieri-Benard. Paris. 1830. Dvckesne 
aine sagt ij) seiner Notice des estampes Folgendes übe» dieses Ulatt: 
La tete de eet animal est dum grande verüe; mais on ne peut dire 
h mim cAom du reue du corps. 11 eet mime d remarquer que 
tout U Teste du irmmil e$t fort diir, ce gut dmt fiUre penser gue h 
plandie a Me ddiruUe sam etre terminie. BUe est dtme tdle rarete 
qu'im h reneontre dam tri^-peu de eoUections. Aussi met-on im 
grand prix d cctte petite estampe. 

Das Exemplar der k. Bibliothek in Paris stammt ans dem 
Cabinet Jonyke in Rotterdam, und wurde mit 500 Francs bezahlt. 
Einen Abdruck dieses kostbaren Blattes besitzt auch Herr Rudolf 
Weigd in Leipzig. Dieses kleine Blatt ist von so ungemeiner 
Seltenheit, dass nicfit mehr als sieben Exemplare desselben bekannt 
sind. Eins belindel sicii in der Bibliothek und ein zweites in der 
Sannninng Standish in Paris, ein drittes im Museum zu Amsterdam, 
das vierte in der Alhertina in Wien, das fünlle im ihilisclien Mu- 
seum, ein scciisies in der Sammlung des Grafen llairacfi in Wien 
und das sirbcnie, wie hereits erwähnt, im Besitze des Herrn 
liudolf Weiyel in Leipzig. Das Exeinj)lai- des Britischen Museums 
wurde beim Verkaul der Ters/o/A' sehen S.muüiung im Jahre 1851 
um 180 Gulden erstanden; es war früher in der Saramhiog Heoii 
und wurde auf 1200 Francs gewerthet. J9si giebt den Preis dieses 
lllatles auf 21 Louisd'or an. 



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154. Die gefaiLgeae Maua. 

(H. 47, N. 156, S. 45.) 

Eine Maus wurde das Opler ihrer Unvorsichtigkeit, indem sie 
sich hei der Dunkelheit in der ihr aufgestellten Falle ling. Ein 
JuDge und ein Mädchen, die heide nicht schein sind und hei der 
Aehnlichkeit der Gesichtszüge Geschwister sein könnten, wo dann 
das Mädchen die hässlichere Schwester wäre, sind herl)ei<;ikuinnien, 
um nachzusehen, oh sich nichts gefangen hahe. Freude üher den 
Fang malt sich auf ihren Gesichtern. Beide siod nach rechts ge- 
wendet Sie hat die Falle mit beiden Hjlnden gefasst, den Kopf 
Dach links gewendet, und sieht mit Spannung ihren Begleiter an. 
Dieser, in eine mit drei Knöpfen zugeknöpfte enge Jacke gekleidet, 
hat kein Halstuch, auch keine Kopfbedeckung, halt in der rechten 
Hand eine brennende Kerze und hebt die Finger der linken Hand 
etwas in die Hohe, durch welche Bewegung er zu erkennen giebt, 
dass ihm in Betreff des Schicksals der armen Gefiingenen ein Ge- 
danke gekommen ist. Die Beleuchtung, die von der Kerze aus- 
geht und von der linken Seite kommt, ist höchst effectvolL 

Hohe: 5" 2'", Brdte: 7" 3"'.* 

I. Vor mehreren üeherarbeitungen und vor Visschers Namen. 

II. Mit diesen Uc!)crarbeilnngen, als: im Gesichte des Jungen im 
Schalten unlerhalh des linktti Auges mit fast senkrechten 
Slriclu-n; ;un Kinn, am Uande rechls und in der Milte mit 
Slnchen von recliU nach links; am Halse unterhalb des 
Kinns mit einnr Strirldaj^o von links nach rechts; auf seiner 
Jacke unter der reciiteu Aciiscl mit gi>krilmmtcn Slrielien von 
rechts gegen links; au^ den unteren zwei Falten links vom 
mittleren Knopre, nul Strichen von links nach rechts; unten, 
beim dritten Knopfe bedeutende Verstärkungen, links, dureh 
Striche von links nach rechts» und auf der anderen, der 
Schattenseite nftniHch» durch Striche in entgegengeselzter 
Richtung. Gleicliurweise zeigt auch der Aermel der Unken 
Hand starke Ueherarbeitungen durch ganae Strichlagen in 
nach rechts geneigter Bichtun^;* so wie bei der Falte in 
Strichen von rechts nach links. Das Gesicht des Mädchens 
zeigt nur an der dunklen Stelle unterhalb des linken Auges 
und auf <!er Schattenseite der oberen Wange eine zarte frische 
Schraflirnng; ferner sind übergangen der vordere Theil des 
um die Haare gebundenen Tuches mit fast senkrechten 
Strichen , die sich gegen unten zu von rechts nach links 
ziehen. Sehr starke Ueherarbeitungen finden sich im tiefsten 
Schatten auf der rechten Achsel durch Striche von links nach 
rechts, dann zwischen den Fingern des Jungen mil Stru licn 
von rechts nach links, und ain Unken Handgelenk durch eine 



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184 



drille Slrichlage vuji links unrh recht«, (l.uiii ain Aeimel dn- 
linken Hand durch citic Lreila Slriclilage iti der Uichiung von 
reciils nach links, endlich bei dem Mädchen auf der linken 
Aehsel in der Nthe der feile dareh Striche gleielifiüls vim 
rechts oech links, welche liefer uolen fiist wa^rechl werdee, 
wodurch eine bemerkbare dunkle Stelle enlslehl. 
IlK Rechts oben in der Ecke: Cameilug ViCeher Seh 

T)ie ersten zwei £101*$ aus Gial fn'es's Saiiiiiihing. 

Es giehl eine gelungene Copie dieses BlaUes vcm der Gegeu- 
üeite, ohne Namen des Stechers, dieselbe ist etwas kleiner als das 
Original. Eine weitere Copie ist von C, F. StifUzd mit der Un- 
lerschriH: La Mourü attrapee J, (r. Dieirich pinx 

Dieses Blatt galt bei Ymtolk im L Em 10, und im II. Etai 
12 hoHüQd. Gulden. 

165. Das Oespracli. 

(fl. 25, N. 150, S. 82.) 

In einer Stube sitzt gegen rechts gewendet eine Frau, nicht 
mehr io der Blaihe der Jahre und zu übermässigem Umfange hin- 
neigend, im niederen hölzernen Lehnsluble an einem runden 
Tische. Sie hat ein Kleid mit langen Aermeln an, auf dem Kopfe 
ein einfaches weisses Häubchen und ein Halstuch, das bis unter 
das Kinn r<»cbend, auf der Brust in zwei Spitzen auslSuflU Das 
Kleid ist ?orn nur lose zu.^aumiengeschnttrt, der Bequemlickheit 
halber, um beim Arbeiten weniger gehindert zu sein; dies verräih 
die grosse Schürze, die wohl nicht des Putzes halber umgchtinden 
worden ist. Ihr rechter Arm ruht auf der Sissellehne, die Hand 
hfingl heralh Sie blickt vor sich hin und denkt sicher tlher das 
nach, was ilir der ludM'ii ihi sif/^nde Mann sii^t, sie mit 

d( r linken Hand iiiechaiiisch mii (ici* Tlioupfeile ^nr\\, die vor ihr 
auf dem TiscIk' Es mag gerade nichts Unangenehmes sein, 

was ei- du nnt/,nlheil<'n hat, denn ein Schnnmzeln tunzieht ihren 
Mund und verleiht iliK ni Gesichte einen Ausdruck der Zufrieden- 
heil, der den Beschauer mit ihrer Nase, die keinen Anspruch auf 
Schönheit machen darf, zu versühnen im Stande ist. Der Mann, 
in Vorderansicht, hat einen schlappen Pilzhul auf, dessen Rand 
rlickwUrts etwas iu die Hohe gebogen isl. Das Haar Ist kurz ver- 
schnitten. Schnurr- und Kinnbart nur schwach angedeutet und die 
Jacke oben mit zwei SchuQren zusammengehallen; er neigt sich 
etwas nach rechts vor, sich mit dem linken Arm auf den Tisch 
sifitzend, und hat seinen Kopf gegen die Frau gerichtet, die Augen 
aber wendet er von ihr ab und blickt nach dem Tische, gleich als 
nähme er Anstand, mit dem Anliegen seines Herzens herauszu- 
rücken. Den zu diesem wichtigen Schritte erforderlichen Mulh 



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185 



mag er sieb wohl aus dem hohen Glase geholt hnbon, das vor 
ihm sieht und das er mit der linken Hand in der Milte pfofasst 
hat. Seine reciite Hand hat er zärtlich auf die linke der Frau 
gelegt und redet IVeimdlirh zu ihr. Wenn man imn sagen sollte, 
wer diese zwei f.enltlnii sind und was sie verhandeln, so wird 
man wold nicht irre gelien, wenn man in dem Locale eine 
VVirtljssiuhe , in der Frau die Wirthin und in dem Manne etwa 
einen lhaulwerl)er sieht; oflenhar Unrecht thnt man ilmeu aber, 
wenn man ihnen andere Absichten unterschiehl und in ihnen ein 
Paar erblickt, das unlautere Pläne verfolgt, wie es Hecquet thut, 
mnn er sagl: t^vropieriB ^ la hthrieiti sont peintes data Imr 
physiinwmie. Der Slubenraum ist ganz einfach, links ein hölzerner 
WandschraniL mit einer darauf stehenden gefüllten Schüssel, 
geradeaus das aus zwei Flögeln bestehende Fenster, durch welches 
mau ias Freie blickt; es ist schon alt, denn das Glas hat mehr- 
fache Sprünge. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Im schmalen Unterrande die Worte, rechts: A. V. OCtaäe 
ptksil et exend. Darunter: C, Vifycher fecit aqua farti, links: 
Ckmmdt de Jaugke \ ßxcudU 

Höbe: V* 7% Breite: 2'«.* 
In Holland heisst dieses Blatt: Het ZMUtt SdioUe^'e. 

I. Vor aller Schrift. 

II. Mit den Worten rechts: A. V, Oüade pinodi excud. allein, 

ohne Namen des Siechers. 
Hl. Mit den Woriea rechls: F. Otlade pinxil excud, \ C.ViC- 

scher fecit aqua fortu 

IV. Mit den Worten rechls: A, F. Oftode pinxit et exeuä. \ 
C, Ftfircfter feeU aqw forU. Das el ist swischen die Worte 
pinxit und e^eud.' mit kleiner Schrift eingeschaltet, gleichsam 
hineingezwängt 

V. Mit den obigen Worten des IV. £uu*$ und mit der Adresse 
Ciemenit de Jangke | Bxcu^t linker Hand« 

VI. Mil den Worten rorlits wie im V. £tat und mit der Adresse 
Nicolai VisCcker \ Excudit litikor Hand an der Stelle der 
obigen des Clemendt de Jonghe. Ueherarbeilungen sieht man 
in diesem Zustande z. B. an der Sehatlenparlie der reelilen 
Brust der frau in einer Reihe fast senkrechter Stiiclie, die 
von reclils nach link^ gehen, in der Gegend der PfeifcnöfT- 
nm\<i, wo im fritlicuMi Orurke die lieraus^elailene Tcd)akasclie 
nur leicht angeikMitel ist, und zwisciicn derselben und dem 
scharfbegränzlen Scidagseliatlen des Papiers mi Ii eine hehle 
Stelle hefindel, durch eine Lage Striche von rechls nach 
links» die einen schwarzen Fleck bilden, der sich bis an den 
Rand des besagten Papiers zieht, femer an dem rechten 
Unterarm der Frau durch Linien, die partienweise von links 



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186 



4 



nach ret'lits laufen und die dunkelslcn $(ellen biliion, an 
iliror Arliscl , W(j am Hände einr l.a^'n von StriclH'u von 
iinkn narl) reclits tleii ScIilagscIiaUcn buwirkl, und iiü4:li au- 
dcr\v:iris. u.is .iIht aufzuzählen zu ermüdeoit wäre. 
VII. MiL der Adirssf G. Valck. 

VIII. Alle ScUnfl zw^th^L Dies isl der neueste Slaiui der i'lalle, 
die Abdrücke sind ungemfin malt. (Smith.) 

Das GeiiifHile Osfadf 's im Ci\\n\n'l des Malei'S Quitikhard, Eio 
Exemplar vt)i der SclinK wnr im Cabinel Yver. 

r.alt bei Verstulk im II. iuU'v III. Etat 1^5, im IV. 10 hol- 
ländisrlu' dulden. Joi^i s( liälzt rineu Abdruck vor dem WOrtchen 
et (II. und Iii. Etat) auf 10 Loui^d'or. 

156. Die Geuagtameii. 

(H. 24, N. 149, 8. 81.) 

An einem TislJjü sitzt linker IlautI, vom Rücken gesehen und 
gegen rechts gewendet, ein Mann inil einer Art Mütze auf dem 
Kopfe und einem iliemen mitten um den Leib, der den Kock zu- 
sammenhält Der linke Ann ruht auf der SesseUehne und mit der 
recbteu Hand slQlzt er den bauchigen Krug auf den Tisch; Pfeife 
und ein Papier mil Tabak liegen vor ihm. Ihm gegenüber siUl 
ein Weib mil einem Tuche auf dem Kopfe. Sie lehnt sich mit dem 
Unken Arm auf den Tisch, halt mit der rechten Hand ein volles 
Ghis in die Hohe und scheint auf seine Gesundheit trinken zu 
wollen. Hintor ihr, von vom zu schauen, steht ein Mann und 
stützt sich mit der linken Hand auf die Sessellehne des Weibes. 
Er hat eine sonderbare Miltze auf, die Haiskrause des auf der 
Brust ofl'enen Hemdes scheint schon viel mitgemacht zu haben, 
und seine ganze Haltung, sowie der Ausdruck seines Gesichtes mit 
dem Ihm ,^l>!);ui;T:enden Schnurrbnrt zeigen deutlich, dass er sich mit 
Kummer und Sorgen nie viel hefasst hat. Die Beleuchtung kommt 
von d»*r rechten Seite. 

Linlv.s unten im Grunde die Worte: Av, Oftaäe | pinaßü. 
Darunter: Com. ViCscher | fecit. 

Unten, ausserhalb des Slichraudes, acht boilaiidische Verse in 
zwei Absillzen. Sie beginnen mit: Men Uyt ^ und enden mit; 
hiertjen m toeback. Zwischen diesen zwei Absiltzen steht oben: 
ViviTim PARvo fiEKE. uud UDteu: Ulmmudt de ionglte eaxudit ohne 
Punkt. 

Höhe: 9" 3'^ Breite: T' 8"*. 

I. Hit der Adresse von Clemmdi de Jon^ wie oben. 

IL Zu dieser Adresse von de Jonghe ist noch unterhalb der- 
selben die von P, Schenk hinzugekommen, so wie die Ver- 
lagsnummer 43. 



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187 

Ein kleines, 3" hohes iind T breites BI,1Uchen mit der 
UDlerscliiift vivitvr parvo ue.ne stellt dieselbe Gruppe vor von der 
Gegenseite, mit der Beleuchtung von der linb ii Seite und mit den 
Worten A OCtaden links unterlialb der lischphittc. Es liegt bei 
dem Werke des Meisters und hnt viel von seiner Stichweise, dürfte 
aber eine Itiosse ProbearbeiL seui; jedenfalls sind die Drucker in 
den Gesichtern und llauden zu stark und mit zu wenig ßinpUu- 
dung gi iiiacht, als dass ich auch diese Stellen seiner Meisterhand 
zuschreiben sollte, eher dürften sie von der Hand eines Fremden 
berrOhran, wenn man schon aberhaupt geneigt ist, unserem Vitsdur 
auch diesem Blättchen als seine Arheil zuzuweisen. 



167. Die Baueher. 

(H. 27, N. 152, S. 65.) 

in einer ongedielten Stube, deren UUckwaud hnker Hand in 
eine Ecke vorspringt, sitzen sechs Männer und rauchen. Sie sitzen 
um eiiif^n langen, schmalen, jirimitiven Tisch !iernui in verschie- 
denen btellungen. Der linker Hand in Vorder in ^icht, mit dem 
grossen Hute, dessen Kriinipe ringsum anfgeslülpL ist, so dass man 
noch einen Theil des Gesichtes mit der gewaltigen Nase sieht, 
hall mit der rechten Hand ein Papier mit Tabak, den er mit der 
hnken prüfend durch die Finger laufen liisst; auf seineu Kiiieen 
liegt ein Brett mit dem Aschenbehclller, die Kleidung bietet nichts 
Besonderes. Rechts sitzt ein zweiter oline Barl, niit etwas vorge- 
bogenem Oberkörper, eine Mütze auf dem Kopie und mit zer- 
rissenen Rockärmeln. Er hat den Kopf in die Höhe gehoben und 
blickt nach aufwärts, wahrend er den Rauchapparai in der linken 
Hand h^lt, seinem Munde langsam den Rauch entströmen lässt, 
und dabei die rechte Hand auf die Brust legt^ gleich als weilte er 
sagen: o welch' ein Uochgenuss! Vor ihm auf dem Tische liegt 
ein kleines Stück Papier. Zwischen diesen beiden sitzt ein dritter 
in tiefen Schlaf versunken. Er liegt mit seinem Kopfe auf der 
Schulter des Verzückten und hat einen langen Talar nehst eng- 
anliegender, haubenahulicher KoplLedeckung an, die ihn fast als 
Weib erscheinen liessc, wenn sein übrigens bartloses Gesicht dieser 
Annahme nicht gar zu sehr widerspräche. Rechts am Ti^rhc sitzt 
ein Miuin mit einer Pelzmütze, der aus einer kleinen Schüssel 
trinkt und vor sich den RauchappMiat steluMi hat. Am weitesten 
gegen rechts sieht mau ganz im Dunkel den Kopf eines M.iunes 
mit grosser Mütze, der f:l<'j( hfnlL- schhlft. Rechter Hand im Vor- 
grundc sitzt auf roh geziuiinei t* ni Stuhle gegen links gewendet ein 
Mann, dessen Blicke und selbstl)evvussler Haltung man es ansieht, 
dass er sich in Feldlagern und Kneipen viel herumgetrieben bat. 
Er trilgt einen kleinen Schniu-rbart, zurückgestrichenes Haar, am 



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188 



Leibe eine Jacko, deren Aermel an den Ellenbogen geschlitzt, aber 
auch gewaltig zerrisseu sind. Auf dem rechten Ohr sitzt heraus- 
fordernd (las Barett, den rechten Fuss mit dem grossen Strumpfe 
und Pantoüei liat er auf die vor ilim stehende Rnnk fjesti'ltzt, auf 
der man aur!) rhis bekannte \vei.sse Srlneil)niatenai und die damit 
gemachte AulzriLiinung der bereits vertilgten KrtJge sieht. Der 
unverwns! licht' («esell h^\{ mit der reehten, über den Schenkel ge- 
legten Hand den Krug und raucht aus der Thonpfeife, die er mit 
der linke)i Iland zum Munde führt, noch mit gleiciiem Behagen 
fort, ungeachtet es schon ziemlich spät sein mag, wie man an den 
bereits in liefen Schlaf Gefalleneo abnehmen kann. Ohne Namen 
des Malers und Stechers. Die Beleuchlung kommt von der rech- 
ten Seite. 

Höhe: 6" 7'", Breite: 8** 4"*, 

lieber dieses Blatt sind die Chalkographen nicht einig, und 
mehrere bezweifeln dessen Echtheit, ffeeqiiet schreibt es dem 
C. Visscher bloss zu. Nagler vermuthet, es könnte von Brouwer 
selbst radirt sein, welche Ansicht jedoch R. Weigel nicht (heilt, 
sondern vielmehr meint, dass es eine Arbeit von P. Nolpe ist, 
weniger von S. Savry. Smith beschreiht dieses Blatt ohne irgend 
eine Bemerkung, h'ih es demnach für echt, und da ich darin 
nichts i:el'iuiden habe, was mich zu einer gegentheiligen Ansicht 
berechtigen könnte, so schliesse ich mich diesem Schriftsfeller an 
und nehme es als eine Arbeit des Meisters in die Zahl seiner an- 
deren Blätter auf. Gewiss ist, dass dif scs Blatt nach einer Zeich- 
nung Bronwefs gefertigt wurde. Pioos van Amstel hat diesen 
Gegensiaiui gleichfalls nach einer Zeichnung von Brouwer in 
Zeichnungsmanier gestochen. 

Unverstündlich bleibt mir der Gegenstand, den der in die 
Hohe blickende Mann, der den Rauch mit so viel Behagen Ton 
sieb bläst, in der linken Hand halt, und der auch vor seinem 
Nachbar, der aus der ScbQssel trinkt, in fast kugeliger, einem 
Napfchen gleichender Gestalt auf dem Tische steht. Es ist offen- 
bar ein Instrument zum Rauchen bestimmt, nur dass ihm sonder- 
barerweise das jeder Pfeife nOthige Rohr gänzlich fehlt Da ich 
nicht annehmen kann, dass Vineker ohne Verständniss gearbeitet 
hat, so bleibt mir die Sache unerklärlich , zumal ich vergebens in 
gleichzeitigen Quellen, die mir in ziendicher Anzahl zu Gebote 
standen, darüber Belehrung gesucht habe, es blieb mir daher kein 
anderer Ausweg, als diesen Gegenstand mit dem allgemeinen Aus- 
druck Rauchapparat zu bezeichnen; möglich, dass die Original- 
/fMchnung oder ein Bild Uber diesen dunkeln Punkt Auskunft zu 
geben im Stande ist. 



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108. Bto Sfinger. 

(U. 26, N. 151, S. 64.) 

UDfern eioes Kamins auf der rechten Seite sitzt eine Gruppe 
von drei Personen am Feuer, die sich mit Singen unterhallen. 
Man kann es ihren Münflbewegungen absehen, welciic flarmornen 
den Raum der Siube diiK liziUern mOgon , und wenn man Innger 
hinsieht, gallL es Einem tOrmlich in den Ohren. Auf niederer 
Bank Filzt von rückwärts zu schauen eine aite Frau, die sirh kei- 
nes klassisclien Wuchses rülimen darf, plump und ungeschickt 
knapp am Kauune und hat am Uückcn Tinlenfass und Federhiichse 
hängen.. Sie hat den Kopf stark zurückgebogen und zwar s«> weit, 
dass sie gerade auf die Decke sieht und das um den Kopf gebun- 
dene Tuch .Nackahnuch und breit rückwärts niederfälil; dabei plärrt 
sie was die J.unge vermag. Ihr gegenüber sitzt ein Mann mit 
dner runden Nase und einer Pekunmze auf dem Kopfe, und singt 
ein Ued von einem Papiere lierab, das er sich mit der rechten 
Hand vor die Augen hfllt Er hat die Primstimme und dirigirt 
den Takt. Neben ihm linker Hand steht ein zweiter Virtuos. Er 
ist von kleiner Gestalt, hat eine ansehnliche Nase, die gleich der 
seines Nachbars an der Spitze leuchtet, und auf dem Kopfe eine 
spitze, zottige Mutze, durch die an der Seite eine Art kleiner FlOte 
gesteckt ist. Cr steht, hat den rechten Fuss vorgesetzt, die rechte 
Hand auf den Rücken gelegt, beugt sich nach rechts vor und 
lehnt sich auf den Rücken seines Nachbars, über dessen rechte 
Achsel hinüber er dem Sänger in das Papier blickt und ihn se- 
cundirt. Neben dieser Gruppe links steht ein langer hagerer 
Mann in vorgebogener Haltung mit schlotternden Knieen, das Ur- 
bild eines echten alten Saufers. Ei Iiiigt lange Beinkleider, eine 
Jacke und einen allen weichen Hut ohne Kc;impe, der ihm, einem 
Schwämme gleich, auf dem Kopfe sitzt und liie Augen ganz ver- 
deckt, so dass nur die Spitze der ^ewalligen Nase, und darunter 
die auf Kinn und Lippen, einem Acikommeuen (iestrilppe gleich, 
Irostlüs vegeluemlen Oarlreste sichlhar sind. Er hält in der er- 
hobenen linken Ilaaii das gefüllfe Glas, von dem er sich zeit seines 
Lebens nicht zu trennen gelobt hat, und legt etwas träge die 
rechte Hand auf den Rücken. Mit ihm hat sich der Gesang zum 
Quartett vervollständigt. Linker Hand, bis an den linken Stich» 
rand reichend, steht eine massive Holzbank, hinter ihr an der . 
Rflckwand lehnt eine lange Stange. Herwärts dieser Sängergruppe, 
ganz im Vorgrunde, bitzt die Hauptperson, ein unschöner aber 
lustiger Gesell*, der sich in seinem Ueberronthe auf einen umge- 
stOrzlen Kflbel ges^^etzt hat und die Instrumentalbegleitung irapro- 
visirt, indem er auf einer Geige ohne Sailen mit einem Bogen 
ohne ITaare die Bewegungen eines Viohnspielers nachälTt, wobei 
er wacker mitsingt und so das Quintett volbtandig macht. Er ist 



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190 



einäugig, bat einen kaum bemerkbaren Schnurrbart, das Barelt 
sitzt auf (lern rechten flhr, am Leih« hat er den kurzen bis über 
die llflflcp. n'ichiMuhMi Kock mit <len zwei nocli fi!Hi<:t?o])li('hf^nen 
Knöpfen uiul lnii','e Hcinkleidcr mit »intOrnilichen Schuhen. Er ist 
in Vorderansicht, der linke Fuss ruijt anl" einem viereckigen Steine, 
den reell len hat er gegen links weit von siefi gestreckt. Vor iliui 
sfelM der i,Mosse alle lii('rki*ug, der wohl kauni leer sein •lilrlle; 
hnks in der Ecke auf dem Boden liegt die zerbrochene Köllner- 
pfeife. Unten innerhalb des Slichrandes liest man: A Brouwer 
jiinxit. Com. Vifscher fecü aqua fortü Die Beleuciiiung kommt 
von der linken Seite. 

Hftbe: 9" 10'«, Ereile: 1** 2'". 

I. Ohne alle Adresse und ohne Unterschrift im Unlermmle, mit 
den Worten wie oben. Die Abdrücke sind sehr kräftig. 

II. Mit denselben Worten wie im I. £Uai, hiczu im Unterrande 
die Worte: ZVoMi Ami quemque volupku* sart mit der 

Kadel gerissen. 

HL Die Worte Trahil Cua quemque voluplai* mit dem Grab- 
stichel gestochen, jedoch ohne Adresse« 

)V. Die obigen Worte gestochen, daneben ein klein wenig tiefer 
rechts die Adresse Clemeäi de JonffiM eseuüU 

V. Diese Adresse getilgt* Smith giebt von diesem £tof, der 
mir nicht zu Gesicht gekommen ist, folgende Beschreibung: 
Die Platte ist ganz flberarbeitet und ins Dunkel getrieben, 
was einen unangenehmen Effect verursacht. Oer Vorgrund 
rechter Hand wurde stark beschattet, last senkrechte Striche 
sind auf dem Kamine hinzugekommen und auf den Kop(- 
bcdeekungen der zwei in der Nahe desselben singenden 
Männer angebracht. Der Rücken der alten Fran ist noch 
mehr überarbeitet, che Zühne des Mannes, der die Violine 
spielt, sind deutlich angegeben, u. s. w. 

VI. Unten links die Adresse: J. Covens ei C, Morlier ExcudU, 
(Smith.) 

Smith nennt I^lnti The Concert ^ in Holland ist es unter 
dem Namen De Fiool Speeider bekannt. 

Ein unvollendeter Probedruck war im Cabinet Ploos ran 
Amstel, später bei Graf Fries. Das Gemälde von Brouwer befindet 
sich in der Müncliener Galerie und ist bekannt durch die Litho- 
graphie von F. Strixner. Die Zeichnung von C. Vissrher im Ca- 
binet Feftnma; wohl dieselbe mit schwarzer Kreide aul weissem 
Pcrg:niR'iu, welche sich gegenwärtig in der Albertina bcüuUet. 

Galt bei Verstolk im I. £t(U 50 huUand. Gulden. 



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191 



159« Die Zigeunerin. 

(H. 17, N. 147, S. 44.) 

Rechter Haiul, im Pix)fil zu sehen und gegen links gewendet, 
sitzt di<' Toclitn' Ej^'ptens, ein junges, kräftiges Weib, am Wege, 
um sich nti das Mitleid der Vorübergeilen den zu wenden. Ifir 
dunkles rückwärts in zwei liendduin^ende Zöpfe gellociiten, 

ist mit eiueni Bnride umwunden und geniesst sehr wvd'v^ Pflege, 
aber destn mehr Fieilieil, denn vorn über der Stirn liängl eine 
Partie desseiijen ganz zerraull in einem Büschel herab. Die Klei- 
dung verrälh die posste Dürftigkeit, das Hemd ist stark geflickt, 
und ausser dem Uucke besitzt sie luir ein Stück groben Zeuges, 
das bei ihr die Stelle des Mantels verlritt. Ihre linke Brust ist 
Dur Üieilweise verhOlU und die rechte, an der ihr Kind trinkt, 
ganz bloss. Das Wickelkind hält sie im rechten Ann. Auf ihrem 
Racken vträgt sie, in ein Tuch eingebunden, ein älteres Kind mit 
eingebundenem Kopfe, das, sei es ans Hunger oder weil es die 
Langeweile plagt, oder ihm die Lage unbehaglich ist, gewaltig 
weini und schreit, von welchem Lärm die Mutter aber, daran 
wahrscheinlich schon gewöhnt, gar keine Notiz nimmt. Linker 
Hand, an ihrer rechten Seite, steht ein älterer Knabe in Vorder^ 
ansieht, ohne Kopfbedeckung. Er hält in der linken Hand einen 
HoIzlOfTel und mit der rechten einen Topf, den er aui' den SclK'ukel 
der Mutter stützt und sie dabei anl»lickt. ITiiil»'?- dieser Gruppe 
erhebt sich ein Gebilsch mit einem kruuimg' w u lisenen Banrne. 
Linker Hand zieht sich der Wei? gegen den \ orgi und zu, aul dem 
man einen Hund und hinler du sem drei Reisende zu Fusse daher 
kunnnen sieiit. Links hat man die Aussicht auf eine hügelige 
Landschaft. An dieser Stelle sieht man auch die tliicliiigen Um- 
risse einer früher dagewesenen felsigen Anhöhe, die aber dem 
Stecher nicht zusagen mochte, so dass er sie später mit der etwas 
flacheren Gegend vertauschte. 

Hohe; 13" 10'", BreHe: 11" 8"'. 

L Vor aller Schrift, selbst vor dem Namen des Meisters, tlbri- 
gens aber vollendet. 

II. Unten rechts, ausserhalb des Slichrandes, die Worte: C. de 

ViCscher fecil 

III. Die obigen Worte 6\ de ViCscher fecit sind herausgenomiucn 
und oben in die Lüfte rechts neben den Baiimslnmm gesetzt; 
unten rechts in der Ecke innerhnll» des Slichrandes steht die 
Adresse : Clemendl de Jonghe exc. Unten , ausserliall) des 
Slichrandes die Worte: Spondeo diviUus paiiprr, Cortrmque 
benignam infelix credis? Ci lu te decipis %pse , nil nUtU 
fuccetise, tibi lu nam verba dediCsi. 

IV. Mit dem Namen des Stechers in den Luiieu und den Worten: 



192 

Spondf'o divitius paupar u. s. w., jedoch oline die Adresse 
des Ciemendt de Jvnghe, welche herausgenommen wurde, 
lu den früiien Abdrücken dieses £kU'$ isl oach Smüh das 
Wnrl esc. noch immer sichlhar. 

Die Platte, früher im Verlage Baaau'Sy kam io neuerer Zeit in 
jenen der veiive Jean. 

Ein iinvcdleiifleter und walirsrheinlich einziger Prohedruck, 
vvclclier hei Smith als 1. Etat vorkomml, wo der Kopf des Kindes, 
das di'' Zip'^MMierin in den Aitiicii li ilt, und der Ilal«* des andern, 
weit i*es MC ant dem HiRken tragt, so wie der Toj>i und der 
LülTel, welchen ih r ältere Knabe in den Händen liültf noch ganz 
weiss sind. Ix llndet sich aiil' der k. Bibliotliek zu Paris. Die 
Originalzeichnuiig, welche von J. de Wit relouchirt wurde, befand 
sich in den Cahiueieu von 5. Fukke, Mwlmaiin und J. de Vos, 
Nach NagUfi Angabe war dieselbe bis 1839 im Cabinet Spender 
zu Kopenhagen. 

Es giebt eine gute Copie des P. de Man, der auch den Kopf 
des lungen allein gestochen hat. Dieses schöne Blatt Ftindto^;«, 
das auch ^fiU Huydin**, manchmal auch „Dte AnmB, la naurrict^ 
heis5t, wurde reloucinrt. Smith erwähnt diesen Umstand bei seinem 
V. itaif der bei mir unter Nr. IV Torkummt, giebt aber nicht 
weiter an, worin die Ueberarbeitungen bestehen. 

Dieses Blatt galt im I. Etat bei Verstolk 135 holländ. Gülden, 
im III. ttat bloss 23 Gulden. Jost werlhet ein Exemplar der 
1. Abdrucksgattung auf 10 Louisd'or. 

160. Der Battengiftrar kioto. 

(U. 16. N. 146, & 43.) 

Der Raitenvertilger, ein robuster Mann von ältlichem Aussehen 
in Vorderansicht, hat einen struppigen, kurz verschnittenen Voll- 
bart, auf dem Kopfe sitzt die pelzverbrämle Matze. Am Leibe bat 

er ein kurzes Wamms, vorn mit einer Schleife zusammengebunden. 
Der Hals ist frei, der Ilemdkrageu sieh'bar und der knry.e, am 
Saunte wie benagte Mantelkruijen oben mit einen! Ftnnde vereinigt, 
liegl auf der rechten Schulter auf und dient einer diucb die Knnst 
des Wundermannes gezälimlen Walle zum Tummelplätze. Die Imke 
Achsel ist frei und lü.ssl bemerlien , dass der linke Aeniiel seine 
besondern Trennungsgelüste hat, die schon ziemliiii weil gediehen 
bind. An dem um den Leib geschnallten Ledergürtel hängt an der 
rechten Seite eine grosse, bauchige, schwerlich aber miltieUl gefüllte 
Tasche, und vorn ein Messer mit breiter Klinge und grossem GrilTe, 
das sein unteres Scheiden bescbläge vielleicht schon lange eingebOsst 
haben mag. An der linken Seite hängt ein kistenihnliches Be- 
hultniss an einem Uber die rechte Achsel laufenden Riemen. S<^in 



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19B 

Knker Arm liegt auf demselben auf, und an dem Seitentheile sieht 
man die zwei Wappenschilde der StAdte Haarlem und Amsterdam. 
Mit der etwas erhobenen rechten Hand zeigt der Wundermann sein 
anträgliches Mittel. Linker Hand an seiner rechten Seite steht 
ein grosser Hund, rechts ein Junge mit ziemlich ahgeflicktem Ge« 
waude. An seiner linken Seite hängt an einem Stricke eine um- 
fangreiche runde Feldflasche, um den Kopf ist phantastisch ein 
Tuch gebunden, vorn über der Slirn mil einem darauf genähten 
hhii Papier; die auf demselben befiiulliehe Schrift ist undeutlich 
und gieht keinen Sinn. Sein Auge ist fest auf seinen Meisler ge- 
richtet, gleichsam des Zeichens harrend, um mit der Stange, die 
er mit beiflen H.'fnden hält, irgend ein Manöver auszuführen, das. 
die Ztisrbancr in Erstaunen setzen, oder wenigstens i!)ro Aulmerk- 
sainkeit erregen soll, denn oben auf dersell)ei) betindet sich ein 
runder Käfig mit me!)reren eingesperrten llallen. Anf dem «bern 
Deckel laufen einige derselben frei aber ängsJlich herum, während 
drei ihrer Gelahrten bereits justilicirt am Buden hängen. Den 
Hintergrund bildet ein Gemäuer links mit der Aiissiclit ins Freie. 
Rechts an der vorspringenden Ecke ist ein Blatt Papier angenagelt. 
Es enthält die Worte: C. ViCscher , darunter: fnv. et Cculp. und . 
noch tiefer: exc. unterhalb dieser Schrift die Jahreszahl: 1655 
Die Beleuchtung konunt von der rechten Seite. 

Höhe; 13" 9'", Breite: 11" V". 

L Vor aller Schrift. Auf dem Blatt Papier oberhalb des Namens 
des C* VUseher das Wappen von Amsterdam» leicht mit der 
Nadel gerissen. 

II. Hit den Worten: C. FtAtefter darunter: inv, et (eulp. 
1655 ohne die Schrill im Unterrande. {Sad(h I.) 

III. Der beschriebene. Zu den Worten des obigen ^t*t kommt 

noch das Wort: exc. unterhalb des Wortes : Inv. Die rechte 
Wange des Mannes ist überarbeitet. {Smilh II.) 

IV. In) Unterrande mit den Worten: FeU fugas mures! magnis 

fwibus arces eanguos fures, furor eCl. me refpice vüU Ci 
modo numus adesl mures felesque fugabo. Darunter geg:pn 
rechts; Ctemendt de Jonghe excudit. Das Iniclil gerissene 
Wappen der Sladt Amsterdam ol)prhalb des Wortes 6\ Fi/«cÄer 
ist schwach oder gar nicht mehr erkennbar, nur wenige 
schwache Spnron davon blieben zurdck. Der nach links ab- 
vvJirN geknlninile Strich vor dem Worte Cculp. gegen die 
Jaiireszahl 1655 zu ist mehrfach verstärkt und tritt grell 
hervor. 

V. Mit der Adresse F. de WH excudit. an der Stelle der obigen 
des CleriLendt de Jonghe. {Smilh IV.) 

VI. Diese Adresse unterdrückt. Das Wappen von Amsterdam auf 
dem Blatt Papier an der Mauer ist gänzlich verschwunden. 

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194 



Die Stelle ist mit wagrechten Striciieii bedeckt, auch die 
lahresuhl 1655 ist nicht mehr zu sehen. 

Boi/dell bcsass die Platte» in neueren Zeilen und bot das 
Exrnijilar mit 2 Sil. G V. auh. Die Driginalzeiclinunir war in dem 
Cahinel Oudmi , dann Göll von Frankemtein , und n»:iieiiicli fi"" 
Vcrstolk van Suelm, inuss aber selir gelitleu haben, wie fast alle 
Zeichnungen des Meislers, da sie bei der Versteigerung nur für 
11$ boUäüd. Gulden verkauH' wurde. 

Es giebt Gopien dieses Blattes von J. Dandcerts^ tod der 
Gegenseite mit vier darunter gesetzten holländischen Versen; Cari 
GoUfried Guttenberg 1 760 im sweiten Abdruck mit der Adresse von 
•F. Bosau, dieselbe hat den Titel: La mort aux rati und unten vier 
Tranzösische Verse in zwei Absätzen : Si par un remede . . . servient 
de mes •praJLiqws, Von Vrydag 1767 und D. Slnyter in Leiden, 
welche letztere die vorzOglictisle ist und VtisscAer's Namen und den 
Titel: Dv Verkouper van Rallenkniid bat; nehsl einigen anderen, 
als: F. Mehenx iti St bwarzknnst, Gf. Melun, R. Houston y der Kopf 
allein von J. Smilh in schwarzer Manier, G. Vertue n. s. w. 

Duchesne aine spricht sirli in snuev Notice des eslampes u. s. w. 
• ühev dieses Blali folgendermassei» aus: // est fächeux saus doute 
quun des meilleurs gi^avenrs ait emploi/e du temps ä graver un 
sttjet ajrvs/ trwial; mais il l'a rendu arer tant de verite, l'expression 
de la phi/sionomie du vieälard est si nuturelle, celle du jeuue gar{un 
qui le retjarde exprime si bien la fraicheur de cet dge, qn'on admire 
le talent de lartiste, sans s*apercevoir de ce que ce suJet offre de 
peu agreable. 

Galt ba VmioUc im L 6tat 205 holländische Gulden. Bei 
A. Weigel im Abdruck vor der Schrill und vor der Adresse 
22 Thaler. 

16L Der Leyermaim. 

(H. 15, N. 145, S. 80.) 

Vor der Thdr eines Bauernhauses, deren oben etwas gewölbte 
Oeffnung fast, die ganze Breite des Blattes einnimmt, sieht ein 
aller Mann mit einer Drehorgel, die an einem über die rechte 
Schulter laufenden Bande oder Kiemen hängt. Sein Gesicht ver- 
raih ein vorgerQcktes Alter, die Haare sind lang und siehtltch ganz 
vemacbläfisigt, ebenso der schmale Schnurr* und spärliche Kinn* 
bart; auf dem rechten Nasenflflgel thront eine ansehnliche Warze. 
Das von der Last der Jahre etwas gebeugte Haupt deckt ein alter 
weicher, schon lange aus der Form gekommener Filzhut mit bi eiter 
Krämpe. Der kurze, kaum über die Hüften reichende Rock ist < 
schon reichlich geflickt und zeigt, namentlich an dem Buge des 
rechten Aermels, bedeutende Olfenherzigkeilen. Die Knüpfe sind 



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195 



bereits sämmllich verschwunden und an deren Slalt die Uockililgel 
an einigen Stellen durch Schnüre zusammengehalten; die Bein- 
iileider sind ziemlich weit. Vor ihm, ganz im Vordergrunde, steht 
sein Begleiter, ein Junge, der auf ähnliche Weise bekleidet ist wie 
der Al(«' ; vr hat gleichlalis einen kui^en Hock an und üin die 
Stliiillern einen Mantel hängen. Der hervorstelien<le llaiski .i^ni 
ist uiiigesehifigeii ; dns ITnnr ist, lan^' und wenig {^epÜegt, die grosse 
MiJlzc arn rückwärtigen Iheiie iuf^estülpt. Er handhabt die lleige 
und begleitet mit seinem Spiele den Allen. Hinter den zwei 
Kilnsllern sieht mau zwei Kinder des Dorfes als Zuliörer. Der 
rechter Hand ist der grossle von ihnen und iiiierragt den Violin- 
spielor um mehr als einen Kopl". Er hat eine über die Ohren 
gezogene Mütze auf dem Kopfe und steckt die linke Hand in die 
Brust hinter den Rock. Neben ihm ^ckt ein kleinerer Junge mit 
einer Pelzmütze hervor; man sieht nur eines seiner Augen. Links 
stehen zwei noch kleinere Kinder, ein Knabe mit einer Art Käpp- 
chen ohne Schiitn und vor ihm ein kleines Madehen, den Kopf 
in ein Tüch eingebunden, das die Hände unter der Schürze ver- 
birgt. Die Blusik mag dem Kinde gefallen, denn es lächelt, doch 
stimmt dies den Beschauer nicht zu gleicher Heiterkeit, da das 
kleine Wesen dem alten Gesichtsansdrucke nach leider ein Zwerg 
zu sein scheint. Sämmtliche Gestalten sind in Vorderansicht. Der 
sie umrahmende dunkle Daum des Hauses zeigt, wie erwähnt, die 
geöffnete Haiislhnr, deren Flügel ganz zurückgeschlagen sind, his 
auf den nnlcrn Flügel l eelits , der et was vorgeschoben ist. Die 
Aussicht liilnl ins Freie. Rechts sieht man noch einen im Winkel 
angebauten Tlieil des Gebäudes mit einem Fenster und geöffneten 
Fensterladen, k?ia|>p an der Hausecke einen Banin, der seine Aesle 
gegen links an>l»ieilet, dann iheilueise ein niedeies Dach, aber- 
mals Geslriiutli und dahinter den Giebel eines Hauses. Oberhall» 
der Köpfe der zwei Kinder linker Hand zeigen sich gleiehlails 
Lauhpartien. Der Hininicl sieht düster und legneiisch aus; die 
Wolken haben die Richtung nach aufwärts gegen rechts. Im 
schmalen UnteiTande rechts stehen die Worte: A. V. OCtade pnixiL 
und gerade darunter: C. Vt&dier fecit aqua fartC Die Beleuch- 
tung kommt Yon der linken Seite. Störend sind zwei lichte Stellen 
am Firmament, links, in der Richtung des Hutes des Alten, welche 
so aussehen, als wären sie taub oder gerieben und sich selbst in 
den besten Abdrücken dieses vielleiebt am zartesten behandelten 
Blattes des Meisters vorfinden. 

Höhe: 13" 10'", Brcilc: 11" 8'". 

I. Vor aller Schrift. 

II. Mit den Worten im schin.ilen ünlerraniie rechts: A. V. 
OClade pinxiL und gerade darunter: C, Vüscher fecU 
aqwi forU. 

t3* 



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196 



III. Mit den Worten des iL ttaVs' und mit der Adresse voi 
OmenÜ de Jfitn§f^, 

IV. Diese Adresse wurde aasgetilgt, die anderen Worte aber siad 
stehen geblieben* Die Platte wurde retouchirt; man gewahrt 
die Retouehe an vielen Stellen, %, B, am Unterkiefer des 
allen Hannes links oberhalb des Kinns in ein<»r Lage wag- 
rerhtrr, etwas uach aufwärts gekrümmler Striche, namentlich 
aber in den Punkten, welche die lichten Stellen der Nase, 
so wie in der Nähe des rechten Auges ähnlich wie bei der 
Kiichenbäckerin (Nr. 162) bedecken. Die Spitze der Nase 
i^t rcrbls durch eine Loge wagrechler Slriche beschallet, die 
Slirn erliu ll verstärkten Schatten durch eine Strichla^^e von 
rechts nach hnks, das Haar, das in Irüheren Dnioken lich- 
tere und dunkle Slell«'n zeigt, erhielt durch starke Ueber- 
arbeilung eine üherall glcichniiissige Scijvvarze, die beiden 
oberen Auffenheder, nainenUich das Hnke, des grossen Jungen 
rechts InnUr dem Viülinspielcr hahen eine lichte Stelle, 
welche später mit Strichen bedeckt wurde, so dass das 
lieht versehwindet. Der Hals desselben Jungen, der frOher 
im Schatten zwei Slrichbgen hatte, bekam eine drille last 
senkrechte von oben nach unten hinzu, ebenso rechts von 
der Unterlippe einige senkrechte Striche, die früher nicht da 
waren. Die Schrift ist in früheren Drucken gesättigt, in 
späteren mager. Es wire ermOdend, die wahrnehmbaren 
Unterschiede, die sich leicht noch weiter verfolgen liesscn,- 
alle anzofilbren, es mögen demnach die angegebenen geoflgen. 

V. Die neueren Abdrücke aus Batan's Verhig, der die Platte 
besass. (A. WeigeL) 

Von diesem lilatle, das Smith die wandernden Musikanten 
neitnt, giebt es auch eine gegenseitige Copie in der GrOsse des 
Originals mit der Bezeichnung: U Pin d» Familk. M. F, ABmL 
1762. Unten 8 franzitsische Verse. 

Ein Exemplar des I. Etafs in der Albertina^ ein zweites war 
im Cabinet Durand, Wurde bei Fersrott mit 206 bolland. Gulden 
bezahlt und galt nach Jon schon mehrmal 20 Louisd'or. 



16S. Bie Kuobtnbädkeriii: 

(H. 14, N. 144, S. 42.) 

In einer ebenerdigen Bauernstube von sehr bescheidenen Di- 
mensionen sitzt gegen links gewendet eine stattliche Matrone im 
Küchencostume im niedern Lehnstuhle. Ihr Kleid, unten mit einem 
Doppclbande umsäumt, reicht bis auf den Boden. Sie hat ein mit 
Pelz gefuttertes Leibchen ohne Aermel an und zum Schutze der 



197 

langen Aermel ihres Kleides bereits geflickte Ueberdrmel ange- 
^EOgen, die am Oberarme befesügt sind. Ein weisses Tuch liegt 
unter dem Kinn eng am Halse an und läuft auf der Brust in eine 
Spitze aus. Ueber das die Ohren deckende Häubchen ist ein 
weisses Tuch gebunden, das den Kopf ganz verhüllt, so dass von 
dem Haare gar nichts zu sehen ist. Den Leib deckt die bis an 
die Kniee reichende Schürze vrm grobem Tuche ; an ihrer linken 
Fliirte fiflngt die grosse Geldlasciie und d ininter zwei Schlüssel 
neben der Stnhileline herab. In der rechten, auf dem Knie ru- 
henden Hand halt Me das in die llulie gerichtete kurze Kilchen- 
messer, mit der Hand des auf der Sesselielme aulliegenden linken 
Arms eine Art Tuch oder Küchenfetzen, um damit den heissen 
Stiel der Braipianne zu fassen. Sie macht mit Kopf und Augen 
eine Bewegung nach rechts, gleich als hüre sie ein Geräusch. Zu 
ihren Füssen links steht neben einem kleineren ein Piachtiger 
Topf mit entsprechendem Kochlüflcl, der viel jener köstlichen 
Flüssigkeit birgt, die das Material zu den schmackhaften PfanneD- 
kttchen liefert , welche in der oberhalb eines prasselnden Feuers 
auf einem Dreifusse aafgepllanzten BraLpfanne ins Dasein gerufen 
werden und dem Jungen so trefflich munden, der seelenvergnügt 
rechts auf einem Schämet neben der Matrone alzU und einen der- 
selben, wahrscheinlich den jiingstgeborenen, eben in die Arbeit 
nimmt. Sein von Gesundheit strotzendes Gesicht venrSth so iiel 
Zufriedenheit, dass man den Knaben um diesen Seelenzustand fast 
beneiden mochte. Er blickt Einen mit beiden Augen offen an und 
sitzt artig, fast mit Anstand da. £r hat eine Pelzratttze ohne 
Schirm auf, um den Hals den hervorstehenden Hemdkragen; der 
Rock ist vorn mit einer Reihe Knüpfe besetzt, die aber, wie sich 
von selbst versteht, nicht sämmtlich functioniren. Um den Bauch ^ 
hat ihm fremde Vorsicht ein schlitzendes Tucli geschlagen , damit 
sein Gewand bei der Kuehrnverlilgung sich nicht auch mit eiuigeu 
Fettflecken betheilige. Die Beinkleider sind kurz, reichen elw:is lüjer 
die Kniee und sind, sowie der eine Ellenbogen, durch aufVon ihle 
grosse Flecke bereits ehrenvoll ausgezeichnet. Die Schuhe, am 
Riste zum Binden, scheinen neu, denn sie iiaheu noch Form und 
sind nicht zerrissen oder geflickt. Von dem (ierausche, das die 
alte Frau beschäftigt, hört er nichts, denn er blickt nicht uui und 
seine ungelheiltc Aufmerksamkeit ist dem leckern Bissen zugewen- 
det, den er m den Händen heilt. Links, der Matrone zur rechten 
Hand, sitzt ein belagler Manu mit wenigem, ganz kurz verschnit- 
tenem Haar, Schnurr- und langem ins Viereck verschnittenem 
Kinnbart und magerem tt»rk gefurchtem Gesichte. Er bat Knie- 
bosen an und einen offenen Leibrock ohne Kragen, daninter das 
Wamms und um den Hals ein weisses Tuch; der breilkrämpige 
Schlapphut Hegt auf seinem i*echien Knie. Er bat sich, wie das 
Alter es gern thut, auf einem niedem Lehnstuhl recht nahe an 



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198 



das Feuer gesetzt. Die Pfannenkuehen scheinen ihn wenig zu 
kümmern, desto mehr aber die gestopile Kollnerpfeife in setner 
rechten Hand. Er feuert sie mit einer Kohle an, die er sich mit 
der hnkeo Hand mittelst einer langen Feuerzange aus der Gluth 
geholt hat. Hinter ihm steht eine junge Frau in Vorderansicht 
mit einem vor ihr am Boden stehenden Kinde, dessen Gfsichl man 
nur sieht, sowie die rechte Hnnd, mit der der Muff im- einen an- 
gebissenen Kuchen reicht. Sie hat ein niederes Leit)chcn an und 
auf (h'rn \\i)\A'r ein «'inrnches ll;ln])clien, unter (h^ni das Haar etwas 
in Lnurdruinir licrvorsiehl. Der Kragen nnf der linist ist am Halse 
offen, di(; Aei luel des Kleides kurz. Sie hat den Kopf ge^ren rechts 
«jt^wnulet lind sieht sich wie Ix'iiollcn nach einem nicht mehr 
ganz jungen Manne um, der im Hinteigrunde durch den geöff- 
neten oberen Tliiiiflilgel in die Sinhe blickt, wobei sie die linke 
Hand Uiiwillktn lic Ii in die Höhe hebt. Der ZudringUche hat offen- 
bar schon getrunken, denn sein Gesicht verrüth Weinseligkeil, der 
Filzhut sitzt ihm schief und fast verwegen auf dem Kopfe, uad 
indem er ihr schmunzelnd mit der linken Hand ein sehr hohes 
Trinkglas zeigt, scheint er sie einzuladen, auch mit ihm eiaeo 
Sehluck zu thun. Der ganze Raum der engen Stube ist derart 
mit Gegenständen angefüllt, dass es unmöglich wäre, sich darin 
zurecht zu finden, wenn man dabei nicht systematisch zu Wellie 
ginge. Wir wollen daher mit der linken Seite beginneD und zur 
rechten übergehen. Auf der linken Seite also oberhalb des Feuers 
am Boden der ungedielten Stube, wo in der unteren linken Ecke 
neben einem Feuerbock etwas Brennmaterial und eine zerbrochene 
Thonpfeife liegt, sieht man den Kaminmantel mit einem Stück 
2eug ringsum drapirt. Auf einem kleinen Gesimsbrettchen steht 
^ ein Buch mit Clausuren und eine Büchse mit einer darüber ge- 
b'i^tcn Hulhe; an der Seite bftnnft ein Zopf Zwiebeln, oben zwei 
stalllichf Schinken und an der Wand eine alle irdene Lampe. 
An der Decke ist ein Brett befestigt, niif dem Stricke, Säcke, 
einiy(; Schinken und eine grosse Ijleciii riic und ^ifeeffnete Slall- 
laterne liegen. An der Seite iiängea zwei liiindel Flaclis herab. 
Die den Iliiitergnind bildende Waud enthält den Raum für die 
Sehl ! N ile mit einem Vorhange. Obenauf liegt eine grosst; 
Sch«n liii 1 und einige nicht ganz deutliche Gegenstände. Lnniilt'l- 
bar dar.in stösst die Thür mit hölzernem Klappenschloss, oben mil 
einer Mauernische, in der eine viereckige und eine runde halb- 
gefüllte Flasche steht.. Der obere, ein Fenster vertretende Thür- 
Hügel ist gedfTnel und zeigt hinter dem bereinlngenden Hanne die 
Aussicht ins Freie mit einem Gebüsche. Die Wand rechter Hand 
lässt oben einen seichten Wandsdirank sehen, der mit einem höl- 
zernen Reiher geschlossen wii'd, und auf demselben einen zuge- 
deckten Korb. Unter diesem Schranke hängt ein Küchenfetzen, 
zwei bauchige Killge und darunter drei Kochlöffel. Dann korooil 



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199 



das Fenster, in dessen V^ertiefmii: ein Kiichculeiichler und ein 
Salzfass stellt. Unterhalb desselben ist ein niederer Kasleu ange- 
bracht, auf dem eine Thonpfeife nebst einem Papier mit Tabak 
liefet. In der Ecke rechts steht im Sriiatlen eine ordinäre Rntik 
uihI (larour ein Spinni'ad. Dieses ist mit tniem Tuche venle* kl, 
uiiltr dem eine grosse Katze mit geüHnelem Haehen, gespitzten 
Uhren und weit anfgesiireilzleu Augen hervuiMcht. Am Boden, 
gegen die Mille des Bialles zu, steht ein und'angreicher bancliiger 
inlener Krug, an den sich ein SchalT anlehnt, dann eine Rein mit 
boizernem Deckel, ein kleiner Uaodbesen ohne Stiel und ein 
groftser Loflel von Hols.- 

Die Hallung und die ganze Erscheinung der Bewohner dieses 
Baomes, in denen wir zweilelsoline eine zufriedene Familie, be- 
stehend aus Grosseitern, Tochter und Enkeln vor nns haben. 
Diachen den Eindruck von Leuten, die froher in ungleich besseren 
Verhältnissen zu leben gewohnt waren; namentlich Ids&t der Alte, 
der fast einem Spanier {gleichsieht, vemmiben, dass er ein Edel- 
mann aus guter Familie ist, der, wenngleicli sehr berabgekommen, 
dennoch nicht vergessen hat, aus welchem Blute er stammt. Die 
eflectvolle Beleuchtung geht von dem Fenster zur rechten Hand 
aus. Unten links gegen die Mitte zu die Worte: Com ViCsdier 
ho, et kulp, 

Höhe: 16^ Breite: 12" 10'". 

1. Ulme Adresse, bloss ini! flcm Kiliislleniamen r Com Vitscher 
Inv. et Cculp. Smilh uuLcrächeidet drei Varianten dieses Zu- 
standes und macht daraus seine £lal's 1 — III mit folgender 

Angalx; : 

1. Vor den krcuzstrielien auf dem llalsiiKlie der allen 
Frau und auf dem Haare des allen Mannes. ' 

U. Mit diesen Kreuzstrieben, aber vor jenen auf der hnken 
Han<l der allen Frau. 

III. Diese Kreuzstriebe befinden sich auf der linken Hand 
der alten Frau. 

Alle diese Zustünde tragen den Namen des Stechers* Ich 
halte keine Gelegenheit, derlei Alifiriicke sn sehen und mit 
einander zu vergleichen, bin daher auch nicht in der Lage« 
die Richtigkeit dieser an sich nicht ^.wt denllichen An^^nhen 
zu eonstatiren, weshalb mir nur eriilirigL, dieser Bemerkung 
Smith's einfach Rrw.'ihnunf^ zu ihiin. 

Ein kostbares Fxem|"Iar dieser AlMlnirksgattung besitzt 
<lie AlbeHina; es stainiiit ans dem Cahitiel Eduard Durand, 
dessen Marke dieses lilaU auf der Vorderseite trägt. 

IL Mit der Adresse des Clcmcndt de Jonghe. Dieselbe siebt 
zwischen den Worten des 1. ^lai's und dem Feuerbock. 



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200 



Die Schrift lautet folgcndennassen : Clemendi de Jonghe esc. 
Com ViCsrher luv. et Cculp, 
Iii. Mit der Adresse des ^icolaus Vtsscher genaii an der Stelle 
der lieransgeiionmiencn des Ciemendl de Jonghe. Die Sclinll 
laulel: JS'; ViCscher exc. Com ViCsrher luv. el Cculp. Die 
Plaue ist sehr abgeuilUl, die Ahdrüclie werden malt, safit- 
und farblos, 

IV. Die obige Adresse isl herausgenommen und die Stelle, wo 
diese stand* mit neuen Strichen Oberlcgt, der Name des 
Künstlers aber ist stehen gei)Iieben. In dieser Beziehung 
gleicht der Abdruck dem I. J^tol, nur mit dem Unterschiede, 
dass die Linie, welche den schrägen Rand des Brettes am 
Boden, in dem Visseher*s Name angebracht ist, bildet, und 
die im I. £tal schrüg gegcu rechts aufwärts geht, durch , 
das Uerausscbleifen der Adresse N: ViCscher exc. unter' 
hrochon wurde, so dass es erscheint, als sei das Brett an 
dief^cr Stelle ausgefault oder herausgebrochen. Die gnnze 
Platte wurde von Hasan dem Vnlcr überarbeilet niid 7\var 
mit irrnssem Geschick. >I.ui Itenierkl die Punkte der UelDin lie 
in dem (Jesichie der alten brau und des ncl)en ihr sitzemkri 
Knnbcii, die Iniher nicht da waren. L'eberhnupt sind die 
Schalleü verstärkt, wodurch die (iepensälze von Licht und 
Schatten greller und weniger vennilltdt hervortreten. Ich 
erwähne nur beispielsweise die dtiukle Seite des Gesichts der 
alten Frau, namentlich das rechte Auge, die Nase und den 
Schlagschatten, den diese gegen das Kinn zu wirft, ferner 
das Gesicht des Knaben, so wie die Schatten ihrer Kleidung, 
namentlich da, wo sie schmal und tief sind. Ueberhanpt 
sind die AbdrBcke kräftig, aber nicht glünzend. Eine Ab- 
bildung der oberwähnten BrettsleUe findet man im zweiten 
Bande der Anleitung zur Kupfers lichkunde von Adam BarUt^* 
Wien, WaUithaueser. 182t. 8^ und zwar auf der Tafel XI. 
Figur 126. 

Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht unbemerkt lassen, 
dass Adam Bartsch irrt, wenn er diesen £tat als den III. 
angiebt und die erwähnte geänderte Form des Bretts dadurch 
entstanden sein lässt, dass die Adresse Ciemendl de Jonghe 
exc. herausgeschliffen wurde, indem zuverlässig die I?ernus- 
nahme der spateren Adresse .Y: ViCscher exc. daran Schuld 
trägt, der fniglidie /Clat somit jedenfalls der IV. ist. 

Smilh erwähnt in seinem Katalog' eines fllaCs^ den er 
als den fünften bezeiclinel, mit der A(hes>c J. (Jan?) Visscher 
an der Stelle j<?nor des Ciemendl de Jonghe; ich bekam 
denselben nie zu Gesicht, auch fand ich ihn nirgends er- 
wähnt, weshalb ich ihn auch in die Beihe meiner Miafs 
nicht aufgenommen habe, da ich eher eine Verwechsluag 



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201 



mil der Adresse Nicolaus Visseher zu vennalhen ge- 
neigt bin. 

Zur Geschichte der Platte diene noch, dass sie am das Jahr 
1730 der Kunsthändler Ottern in Amsterdam besass und dass sie 
später in den Besitz Bosm's überging. Es giebt eine Copie von 
J, GoU in Scbwar/kunst und eine verkleinerte von der Gegenseite 
ohne Namen; auch kenne ich eine zweite verlileinerle Copie dieses 
Blattes von G. Seuter gestochen, mit der Unterschrift: Le diner 
des gcns de vilhge en UoUande» Die Originalzeichnung war im 
Cahinet 0\iß<in. 

Em E\« iiiplar voi det Adresse ClemmU de Jongke galt bei 
Verstolk 125 hoüiuid. Gulden. 



163. Der SeliUttMliiihl&iifer. 

(H. 23, N. 148, S. 79.) 

Das Innere einer holländischen Baueruschenke üfTnet sich dem 
Blicke und beherbergt eine Gesellschaft, die sich auch mitten im 
rauhen Winter ihr Dasein angenehm zu machen weiss, denn Be- 
haglichkeit spiegelt sicli auf allen G(»sichtern. Hechts nn der 
Wand erhebt sich einem Throne f:lri( h der mächtige kaiiun und 
ist der Gegenstand allü'ineiner Aiifinrrksninkeit und Theihudime. 
Ein brennendes Scheit iiuiz unterhiÜL eine wohlthnende Wärme, 
welche die ümhersilzcnden mit Behagen anl sich eniwirken lassen. 
In der Nähe des Feuers steht ein iieollneler hanchiger Krng, vorn 
liegt die grosse Feuerzange. Der vorspringende, auf einem Balken- 
viereck ruhende Uauchfang ist am Rande mit einem Tuciie drapirt 
und trägt an seiner vordem Seite eine Bratpfanne, einen Garn- 
winder und damnter eine Ruthe, die schon stark im Gebrauche 
war; rechts an der beleuchteten Wand ist ein Brett angebracht, 
auf dem zwei Octavbände stehen, auch sieht man einige Blätter 
Papier; der runde Gegenstand im Winkel lässt seine Bestimmung 
nicht deutlich erkennen, wenn er nicht etwa das Tintenfass ist. 
Unter dem Brette steht mit Kreide geschrieben die Zahl XVIII 
daneben hängt am Nagel die Stalllaterne mit einem Stricke, rechts 
stecken zwei Thonpfeilen zum Gebrauclie der verehrten G<lste, 
tiefer unten hängt das viereckige hölzerne Salzfass mit einigen 
KochliUreln, und noch tiefer die oben abgerundete Rechentafel des 
Hotelbesitzers, deren unten abgebrochene Ecke von langer Be- 
nutzung zeugt, l'ni das Feuer herum sind neun Personen grnp- 
pirt. Rechter Hand steht ein Mann, der eine Schlittsehuhparlie 
gemacht hat; er ist in V^ordeiansiclit gegen rechts gekehrt. Sein 
Anzug ist für eine solche Enterhaltung ziemlich lufiii?, denn ausser 
einer Weste, die noch dazu nachlässig zugekuoptl ist, emer Jacke 



2U2 

uud seinem Rcinkh id«* hat vv nichtH, wis ilin best)uders wnrüUMi 
kniinle. Au eleu Fiiss>eii tnigl er Schuh«' und Stnimpfe, aul deui 
Kupt'e hat vv einen spitzen lint mit sehmulei Kiiimpe, um deo 
Hais genial ein Tuch ^'i'lunuh'n , vorn an einem Stricke um den 
Leib hängt die leere Me>s4 i>cheiilc. Das GesichL ist glatt rasirt, 
nur unter der Nase sitzt ein schmaler Schnurrbart. Ihn liiert, er 
hat den Rücken gegen das Feuer gekehrt und die H^nde auf den- 
selben gelegt, damit sie sich erw,1rmen. Den Kopf hat er gegen 
links gewendet uud spricht mit dem Nachbarn« der auf dieser 
Seite auf einem niedern Surohsessel »liL Um Hunger und Durst 
gründlich bekämpfen zu können, wurde ihm der unter dem 
Fensler stehende primitive viereckige Tisch zur Hsifte mit einer 
Art Tischtuch gedeckt und darauf ein tüchtiger Schinken gestellt, 
nebst einem länglichen Laib Brot. Die WalTe, mit der er beiden 
zu Leibe geht, sein eigenes Messer, Hegt daneben. Was den Durst 
betrifft, so hat er Grosses im Sinn; dies kann man aus dem Um- 
fange der Kanne scbliessen, die er neben der Thonpfeife vor sich 
auf den (heibeinigen niedern Holzslidü gestellt liat, um ?ie gleich 
zur Hand zu haben. Hechts neben ihm sitzt, fast am Hoden, ein 
Jnn;;e mit einem nierlern Hnte gegen das Feuer gekehrt, um sich 
gleichlails zu warmen, linker Hand liegen die SrhÜdsciiuhe. Der 
Mann znr UnkcTi . *'ine riuide Gestalt mif jovialem Gesichte, dem 
das sciunale St luiurrljarlchen nicht übel steht, sitzt auf einem iie- 
i*eils (hn rhijesesseneu Strohsessel tmd ist gegen rechts dem Schlid- 
schnhlaultM zugewendet, nnl dem er spricht, utdiei er die rechte 
Üand mit *ler Tlionitfeire auf das reclite Knie legt. Auf dt in Kopfe 
sitzL der Schlap|dnit mit Ureiter Krämpe, um den Hals ist lose ein 
Tuch gebunden, am Leibe liat er eine Jacke ohne Aermei an 
und darunter das Wamms, dessen Aermei kleine schräge ScbliUe 
zeigen. Er hat Kniehosen, an den Füssen starke Pantoffeln und 
am Bauch eine Schürze vorgebunden, so dass man in ihm fast 
einen Schmied, oder etwas der Art veimuthen k5nnte. Neben ihm 
sitzt ein zur Hälfte geschorener Bologneser am Boden, gegen links 
gewendet. Linker Hand sitzt auf einer Art kleiner Kiste gegen 
rechts gekehrt eine altliche Fi an, mnthmasslich die Wirthin, mit 
einem weissen Tuche auf dem üopfe, einer umgebundenen Schürze 
und der Geldtasche an der rechten Seite; sie hält ein niederes 
gefülltes Glas in ihrer rechten Hand, und in der linken, um es 
zu erw.ii mcn, das linke Hiindclien ilires Tüchterchens, das mit der 
Mutter ganz gleich costumirl neben ihr steht und von vorn zu 
sehen ist. Die Frau sielit i'inen Mann rin . der an ihrer linken 
Seile anl einem mrd» i n Stuhle sitzt, ge^en rechts gewendet ist 
uml mit ihr spricht, wobei er den Kopf ihr /uwendet. Er hat ein 
ziendich ordinäres Gesicht mit einem sclmiaieii SchniuTbarle. Auf 
dem K(»pfe sitzt ein holn r Filzhul, der aber nichts dazu beilr^igt, 
ihn schöner zu aiaciieu, um den Hals zeigt sich cmc Art Krause 



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f 



203 



tind auf der rechten Achsel der umgeschlagen o Mantel, das Bein- 
kleid reicht his auf die Kniee, die Schuhe an den Füssen sind vorn 
geschlitzt, die linke Ilnnd ruht auf der Sessellehne, die rechte hat 
er aut (he Brust gelegt. Der Mann in dem Filz ohne KrMmpe, 
der hinter ihm sieht, in Vorderansicht zu sehen ist niid seine 
Pfeife in der linken Hand h^ilt, fofill ein driiifit'ndf'^ HiHlUrfniss, 
dessen Natur er dadurch am besten zu erk'Minen giebt, dnss er 
dem Heller in der Nolh zueilt, der in bescheidener Zurilckgczogen- 
heit, aber stets dienstbereit hnker Hand auf einem niedern Breite 
steht. iNeben diesem Manne rechts sitzen nocli zwei andere; der 
erste, mit einer weiten Mütze, bückt sich etwas vor und zündet 
seine Pfeife an dem Kohlenbehälter an; der zweite, ein lüirtiger 
Mann, gleichfalls mit einei Mütze verstdien, stemmt seine hnke 
Hand gegen die Wand, lialt diu reclilen Fuss ausgestreckt dem 
Feuer im Kamine zu, um ihn zu erwärmen, und dürfte vielleicht 
der Wirth sein. Der übrige Raum der hoben Stube bietet wenig 
Bemerken swertbes; linkei* Hand hängt ein Kasten an einem ein- 
fachen Flascbenzuge in der Luft, rechts sieht man im Dunkel auf 
einem Breite an der Wand eine SchQssel lehnen, unfern davon 
hangt ein Sack und ein Tuch tief berab, dann kommen mehrere 
hohe steile Stufen, die ziemlich hoch oben zu dem anstosscnden 
geftffheteti Räume führen. An der Decke, nahe dem Kamine, hän- 
gen drei Schinken mit Wachholderzweigen untermengt. Bechts in 
der Fenstervertiefung hängt ein kleiner hölzerner Kalig, darunter 
etwas, das fast einem Ochsenziemer gleichsähe. Auf dem Fenster- 
kreuze steht eine Kanne und unten auf dem Fenstergesimse eine 
Thonpfeife, ein Tuch und ein Päckchen, das man für zusammen- 
gehitndtine Schwefelfäden nehmen konnte. Neben dem dort ste- 
henden gedeckten Tische lehnt ein tüchtiger Stid)en])esen und ein 
Brett, unter dem Tische steht ei»i Str«ilikorb nnt Wäsche, ein Beif 
und ein irros^er P uitoffel, der imi seinen Kameraden trauert. Ganz 
im Vorgrunde liegt links am Boden eine Wage mit viereckigen 
hölzernen Wagsehalen und gegen rechts einige Steine, KiersrhabMi 
und Fragniente von Zweigen. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Höhe: 16" l'", Breite: 12" 10'". 

1. Vor aller Adresse, ja selbst vor den beiden Künsllornainen. 

II. Mit den beiden Kdnsllemünicn im ünlerrande links: Cor- 
neHu$ 4e Vi(feker SculpsU, In der Mille: Ad^. van Osiade 
PinxiL 

III. Mit den beiden Konsllemanien wie im II. EUU, dazu noch 
rechts: Nicolaus VUscher ExcudU. 

IV. Mit der Adresse von Clement de Janghe an der Stelle der 
obigen. 

V« Neuere Abdrücke aus Basan's Verlag. 



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204 



Der II. und IV. 6uu nach NagWs Angabe, der V. nach 
K. Weigel. Smith erwflbnt noch eines, wahrscheinlich einzigen 
Prohedrucks von der unvollendeten Platte niit folgenden Worten: 
Vor aller Srhrilt und vor Verstärkung der Schatten. Die Vorder- 
scilo <U's Kaiiiins gegen links zu ist bloss mit senkrechten und 
Huriz(»iilal-Lini»'ii beschattet. Die Diagonaltinien, welche sich vou 
rechts gegen links Uber das Ganze ausdelineu, kamen erst in der 
Folge hinzu. Ein Abdruck dieser Art befand sich ehedem in der 
Sammlung des Herrn Anton Stewart, aus welcher derselbe im Jahre 
1837 küuflich ond unmittelbar in das Cabinet des Barons VeirttoUe 
van Sodm aberging. Bei der Versteigerung dieser berübmten 
Sammlung im Jahre 1851 kam derselbe in die Hände der Herren 
Colmghi ^ Comp, und befindet sieb gegenwürtig im Besitze des 
Britischen Museums. 

Dieses Blatt kommt im Auctionskatalog der Sammlung Verstolk 
unter Nr. 1203 der III. Abtheiiung vor und ging um den ver- 
hällnissmässig niederen Preis von 180 holland. ntilden weg, und 
ein zweiler vor der Schrift um 85 Giihlen. Es ist in Uoilaad 
uuier dem Flamen De Schaatsmr\jder bckauuL 

164. Die Kachzügler. 

<H. 21, N. 165, S. 73.) 

Zwei Nachzügler haben am spaten Abend ein Bauembaus 
ttberrallen, um es auszuplündern. Das Haus steht linker Hand, 
ein von Ruthen geflochtener Zaun schliessl sich an dasselbe an 
und zieht sich schräg nach vorwärts. In Mitten des Blattes er- 
blickt man das begangene Verbrechen. Der Bewohner de- Hauses, 
ein knifliirfT Rnner mit dunklem Haar nn ! kurzem dirliii ni V'oll- 
bart, lie^^t getodiel am Boden, links neben ihm steht sein unglück- 
liches Weih mit einer weissen Haube auf dem Kitpfe; sie sieht 
ihren Mann \vchi\lagentl an und rin^t di< llande. Hinter ihr steht 
der Mürder mit einem vorn autge.slillplcn Schlapphute auf dem 
Kopfe« das tOdtende Eisen in der linken Hand und herrscht sie 
an, doch sie scheint ihn nicht zu bören und keine Empfindung 
zu haben tHr weiteres Unglück. Der Zweite, ein jüngerer Sohn 
des Verbrechens, hat mehr soldatisches Aeussere. Er tragt einen 
im Genick sitzenden Federhut, auf der Brust über dem Leibrock 
den Kürass, an den Füssen Schuhe und an der rechten Seite einen 
Degen; das Gewehr liegt auf der rechten Achsel auf. Er ist in 
Vnnh'r;My«^irh( , schreitet nnrli vorw,'(r(s, hat den Kopf nach rechts 
gewendet und scineit das Paar Pferde, den Preis der Helden litat, 
an, welches er mit der linken Hand am Haliterstrick von dannen 
fuhrt. Das hinten schreitende Pferd ist an den Schweif des 
vorderen gebunden, spitzt die Ohren und weicht, wie betrofleD, 



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205 



dem Leichname seiues bisherigen Herrn aus, an dem es auf seinem 
Wege vorbei muss. Rechter Hand schliesst ein Gebüsch den 
Raum ab. Um das Maass ihrer Bosheit voll zu maclien, haben 

die beiden Ehrenmanner zum Dank für die geraubten Thiere den 
Zaun des Gehöl'les in Brand gesteckt. Die Flamme pr,is?e!t hoch 
enipur und wird das nahe Dach des Hauses bald ergrillen haben; 
sie heleuclitet grell die ganze Sceiie, im (legensnize zw dem sanften 
Lichte des vollen Mondes, der oberhalb des riebilsches am Firma- 
inente schwebt und der stille Zeuge jener Grauelthat ist. 

Im Unterrande links: P, D, Laer pim, iu der Mitte: Com. 
ViCscher fecä. 

Höhe: 13" 7'", Breite: 10" 11"'.* 

i. Vor der Schrift. Ein solches . Exemplar auf der Albertina, 

in einem Ahdrncke, wie ninn ihn niclil schöner mclir sollen 
kann, hat im nnleren schmnlcn Hände mit vergilbter Tinte 
von aller Hand die Wortr t'psrliriebcn, links: p, vaw Laer 
piNX. rechts: Com. Vitscher fecU aqua forti, 
II. Mit den i)ei(lLMi Kilnstlenianien , n.lmlich liiUis: P, D, Laer 
pinx. in der iMiUt^: Corn, ViCscher fecil. 

Basan hesass die Platte und veranstaltete ne»iere Ahdrficke 
derselben. Dieses Blatt, sonst auch der Kric^:. Le chiir de lune 
genannt, ist ein Gegenstück von Nr. 165; Die ruhende Heerde. 

165. Die ruhende Heerde. 

(H. 22, N. tee, S. 72.) 

Eine Heerde, bestehend aus zwei Kühen und drei Ziegen, 
Iigert im GrOnen unfern des Gebüsches zur rechten Hand. Alle 
haben sieb bereits behaglich niedergelegt, nur eine der Kühe, gegen 
rechts gewendet, steht noch aufrecht Linker ■ Hand erhebt sich 
am Ende eines Ruthenzaunes ein laubamner Baum, der sich nahe 
am Boden in drei Stfimme tbeilt, einen davon aber eingebttsst hat; 
dieser ist schräg abgesügt, so dass der Schnitt eine schiefe Fläche 
bildet. Bei diesem Baume steht gegen rechts gewendet der Hüter 
der Thiere in Gestalt eines zerlumpten Hirtenjungen mit Schuhen 
an den Füssen und einem krämpenlosen Filzhute auf dem Kopfe; 
rechts steht die Hirtin, beide in Vorderansicht. Der Junge lehnt 
sich mit dem rechten Ellenbogen nn den abgesagten Baumstamm 
an und stützt seinen Kopf in die Hand, die hnke Hand streckt er 
gegen rechts aus und deutet mit dem Zeigefinger auf irg< nd etwas 
hin. Die Hirtin, die stetien geblieben ist, theiJt seine Aulmeiksam- 
keit und richtet ihren lilick gieichlalls nach dem Orte, den der 
Junge mit seinem Finger bezeichnet; sie trägt in der linken Hand 
einen Gegenstand, den man aber wegen der vorsiehenden Kuh 



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■ 



2t)6 



nicht sehen kann , und hebt mit der rechten ihr Kleid etwas in 
• die Hohe, den Hals hat sie bloss, das Haar in ein Tuch gebunden; 
ihr mit Federn geschmückter Hut sanimt Feldflasche liegt neben 
dem S>( liär('rslabe etwas gegen links im Vorgrunde. Der Schäfer- 
hund des Jungen steht, von rückwärts zu sehen, links neben dem- 
«ribcn und dreht seinen Kopf nach links. Im Hintergründe öffnet 
siel) die Aui^icht auf eine Kheiie, (irr Himmel ist etwas bewülkl, 
die BcliMirlihmg kommt von der recliten Seite. 

Im l irimde die Worte, lin|is; P. D, Laer, pinx. in der 
Mille: Co/ Vifsclier fecit. 

Höhe: 13" 5"', Breite: 10" 11"'. 

I. Vor den beiden Kflnstlernameo. 

Ii. Mit denselben, wie oben, nümlieh im Unterrande links*. 
P, Laer, pinx, in der MiUe: Com. ViCecher feeU, 

Basan besass die Platte and veranstaltete Abdrücke davon. 
Dieses Blatte sonst auch ber Friede, von Smith The Mornmg ge- 
nannt, ist ein Gegenstück von Nr. 164: Die Nachzügler. 

166. Die Schmiede. 

(H. 34, N. S. 77J 

Vor einer Schmiede, deren oll'cne VVerkslatte sich durch (h> 
tlber derselben an Schildes statt angenagelte Mufeisen als solche 
zu erkennen giebt, wird ein Pferd am linken Hinteiinss l)e.scblageD: 
CS ist lichter Farbe, gesattelt und gegen rechts gewendet, quer 
über dem Sattel liegt der Mantel. Ein Mann mit spitzem Filzüut, 
mit heruntergeschlagener, rückwärts tief herabli an^eiidei kränipe, 
Kniehosen, Schuhen und Strümpfen hat das rechle Bein vorgesetzt 
und htfit mit beiden Händen den Huf des Pferdes, an den der 
kräftige Schmied im Hut, dem Hemde mit aufgestrecklen Aermeln 
und dem umgebundenen Scburafell mit tüchtigen Hieben , die er 
jedoch mit der linken Hand fjlhi^t, das Eisen zu befestigen bemQbl 
ist, in seiner ThStigkeit aber etwas mehr Eifer als nOlhig ent- 
wickeln mag, weil das Thier so stark die Ohren zurücklegt Neben 
dieser Grup[»e zur Hechten steht, eine zweitheilige Peitsche in der 
linken Hand hallend, der Herr des Pferdes im fteitercostume, mit 
rundem breitkrämpigem Hute, weiten Beinkleidern und faltigen be- 
spornien Beiterstiefeln bis an das Knie, den langen Degen »btT 
au der rechten Seite. Er spricht mit einem zweiten Herrn z» 
rierde, der gegen rechts gerichtet einen kleinen Sclinnrr- uiifi 
Knel)e!bart tr^igt, attf dem Kopie euicu grossen an den Seiten aiil- 
geslülplen Filzlnit mit einer Feder aufhat und etwas vorgebeugl, 
sich mit dem recliten Vorderarm auf den Hais seines Pferdes stillzl. 
Innerhalb der Werkslätte sitzt, vom Huckeu zu sehen, ein Maun, 



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207 



auf der Slrnsse neben der M.iiier ziisammeiigekaiierl liegt ein Hund; 
rechter H.uid bildet ein niederes Gebünde mit eiuem Kamine und 
einer geöffneten HausthUre, jedoch obne Fenster, den nahen Hinter» 
gnind. Heber das flache Dach sehen die Spitzen von vier Bfitimen 
Lervor. Ein kleiner Knabe mit der Gcrie in der linken Hand 
reite! auf seinem Steckenpferde eben zur TJiüi- lierans, b^'cleiie! 
von seinem ÜUudchen, das sich um ihn in iusligen Sprüngen 
berunitieilit. 

Oben in der linken Ecke die Worte; p. d. Laer p. mmw 
Höhe: 1" 5% Breite: 10" 6*". 

I. Ih r besehriebene, mit den obigen Worten. 
II. Mit diesen Worten und der Zuld 4 unten» rechter Hand. 
iSmilh.) 

« 

Galt bei Ventolk 12 hollSnd. Gulden. Im Cabinei de$ Grafen 
Harraeh, fand ich ein Exempl.tr, wo im oberen rechten Eck und 
zwar ausserhalb des Stiehrandes sich der Buchstabe e befindet. 
Von der Zahl 4 des 11. Etat's konnte ich aber nichts entdecken. 
Ich gebe meine Wahrnehmung ohne bestimmen zu kOnnen, %vel* 
chem Etat diese Abdrucksgattung angehört. 



167. Der StaU. 

(H. 33, S. 76.) 

In einem Räume, der zum Stalle dient und dessen nirk- 
wärtige Wand einen grossen Bogen bildet, sind zwei I'ierde 
eingestellt. Sie stellen gegen links, das vordere frisst von dem 
Heu, da» in der Ileuraule hegt, die in Gestalt einer Leiter au der 
Wand angebracht ist; das nlckwSris siebende, von dunkler Farbe, 
sirahll. Der Fntterlrog ist gemauei t und sieht mit dem kleinen 
Gewjilbe, aul dem er ruht, auf den ersten Blick einem Herde 
gleich. lU-ehler Hand liegen gekreuzt am Boden Stallbesen und 
Mistgabel, daneben die umfangreiche Mistschaufel. Durch die 
ßogenOfTnung hindurch blickt man auf den mit einer oben stark 
Tei^lieoen Mauer abgeschlossenen Hofraum, und geradeaus durch 
die Oeffnung des Hausthors ins Freie, wo man den Abhang einer 
Anhöhe sieht. Oberhalb des Thorbogens hangt ein Muttergottes- 
bild in viereckigem Rahmen. Im Hofraum steht, von rückwärts zu 
sehen, ein knochiger, magerer Gaul, den der rechts stehende Stall- 
junge sattelt. Die Beleuchtung kommt von oben rechts. Oben 
im Stalle linker Hand auf dem lichten Theilc der Wand rechts 
neben der Fensteröffnung die Worte: P. dt Laer Finxit Rom 

Höhe: 10' iV'\ Breite: 14" 5"'. 



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208 



I. Vor aller Schrifl. 

II. Mil den Worten neben dem Fensler rechts: P, dt Idur 
Pinxit Home olinc Ad res s»^. 

Iii. Mil der Adresse von F. de W il, nJimlicii mit <1( u Worten 
im Inlerrande in der Mille: l' AmClerdamj gedruckt hy FrC' 
derick de Widl, voor aan inde Calvertlrael by den Dam, 
Inde Wille Pas-Caarl. gaaz reclUs am Rande: I 

IV. Unten rechU: P, Schenk Ese. (A. Weigel.) 

V. Die«e Adresse zugelegt. 

T)ipses Blail ^ohürt nach Rudolf Weigel zum Cabinct de Reymly 
komuu aber im \ erzeichuisse des Katalogs Winkier nicht vnr. Die 
Plane kam in den Besitz Basans; es giebt auch spatere Ahdriicke. 
Bei Sagler komml dieses Blatt nicht v«ir, wahrscheinlich wurde es 
von ihm bezwcirell und daher ausgelassen ; nichts destoweniger 
ist es gewiss, dass dasselbe eine Arbeit Com, Visscher's ist Siebe 
die Anmerkung il. 



168. Der Chirurg. 

(H. 29, N. 154, S. 66.) 

In der ungedlelten Slobe eines Bauemdoctors, die ausser 
einer von der Decke hcraldiangenden glUnzenden Kugel an den 
nackten kahlen Wänden keinerlei Verzierung sehen lässt, wird ein 
Verband angelegt. £io Bauer, der Arzt und eine Bäuerin sind 

die handelnden Personen. Der Patient in der Person des Bauers 
silzf recliter Ilaud gegen links gewendet auf einem plumpen, nicht 
duK I) die kunstferiiire Hand des Tischlers, sondern von einem 
Zimmermann roh zusaininenirenigten Sessel mit einer Uück« nlclme, 
dessen Vorder- und rilckwartige Fftsse durch Bretter verlnuiden 
sind. Das Haar isL dicht und ungekaaunt, der Schnurrbart klein, 
die Kleidung äusserst ärmlich , am linken Ellenbogen mit einer 
grossen klaffenden Wunde, welche die Woblthat der rettenden 
Nadel noch nicht empfunden hat An der Sessellehne hangt seine 
Kopfbedeckung, die aber so unbestimmt in der Form ist, dass 
mau in Verlegenheit kommt, ihr einen Namen zu geben. Unten 
am Fusse des Sessels steht der umfangreiche schiefgetretene Schuh 
des leidenden linken Fusses, der auf dem Riste eine Wunde zeigt 
und auf einem ;i!s SehHmel dienenden finckslock ruht. Der Patient 
hebt ihn mit der unter das Knie'.'elenk gelegten linken Hand und 
hält ihn mit der rechten an Ferse und Knöchel vorsichtig in der 
für den Arzt bequemsten Lage. Der Schmerz mnss ein grosser 
sein, denn er malt sich mit starken Zügen in der Miene des armen 
Hannes, der den Aeskulap mit jammernder Stimme zu bescbwürea 
scheint, ihn ja schonend zu behandeln. Der vor ihm auf dem 



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209 



rechten Fiisse knieende Arzt hat um das Kinn herum ehvas stnij»- 
pigen uii(i verwiltlertoti Hncf . anF (Irrn Kopfe e\ur wulstige Mütze, 
einen kurznn Rock am Leibe, lan^'c Heiukleider iiiiH Scliiihe bis 
an die Kuochel niii gewaltig dicken Sohlen. Er fassi (ien kranken 
Fuss mit der rechten Hand und hebt, wie es sclieint, mit der 
linken das i'llasier weg, so dass die Wunde sichtbar wird. Hinter 
dieser Gruppe steht in der Mitte der Tisch, eigenthch eine Reihe 
Ton aneioander gefugten Brettern oder Pfosten, mit einem darauf 
bdestigten schmalen aber starken Brette, auf dem eine Sonde und 
aDder»* Meiner Apparat des HeilkUnstlers neben einem Kohlen- 
behälter liegt. Die SliUche Bäuerin sitzt hinter diesem Tische, hat 
über den Kopf ein Tuch gebunden und sieht dem Beginnen des 
Arztes ängstlich und theilnehmend zu, während sie mit der rechten 
Hand ein präparirtes Pflaster ül)er dem Kohlenfeuer warm erb;ilt. 
damit es sofort autgelegt werden könne. Rechts, hiiitfr dem 
Stuhle des Patienten, stehen zwei gewaltige, bauchige, üben ver- 
bundene Flaschen. Hoch oberhalb deiseliien zeigt sich, jedoch 
ohne die niHideste Sjun* eines Fensleis, die viereckijje OefVnnng 
in der Mauer, welche der Stube Licht und Luft zutidni und die 
Aussiebt ins Freie gestattet , wo man das Laub zweier Bäume ge- 
wahr wird. Linker Band des Blattes ist es erlaubt, durch die ge- 
ölfnete Thilre einen Blick in den gebeimnissvoUen Raum des an- 
stossenden Laboratoriums zu werfen, in welchem der ziemlich 
dicke und etwas ungestaltete Famulus mit der umgebundenen 
Schürze, jedoch leider nur von rückwärts, zu sehen ist. Die doji- 
pelte Reihe Bretter an der Wand mit den darauf stehenden zahl- 
reichen Büchsen, Flaschen und Gläsern lässt auf eine ausgebreitete 
Praxis und starlien ßedarl an Medicamenten schliessen. Die Be- 
leuchtung konuni von <]er rechten Seite. 

( nten inneriiaib des Stichrandes stehen die Worte, hnks: 
Brouwer püiwü. rechts: Con*, Vifscher fedt. 

Höhe: 10" 7"', Breite: 13" 6'". 

L Vor der Schrill im Unterrande und vor dem Namen Brouwer 
linker Hand, nur mit dem Namen des' Stechers rechts allein: 
Com, ViCschw fecU, Die Platte ist noch nicht vollendet, 
da die Diagonallittien auf der Thflre linker Hand fehlen u. s. w. 

iSmilh.) 

Ii. Die Platte ist vollendet, die obcrwähnten Diagonnllinien sind 
hinziigcfügl u. ?. w., aber #ioch immer vor dem Namen des 
Malers lirouwer und vor der Unterschrift. (Smifh.) 

III. Vor der Pnlcrsclirifl, aber mit den beiden Küusllernamen, 
nämlich links; iirouwer pinwil. rechts: Com, ViCscher fecil. 

IV. Mit den beiden Künstlernamen wie im Iii. £laly dazu noch 
die Schrift im Unterrande in einer Zeile, jedoch abgesetzt, 
die Worte: Vre, feea, purga, cura CMrurgel doUtri, 



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210 



SentiM, a paUe»8, eü medieina dolor, Daninler rechts 
(las Wort; SoUdd das Mollo des Dichters. 

V. Mit den Worlen des IV. itaCs, dazu in der Milte die 

Adresse: Clement de Jonge Ecudit. 

VI. Mit der Adresse: J. Covens et C. Mortier Excudil iin der 
Slelie der obigen, die herausgenommen wurde. 

Id der SammluDg Fries befand sich ein Probedruck. Galt 
bei Verstolk in einem Abdrucke vor der Schrift 30, im III. Äof 
aber bloss 5 boUtfnd. Gulden. 



169« Der Hmterhalt. 

(H. 18, N. 168, S. 67.) 

Eine Kriegsscenc voll Bewegung und Leben. Man sieht links 
den Abhanij cinei Anhtihe, die gegen rechls zu abfdUt und fast 
die ganze Breite des Bialles einniinnit. Sie ist bewaldet, mehrere 
der Stämme sind bereits al^i^f sum Iteii. Am Fiisse dieses Waldes 
bewegiMi sieh gegen rechts m* hrere Wagen, m.iü kann deren drei 
zählen. Sie gehören einem Transporte an, der (hirch Ungarn 
escoiüil wird, und werden von einer Truppe überfallen, die sich 
unten an der Strasse und am Ausgange des Waldes oben in dir 
Vertiefung des Berges in den Hinterhalt gelegt bat. Die angrei- 
fende Partei trügt die allgemein übliche Soldatentracbt des dreissig- 
jfthrigen Krieges, ist gut bewaffnet und den AngegriOenen an Zahl 
weit überlegen. Die Ungarn sind mit Bogen und Pfeil, Schild und 
Säbel bewehrt und scheinen keine Feuerwaffen zu besitzen. Beide 
Tlioile sind sowohl zu Pferde als zu Fuss. In der Mitte des 
BI:if!es fenerl einer der angreifenden T^*'iter seine Pistole ^etren 
eiuea nach vorn daherspreiii^eiiden Tngarn ab; er ist gegen reclits 
g^'wondet und sein Pfrrd schlägt hoch aus, so dass er sich nm'iI 
ziinu U/iegeo muss und ihm bei der Heftigkeit des Rucks der 
Federhut vom Kopfe fällt; rechts vor ihm liegt einer der ungari- 
schen Reiter sammt seinem Rosse gelOdtet am Boden, den Säbel 
btlt der Tapfere noch fest in der Faust; unweit von ihm liegt 
aber auch sein Gegner gleichfalls todt auf der Erde und neben 
ihm noch ein zweiter getodteter Mann. Das Pferd des erschla- 
genen feindlichen Reiters sprengt herrenlos umher, man sieht es 
rechts ganz im Vorgrunde, unv^it des die Ecke bildenden Felsens 
gegen links daherrennen. Leber dem getüdteten Husaren sieht 
man dessen Cameraden in Vorderansicht. Sein Pferd bäumt sich 
und er zieht gerade den S.lhel, um sclireiend nach dem Manne zu 
hauen, der seinem PCerde in die Zügel l;( l illt n ist. Oberhalb des 
W'eges in einer Fclsenspalte, der Strasse eutlang, liegt eine Partie 
Soldaten versleckt. .Zwei der auseinander gesprengten Ungarn 



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I 



211 



suchen ilii* Heil in der Fiuchl und eilen die AnbOlie hii)an dein 
Walde zn, doch plötzlich erlieben sich ans dem Hinlciiialt die 
Köpfe ihivr Feinde und die Läufe der Gewehre hlitzcn iinlieimlicli. 
Es falleu Schüsse, einer der Fliehenden hegt zu Tode gelroifen 
am Boden, schmerzlicli aufschreiend, während der andere, Schild 
und Säbel in der Hiiiid, den Abhang wieder lienintereill. Dies 
giebt der Sache (\mi Aiisschltig. Von allen Seilen angegriffen, er- 
scheint jeder Widerstand erfolglos; man siebt rechts im Grunde 
den Rest der zersprengten Bedeckungsmannschaft entmulhigt in 
wilder Flucht davon eilen und die Wagen verlassen. Die Pferde 
werden angehalten und nur einer der Fliehenden schiesst noch im 
Cmdreben seinen Pfeil ii.uli den V^erfolgern ab; auch der sswei-' 
spännige Wagen linker Hand im Vordergrunde ist bereits verloren. 
Der Mann, der auf dem Handpferde silzl, wird von einem Sol- 
daten zu Fuss im Schlapphut und Slidpensliefeln mit der Pike von 
rückwärts herabgestorlien. Hinter dem Wagen stehen (hei andere 
Soldaten, zwei zn Fuss nnd einer zu Pferde. Der Heiter hat sein 
Faiistioiir und der eine Fussf,^;inger sein Gewehr auf einen Fngai-n 
angesrhlagen, der, den Scliild an dei* Ilechten und die Sireilaxt in 
der Linken, sich umsieht und entsetzt seinem Gefährten folgend, 
gegen links in das Dunkel des 'Waldes flüchtet. Der Himmel ist 
etwas bewölkt, die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 

Bemerkenswerth ist der Umstand, dass die mit dem Schilde 
bewehrten Ungarn dieses stets am rechten Arm tragen, die An* 
griffswaffe hingegen in dei- Linken fiilueu. Dasselbe ist auch bei 
den Angreifenden der Fall, die ihre Waffen auch in der linken 
Hand halten, und dürfte den Beweis liefern, dass Ftssder den 
Stich ohne Zuhülfenahmo des Spiegels unmittelbar naeh dem Ge- 
mälde gefertigt hat, wodmxh alle Gegenstände von der Gegenseile 
erscheinen. 

Höhe: 15" 1'", Brdle: 18« 2". 

I. Vor aller Schrift. Ein solcher Abdruck von htlobster Schiin- 
lieil befinclcl sich auf der Albertina und hat liidis im L'nler- 

- rande mit vergilbter Tinle geschrieben die Woi le : P De 
Laer pinxit Romw. \ J. de Visser fe 

II. Im Unterrunde links: P. de Laer Piudil Romae und rechts: 
/. VUscher tculp. (R. Weigel.) 

HL liü Unlerrande links: P. de Laer pinxU in der Mitte: 
C. Visscher FecU rechts: G. Valk ExcudiL 

IV. Diese Adresse zugcic^'t. (R. Weigel.) 

In der K.-St.-S. der Königin Marie von Sachsen fand 
ich einen AlMlruck, wo gar kein Name und auch keine 
Adresse vurkomml. entsteht die Frage, ob dieses nicht 
einen V. ^tat gicbl, wo alle Schrift im Unlerrande heraus- 

14 ♦ 

I 

I 

I 

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^212 

genommen M — oder, und im IV. £tat nebsl der Adresse 

such die zwei KünsUernaniPn gelilgl? — 

NR. rrir einen I. £lai isi mir der Abdruck viel zu saft- 
los und malU 

Dieses Blatt gebdrt in das Cabinet de Reynst. (Siehe die 
AnmerkuDg 11.) Basan besaas seiner Zeit die. Platte. Es giebt 

neue Abdrücke und auch eine gute Copie von B. Sfoopendael von 
der Gegenseite, welche die Adresse von Jitstu» Dmwkerti und in 
spateren Drucken jene von Hugo Allardt trägt. 

Nach flecquet und Nagfer gehürt dip<t'? Btatt zu pint i ge- 
schätzten Folp' von drei HI:ilf»M-n von P. mn Laer y zu welcher 
ausser dieser noch die .Numtuern 170 ,.Der Pistoiensrlin««'' und 171 
..Der grosse Kalkofen" gehören. Smith ist gleirfier Aiisu hl, ich aber 
weiche diesralls von ilini ah und beschreibe sie als selbslslänUige 
Blätter. Siehe auch Nr. 171. 



170. per Pistolenscliass. 
te caup de jfistoki. 

(H. 16, N. 169, 68.) 

Auf einer Strasse, die durch einen Felsen geht, Hlhrt eine 
vierspflnnige gedeckte Kutsche, dei^n Seiten durch Vorhänge ge* 
schlössen sind, von der rechten Seite nach dem Vor^runde zu und 
wird von Bäubern zu Pferde und zu Fuss plötzlich angefallen. 
Der KiMscber, der auf dem Bocke sitzt , sucht die Pferde anzu- 
treiben, doch einer der Bauber ist dem vordem Paare bereits in 
die Zügel gefallen und reisst sie zurück, tni zweiter koninU ihm 
von der linken Seiir und ein dritter mit spitzem Hute von der 
Mitte des Hhuu - iier im vollen Laufe zu Hilfe, wahrend ein Beiler 
gegen den Wagen zusprengt und mit der linken Hand seine Pistole 
auf den Kutscher anschlägt, um die Pferde zum Stehen zu bringen. 
Der Herr des Wagens macht eben einen Versuch, aus demselben 
zu springen. Während dieses um den Wagen vorgeht, bat sich 
zwischen den zwei berittenen Begleitern des Reisenden und den 
Raubern, die gleichfalls beritten sind, ein hitziger Kampf ent-* 
spönnen. Der eine der crsleren ist bereits abgethan, er liegt ge- 
tödtet auf <lem Rücken am Boden, rechts liegt sein breitkrämpiger 
Hut und der Degen mit rundem Stichblatt. Sein lediges, sich 
sträubendes Pferd hat einer der Strolche bereits heim Zaume ge- 
packt und sich so seiner bemächtigt. Der zweiie wird nun von 
den zwei Hiiuheru zu Plerde gänzlich ahi:ns( lunilen, hitzig verfolgt 
und ge^en links gedrängt. Er hat einen Fiizhut, Stulphand.-^cliiihe 
und hohe Beiterstiefelii an, sprengt gegen links zu nach vorwärts, 
und zielt mit der Pistole nach seinem V' erfolger, der mit einem 



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i 



213 



Federbute, geschlitzten Aermeln, Doppelkürass und lioben Sporen* 
stiefeln, auf seinem Schimmel gestreckten Laufes von der rechten 
Seite heransprengt. Er feuert seine Pistole mit der linken Hand 
gleichfalls auf den Verfolgten ab, allein ohne Erfolg, da das Pulver 
von der Batterie abbrennt und somit der Schuss versagt; er wird 
von seinem Gesellen unterstützt, der mit einem vorn aufgestülpten 
Filzhute auf dem Kopfe von derselben Seite zu Pferde daherkommt 
«nd schreiend den Verfolgten mit ileni Degen in der linken Faust 
aüaquirt. Links, dem Rande i^'an/ nnlie, schleicht die unheimliche 
Gestalt eines liäubers, der (Im WAin seines Gewehrs zu spannen 
heiiiüht ist. Im Hintergründe reciil^ -ndit man die colossalen 
Heste eines römischen Bauwerkes, durcii die der Weg führt und 
die an den Felsen angebaut sind. Das Lichl fällt rechler Hand 
durch die Bogenslellungen desselben, so wie durch die natürlichen 
Oeirnungea des Gesteines von oben herein und beleuchtet das 
Drama. 

Da sämnitlicbe Personen ihre Angrilfswaffen in der linken 
Hand fflbren, so mag dieser Stieb ohne Zuhilfenahme des Spiegels 
unmittelbar nach dem Gemälde gefertigt worden sein, wodurch alle 
Gegenstände des Originals von der Gegenseite erscheinen. 

Höhe: 11" 8'", Breite: 14" 3^". 

f. Vor der Schrift. 

II. Im Unlerrandf links: P. de Laer Pinxil Romae und rechts: 
J. VUscker Cculp. {H. WeigeL) 

III. lui Uiilerrande links: P, de Laer Pinxit. in der Hille: 
C, fUseker FecU. rechts: G. Va(k ExeuäÜ. Das Blatt ist 
retouchirt. (A. WeigeL) 

IV. Diese Adresse zugelegt. 

Dieses Blatt gehört zu dem Cabiuet de üeymt. (Siehe die 
Anmerkung 11.) Es giebt eine Copie von der Gegenseite von 
B. Sioopendael mit der Adresse vun JhMus Danckerts, im spätem 
Drucke mit jener von Hugo AUardt. 

INach Hecquet und Nagkr gehört dieses Blatt zu einer schonen 
Folge von drei Blättern nach F. i^ait Laer, zu welcher ausser dieser 
noch die Nummern 169 „Der Hinterhalt*' und 171 „Der grosse 
Kalkofen'' gehören und auch von Smiäi als Folge behandelt wer- 
den, dem ich aber nicht bdpflicfate. Siehe auch die Nr. 171. 

171» Der groaae Kalkofen. 

(H. 18, N. 170, S. 69.) 

Das Blatt giebt die Ansicht eines grossen Kaikol'ens am linken 
Her eines Flusses. Man blickt gerade in die unter <Miieiii niedern 
Gewölbe belindhcUe FeuerOtluuug, au der gegeu hnks gewendet 



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214 



ein Na»D mit einem Hute steht, welcher mit einer Stange das 
Feuer schürt; der vordere fUum wird durch ein mit HMbIziegeln 
gedecktes, aber t^tark vernachlässigtes Vordach abgeschlossen, rechts 
und links lehnt an der Wand das zur Feuerung bestimmte Holz. 
Hecliler Hand fnbrt der Weg zur Höhe des Ofens, auf dessen 
Plattform man eine sehr ehrenwerihe Gesellschaft vei-sammelt 
lindct. Ein Mann mit einem Jungen steigt g^erade liin.uif, und 
eine j?anz zerlumpte Gestalt, die ilire Blösse mit KelzeiiiTsleu mir 
theiivveise ^eileckt hat, kommt mit vcrschrUnkten Armen ilmen ent- 
gegen. Nicht besser nie hei dieser ist es mit dei* Gardoroho der 
ührigfu zvvüU l*crsüueu da ohea bestellt, wenn das Wort (»aitle- 
robe überhaupt hier am Platze ist, denn der Mangel an Bekleidung 
ist so gross, dass er bei Einigen fast an völlige Nacktheit grenzt, 
die sich an diesem, abgelegenen Orte, von Niemandem beanstandet, 
nngescheut breit macht. Eino* der Ehrenwerthen hat einen hohen 
Fihhni auf, ist gegen links gewendet, bis auf die HOften nackt 
und lüsst sein Hemd im Winde flattern, neben ihm links steht ein 
Anderer in eine Art Kragen gewickelt und pisst ganz ungenirl die 
Mauer herunter; weiter rückwärts si(;ht man an einem Vorsprunge, 
der nher noch zu dem Kalkofen gehört, zwei Münner, die man 
mich ihirm Aiizn^e Inr etwas Besseres hallen Collie; unten am 
Kusse (iirser Mauer hoekl ein Mann ui einer Sh iUiug, welche die 
GalLung seiner Verrichtung unscliwer enaüien lassl. Im \'orgrMutle 
rechts lagert eine Giiippe vnn zehn Personen von sehr verdäch- 
tigem Aussehen, die ungeachlct der vorgerückten Abendstunde 
tbeils mit Kartenspiel, theils mit dem beliebten aüa mmra sich 
eifrig unterhalten. Eine derselben liegt bereits dem Sclilafe in 
den Armen. Gegen die Mitte zu stehen zwei gesattelte Packesel 
bei zwei Körben und linker Hand befinden sich zwei BfllTel, einer 
stehend, der andere liegend; eben dort öffnet sich auch die Aus- 
sicht auf den Fluss: man sieht einen Thtil des Ufere mit zwei 
Schilfen und weiterhin einen Bogen der Brücke mit einem kleinen 
Kirchlein. Der Himmel ist bewOlkt, die Beleuchtung kommt von 
der linken Seite. 

Naglrr nennt die Hnlcl<e die von Irastevere bei Horn; sie 
wäre demnach der Pons CesHns nntl das Kirchlein Stm Bartolom- 
meo ali höh, aih'in keine der linirken Roms und deren Umge- 
bung passt, wie gleichzeitige Abbildungen darthnn, auf unsere'n 
Gegenstand und es muss demnach diese Ansicht einer andern 
Gegend entnommen und vielleicht in der Nähe von Rom zu suchen 
sein. Dass der Kalkofen, wie oben angegeben ist, am linken Fluss- 
ufer liegt, geht aus der Stellung der zwei Schilfe am Ufer hervor. 

Höhe: 11" 10'", Breite: 14" 3'". 

\. Vor .'dler Schrift, der beschriebene. 

Ein prachlvolier Abdruck in der AlberUua* 



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215 



n. Im Unlerraode links: P. de Laer PinsBÜ Romae und rechU: 
J. ViUcker Cculp. (R. Weigd.) 

III. Im l'nlerranile links: P. de Laer PinxU. in der Mitte; 
C. YiCscher Fecil, rechts: G. Falk Excudit. Der Druck ist 
gran iniil mall. Starke Ueberarbeilung bemerkt man z. ß. 
am Gcwölhn ol)erhalb des das Feuer besorgenden Mannes 
durch Slnchc von rechts nach links, zu den Füssen der auf 
dem Boden iageruden Männer durch entgegengesetzte von 
links nach rechts. 

IV. Diese Adresse zugriegt. 

Dieses Blatt, welches zu dem Cabinet de Keymt (siehe An- 
merkung 11) gehört, wurde von Stoopendael von dor Gegenseite 
copirl. Diese Copie hat die Adresse von Justus Danckerts und in 
späteren Drucken jene von Hugo AUardt. 

Hecquet und Nörgler n»chnen dinses Blnit zu einer Folge v(yn 
drei Blättern nnrh P. van Laer^ zu welchii- ausser dieser noch die 
Nummern 169 „Der liiiilerhalt" und 170 „Der Pistob'Tr.» Iinss-' 
gehören. Dasselbe thut Smiths dem it Ii mich aber nicht ansciilicssc, 
weil diese drri Blatter wcib^r in einem iniicien uocli äusseren Zu- 
sammenhang mit einander stellen und nur das genieinsarn haben, 
dass sie nach einem Meister gestochen sind. 



172. Der ideine Kalkofen, oder: Die alla mora-Spieler. 

(H. 31, N. 159, S T4.) 

In der Nähe einer Mauer, die zu dein linker Hand stehemlen 
Kalkofen gehurt , auf dessen Höhe man mehrere Personen sieht, 
die sich dort wärmen, sitzen drei Männer am Boden. Zwei sjjielen 
mit der den Italienern eigenen Lebhaftigkeit das beliebte Spiel 
aUa mora. Der linker Hand spielt mit Leidenschaft, hat weder 
Kopf- noch Fussbekleidung, und ist so recht zerlumpt, der ihm 
gegenüber Sitzende ist im Vergleiche mit dem Ersteren fast ein 
Gentleman, denn wenn sein Anzug auch zerrissen und an den 
Bändern wie von Mäusen benagt aussieht, so bat er doch auf dem 
Kopfe eine hohe über die Ohren herabreichende MiU/e, einen kur- 
zen, um die Mitte mit einem Tuche zusammengebundenen Rock, 
kurze Beinkleider und an den Füssen Schuhe und herabhängende 
Slrfimpfe an. Zwischen diesen Beiden im Ilinlergrundr sifzt jjeg^en 
rechts gewendet, jedoch mi( nach vorwärts bHrkendem («esichte, 
ein Dritter und sieht dem Spiele zn. Er hat keinen Rock, son- 
dern nur (Iber die Achsel mantelähnlich ein Stück Zeug geworfen. 
Das Hemd is! ?inf der Achsel zernssen und die letztere sieht zu 
der weiten Uetlimn;; ganz gcniächhch heraus. Auf dem rechten 
Ohre sitzt schul der zerknitterte Fiizhiit mit breiter Krämpe. 



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216 



Henviirls dieser Gmppr, im Vonlf'vi:nin<!c, Ywc^l ein Wann auf dein 
Bauche am Boden; ti tial das kmn m du !iiik<* Hand geslÜUt 
und si«'ljl dem Spiele mit gesipannlei' Aiilnierk&ainkeit zu. Sein 
Anzug be>ieliL i»iis einem vorn aulgeslUlpJen Filzbute, einem 
kurzen Hock, einer I'elz^jacke ohne Aermel, kurzen Beinkleidern, 
Strümpfen und Schuhen. Dem Anzüge nach, der in bester Ord- 
nung ist, scheint er ein Hirt zu sein. Rechter Hand sitzt, vom 
Racken zu sehen, ein anslündig gekleideter Mann im Mantel mit 
einem Hute auf dem Kopfe an einem Steine, der ihm und einem 
Anderen zum Spieltische dient Der Letztere, In Vorderansicbt, 
sitzt nicht, sondern Steht, hat keine Kopfbedeckung, keinen Rock, 
bis an die Ellentm^on zurückgeslreiRe Hemdlfrmel und trägt einen 
Schnurrbart. Er hSlt die Karten in der rechten Hand und über- 
k'trt trerade, welche er ausspielen soll. 'Bechter Hand im Mittel- 
gründe sieht man ein Wasser mit steil abfallendem Ufer, das gegen 
den Hintergrund zu mässig bergan steigt. Der Himmel i«f be- 
wölki, die Beleuchtung kommt von der linken Seite, l.ink^ nben 
in der Luft die Worte: P. di Laer Pinxü Rotne Ohne ISaiuen 
des Stechers. 

Ilötie: 10"' 'i'". Breite: 13" 11"'.* 

I. Mit den Worten der Beschreibung, Jedoch vor der £<iummer 4 1 

unten reclits. ' 

II. Mit der Niuiiuier 4 unten rechts aiisserlialb des Sliehrandes. i 

Gehört zu den seltensten Blättern des Meisters. Was diese l 
.Nummer 4 bedeutet und auf vvelrlie Folge sie Bezug hat , konnte 
ich niclit fuit Cewi^sheit ermitteln, inuss demnach die Beanlwor- j 
lung dieser Frage in der Schwebe lassen. 

173. Der J&ger. 

(H. 20, N. 163, S. 71.) 

An einem sanften, mit Gestrüpp bewachsenen Abhänge steht 
linker Hand ein Gebäude; man gewahrt nur einen Theil der Ecke, 
in welcher der Eiug<ing zum Pferdestall angebracht ist. Die alte 
Bretlertluir steht offen, man sieht einen Jungen mit einem tlai beu 
Hute auf dem Kopfe heraustreten, der mit der rechten, Hand ein 
Pferd nm Zaume nach sich zieht uiul die linke gegen seinen 
Kauieradeii ausstreckend, ihm etwas zunifi. Der .Angerod^le sitzt 
vor (b'in Stall«! neben einem Budcl Jagdhunde auf dem liasen, b^it 
eine /.<»iliue Jacke f)liii(* Aerniel am Leibe, an den Füssen Schuhe 
und Sinimpre und auf dem Kupfe einen runden Filzhut; er ist in 
Vorderansicht, streichelt mit der Linken einen der Jliujde, sieht 
sich nach dem Jungen, der ihn anspiicht, um, und stützt sieb 
dabei auf die rechte Hand. Rechts neben den Hunden, fast io 



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217 



der Mittp dp«; Blattes, steht ein abgestorbener ßauni, der vereiu- 
saiiit iiiJti Iraurig seine dürren ApsIp in die Lüfte streckt und dem 
man das FM.Itzclien, das n- pinnimrut, wohl nur dpshalb noch ge- 
lassen hau damit er als StutzjMJiikt für die Stange diene, die von 
der Ecke des Gebäudes aus auf seine Schulter gelegt ist, um daran 
allerlei aiifzulhlngen, wie man an den zwei Decken, die sich eben 
dort befinden, abnehmen kann. Hechts im \orgriinde reitet im 
langsamen Schritte gegen rechts der Jager. Er hat einen Hut 
mit breiter, auf der Unken Seile aufgestülpter Krümpe auf dem 
Kopfe, trügt Schnurr- und Kinnbart, am Leibe einen kurzen Rock 
und an den FOssen hohe Jagdstiefel mit Spornen ; der Hals ist 
bloss und Ober der linken Schulter hangt das Waldhorn. Er- 
blickt gegen links und schreit ein sich sträubendes Windspiel an, 
das er mir der rechten Hand an der Leine führt und das, sich 
sehnsüchtig umblickend, lieber zu seinen GeHilirten zurückgehen, 
als die Jagd mitmachen mochte, wozu es wenig Lust haben mag. 
Williger scheinen zwei andere Hunde linker Hand, welche die 
Köpfe zusammenstecken und mit ihren Spürnasen eifrig herum- • 
schnuppern. In der Ferne oben an dem gegen rechts zu abfal- 
lenden Abliange sieht ein Gebäude mit einem schmalen dacidosen 
Thurnie hervor, rechter fland, vom Heiter jedoch zum giosslen 
Theile verdeckt, breitet sich eine Ebene aus. Die Beleuchtung 
kommt von der rechten Seite. 

Im untern Rande die Worte, links: P. Van Laer pinx. in der 
Mille: Com. Vifcher fecü aqua forti. rechts: ^dewaert deUooys excud. 

HöIh': 11" 9"', Breite: 15" II"'. 

I. Vor der Schrift. 

Ii. Der ohheschriebene mit der Schrift, nämhch den beiden 
KünsthTnamen und der Adresse des Edcwaerl de Ihoys. 
. III. An der vSlelle der obigen Adresse des EdewaeH de Uooyti 
stehen die Worte: E. Cooper excud. iSmilh.) 

IV, Zwischen den Namen VUcher und E. Cooper sieht der 55n» 
salz : E CoUeclione Thomcp Walker Arm. Londini 

V. E, Coopers Adresse ist licriMisgescldiHVn iirni an ihre Slelle 
tlie Wolle gesetzt: Prinled and fold by Tho: GlaCs nex^ 
Ihe Exchange Slairs in Comhili, London, (Smith.) 

Djpses BlalL gilt nach Hecipiet, Nagkr und Smidi als das 
GegeusUick zu Nr. 184 „Der Hirt und die Wäscherin" und l)ei<lo 
dürften nach der Meinung des Letzleren nelist den zwei Hlälterii 
nacli ßcryhem (S. 62. 63.) zu einer Folge gelioren, von denen ich 
jrdoch Nr. 62 als nicht hierlier gehörig ausscheide und dem Werke 
des Johann Visscher zuweise, wo es denn aucli zu suchen ist. Das 
Gemälde war später im Cabinet von Walraven und J. v, d, Marek 
Aegids, Bürgermeister in Leiden. 



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VI. LANDSCHAFTEN. 

174—185. 

a) nach Berghem, in die Breite. 

174-177. 

Dioso Folge enflialt vier LaiHlscliaflen in tlie Breite von 7" 
1 Hohe iin<l 9" 10—11'" i^reite. Die Numeriruag 1-^4 

beliiiiiel sich reciits im Lulerrande. 



174. (I.) Der Brunneu. 

(H. 39, N. 115, S. 53.) 

Hinter einem niederen steinernen Wasserbehälter Mehl auf 
der linken Seite des Blattes ein massiver Pfeiler, der durch ein 
llaehes Kreis -Segment, das jedoch in der Bütte durchbrochen ist, 
um einer männlichen Büste Platz zu machen, seinen Abscbluss 
erhälL Ganz unten zeigt sich der wasserspendeiule colossale Kopf. 
Oben iii dem Kreisabschnitt unlerh.ill» der Düste die Worte: 
Berghem ddin. dann unter der Leiste: l()5r) uihI noch tiefer in 
dem seicht vertieften Felde: C de ViCscher f Ganz am Rande 
hnker Iliiiid steht ein Weih liehen ilirem Wfischkorbe, stützt sich 
mit beiden liHnden ;uil' den Hand des Ihiinnens und sieht ge^'on 
reelils nach einii^en lliiiffi Itii^. die d tlirr gijrilten komiiuM» ; 
stüic Ihnt auch ihre jn^endiiche Be^leiieriii, die von vorn zu sehen 
i>l, liinler ihr steht und einen zngedecktcn Korb mit Wäsche auf 
(h in Kopie Inigt. Einer der Hirten mit breilkrämpigem Hute niif 
dem Knpfe und \oiii f{(ieken zn schauen, lässl sein Maullhier aU' 
dem Ih nnnen trinken, der zweite, m \ ürdurausichL und mit ähn- 
lichem Hute, hat eine zottige Hirlenjacke ohne Aermel an, hält 
einen dannen und langen^ Stecken in beiden Banden und sieht 



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219 



die Fruii an, die recliter Hand und vor ihm auf dein n)it nlN n 

Slikken (*hic^ vollst.ttKÜircii Putzf^s «jesrhrnifckfon Maullhirre silzt 
und keine K()i>fl»c«l<M knii<^ iuil' lial; lerlils neben iln* «;ehen zwei 
lliiiide, weiter leclils, nahe dei- ilaudlinte, reilcl fin zweites 

Weil) üiil ein{4t'l>iiinl( nein Kopfe den Weg liinab. Die (;ei;eii(l ist 
gebirgig, wenngleuh nlme steilen Frliölningen, der liiimnel etwas 
bewülkl. Die Beleuclihnig koniinl von der rechten Seite. 

Höhe: 7" 1'", Breite: 9" 11'". 

I. Die Knnstlernain«n mit der Nndel gerissen. Vor der Adresse 
1111(1 vor der Nummer I. Nach Smüh sind die Vorderfüsse 
des E.sels rechter llainl nicht ani^edeulet. 

II. Die Künstlernamen sind mit (tcm Grahstichei (il)ergnngen, im 
niederen Unlerrande gegen linkst Clemendt d*' Jont/he ex- 
cudit C AmUer inäe CalverUraei, rechts die Nummer 1. 
Die Vorderfasse des Esels xor rechten Hand sind hintu- 
gekommen. (SmUh.) 

III. Die ohige Adresse ausgelhan, an der Sielte derselben im 
niederen Unlerrande in düer Mitte : Ex formis Nicolai VUseher. 
rechts: N. 55. l Die Platte ist nach Smith ungeschickt 
retouchirt. Im Cnhinct Harrach liegt ein Exemplar dieses 
£lal's mit der Adresse des Nicolaus Visscher wo nnr die 
N. 55. nllein steht, ohne die naehndgeiide Nnmmer I 

lY. Im Unterrande: P. Schenk Junior E.rr. jedoeh !inr anf dein 
ersten Ulaiie, hei den übrigen Nummern dieser Folge fehlt 
diese Adresse. 

Ist (las t. Blatt einer Folge von 4 Landschaften in die Breite 
nach AVc. Berghem. Siehe auch das Werk ; Beredeneei de cntalogns 
ynn alle de prenten van Xirolans Bi^rdieni, . . . beCcIireeven door 
Hendrik de Wüuer, T'AmUtidam by Johannes Sml. 1767. p. 67. 

175. (H) Bas yerfallene Bauernhaus. 

(H. 40, N. 176, S 54.) 

Man blickt in einen abgeschlossenen Raum, der sich als llof- 
rauni eines schon lange zerstörten Bauernhauses zu erkennen 
giebt, das an eine Felswand angebaut ist. Linker Hand sitzt eine 
Frau an den Trümmern dieses Hauses am Boden und reicht ihrem 
Kinde, das sie im rechten Ann h.'ilt, die Brust. Ihr Kopf ist in 
ein Tuch ^eltniideii , zu ihren Fussen liegen zwei Schafe; etwas 
reclits stellt m^'j^vn hnks gekehrt ein Bnuer mit blossen Füssen und 
breilkr;iMi|))gein spitzem Hute auf dem Kopie. Er sieht seilwiirts 
hinler seinem Ochsen, anf den er sicfi mit dem linken I nterann 
auHehnt, und streckt die rechte Hand gegen die Frau aus, mit der 
er ein Gespriicli initeiijüll. Neben und vor dem Ochsen steht ein 



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4 



220 



F>p|. und zivisdirn ilieji**n ein Sfhaf, lolzlerps gegen rechts ge- 
uemif f. Diese Gruppe nimmt die Mitte des Blattes ein, rechts im 
Vorgruinle liegen zwei Schnfe und eine junge Zie;^e. üeher den- 
selben sieht man « iiteii Jungen gegen links gewendet, der sich 
damit unterli iii, ein aus einem Hrellclicn mit einem daiaiil geieg- 
t^Q Steine improvisirles Fuhrwerk an ^inem Faden zu ziehen, 
wobei er rOckwftrts schreitet; links vor Ihm sidit ein kleiner Band. 
In seiner nflcbsten NShe ist das aus BreUem roh znsammengefogte 
Thor des Hofraumes, den ein Hund und ein hinter ihm schrei- 
tender Esel zu betreten so eben Willens sind. Die Beleuchtoog 
kommt von der rechten Seite. 

Links unten in der £cke und inneriialb des Stichrandes in 



Der 



zwei /eilen die Wurte: J^etghem delin. \ C. de/VUfirher rechter 
Hand ausserhalb des Stichrandes die Zahl 2 ohne Punkt. 

Höhe: 7" 2"', Breite: 9" 10"". 

I. Vor der Nummer 2 und vor den KünstlcrDamea. 
H. Der beschriebene. Mit den beiden üansllernamen und mit 

der Nummer 2 rechts miten ausserhalh de:* Stich r.indes. 
III. Die Platte retouelurf . aber ohne Empündung» so dass alles 
hart erscheint. (Smiih.) 

Ist das 2. Blatt einer Folge von 4 Landschallen in die Breite 
nach Nie, Berghem. " Die Vortragsweise mahnt sehr an Johann 
Visscher, namentlich die Luft und einzelne Theile des Bnunischlags, 
elienso auch der Totaleindruck des Blattes. Die Ün^inil-Zeichnung 
befand sieh seiner Zeit im Cabinel S. Feftama. Smith nennt das 
Blatt „Die säugende Frau'' nach dem linker Uaod silzeodea Weibe. 



176. (in.) Die ziehende Heerde. 

(H. 41, N. 177, S. 55.) 

Eine Felswand erhebt sich rechter Hand senkrecht bis an den 

oberen Plaltenrand und reicht, sich gegen links im Hittelgrunde 
furtziciiend, I)is Uber zwei Dritttheile des Blattes hinein, nur wenig 
Platz linker Hand zur Fernsicht lassend. Dort, wo sie ihr Ende 
iindel und gegen die Ebene steil ahl^llt, sieht man hoch oben 
fleh.'ltide, ansrheinend die Reste eines verödeten Schlosses. Dieser 
Felswand entKiiit: windet sich der Wej,', der voin din'ch ein Wasser 
abgesperrt ist, das sich (iiier Ober die |,Mnze Breite des Blattes 
hinzieht. Hirten mit ihren Thieren koinmen ;uis de«ii Milleigi iiude 
daher uihI tretfen ihre Anstalten, um darüber zu setzen. Ein 
Heitel', vom Bücken zu sehen, steht rechts in der Ecke gegeo 
links gewendet und Iflsst sein Pferd saufen; vor ihm steht, vod 
roni m sehen, eine Ruh im Wasser, die gleiches BedQrfniss haben 



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221 



mag. In der Mitte steht eine Hirtin blossen K(t))rus, ia Vorder« 
ansieht, im Wasser, hebt mit der rechten llnnd den Rock in 
die Höhe, um ihn vor dem Nasswerden zu schützen, und tritgt 
unter dem linken Arm einrn gefüllten Sack, reclifs ihr Hund 
mit einem Halshaiui und links an ihrer rechten Siiie schreitet 
eine Kuh, ein Schaf und am weitesten gegen links eine Ziesre. 
AHe zus.Minnen stehen bereits im Wasser. Lieber dieser linij»pe 
kiiiiant gegen das Wasser zu den Weg herab ein Hirt zu Pferde 
mit einem abgetragenen Hut auf dem Kopfe, in beiden llünden 
eine lange Stange haltend^ mit der er, sich nach rechts umblickend, 
gegen die hinter ihm schreitende Heerde ausholt. Vor ihm, auf 
dem Hals« des Pferdes, liegt der zusammengeroUte Mantel. Linker 
Hand, in gleicher Richtung mit dem Reiter, schreitet eine Kuh 
und weiterhin steht ein Lamm. Links bildet ein beladenes, gegen 
rechts schreitendes Maulthier, das ein Mann mit langer Stange auf der 
Achsel vor mh bertreibt, (h n Schhiss der Karavane. Am Himmel 
siebt man Woikenpartien. Die Beleuchtung kommt von oben rechts. 



IJnks oben in der Ecke in zwei Zeilen die Worte: Jjerghem 
Delin, \ C. de Vidsdier f. 

Höhe: V* 2"', Breite: If", 

I. Vor <ler Nuinnier. 3 und vor den beiden Kunsllernamen. 
IL Der beschriebene; mit den beiden Kanstlernamen und mit 

der Zahl 3 unten rechter Hand. 
III. Die Platte gänzlich und roh ilberaibeilcl, so dass die Ab- 

drflcke hart und »teif werden. (Smith.) 

Ist das 3. Iflatt einer Folge von 4 Landschaften in die Breite 
nach Nie Bergham. 

* 

177. (IV.) Der aitmade alte Hirl. 

(H. 42, N. 178, S. 56.) 

Unfern einer Mauer sitzt hnker Hand ein härtiger Hirt am 
Boden und kratzt sich mit der linken Hand auf der Brust. Er 
hat ausser dem Hemde, den langen, bis an die Knöchel reichen' 
den Beinkleidern find den Schuhen, nir[iis nn. Ersitzt gegen 
rechts gewendet, hat aber den überk(ir|)er so lungedrelit, dnss rr 
^anz von vorn zn sehen ist; seilwlirls liegt sein lanpfM* mnssiver 
Stock. Vor ihm, in der Mille des BlaUes, stehen s«Mne Tliiere: 
vier Ochsen, ein kleiner Esel nnd acht Schafe. Die Tiiiere haben 
Dursl imd setzen sich tbeilweise nach dem Wasser zu in Bewe- 
gung , welciics rechter Hand am Rande des kleinen Abhangs sich 
ausbreitet. Zwei der Thierc, ein Ochs und ein Schaf, stehen be- 
reits darin, es muss aber sehr seicht, also eigentlich eine Pfütze 




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222 



sein, da es beideD kaum bis über die Fesseln reicht. Hinter dem- 
selben erfipbt rieh eine massige Äiihnhe. Am Ende der Mauer, in 
Millen (l<'s Bhiltes, sieben /amh Uciumslämme die sich kreuzen, 
dann koinnil eine Partie Strinu Inverk, liinter welrheni mrui Imker 
lland, etwHs enllernt, noch einen Banfii^uunin |;e\v;dir wnd ; rechts 
von dieser IJ.uungnippe schwebt eine dnnkle, scharf begrenzte Wolke. 
Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Rechte oben in den Lüften stehen in mm Zeilen die Worte: 

erstem Ddin. \ C de ViCscher f. Unten rechts ausserhalb des 
Stichrandes die Zahl 4 ohne Punkt 

flöhe: 7" 1"', Breite: 9" 11"^. 

1. Vor der Nummer 4 und vor den Kanstlemamen. 
Ii. Hit den beiden Kllnstlernamen und mit der Nummer 4 rechts 

unten. Der heschriebene. 
III. Die Platte ganz fiberarbeitet; die Abdracke sind hart. 
^SmUh.) 

Ist das 4. Rlatt einer Folge von 4 LandschaDen in die Breite 
nach Nie Berghmn. Die Originalzeichnung befand sich seiner Zeit 
im Cabinet S, Feitama, 



b) nach Uerghem, überhöht. 
178—181. 

Diese Folge enlhall vier überhöhle Blatter Landsrliaflen von 
9" 11'" Höhe und 1" 11'" Breite. Die Nummern 1—4 beiluden 
sich rechts unterhalb des Süchrandes. Die verschiedenen Etats 
dieser Folge siehe bei xNr. 178. 



178. (I.) Der Hirt sn Pferde. 

(H. 35, N. 171, S. 57.) 

Am Fnsse eines senkrecht abfallenden Felsens rechter Hand, 
aul dessen iJohe ein verfallener, massiver, runder Thurm mit daran- 
sloäsendem, in eine Ecke vorspringendem Ma nerwerk steht , in 
dessen innerem Räume junge Bäume üppig wachsen, begegnen 
sich ein But und ein junges Mädchen an dem Wasser, das den 
Felsen umspült und liifks bis an den Rand des Blattes roicht 




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223 



Der Hirt, von rückwärts zu sehen, sitzt /n Pferde, l)at eine zot- 
tige Jacke ühue Aermel an, auf dem k(>[)fe einen zerknitterten 
Filzhiit und hält mit beiden Händen eine Stange; rechts steht sein 
Ochs und ein Bock, letzterer in Vorderansicht, alle zusammen im 
Wasser. Der Mann hat sein Pferd angehalten, um mit dem Mäd- 
chen einige Worte zu wechseln. Das letztere hat den Weg ober 
das breite, aber offenbar sehr seichte Wasser» bereits zurackgeU «^t. 
Es hat keine Kopfbedeckung, halt in der rechten Hand einen Stock 
und trägt unter dem linken Arm einen Sack; an seiner rechten 
Seile geht dessen Hund. Das Jenseitige, nicht sehr hohe Ufer 
Hillt steil ab und zeigt oben etwas Gebüsch. Den Hintergrund 
l)ild('l ein Berg von mässiger Höhe. In der Luft schwebt eine 
laassige Wolke. Die Beleuchluug kommt *vou der rechten Seite. 



C. ViCscher f. Unten ausserhalb des Stichrandes rechts die Z«ahl 1 
in der Mitte: Nkolaus ViCfcher excudit. 



Höbe: 9" 11'", Breite: V IV". 

I. Vor der Nummer und vor der Adresse. Die beiden Künstler 
namen in der oberen rechten Ecke sind zart mit der Nadel 
{Iperissen. 

IL Hit der Nummer 1 unten rechts, ausserhalb des Stichrandes. 

Die Kdnsllernamen sind mit dem (iribstichel übergangen. 
Unten im Unlerrande die Adresse: Cl&mndt de Jongke ex- 
tudil t'Amflerdam inde CalverClrael 

III. Mit der NumiiKT 1 uriUiu reclils ausserhalb des hlicliniiides, 
dann eben dort iii der Milte die Adresse: Nicolaus VUl'cher 
excudit. Die Künstlernamen in der ohtMeii rechten Eclie 
sind stark naehgesloehen, so dass sie, stall zart zu sein, wie 
im I. ^lal^ nun schwarz und kraflig hervortreten. 

IV. Mit der Nummer 1 wie in den früheren Miai*e, Statt der 
obigen Adresse steht im Ünterrande links: P, Schenk Jwnior 
Exe, und rechts: N 54. 

V. Die obige Adresse von P, Schenk ausgetlian. (Jl. WeigeL) 

Ist das erste Blatt einer Folge von 4 Blatt Thierslücken in 
die Hohe nach Nie. Berffhem. Im rabinet van YJaaidimj in Leyilen 
befand sich dieses BlaiL ini iiidicsten Aetzdruck, der fast nur ein 
blosser Umriss, also Lnicum geblieben ist. Smith führt diesen 
Aetzdruck als 1. ttat an und stützt sich auf die Autorität des 
Katalogs Winler über Berghem vom Jahre 1767. 

Der Baumschlag, die Figuren und Thiere verrathen wohl 
Camd's Hand, der Umriss der Wolken Iflsst aber eher Joham 
ViBKhe^s Arbeil vermuthen, weshalb es nicht unwahrscheinlich ist, 



Rechts 




Delineavit \ 



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224^ 

das^ sich auch Letzterer au ilieser Suite betheiligt hat. Kine gleiche 
Mitwirkung verraUien auch andere Nummern dieser Folge. 

179. (U.) Die reitende Hirtin. 

(H. 36, N. 17^ S. 58.) 

Ein sdimalor Wasserstreifen der von einem Borde zum an- 
dern reicht, trennt das diesseitige flache Ufer von dem jenseitigen, 
das sich etwas in die Höhe zieht Dort, auf der Anhohe rechter 
Hand, steht unfern zweier BSume, die ihre Aeste his gegen die 
Mitte zu ausbreiten, eine brüllende, gegen links gekehrte Kuh 
nebst zwei Schafen. Unten am Üferrande verlässt, vom Rücken 
y.n si'hen und gegen links gewendet, eine zweite Kuh das Wasser. 
Am diesseitigen Ufer schreitet, gegen rechts gewendet, Hirt und 
Hirtin dem Wasser zu. Letztere sitzt auf ihrem Esel ritthngs nach 
Fraiienart gegen links gewendet. Sie ist barfuss, zeichnet sich in 
ihrem Arnssern durch nichts besonders aus imd streckt die linke 
Ilaiid ^v^'cii (Ifii Mann ans, der linker Hand nehen ihr geht. Er 
ist der Leiter der Heerde, hat eine Millze olirie Srliiim auf dein 
Kopfe, trügt einen langen Stock auf der Unken AcIjsuI uihI hat 
das Beinkleid l)is Uher die Kniee iiinaufgeschoben, um durch das 
Wasser waten zu können; rechter Hand neben dem P^sel geht ein 
Hund, lui iMittelgrunde schreitet, nur zur Hallte sichtbar, cm 
zweiter Mann mit eiuem Hute und einer Stange. Weiterhin steigt 
die Gegend allmShIig bergan und erhebt sich bis zur Höbe eines 
Berges, der den Horizont begrenzt. Die Luft ist unten ein wenig 
bewölkt; eine Scbaar Vögel fliegt in der Höhe. Die Beleuchtung 
kommt von der linken Seite. 

Links oben in der Ecke in zwei Zeilen die W^orte: Beratern 
Deh'nea | C. ViCscher f rechts unten ausserhalb des Sticlirandes 
die Zahl 2 ohne Punkt 

Hdhc: 9" 11*", Breite: 7" 11"'. 

1. Vor der Nuranaer. Die Künsilernamen stehen zarl gerissen, 

fast undeutlicb in der oberen Ecke links. 
IL Mit der Nammer 2 rechts unten. Die beiden Künstlernamen 
sind mit dem Grabstichel übergangen und erscheinen uuo 
schwarz und bestimmt. 

Die weilereu Angaben der Etafs siehe bei dem ersten Blatte 
dieser Folge (>'r. 178). Dieses Blatt ist das zweite einer Folge 
von vier Thierstücken in die Höhe nach Nicolaus Berghem. Es 
giebt auch eineCopie in gleicher Hübe, aber um 1'' schmjller, von 
unbekannter Hand im Gegensinne auf starkem Papier, unten mit 
einer Schrift und mit der Nummer 2 oben links, ausserhalb des 
Stichrandes; eine Arbeit minderen Werthes. 



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225 



180. (m.) Die Kukmelkerin. 

(H. 37, N, 173, 8. 59.) 

1d eioer Ebene, unfern eines Gebüsches und zweier Bäume, 
deren Stfinune am rechten Plattenrande siclilbar sind, steht eine 
Kuh gegen rechts und von vom zu sehen, und wird von einer 
Frau gemolken, die zu diesem Behufe sich links von ihr auf das 
rechte Knie niedergelassen hat Sie ist vom Rücken zu sehen. 
Vor ihr steht ein zweites Weib, das am rechten Arm einen runden 
Ilandkorb und auf dem Kopfe einen sehr grossen, aber ziemlich 
Aachen und angefüllten Korb trägt. Der ländliche Anzug ist sehr 
einfach, die Füsse sind bloss und der Rock reicht kaüm über das 
Knie herab. Der glflckliche Zufall, der die Korbtragerin gerade 
jetzt des Weges vorbeiftiht l , wird auch nach Gebühr auj^gebeulet 
und zu einem Zwiegespräche benutzt. Zwischen der Kuh, die ge- 
molken wird und den erwähnten Baumstämmen liegt eine zweite 
Kuh im Grase gegen hnks und von rückwärts zu sehen. Links 
im Vorgrunde steht ein Bock gegen rechts gewendet mui nagt mit 
grossem Behagen an einem Blatte. Im Mittelgründe gehl, vom 
Rücken zu sehen, ein Hirt, einen langen Stab quer über in Hän- 
den haltend, hinter seiner Schafheerde. Den Horizont begrenzt 
eine Reibe Berge von massiger Höhe, lieber ihnen schwebt eine 
Wolkenpartie. In den LOften fliegen einige Vogel. Die Beleuch- 
tung kommt von der linken Seite. 

Links oben in der Ecke stehen in zwei Zeilen die Worte: 



MJerghem Delinia \ C. Vifscher f, rechts unten ausserhalb des 
Stichrandes die Zahl 3 ohne Punkt 

Höhe: 9" 11"', Brellej 1" W*", 

1. Vor der Numoier und vor der Adresse. Die beiden Kttosllei^ 
namen in der oberen linken Ecke sind zart mit der Nadel 
gerissen, mit dem Worte SMinea 
n. Mit der Nummer 3 rechts unten ausserhalb des Stichrandes. 
Die Namen der Kflnstler sind mit dem Grabstichel stark aber- 
gangen, 80 dass sie kräftig und schon in der Entfernung 
sichtbar hervortreten. Das Wort DeUMa des frakere» J^laf'« 
ist in DBÜma iimgeänderi. 

Die weiteren Angaben der tuilts siehe bei Nr. 1 dieser Folge 
(Nr. 178). Auch bei diesem Blatte mahnt der Umriss und die 

Behandlung der Wolken und der Daumsehlag, besonders in den 
Ausf^ufern der Blatter, an Johann Visscher. Ist das dritte Blatt 
einer Folge von vier Blattern Thierstilcken in die Hohe nach 
N, Berghem. Eiue Copie von unbekannter Hand ist nm 1" schma- 
ler, die Nummer 3 steht links oben, unten die Schrift. 




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226 



18L (17.) Sie Bfinerin mit dam WiekeUdnde. 

(H 38, N. 174. S. 60.) 

Ganz io) VorgiuiHlo liegt ein Pferd, von nick\\:irts zu sf'hen, 
im (tHi«?, und üiiii zur Seile linkor Hand ^c^^cu Iniks gewendet 
eine Kidi in V'(M'(l♦'r?1Il^i(■llt mit ausgeslretkteni reciUeni Vorderfusse. 
Weiter (»Ixmi reciiler Hand sitzt gegen rechts gewendet ein Weib 
in Vorderausicht auf einem gezctumlcn Esel und h.di ihr Ku)d im 
.\rm. Ihr zur Seile, vom Rücken zu neben, steht ein Mann mit 
blossen Füssen und einem breitkrämpigeo Hute auf dem Kopfe ; 
er beschäftigt sich mit einem Hunde, der zu ihm hinaufspringu 
Links von dieser Gruppe steht ein strahlendes (Herd und tiefer im 
Grunde kommt an dem Abhänge ein Hirt mit dem auf die linke 
Achsel gelegten Stocke heran, der Schafe vor steh hertreibl, die 
sich theils aufrecht, Iheils liegend bis in die unmittelbare Nähe 
des <)[»er\v;diu(en Lnngohrs hinziehen. Der Hintergrund slei<;l 
gegen rechts sanft nuf\v;uts und erreicht unfern (]es Seitenraudes 
den Höhejuinkt. Der Himmel ist bedeckt und sieht düsler und 
regendruhend aus. Die Beleuchtiiii^ kommt von der rechten Seite. 

Oben in der rechten Ecke stehen in zwei Zeilen die Worte: 



j^ergkem DdiMa | C, Viüdur f rechts unten ausserhalb dn 
Slichrandes die Zahl 4 ohne Punkt. 

Höhe: 9" 11% Breite: 7" 11'^', 

I. Vor der Nummer. Die Kansllernamea in der oberen Ecke 
rechts sind leicht mit der Nadel gerissen, fast undeutlick, 
die Abdrttcke silbertOnig. 

II. Mit der Nummer 4 unten rechts ausserhalb des Stichrandes; 
die Künstlernamen, stark übergangen , treten schwars und 
kritfUg benror. 

Die weiteren Angaben der Etat's siehe bei dem ersten Blatte 
dieser Folge (Nr. 178). Ist das vierte Blatt einer I tdge von wer 
Thierstüc^en in die Höhe nach Nieokm Berghm. Dieses Blatt 
darrte wohl wie die anderen copht worden sein. Die Platte war 
im Verlage Basan's. 




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227 



c) nach W. Romeyn. 
182—183. 



182. Die Näherin. 

(N. 9.) 

Eine italienische Hirtenscene. Auf der rechten Seile des 
Blattes sirzt eine Hirlin mit blossen Füss^^n liegen links gcwendel 
am Boden und hat eine Arbeit auf ib-n Kiiieeii liegen, auC die ihr 
Blick sich richtet umi mit dereii \üliendmi^' sie eben beschäftigt 
ist. Sie hat ein Kleid mit langen Aernieln an und nnT dem 
Scheitel eine kleine Haube sitzen, die liaare sind frei und lallen 
etwas gelockt herab. In der Mitte des Blattes ist eine Gruppe 
Schafe gelagert. Drei liegen , das vierte aber steht und ist nach 
rechts der Hirüo zugewendet. Hinter dieser Gruppe schreitet 
gegen links zu pflegmatischen Schritte«; ein Ochs. Sein Geführte 
linker Hand und gegen links gewendet, steht und richtet den Kopf 
gerade nach vorwärts. Der Hirt in Vorderansicht steht hinter ihm, 
lehnt sich mit dem rechten Arm auf die Croupe des Thieres und 
hat Kopf und Blick nach links gerichtet. Seine Kleidung, soweit 
sie sichtbar ist, besteht aus einer /(Mlitren llirleiiiacke ohne 
Aerniel, einem Hemde mit langen Aernieln und < iueni stark mit- 
geuommenen Füzhut mit ziemlich breiter zeiktiiiterter Krämpe; 
das Haar ist ziemlich dicht, das Gesicht barllus. Den Schluss 
macht linker Uaud ein von rUckwäJ'ts zu sehender Ochs mit zwei 
zu seinen Füssen rulienden Schafen, und ganz im Vordergründe 
links ein Hund mit gestutztem Schweif, der an einem stehenden 
Wasser seinen Durst loscht Hinter dieser Gruppe steigt der Boden 
und ist stellenweise mit Bäumen und Gebüsch bewachsen. Am 
äiissersten Horizont erhebt sich eine nach rechts zu aufsteigende 
Anhöhe zu bedeutender Hobe. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Höhe: 8« IC", Breite: 11" 11-'.* 
. 

Unten rechts innerhalb des Stiches und 2^' T** vom rechten 
Plattenrande entfernt steht die Zahl 3 

T?f das 3. BhUl einer Folge von Landschaften nach W. Romeyn . 
von Johann Visscher gestochen. Siehe Nr. 61 des Nagler'schen 
Verzeichnisses des Werkes Jati Vissrher'H und jenes de-i Cornel 
Visscher Nr. 9 der zweifelhatlen Blätter. Es scheint mir aber 
melii' als wahrscheinlich, dass dieses RIalt, «dienso wie das folgende 
Nr. 4 der Suite von Corners Hiind ^"^estochcn ist, weshalb ich auch 
beide Blätter iti mein Verzeichniss antnebme. Bei den ersten zwei 

15* 



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228 



Blättern Nr. 1 uud 2 der Folge ist Comets Autorscball, weoD- 
gleich nicht geradezu unwabrsdieinlich, doch minder entschieden 
ausgesprochen, ich habe sie daher ansgelnssen , obgleich ich nicht 
laugnen will, dass das Zerreissen einer Folge immer eine miss- 
liche Sache bleibt. 

Die Plaue mu^>s ursprünglich grosser gewesen sein, nament- 
lich auf der linken Seite. 

Siehe auch die Anmerkung 15. 

188. Die sohlflfende Hirtin. 

(N. 167, S. 75.) 

Am iinlieo Rande des Blattet« sM lieii drei Uaumstänime, weiter 
gegen die Mitte zu zwei eingerammte Pfälde und ein abgestorbener 
imd abgeästeter kleiner Stamm. Zwei lireite Bretter, die Reste 
eiücö Zaunes, sind zwiscbeii diesen und an den Bäumen befestigt. 
Auf dem Krdabhange, 'unterhalb dieses Z;iiiries. sitzt gegen rechts 
gewendet eine Hirtin, durch die sje umgebiMide Stille in Schlaf 
gewi^^gt, und lehnt ihren mit einiuii langen Tncbe bedeckten Kopf 
an einen der Pföhle. Ihr Kleid hai hin^e Aerniel, ist abtn Mjust 
von unbesiimmler Foini. Die Hände ruhen übereinandergeiegl 
zwischen den Knieen. Vor ihr liegt ihre Heerde und pflegt gleich- 
falls der Ruhe. Sie besteht rechts aus drei Schweinen und links 
aus zwei Ziegen. Eines der ersteren liegt bereits gegen rechts 
geweud(*t am Boden und schlaft, ein zweites liegt in derselben 
Richtung, ist aber wach und legt ganz behaglich seinen Kopf auf 
den Bücken des ersteren. Das dritte, in der Milte des Blattes 
und im Vordergründe, wackelt ganz langsam gegen die linke Seite 
zu. Links von der Schläferin liegen zwei Ziegen am Boden, eine 
weisse ganz in der iNähe der Hirtin vom Rücken, und die zweite 
von etwas dunkler Farbe, ganz am linken Rande zu sehen, in 
Vorderansiclit. ReciUer Hand, über dem niederen Rerirnblian^e, 
sieht man Bäuuu» . die einem Garten gleichen und mit einem 
slarken Zaune eiiii,elriedet sind. Der Hinlergrund thüiint sich in 
der Mitte des BlaLies zu einem Herge auf, über dem eine massige 
Wolke schwebt. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. 
Ohne Manien (b;s Malers und des Siechers. 

Hölie: 8" 11"', Hrfile: 11" 6'". 

In Smith' s Katalog wird das Blatt The Pigs genannt und 
unter Nr. 75 beschrieben, aber nichts davon erwähnt, dass es zu 
einer Foli^e gehört. 

Nagler führt dieses Blatt am Schlüsse seines Verzeichnisses 
als Nr. 10 der zweifelliaften Blcitter unter der Benennung: „Das 
am Baume schlafende VVeib" auf, Vmr/ter's Vortragsweise spricht 
sich aber in der Behandlung des Baumschlages, so wie der Wolken 



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229 



und anderer Gegenstand«' zu deutlich aus, als dass man Bedenk tMi 
tragen könnte, ihm diese Aiiioit zuzuschreiben. l^nter ^r. 167 
seines Verzeichnisses führt der-selhc Verfasser ein Blatt an nii» den 
Worten: Schlafende Ilirtin bei einer kleinen Heerde von Scliwt inen 
und Ziegen. Wahrscheinhch nach P. de Laer, und von R. Weigel 
(KunsUatalog Nr. 11040) als sicheres Blatt von C. Visscher er- 
wähnt. Es ist nirgends beschrieben und sehr selten. Durfte wohl 
aller Wahrscheinlichkeit nach ein und dasselbe Blatt mit der obi- 
gen Nummer 1 0 seiner zweifelhaften Blätter sein. 

Heequit fülirt es unter Nr. 99 als SchlUssblatt seines Ver- 
zeichnisses ' an. Nach ihm wäre es die letzte Nummer einer Folge 
von vier Landschaften. Siehe Ober dieselbe die Anmerkung 15. 



d) nach Peter v(ui Laer. 
184. 



IM. Der Hirt und die Wäscherin. 

(H. 19, N. 164, S. 70.) 

In der Einseuknng einer felsigen Gegend nalie einein iii\k> 
stehenden, etwas überhängenden und von Rauken überwucherten 
Felsen waschen einige Weiber in dem dort stehenden Wasser. 
Der Weg zu demselben führt sanft abfallend von rechts nach links. 
Eia Hirt hat seine Tbiere dahin getrieben , damit' sie ihren Durst 
loschen. Zwei Rühe, von vom zu sehen, stehen bereits in dem 
Wasser, sein Hund sieht am Rande desselben und sauft, er selbst 
sitzt gegen rechts gewendet am Ufer, mit dem linken Beine im 
Wasser und hat den andern Fuss auf das linke Knie gelegt, um 
seine Zehe zu unler^snchen, die er sich verwundet hatte; auf dem 
Ko|»fe hat er einen bieitkp;im[»ifTen Fil/hnt, «ni Leibe einen kin'zen 
Hock, lim die Hiiften diirc Ii enu'n Hit inen znsanirnengehallen, sein 
Hlrtensl.ib Imker Hand zieailicli weit hinter ihm. Auf der- 

selben Seite haben drei Schafe die Ktlhle des nahen Felsens auf- 
g:esucht. Ein Widder und ein Schaf liegen, das dritte steht und 
grasL Rechts neben dem Schafer steht, von vom zu sehen, ein 
Weib bis aber die Knöchel im Wasser. Sie ist bis an das Knie 
aafgesehflnl, mit Waschen beschäftigt, halt in der linken Hand 
ein Stock Wasche, das auf einem Steine aufliegt, blickt sich etwas 
' nach vorwärts und spricht zu dem Manne, gegen den sie den 



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230 



/fi^^efiriger ihrer recliteii ilaiui ausstreckt. Der kupl isl bloss 
uih! (Ins Iliilstuci), das tückischenveise seiner Bestimiming uüeubar 
ganz uugclreu geworileii ist, nur zum Hinabfallen. Ein zweites 
Weib, in gebückter Stellung von rückwärts zu seben, ist beschäf- 
ligl , die gewaschene Wasche zum Trocknen aiil" dem Hasen aus- 
zubreiten. Von der Hübe des Weges endbch kommt eiu drittes 
Weib mit einem ScbafTe Wäsche auf dem Kopfe daher, sie bat eia 
langes Kleid an und darüber ein kfiraeres, das bis an die Kniee 
reicbl; das Gefiiss halt sie mit der linken Hand. Den Hinter- 
grund bildet felsiges Gebirg; die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Im schmalen unteren Rande die Worte, links: P. Vim Laer 
fiKß, in der Milte: Com. FtTeAer fedt ogica fwti, rechts: Edtufourt 
dB Baays excud, 

Höhe: 11" 8'", Breite: 15" 10"'. 

I. Vor der Schrift. 

II. Mit der oben angegebenen Schrift, nttmlich mit den Worten 
P. Va» Laer pini. in der Mitte: Cörn. YidDher fedi a^riMi 
/orli. jedoch ohne der Adredse^ rechter Hand. 

III. Mit den Merkmalen des II. flal'a, dazu noch rechts die 
. Adresse Edatoaerl de Booys ejccud. 

Gilt nach Hecquet, Nagler und Smith als Gegenstück zu 
Nr. 173 „Der Jäger'', wird aber von mir ala selbatständiges Blatt 
beschrieben. 



e) nach Berghem, quer-Fol. 

185. 



186. Bie Hirten an der Febenqvalle* 

(S. 63.) 

An einer sieil abhilienden, fast überhiingenden Felswand, die 
rechter üand den Raum für die enge Strasse frei lässl, hall eine 
Heerde, bestehend ans zwei Ochsen, zwei Eseln und einem Bocke. 
Links« onfern des Platlenrandes , föUt in schwachem Strahle das 
Wasser. einer Quelle nieder, mit dem die Tbiere sieb augenschein- 
lich schon gelabt haben, denn sie wenden sich sUmmtiich von 
demselben ab; eine Ausnahme macht nur der Esel, der dem 
Hüten zum Reittliiere dient und, gegen h'nks gewendet, mit seinem 
Kopfe zwischen den beiden nach rechts schreitenden Ochsen steht, 
einen hohen Sattel sammt zwei zu beiden Seiten hängenden und 



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231 



luil einen) weibsou Tuche bedeckten Koilten aui tleui Uiicken trügt 
und strahlt. Der Hirt, sein HeiT| steht links am PlatteDraode,^ bat 
ein Pelzvamms an, darüber um die Mitte des Leibes einen Biemen 
geschnallt, trügt weite Kniehosen und an den Fossen Schuhe. 
Auf der rechten Achsel hangt der Mantel, den langen Stock halt 
er mit der rechten Hand und stützt ihn auf den Boden, w.ihrend 
die linke den mit Wasser gerulltcn Hut als improvisirteu Trink- 
becher ztim Munde führt. Die Ilirlin >ifzt mit ihrem l>;u!schij^cn 
Rocke nach Fniuenart auf ihrem nach vorn gekehrten Langohr. 
Sie ist ohne KDplbedecknnf,', im INofil /n ^ehen, gegen r'M-lils ge- 
wendet und stützt nach(hMikend utui sniniMid ilu' (lesiclii ni (he 
linke flache Hand. Hechts, in der Gegend des ablalienden Felsens, 
reitet ein Hirt, vuui Rücken zu sehen, mit einem Rocke bekleidet 
und einen Hut auf dem Kopfe auf einem Esel, und treibt mit 
einem langen Stecken, den er quer Ober vor sich halt, das 
Ochsenpaar an, das vor ihm einherschreitet, rechts neben ihm geht 
ein dritter Ochs und linker Hand sein Hund: Die Beleuchtung 
kommt von der rechten Seite. 

Hohe: 10"' 10'^', Breite 14" 9"' von der unbescbniUenen 
Platte, welche später mindestens um 3" in der Hübe und um 
4" 3'" in der Breite kleiner wurde, so dass sie in diesem ver- 
kleinerten Zustande nur mehr 10" hoch und 10" 6"' breit isL 

i. Von dtir grossen Platte, vor der Zahl 3 r«chls autserhalh . 
des Slichrandes. Ein Exemplar, und das einzige dieser Ab- 
drocksgatluDg das ich sah, liegt in der Galerie des Grafen 
Harraeh in Wien. 

II. Von der grossen Pl.iitc, rechts unten ausserhalb des Stieh- 
randcs steht die Z»hl 3 

III. Von der verkleinerten Pl;iilo; man sieht «Inn reitenrh n Ihrten 
rechter Haml nicht ninlu*, auch die id)rigeii Thiore snid ver- 
schwunden und nur <ler Ochs mit der bellen Beleuchtung ist 
sichtbar und über seinem Rucken ein Tbeil des Steckens <ies 
Hirten ; auch auf der Hnken Seile wurde die Platte abge- 
nommen , so dass der Plalleurand den ilul des trinkenden 
Hirten bertihrt, oben hat sie wenigstens .V in der Hohe 
cingebttsst. Oben rechts in der Luft der Buchstabe c ge- 
stochen, ohne Namen der Kllnstter* 

Dieses Blatt, nach Berghem^ kommt hei Naylei im Ver- 
zeicbniss des Werkes Jan Visscher unter Nr. 39 vor auch ist zu 
vergleichen die Nr. 183 in folgendem Werke: Beredekeebob cata- 
LOGus van alle de prbnten Van mgolaab bercueii . . . Befchreeven - 

door BBHDEIK DE WMfBB. To ANSTEBBAlf, By JOHANMES SMrr, , . . 

1767. 8". 



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VIL CHliiUKGISCHE OPERATIONEN. 

186—188. 



186. (L) AnnekMi wi Tetenbüll. . 

fS. 196) 

Brusibikl ^egeii leciils, fast im Profil, mit einer wt-isseu 
Haube, hat an der rechton Seite des Halses einen iingemeiu 
grossen Auswuchs, der ihr «inf der Achsel aufliegt und das Ohr 
ergriffen hat. Die Beleuchtung kommt von der linken SeiU)^ 
Die Abbildung rechts zeigt dieselbe Person nach der Heilung mit 
den Spuren der Operation. Das exstirpirte Gewacbs liegt in der 
untmn Abtheilung auf einem Brette: Der darunter stehende Text 
ist holländisch. 

Höbe: 5" 9*", Breite: 9" 1^. 

I. Vor der Seitenzahl in der oberen Ecke links. 

II. Auf dem Bilde der Patientin vor der Operation, wo sie noch 
mit der Geschwulst behaftet ist, steht hi der oberea Ecke 
links: Auct H. Ps^: 39. 

In diesem Zustande gehört es als Illusirirung zu Her 
späteren Ausgabe eines chirurgischen Werkes, ttberbaupl aber 
zu einer Folge von drei Blattern Abbildungen cbinirgisclier 
Operationen. Siehe die Anmerkung 16. 

Das vorliegende Blatt wird allgemein, und meines Dafilrhal' 
lens mit vullcni Hecht, filr eine echte Arbeit unseres Meisters an- 
gesehen; Smith führt es unter Nr. 196 mit den Worten an: 
Anneken Jacobs van Thetenhul. F''(z leres soll richlii^fr TetmhnU 
beisson. TelenhüU ist das weilJäuligsle und p-rtsstc KIk hspiei des 
Westertheils der Lands(i)an Eidersledt in Holstein. In (Icr Kupfer- 
stichsammlung I. M. der Königin Mm ie von Saciisen im /^niATscbeii 



233 



Palais in Dresden Jiegeu zwei Extuupiare (litM\s lilatles; das eine 
bal den itoUcindisclien Text mit gothiscbeu, das zweite denselben 
Text mit lateinischen Lettern gedruckt. 

187. (IL) Hendilek Hendriekn van Xnollendam. 

(S. 197.) 

Im Brustbild, als IJüsle, fast in Vorderansicht. Links, vor der 
Operation, mit schliclileni Haar, Schnurr- und Kinnbart , gegen 
rechls gewendet. Das Wainms ist oben aufgeknüpft. Er liat nn 
der linken Seile seines Gesichtes ein ehr grosses Gewächs, das 
die Stirn umfassl; rechts, nach der Optianun, ist er gegen links 
gewendet. Die Randhnie ist nur schwach mit der Nadel gerissen. 

Höhe: 5" 8"% Breite: 9". 

L Vor der Seileniahl in der oberen Ecke reelils. 
IL Auf der 'Abbildung des Patienten nach der Operation siebt 
in dem oberen rechten Eck : Auel. JL Pag: 46. 

Die Erhtfieit des Blattes, das zu einer Folge von drei Blät- 
tern Ahhiliiimgen rhirnr<:i<( Itci Operationen gehört, wird mit Recht 
bezweifelt, dassell)e jedoch der Vollslitndigkeit halber dem Werke 
C. Visscher's beigelegt. Die boUandische Erklärung dieses Falles 
siehe in der Anmerkung 16. 

188. (in.) Clara Blnek. 

(S. 199.) 

Gegen rechts gewendet, im Bnistbild, mit einer Uaulie auf 
dem Kopfe. Sie kommt doppelt vor, links mit einem tmgemeinen 

Auswuchs an der rechten Seile des Halses; rechls nach gescbe- 
fipner Operation und vollendeter Heilnng Das exslirpirle Gewächs 
liegt zwischen beiden Figuren auf (Miicm mit Tuch bedeckten 
Tisch. Unten in zwei Absätzen die lateinische Bescfireibung 
dieses merkwürdigen Falles. Die Beleuciiluug koiuml von der 
linken Seite. 

Höbe; ö" 10'", Breite: 9:* 1'". 

L Vor der Seilenzahl im rechten oberen Eck. 
IL Auf der Abbildung der Patientin nach der Operation steht 
in der oberen Ecke rechts; Auct. IL Pag: 54. 

Dieses Blatt gehört zu einer Folge von drei Blättern AbbiU . 
düngen chirurgischer Operationen; es wird der Vollständigkeit 



i^iyui^u^ cy Google 



234 



wegen zu dein Werke Cornel Visscher's gelegt, dessen Echtheit 
jedoch bezweileli, und zwar mil um so grusigerem Rechle, als 
sich der dargestellte Fall im Jahre 1G89 ereignete, der betreffende 
Kupferstich soroil auch nur nach diesem Zeitpunkte uod nicht fiHher 
entstanden sein konnte , Air eine so Oberaus spate Thtttigkeit un- 
seres Heisters aber gar kein weiterer Beleg aufzufinden ist, uod 
wenn man ihm das Bkitt dennoch zuschreiben wollte, seiae 
Lebensdauer Ober alle Wahrscheinlichkeit hinaus ausgedehnt wer- 
den müsste. Die kitcinische Beschreibung dieses Falles siehe in 
der Anmerkung 16. 



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A X U A N G. 
1—16. 



1. Amalia von Solms. 

<S. 109.) 

Oval, wenig mein* als &opf und Scbnltern, volles Angesicbl, 
nach lioks gewendet, das Flaar mit Perlen umwunden, deren eine 
von besonderer GrOsse milten auf dem Kopfe liegt. 

Dieses Hlnff h{ nnch Sinitirs Angabc ein (icgenstück von 
Nr. -1. Unterhalt) in zwei Linien: ameua de solms , . vxoK. 
darunter: Ger, mn Hondt-horst Pinxtt, 

Höhe: 127«, Breite: 10 englische Zolle. 

Eingedruckt in ein apartes Oval mit vier Ecken in der Hobe 
von lO^H und Breite 12'/« engliscbeo Zollen. 

Aucb bei diesem Blatte vermuthe ich, so wie bei jenem der 
Urinzessin Henriette (Nr. 5 des Anhangs), bei der Gleichbeit des 
Gegenstandes, und der Uebereinstinimung der GrüsseiivciliriUnisse, 
eine Verwechslung mit dem Stiche des /. Brouwer im 1. Etat, wo 
der Name des Stechers fehlt; io!i vermuthe es mit aller Bestinitnt- 
lieit, ohwobl ich dieses Blalt nie zu Gesicht bekam, dasselbe iuich 
nirgends crwfiliiit fand. Ich vennuthe ferner, dass uiclit mir diese 
zwei PorUails, sondern die ganze Folge von 9 Blättern: FmüKHJi:! 
Hr:vkici OrangI/I': pbikcipis pamiua (Siehe die Aiimerkimg 1) von 
/. Brouwer gestochen wurde. Die Fulye iiiuss die Bestätigung 
meiner Vermutbung bringen oder sie berichtigen. 

2. Jodok Gate. 

(B. p. 539, N. 41.) 

• 

Brustbild in einem Oval in Vorderansicht, etwas gegen links, 
mit Schnurr- und spitzem Knebelbart, und dichtem, slarkgekranstem 
Haar. Der umgeschlagene Halskragen ist schmal und glatt, das 



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236 



euganliegeiitle (iewaiid hat vorue eine dichte Reihe Kiiüple, und 
ist bis au den Hals hinauf geschlossen , auch die Aermel haben 
von der schmalen überschlagenen Manschette an, einige Knopfe, 
man zählt deren sechs. Das weite offene Obergevvand ist mit 
Pelzwerk gefüttert, hat kurze, Air fflr den Oberarm berechnete 
Aermel und dneD ziemlich grossen umgeschlagenen Pelzkragen. 
Die linke Hand reicht zum Oval heraus, und hält einen kleinen 
Octavband. Die Beleuchtung kommt von der rechten Seite. Das 
Oval ruht an dem etwas vorspringenden Heiler einer senkrechten 
Mauer, auf deren Giesimse rechts und links eine brennende und 
stark jauchende Lampe steht. Der Pfeiler wird durch ein flaches 
Kreissegment abgeschlossen, das in der Mitte unterbrochen ist, wo- 
durch eine Verliefung entsteht, in der ein Schnörkelschild, der 
den Schluss des Ovals bildet, anf^obracht ist Das darauf befind- 
liche Wappen zeigt oben drei Aruheaskrenze und unten drei 
Jakobsrnuscheln in •gleicher ^Stellung, es ist wahrscheinlich das 
Wappen der Familie Catz. 

In dem Segmente steht das Motto des Prieslers: Jvstvs rv Fide 
viviT Die Umschrift des Ovals lautet: R'*T* admodvm n>vs ivnocvs 

CATZIVS S. TH. LIC. .NATVS A^. Clü 10 LXXXl ISOVEMB. XXVnil DE.NATVS A°. 

ci3 13 cxLi 1A^VARV. XU. lu dem Postamente, auf dem das Oval 
ruht, steht ein siebenzeiliges lateinisches Gedicht in drei Abs<ilzeu, 
welche so gestellt sind, dass der erste und zweite jeder zu zwei 
Zeilen nebeneinander, der dritte von drei Zeilen jedoch unter den- 
selben steht; es lautet: Quem taCns e$ doeta manu 1 Cwloqß, 
SOYTMAN seuipen || BÄlDWIINIDBlf IVDOCVM; h ett { Ctelo, 
mmtuqß. lerrea \\ Snhlvnicr. CfBlo BEI \ Formatus in Terrut, 
fVIT: l COELO Dßl mne digiiMB; EST. darunter L< 6* 

Höhe: 14" 10"', Breite:. 10" 1'".* 

Dieses sclnhie Blatt, das unseres Meisters keineswegs unwür- 
dig wäre, kann man aber bei dem klaren Wortlaute der obigen 
Verse doch McinHinlrm anderen als Sontmayi zuschreiben. Weil 
dasselbe jedoch von Nagler und Basan unter den Arbeiten 
C\ Vtsschefs aufgezählt wird, so benutze ich den Aniass eine ge- 
naue Beschreibung des Blattes zu lielern, verweise sie aber als 
nicht zu dem Werke C, Visscher gehörig, in den gegenwärtigen 
Anhang. 

3. Barn tUeerbesom. 

In einem schmucklosen Räume, dessen rechte Seite ein glatt 
herabhängender Vorhang mit -einem davor stehenden und mit 
schwarzem Tuche Oberdeckten Altartisch ausfallt, auf dem ein Cm- 
cißx zwischen zwei Leuchtern mit hoben brennenden Wachskerzen 
steht, liegt auf einem, an jeder Ecke von Engelscariatiden mit 



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SciinOrkelfuss bcfrrcnztcn Postameule der Verslorbeiie aufgebaliri. 
Sein Kopf ruht auf einem Polster, der auf einer znsamtnengerollteii 
Slrohnialte liegt. Den Scheitel deckt das K!<ppchen, der Kinnbart 
ist ins Viereck verschnitten, die Hände rniieu zum Gehete gefaltet 
auf der Brust; bekleidet ist der verstorbene Priester mit der Alba, 
der Casel und der Stola, au den Füssen trägt er Pantoffeln. Im 
linken ubeien Eck schwebt über seinem Haupte ein Engel in 
Wolkeo, der mit der Rechten einen Palmenzweig und mit der 
Linken einen Kram bah. Die Beleuchtung kommi von der 
linken Seile. 

Die dreizeilige Aufscbrilt auf der vorderen Langseite der Tumba 
lautet: R"**. D. Bavo Clgerbeskm. moltarch pbo Christo falmarom 

ATB' I LETA GLORIOStS PlB OBPORNIVIT AHSTELiEDAMI xni NOVEÜBRIS 

ANNO I Christi 1661. ^tatis sc^c 73 sacerdoth et cvrje pastora- 
Lis 48. Dann folgt ein holländisches Gedicht von sechs Versen 
in zwei Ahsfttzen nebeneinander, je zn drei Zeilen. Es. beginnt 
mit: \yel. Härder van Gods vokk , nnd en<let mit den Worten: 
en waeckt voor uns in beäen. darunter rechts, dte Buchstaben: 

1. V. o. 

Höhe: 10'", Hreile: 19" 2"'.* 

In dem Exemplare der Ubertma siebt man auf dem Grab< 
male, dort wo die Inschrift steht, rechts, schwach gerissen, den 
Anfang einer Lorbeer-Giiirlande im Umrisse, was eine frohere nicht 
ausgeführte oder wieder geänderte Verzierung der vorderen Seite 
der Tumba verräth. Oer Name des Stechers fehlt. Dieses Blatt 
kommt weder hei Nagler, noch hei Smüh vor, liiidel siel» aber 
ni.tnchmal bei dem Werke Comel Visschers fiiurltgt, weshalb ich 
denn auch die genauere Rescliroibung desselben !>e. 

Die sprtle darauf v<wk(nmnende Jahrszalil 1661 erlauhl nicht 
es unserem iHeisler zii/iiseiiteihen, obgleich die Arbeit einer Meister- 
hand würdig ist. Was die Meistersciiat't betrifft, so würde man 
anserem VMier kaum Unrecht thun, wenn man ilim dieses Blatt 
beilegte, doch hat die Behandhing des Kopfes etwas FVemdarliges 
an sich, das an die Schul«; seines angeblichen Lehnneisters Saut" 
man erinnert und auch iu anderen BlSttern vorkommt, wie z. B. 
in dem schonen Portrait des Jodok Catz. (Nr. 2 des Anhangs.) 



4. Dirk Volks: Coornkert 

Brustbild in Voideransifhl , mit s( lilahl herabgekämmlem, 
massig grossem Vollbart. Er hat auf dem KDpfe einen Filzhut mit 
niederer Kappe, einer Hutschnur und nicht sehr breiter herab- 
hängender Krampe. Der Leibrock ist mit drei Knttpfen geschlossen, 
der umgeschlagene^ weisse spitze Halskragen tritt mir wenig hervor. 



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23S 



Der Manlel oder clan Uebergewand liegt aur den Aciiseln aur ; die 
Deleiichlung komml von der rechten Seile. In dem 1" 1'" lioheu 
Unterrande stehen rechts au^srrtialh des Stiches in kanm merk* 
baren Charakteren mit der Feder geschrieben die Worte: C. 
Wimh&r. sc. sonst ist der ganze Baum weiss. 

Höhe: 6" 4'", Breite: 4** 5«'. 

Dieses m hüne Portrait hegt in der k. k. lIolLibliolhek in Wien 
bei dem Werke Corml Vissche)\ und wird mit diesem tarnen be- 
zeichnet, von Adam Bartsch jedoch für apokryph gehalteo. Der 
Stich ist 60 schön, dass mir die Arbeit unseres Meisters vollkom- 
meo wUrdig zu sein scheinL Sie bat nichts dieser Annahme 
Widersprechendes an sich, ungewöhnlich ist nur die enge Scbraf- 
fure in den Pleiscbpartien , so wie der Umstand, dass sich der 
Meister in dem f. (dichte mehr als in anderen seiner KOpfe läng- 
licher Strichelchen bedient, um die Schattenpartien herauszubringen, 
meisterhaflL ist namenilich die Behandlung des Rarts. 

In F. Midieres beschrijvende cataloffiis van 7000 nederlandscke 
Portretlm (hide ich unter dem Sclilaj^worle Coomhert (Dirk Volkz.) 
keine Besclireihiiiig, die auf unser Blatt genau pauste, und somit 
auf den \nmen (hs Siechers führen könnte, ich uuiss demnarh 
diesen Punkt unentschieden lassen, und micli darauf beschranken, 
eine genaue Beschieibung desselben wia es mir vorliegt, zu geben. 
Zweifelhaft bleibt dieses Blatt inunerhin. 



5, HenxieUe Katharina Ton Hanaa. 

(S. 107.) 

Oval, wenig mehr als Kopf und Schultern, als Kind abge- 
bildet. Sie ist gegen links gewendet, den Kopf gegen die rechte 
Schulter zu geneigt, das Haar lang. Dieses Blatt ist nach SmiA 
ein Seitenstück von Nr. 1 des Anhangs {AmaÜa von Soktu) und 
ein Gegenstück von Nr. 20 des Werks. 

Unten in zwei f.inien: nE>'RrKTTF: a nassov . . . comiti; dar- 
unter in der Milte: Ger, von Uoiidi-horU Finxit, aber ohne Namen 
des Stechers. 

Höhe: 12Vs, Breite: 10 eagUsche Zolle. 

Gedruckt in einer aparten Bordui'c mit vier Ecken von folgeiHicn 
Dimensionen. 

Höhe: 16',8, Breite: 12^/« englieclie Zolle. 

So lautet die Beschreibung ^nith's, 

GJeich Anfangs mit einem gewissen Misstrauen gegen diese 
Angabc erfallt, sncbte ich eifrig dem Grund oder Ungrund der- 



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soThon auf die Spur zu kommen, und war endlich so glücklich zu 
erheben, und zwar in einem Grade von Wahi*srheinliclikeit der an 
G»nYissh('it grän/l, dnss (li<^sps Bl lU allerdings besteht, jedoch nicht 
voll Cornel Visscher gestochen, soiuleru von /. Brouwer, einem 
Siecher, dessen Lehensverhällni^se nach Aayler ganz unbekannt 
sind. Wie es kommt, dass Smith in diesen Ii-itlnmi verfiel, 
werde ich weiter unten zu erklären suchen und gebe nua nach- 
folgend die Beschreibung. 

Jugendliches Brustbild gegen links, der Kopf nach vorn, dem 
Beschauer zugewendet, mit zurückgestrichenem, am Scheitel mit 
einer Perlonschnur zusammengefasstem Haar, welches an den 
Schläfen in Locken auf die Schultern niederl^llt. Am Halse trügt 
die Prinzessin eine Perlenschnur, der Saum des Kleides ist mit 
einer srlimalen Spitze besetzt. Die Beleuchtung kommt von der 
rechten Seite. 

Im nnleren Aioclinifl des Ovals die zweizeilige !;\teini<r!ie 
LntersGhril't: HE.\RiETrr. a .nassov, üxor EKiNo LonR- | vico, ouie^- 
TALis FRisiA coMiTf. Darunter in kleinen Charakteren : Ger. van 
Hondt horCt PinxtL ohne Namen des Stechers. Das Pojlrait, auf 
einer ovalen Platte gestochen, ist in ein Passepartout gedruckt, 
welches einen, das Portrait umgebenden ovalen Rahmen auf mar- 
morirtem Gruode zeigt 

Höhe: 15« V'*, Breite: 11" 8'« 

Der spätere Etat hat denselben Kopf mit ungeänderter und 
unverbesserter l^nterschrift darunter, unter dem Namen des Malers 
Hondthorst in einer eigenen Zeile der Name <les Stechers /. Brouwer 
Schnipftt Das Ganze in ein anderes Passejjartoul gestellt, welches 
aus einer [»reiten Bordüre, auf der Genien ni't den Deschaftigungen 
des Landlebens angebracht sind, besteht, üben mit dem Wappen 
der Prinzessin geziert. Dieses Oval ruht auf einem viereckigen 
Grunde aus wagrechteo Linien gebildet, dessen EckstQcke mit 
KrSnzen und Palmen ausgefüUt sind. Auf diesem Grunde ganz 
unten ist zu lesen, links: Ge^btida fAnlterdam by Fredtridc de 
Widt, rechts: inde CaherOraat mde WiRe PaC, Caart. 

Höhe: 16" 9"', Breite: 13« 9'«. 

Ist eine Copie der Nr. 20 nnd zwar von der Gegenseite. 
Smith hatte einen Abdruck des /. Etot's vor Augen, in dem der 
Name des Stechers /. Brouwer fehlt. Da Bronwer nach <leni Stiche 
Visscher's iNr. 20) arbeitete und mit viel Geschick siinein ^ ()l!)ilde 
nahe k.un, so konnie Smith ganz gut verleitet werden auzunclnuen, 
dass er einen Stich Visscher's vor sich liegen habe, und somit leicht 
auf den Gedanken verfallen, dieses Blatt als eine echte bisher unbe«> 
kannt gebliebene Arbeit unseres Heisters zu beschreiben und zui 
Kenntniss der Sammler zu bringen. 



« 



240 _ 

6. Karl V. 
DeuUcher Kaiser. 

(S. 92.) 

Der Kaiser ist abgebildet id Dreiviertel-LliDge, siebend und 
nad) rechts blickend, mit einem querülxi stehenden Hunde, der 
den Kopf nach rechts gei ichtet hat. Der Monarch hat eine Kappe 
auf seiiTem Haupte, und trägt die Abieicheo des Ordens des gol- 
denen Vliesse^i. 

Innerhalb des Stiches unten rechts: [. C. Visscher excudebal 
(die Rnrhstabm /. € und V zusammengezogen i. Im ünlerrande 
die AVolte: carolvs V. u.a. uoman. imi>. skmpkh ai:g., in einer Zeile; 
dann in einer zweiten Zeile: Carolwt de V. by der gratten Gods 
Booms Keysei' altyt vermerdects Rycx. 

Höhe: 12' i, Breite: 9'/» englische Zolle. 

Dieses Blatt blieb mir gjinzlich unbekannt und ieb fand es 

in keiner der von mir durchgesehenen Sammlungen bei dem 
Werke C. Visteher eingelegt Da mir dieser Umstand auITiel, so 
wie, das:? Hecqjtet und Nagler in ihren Verzeichnissen von diesem 
Blatte keine Er\v;ilmnn«r maehen, so glanlu' irh eher eine mögliche 
Verwcrhshin'? mit cifieni .uuleren Meislei' annt hffipn, und es somit 
bloss in den Auhan;.; aui'uehmen zu sollen, obi^li ich <S^mt^Ä'< Angabe 
ganz bestimmt und ohne allen Vorbehaii lautet. 



7. Jakob Venaoelen. 

(S. 119.) 

Brustbild, gegen rechts gewendet, fast in Vorderansicht, mit 
Schnurrbart und beinahe struppigem Haar. Der glatte, herab- 
hängende Halskrageu ladet sich sehr breit aus, so dass seiut Spiizen 
die Achseln berühren. Der enge anliegende Rock ist anl der 
Brust mit einer Knopfreibe besetzt und zum Theil nicht zugeknüpll, 
nur die sechs obersten Knöpfe siiid geschlossen. Die Aermel stad 
weit, an der Innern Seite geschlitzt. Die Beleuchtung kommt von 
der rechten Seite. 

Im Unterrande stehen die Worte: Jaoobvs Vbr Mobleti. Ohne 
Namen des Stechers. 

Höhe; 6" 9'", Breile: A** 2'". 

Cahinel Phos van Ämstel, Graf Fries und Chamberlayne. 
Nagler kennt dieses Blatt nicht, nur Smith beschreibt es jedoch 
ohne weitere Bemerkung ttber seine Echtheit. Es lässl meines 
Dafdrbaltens eher die Hand eines anderen Meisters vermutbeD, 
etwa des Jonas Suffderhoef (?) ebenso ist der Cliarakter der Buch- 
staben der Schrift ein ganz firemdartiger, für den ich auf den 



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r 



241 



Blättern des Cumel Visscher keine Analogie fiinlr, weshalb ich 
(üesps Blatt dein Anhange zuweise. Die Resrhreihung liel'ere ich 
uacti dem £xeni|>lare, das in der Alhertina liegt. 

8. Jooit yan den VondeL 

(S. 121.) 

Oval in einem Viereck, in halber I.;inf.'e. etwas gegen rechts 
geneigt. Er hat eine schwarze Mütze auf seiueni Kopfe, einen 
glatten Kragen um den Hals und einen dunkeln zugeknüpiten 
Rock an. 

Oben hnker Hand die Worte: wtat und rechts: IXXX/K 
Auf dnem Postamente, unten, stehen vier holländische^ Verse. Sie 
beginnen mit: De yryze vondel und endigen mit: zyn gedickten* 
Ohne Namen des Maiers und Stechers. 

Höhe: T'/s, Breite: &'/> englische Zolle. 

Dieses Blatt stellt den Dichter in seinem 84. Jahre vor, das- 
selbe konnte somit auch nicht früher als im Jahre 1671 gestochen 
worden sein. Da nun Visscher angenommenermassen bereits im 
Jahre 165b gestorben ist, so kann auch dieses Blatt nicht von 
ihm herrühren, wenn auch die Beschalfenheit der Arbeil immerhin 
nOthigen sollte, ihm die Autorschaft zuzuschreiben. 

Ich bekam dieses Blatt nicht zu sehen. 

9. WUhelm 1. von Kassau. 

Prins von Oranien. 

(S 108.) 

Smilh giebt die Beschreibung dieses Blattes Iblgendernidssen. 

Oval in einer viereckigen Einfassung, in halber Gestalt, ein 
wenig nach rechts geneigt Er hat einen mit Pelz gefolterten 
Maotel Uber seinen Schultern, eine Krause um den Hals und auf 
dem Kopfe eine Hauskappe. 

Rund um das Oval: s^vis tranquillüs ln u>pis. Unten im 
Hände eine lateinische Inschrift in vier Zeilen: G-ulielmus^ D: G: 
Prtncep!^ . . . effigiem a Cornelio Vischero ad rivwn depictum, de- 
dicat coiisecratque ipse sculptor, D. D. Principibm Mawritio, et 
Hettrico ß^s Patenianm virlntum heredibns. 

HÖiie: 15V<> Breite: ll'/a englische Zolle. 

Der Aufnahme dieses Blattes liegt zuverlässig eine Verwecbs- 
luag zu Grund, es kann unmöglich von unserem Meister herrühren, 
und muss nolhwendigerweise von anderer Hand gestochen sein. 
Ich vermuthete von WiUnelm vot« der Delf, fand dasselbe jedoch in 

16 



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242 



dem Werke dieses Netslers nicht, aber merliwOFdigerweise eiii 
anderes desselben Prinzen mit einer fast wortlich gleichlautenden 
Unterschrift 

Das letztere Blatt ist ein Oval in ein Viereck gestellt, darin 
der Prinz, im Brustbild, in Vorderansicht, etwas gegen rechts, ohne 
Kopfbedeckung, mit wenigem und schütterem Haar, in der Bttstung 
mit schiH'idiger Brust und Vorderflügen; die Beleuchtung von 
links. Umschrift des Ovals; SiEvis tranqlillis in u>nis. Im Triter- 
rande fnnf Zeilen lateinische Schrift: Guflidmus D : G: Primeps 
Arausionen^<nnn -quam Celebeirimf Pr: effigiem ä Cornelio 1 Visrhero 
ad viüum depictam , ei G>n'Iielnw Jacubi Delphio cfclo hdc fonnd 
eoüpressam, dedfraf coiisecraiij/j ipse sculptor, DD : Prinapibns Mmi- 
rüio 1 et Henrtvo ßijs Falcmarum virtutum heredibus. Cum pri- 
vilegio lüustr : DD : Ordmum Gener, ad a^mos Odo An. Dom, 

CD* ID. C. XXIV. 

Uöhe: 15" 4'", ßreile: 9" 10'".* 

Dass das obige von iS^tfA erwähnte Blatt nicht von unserem 
Vissdter gestochen worden sein kann, geht aus der Unterschrift 
deutlich hervor. Es h'eisst darin : dedieat consecratque ipse seulptcr, 
D, D, PrincipihiH Mauriiio et Henrico /Uns . . . Beide mussten 
demnach zur Zeit der Widrming am Leben gewesen sein. Nun 
starb bekanntlich Prinz Mariz im Jahre 1625, der Stich miisste 
demnach mindestens in diesem Jahre, wenn nicht, was wahrschein- 
licher ist, frfJher beendet gewesen sein, ein Zeitpunkt, der für 
unseren Visschei' jedenfalls viel zu frühe ist, selbst wenn man iiu'jne 
Vermuthung theilen sollte, dass Yisscher (f 1658), ein Alter von 
etwa 40 Jaüreu erreicht hat. 



10. Wilhelm III. (?) von Nassau. . 

Prinz von Uranien. 

(S. 100.) ' 

Smith giebt von diesem Blatte folgende Beschreibung: Oval 
in viereckiger Einfassung, in halber Länge, in der ROstung mit 
tibergeworfener Schärpe. Er ist gegen links gewendet, sein Haar 
ist lang tind fällt auf die Schultern. Er trägt einen Kragea mit 
einer Schleife. 

Tm üntei'raii(]e die Unterschrift: wilhelmcis a nassaü wilhelmi 
piLius PRiKCT i s AHAiisjüMM, etc. Gauz unten rechts; Hugo AUard 
Excudit, Ohne ^an)en des Maiers und Stechers. 

Höhe: 16'/«, Breite: 12 Vs englbche Zolle. 

Es gliiikte mir nicht dieses Blatt aufzufinden, obgleich ich 
nach den Worten: wiuiiaHUS . . . wilhivLMi filius nur an 



9 

24a 



Wilheiui III. von Oranieu, der später als Wilhelm I. den englischen 
Thron bestieg, dfiikfn konnte, da ich in der ganzen StanMnfüfo! 
«ler Oranier von Wilhelm /. ff 1584) angefangen, ausser Wtlhehn • 
///. keinen Wilhdm fand, der gleichfalls einen Wilhelm zum Vater 
gehabt hatte. 

Der Verlag von Hugo ÄUat d lüsst gleichfalls vermutben, dafls 
vrnrUicb Wilhdm IIL gemeint sei; für diesen Fall aber kann 
Comd Viss^er das Blatt kaum gestochen haben, da der Prins im 
Jahre 1650 geboren, somit 1658, dem Sterbejahr unseres Meisters, 
acht Jahr alt war, und es nicht wahrscheinlich ist, dass er in 
seinen Kioderjahren schon in der Rüstung mit übergeworfener 
Schärpe gleich einem Kneger uod mit langem herabfallendem 
Haar abgebildet wurde. 

II, Wilhelms III. von Oranien Anfoahme in die Universität 

Leydan. 

Emblemalisches Blatt zu Ehren des jungen Prinzen WÜhtim 

III. von Oranien bei Gelegenheit seiner Auftiahme in die Univer- 
sität Leyden im November 1659. 

Der junge Prinz in aufrechter Stellung und umstanden von 

Herkules und Pallas, den Repräsentanten der Stadt Leyden^ ist im 
Begriff das Staatspferd zu besteigen, das die Zeit am Zügel hjllt. 
Die Zwiefrnclil, ifie Falschlieit und andere Laster, bildlich darge- 
stellt liegen auf den Kiiieen. Die Vorsehung , von Cherubinen 
unifj^ebeii , Stree k! in der Hohe gegen Hnks den Scepter über das 
Haus Oranien aus, das durch den PalasI der Stalthalter mit der 
Ankuull tler ('al()s^e des Prinzen vcrsinnlicht wird, und rechts die 
Ruthe aber die vereinigten Provinzen, welche durcli ein Schill per- 
soniflcirt werden, das in Gefahr steht im Sturme Schiffbruch zu 
leiden. Die Darstellung wird beleuchtet, links durch die Sonne, 
rechts durch den Mond. Ganz im Vorgrunde liest man auf einer 
grossen Bandrolle: Deo in^ßmmte quid»i$ 9i$lU gradum und rech- 
ter Hand auf einer kleineren Bandrolle befestigt an dem Stamme 
eines Orangenbaums, dem ein junger Zweig entsprosst, clas VVorl : 
Floreamt 1660 und etwas höher linker Hand: J, Zoet Atnsterd. 
invent. et e.rci(d. und rechts: A. v. Venne Delineavü. Diese beiden 
Namen befanden sieh ursprünglich weiter vorn und wurden später 
au jenen Stellen n u ligestochen. Höhe: 2b'' 9'", Breite: 37"!'" 
hüllündisrhes Maass mit Hinzurechnung eines schmalen Lnlerrandes, 
der zu einer Inscluili, die somit fehlt, bestimmt gewesen sein 
mag. Beigefügt ist ein gedrucktes Blatt in gross Fofio, weiches 
dazu gehört. Es hat die Aufschrift: Prinst^Biüc Zitmdteeld und ent- 
halt die Widmung an den Magistrat der Stadt leydei» und neun 
holländische Gedichte ein jedes zu zehn Zeilen von Jan Zoü Dichter 
von Amsterdam. 

16* 



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244 

« 



Dieses Blatt ist tbeil» mit dem Grabstichel gearbeitet, theils 

mit leicblcr Nadel radirt, es trägt <1en Namen Conid Visscher-'s 
nicht, wird ihm aber zu^^'schrieben. Es ist ein (•«It'^.'enheitslilatl 
von der grOssten S( Itenheit. Herr Knnatbftndler de VifCer im Haag, 

dem icb die kenntniss die.^es Blnlte«^ verdanke, keimt nur eio 
einziges Exemplar. Dieses seltene V(»rkt»nimen ni;i^', wie er meint, 
daber nlliren, dnss e« zu einer Zeil eiMlwen. wo die Regierungs- 
gewalt siiij in ikn IliiiideH der Gegner des Hauses Oranien be- 
l'aiid, weshalb es waiirsciK itilicb ist, dass es, gleich anderen Stücken 
ähnlicher Art, imlenlrilckt wurde. 

Höhe: 10" h'". Breite: 13" 7"'. 

Nach Smith ist Vissther im Jahre 1658 gestorben. Dieses 
Factmn als richtig angencmimen, kann aber das gegenwärtige Blatt 
nicht von unserem Meister herrühren, icb bin desbalb genOtbigt, 
es iD den Anhang aufzunehmen un<l nicht dem Werke Visseher's 
zuzuweisen; das Blatt seihst bekam ich nicht zu sehen. 



12« Baa Leiehenbegängniaa. 

|S. 48.) 

Das Leicbenbegängnisti eines künigs, dessen K0rp^ Mflniier 
aur den Achseln aus dem Thorwege linker Hand ' gegen die rechte 
Seite zu tragen. Eine Compositioo von vielen Figuren. Man be- 
merkt links eine sitzende l^ran und auf derselben Seite einen mar- 
scbireuden Trommler. Ohne Namen des Malers und Siechers. 

Kreile: 4>/«, Hfihe: 3V« englische Zolle. 

In dem Abdruck dos Anistenlanier Museums ist der Name 
nicht gestociien, nl^er aui dem Steine, welcher der Frau zum Sitze 
dient, sieht niii Tinte crei^clirieben : C. de Viffcher fec. So lautet 
die Beschreibung weiclie Smiili Mm diesem Hlatte liefert. Ä. Weigd 
giebt die Etats folgeudermassen an: 

1. Vor der Schrill, d. h. vor dem Namen. 

IL Mit dem Namen des C yntdur mit der Nadel ganz klein 
gezogen und zwar auf der linken Seite des Blattes. 

Es ]>\ sehr zu bedauern, dass die Beschreibung nicht ein- 
gebender ist und Ober Wappen, End)leme und dergleichen Gegen- 
stände, wie sie auf einer solchen Vorstellung wohl vorkommen 
mtlssen, namnitlicli über CebJinde und das Coslume, nichts er- 
wübnt, aus denen n);ni ;mr Zeit und Person srhiicssen, und dar- 
nach beurtbeilen kunnte, oli (!i« <»'s Blatt der Zeit nach überitaupt 
unserem VisHcher angeboren kann, oder <»b man nicht genOthigt 
isl, es einem anderen älteren Meisti'r zuzuschreiben, in welch letzte- 
rem Falle man wohl nur au den alten Clas Visscher denken konnte. 



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w 



245 



der in dicstr Rirhtiing molirfadi tlidtig war; oikr hätte iiraii hei 
ileni C. ViCfcher der II. Adresse an Coniel YifXcher aus Gouda als 
Mah-r m denken? — Ich hnlie dieses Hlatt nie gesellen und glaube 
S(*nnt ini necljfc zu sein, wenn ich, in so lange meine Hedenken 
iiichl gründlich btbeiligl sind, dieses Ülatl vorläufig dem Anhange 
zuweise. 

13. Die Tafel an der Börae in Amaterdam. 
(S. 50.) 

Eine Gedenktafel. Oben befindet sich ein Hahn, unter ihm 
Mercur mit dem Caduceus in der liniken und der Börse in der 
rechten Hand. Die Seitenverzierung ist aus Pergamenten und 

Büchern und dergleichen zusammengestellt. Unten am Hände ist 
iMH Fhissgotl, mil der einen Hand das Huder, und in der andern 
eiu Buch haltend. Auf (Nt Talcl steht ein holl.lndjsches Ccdichl 
in 47 Zeilen: Aen de Ih.i i:6-Bt Kits K.nkcht. Ohne Nameu des 
Malers oder Slcchcis. Dimensionen der Platte; Höhe: H'/s, 
Breite: 8^/»; des Stiches» aliein ; Höhe: 14, Breite: 8V* enol''»*^!^*^ 
Zolle. Mit diesen Worten giebt SmUh die Beschreibimg nach dem 
einzigen Exemplare das ihm zu Gesiehl kam, und welches im Ca- 
hinet Ventolk sich befand. Dieses Blatt finde ich im Auctions- 
katalog dieser Sammlung uoter dem Werke Vissditr nicht erwähnt, 
wohl aber kommt es in dem Katalog des Kunsthändlers Ä, G. de 
Vissar im Haag l'Ur die am 23. Jänner 1$05 abzuhaltende Anclion 
unter Nr. 256 vor, und wird mit den Worten aufgeführt: Vers 
adressps par Je roinmiH d la honnie d'Amslerdam. In ncsscn Hände 
es ilher^'ing, und um wl'IcIu'ii Pi^ms ist uiu' nicht hckannt ge- 
worden. Fat:i>EitiK Mllleh in stdncni bekannten f ATALoGis v\> 7000 
l ORTRETTEN VAN Nkoehlandkus cilicl Unter ^^. 4004 ein Blatl. wel- . 
dies mit dem obigen wohl hulenlihch ist, mit folgenden Worten: 
Uitüoerig Holl, vers op de beurs met opschrifl: Äen de Berns van 
Ä, : Boorluchttgh Koopslof, meesterstuek mn Keizer, enz. In eenm 
lan§m, am hädvoerk m versieringm zeer tijkm rand, waarbovm 
Meremim «n het Jaar 1643. {Door C. Viaseher,) Zand, eenigeti 
naam, kL Fol, Zeer zelds. 

Da nach meiner Auiiaiuue Visscher iiu Jahre 1G43 etwa 23 
Jahre alt f?e\vesen sein mochte, so liat diese frdhe Jahreszahl für 
mich ni<'!ils BelVemdliches, was nach der hishe. illdichen Art zu 
rechnen allcrdiut^s der Fall wäre, da n.ich d(Msc!l)f ii Vissclier die 
riatte in seinem 13. Lehensjnhre gestoclien haben uuisste. 

Obgleich nun zwei Aulorilalen , MnUer und Smidi, liir die 
Kchtheil des Blattes stimmen, so neiiinc ich, da ich aus eigener 
Anschauung nicht zu urlheileu vermag, dennoch Anstand, dasselbe 
jeut schon unter die echlen Blätter Vissdier'i ohne Vorbehalt ein- 
zureih«Mi, und weise dasselbe somit dem Anhange zu. 



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24t> 



14. Allegoritohes Titelblatt. 



IN. 143.) 



Die Srhut/gOttin eiiirr in<1rhtigcii Stadl mit aiirgolnstt'in jje- 
iiiigrlteti) Haur, die MaiitiktoiH5 auf dem Haupt, den liluk iiaili 
aufwärts gerichtet, mit eiilblösster Schulter, von dem weiten Ge- 
wände nur leicht verhüllt, sitzt anniulhig hingcgolsen anf einem 
Triumphwagen, stützt sich auf ihren rechten Arm, dessen Hand eine 
ganz kleine Tuha hält, und hebt mit der linken einen gewichtigen 
Schlüssel empur. Der Wagen wird von zwei l>Owen gezogen, auf 
denen zwei Genien sitzen die sie lenken. Der Zug bewegt sich 
gegen rechts. Der Wagen wird zu beiden Seiten von allegorischen 
Figuren heuloilet. f.inks srl)r»'ilrt mit einer Krone auf dem Haupte 
und Sccpler in dw Keclileii , das sie jnihlickendr IMerd mit 
der Linken am Zaume führend, die v\<'h^'oln( fi luif Europa, hinter 
ihr, Dogen und Pfeil in den HJind^n hallend, mit einer Ffdcrkniue 
auf dem Haupte und dem Ktieher am Rücken, die halhnakte 
America hegleitet von einem Armadill, endlich ganz rückwärts, 
hinler dem Wagen, ein in einen Mantel* gehcdlter bartiger Mann 
mit einem Baren zur Seite, wahrscheinlich Moseovien {Rnsdand) 
reprdsentirend. Rechter Hand schreitet die anmnthige Agia mit 
Blumen in den Haaren, Blatter in der rechten Hand haltend, mit 
der linken da- K imeel am Zügel neben sich führend ; dann kommt 
die schwarze Africa, ein weisses Tuch um den Kopf gehunden, 
mit einer Perlenschnur imi den Hals, ein kleines Füllhorn mit 
Pflanzen im link«^n Arme Irai^tMul. Hinter ihr und den Schlliss 
bildend, schreitet die majestälisciie Gestalt eines Elclanlen. 

Von «thcn Inirlil ein Liehlglanz herein, und liinr gellilgelle 
(.t'Micn Ua^en, zwei iinks und ihei rcciits, ein längliches zur Auf- 
nahme der Schrift besiinimtes Tuch. 

Die Belenchtung kommt von der linken Seite. 

llOhe: 15" 11'", Breite: 11" a"'. 

Nagler citirt dieses Blatt unter Nr. 143 und zwar nach dem 

IFmA/t'/'x hen Katalog, wo es dem Vinscher zugeschrieben wird. 
^\lch ihm wäre es ein Titelblatt mit der Aufschrift : BUiviana, und 
gehörte somif zu einem geographischen Werke, das zn tn\Nichl zu 
brkomm»'n ich aber nicht so glücklieh war. Nagh'r u\.\rh\ aus 
der in dem Wagen sitzenden Fitrur dir F.iHtin Cyheh, vva> )* ddch 
zu den Allril»nfen dersellM-n nirhl vwhi |>asst, da die Schlüssel in 
ihrer Hand vichnehr die Scimt/.gollin einer Stadt andeuten. Das 
Dlalt fand ich in der Galerie des Grafen Ilarrachy und bin somit 
in der Lage, die obige ausführliche Beschreibung zu liefern, glaube 
auch hiermit keine Verwechslung mit einem anderen ähnlichen 
Blatte zu begehen, weil die sonstige Beschreibung darauf ziemikb 
genau passt. Dennoch halte ich es nicht ftlr Comeh Arbeit, 




247 



weshalb ich es auch nicht in die Zalii seiner Blätter aulnehnie, 
sondern dem Auhange zuweise. Ebenso Ubergebe ich ein ferneres 
JStelblatt. zu einem geographischen Werke mit der Aufechrift 
Aretiea (JET. 46, AT. 141) weiches von NagUr dem C. van Dakn 
zugeschrieben wird, so wie das, zu einem geographischen Werke 
gehörige Titelblatt, welches Africa vorstellt, im Winkler'sychen Ka- 
talog dem Ytssdur zugeschrieben wird, und bei Nagkr unter 
INr. 142 vorkommt. Ich musste mich ura so mehr darauf be- 
schränken, die letzteren beiden ßlälter nur einfach anzuführen, 
weil es mir nicht vergOnnl wai\ sie zu sehen. 



15. Die Grotte. 

(S, 78.) 

Der Mann sitzt auf der rechten Seite der Platte, iit gegen 
links gewendet und hat seine Arme rund um den Leib eines 
Weibes geschlungen, welches am Boden neben ihm sitzt und ihre 
rechte Hand auf seinen, linken Fuss gelegt hat. Ein Hund liegt 
rechlei' Hand und schläft. 

Innerhalb des Stiches oben rechts die Worte: P, D. Laer 
j). Romas. 

Rdbe: S7i, Breite: 6V« eogliscbe Zolle. 

Dürfte wohl jenes Blatl sein, welches im Katalog Verstolk 
unter Nr. 1342 mit der Benennung: „Un Berger carressant tine 
fille/* vorkommt und mit 27 hoUSnd. Gulden verkauU wurde. 

Die obige Beschreibung findet sich bei Smith* Da idi dieses 
Blatt in der Albertina im Maierwerke P. de Laer fand, sa bin ich 
in der Lage von diesem Blatte die folgende genauere Beschreibung 
zu geben. 

In den heimlichen Raum einer verschwiegenen Felsengrotte, 
d'Ten thomlnilicher Einj^nn^' linker Hand die Aussicht auf eine von 
Heenlrn lu h lilp LriTidschalt bietet, hM <\rh ein verliebter Hirt mit 
seiner SilHiiien gelUichtet, um da ungesLürt und nnhelauschl eme 
Schäferslunde zu leiern. Er ist in der üblichen italienischen Hir- 
tentr<\cht, nämlich in einem Gewände mit langen Aermeln, niil 
der zottigen Hirlenjacke ohne Aermel darüber, die Hosen sind weit 
und gehen bis zum Knie, die Strümpfe and schlotternd, die 
Schuhe reichen bis zum KnOchel. Er sitzt am Boden gegen links 
gewendet, 'und hat sewen zärtlichen GefQhlen gegen seine Freundin 
dadurch Ausdruck gegeben, dass er sie mit beiden Armen um den 
Leib gcfasst hält. Sie sitzt gleid^'alls am Boden, blickt ihm ins 
Gesicht, so dass sie en fa<;e zu sehen ist, bat ihre linke Hand auf 
die rechte Schulter ihres Anbeters gelegt und stützt sich mit der 
rechten Hand auf seineu linken Fuss. Sie lächelt und hat den 



248 



Rusen mehr als sich zieiiil eiUhlOssi. Die Hemdeclnnel sind weit 
tiiid reichen bis znin Handgelenke herab. Der zfiriliche Phüemon 
hat seinen ScIiNn-rsfali ihm! Hiil iibL'flri:!. Krtzlciei , dessen rückn 
warti^^e KrHii)|M' ciuas aurjj:eri>lll i-^i , l\v<il rccijl!» am Bndrn. Der 
trem; Be<ilt'iii'i", dn Si liaferhniul. i-t idlichlvei ;,^e8sen dem Beispiele 
s<-*ines Ik'ini gelullt und l»al tlie liiin anverlraule Heerde sorglos 
ilirem Schicksale überlassen. Milde von der Verrichtung seiner 
Dienslpflicbt, hat er im ftOcken seines Herrn nahe am Felsen sich 
ein kohles PlMzchen atisei'sehen und sich zum erquickenden 
SchJflfcben behaglich auf demselben niedergelassen. 

. Die Beleuchtung koinmt von der linken Seile; rechts in der 
uberen Ecke liest man: P D Laer p Ramm 

Höhe: 7« 8"', Breite: 5" 11'". 

Ich wnge es nicht zu hesliunnen, welrliom Meister das Blatt 
zuziisrliwilion wSre, irlinilM' aber bei der eigenllninilichen Form der 
Wolkriiparlie, so wie bei den IKlrten, welche su li in der Behand- 
lung des Gesteins nlTenbaren, es unserem Meister nicht beilegen 
zu sollen, wesbalb ich es ans der Zahl der zweifellosen Blätter 
Viischff^s ausscheide und vorläufig in den Anbang aufnehme. 

16. Die dni Hunde. 

(S. 49.) 

Einer derselben steht quer Uber dem Blatte mit dem Kopib 
gegen rechts, hinter ihm zusammengckoppelt die beiden anderen. 
Der eine hat seinen Kopf nach rechts gewendet, der andere nach 
links. Ohne Namen des Malers und Stechers. 

Höhe: 5'«?, Breite: 3'/8? englische Zolle. 

Smith, imh dem ich die obige Beschreibung gebe, macht zu 
diesem Blatte die Anmerkung: 

,,Das einzige Exemplar, das ich kenne, befand sicli früher in 
dem Cabinet Baron Verstolk und ist gegenwärtig in» Besitze dos 
Britischen Museums. Ich bin nicht im Stande das Maass genau 
ünzu-^rltcn, weil das Blatt aiigenscheinlirh slaik beselinillen ist.** 

In dem AuclionskataJuge dieses ('abinels kununt das Blatt 
nicht vor; mir bheb es unbekannt, wie es mir denn überhaupt 
aulTallend ist, dass es, wenn echt, bisher so verborgen bleiben 
konnte, um den scharfblickenden Augen sämmtUcher Chalkographen 
bis auf die neueste Zeit zu entgehen. 



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0 



ANMERKUNGEN. 

1—17. 



1. 

FhIDERICI HeNBICI OiUMGLB PBINCiPIS FAMILIA« 

Das ^ctiwarz gedruckte iitelhJaU laulet: 

FUEDERICVS IIENRICVS, | ILLVSTRISSIMVS ORANGI« PHIISCKI'S, | AC | NAS- 
SAVIAE CüMKS, &C. | CVM | NOBILISSIMA UXOHE SVA | AMELIA, [ NATA | 
COMITISSA DE SOLMS; | iNEC KON ET OMNES PllOLES EIVS EX EADEM | TRO- 
GENBRAT/E, { CVM | DVABVS | MATRIMONIO C0?riVnCT13. | OM^ES iEltl 
CISI, I AVCTOftB AC DIReCTORE P. SOVTMANNO | BARLEME^SI, ) PIGTOEE 
QVONDAH I REGIO. 

Die Heihenfolge der Blätter ist folgende: 

1. Fredericos Hekriccs a Nassau. 

2. Amalia de Solms. 

3. WiLHELMvs a Nassau, 

4. Maria Caroi i II reg» fiua primogenita, 

5. FrEDERICL'S WilRELHÜS NARCHIO BRAISnEMlURGICt'S. 

6. Koi«:a a >VvssAr MAiiciiroMs Brakde^bijrgici uxou. 

7. Albkutina Ag>es a Nassai:. 

b. iIr.M!fKTT,\ Cathahiw il Nassai-. 
9. Maria a .Nassm fiua qlautoüemta. 

Das ohif^e Titelftlalt laiul ich in der Alberiina. Nacli AiiLi.tlH! 
desselheii besieht diese Folge ans den olnfren neun HliUleni und 
iiichl aus zwOlfen, wie es Naylt-i Si\ 42-,>-) tuid Smilh Nr. 134-145 
angebeu. Ilecqnet liiUlL diese lilätlei' in den Nummern 35 bis 4*6 
au^ ohne jedoch anzugeben, das« dieselben zusaniniengehAren und 
eine Folge bilden. 

Smith erwähnt, Seite 54, er habe bei Feststellung der ßltttter 
dieser Folge bedeutende Schwierigkeiten gefunden, indem einige 



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250 



Schriftsteller behnupfeft: (liosellic besiehe ans 15, w.'ihreiid andere 
angehen, sie bestehe sogar ans 16 Stücken; jf th nf'aDs liabe er 
die Ueberzeiigting gewoniH'ii . dass sie ans jenen 12 Blättern be- 
siehe, welche er in seinem V eizcichnisse als Folfre aufzahlt. D.t> 
Schwaokende in den i!elian|)tuu^en über die Anzaid der Blimer 
sei, wie er vermulhet, dadmcli veranlasst worden, dass man Bialler 
aus einer anderen Folge aufnahni, welche den obigen ^.niz ähn- 
liche Portraits enthält, die gleichfalls nach Hondthorsi gestochen 
sind und in Soutman's Verlag erschienen, und zwar mit folgen- 
dem Titel; effiqjrs vabiab nobilissimabvii ac rbgalitm püRSOKAavii; 

NEC NON ET ALIQVORVM AUARVM MAGNATVlf, IN EVROPA CELEBIIITM. 

Omnes, a precedentibus diitinetiB, ARTiFiaose AERr incisae,- avgtore 

AC DIltECTORE P. SOVTMANNO HARLEM ENSl, . PICTORE QVONDAM REGIO. 

Gegen diese bestimmt lautende Angahe SnUth'g muss ich 
meine obige Behauptung, die Suite bestehe Hiebt aus 12 sondern l 
bloss aus 9 Blattern, aufrecht hallen, nicht aus Rechthaberei, 
sondern aus Gninden. Das Fundament, auf das ich mich hierbei 
stillzo. ist der denl liehe Wortlaut des Titels, welcher besagt, dass 
diese Sammlung chr^ l'orlrail Friedrich Ileinrirh's von Nassau, jenes 
seiuei' Gemahlin Amalia von Solms ^ deren Kinder {omnes proles) 
und der zwei an^'elieiralhetcn fürsilichen Personen 'cum dnabm 
matrimonio foiijnucli.'i , sdlicet personis) welche in dieseui Falle 
Friedrich Wilhelm von Brandenhnrq und Maria Tochter K<ini^' 
Karl I. von England waren, enUiaiieih Von andereji Persüulicb- 
kdleu ist durchaus keine Rede, man kann demnach, will uiao 
nicht willkührlicli verfahren, andere Portraits dieser Sammlung 
nicht beilegen. Bedenkt man nun, tiass des Prinzen Frairiek 
Heinrich von Nassau Familie im Jahre 1649 wirklich nur aus 
einem Sohne und vier TOchtern bestand, so giebt dies mit Hinzu- 
rechnung der durch Heiräth hinzugekommenen Prinzessin und des 
Kurfürsten die Anzahl von nenn Personen, welche die Folge dar- 
zustellen hestimml ist. Schon der Umstand, dass alle diese 
Bldlter die Jahreszahl 1649 tragen, während die drei andereo 
irrig aufgenommenen vom Jahre 1650 sind, h<1t(e billigcrwdse 
aufmerksam maelien und gegen ihre Aufuahme in die Suite Be- 
denken erwer!( f'u sollen. 

Uli gehe «He Blittter, abweichend von Smith , in (b'r Reihen- 
folge wie ich sie in der Alberlina geordnet fand, weil dieselbe in 
der Thal die natürlichste ist. Gebundene Exemplare, und selbst 
solche, wo die Blätter zwar lose sind, das gedruckte Tilelblall 
aber dabei liegt, mögen nicht häutig vorkommen. 

Die zweite von Smith erwähnte Folge mit dem angegebeaea 
Titel: effigies variae u. 8. w. in welcher das gefehlte Wort 
ALfARvu statt AUORVM ehof ein Schreib- als Druckfehler sein darfte, 
kann als ein Anhang zu der gegenwärtigen betrachtet werden und 
wird in der Anmerkung 3 besprochen. 



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251 



2. 

Oi^ATtüR PKIISÜ.N^, FEUCIORÜM TEMI'üKt'M UEUIJITOHES. 

Der schwarz gedruckte Titel lautet: 

QVATUOR I PBaSON^, | QVIBVS LBYDA DEBEHT { ET | HOLUNDlA { IMTIITM | 
BEDDITOIIVM | FEUGTORVM TEMPORVM. | QT1BV8 ADJVTfCTiE SVNT EFFI6IE8 
CELEBfiRRIMI | BKTORnMHlAPfll P. SCRIVERII, AG IftGEMOSI ADNODVlf | SCTLP- 
TOmS ET PICTORIS B. GOLTII, | NEG N0> ET EXPERTISSIHI' | QVO!<mAH 

MEDtCI I PARACELSI, [ OMISES JEM INCISiE. | AVCTORE AC DIRECTORE | P. 

SÜVTMANNO I IIARI.KME.NSI, | PICTORE ( OVONDAM REGIO. T)l der dliUeil 

Zeile iiiilei- dem Worte debeht rechts auf der belle die Worte: 
Struth L 8. I PK /«'. 

Die n<'ilienfolge der rJlaUer ist Iblgeude: 

iiIaU 1. FBA^t:lsclJS Valüesils. 

Blalt II. Magdale.na Moo>sia. 

Blatt III. Jakdb boosa. 

Blatt IV. LoBOTicus Boisotus. 

Blatt V. PfeTRUs- Sgriverius. 

Blatt VI. Henrigdb Goltzids. 

Blatt Vn. Pap. ACELSCs. 
Smith macht die Anmerkung: Covms und Morlier waren 
spMUM- Hesitzpr der vier grossen Platten, aher iliru Adresse wurde 
nicht (laraiif gesetzt. Diese Platten lintten früher eine holländische 
l'ebcr.sel/ung der lateinischen Zeilen iiiiferihilh mit Typen gedruckt. 
HInM I — V kommt in dieser Abhandhiiig vor, Hlait VI ist von 
Jonas Suyderhoef gestochen und in uieiner Monographie ühtv diesen 
.Kleister unter Nr. 30 beschrieben, Blatt VU endlich von P. vm 
Sompel gestochen, kommt selten vor. Da es meines Wissens nur 
von Hecquet etwas genauer erwähnt wird, so gebe ich, da sich die 
Gelegenheit hiezu ergiebt, in Folgendem die genaue Beschreibung 
dieses Blattes. 

PARACRLSl'S. 

In V(H'deransicht, das volle Gesicht mit der kleinen etwas ge- 
luigenen Nase und dem noch kleineren und geölTnelen Munde, 
<ler die weissen Vorderzcihne hervorblicken liisst, etwas weiiiLics 
nach links gewendet, das Au^re aber gerade auf den Beschauer 
gerichtet , mit iH'rahhangenden lau^^en geringelten Haaren, hat ein 
geschlossenes Gewand von dunkler Ftube und tdiuc Kragen, so 
dass das besatzlose Hemd etwas hervorsieht und den ganzen Hals 
bloss tassL Auf der Brust hflngt an einem Seidenbande ein klei- 
nes ovales, am Bande mit Steinen besetztes Medaillon, das den 
Kopf eines Kaisers mit der geschlossenen Krone , sehen Idsst Auf 
dem Kopfe hat er ein Sammetbarett, auf dem ganz schief und 
kokett, und zwar auf der lachten Seite des Kopfeis, eine 



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252 ♦ 



iiieilere Pelzmütze siizl. Die Beleuchtung koiuint vou der linkeu 
Seile. 

Die rnff i'^rhrirt im rnlerraiidi' l;mJf'l: kff'giks pakacki.si me- 
iM( r CKLKKUuiiMi «iiiniiitiM' in zw«m Ahsätzen neben einander, jeiler 
zu vier Zeilen, ♦•ifi Mrlilzeili^a*s Geilulil, wficlu's niil: Edura fortis 
beginnt iiiid inil : H)lre( favilla. <'ii(lt'l. (iauz unten links: P. 
Sontuiau Junen. Ef/iykiuä et Excud, rechts: Cum Fi inil. P. Van 
Sompel Sculp. 

Huhe: U " i", Breite; 8" l'*. 

I. Der liescliriebene mit der Adre»se: SotUman Imwn. 
Effigiamt et Bxeud. rerhls: Cum Primi. P, Van Son^i 
Seuip, 

II. Die obige Adresse geSoderU Dieselbe lautet nunmehr, links: 
P. P,^Rub. pinsiL in iler Mille: P. Soulman Excud. rechts: 
Cum Primi, P. Van Sompel Scnlp. 

Ge£fen diese Rangirung der itat's dürRe wohi kein gegrüude- 
U'( Zwiilcl erhoben wurdtii küiinen. 

Mao bemerkt, allerdings nur äusserst schwach, unter dem 
erslen Absätze der Verse und zwar gerade unter dem zweiten a 
in dem Worte pabacelsvs zwei ganz kleine, fast unmerkliche 
POnklcben, welche die scbwai;hen Reste der starken oberen End« 
punkte der zwei ff in dem Worte Bffigiauit der Adresse des /. 
Etat's sind; aber auch abgesehen von diesem Kriterium spricht 
das Blatt in dem fraglichen Abdruck zu laut für das Recht der 
Priorität, als dass man \hm dieselbe mit Gnuid verweigern könule. 

Sonui ndlt aber .iikIi dor Vorwurf von selbst, den Jhrquei 
dem Verleger Soutman macht und ihn ijeradezti eines arlisliscticn 
Diclistahls beschtddigt, wenn er in senu iii caiai ikm k dks kstampfis 
<;ha\kks d'aprks Rijbk>s hei Nr. 73 «ler Porlrails aid S. 151 sagt: 
Quelques Amateurs fonde Cur ces mots: P. Soutman invenit ^' ex- 
a$dit, qne Ton trouve aux Epreuves poüerieures d la place du nm 
d» Rubens, prütndau que cette B^ampe n>ft point de ee Peinire, 
Ü paroit eependant certain qu*eMe a eti gravees Air h deltein de 
ce dernier, ^ qne de(t tm vol qne lui a fait P, Soutman, Cm 
DiCciple, lorCqnan Heu du nom de Huben», ü a fait graver U den 
Cur la planche, La moniere du Maitre y eCt trop reconnoiCCable 
ponv Ce rpfuCer ff cette apinioH, fui depuie long-temps eCt ceUe des 
meiüeurs ConnoiCCenrs. 

Eher dilri'te die Angahe des Blattes im /. Etal auf irgend 
einem Missverslündniss beruhen, und die Sehuldliotgkcil Suutmans 
geht wohl daraus deullieh hervor, dass er es nirlil uiilerhess diese 
irrige Angahe zu berichtigen , wodurch dann der II. Etat entstand, 
in welchem dem Maler Rubens die Ehre der AutfMrschafl gegeben 
wird* Die ganze Schuld Dlllt vielmehr auf Beeqwt seihst, der diese 



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253 



zwei Etat's wahrschcinlicli wi'^cu M;mf,'<'J einer eingcliendeii Prü- 
fung oih'V weil ijiin keine guten Alxlnicke voj-laijen, mit einander 
vcrwet hseli, ilen zweiten zum ersten macht, unti daiauf seine ße- 
sciinliligiing gnindet. * 



3. 

EvPiGlES VARliü NOBUJUM PERSOIfABtni. 

Das schwarz gedruckte Titelblatt lautet: 

EFPIGIES I VARI^ | NOBIUSSIMARVM | AC REGALIVH | PEHSONARVM; | MEC 

ISON I ET I ALIQVÜRVM ALIOBVM MAOATVM, | IN EÜROPA CKLERRIVM. | 

Omttes, a prd'cedoKifms diCtincta*, \ artu'iciose jem i.ncis.e, | avctore 

AC DIRKCTORK l». SOVTMAMM) ) HAßLEMENSl, | PICTORE QVOt\DAM | REGIO. 

Die Reihenfolge der Blätter ist nachsiehende: 

1. Joannes Malritius Nasrnvioi comes. 1G47. 

2. JOAISNES WoLFERD de ÜREDERODE. 1647. 

3. LtiDOvjCA Christina dümna de Bebdebode. 1647. 

4. Cabolvs //. M. Briiamim rex, 1650. 

5. Chbistina Svecorum regina» 1650. 

6. Cabolus Lddovicus PakUiwus Rheni, 1650. 



4. 

Cwnel Visscher scheint den Auftrag bekommen zu haben, nach 
gewissen Angaben ein satyrisches Blatt auf Oliver Cromwdl zu 
liefern, wozu ilim die Platte mit Camphuifsms Portrait, die in 
seinen) Hesilze f^ewesen sein ninsste, am lauglichsteft schien, da 
dci Kopl desselben sich leicht in den des Generale umwandeln, 
uiui nuch das Beiwerk zu dem beabsichtigten Zwecke recht gut 
verwenden liess. 

Die Zeit dessen Anfertigung dürfte, wenn ich die Embleme 
richtig deute, zwischen die Jahre 1649 und 1653 fallen, da ich 
in dem Beile unterhalb der Königskrone eine Anspielung auf die 
am 30 iflnner 1649 erfolgte Hinrichtung Königs JKor^ /. sehe und 
CrmweWs elu*geitzigc Pljtne, die nach der höchsten Gewalt in dem . 
vereinigten Königreiche gerichtet waren, erst nach jener tragischen 



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254 



Catastrophe klar zu Tage traten*). Anders^ts iicnut aber die 
Unischrift Cromwell noch aU GeneraUieutenänt, welche Würde er 
Dach der Schlacht bei MaarUmamr am 2. Juli 1644 erhielt und 
zum Jahre 1653, wo er zum Protector (l<?r drei Königreiche 
ausgerufen wurde, fortbehielt, woraus nothwendig folgt, dass unser 
Blalt vor dem Jahre 1653, und uiclil später, erschienen <vm mnssle. 
Befreuidlicii sind die känipleiideij ScIiirTe in der rechleu olin i ii 
Ecke. Sie filhreii die liollaudistlH' umi simnist lu? Flagge uud 
deuten soiiiit aul" einen Seekrieg zwischen Spcnueii und den INic- 
ilerlanden hin. Da nun die Zwistigkeilen zwischen diesen beideo 
Staaten in ileni Frieden zu Münster vom Jahre 164S ihr Ende 
fanden, so würde dieses ein noch früheres Erscheinen unsere» 
Blattes vermiilhen lasseii, dann Aele aber auch die obige Anspie- 
lung auf KarVs I, Hinrichtung weg und das Mgliche Beil mflsste 
somit eine andere mir unbekannte Bedeolung baben. 

Aus dieser Verwendung der Platte' des Porlraits von Com- ■ 
phurfsen liese sich auch die grosse Seltenheit des letzteren ganz 
ungezwungen erklären. Die Unterschiede beider BlStter sind be- 
deutend und bestehen in Folgendem: 

Dei' Kopf Cantjjhiu'ßen's wurde in den des Cromwell verändeit, 
von der Figur dei Erstereu l)lieh nur der umgeworfene Mantel. 
Der Tisch mit dem Papier und ih^v Schrift isl versclnvnnden und 
an seiner SteUe der Mantel herahgezo^'^en. Statt der Feder liäll 
Cromwell den ( ( inni unldslnh, man sieht noch den Rest der Feder 
in einem Striche, dei' >«(iiiäg und störend über seinen Daumen 
gebt, (Ins dunkle Ende derselljcn wurde in eine scharfe Falle vcr- 
iinderl, dei' Lorbeer und Palmzweig als l^iiiassung verschwinden 
gänzlich und werden durch ein Oval mit Schrift ersetzt. Der 
ganze untere Theil der Platte mit der ünterschrill und dem hol- 
landischen Gedichte wurde abgeschlißen und darin ein länglicher 
SchnOrkelschild mit holländischen Versen aurCromioetf angebracht 
Die, das Portrait des Camphuijsm umgebenden di*ei göttlichen 
Tugenden baben auch starke Veränderungen erfahren. Der Glaube 
links hat wohl noch das Kren/ auf der rechten Schulter liegen« 
allein der Keich in der linken Hand hat sich in eine Larve ver- 
wandelt und kleine Schlangen ringeln sich statt der Haare unter 
dem Kopftuche hervor. Die HolTnung hat Krone und Scepter in 
ihrem Scboosse liegen, beide haben Flammen zu ihren Füssen als 
UnterInge. Die Liebe endlich hat die, sie umgebenden di ei Kinder 
verloren, mit der rechten Hand, die trüber gar nicht sichti)ar war, 
hält sie zwei katzenHlinliche wilde Thiere, die an den Seilen des 
Ovals herunterhängen, an den Schweifen, und hält mit der Liukeu 



*) Odpf sollte (lio<JCS Beil filierlinnpl die Strenge bczriclineii , mit der er 
während seiner blutigen Regierung die Zügel der Herrschaft zu handhaben 
gewohnt war? — 



255 



^ oiiie Milra, in ihrpfii SciHiosse ^^oldene Kellen, Schmuck und Edel- 
gcstein. Die Eiij^elsgrujjpfMi , rochH iin/l links in den Wolken, 
sind gleichfalls verschwunden ; an ilne Stelle traten , links eine 
Gryppe von dehatlirenden Männern, rechts ein Seegefecht, üeber- 
dies kam am oheren Theile des Ovals eine Krone mit Henkerbeil 
und Scepter sammt einer Teufelskralle hinzu; und bei den drei 
Figuren, nuDmehrigen Haupllastern, BandroUeo mit Ittsehriften. 

Dieses Blatt finde ich neuerdings unter Nr. 342 in dem £a* 
lalog einer Sammlung erwähnt, deren Versleigerung am 31. MSrz 
und 1. April 1S63 im Haag unter der Leitung des Buch- und 
Kunsthändlers Ä, G. de Visser stattgefunden hat. Das Blatt >vird 
unter der Benennung Olivier Cr'omwell b^srlniehen , und somit 
meine Ansicht, es selbstständig zu b^'handeln bestätigt. Die Bc- 
schreibnng stimmt mit der von mn- gegebenen nherrin, his auf 
den Umstand, dass Herr fff Vtsser in den kanijdenden Schilfen 
oben rechter Hand holländische und englische Fahrzeuge sieht, 
während ich in der einen Flagge mit dem Andreaskreuze die spa- 
nische erkenne und nicht die englische, das Ganze somit für ein 
Seetreflen halte, das von holländischen und spanischen Schffen ge- 
liefert wurde. 



5. 

Die Folge der „Gothen und Vüigoihm^^ enthält zehn gestochene 
Blatter und zwei gedruckte Textblülter. Die Reihenfolge dieser 
Blatter ist folgende: 

Blatt I. mit dem Titel: peplts, | sitb | gothoritii, hebvlorvii, 

WANDAlX»ftVH, 6EPIDARVM, | SVEVORTM, HARCOMAllNORVlf, 

ET I QVADORVH | VetOTum I HAGiriES, | u. s. w. Siehe 

das Blatt Nr. 1 12. 
31att II. enthält die gedruckte lateinische Üedication des Ver- 
fassers Marcus Zuerhis Boa^utmitis an die Königin 

Chri9f}?}n vftM Srhweden. 
Blatt III. gleiciilalis go(hiickte fjeschichtliclie Nolizrn desselben 
Verlasscrs mit dc!) Ljnlerai)tlieiluLgen : ümioua wf.st- 

GOTTORVM, POSTQVAM INGRESSI SVNT PROVINCIAS HüMAINORVM 

TEMPORA WANDALORVM IN AFRIGA REGiNAiMlVM — TKM- 

PORA OSTGdTTORVM lü ITALIA TEMPORA SUEDORVM. 

Blatt IV. GOSTAVUS ADOLFUS SVEDORUM REX« 

Blatt y. GHRl&TIMA SVEDOROt REGINA. 

Blatt VI. 60THV8. 

Blatt VIL WAADALVS. 



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256 



Blatt VUL svEWS. _ 

Blatt IX. BERVLTB. 

Blatt X. GEPIDA. 

ßlatt XI. MABCiOlfAIlVB • 

BJatt Xil. QfADVB. 

Diese Blätter machen gewissermasseD Anspruch auf geschicht- 
lichen Werth , da es von ihnen in der Dedicatton auf dem Blatte 
II. heist: . . . Hifi imagimes, qv^c ex amtiodis moiiumentis optima foe 

EXPRESS« ex BIBI.tOTfiECA DOXBORNUNA UM PRODEDNT . . . doCh mag 

in diesem Ansprüche wohl etwas Anmassung liegen. 

Diese Folge mit den zweit Texthlditern II und III vereint» dürfte 
Wold nicht sehr häuQg vorkommen, da dies«'ll)eii als blosser Text ; 
\v»>n)L'( r heachlet^ und die Kupfer in der RegeJ als EinzelublütUr 
eiugeli'*;t worden sein mögen. : 

Smith ii'u'hi keine itat's »iicser Folge- an, eben so nicht Hecquet. \ 
Nagler iiwahnt bei der Besclireibung des Verlegers und Stechers ' 
niil den >yorten: Id. ex. et sc. Ich land keines der lilalter mit I 
dem Namen des Stechers, stets nur mit jenem des Verlegen 
{Souimm) bezeichnet. 

NagUf» Angabe als richtig angenommen, gäbe es zwei motz. 

I. Ohne Namen des Siechers, nur mit jenem des Verlegers. 
II. Mit dem Namen des Stechers iünd des Verlegers. 




Jan de Doot ein Sdimied zu Amsterdam befreite sich 1651 
selbst vom Steine mit Hilfe des Messers. 

Diesen höchst merkwürdigen Fnll , wo der Patient eine so 
schwierige und schmerzliche Operation, \Nie der Steinsrhnill isi, 
an sich seihst vollzieht, heschreiht der holländisclie Ai^t !\'ir.olmui 
Tnliiiiia in der zweiten Ausgabe seines Werkes: (»kskuvatioises MF.nui^. 
Editio nova h'hro qnnrto anctior, et fparfim mnltis in locts emen- 
datior. welche zu Aiiisierdam hei Daniel Elzevir iiii Jahre 1672 er- 
schien, auf der Seite 324 — 327 mit folgenden Worten: 

Caput XXXI. 

* 

Mger ttbi calimlum prceddens. 

Joannes Lelham, Faber fenarhis, mr fidens, atque manditw 
audaa'fc, {cui lithotomus bis calculum ademetati adeo pcrtw/Us fnit 
cotidiamrum (ümmm'um, ac Ceclionis iteratm: ut maluerit, lertiim 



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257 

— . • f 



jam ah eodem cartiifice excrua'ahts, quibu/bunque potius pericnlis 
(ihifd, quam denud exi^eriri lithotomi f'calpellum. erecto itaque animo 
ad fpem rencpei^muhi' mletnditm, ac jam certns fe ipßm fecnre, 
nullius iyitejycniu; ahiegavü uxorem m'hß f'eq\ims cogitanlem in 
fonim pifcarium, Sf fufpenfo d fraire, qui folufi operi iiuerfuit^ 
fcrotOf uti d finiftrd jud calcvlo ßrwnto. pnrcidif animose perincuum, 
cullro d je danculum prccparato, feriendoque idenlidem, tertium in- 
flixit iclnm antequam vulnus pervenerit ad eam longitndinem, quam 
requireret cdlculi magnitudo* cujus eduetimm tarnen per angiifium 
mUneris hiahm gico animadvertit ÜfidUorem, eö impmfius fateyü 
iUum immifps vtrmftie duobus digitis dihtan, iifdmqw effkadus 
urgendo, tu quo mawmum hujus ojperis fuü nwmmhm, talaihm' 
tmdetn am mascmo fragore, ae funmd mßm dilacenUione, lat^- 
bris l'uis propdlere. quod audax magis, quam prudeus incoeptum ex 
ammi fententid ubi fuccef/'iffet, procumbente jam humi, qui bellum 
ipfi inlulifßt hofte, accerfivit chirurgum, qtio confutis vulneris oris, 
rifp ohligarelur quam fihi inßixiffet, plaga. cujus coro etiain tarn 
feUcüer increvit: ut ajfulfetit non exigua fanifafh fpes, at offetifa 
fuit major, (pidin vt vefica tafUopea^e dilacerata JoLidarelur fine hiatu^ 
■ five ulcere perpel wi manente. 

Calmlus anUm lue ovo gallinaceo niajifr, ac pominam nna'as 
quatuor, eö majorem movU admirationem , quo felicius prodierit 
folim manus adminiado, fine requifitis inßrumeutts , idque ab ip/'o 
wgro, eui amne prwfidtum dmtaxat fuü ab audaeia, vii confidentia, 
d fold in^ientiä : qud eerte inaeeeffä erectiarü fpiritm fidudä, 
ftt mdU eefßt, ße eiiam inferior nequaquam fuit iüts, quonm con-* 
ftantiam fpemofi eommmdiint vetmm mommenta, adeo interdum^ 
quos ratio noti reftituit, adjuvat temeriUiM. 

Auf der Seite 325 ist das Messer, womit die Operation voI]-> 
zogen wurde, so wie der herausgenommene Stein abgebildet, über- 
dies findet man eine Abbildung dieser hOcbst merkwürdigen , hel- 
denmülbigen Selbstoperation auf dem geslocheiioTi Titey»latle des 
Buches, in dessen ohertT AlMlH'ilmig man den kiUinen Kranken 
neben (bMn Kaminfeuor auf «Miicm SpsspI süzen sit'ljl , \\ ie er^on 
dem liinbT ihm knieenden Bruder nntei -tiii7t , mit umschlossener 
lland die schnierzhche Operation an sicli vollzieht. Beide Slichc 
sind von Lambert Vischer. 

]U i (leuj Blatte der Kupfersticbsammlung /. M. der Küiiii*iu 
Marifi von Sachsen in Dresden^ lagen auch drei Blatt Papier mit 
Schrift von neuer Hand; auf dem einen stand: 

Aßeelding 
van 

Jan Janszoon de Dood. 

Smidtbaas tot Amsteldam die zidi zelve op den 1 April des 
jaen anno 1651 van dm Steen meed terwyl zgn Vrouw natar de 

17 



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■ 



258 



Viachmnrl'f irt/s gegaan, m mn daar h zugkerende een chintrgyn 
liiKihlc die kern vulkomen genas De sieen had de grnotte van em 
hmei en wovg 8 lood, wierd in zilver gevai en is lang door hige- 
zeetenen eyi vreniden met vencondering beschouwd. Ztjne afbeelding 
is dooi (r. Meizu ge&diilderd en door C. Visficher yegraveerd, die 
beideri aan diezdve kwaal gestorven zyn* 
Aiif dem sweiten Blatte Papier steht: 

Portrait 

of John Jcknsen äe Dooä or Dead a Bladsmith at Amsterdam. 

Who on the 7"* of April 1651 and whik his wife was gone 
to market f operated kimsdf sueeefsfuUy of tkeMone, of tohidi he 
had been a martyr fnr many tfears, and which proved to be of the 
enormous size of a fowCs egg and weighing fonr ounces. He after^ 
teards sent for a snrgeon, who healed the wonnd in a short time. 

This Portrait is extremely rare. Tt h snpposed to have heen 
a private plate^ and what is mn<<f remarkahle is. (hat ii. is encpifreA 
hy C. Visfcher after G. Mctzu two arlists wko d/ed hotk of the same 
complaint. Smith führt genau dieselben Worle an, mit der Be- 
merkung, (lass sidi diese Notiz handschriftlich in der Sammlung 
des Baron Verstolk vorfand, und schliesst seine Angahe mit den 
Worten: A portion of de preceding acconnt will also be fomd in 
C, Josts edüion of Ploos van Amü^s Imitations of Drawings ander 
the artiele Metzu» 

Auf dem dritten Blatte endüch, jedoch von anderer Hand 
geschrieben sieht folgendes Gedicht: 

Gedicht 

wm Jan de dood an Smid te Amßerdum^ der eitk selver van de 
St een Sneed groote als en hendier-ey en daavon gelnkUg genas 
1651. Uet is door hem selfs venooordigä, A" 1651. 

Dnnr pjjn m uood 

ileeft jonge Jan de Dood 
' Conragie gehad 

En't mes gevat 

Gaf hem een S)iee 

Niet fomler wee - 

Heel ongemeen. 

Kreigh Selfs de Steen 

JA uyt Sj/n Ligdumn (?) 

Door Godes Seegen 

Daer door g^eeregen 

de 4 Moend de 5 Dag^. 
Ich gebe die Worte wie ich sie fand, und so gut ich sie 
lesen konnte. Leider ist nicht angegeben woher diese Daten stam- 
men ; fast schien es mir^ als wären sie einem sogenannten fliegenden 
Blatte entnommen. Meine Neugierile, aufs Höchste gespannt, liess 



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259 



micli nicht ruhen, der Sache auf den Grund zu kommen, bis es 
mir gelang, genügenden Aufschluss bierObei zu bekommen, und 
auch diese rmhselhaften Verse sammt der Abbildung der Gn'tsse 
lies Steins und des Messers, womit die Heldenthat ausgeführt wurde, 

zu entdecken. Der Merkwdrdigkcit wegen ?el>e ich in der Anlage 
die Irene Ahhildung, wobei man sich mw zu hiUen hat die Schrill- 
zii^'c für ciii Facsimile von de Doot's Handsclirift zu lialten. Nähere 
INotizen über diesen nierkwiiidif'cn Fall findet man in den Abhand- 
limgen : MtsCI'LLA>EA CVIUüj;A MtOICO PHYSICA ACADKMI^ NATI'R.K CLUl- 

osoRUM . . . Lipsr^? & Franiiofurti. 1671 — 4® und zwar im 

Jahrgange i(i72, dem dritten der ersten Dekade, auf der Seite 

363—365. Dieselben sind zu interessant, als dass ich es unter- 
lassen sollte, sie wortgetreu wiedenugeben. 

OBSERVATIO CXCII. 
D. 8AL0N0NIS REISKUI 
DE 

AVTOUTHOTOIIO. 

Non nt mvi aliquid profei^am , sed ut pn'dem ä Pmilluftri 
Dn. Nkolao Tulpio Obfervattmnvi fmrum Medicartm l. 4. c. 31. 

divnlgatam de Autolithotomo hiftoriam confiimatam magis redderein, 
Pictnram cnltri atqne lapidt's und cum authentico Teflimonio , Bd~ 
gico Idiomate Amjtelodami tvm edito, nnper verd mihi n phtrimum 
llf'n. y Ciariff. Duo. Petro Veldio Pa/lore meiitisfimo BehjivAV hujns 
ioct ( ongirgationiSy comnmnicato, qui hoc ipfnm Exemplar dicli Te- 
ftimonii ah ipfomet Dn. Henrico Mirou Ultrajecti acceperat, pro 
Ephemeridmn Cnrtofanm exormtfione fi exhiherem, minim^ id Cu- 
. riofis Lectorihis myratum fore, exiftimavi, quod ita fe habet: 

WAERACHTIGH VERHAEL, 

Vande VMmMkk€ m noyt-gehoorde daet, van jan jansz de 
noo7, Smit bin$ien Amfterdam, die kern fdven se&r ghdudcdii^ ge- 
/hedm heeft von eenen aver-grooten Steen, hier nt»en» af gtHteeU, 
tnet siin ^gen Inferiptie, ende met de nai>olgende NotoriaU Acte 
ben^eßitkt. 

Compareerde voor my Pieter de Rary, Openbaer Notaris hy dm 
Horn van Holland g^eadmüteert, refiderende binnen Amßerdamme, 
ende den Gemygen naer ghenoemt ^ Jan Jansfz de Doot, de Jonge, 
Smit binnen defe voorß. Stede, woonachtirh in de Engelfche Steech, 
out ontrent XXV Jarnt . ende heeft by waere Worden, in plaetfe 
en ander prefenfa/ie van folemnelen Bede, ten rerfoecke van Dr. 
Jjefrj/rk Mirou, woonachtich tot (brecht, verdaert^ ylietuycht , ende 
geattej teert, hoewaer ende waeracfuich is, dat hy ghetuyghe, naer dat 
hy eenen langen ende geruymen tijdt, met groote miferie ende pijne 
met ten Steen hadde gequeli, ende al tweemaelen gefneden tcas ge- 
weeß, op den vijfden Aprilis laetftleden, als toanneer de Pijne feer 
heftiÄ, wer-groot, ende onlijdelijck was, hy met eten eudt ghebrokm 
Mee, hem fernen wm dm Stetn gefneedm heeft: in ai wddt dorn, 

17* 



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260 



hy verdaeräe geen Mmfch meer hf hem gehadtte hebben, ah zijnen 
Leer-jongen, die heni alleenlijck het Mes, mit/jgaders Edick ende dier^ 
ghclijcke hiihracht, dat oock hg ghefugge, dm Stern heeft htm wegm^ 
ende bevowlen deselvp m Gewichte le halm een vierendcd Pot^ffs; 
Verrinnt toorders, dat hg ran Papier genta eckt , ende aen den He- 
quuant gegeven heeft, de grootle ende de geiijckenisfe van den Steen, 
als mede d'ufieeckeninghe van't voorß. Mes, da er mede hij d' incifit 
heeft gedaefi ghehadt; Müjgaders dat hg het gediehtjen dat oi) de 
aftekentng vanden Steeti gefchreveti ftaet , felß met fijn eggen Handt 
heeft ge/ihreven, ghedkht ofte ghecomponeert. Alles oprecht gedaen 
bimm Amßerdim^ ter prefeniie mn Nidaes Bhfenherdi, ende Aer- 
wndt van Erp, ab Ghetuygen, den laetßen Maye 1651. 

AcMrdeert, 
Pieier de Bary, NoL Puhl 

Tot den Chri/teliken Aenfchouwer, 

Wal verbaeft fich 't ganßhe Landi, 

Over defe ^kickigh' Handt? 

Het IS wel ems Menfchen daet, 

Maer heftiert door Codes raet: 

Die oorl: i?i des Sfffrens-JVoot, 

'tLeven weer-gqff' aen de Doot. 

AiU. JimiL 

GEMI>A RF.LATIO 

De mirayido nec unquam audüo factnore Joha>nis Janssomi 
de Dooi, Fahrt Amßelodamenfis, qni ßmet ipß ßlicisß'md ßciiune 
liberavii d Cakulo prwmodim magno, hk d^icto; qiiod mßriptione 
proprid < fahrt,) Sf fequentihw Aet($ N^ariaUbu» cmfirmatwr» 

Cmnparuit coram me, Peiro de Bary, Notario PubUco Curim 
HoüandiecB, Amftdodami agente, conieftaim eft fe^punha Johannes 
Jansfonim de Doot, Junior, Faber An/tis urhis^ habitans in vieu 
Bngdfdue Stee^ dicto, wtatis cirdter 30 annorum^ veris verbis 
jurat6 coram nobis mßinctu Dn, Henrid Miron Ultrajectim nar- 
ravit . atque profesßis eft , qnöd verim ^ veritati confomm e/Jet, 
qnod teßatnm iret, dfu multumque temporis fe gravisfimas (rgrt'fn- 
dines cj' tormenta d Cakulo paffwn, ^' jam tum bis ferfionnn per- 
pej'fum ef/'e; quinto Äprilis proxime elapfo, cum dolor ULten/'isßmn^ 
fupra modnm gravis, tiec perferendns effet, femet cultro vetnfto ac 
fere pncfracto ipfi Calculnm exfeeniffe; eä in operatione referehat 
neminem adfnifß prwterqnam di/cipuhm, qiii solummodö cullinm 
nnä cum Aceto ^' fimilibns procnrnsßt. Itidem coniej'talns eft, cal- 
culnm ponderatum effe, j(* depreJicnfum , qmd quadrantem nnius 
lihrw pend&ret. Porrd retidit, fe ex chartd effinxiffe alqne peten- 
tibus d fe dediffe cahUi magnitudinem Sf formam juxta cum didi- 
neatione fnprä dicH cuhri, quo /hctionm peiyetraverai: ftmud (äffe- 
verans) verßculos pictwte CakuU infcrij^os, proprid fud man» fe 
farifpsfe, meditatnm effe campofuifß. Omnia band fide aäa 



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Inno 1 



Door pyn en noot 
(jaf llm een fnee 

Jf 'ul (onder rote 
HseC Otvßerru 

■yf 



OT 




Den 



261 



fvmt Amßelodami frw/mtibm Nicoiao Bhfenbereh ^ Ämoldo van 
Erpt low teftium, vUimo Maji 1651. 

l»ETHljS de HARY, 

Notar. Puhl. 

Ich konnte nicht unlerlassen (he Al)bihlung des Messers wo- 
mit die Oporalion vollzogen wuriic, und die >'erse, wie sie der 
heideumüthige Talieut -an seine Besucher als Aüiieiiken \erlheilie, 
nach dem in den citirCeo MüßdUmtm vorkommenden Exemplare so 
gut es geiioD' wollte zu fltzen und stechen zu lassen, und dieselbe 
als eine vielleicht nicht unwillkommene Beigabe beiiufOgen. 



7. 

B. Audran hat Comel Visscheis l'orirait gestochen iüid /.war 
in einer Carlouche auf Mauerwerk in halber Figur, gegen Uuks 
gewendet, nach vorwärts schauend, mit dem Portefeuille und der 
Reisfeder in der rechten Hand, mit der Beleuchtung von der 
linken Seite. Unten in einem muschelfbrmigen Schiide die Worte: 
coRN.ELius { m \isscHER, scAi.i'TOK | iiARLEME.>sis Unten liuks: Se 
ipse (iel. in der Mitte: Ataris dkez Huqnier rue S'!' Jacques jires 
U» MatknriHS Avec privil du Roy. rechts: B. Audran Sculp, Die 
Physiognomie ist jene des Portrails Nr. 55, nur ctwns voller. Das 
zvvcile i^ortrait ini! der lachenden Miene, Mr. 56, gilt gleichfalls 
für Cornel Vissrher und ist 1651 gestochen, also nur um zwei 
Jahrti >j)aler als das frühere vom Jahre 1649. Das GesicliL i^L 
hei demselben älter, breiler, Kinn und üuleilippe \orsieheuder, die 
Augenbrauen schwächer, die Augen kleiner und die Nase stumpfer, 
flberbaupt der üntersohied zwischen hoideu Ij^öpfen ein so grosser, 
ja der ganze Bau des Kopfes ein so durchaus anderer, im Ganzen so* 
wohl wie in den einzeben Theilen, dass der Unterschied zweier 
Jahre diese Verschiedenheit im Ausdi ucke nicht bewirkt haben und 
dieselbe auch überhaupt nicht erklären kann, man vielmehr anzu- 
nehmen gezwungen ist, dass man es in diesen zwei Blättern auch 
iTiif zwei vcrsflii^Mlcnrn dargestellten Personen zu llmn liat, wpun 
•ileit h die ( h i^m ilzeichnungfu beider, welche sich im Cabuiet 
Muilman belandeu, die Beineikung enthalten sollen, dass sich 
Visscher auf dem einen 1649 im Alter von 20 Jalin ii uud auf 
dem aiidei ü 1651 im 22. Lebensjahre abgebildet habe. In derNoth- 
vvendigkeit nun, sich für eines dieser Portrait» als für das echte 
unseres Meisters zu erklären, dürfte, auch abgesehen von dem 
Grabstichel in der Hand, der jedoch meiner Ansicht nach hier 
schwer ins Gewicht filUt, der melancboiische, fast ein Leiden des 



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262 



Körpers veiTatheiide Ausdruck des Gesicliles, der von ilei' juvialeii 
lebensfrohen Miene des zweilen himmelweit verschieden isl, für 
jenes vom Jahre 1649 spreclien, wenn man bedenkt, dass, falls 
die Angabe überhaupL liclifig ist , Vtsscher an der schnifrzvolleu 
Kranklieit des Steins gelilten hat und daran auch gestorben ist, 
wie man in der Anmerkung G zu dem Portrait des Jan Jansz de 
Doot iNr. 15 nacliles<'ii kann. Hoch erkenne ich, troU aller bei- 
gebrachten Beglaubigung, keines dieser zwei Blätter als das Por- 
trait unseres Meistei s ;ui, aus Gründeo, welche ich in der Vorrede 
näher angegeben habe. 

Ein dem Portrait Nr. 56 sehr ähnliches, aber dennoch nicht 
ganz gleiches Portrait hat Ccmd van Noordt 1769 meisteihaft in 
schwarzer Kreidemanier gestochen. Es stellt einen Mann in i halber 
Flgar vor, gegen rechts, den Blick nach vorn gewendet. £r bat 
einen breitkrempigen Hut auf, halt in der linken Hand die Hand- 
schuhe und ist in den Mantel gewiekelt. Die rechte Hand ist 
frei und Icsl in die Seite gestemmt. Im Hintergrunde eine Mniier 
mit Säule und Draperie, auf der Mauer hnks die Worte: C, ViCschar\ 
fe, I ii". 1652. Die Beleuchtung kommt von der Unken Seite. 



Es giebt eine Copie von Vondel's Porüait mit folgeuden 
Merkmalen : 

In Vorderansicht gegen rechts gewendet. Das Hnni- ist uiäs.«ig 
lang und aus der Stirn gestrichen. Den Scheitel deckt ein run- 
des Kiippchen. Schnurr- und Knebelbart sind klein und wohl- 
gepflogt. Der Rock ist vorn mit einer dichten Knopfreihe hesetzl 
und geschlossen. Die Aermel sind vorn au der iiand umgeschla- 
gen, der ziemlich grosse Halskiragen ist glatt und gleichfalls um- 
geschlagen, am Rücken und auf der linken Achsel liegt der Mantel 
auf. In der etwas erhobenen linken Hand halt der Dichter ein 
Blatt Papier. Die Beleuchtung kommt von der linken Seite. 

Die zweizeilige Unterschrift im Unterrande lautet: 
In VON DEL spedi de Geest van Neerlante Poexy: 
Natuur volmoMki zyn kunst, en zet haer leven by. 
Darunter rechts: Prudentur. das gefehlt geschriebene Motto des 
Verfasj^ers. Ohne Namen des Sterlirrs. der aber kaum unser 
Meister seiu dürlle, da diese Arbeil für ihn zu schwach ist. 

Höhe: 6" 8'", Breite: 4" 8'". 

Es dürfte wohl diese Copie sein, auf welche sich /. wm 
Leimefs nachlblgeliide Bemerkung bezieht, die im VJ. Theile S. 53 



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263 



' der von ihm besorgten Ausgabe der Weiie Vondets vom Jahre 
1861 zu tinden ist. Dieselbe lautet: legen over dm „ToHttim** 
prijkte de verklei)ide Kapy van em gegraveerde afbeelding von ottam 

dichter^ door Jan Lievensz vej^aardigd, die hem had vorgefteld tm 
hahei' lijve^ met een rol in de hand; damonder las men dit byfchrift: 

In Vmdel fpeeü de Geest van Neerlants Poezy; 

Natuur volniaeckt zyn kunft en zet haer^t leven by. 

Prudentet\ 

Wie de maker van deze regels was, darf ik niet bepalen. Ik meen 
«hter U mögen gMn dat Wf Mar te daütm kMm aan Brmtdi, 
Mb vooreent tn dit vak uitmunite — aUhanäa Vwdd sdf getuigde 
von hm, dat hy ,,een goed byCekHfttchryvet" io<u — an dien ik 
gdoof dat mcer ftnkken met die zinCpreuk geiedcend heefi, Ook de 
P, onder de Voorrede der Schiedammer uitgave zoxi <um die gisCing 
eerige kracht kunnen byzetten, Vondel züf maakte op die afbeeir- 
ding het nachvoJ/fende hijkhrift: u. s. w. 

Das Porirait Vondd's kämmt auch im I. Bande seiner C.e- 
(lirhte vor, welche unter dem Titel: r. v. vondfxs poüzy of ver- 
sciiKiDt GEDICHTEN . . . ToT LERrwARDEiN Gcdruckt by Gysbebt Sybes 
Boeck- Drucker , teoonende in de KlockCtraet. Anno 1658. 12" er- 
schien; da ich aber diese Ausgabe nie zu Gesicht bekam, so kann 
ich nicht angeben, ob dieses Portrait mit der obigen Copie iden- 
tisch Ist, möchte es aber eher beiweifelo, da mir dieselbe flir ein 
Duodez-Format zu gross zu sein scheint. 

Smith führt in der Abtheilung Porlraits unter Nr. 33 seines 
französischen Katalogs ein ferneres Portrait VondieXe an, mit den 
Worten : 

Vondel. Petit portrait oval dans %m carre, sans nom de 
peintre. ni de graveur, en haut. MrxtE LXXXfV, et datis la marge 
du bas qualre vers hollandais: De gryze Vondel, etc. 

Larg. 0 m. 131 milL, haut» 0 m. 180 miU. 

9 

! Etat. Avant toute lettre. 

II „ Celui decrit. 

III „ La platiche ovale. 



9. 

Zu die»eni Portrait macht Duciiesne aine in seiner Notice des 
ettampes expoeies 4 kt hibUotheque royak .... imniim idüion» 
-Pttm tB37. S. 78 folgende Benierkiing: 



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204 



iNi", 120.) Cf' Portrait, cvftffn flfuts h rintmercc sovs le nom 
de Ihtnuuic (fn ji>\iulet, et mnrenf appele Dfontszoon, fsf celui 
ä'Aiulre WtHitis, de Denis. On ne connait auarne den parlim- 
larites de S(i m'e; aeuleinml on le cruil ne en Uullandet ver;i lÜOO; 
il passa de botme heure au service de iiusiie. L'inscriplion ei les 
vtrs qin soni au bm dB »oh portraü atmt qm*Ü fiu£inmd du Cutr 
de Russie, gauvemmr m Moseatne, dmr^ dt la defmue des edles 
pendtmt h ^uerre enlre celte fuissance et ta Suede, puie en»9jfe 
exiraardinaire m BolUmde^ Ott tl a tovjours mmtrS de grandei 
eonnoissances et beancoup de zele pow ia ^ir9 de son souverai». 

Nähere Angabi'ii üi)er diesen Manu , von ungleich grosserem 
Werlhe als die all<;euiein gehaltene Bemerkung Duchesne's, giol)t 
A. van J.enepp im VI. Tbeile der gesammelten \V<Mke des Joost 
vnn den Vondel^ Seile 164, wn es aus Anlass der ei'wähuleu Verse 
aui dt'ii Gfsaiidlen ia der Anmerkung ill•ib^L: 

Het wiui de dezeii jare, (1053) dal zekeie Andreas Dionyszoon 
Winim dtHnr den TCaar van Rusland, Alexis, mar Hoüand werd 
g$so»dett, ah averbrenger van ten trief, lumdende verzoek om een 
graate party wapmen m vwnraad üoit kruU e» Mi te mojeu in- 
koopen: wai door de State» goedgunUig werd vergi^d, Wimus deed 
die inkaopen te AmClerddm en nam daar teven» OHderfduiden per- 
ronen aan voor de dienst van %^ meiner \ waaniit etnige moeilfjk- 
heid omCtond. Ten tijde van zijn verblijf werd zijn afbeeldCel 
verimardigd door Kornelis de VisCdier, een der bekwaamfte graveurs, 
waar op Nederhmd zieh heroemen may, en die, in de eerfie helft 
der zeventiende eeuu? geboren, Z{jn hopbaan ala kiuUienaar pa$ 
begon, . . 

Dal jai&l deze W inius by voorkeur iloor den TCaar naar dtt 
limd gezonden was^ hat «teA te liditer tjerklartn uit de anUtandig- 
heid, dqt zijn vader een BoÜander was, die zith vaarhen, ah velen 
zijner landgenooten, te Modtou had nedergezet en aldaar tot de 
GridcCche godedienst was overgegaan, Ily was de eerde, die ge&hut- 
gietergen m Rusland oprichte, wdke doer watermolens werden 
gedreven, en de eerCte fabrick van dien aart was in 1032 geflicht 
aan de kleine rivier Tonh'tza, 15 werften van Soolo. Wut Andreas 
hetreft , behdde dal htj lol den rang van Oltfermnn opkloin , <jf'!>jk 
Wff leeren uil Vondels gedieht, zoo is hei ook bektnd, dal hy een 
man was van groolen bedrijve, en perfunlijk bevriend rnet den he- 
roemden Witfen, inet wien hy briefwisfeling hicld. Volgeads Jacobns 
Schehema, zoä hy twgmaals te Amfierdam z{jn gekomen^ en u>d 
tenjare 1706, met een byzonderen last, am steft, ander de Uiding 
van den vaarzittenden Burgemeester, in de gdoohlker en pleehtig- 
heden van de llervorm den te oefenen en na te gaan^ waarin zg 
van die de)- GriekCdte kerk verfehilden of er mede overeendemden» 
Alles werd echtez zoo (teil gestet, dat de belichten, door den Rnsfi- 
(chen godgeleerde aan zijn meeeter overg^raebt, niet konden Orekke» 



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2t)5 



07n diens ooffinerken te verwezenlijken. — Tot soo vene Sckeltema, 
die er ockter niet by khijnt bedacht te hebhen, dut de Andreas 
Winius, die in 1653 reeds Oldertmn van Moskau en dus yeen 
kind meer was, en bovendien een zending kwam vetvullen., hoe 
dmuge mm allem am liedm van ervarmü toeoenrowDt, nint wd 
dezdfde kan geweett z^jn als de mati, die niit mituler da» drie^ 
m-mjftig jarm kuer em nog moelüHker m ingeutikkeldar taak vol- 
hrengen hoam, waarby een geheel andere foort van kennis vereifcht 
■ werd, Waar(diijnL(jk zal de theöloog em bhedverwant, nus&hien^ de 
sam of kleinzoon des geCchutfabiickants geweest zijn. 

Die Beilage enthält die getreue Wiedergabe, sowie die Ent- 
ziflening der im t'nlerrande des Blattes befiadlichen und äo räth- 
selhall aiisseljeudeu SdirilUüge. 



10. 

* 

Das grosse Portraitwerk Prirtcipes JloUandia' erscliien in 
Soutman's Verlag im Jaiire 1650 in doppelter Ausgabe, niünlicli in 
einer, die den Ständen von Holland, und in einer zweiten, die 
dem Könige Philipp von Spanien gewidmet ist. In beid^^n Aus- 
gaben sind alle Portraits in gleicblorniiger Umrahuuing. Ein 0\al 
nämlich ist der Art in ein etwas lioiteres Viereck gestellt, dass 
unten ein dritlbalb Zoll hoher Raum übrig bleibt, der so atisge- 
gefflilt wird, dass in der Mitte ein WappenschUd und rechts uAd 
links zwei längliche Vierecke Platz haben, welche dazu besiinimt 
sind, vier auf das Portrait bezügliche lateinische Disticha, wovon 
zwei auf eine Tafel kommeit, aufzi^nebmen. Die Eekstitcke des 
Ovals sind mit ornamentalem Blätterwerk ausgefüllt, das sich 
immer gleich bleibt. 

Die den Stenden von llolland gewidniete Ausgabe enthält 
1 i^'ostocht'nes TuclblaH , 1 Iii. Witlmimi?, das Blatt mit dem 
W.i|)j)( 11 von Haarleni, 1 Hlail njit dem Üttlithle: Senium Ilar- 
lemi, iiS Bll. INirtraits, 122 SS. Text um! am Schlüsse ein Text- 
hiatt mit der Aufschrift: Catalogus Majorum. Die Dedication in 
roth und schwarz gedruckt, lautet abgekürzt folgendermassen: 

ILLUSTRISS. AC POTEIfTlSS. HOLLANDIA WESTFRISIiCODB ORDIMIBVS, PATRIf 
PATRÜtVS OFT. MAX. BELLO BISPANICO ... BT JAH 6L0UI0SA PAGE . . . 
IMCLVTIS, FEL1CIS8IHIS, ET FBUCISSIMOS SVBDITOS mpBBIO GOHPLEXIS; AC 
EfSDBH PEUaOBA IMIIIES TEMPORA . . . PROCVRANTIBVS, AVGENTIBVS; . . . 

HOS mnO.WM OLIM 1>RI1SCIPES, . . . IIESQVE MAXIMAS . . . 1>ACE BEM.OVE 
PATRATA»; BZ A?lTIQUIS INCORRUPTiC FIDEI AN.NAUBVS MARVSCRiPTIS ET 



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266 



AHüUIVI^ -^MMA Fff)F KRVTA Ar THonTTA UVAI ISCV.NQVF. SV.K l'IKTATfS 

IIV PAlltlAH . . . M(»>V>IK>rVM L. M. n. l>. H. I». ^TtHiMTATI HEHVM 
EUllVM AC IMPKIUl UKVo t lSSIlllS (JVIS « l'KTRVS SCRIYKUIVS. AkN. Ji. C 

Die Eintheilung des Werkes »l folgende: Das gestochene 
THelblalt fHMmdiaJ, ein unbeiiflerles Blatl mit der obigen Wid- 
mung an die Stande von Holland, das Wappen von Haariem, ein 

unbeziffertes Blalt mit dem Gedichte: Scutum Harlemt, Portrait 
Wall I, Seite 1—8, BI. II, S. 9 14, Bl. III. S. 15—16, Bl. n , 
S. 17—22, BI. V, S. 23. 24. BI. VI, S. 25. 26, Bl. VII., S. 27. 
28, ni VIII, S. 29-32, Bl. IX, S. 33. 34, BI. X, S. 35—38, 
BI. XI, S. 39 -42, BI. XII, S. 43. 44, Bl. XIII, S. 45-48, 
Bl. XIV, S. 19 -52, Bl. XV. XVI, S. 53—56, Bl. XVII, S. 57. 58, 
Bl. XVm, S. 59—64, Bl. XIX, S. 65-68, Bl. XX, S. 69—72, 
Bl. XXI, S. 73—76, Bl. XXII. S. 77-80, Bl. XXIII, S. 81. 82, 
Bl. XXIV, S. 83. 84, BI. XXV, S. 85. 86, ßl. XXVI, S. 87—92, 
Bl. XXVIl, S. 93—96, Bh XXVIll. XXIX, S. 97—102; BI. XXX, 
S. 103. 104, Bl. XXXf, S. 105 108, Bl. XXXII, S. 109. 110, 
Bi. XXXIII, S. III. 112, BL XXXIV, & 113. 114, BI. XXXV, 
S. 115-118, Bl. XXXVl, S. 119—122, FhiUppus III. Wsp. Rens, 
Philippus IV. Hisp, Rex, am Schlii.sse ein unbeziffertes Blatt Text 
mit der Aufschrift: Catalogus Majorum. 

Fiii vdllsifindiges Kxeraplar dieser Ausgabe im Origiiial-Perga- 
iiienlband hrlindr! sich in der kk. Universitätshibliolliek in Wien 
mit der B« /' n hnnii^' liist. Bely. IV. 234. Dasselbe war uach der 
auf dem ^ordcrrn Deckei eingeklebteo Eticjuelte fnlher im Be- 
sitze (ks Johann Albert Joseph , Kreihen'n von Oedt in Gezendorff 
und Hel/fenberg, Domherrn an der Kathedrale in Passau und Abt 
von Sand Demaer in Syrmien. 

Die dem König Philifp IV, van Spanien gewidmete Ausgabe 
besteht aus 1 gestochenen Titelblatt (Hoümdia), 1 Blatt Widmung 
an Philipp IV, von Spanion, 122 Seiten Text und 1 Blatt cakt- 
logus majonm, nebst 39 Portrails und dem Wappen von Haarlem. 
Die Dedicalion auf dem zweiten Blatte lautet abgekürzt wie folgt: 

AUGVSTISSmO , POTEimSSIMO MONARCHIE, PHILIPPO IV, HISPAMAllVM IN- 
T>1ARVM(JVF HEGi; . . . CATHOl.ICU , PAriPlCü , PIISSIM') , SERFISISSfMO ; 
ILLVSTRIS-IMOS . , , (^VnM)A>l HULLA.MH.K, ZKKLA.NDl K, t KIsLt PRI^Cli'^^^., 
OPERA DJVKHSOHVM PICTOUVM OL!M AI» VIWM ÜEPICTOS , NVNC AVTEM 
GM.NRS VSQVE AD VLTIMVM, SUMl>ilB\S, » l iilKECTI0.>E P. SOIJTMANNI HAB- 
LEIIE7I8I8, PICTÜRIS (jVONDAII SIGlSMV.>ni UI POLOPiORVM BEGIS . . . 
AV6TSTA, ET ARTDIGEOiA AMIODVIl POBMA, JEN INCISOS; CT INDVBTRIA 
P. SCMVBBU ... EX ANTIQVI8 . . . ANIfAUBTS 1UNV86iaPTI& ET AR- 

cnms . . . DEscBipTos; m mpETVAM horvm . . . pRiNcn^vH memo* 

RIAM, . . . IIM.M P. SOVTMANNVS VENERABVNDVS OFFERT, DICAT, QONSECRAT. 

Die Einliieilung dieser Ausgabe ist folgende: Das gestochene 
Titelblati (Hoikmdia)r'1f9nrni PhH^ iV., K<tang» -m-^pmeiif- 



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257 



1 unbeziH'erles ßlatl Wulninng an denselben, Fortrail Blatl 1, 
Seite 1- 8, B1. II, S. 9-14, BI. III, S. 15. 16, BI. IV, S. 17—22, 
BI. V, S. 23. 24, BI. VI, S. 25. 26, BI. VII. VIII. IX. X, S. 27 
bis 38, BI. XI, S. :i9 42, BI. Xil, S. 43. 44, BI. XIII, S. 45—48, 
BI, XIV. XV. XVI, S. 49-56, Bi. XVU, S. 57. 58, BI. Will, 
S. 59—64, BI. XIX, S. 65-68, BI. XX, S. 69-72, BI. XXI. 
XXII. XXIII, S. 73-S2, BI. XXIV. XXV. XXVI, S. 83—92, 
BI. XXVII, S. 93—96, Ül. XWllI. XXIX, S. 97—102, BI. XXX. 
XXXI. XXXII, S. 103—110, BI. XXXUl. XXXIV, S. 111—114, 
BI. XXXV, S. 115->118, BI. XXXVI, S. 119-122 Prinäpwm 
fmis, 1 unbeziffertes Blatt mit der Auföchrifl: Catalogus Majanm^ 
Phüifpu HL Hitpanianm rex, Philippus IV, Hi$p, rex, das 
Wappen von Haarlem, 1 unbeziffertes Blatt mit dem Gedicht«: 
Scutum Harlmi, Das Papier ist stark, pergamentartig, dabei aber 

feingerippt. 

Die kk. Universitäts-Bibliolhek in Wien bewahrt ein Exemplar 
dieser Aus^gabe im Originalbande von rothem Samml mit Gold- 
schnill, mit der dcrmaligen Bezeichnung HtsL Belg. IV. 233. 
Dieses Exemplar, nach dem auch die obige Beschreibung geliefert 
wird, hat oben auf dem Titelblatt handschriftliche Bemerkimg: 
Coli Leopoidmi Socieiatis Jesv Neostaäij Ämtrice 1668. 

Diese zwei Ausgaben dürften als gleichzcilg anzusehen sein, 
und obgleich die dem Könige von Spanien gewidmete Ahm; al e, 
welche ich die zweite nenne, das TiLelbiaU mit Veränderungen und 
Zusätzen zeigt, so wage ich doch, gestützt auf die mir vorliegenden 
Exemplare, die paradox scheinende Behauptung, dass die Abdrficke^ 
der genannten zweiten, für König ¥hili]^p IV, bestimmten Ausgabe 
die früheren , und jene der ersten, den Ständen von Holland ge- 
widmeten Ausgabe eigentlich die spateren sind. Ich schliesse dies, 
abgesehen von dem Eindruck, den die Blätter jener zweiten Aus- 
gabe im Allgemeinen machen, aus einem unscheinbaren Merkmale, 
den das Portrait Gottfried^» mit dem Höcker, Herzogs von Loth- 
ringen, Blatt Nr. IX, an sich hat. Das obere rechte Eck der 
Platte nämhch ist ein klein wenig schr.tg abgeschnitten und kommt 
in diesem Zustande in der ersten, <leii Ständen von Holland ge- 
widmeten Ausgabe vor, u<1hrend das Exem|)lar der zweiten Aus^ 
gäbe, für K'^iiii,' Philipp JV. von Spanien, das erwjilmte rechte 
Eck in in'spnnii.'li< iiei" rechtwinkliger l'orm zeigt. Dieser schein- 
bare Widerspruch lilsst sich meines DaCilrlialtens wohl nur so er- 
klären, dass man annimmt, Soutman habe die besten ersten 
Drucke der Poriraits zu den lur den König bestimmten Exemplaren 
genommen« Kurz nach Beginn des Druckes ^usste nun die Platte 
jene kleine Beschädigung erlitten haben, weshalb die anderen Ab- 
drücke, die zu der Ausgabe far die Stände von Holland verwendet 
wurden, das Blatt IX schon mit dem stumpfen beschädigten Eck 
erscheinen lassen, ungeachtet das Titelblatt (HoUandia) die Ver^ 



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26b 



üutlcruri;j:fMi in der Srhrid ntid an anderen Stell «mi noch nicht 
eiTaliren lial. Ihn tln ^\ Kliimiifrsexcniplnre liir Philipp iV. er- 
sclieiiit'ii lassen zu kmiiieii, iimssleu luilliweiidigorweise mit dem 
Tilelblallü die Aendcnnigen in der Schrit'l und andeiwarts vurgc- 
nomioen werden, wobei es auch nothig erschieo, das Blatt durch 
starke R«iouchen mit den kräftigen flrflheren Abdrucken der Por- 
miis in Harmonie zu bringen, da dasselbe durch die voraus- 
gegangenen AlHMIge für die erste Ausgabe an Kraft bedeutend ein- 
gebflsst haben nuisste^ 

Endlich giebt es noch eine dritte Ausgabe mit deju Titelblatt 
fUollmdia) der zweiten, für KOnig Philipp IV. von Spanien 
bestimmten Ausgabe, unten in <1« i- Mi(ie nnssei linlb des Stichrandes 
die Worte: Contelis ViCscher fcuipUt. ji'doch ohne die Textbbttter, 
nur die gesainiiiten Kupferplatlen allein. Das dein Herrn Dr. 
Ji/aeph Pokomy in Wien geliörige und mir zur Benutznng über- 
lassene Exemplar dieser Abdrucksgattung bat aul der Kückseile des 
ersten Blattes eine Etiquette eingeklebt, welche unter dem Wappen 
folgende Inschrift trägt : The Bi^ Bm^ Hgenwn Capdl, Barl 
of ßfyex^ Viftount Maldan, and Baron Ca^U of Ha4hami 1701. 
Die Reihenfolge der BlattcT ist folgende: Das Wappen von Ilaarlem, 
das Tilelld.Wt flfoUandiaJ, dann die Portraits von Nr. Ibis XXXVI., 
endlich das Portrait Königs Philipp HL und jenes l.öuigs Philipp IV. 
von Spanien. Sämmtlicbe Blätter tragen den NiHiicn des Stechers, 
wie bei Beschreibung der einzelnen Nummern genau nn^M'LrelM'n ist, 
sind aber im (ianzen matt. In oiiien Band vercinigle Hiidler 
• (liesrr Folge dürften wobl nicht baulig vorkommen, da dieselben 
in der Re^'cl zerlegt und als EinzelblSItter aiilhewahrt worden sein 
niOgcu. Bninet in seinem Manuel du libraire erwähnt und citirt 
die!»es Werk nach der ersten Ausgabe, scbUlzt dasselbe aber bloss 
auf 12 b^ 15 Franca, desgleichen EUrt unter Nr. 20764 seines 
»ligemeinen bibliographischen Lexikons, ohne sich aber über den 
Geldwerih anszu!«prechen. 

lu dem nach 1718 ersclnenenen Werken FunnATORUM , gd- 
BATOHCM ET PBorEssoROii . . . alionimque . . . virorom, quorum 
gralia . . . academia lugdu.no-batava , . . ornala eft, effigiks: . . . 
A i.KWE DA^'s l'acaufmih, Cbez pitiRRE VANDKR Aa. FoK befindet 
sich auf drin Irt/h-n oder 160. IHatle ein Cataloijus oder Vor- 
zeichniss ilcr karten und Kupferwerke, die bei van der Aa am 
Lager sind und von ihm bezoo:pn werden küunen. üarin wird 
dieses i'ortraitvverk auf der ersten Spalte mit folgenden Worten 
aufgeführt: Tous Us Cimies d$ BoUande de Wen-Frixe, repre- 
Cmtez Ott naiurd en plufieun tailUs'douus, par 4e fammx 
CmmeiUe Viffdier, aoee kur$ nms ^ leur Genealogie au (fe/Toics, 
Sf dee ven magnifiques du Cawmt Petn» Scrwerins, In foUa 
Royal 



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269 



Die AbbilduDgen der Grafen stehen in folgen<)er Ordnung: 

I. TllEODERir.US I. 

II. Theodericus IL 

in. Armlphüs. 

IV. Theodericus III. 

V. Theodericus IV. 

VI. Florentfüs I. 

VII. Gertrudis. 

VIII. ROBEBTVS, 

IX. GoTFBEDos jfibhomB LaduaringitB dm, 

X. Theodericus V. 

XI. Florentids II. eogtwmmto crassus, 

XII. Theodericus VI. 

XIII. Florentii» III. 

XIV. Theodericus VII. 

XV. Ada. 

XVI. WlI.HF.LMUS I. 

XVII. Florentius IV. 

XVIII. WiLHFLMCS IL 

• .XIX. Florentius V. 

XX. Johannes L 

XXI. ,1 «HANNES II. 
XXII. WiLUELMLS HI. 

XXIII. VVlLHELMUS IV. 

XXIV. Margareta. 

XXV. Wilhelmus V. ^ 
XXVL Albebti» Baoanu. 

XXVIL WlLHELMUS VL 

XXVIIL Jouanhes Bavarm, 

XXIX. Jaooba. 

XXX. Philippus L 

XXXI. Carolus L 

XXXII. Maria. 
XXX III. Maximilian US. 
XXXIV. PiiiMPPUs IL 

XXXV. Carou s IL Ausfriacufi. 
XXXVI. Philippis hl comüum ultimus. 
Smith bringt zu diesem Werke noch folgende Notiz: „Es 
gieht, sagt er, in dem Museum zu Amsterdam noch äusserst inter- 
essante unvollendete Abdrücke von vielen dieser Portrait«:, welche 
als die fi*Qhesten Probedra ke anzusehen sind, und es ist nur zu 
bedauern, dass die Folge in diesem Zustande nicht vollzählig ist 
Diese Sammlung enthalt auch das Portrait FkreiUhts IL und Coirl F. 
von der Gegenseite, beide unvollendet und vor aller Schrift. Ich 
halte alle diese Abdrflcke für einzig und deshalb für besonders 
wichtig, weil dicRelben zugleich einen belehrenden Einblick in die 



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270 

Ar! iiinl VVt'iM *,'«'\\äliit'U , luil der Vissrher I»<m Vollcndiiiig «li<'M»r 
PlallPii /n W ri kf '/iws : (lio mit deni (irahsliclH'l l)i'.'irl)eiU'len Pnr- 
lien <l('i Iii. Iii« t witi lrii ii;)]iili<ii ii iilin licciKiel iiud (Ihiiii erst (iei* 
iihi'ige Theil mit dt'i U<i<Ih uadtd henrlx ilcl und geäUl/' 

Obgleich ich die von Smith erwähnte emioente Seltenheit 
«Itetier ProbedrOcke nicht bestreiten will, halte ich denn doch da- 
Air, das», wie in so manchen ähnlichen Fallen« dieselben noch 
andemUrts vorkommen mOgen, nur dass man vou ihrem Vorhan- 
densein bisher keine Kiiiidc erhalten IihI, und ;{ebe die HoiTnung 
nicht auf, dass die dem Museum fehlenden Bl^ltter dieser Folge 
sich noch irgendwo werden auffinden lassen. 



11. 

Das Cabinet dB Riifnsi wird Öfter genannt, es sind aber nur 

spärliche Nachrichten darflber vorhanden; da nnn dasselbe einen 
nicht unwichtigen Beitrag zur Geschichte der Kunst, namentlich in 
Holland liefert, so sei es mir gestattet, so viel ich darüber erfahren 
konnte, etwas ausführlicher n»if/iiiheilen. 

Um die Mitte des XVII. Jahrltiinderts lebte in AnisLerdani dov 
Rathsherr und Schöppe Gerhard Heyitsl^ ein grosser Verehrer der 
Kunst, und mehr noch als dieses, auch wahrer Mäcen , welcher 
Künstler in scinein Interesse beschäftigte. Reymt besass ein he- 
rObmtes Cabinet, bestehend aus Statuen, Büsten, anderen Kostbar- 
keiten und Seltenheilen und nebsdem auch aus einer sehr werth- 
vollen Sammlung von Gemälden der italienischen und niederlän- 
dischen Schule, die er durch entsprechende Kupferstiche su 
allgemeiner Kenntniss zu bringen Willens wiw. Zu diesem Zwecke 
gewann er fdr das Unternehmen die namhaften Stecher Comel 
Vmcher und dessen Schüler Cornelius van Dalen, H-rner Jakob 
und Theodor Mathnm^ C, Holstein^ Schelte Hohwert mid Jeremias 
Faid:. Die Kosten, wrli lie (lie>i«!S kflnsllerisclie l nternelunen ver- 
ursachie, müssen bedentead gewesen sein, wenn man bedenkt, 
dass Jeremias Falck naeh seiner eigenen Angabe für die von ihm 
gearbeiteten l'latien 2600 Gulden erhielt, und noch weitere 
100 Gulden verdient haben würde, wenn der Unternehmer noch 
länger gelebt hätte, iteynsl, der grosse Beschttlser der Kunst, 
starb, und die Art seines Todes musste eine äusserst traurige ge- 
wesen sein, weil Jeremias Fakk in einem Briefe an Eendim in 
klagendem Tone dieses Ereignisses mit den Worten erwähnt „der 
gute Herr kam elleodig um''. Nach seinem Tode wurde das Cabinet 
aufgelost, die Gemälde tersti^eut. Der beste Theil wurde von den 



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271 



Ständen von Holland und WcsifViesland angekanft und kam als 
Geschenk an König Karl II. nach England. Das von dem ver- 
storbenen I?esi(ze.i nach einem umfangreicheren Phtne angelegte 
kiii)tVr-li(:lj\verk gab dessen WittAve, aher eis! ii,h Ii (hMn Tode 
liires Mannes, um das Andenken an dieses herillunie CainneL und 
dessen Gründer zu erhalleu, mit einem Tilelhlalle versehen, her- 
aus, welches iolgendermassen lautet: Vmiarum Imagmum a cele- 
herrimü Ariificäm pictarum- Ca^Mrae, eleganttstimis HoMt'f re- 
praesentata», Ipsae ptdurae partm extant aipud tnäuam Gerardi 
. Rennst, qMmdam hi^fw urhis Senatori» et Seahinu parlm Caroh IL 
BrÜammvm Regi a Poteniissimis HolUmdiae Weatfrisiaeque ordtnibus 
dono missae sunt. Anutdoäam. in gross Folio ohne Angabe des 
Jahres. Heineckm In seiner ihef. generale d'ü.ne collection com- 

PLETTE dVsTAMPES . . . A LEn>SIC ET VrF,N>F, CUEI JeAN PaUL KrAUS. 

1771 8.^ ^neht auf Seite 82 den Titel mit den ohigenWorten an, 
derselbe kommt eheu so, jedoch nur abgekürzt in dem catalogle 

RAISONNF. DU CABI.NET d'eSTAMPES I>R FEÜ MÜ.NSIEUR WINCKLER BANOI IKH 
ET MEMBllE DU SENAT A LEIPZIG, COINTENANT ÜNE COLLECTION DES eilXES 
ANCIEISNES et moderne» PAR l. G. STIHHEL. A LEIPZIG IS 10. 12.** VOr, 

und zwar im V. Theile, Abtheltung: Ouvrages rdies, §eite 309 
bis 317. Sememen giebt an, dass das Werk aus 33 BIflUern be- 
steht, welche nach 32 Bildern gefertigt wurden, was sich dadurch 

erklärt, dass die heilige Familie nach Raphael von Matham zwei- 
mal gestochen wurde, weil die erste Platte nicht nach Wunsch 
ausgefallen ist. Die ei*slen Abdrücke, sagt Heineckm, erschienen 
vor der Schrift, später wurden die Namen der Maler nnd Sterber 
hinzugefügt, jene der ersteren jedoch nKuicbmnl nltwcichend, man 
iiiii^se dah^r, wenn man scliOiie Abdrücke hüben wolle, jen«; vor 
dci Sclnift wählen. Corneille Visscker zeichnete sich vor allen 
aniieien dabei jjeschäftigteu Stechern aus und trug durch seine 
trefflichen BlUtter nicht wenig dazu bei, diese Sammlung berühmt 
zu machen. In dem Exemplare des Dresdener Cabinets befindet 
sich nach seiner Angabe ein Supplement von 5 Blattern, gleich* 
falls nach Gemälden des Cabinet de R^nst gestochen, welcher sich 
in anderen Exemplaren dieses Galeriewerks gewöhnlich nicht be* 
finden. Die Blätter dieses Sup{)lomcntes sind : 

1. Die vier Cyclopen . nach Michd Atigdo da Caramggio, 
gestochen von J. Falck. 

2. blsau verkauft das Erstgeburtsrecht, nach TitUorelto, ge> 
stochen von J. Falck. 

3. Silen begleitet v(m Ceres und einem Manne der in ein 
Horn bläst, nach Jordaens, gestochen von Schelte Bohwert. 

4. Johann der Täufer predigt in der Wflste, nach AhriAam 
Bloemaert, gestochen von /. Fakk 1661. 

5. Ein Mann und eine Frau, welche zusammen singen, an- 
geblich nadi Jean Lye, gestochen von /. Fddc, 



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272 



Das SS'vrk hrstehi ;iii> /wvi TlniI(Mi; der erste fillirt den 
obigen TilL'l, der /\\ i iic 1 Ik il \\\n\ in dem oben erwälink'i» Kalaloj^ 
des Cabinets WincJiUt lui \. iiiinle unter Nr. 73 der Ablheiliing 
Otivrages rMin titiit« besieht gleichfalls aus eioem Bande in quer- 
Folio und hat den Titel: Signanm Yetenm leon» per D, Gerar- 
, dum KtjpM ürhi$ Ämtttlod. Smatonm tolUtta Udnäk mnt^ 
meita* Lairme mv. ef fee. Ämtidod. ex offic. Nicolai Visscher. 
Die Samndung dieses TlieÜes enthält, den Titel nicht mitgerechnet, 
eine Folge, bezeichnet mit ( — ;ff, mit Inschriften, dann eine 
weiten* Folge von 98 bezillerlen Blättern, vorstellend \erschiedrne 
antike Slaiiicn und BUsleu in Folio, eiu jedrs Blatt mit seiner Irj- 
schriil versehen. Mit diesen Anj^abm slumaen auch jene Jieimckens 
in seiner Idee generale u. h. w. wcirilich ilberein. Vollsländige 
E\«'mi)lare dieses Galeriewerkes mögen wolil « ine fjrosse Seltenheit 
sein, da dessen Blätter in Sanunlungeo und Auclioneo nur immer 
aerstreut und vereinzelt vorkommen. 

Das Eiemplar des Cabinets Whukler wird in dem dtirten 
Katalog desselben näher beschrieben und die Blatter aufgeiablt 
und zwar in Tolgender Ordnung: 
Titelblatt, 

1. Weibliche Bttste, nach Parmeggiamj gestochen von Cemd 

Visschei\ 

■ 2. Portrait eines >Tannes fliorrarewi nach Ti»iaH, gestochen 
von C. f:an Dalen (oder Vorstei itmu). 

3. Porirail deb Georg Barbarellij nach Mastian dd Piombo, 
gestochen von C. van Dalen. 

4. Portrait des Sebastian del Piombo, nach Tizian, gestochen 
von C, voH Mm. 

5. Portrait eines Gelehrten (AreliH), nach Tizüm (eigentlich 
Ti9U6ret(o\ gestochen von C. van Daten, 

6. Der beilige Petnis, nach Guido Bern, gestochen von 
Theodor Matkam. 

7. Eine Frau mit der Palette von Amor gekrOot nach Guido, 
gcstorhpn von Matham. 

8. iJie alle Buhlschvvester, nach van Ly$, gestochen von 
Cornd Vii^schcr (?). 

9. Portrait der Isabella d'Este, nach Correggio oder Giulio 
Romano, gestochen von Com. Holstein. 

10. Die beilige Familie, nach Raphael, gestochen von Jtdcok 
Matkam, 

11. Maria mU dem Jesuskinde und Johannes, nach Jakob da 

Ponte BässattOy gestochen von Theodor Matham. 

12. Die Anbetung der flirten, nach L. Com {?), gestochen 
von J. Fakk (von ^. Hagm bezweifelt). 

13. L)i(* 0|)foriing im Tempel, nach iL Schiavanet gestochen 
von Falck, 



273 



14« Die Himmeiralirt Christi, nach Pmd Veronese, gestochen 

von Comd Yim^^ 
15. Jesus sinkt unter der Last des Kreuzes, nach Jakob da 

Ponte BassoM, gestoehen von /. Faldc. 
16w Die Grablegung diristi, ohne Angabe des Malers und 

Stechers. 

17. Traum gesiebt eines Heiligen, ohne Angabe des Malers 

und Stechers. 

18. Ein Heiliger höil in der Verzückung himmlische Musik, 
narh Jean Lys, oiine Angabe des Siechers. 

19. Der Aiterlhnmsforscher Andrea Odoni, gezeichnet und ^m«- 
stechen von ( omel Visscher (nach Lorenzo Lotto, lalschijch 
n.ich Correygiü). 

20. Die heilige Familie am Fussc der Säule, nach Palma 
vecchio, gestochen von J. fakk. 

21. Jesus im Schoosse der Müller spielt mit ßluiueu, uhnc 
Angabe des Malers, gestochen von Comel Visscher, 

22. Maria, der kleine Jesus und Jobannes in der Landschalt, 
ohne Angabe des Malers gestochen von Comd Visscher, 

23. Die Vermahlung der lieiligen Katharina, nadi Pmd Vero- 
nese, gestochen von Jakob Matham, 

24. Susanna und die zwei Alten, nach Guido Rem, gestochen 
von Com» Visscher. 

25. Das Concert, nach Giorgione, gestochen von Jeremias Fakk. 
2d. Die Köiiägin Semiramis bewältigt den Aufstand, nach 

Guercmo, gcsiDchen von Jeremias Fakk. 

27. Kine Geseliscliart von Soldaten uiid M.iticheu, nach Rub&is, 
ohne Angabe des Stechers (Jcrein. l alckj. 

28. Der Kulkofen, nach Feter de Laer, geslucheu von Cortiel 

29. Der Pistolcnsiimss, nach Peier de Laer, gestochen von 
Com. Visscher. 

30. Der Hinterhalt, nach Peter de Laer, gestochen von Comel 
Vieseher, 

31. Abraham verlflsst das Land Ur (eigentlich Haren), nach 
BassanOt gestochen von Comel Visscher^ 

32. Abraham erhalt Qefehl Sichern zu verlassen, nach Bassano, 

gestochen von Comd Vüschei\ 

33. Bildniss eines Heiligen, wahrscheinlich Evangelisten, ohne 

Angahe des Malers, gestochen von Lvtma, 

34. Die heilige Familie, nach Raphad^ gestochen von Jakob 

Matham. (Zweite Platte.) 
Zur Vrrvollsiflndigung der Sammlung liat der verstorlN-üe H(!- 
sitzer ( WVwc/r/er) seinem Exemplare noch folgende Blätter hinzngejiigt: 

35. Die Cyclopen, nach Michd Angelo da Caravaggio^ gesto- 
cheo von Jer. Fakk, 



274 



fisau verkaiiH das Ersli^biiitsrecht, nach TitUontle, 

3(). {?esloclien von Falck. 

37. Silen begleilel von Cpres und einem Manne der in em 
Horn bl.lsl, nach Jordaens, gestochen vf»n Schefte Bolsweit. 

38. Ein Mann und eine Frau welche singen, ohne Angabe 
des Malers (muÜiiuassUcb Jean Lys)^ gestochen von Jeie- 
mm Falck. 

39. Jesus wird in das Grab gclcgl, ohne Angabe des Malers, 
gestochen tob Jeremias Fakk» 

Bei dieser Nummer macht Stmm^ die Bemerkung, dasa nach 
Hemeeken*$ Idee generale dieses Blatt nicht zur Folge gehört, son- 
dern ein anderes, welches Johannes den Täufer in der Wüste pre- 
digend darstellt und nach Bloemaert von Jeremias Fakk gestochen 
ist, was schon oben erwähnt wurde. 

Zu fliesen Rl.'iltci ii p:ohnrt nach Rudolf WeitjeJ iHtch: 

40. Stall, nach Veter van Laer, ohne ^;lll]en des Stechers, 
jedüch gewiss von (oinel Vissrher. Uh^'N'ich dieses UlatL 
weder im Katalog \Vincklei\, noch bei Heiuecken vorkommt, 
so nehme ich es doch, gestützt auf die Autorität meines 
Gewährsmannes, mit in die Reihe auf. 

Ordnet man die BlStter a]phahetjseh nach den Stechern, so 
gieht dies nachstehende Uebersicht, welche ich nun folgen lasse 
und dabei die Gegenstände etwas genauer angebe, auch bei jedem 
Blatt am Ende in einer Klammer die Nnnnner hcifilge, nnler der 
dasselbe io dem obigen Verzeichnisse des Mndlr/flr'sclien Katalogs 
zu finden ist 

L Bl&tter ohne Angabe des Stechers.. 

1. Ein Heiliger, (Petrus), auf einem Steine eingeschlafen. In der 
Höhedrei Engel, die ein Tuch tragen, das mit verschiedenen 
Thieren angefallt ist. Ohne Angabe des Meisters. (17.) 

2. Ein Heiliger, der in der VerzOckung eine himmlbche 
Musik vernimmt Nach Jem Lys. (18.) 

TL Bl&tter von Schelte Boliwert 

1. Silen begleitet von Ceres und einem Manne der in ein 
Horn bläst Nach Jakok Jwrdaens. (37.) Dürfte wohl 
das Blatt sein, das bei Jeremias Falek unter Nr. 6 ver* 
zeichnet ist. 

m. Bl&tter von GoraeUiia van Dalen. 

1. Portrait eines Mannes mit kurzem Haar und einem mit 
Pelz gefütterten Mantel (Portrait des Boccaccio), nach 
Tizian» Einige schreiben es dem Vorsterman zu. (2.) 



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275 



2. Portrait 4es Georg BarbarellU genannt Giorgime dd Caüü- 

franco, nach Sebaslian del Piombo. (3.) 

3, Porijait (l<'s Sehastian del Piombo oder Can^^amUa, Domi^ 
nikaDcrinOiicii, nach Thian. (1.) 

4« Ponrait eioes GelehrteD, augeblich Aretin, nach TizioiL (5.) 

IV, Blätter von Jeremiafl falck. 

1. Maria mit dem Kinde und hinter ihr die beilige Anna. 
Halbe Figuren. Das Bild wird dem Andrea dd Sarto und 
anderen Malern sogeschrieben. Ich vermuthe, dass dieses 
Blatt eins ist mit jenem, das, den gleichen Gegenstand 
Torstellend, iin Katalog Winckler unler Nr. 10 vorkommt 
und der Annicrkiing zu Folge nach Raphael wäre. 

2. Christus tragt das Kreuz. ISach Schiavone. Durfte Nr. 15 
des Katalogs Wvickler sein und wäre der dort befindlichen 
Bemerkung: zu Folge nach Jakob Bassano. 

3. Die Cyclüpi'ii bei der Arbeit, oder die vier Schmiede. 
Nach Caravaggio. (35.) 

4. Semiramis erhält, während sie sich schmückt, die Nach- 
richt von einem aasgebrochenen AuAruhr. Nach Guer- 
Hm. (26.) 

'* 5. Predigt Johannes des Täufers. Ein Hauptblait' Nach 

A. Bloemaejt. •Fakk Polonns. (39.) 

6. £in Satyr mit einem Fruchlkorbe, dabei Ceres und eine 
weibliche Figur, die in ein Horn slösst. Nach Jordaens, 
(37.) Wird im Katalog WindeUr dem Sdidte Bolswert 

zugesciirieben. 

7. Eine Gescllsrhan von Sohlalen und Mäik heii beim Trunk, 
gewOhnlidi das Bordell genannt. Njidi van Lys. (27.) 
Nach dem Katalog Winckler wlire das Bild von Rubens. 

8. Die Kreuztragung. Nach Van Dyck. 

Maria mit dem Jesuskinde, welches einem ''vom kleinen 
Johannes gehaltenen Lamme Krauter reicht. Nach Stella. 

10. Maria als Himmelskonigin. Nach Egmont. 

11. Esau verkauft seinem Bruder Jakob das Recht der Ei-st- 
geburt. Nach Timoretto. Falck Pohma. (1663.) (36.) 

12. Ein Mann und eine Frau welche singen. Nach Jean van 
Lys. (38.) 

13. Die alte Bulilscliwpsler bei der Toilette. Nach Jean van 
Lys. (8.) Wahl st heinlich Nr. 8 de^ Verzeichnisses des 
Katalogs Wmckier, wo es aber dein Cornel Visscher nach 
einem Gemdlde von van Lys zugeschrieben wird. 

14. Das Concert. Vier Personen, drei Mdnner und eine Jung- 
frau singen. Haihfiguren. Nach Giorgiom. (25.) 

15. Die heilige Familie mit dem kleinen Tobias und anderen 

18* 



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276 



Figuren. Nach Palma fmdkio. (20.) Das Bild kam in 

das Cabiiiet des Königs von England. 

Dieses Verzeichniss entnehme ich einem Aufsätze von A. Tlagen 
in Nr. 16 des Kunst hlaltes vom Jahre 1848, so wie «l^m IV. Theile 
von Winckler's AucUuuskatalog, wo aber, nach einer mi Kunsthbttc 
enllialLcnen Notiz, dio einzelnen Blatler dieses seltenen Werkes 
nicht ganz richtig verzeichnet sind; wov'm aber diese Uurichlig- 
keiten bestehen sollen, wird nicht weiter angegeben. 

Nach dem Katalog Winckler werden dem Jejemias Falck noch 
zugeschrieben, von A. Hägen aber nicht anerkannt: 

16. Die Anbetung der Hirten. Giner handscbriAlichen De» 
merkunf^ Winddex'B zu Folge nach £. (kito. (?) (12.) . 

17. Die Opferung dea Jesuskindes im Tempel. Nach ^cftiSiieoite. 
(13.) 

18. Jesus wird, unlerstfltzl von Nikodemus und begleitet von 
den heiligen Frauen, ins Grab gelegt. Unten sechs la- 
ternische Verse. Ohne Namen des Meisters. Hiezu macht 
der Katalog Winckkr die Bemerkung, dass nach Heinecken 
dieses Blatt nicht zur Folge gehöre, wohl aber ein anderes 
Blatt, welches den heiligen Johannes den Täufer darstellt, 
wie er in der WUste predigt. Nach Abraham Bloemaert. 

V. Bl&tter Ton Comelina Holstein. 

1. Poihait der Isabella von Este, Geiualiliu des Franz Gon- 
zaga, Herzogs von Mautua. Sie sitzt in reicher Kleidung 
in einem Lehnsessel. Nach Correggio, oder wie Einige 
wollen, nach GniUo Rmano. (9.) 

VI. Blätter von Lutxiia. 

1. Bild eines Evangelisten, der in seinem Buche schreibt. 
Ohne Angabe de« Malers. (33.) 

Vn. Blätter von Jakob Katham. 

1. Die lieiiii^'e Familie, oder Maria mit dem Jesuskincle iwi' 
dem Arme, begleitet von der heiligen Amiki. nnrh fldjiliael. 
(10.) IJas (ieiuakie wurde von den Generalstaaten dem 
Könige Karl H. von England verehrt. 

2« Die heilige Familie mit der Vermahlung der heiligen 
Katharina und zwei umsicircnden Engeln. Der kleine 
Johannes reicht dem Jesuskinde den Uing. Nach Paul 
VerDnew. (23.) 

3. Derselbe Gegenstand der oben unter Nr. 1 vorkommt und 
dort beschrieben ist. Nach Raphael, (34.) 



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277 



Vm. Blatter toh Theodor Hatham. 

1. Der beilige Petrus mit langem Bart blickt gegen Himmel. 
Nach Guido Rmi, (6.) 

2. Spende Frau mit der Palelte in der Hand, vun Amor 
gekrönt. Nach Guido Reni, (7.) 

3. Die heilige JungfVau silzt unter einem Baume und hält 
das Jesuskind auf ihren Knieen, Johannes reiclit demselben 
einen Vogel. Nach Jakob da Fönte Bassano. (11.) 

IX. Blatter von Comel Visacher» 

1. Weibliche Büste mit der Hand auf der Brust Angeblich 
nach Parmeggiano* (1.) 

2. Christi Himmelfahrt. Nach Paul Veronese, (14.) 

8. Christus wird zu Grabe getragen. Nach Tintoretto. (16.) 
' 4. Der Allerlbumsrorscher Andrea Odoni* Von C, Vissüier 
nach eigener Zeichnung. Nacb Larenzo Lotto, fälschlich 

nach Correggio. (19.) 

5. Maria mit (h'r HInme. Das Jesuskind auf den Krii'een der 
heiligen Jungfrau spielt mit den Blumen, die ihm die 
Muller reicht. Der Name des Malers wird nicht ge- 
nannt. (21.) 

6. Die heihge Familie in der Landschafl. Der klt au' Johannes 
reicht dem Jesuskinde Früchte. Ohne Angabe des Malers. 
Mail schreibt das Genialile dem Painui zu. (22.) 

7. Susanna von den zwei Alten im Bade Überrascht. .\ach 
Guidio Rmi. (24.) 

8. Der grosse Kalkofen. Nach Feter de Laar» (28.) 

9. Der Pislolenschuss, oder die angefallene Kutsche. Nach 
Feter de Laer. (29.) 

10. Der Hinterhalt, oder der Ueberfall. Nach Peter de Laer, (30.) 

11. Abraham verlässt das Land Ür, eigentlich Haran. Nach 
Bnssano. f^l.) 

12. Abraham erhält Befehl Sichern zu verlassen. Nach Ais- 

sano. (32.) 
la. Der Stall, tiaeh Feter vm Laer. (40.) 

Ordnet iii.ni cniilh li die Blätter nacli doii Malern uiid Zoicii- 
iKM'ii, SO verliieiien sich die Nummern des Vei-zeichoisses lulgeudej*- 
masi»en : 

Ohne Allgabe des Meisters: 16, 17, 21, 22, 33, 39. 
Anmigit Midiel Angela, genannt da Caravaggio: 35. 
Barbarelli, Giorgio auch Giorgione da Caslelfrauco: 25. 
Barbieri, Giovanni Franeeeeo genannt ü Guiräno da Cento i 26« 
Bmsano, Jacopo. S: Fönte, Jacopo da. 
l. Cotta 12. 



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278 



Giorgiom da Castelfrnnro. S: Barbareüi, 6f, 

Giulio Romano. S: Pippi, Gitilio, 

11 Guercim da Ccnto. S: Barbieri, Giacoino Frmtcesco. 

Joniaeus, Jakob: 37. 

Laer, Peter van: 28, 29, 30, 40. 

Lotio, Loienzo: 19. 

Lys, Jean: 8, 18, 38. 

MazzHoU, Francesco genaniil il Parmegianitw: L 

Miehd Angelo da Caravaggio, S: AmmgU Michel Angelo, 

Palma, Güusopo genannt f( Yecduoi 20. 

ParmegiofUno. S: MazzuoU Francesco, 

Piombo, Fra Sebastiane dd: 3. 

Pippi, Giulio genannt. Gtiilto Romano: 9 (?). 

Ponte, Jacopo da genannt Bassano: 11, 15, 31, 32. 

Raphael Sanzio. S: Sanstio» 

Reni, Guido: 6, 7, 24. 

Robusti, Jacopo genannt il Tintoretto: 5, 36. 

Rubens, Peter Paul: Tl. 

Sanzio, Haphi/d: 10, 34. 

Schiarone, Amh't-n: 13. 

TiiiiMicilo. S; Habasti, Jacopo, 

Tiziano Vecellio : 2, 4, 5. (?) 

Verotiese, Paul: 14, 23. 

Vissdier, Comel: 19. 
Bei der Wahl der Ordnuitgsworte dieses Verzeichnisses hielt 
ich mich streng an Na^a^s KQnstlerlexikon, und half, wo es mir 
angedeutet schien, durch ROckweise nach. 

Schliesslich sei noch erwaiint, dass Gerrit Reynst oder Reinst 
sicfi unter jenen Amsterdamer Ratlisherren hefindet, deren Andenken 
durch die zur Feier der Einweihung des neuerbauten Sladiliauses 
in Amsterdam im Jahre 1659 geschlagene 'grosse Medaille erhnlten 
wurde, welche in einem Kreise die sämmllichen Wappen ciicscr 
Herren zeigt; auch Lambert Reinst ist darunlcr, «(essen f. oh Joost 
van Vondel in einem oi^(!ii<?n Gedic hie besunfjpn hat Es komiiil 
im VII. Thcih' S. 720 seiner Werke vor, hat die Aufschrill: Op 
de e. Heere Lambert Reinst, Schont, van wegen^ de graeßijckhi it van 
Hollant, Zeelant, en West-FriesUmt, Amsterdam, Tempera t iius. 
und be^nnt mit: Was (reer aen Tacitus, of s weerelts hoofsiadl 
Rome, ... J. van Lentyp, der gelehrte Herausgeber der Wirke 
des van den Votidel, macht zu diesem Gedicht eine Bemerkung, 
aus welcher hervorgeht, dass die Familie Remst au den besten des 
Landes gehört Rr sagt: Reinst: deze, uit een aananenUjck gedacht 
geCproten dat in de eerüe hdft des zeventiende eeme ondersdMen 
Regenten aan AnUterdam geschonken had twee wuaren reeds vroeger 
vermdd was zelf in den jare 1649 tot Raad, en in 16^ tot 
Sehe^ aangeäM Sedtrt 1656 bekleedde hy ket SckmUsambt, 



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279 



V welk hy waamom tot in dm jare 166G na hetweUc hy het Burge- 
nieesterCchap mnvaaräe. Ily was geirvnwd iml Aleide Bicker van 

Das Wappen der diB Aetor zeigt im blauen Felde oben einen 
goldenen Stern mit sechs Spitzen und unterhalb desselben drei 
runde silberne Flaschen, welche so gestellt sind, daas in der 
oberen Reihe zwei und unten eine steht 



t2. 

Dieses Blatt üiitlet iiinn (ihiigeiis aiuti iii der lullierischca 
Bibelnusgabe , welche (lt*n Titel lüiirl : Biiu.ia baiJ ift tie gcin^c 
^cftrtfft TOcei iinb ":)ioiu\^ Xcftamentö Xeiit]d>, Dectcr iDkrtin 
ii!uü;er^ . . . ^Jtürnbcrg gcbvucft unt> Dcrlcgt t)uvd; ;3üi)auu Slnbrcä 
(gnbtcrö ^eer. ©ö^ne . . . 1692. Fol. 2 Thcilc. 

Diese Bibel ist mit zahlreichen Kupferstichen geziert, die aber, 
wenngleich ibeil weise von guten Meistern, als: Nolpe, <fe Gheyn, 
Londmed gestochen, wegen der minderen Abdrücke von geringerem 
Belange sind. Gleich im Anfange der Bibel, vor dem Buche 
Genesis, kommt auch ein gestochenes Titelblatt vor, auf dem in 
dem iiiiltloren Räume gleichfalls gpsi»)cl)(!r> der lateinisctie Titel 
steht: HiSTüiu.E Sach.k veteris et novi tkstami nti . . . der sich 
dann dnninier in (hMitselier, fr.'ni/(\-isrht'r, holländischer und eng- 
lischer Spraciie wiederholt. Vi'.\\\/ iiiiini dif Worte: Amstehvdami 
ex Officina Nicolai Vifscher, Cnia rrioilegio Oidinum UolUauliie 
et WeCt-Ft iCia'. Fol. 

Ich habe die Vermuthong, dass diese Kupfer, so weit sie 
hollandischen Ursprungs sind, einmal in einem Sammelwerk ver- 
einigt waren, welches in Amsterdam bei Nieokm Visseher erschien 
und das obige Blatt ziun Titel hatte; meine BemOhung jedoch, 
etwas Näheres hierüber zu erfaliren, war fruchtlos, obgleich ich 
darüber manuigfache bibliographische Behelfe zu Ralhc gezogen 
habe. Es scheint mclir Zufall als Ahsichtlichkeit darin zu liegen, 
dnss sich dieses TifflMaH hn dieser Bibelausgabe l)elindel,'da das- 
selbe strenge geuuiuiiicn gar nicht hicher geholt und als ein 
gänzlich fremdartiger Besiandlbeil au seiner Stelle mehr störend 
als erläuternd wirkt. 



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280 



13. 

Die UDter dem Namen der Heiligen von Flandern, les Samt$ 

de Flandres, bekannte Folge enthüll zwanzig Blätter, welche nach 
Angabe Na^efs und Smä^s in nachstehender Ordnung auf eill* 
ander folgen: 

1. Das Titeiblalt. 

2. Der heilige Bavo. 

3. Der heihge Willibrord. 

4. Der heilige Suitbertus. 

5. Der heilige Marceüin, 

6. Der heilige Jeron. 

7. Der heilige Egbert. 
S. Der heilige Wolfram. 
9. Der heiUgc Martin, 

10. Der heiHge Odolf, 

11. Der heilige Gregor, 

12. Der heilige Friedierifh. 

13. Der heilige Bonifa%ius, 

14. Der heilige Lebuin. 

15. Der heilige Ganpilf» 

16. Der heilige Adalbert von Egmom. 

17. Der heilige Engelmund. 

18. Der Iicilige Werenfried* 

19. Die heilige Cunera. 

20. Die heilige; Lifbmm. 

Es giebt zwei Ausgaben dieser Folge, die frühere mit der 
Adrcs.se von Soutman^ die spätere mit jener von Frederik de Wit, 
welche aber nur nacli dem Titelblatle zu erkennen sind, die 
Blätter haben in beiden Ausgaben keine Mumerirung. Die Benen- 
nungen der Heiligen gebe ich nach dem Heiligen • Leiilcon von 
J. Stadler und F. /. Hevm und anderen guten QneUen. 

Diese Suite kündigt übrigens um 1718 der Leidner Buch- 
drucker Peter van der Äa, als hei ihm zu haben, auf dem 160. 
oder letzten Blatte des Werkes: PONnATORUM cußAToRüu et pro- 
PESsoROH . . . aliorunique . . . viroruh, quarum gratia . . . academia 
XiUGDUNO'RATAVA . . . oroata efi , effigies: . . . a lkide . . . Chez 
PIERRE VAifDER Aa. Fol. mit folgenden Worten an: Le vraU Par" 
traits des premiers Eveqnes des Pais Bas, Sf antres PerConnes lllu- 
(tres qui y out Me eiwoypz poitr la coiwerCion des Peuples d la 
foi, gravees in (res bclles taillcs douces par les renmnmees Maitre^ 
P. Sontmmi VilTcher; arec des explicatiom deCsons chi/ij/fe, 
plandie. In folio, Royal papier. Nach dieser Ankündigung luille 
auch P. Sontman Antlieil au den PJallen. Itic letzleren waren im 
Hesitz der Kuusiliändler Covern et Monier laut ileren Verlagskalalog 
Seite Ob, Nr. 3. 



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281 



14. 

Zur Erklärung, und zum besseren VersUlndoiss des Darge- 
Btelllen wird es nicht ohne Interesse sein* eine kurze Beschreibung 
dieser Vermablungs- und KrOnungsfeieriicbkeiten folgen zu lasseo, 
wie sie in dem bekannten Quellenwerke des XVll Jahrhunderts 
Theatrtim europgewn, Oder Ausführliche vod WaliiliafUige B&> 
Schreibung aller . . . denkwürdigen Geschichten . . . Beschrieben 
durch M. Joannem Philippim Abehnnm . . . Gedruckt zu Frank- 
furt am Mayn, hei Wülfr<,'ang Holfmann. 1643 - 52 in foL, und 
zwar iui VII. Theile S. 643 — 645 zu finden ist, und welche wört- 
lich tulgenderniasseu lautet: 

. . . Dienstags deu 24 Oclober. A. oder 3 Noven)l)er. N. C. 
wurde die Konigl. Schwedische Braut von ihrer Mayest. deui 
König, in Begleitung der gantzen Ritterscbafit, auch vieler Grflfl. 
.und anderer rümehmen Standespersonen, wie nit weniger aller an« 
wesenden Reichs-Räthe, wobey sich -ein jeder mit den Seinigen 
aufs prSchligste aussstaflirt, auch 3 Squadronm zu Fuss und 2 zu 
Pferd befunden und die gantxe Bürgerscbalft im Gewehr gestanden, 
auss dem Scbloss Carlsberg nach Stockholm abgeholet, welcher 
Einzug, wegen dess grossen Train und Suite, hey 4 ganlzer Stun- 
den, nemlidi von 12. biss 4. Uhr gewähret, iu nachfolgender 
Ordnung: 

Ini Vorzug hcfauden sich löOO Mann zu Iios> um! Fuss. 
Nach ihueu luhren die sämptliche Herren Reichs-HailiL . ein jeder 
iu seiner mit 6 Pferden hespannlcn Carosse, uud yieugen hey 
jegi icher 4. 6. in 8. mit köstlichen Caball-Trappen oder RossdedLen 
Überlegte Hand-Pferde. Am nächsten waren die Gräflichen Stan- 
de&*Personen : Denen Uire KOnigl. Mayest. gefolgt, in einer sehr 
kostbaren Carette, neben Dero 24 HeUepartarer hergiengen: Uud 
hierauf die KOnigl. Braut in einem wunderschönen und köstlichen 
Triumphwagen. Welchen allen der Nachzng, ahermals in 1600 
Mann zu Boss und Fuss bestehend, gefolgt, und damit der £in- 
zugs-Process heschlossen worden. 

N(trh deusclhi^'eu Ähend uHib 8. Uhr, geschähe nicht allein 
die \ernialiluug (wobey Herr Graf Erich Ochsenslirn, den Ihre 
Mayest. kurlz zuvor als Reichs- Cantzlera herrlich tJistaUirt, eine 
ansehnliche Seruion gelhau , uiul der Filrstl. Holsteinische Ahge- 
saudter, HeiT Claus von Qualen, beantwortet) auf dem Reichs* 
Saal, durch den Herrn Ertz-BiscbofT von Upsal: Sondern es wurde 
auch der neuen Königin CrOnung folgenden Donnerstag, den 26 
Octobr. in der Haupt-Kirchen von gedachtem Ertz-Biscfaoff, nach 
der alda gehaltenen Predigt, mit gebräuchliclien Ceremonien statt- 
lich vollbracht, und sowol bey diesem Aäu, als unter dem, wegen 
dess grossen Comitats auch vieler Caretten und Uaud-Pfeide Uber 



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2S2 



3. Stund lang gcvvährlen Kinziig, der Trauung, und hierauf ge- 
haltenen Ranqneten, Beylüger, verhrannten Feuerwercken auch an- 
dern! F'üriii), neheu denen von Heutern, Fussvolk und Bürgern 
gegebenen Salven, das grohe Geschütz zu Wasser mu\ Laad so 
offt gelOsel worden, dergleichen in vorigen Zeiten zu Sfockholm 
noch nie geschehen noch gesehen. 

Hiebeneben ist auch mit StUlschweigen nicht zu Qbergehen, 
welcher gestalt die ▼Olh'ge Einholung 'der Königl. . Braut von .Carls- 
bcrg nach Stockholm angestellt gewesen, nemlich also: 

Am Morgen, früh umb 4 Uhr 'stelleten sich anfänglich die 
Herren Reichs-Rdthe, und die Rittei^hafTt , bey Ihrer Königl. 
Mayest. auf dem Schloss ein : Die Reuter und Knechte aber unfern 
Rohrstrand, eben unib btnieldle Zeit, die Upländer auf der Rech- 
ten, die Osler-Golhische Reuter auf der Linken, die gemeinen 
Knechte aber in der Mitten. 

Die ev<U^ Ordnung mnchte der Herr General-Major Joliann 
M()i i[z Wi iMgel: 2. Iliin lolgle eine EsquadroD Uplffndischer Keuler. 
Denen der Herr General-Major Graf* von Dona. 4. Abermals 
zwo Esquadrouen zu Fuss UplJind und Wessmaiinisebe Knechte. 
5. dess Herrn Reiclis-Siallmeister^ Ii and -Pferde. 6. der RitlerschalU 
Hand-IMVide. 7. der Herren Reichs-Räthe Ilaud I^ferde. S. Der 
Princessin von Holstein, als Königl. Braut, Heerpaucker und Tlrom- 
petter. 9. Monfieur ScharpfTenstein, und beyde Stall-Pagen. 10. 
ihrer KonigL Mayest. Hand-Pferde. 11. Der Hof-Stallmeister. 12. 
Die Pagen. 13. Ihrer Kdnigl. Mayest. Heerpaucker und Trompetter. 
14. Der Hof-Marschall. 15. Ih. Konigt. Mayest. in Dännemarck 
Edclleute. 16. Ihrer KOnigt. Hochheit, sampt Ibrer Königl. Mayesu 
Hof- und Cavalliere, extra capita. 17. Ihrer Konigl. Mayest. Paucker 
und Trompetter. 18. Der Land- Marschall mit der Ritterschafft. 
19. Der Reichs-Marschall. 20. Die Reichs-Räthe mit jbvfMi Car- 
reften. 21. Der Dänischen Herren Gesandten Carretten. 22. Eine 
KiWiigl. Carrette, filr die Gesandten, und Fiir^ll. Personen. 23. Der 
Reichs-Stallmeister zu Pferd. 24. Ihrer Königl. Mayest. Carrette. 
25. Eine Künigl. Carrette, für die Küiiigl. Braut. 26. Ihrer Königl. 
Mayest. und Ihrer Konigl. Hochheit Cammer-Herren zu Pferde. 
27. Ibrer KOnigl. Hochheit Carrette. 28. Ihrer Fürstl. Gn. Princessin 
CarnMte. 29. Der Gräfin Frauen Margarethen Rrahe Carrette. 
30. Zwo Carretten, für das Frauenziuuner. 31. Eine Carrette, für 
den Hof-Meister. Reyse-Marschall, Vice -Stallmeister, wie auch Ihrer 
Dnrchl. Cammer- und Hof- Junckern. 32. Herr General-Major 
Wartz. 33. Eine Esquadron zu Fuss, Sudermannische Knechte. 

34. Herr Obrister Graf Ludwig Weiricb Lowenhaupt Und dano 

35. Eine Esquadron Ost-Gothische Reuter. 

Sohalden nun diese ganze Suite in der Stadt angelangt, 
marchtrten die . Reuter und Fussknechte mit den Hand-Pferden in 
guter Ordnung durchs Schloss, längst der Schiff-BrUcken Uber den 



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28a 



Eisen-Marckt, und <lie Weslenieue Strasse ^^cgcii der Nortler-Brilckcn 
zu: Dei gleiche» ihäteii auch «ler Herrn Heichs-Halhe Carosscii, 
uikI der Cavallier Pferde, damit sie einandi i uil der (iassen nicht 
begegnen, und hey der Letzten eine Verwüiuii^^ inachou nuti liien. 
Die Carretten der IJerreu, begaheu sich uach jhreu Lügiauienten 
auf dem Suder-Malm: Die UebrigcD Realer und Knechte aber, so 
auf dem Norder-Malm jhi'e Quartier haben solleD, wurden beordert, 
so lange zu verbleiben , biss sie Aber die ^Brücken kommen, als- 
dann ein jeder sich hinweg begeben mOchle; die Reuter aber 
wurden auf dem Norder- Malm-Platz , bey der Triumph-Pforten in 
feine Ordnung gestellt, allda sie so lang verbleiben musslen, biss 
von beyäen eine Salve gegeben worden. 

Als solches vollbracht, hat man einen Theil dieser Vüicker, 
auf dem Platz zwischen dem Schloss und der Kirchen, den andern 
nnderni Scidoss, hey der Milntze; die Bürger über hey dem Was- 
ser-Tl)(»r, hingst der Schill'-Brilcken, die Fronte nach dem Schloss 
kehrende, geshdU, nnd nach gelhaner zweylachen Salve abziehen 
lassen: die Olücierei- aber nmssten Ihrer Krmigl. Maye?t. jhre 
underlhJInige Schuldigkeit er\v< isen, und auf dem Schloss aufwarten. 

Nacli volleudeleni KiHiigl. Deylager, wurde eine Zeillang anders 
nichts gelhan, als dass mau sich nnl riiin'uieren, Ballelleu, ßan- 
quctten, und dergleichen andern Frühcbkciten , dem KOuig und 
der Konigin zn Ehren belimtiget, der AufTzUge hatte man unter^ 
schied liehe zu sehen gehabt, wofern das trOb und neblichte Wetter 
daran , nicht wäre verhinderlich gewesen , gleichwol seynd deren 
etliche, mit grossem Vergnügen der Zusehenden prilsentiret worden. 
Indem, so Ihre Hochgrüfl. Ezcell. Herr Grar Magnus de la Garde 
angeordnet, war zu sehen, wie den Preiss alle Heydnische Göder. 
mit 3. unterschiedlichen, von sich selbst, dem äusscriichen Ansehen 
nach, gehenden Wagen; Auch besonders den Tempel der Göttin 
DiaUff, sn auch ohne Jfuä^erliclie Bewegung fortgangeu, und vielen 
andern artigen Erfindungen, alles aufs kostbarste gekleidet und 
aussslalfirt, vorgezeiget: Harbey erstlich eine ordeullichc Jagt, (in- 
doiuo der Platz nmh die Henn-Bahn heruuib dickvoü mit gninen 
Tannehäunien [)es(erkt war, auch eine zimliche Anzahl allerhaud 
lebeudiircr Thiiie, als Hirschen, Wölfe, Haasen un<! Füchse auge- 
liiiiil, (Icicij man tlieils mit Hunden gehetzt, llieilo mit gezeich- 
neten Wuiir Spiessen durchschossen) und loigeuds ein Ringel- 
Kennen , in welchem dess Herrn Feld-Harschalln Graf Wrangeis 
Excell. den besten Preiss davon gebracht, gehalten worden. Und 
dieses war einer von den 2 Haupt-Aufzügen. 

Den andern Haupt-Aufzug wolte der Reichs-Stallmeister Heir 
Graf Duglas, in allerhand Ritterspielen anstellen: Wann der toU-- 
endet, solle die gantze Festivit<lt geschlossen, nnd alsdann zu den 
ReichsgeschäfTten wieder geschritten werden. 

In dem Werke des Baron Samuel Pufendorfi De re6tis a 



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284 



Carola Gmtavo Svecüv rege gesfh commcntariorum Ithri Septem. 
Norimhergn' sumptibus Chrisfophori IMeqpUi. 17'2'.K I ol. kommt im 
Buche 1, Seile 8 die Abhihlung der KrOniui'j (icr homyin iiedimg, 
die am 26. Ocloher 1654 alten Kdenders in der Sf. Nicolai-Kirche 
io Slockh(dm vorgenommen wurde, aul einem Folioliiniie vor. 

Dieselbe stellt das dabei hiiuh.ichlele Ceremoniel ^euau dar, 
giebl mittelst einer auf dem Blatte selbst betindliclicn Krklänmg den 
Orl an, den jed« der diibei bescbanigten hervorragenden Personen 
einnimmt, und nennt die letzteren mit ihren Namen und Würden. 
Nach diesem Blatte ist alle» steif und gemessen und kommt der 
Wahrheit offenbar bedeutend nfther als rMscAer^a Biatt, an( dem es 
viel lumultuarischer zugeht und alles mehr auf malerischen Effect 
berechnet scbeint und das, abgesehen von dem ungezwungenen 
Wesen und der Bewegung der Personen, denen man es durchaus 
nicht ansieht, (Ia<s sie eine bestimmte Haltung oder irgend ein 
ihnen vorgeschriebenes Ceremoniel zu beobachten haben, schon 
dadiiiTh gelten die histoii<rli(! Wahrheit verstüsst, dass es den 
Krünungsact bei BeletichtuDg vor sich gehen lässt, während er 
doch nach der obigen Abl)il<liirjg am hellen Taire üreschah, was 
sj'hr gilt mit der citirleii Stelle aus dem Theatnim europaeum zu- 
sanimeustimmt, nach wekljer die KrOnung nach der vom Erz- 
bischofe von Upsala gehaltenen Predigt erfolgte. Es ist zu be- 
dauern, dass rujtnäorf keine aiislührliclie Beschreibung dieser 
Feierlichkeit so wie jener der vorausgegangenen Vermählung giebt, 
Ober welche beiden wichtigen Handlungen er, dieselben mir mit 
wenigen Worten berObrenil, gleichsam hinwegscliliii)fl. 



16^ 

Am Schlüsse seines Katalogs luarlil Ilecqnet Seite 43 nach 
der iNununer 95 folgeoile Bemerkuni:: Voici encore wie suite de 
qualre Estampes. Je ne comprenäs puint potinfnof on les inn iUue 
ä Com. Visscher, contre tonte apparence. La prcmitre feutllt: porie 
le mm de J, Visscher; Sf tontes sont gravees d peu-pres (Inns Ir 
meme gout. II est naturel de croire que Com. Vissdier y auruit 
mi9 soll Itom, wmme il a fait dam celles qu'il a gravees dt apres 
Berghem, Je daute que ks dmx damieres feuilks numirot^ irois 
f quaire, aifmt iti gravSe$ parJ. Vissdier: si eUes en swU, u n*sst 
que de ses premien c&mmmcenum; «Ue$ sotU beaucoup inferiewes 
aux deux premiens* 

9(>. (1.) La premiere femUe est camposee (Tun komme tm 
de profU, jf eoiff4 dun hrnma qui Int anwre VoeA, U est assis 



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285 



. mr le hord (Tnne riviere; derrkre Im on voit iroh chevres, im 
boenf <Ichont occnpe h nn'h'pv de iEstampe, Sf il y en a nn nutre 
ä cüle accroupi. De l autre cute de ia rtviere qui traverse tonte 
lEstampe., on voit ime montagiie s^tr le sorrn/ict de Inquelle est ime 
niaisoii. Dam le ciel a droite est ecn't: W. Liomeyn imentor. De 
Vmtre cöte: J, Visscher fecit, A»-bas de VEstmnpe est eette adressez ' 
Gedmek f Amsterdam by Frederick de Widt, voor a m inde adosr- 
&aat hy dm Dornt tM(ie Witte fosreami» 

97. (2.) Dans la seeonde, un boeuf d^tmt oeeupe k miUeu 
de tEstampe, Sf derriere hii est un autre boenf accroupi, d eöti 
duquel il y a cinq ehivi es: d gauche dam le lointain, on voit um 
femme d cheval qiii condnit nn hoeuf, J mivic dtnn chien, 

98. (3.) Dann la troisihnp. on voit d gauche tine femme qui 
Cond: n röte d'eUe sojH denx Iminiß, ^ derriere nn homme appnye 
Sur nn (feux: il y a six moutonHf uu tromeme boeuf, if un chien 
qui boit. 

99. (4.j Li quatrieme Estampe, est wie femme assise qui 
dort la te'te appuyee contre un trone d^arbre, ayant les maim entre 
ses genoux; sur & deoant de VBsUmpe il y. a trois co^ms ^ deux 
ekevres: derriere la fignre smt six eorps darhres ou deux ihmhes 
eont attadtees. des trois dernieres planches sont sans noms de 
Peintre ist de Graveur ^ de Marchand, Sf sont d peu-pre$ de la 
meine grandeur de 11 fouees 1 Ugne de karge, sur B pouees 
^ lignes de haut. 

Nngler cilirl 6\p<f' Folge, aber f^nn/ im Allgemeinen, am 
Sciikisse seines Verzeicliuisses unter Plummer 11 der zweileiliatlen 
BKittcr. 

Z'Mih man nun gleich bei der in dei" Sache herrschenden 
(jiicntschicdenhcit die ersien zwei BlälLer, und somit die ganze 
Folge, zu 4cni Werke des Joham Yissdar, so vrird man doeh 
nicht umbin können^ die zwei anderen Blfitter, Nr. 3 und 4, un- 
serem Meister zu vindiciren, wenn man die Behandlung der 
Wolken, des Bauroscfalags und der UintergrOnde, so wie die 
Weichheit belraehtet, weidie namentlich in dem Blatte Nr. 4 über 
das Ganze ausgegossen ist und wohl laut genug Tür Comel 
Visueller s Hand spricht; icli nahm daher keinen Anstand, diese 
zwei Blätter >r. 3 und 4 ia mein Verzeichniss aulzuueljme« , (»li- 
<>1<'i«'h die Heschreibunii der fnihcren iVnmmcrn 1 imd 2, so wie 
ilberiiaupt di«' iranze Foljie in dem Werke Johann Visschers zu 
suchen ist. Siehe die iNuinnieru 182 und 183 des Katalogs. 



* 

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2S6 



16. 

Abbildangen chirurgisclier OperationeiL 
Folge von drei BläUera^ 

1) Unter dem Bildnisse der Amiekm Jacobs van TelmbüU 
linker Ilaud: 

Ännekm Jacobs van ThetenM, in HolCleyn, out 1 7 Jaren, met 
em Scrapkula, ofte Struma bdaden, sfidtjdc de(k Figure nytbeeU am 
(jegro^ in vier Jaren, (treckende van kk kak^-heen toi aen de Nedc, 
van het Oorgat tot by het Slentd-been, Den mttedt uros drie vier 
ended eUe ditk, ^nde kmlibdadui(ß^ ende Steen hart in't am taüen, 
op dm gront Clont het onbeweeglijdc vaüt, de koUwr vm rootadui^ 
hrt oor was kmck op het accident Wft getrodcen , op het yyterfie 
gheäeeüe was em hfdlidi^ die van een GeneeCmeeCter in HolCteyn 
daer in gemaeckt u>eu, met em CoroGjf^ daer nyt liep weymsh, dod% 
(eer Ctinckent Water. 

Unter der Abbildung rechter Uaod, welche die Paüenlio nach 
der Operation zeigt: 

DeCe Scrophula ofte Stnima die hiervan achteren vertoont iroort, 
is door de hanl-konli m( het Mes geluckigh ttyt ende afgenomen, 
binnen Amsterdam, den 9. November, Anno 1656. door M^. Jacob 
ComeliCz. geufCilleri met M^. Clues van Dalen fijn Brocder ende 
Jf". Pieter AdriaenCz. ten overltaen ende in't byweCen van veifcheyde 
Gmees-Heeren, Het Stuck lach in Cijn eyghen Vlies beChten, Cijnde 
ghelijck em openaditigh k^keh-been, in gedaente van hinnm aU em 
opgelnedm rype Vyghe, wegende (bhatp drie pont ende em half, 
DeCt Patient is gdudeigh ghenelm met w^yntcA Lijck-t^dten, Iba de 
Figuere aenw^'^, 

2) Unter dem Brusibilde Hendrick Hendridcsx van KnoUendam 

gegen rechts gewendet: 

Hendrick HendrickCz van KnoUendam, oudt ontrmt 3C Jaren, 
beladen ny't een Monflrens, Callevs en Beenghewas^ ugl het ander Ute 
kaecke-been aen de Clinckerzifde wii ghefpreyt zijnde van het Ootf 
tot op de Afpera arteria , benc licn de Lan'jnx, van het Oo)- u>t 
teghen de Neus, die daer van krom wegk gebogen Clont, deigitelijcks 
de Munt, die der meeCt van (jhevnlt was, ende Clim op de eene zyde 
l'tOHl. Den Hals van dit Accident was een halfeile ende' drie CeCtienen— 
ded rftcfr, ende de hoochte over het Cruys ghemeten een half eile 
min em half feltienended, Het was Cieen-hart in't aentaüm Jbt»6- 
bdachtigh, ende in't aenßm ob de andere Hug/t^ ftmnens mmiits toas 
em kl^fne (kr (tinckende ukeratie, «' 

Unter dem Bnistbilde gegen links gewendet, wo der Paüent 
nach der Operation dargestdit ist: 



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287 



Dat Gextns is door de Hant honCt, tcn deelm met het Mes, en 
voort nirf awin-p InOrummten , gehickig (hoewd door een Cware 
operaiiej wedi yhenumen, binnen Amftej'dam, den \',\. AiiguCtij 1G58. 
door M'. Jacob CorneliCz gheaCfifleert met zijn Broeder M*". Clues 
van Dahn, emie M''. Pieter Adrüimfs. ten overftam ende in't hy- 
weCen van 14. a 15. Geneef-heereu. Dil Accident was doorgaens 
van Bern ende Caüus doorweven , de dikte van een Baleyn , Uelken 
met ten periofthmt ende den CdUus deddfde dickte, dof^ vxu bwen 
't kaeeke-heen, waCt at-ie-mael been^ *t geene daiter af quam woeck, 
entrent drie pont min een half tfierended, Defe Patient is gduckig 
genelen, viytgeSeyt een onpyneUjke opening^ die noch im redenen toük 
wort ap gdümtden, ende vertoont Reh als de(e Figure* 

3) Claha Jacobi Uxor Petri Comelii FL Bleek ex Septen- 
triimaUs HolUmdiw pägo, ciU Lau'jendijk nmen^ annos nata quadro' 
ginta tres, CerofidoCo quodam, in GaroHde dextrd tvmore laborabat^ 
qni viginti qtiatwnr ärciter annmtm Cpatio^ uUra enatus (Heet interim 
bis a Chirurgis guihusthm abäiCCusf m taaiUam molem exereoit, ut 
ab aure ad «Oiliiifi os, jf imle ad Laryngem (eu Afperam Ar- 
teriam ac cervicem protenderetur. ExcreCcentiw hi^us drtumferentia 
dodranlem noCtrads ulnw, decima fextd parte mijfus, implebat. 
NodoCd ^' in contractando Caxed erat durilie; Cnbjacenlihus partihns 
quaCi immota adhd'rens; colore partim rnhida, partim aieteiae culi 
h'ndh's. Ad Aurem qwvdam apparebat appcudix, ih qua aurimla 
erat extenCa, iSf in en appendice ulcus, teteirimi udoris idioreni 
emittens, fefe munfiiabuL: quod omne hac tabella ad vivuin eX" 
primitur, 

Excredsemia hcec^ cujus podica pars hic exhibetur^ Chirurgiä 
haüd vulgari exltrrpata If rectVa eit AmCtdaedami, XIL Kalendas 
Junias Sf (eqaentibus Anni MDCLXXXJX anCpicihus 3f prwCentibus 

viris experientiltimis ^ inter AmÜdaedamenfes Medicos primariis 
l) : ' E^, Vee?t, Collegü Medici Decano, A^. Qnina, GuetuUon, 
P^. Beniagie^ aliisquef a Pelro Adriani F". adjuvant ibus Gomaro 
Bortetio ejmdem gener o ^ Theodora Cloes Chirmgis AhCciCCus hic 
tnmor ferö ra) iiiaginens proprid memhrnnd erat Cuccinctus, S^' tres 
libnis , (eu uncias triginta lex peudebal. Aegi a haec [elidier fnit 
perfunula, levi ctcun ice ^ exiguo foramine, quod Cine incomnwdo 
fertw\ relictis. Vt in hac fujurd videre eCt. 

Micso drei f^läilcr fi^eluiri'n zu einer Folge von drei HIffUcru 
Al)lHl(li!nL'en ni( i k\Mir(li::ri ehirurgisclier Operationen, welclie mit 
boliaiulisciier iiud liuiiweise lateinischer Beschreibung,' versehen, 
auf abgesonderten BiAltern lierausgekommen sein mOgen. Man 
trifft dieselben auch als lUustrirung in folgendem Werke: Johannis 
Seidteti Phyeiei ühunltt . . . amamentarium chinargieam ... nee 
non Oblervationum Medko-Chirurgiettnm eenturid ex prwdfuie 
M(;tu fecuH Praaids eoUecta, a Johi Bapti^a a Lmnxweerde Pk 



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288 



M. D. Nunc rtnv Ohfervationibus . . . nniofifCimis äerwo loru- 
pletaium . . . Studio J<th(nnn'<t Tilingii , Brem. M, D. Lugdun. 
Ualav. apud Cornelinm ßaitiesteyn, Jordauum Luchtmam. 1693. 8®. 
Sie geliOrtMi zu dem in dieser Ausübe Im inidliclien Amtnrmm 
II coiüimns Pelri Hadriani F. Verduin Chinirgi AmClelodameiUis 
perüU^lmi ofticrtNiASoiuf dkimrgim B Bdgka in latinam Hnguam 
tranClatas a Jahatme Tilüigio M. D» In dieser Ausgabe habeo die 
Kupfer die Bezeichniing: iuer. //. und daneben die Seitenzahl in 
einer der oberen Ecken. 



17. 

Das Bild, gegenwärtig ia Ilampton Court, galt immer (tlr 
Cmregio, allein SnUth erwähnt in einer AnmerlEung am Schlüsse 
seines Werkes, er verdanke der Gflte des Herrn lt. Redgnwe, 
liilgUeds der konigl. Kunstakademie und Aufsehers der Gemälde 
Ihrer Majestät der Kruugiii folgende wirklich interessante llfitthei- 
lung Ober dieses Gemälde. Dasselbe befindet sich an seinem 
gegenwärtigen Standorte unter der Nummer 72 des Katalogs von 
Ilampim Conrt , galt bisher für ein Portrait des Bardo Bandindli^ 
von der Hand ConeggtVs gemalt, und wurde im .Jahre 1 S63 einer 
Keinigimg unterzogen, bei welcher Golegeniieit diiirli Entfernung 
einer l'ebermalung aus stlir früher Z<*il dei- .Name (h'S Malers 
Lunrentins Lottm und die Jahreszahl l^yll. zum Vorsciieiu kani. 

In einem anonymen Werke des XVI. Jahrhunderts, das Dr, 
Jacob IHordli, Ctistos an der Mm-cima (Bibliothek von St. Markus 
in Venedig) beschreibt und herausgab, fand Herr Kofi Easthike in 
der Beschreibung des Hauses des Ändna (Moni* in Venedig die 
nachfolgende dieses Gemflide betreifende Notiz: „El ritfßtfo di 
esso M. Andrea a ogh'o, mezza figura, che content U fragmetUi 
marmarei antichi, fn di man di Lorenzo Lotto.'' 

Soweit Smith. Zur n.lhereii Erklärung filge ich noch [>ei, 
dass der fragliche Andrea Odoni in Venedig im Jahre 1545 im 
Aller von 57 Jahren gestorben ist. sofnit 1488 gcitoren wurde 
und in der Kirche Santa Maria Mayyiore in Venedig begraben 
liügl. Er war ein eben so reicher als kunstsinniger Mann, der 
viele Naturselleuheilen , Kunstscbcilzc und AltorlhUmer sammelte, 
die er in seinem Hause in Venedig (gegenwärtig Nr. 443) auf- 
bewahrte. Wer Uber die Lebensverhiltnisse und Schicksale dieses 
merkwürdigen Mannes, so wie über alles, was an die schone alte 
Zeit erinnert, in der die Mauern von den darin aufbewahrten 
Schätzen an Werken alter und neuerer Kunst erglsntten, nähere 



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289 

Beleiiiung suchl, lasse sich die Miilio nicht verdriessen, den 
III. Band der knscriziom veneziaive raccolte ... da kmanvele 

AISTONIO CICOG^'A . . . VENEZIA I'r.ESSO GIVSEPPE PlfOTTl. 1S24. 4°. 

und zwar die Seilen 434 — 438 nachzusehen. Das Werk des ob- 
envähnten, von Morelli herausgegebenen AnonymtLS des XVL Jahr- 
hniiderts bat den Titel: motizia d'opgrb m msegno nelu piuiia 

NET DEL 8EG0L0 XVI, E8J8TBNTI IN PaDOVA CbEKONA HlJLANO PaVIA 
BebGAMO CkEHA E VBFfBZlA « . . POfiLiCATA E ILLI18TBATA BA B. JAOOPO 

MORELU . . . BASSAMO. 1800. 8^ Und enthalt eine Fflile der mter> 
essantesten Kuostnotizen au» jener fernen ZeiL 



Schlmabemerkimg« 

Bei Anfertigung des Portraits^ das ich für das wahrscheinlich 
echte unseres Meisters halte und das sich neben dem Titelblatte 

dieser Abhandlung befindet, bat Herr Kriekuber das Versehen 
begangen, dass er dassellto oiiiie Züliiltiu.iliiiin des Spiegels nach 
dem Original unmittelbar auf den Stein zeichnete, was zur Folge 
hatte, dass der Kopf beim Abdruck von der Gegenseite, also nach 
rechts gewendet erscheint, wahrend er im Original gegen links 
gerichtet ist 

Dieser Umstand, so unliebsam er auch an sich ist. macht 
aber der Treue in der Außasung und Wiedergabe nicht den min- 
desten Eintrag. 



19 



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VERZEICHNISS 



uud Erklärung der vorkommeoden techüisclieo 
Ausdrücke und Redensarten. 



Absciilachtig nennt man jenes Visir, welches nu> iialireien Heili^n 
besteht, die iluixh Federzaplen hinaul j^ehaltcn werden und nach 
abwürts zu schieben sind, wenn mau dasselbe üiTDen will. Diese 
Art Visir kommt oft bei Sturmhauben vor. 

Aehiebtacke sind jene Tbeile einer PlattenrOstung, welche die 
Bestimmung haben die Achseln zu schützen. Die Achsel- 
höhlen werden von denselben gewöhnlich nicht bedeckt, weshalb 
hier oft /um Schutze vorn kleine Scheiben angebracht werden. 
Die Arhselstücke ix siclien ans mehreren Reifen und kommen 
vor dem Jahre 1400 nicht vor. 

Alba iülha vestis). Ein weisses, langes, linnenes Kleid, welches 
tior katholische Priester beim Celebriren der heiligen Messe unter 
dem Messgewande trägt. Es reicht vom Ualse bis auf die FUsse 
und bis zum Handgelenke, besteht bei der höheren Geistlichkeit oft 
aus einem durchsichtigen Gewebe, am Rande mit Spitzen besetzt. 

Armillarium, Annillarspliäre, Armille oder Eingkngel ist eine 
Zusammensetzung von Ringen, welche die wichtigsten Kreise der 
Himmelskugel darstellen. Sie hat den Zweck, die gegenseitige 
Lage der Himinelsachse, des Aequators, der Ekliptik und anderer 
Kreise zu veri>innlichen. 

Armröh.ren sind jene Schienen, welche lieslimmt sind, den Ober- 
und Unterarm zu scliiilzon; sie umschliessen den Arm vollstän- 
dig, Hill allcitiiger Ausnahme der Armbeugen, die uahedeckL sind 
und nur durch das unter der RUstung getragene Fanzerhemd 
oder Wamms Schutz erhalten. 



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291 



Armteng nennt man im riniizcn jene Theile der Rüstung, die 
zum Schutze der Arme besünuul sind. 

Barett oder Birett (hiretnm) ist ( ino ohen mit viereckigen Spitzen 
verselieiie Müfzc, deren sidi die kallmlischen Geistlichen hei 
vcrsclnedeiicn ^'cisllicheii Functionen als Küplbeilecliunc: hodiencn. 
Bei der niederen Geisiliclikeil ist sie von schwarzer, hei der 
höheren bis zum Papste hinauf gewöhnlich •^on rolher oder 
violeder Farhe. In Irüheren Zeiten pflegten die Priester ihr 
Haupt n)il dem sogenannten Ifunieral zu bedecken. Am läng- 
sten crliieU sich diese Sille ui Frankreich, späleihm walille man 
zur Kopfbedeckung eine einfache Mütze, aus der dann das Barelt 
in seiner heutigen Form hervorgegangen ist 

Bart. Derselbe wird zum Schutz des unteren Tbeiles des Gesichtes 
und des Halses mittelst Federzapfen an die Brust angesteckt, 
spatei; mit der Schnllem (sakides), jener Beckenhaube, welche 
, unten gerade abgeschnitten ist , verbunden ; er besitzt unten 
Halsreifen und ist nicht an die Brust angeschraubt. 

Beckenhauben, eine Gattung Helme. Sie sind rund, halhkugel- 

f('Mnii^% rilckwnits mit einer spitz zulaufenden Verhtn'jeninfT: zum 
Schutze (l(!s (jeuicks, n?id linben vorn ein hevvegliches oder un- 
bewegliches Vjsir nnt ^^ell^c^lnitt, das aber nur die obere Hälfte 
des Gesichtes schützt. Sind sie unten gerade abgeschnitten, so 
hei&scn sie Schallern oder Scbelern (saladesj. 

Beinschienen dienen zum Schulze des Schienheins und gestalteten 
sich später zu förmlichen Beinrohren. Dieselben sind glatt, 
innen zum Zusammenstecken oder -schnallen -und umscidiessen. 
die Waden meist vollständig. 

Beintaiohen dedien den Oberschenkel, sind geschoben und wur- 
den gegen Ende des XV. Jahrhunderts an die Reifen des 
Schurzes angenietet 

Bidenhander. Ein grosses Schlachlschwert, das mit zwei Fäusten 
gehandhnbt wurde und noch zu Ende des XVI. Jahrhunderls 
häutig im Gehrauch war. Diese 5 bis 6 Fuss Innere ii Schwerter 
waren niemals Hitterschwerler, sondern dif* >V.iiV(" einer Gattung 
DoppelsOldner. der stärksten und versuchteslen Im ieger des Heeres, 
welche dani ils ungeltthr das waren, was bei den llümern die triani 
oder in unseren Tagen die Grenadiere. Jene Fechter, die ihren 
Gebrauch lehrten, biessen die Meister des laugen Schwertes. 

Birett. Siebe Barett. 

19» 



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Bisamapfel, auch Thesemknopf (von deseni, gahrendor Stoff, nefo) ^ 

nannte man solche wohlrior]>omle kugeln, welche die Damen i 

vom Güi tel herabhängen hatten. Sie warea bis zum XVIL Jahr- | 

liuDdei't iierab im Gcbraucli. | 

Brechrander, auch Stauchen oder Stosskrä^en genannt, sind 

senkrechte 2 — 4" hohe, auf beiden Aclisehi aiilMizcnde Platten, f 

. bestininU, die Stosse und Hiebe des Gegners atiUufaugen und j 

so zum grosseren Schutze des Halses zu dienen. j 

Brut. Dieselbe bestellt meist aus zwei oder drei Stocken der 
Quere nach. Die, welche den Unt«rtheil der Brost decken, 
werden in der Blitte schmal, oder laufen spitz zu. Diese Tbeile 

bilden so Geschiebe, welche sich bisweilen wirklich nach oben 
ineinander schieben. Die Mitte der Brust hat keine oder nur 
eine schwache Schneide <Grat), an der rechten Seite befindet sich, 
ein vorspringender Haken (Ilüsthakcn, Gerüst) zum Auflegen der 
Lanze. Die Brust ist häufig seicht cairnelirt (gereift) und besiebt 
gegen das XVI. Jahrhundert zu nur mehr aus zwei Stücken, 
von denen das obere den grüsslen Tbeii einnimmt. 

Buckel, meist spitzig, kommt am Schilde in der Miiit vor, und 
zwar m Iiou tief im Mittelalter zwischen 1100 — 13UÜ, aber auch 
au den Knieeu, wo sie dann Kniebuckeln heissen. 

Burgandische Haabe. Siebe Haube. 

Calotte, Haarhaube, ist das Haarnetz oder die kleine Hadie, mit 
welcher die Frauen in der zweiten Hälfte des XV. Jahrhunderts 
die zusammengelegten Flechten umfassten. Von der Damenwelt 
ging sie aof die Männer aber, wie das Barett von diesen den 

Weg zu jenen genomnien halte. Die Köpfe der Männer und 
Frauen erhalten dadurch auf den Bildern oft eine solche Aehn- 
Ucbkeit, dass der Bart als ein um so nothwendigeres Unter» j 
Scheidungsmittel erscheint 

! 

Casel. Das Messgewand (casulaj von casa, Hütte, Zelt; bei den ^ 
Griechen he'is^t es /lAaptta^ wegen seiner vielgeschweilten 
S.iume, die beun Auflieben von beiden Armen des Priesters ge- 
tragen wur(h'n, war vor Alters ein langer weisser Mantel, wel- 
cher rund ttiui suu allen Seiten geschlossen, den Priester vom 
Halse bis auf die Filsse vidh«? bedeckte. Dieser Mantel wurde 
von kostbarem Stoffe veiierii^L reich verziei'l und znni priester- 
lichen Schmucke bei dem heiligen Opfer bestimmt Er war 
schwer und unbequem, so dass ein Altardiener deo Saum auf- 
gewickelt in die Hohe halten mtisste, damit der Priester seine 



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293 



Hände frei erhcbeu und uiigehinderl braucbeu konnte. Die 
Lateiner fingen im X. Jahrhundert an, dieses Gewand auf beiden 
Seiten zu spalten und abzukürzen, bis es allmülig die beiiiige 
Gestalt erhielt. 

Cimier, Helmschmnck , wurde auf dem lielnic als Zierde und 
Auszeichnung angebradn , von verschiedriHMi , miUinler sehr 
phantastischen tonnen: llijrnei, Fl(ig(;I, (n;w( jlie, Tliii ic, Händig 
Füsse, Windmühlen u. dgl. Er winl im XIII. Jalirluimlert oft 
von den Dichtern, namentlich von Ulrich von LicfifmRtein ervvälinl. 
(Uliidi von Lichtenslein , herausgegeben von Laduaann^ p. 170 
und 483.) 

Collar. Die enganliegende steife Halsbinde der katholischen Geist- 
lichen, die am Genicke zusammengeschnallt wh'd. 

Palmatika heisst* das Kleid, welclies die Diakonen und Subdiakoncn 
beim Gottesdienste über der Alba und Stola tragen. Die Dal- 
matika hat ihren Namen vom Lande Dalmatien, wo sie anstatt 

der römischen Tunika in den allen Zeilen gelragen wurde. Sie 
ist ein weisses mit zwei purpurnen Streifen durchwehtes Kleid. 
Ehemals war sie ganz geschlossen: sie ist jetzt getheilt, so dass 
die eine Häilti! vorn, die andere hinten berabhilngt. Auf dem 
Voi dertheile ist sie mit emeui Kreuz versehen. Sie ist inniier v(m 
demseibeo Stofl'e und derselben Farbe wie die Cascl. (Siehe diese.) 

Diakon. Das Diakonat gehört zu den hühercn Weiliuntj'en in der 
kailiolischen Kirche, ist der zweite Grad derselben, schreibt sich 
von der Apostelzeit her und wird von dem Bischöfe erlheili. 
Durch die Weihe zum Diakon wird der angehende Geistliche er- 
innert, dass* er als Lehrer der Religion die Pflicht auf sich habe, 
die Armenpflege seiner Gemeinde zu leiten, durch Wort und 
That zu bel^xlern, die Armen theils selbst zu unterstützen, theils 
Andere zur Wohltbätigkeit zu ermuntern, dass er unermQdet in 
Verkitndigung des Evangehums und in seinen iibrit^^en Amts- 
pflichten sein und einen unbefleckten Lebenswandel fuhren soll. 

Eierstab, ein dem .jonischen Saulenca[)itJi! entlehntes Ornament, 
oll y.uv VerzifTun^^ von Gesimsen ani,M'wandt, besteht aus anein- 
ander gereihten, meist dmcli eine Heilügur getreunlen, der £i- 
form nachgehiideteu Figuren. 

Fäustling^e waren in der Periode von 1100 bis 1300 an den 
Aernif lii des Ringbenuits .iii^'cluaclit, ballen an der inneren 
Fltlcbt' k»'me Eisenriuge und waren mit einem Schlitze versehen, 
damit die liand durchgesteckt werden konnte. 



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294 



Polgen nennt man jene Thoilo der Rüstung, welche aus Schienen 
bestehen , an versrliiedf nrn Slell<Mi anpfobracht sind und sich 
gleich iirni Sc Ii weile eines Kreb^s bei der Bewegung übereiu- 
ander i>chiebeD. 

Ganze, über das Ganze. Ein Ausdruck in der llcrüliiik. Wenn 
ein Wappensebild geliingl und gequert ist, das heisst: durch eine 

^ senkrechte md wagrechle Linie in vier gleiche Felder gelheill 
ist und es soll noch ein fünftes Wappenschild hinzukommen, so 
legt man dieses in einem kleineren Schilde, der in der Regel 
ein Drittel der Hohe und der Breite des grossen bekommt, in 
der Milte, im Herzen des grossen Schildes auf, mit dem Ans* 
drucke: über das Ganze, so dass er von den unleren vier Wappen 
nur Weniges bedeckt und Wesentliches der Erkennung nicht 
entzieht. 

Gemckschirm. Jener Theil (1^*^ Hrlms. der besiimmi i.^t, das 
r.enirk zu scliiit/en. Der spil/c (»ruicks» iiinu veiliert sich gegen 
Aniang iles WI. .lalii hunderls. Im XVII. Jahrhundfirtc wird er 
breit und tier herabhängend, wie man es an den Pappenheimer 
Reitern des dreissigjahrigen Krieges sehen kann. Bei decßsthägge, 
^er orientalischen Sturmhaube, hangt er an Gliederbändern. 

Gellngert nennt man jene Blechfaandschuhe, wo jeder Finger ab- 
gesondert und fn^i beweglich, mit einer Reihe Schuppen besetzt 
ist, zum Unterschiede von jenen Handschuhen, wo die Folge 

beweglicher Ble( hschienen quer über alle Fin^rer lauft und nn 
der Innenseite milteist einer Spange gehalten und bewegt wird. 

Gekrönt ist der Wappenscliild, wenn sich oberhalb desselben eine 
Krone befindet 

OaULngl Man sagt, der Schild ist gelangt, wenn derselbe von 
oben nach unten, also senkrecht, in zwei Hälften getheilt ist. 

Gemustert ist ein StofT, wenn er omamentale Zeichnungen, Blu- 
men, BliiUerwerk und dcrgleiclien bat, zum Unterschiede von 
glattem Stoff, der mit keiner Zeichnung verziert ist. 

Gereift oder cannelirt, das heisst mit nebeneinander laufenden 
Verliefimgen versehen, sind sehr h.'UiliiJ:, iinmentlich seit Anfang 
des \VI. J;ihi hiiii(leiis, die grosseren Stücke der Itüstung, Brust, 
Hütken, Arme, Sciionkelwehren. 

GeschnM nennt mau die Hüstuugsstücke, wenn an ihren Baa- 
dern, gedrehten Schnüren gleich, ein Eisen oder MessingsUtbcheu 



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295 

V 



in grosserer Stärke als die Dicke der Platte zum Schutze und 
zur Zierde mh hinzieht 

Oeschobon nennt man alle jene Rüstungsstücke, die aus einzelnen 
Reilei] der Quere nach bestehen und sich bei der Bewegung 
übereinaiiüer schieben kunnten. 

GsTiert ist ein Wappenschild, wenn derselbe durch eine senkrecht^ 
Linie Ton oben nach unten (gelängt), und durch eine wagrecfate 
von der Rechten wr Linken (gequert), in ?ier gldchgroase Platze 
oder Viertel getheiit wird. 

Glatt ist die Rüstung, wenn sie auf ihrer Oberfläche eben, mithin 
nicht gereift, odei- wie es sp.'iier hei Prunkrüstungen behebt 
war, mit getriebener Arbeit verziert ist. 

Grati Schneide, kommt manchmal bei der Rrust vor. Siebe Rrust. 

Halbe Rüstung schützt nur Brust, x\rnie und Unterleib und lässt 
die Beine unbedeckt. 

Atlabeige oder Kragen bestand in der Periode von i4(M) — 1650 

aus mehreren Querreifen (geschoben), umschliesst den Hals und 
greift heim Bourguinot (einer eigenen Art Kopfbedeckung) in 
den Helm ein. In dem Zeiträume von 1100 — 1300 hat dieses . 

Wort: der Ilalsherc (hanherc, nsbergo, hamherk) eine nndcre 
Bedeutung. Man verstand darunter einen vollsi^uuiigen Anzug, 
Rock und Hosen aus Leder oder einem anderen fester. S'ofTe, 
worauf Eisenringc genäht waren (das Ring werk, der Sarwüikerj. 

Haube, burgundische Haube, so benannt, weil sie am burgnn- 
dischen Hofe im XV. Jahrhunderte zur Herrschaft von so lauger 
Daner gelangte. Itabüla, Gemahlin Karts F/. , hat zur Ver- 
grü.serung der Hauben wohl das Meisie beigetragen. 

Es lassen sich drei Grundformen herausdnden. 

Bei der ersten Form ist das Haar aus dem Gesichte und 
dem Nacken lierausgestrichen und initer einer grossen Hauhe 
verbeugen. Diese haut sich von den Schläfen aus schräg in die 
Hohe tun mehr als die Tiinge des Kopfes; quer darflher liegt 
ein mächtiger dicker Wulst, etwa in der Breite von drei Gesichts- 
liiu^'cn mit einer Einsenkung über dem Scheitel und rundum 
mit Seliinnck nii<! goldenen Nadehi besteckt. Der untere Theil 
pflegt enilaulit 1 uder genmsirrter (/.nldstofi" zu sein, der obere 
Wulst ist farbig. Er senkt sich in der Mitte bald mehr bald 
minder tief. Sehr häuUg wird er durch einen runden Pelz- 
streifen von Buntwerk ersetzt, welcher mehreremale anf und ab 



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296 



lauft. Oft fällt auch ein Schleier tief herab, oder ist als Sende!- 
binde lose um <Ii»* Srhullern jrelegt. 

Die zweit«' Konn »TÄrtieiiil cinl'iclirr uutl leichter, OherfrilTL 
nher «he ei*sle liei wfii<Mn ;ui Ansilchiiuug. Ueher dem Kopie 
erheht sich ein hohes Di alii^'csicll, mil einer liefen Einsenkung 
in der Mille, welches mit einem Tarhigen leichten Stoff luftig 
umspannl isU Seme (lestalt, immer grotesk, ist sehr veiächieden. 

Noch barocker erscheint die drille Haube, die wohl als die 
bdiebteste bezeichnet werden kann. Am Scheitel ist ein kegelr 
lärmiger, sehr spitz anlaufender AufsaU befestigt, ein breiter 
Schleier windet sich darum und Rillt schlaff und lose, oder In 
voller, gesteifter Breite hinten bis auf den Boden herunter. Die 
Haare Uber der Stirn, welche nicht von dem Aufsatz einge» 
schlössen sind, bedeckt ein breites schlichtes Band, welches zu 
beiden Seiten sich auf die Schultern legt. Die Länge der kegel- 
l^rmijjen Sjiif/r isr vei-schicden, bis zu einer Elle, wonnrh sich 
die Brt'ile des Scliieiei's richtet. Das Ganze ist farhii:, das breite 
Band wie die Spitze, wenn sie nicht von GuitisLoll isL, und auch 
der gestit kle umi mit Spitzen besetzte Schleier in verschiedenen 
Absätzen. 

Eine eigene, zu Ende des XVI. lahrbonderts sehr beliebte 
und um das Jahr 1600 allgemein verbreitete Kopfbedeckung der 
Frauen ist die sogenannte Stnarthaubo, vieUeicht deshalb so 
benannt, weil Maria Sluart wenigstens eine der ersten war, die 
sie trug. Hutartig, aber niedrig, bedeckt sie das Hinterhaupt, 
und der Rand senkt sich mit einer Spitze am Scheitel Uber die 
Stirn herab, während sie nach den Seilen im weiten Bo^en die 
von den Schläfen aufgerichteten Haare uiiispaniit. Der SlofT 
konnte golden sein, war aber wohl häufiger S.iiiiint oder Seide. 
Der Rand ist mit Perlenreiheu oder anderfMii Scluniu k, mit den 
feinsten Spitzen umzogen, imd von der Spitze hängt zuweilen 
ein Ge.^climeide aui die Stirn herab. 

HoUeparte, richtiger Holmbarte, ist eine Stangenwehr, welche an 
meist viereckiger Stange einen hacken- oder axtmrmigen Aufsatz 
von Eisen hat, der in eine mehr weniger lange und oft schmale 
Spitze auslauft, 

Helmdecken werden zwischen 1300 — 1100 immer grösser, ab- 
sichtlich fliegend und mit den Tincturen des Wappens versehen, 
auf diese Art, gleich dem grossen Cimier, wehlies gewöhnlitli 
die Heroldsfigiir des WnpiuMis vors(<d!t. ein (ief,MMis(a!id des 
Schmuckes imd der Auszeiclmuiig. Von 1100 an sind sie nu hi'- 
fach gesclilitzt und ausgezackt und erhallen innner mehr das 
Ansehen von geschuörkelteii Bändern, aus welcher Mode die 
SchnOrkelverzierungen an den Wappen entstanden. 



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297 



Heniehild ist der kleine Wappenschild, welcher auf einen gevier- 
ten (io vier Felder gclheilten) grosseren Wappenschild an der 
Stelle, wo diese vier Felder sich berühren, also in der Miite» 
aufgelegt wird. 

Hinterreifen sind jene Querschienen, die eine Folge bilden, den 
Mann uulerhalb des Rückens decken und oft tief hinabreicben. 

Infel, Mitra, ist die hohe, oben spitz zuJaiitende Kopfbedeckung 
des kaüiülischen Bischofs bei einem feierlichen (ioUesdienst. 
Diese war ursprünglich niedrig, bis sie sich zu ihrer dennüligen 
Grösse entwickelte. Sie war früher allgemein gebraucht, seit 
dem X. Jahrhunderte ist sie die ausschliessliche Tracht der Bi- 
schöfe und mit besonderer Erlaubnis auch der PrUlatcn, die 
dann infulirte Prälaten heissen. 

# 

Kinnreff heisst der Vorderlheil des Helma, der Kinn und Wangen 
deckt. 

Kniebuckel ^^nid oben* und unten spitzig und haben an der Aussen- 
Seite Musciieln zum Schutze der offenen Kniekehlen. 

Kiiiekaciielii sind aus Eisen ^relriebene IMattrn y^m Schulze der 
Kmce. Im XIV. Jahrhunderte wurden sie < in/( In uiiigescbnallt ; 
später sind sie mit der übrigen Rüstung vereinigt. 

Kolbig^ nennt man das Haar, wenn dasselbe vorn nicht gescheitelt, 
sondern über die Stirn herunter gekämmt und von einer SchliiPe 
zur andern in gerader Linie auf der halben Hübe der Stirn ver- 
schnitten ist; hinten ist es ebenfalls in gerader Linie von einem 
Ohr zum andern hart unter demselben abgeschnitten« Diese 
Art der Kopflrisur war der Hauptform nach um das Jahr 1520 
vollendet 

Korb ist jener Theil des Degens oder Säbels, welcher sich (Iber 
den Degengriff hinüberbiegt und die Hand des Kampfers schützt. 

Kragen der Rüstung. Siehe fialabesgo. 

Kngelbrust nennt man jene Bnist einer nflstnng, w^'lcbe nicbl 
abj^'cplattet oder scbmal ist, kei?H' Schneide oder iirat bat und 
die sich in ihrer Üeslalt einer Ku^m I oder einem Fasse n?diert, 
von welcher Aehnlichkeit auch der iName stammt. Diese Form der 
liustung war besonders im Anfange des XVI. Jahrimnderls beliebt, 

Leibreifen. Siehe Schurz. 



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298 



Lnftg^ber heissen die Löcher oder die schmalen Einschnitte, 
welclie sich an dem dx r.csicht schülzriulcn Visir des Hehns 
heniKit i) und die BesliuiDiiiitg haheo, weuu es berabgelaaseu 
isl, die Lull zum AÜjmeii einzulassen. 

Manipel, die Armbinde fmampulus, smlurnunj war ursprünglich 
ein Schweiss- und Thraneulucli, bildet aber seit dem XII. Jahr- 
hiindert einen Theit der KircbenUeidung des katboUscben Priesters. 

Karia^Stnart-Htuibe. Siehe Haube. 

Vitra. Siebe InfeL 

Morgenstern, eine kenleiirörmige AngrifTswalTe , welche an ibrem 
kolbigeu £ude mit Zacken und Stacbeln verseben war. 

Mozetta. Vidletter Bruslkrageii liei den Uischüfen, worauf das 
Bni>lki t'iiz hangt. Bei einigen .Mcnuhsdnlen kommt die Mozetla 
als Üruslki'agen, au welclien iiiuleu die Capuze angenäht ist, vor. 

Himbui» der Sirahlenkranz oder Heiligenschein, welcher auf Abbild 
düngen dem Haupte GoUes, Christi und der Heiligen gegeben 
wird. Bei Abbildungen von Gott und Christus pflegt er das 
ganze Haupt zu umgclKD und drei Spitzen in Gestalt des Kreuzes 
zu haben. Die h. Jungfrau bat den Mmbus gewöhnlich in der 
Gestalt eines Diadems oder einer Sirahlenkrone; die Heiligen 
hahcn ihn in der Hegel in der Form eines llalhkreises, einer 
Srh» ilw'. eines Halhinonds. Der ISimhus war ursprilngli( Ii gross, 
schrunJiiCle aber immer nirlir zusammen, bis fMulHcli als 
eine fadendicke Linie übrig l)!ieb, die auch /? / in i n zu 
malen pflegte. Er schwebt auch mancliuial teiieiiürujig über 
den Küpfen. , 

* 

Farirstai^fe ist der Theil des Schwertes, der dort, wo die Klinge 
auf dem SchwertgrifT aufsitzt, quer über gebt und die Bestim- 
mung hat, die auf die Hand gerichteten Hiebe des Gegners 
aufzufangen. 

Pastorale ist der lange Stab dir Bischöfe, der Aehnlichkeit mit 
cintMii Sehitferslabe hM. woher aurli scin^ame, und die Bestim- 
mung des Seelenbirteuamts bezeichnet. 

Pectoralkreuz heisst das goldene, manchmal mit Edelsteinen be- 
setzte Kreuz, welches die ErzbischOfe, Bischöfe und infulirte 
Prälaten (Aeble) als ein Zeichen ihrer Würde au der Brust 
herabhängend tragen. 



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t 



299 



Philakterien, Anhangsei, ein schmaler langer Streifen Zeug, der 
voQ deu AcbseJo, Aeriuelu gleich, herabhängt. 

Pluviale ist jenes lange kirchliche Kleid von ihm Schnitle eines 
Hinlüiantels, welches vorn offen ist und milteist einer Schliesse 
geschlossen wird, bis zu den Füssen des Priesters reicht und 
bei manchen Verrichtungen ausser der Messe getragen wird. 
Es heissf Phwiak (Regenmantel), weil man es froher zu regne- 
rischer Zeit trug. 

Bantenschild ist ein Wa])penschild von vollkommen rautenförmiger 
Gestalt. Solche Schilde sind für Wappen der Frauen noch fort- 
während im Gebrauche. 

Bochett. Eine abgektlrzte Alba, hestiinmt zu minder feierlichen 
Verrichtungen und so oft der Priester Gfinge ausserhalb der 
Kirclie zu nuKlien hat- Diese verkürzte Alba hiess auch Chor- 
rock, weil man sie iui Cliore zu tragen ptlegte. Das Rochett 
ist von Linnen, weiss von Farbe mit langen Aermeln, am unteren 
Rande mit einem sehr breiten Spitzenbesatz. 

Bfleken einer Platlenrttstung besteht, wie die Brnst (der Vorder- 
theil), aus zwei oder mehreren Stücken, Geschieben nach unten, 
ist häufig seicht cannelirl (gereift) und wird an den Seiten mit 
der Brust durch Haken, Stifte, vereinigt. 

Schallern oder Scheliern (saladesj heisren jene Beckenhniihen, 
welche unten gerade abgej?chnitlen sind. Sie bekommen gern 
Fedeihilsthe. Gegen Ende des XV. Jahrhunderts wird die 
Schallern mit dem Barle verbünde», sie reicht, Je lünger, immer 
tieler herah. 

Sehinkenärmel kommen nach dem Jahre 1550 auf, indem sich 
dicke Wülste tim und über die Schullern in einer, den Schinken 
nicht unähnlichen Form erheben. 

Schneide, Grat, kommt manchmal bei der Brust vor. Siehe Bruat. 

Schurz, Den Unterleih deckt bei den Rüstnn<^en der Periode 
von 1400 bis 1050 eiu Uiu'zer Srhurz aus niebreren in der 
Milte s:ewölinlich gezackten Ouei >t liienen , die sieh ineinander 
scliielx'ii üesscn. Bisweilen fehlt dieser Schurz und es kam hier 
das Panzerhemd zum Vorschein. An diese Leihreifen oder 
Schurz sind zum Schutze der Gelenke und Lenden zwei oder 
mehrere einzelne Platten, die unten spitz zulaufen, angeschnallt, 
wegen der Beweglichkeit nur daran hängend. 



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300 



Sohwabesoheibea sind die kleinen runden Scheiben, welche die 
Bestimmung haben, die unbedeckten Stellen der Achselhöhlen 
zu schützen. 

iSehschnitte sind jene schmalen Schnitte nach der Quere, welche 
sich in dem Visir des Hehns in der Augengegend in einer 
seichten Kehhmg angebracht befinden und die Beslimmung 
haben, dem Mann den nöthigen Raum zum Sehen zu bieten. 

Stola ist eine vom Hnlso des kntholisclitMi I'riosters über die 
Schultern vorn horahhati«,^cnde lange Binde, das Zeichen der 
priesterlichen Würde und Macht. Der Bischof iässt die Stola 
bei der heil. Messe von den Schultern herabhangen, der Priester 
legt sie vor der ünist in Form eines Kreuzes, der Diakon nach 
der Quere von der rechten zur liuken Seite. Sonst trugen die 
Bischöfe und Priester die Stola auch ausserhalb der Kirche, in 
unseren Tagen trügt der Papst allein als erster and oberster 
Priester die Stola auch ausser den kirchlichen Verrichtungen. 

Stacke nennt man im Allgemeinen die einzelnen fiestandtheile 
einer Rüstung; daher die Redensart: mit allen Stücken, womit 
man einen Mann bezeichnen will, der Yollkommen und Tom 
Kopf bis zur Zehe gerüstet ist 

Stormhaabe ist eine Helmgattung, welche das Gesicht frei liisst. 
Sie besteht in der Hegel ans Scheitelstück uiil einem Schirme, 
zwei Backenstücken zum Schutze der Ohren und der Wangen, 
und einem kleinen unbeweglichen Genickschirm. Sie wird häutig 
zur Krleuiiterung statt des gestlilo^scuen Helms gelragen. 
MancliniRl ist an dieselbe ein Visir zu befestigen, welches aus 
mehrei-eii lieifen besteht, die durcli Federzapfen hinaufgehalten 1 
werden und nuch abwärts zu schieben sind, wenn man das 
Visir öffnen will (abschlächtiges Visir). An den Backenstücken 
sind meist Locher in der Gegend der Ohren (Ohrsterne, Gehör- 
roseu). Die Sturmhaube bei den Orientalen hat eine eigen- 
thQmliche Form und heisst Zis^ägye. 

Tiara wird die päpstliche Krone genannt; sie besteht aus einer ] 
hohen, oben zugespitzten Bftttze, von drei goldenen Kronen um- 1 
gehen. | 

Träger sind die Theile der Rüstung, welche über • die Achseln ^ 
laufen und die Bestimmung haben, die Biust und den Bücken | 
(den Vorder- und Uintertheü) zusammen zu halten. 4 

Xumba woi' ursprüngUch der Ort, wo die Leiber der Chrisleu j 



j 

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301 



zur Erde bpstnifci m\f] au[bew,'»lirt wurden, daher tumba-ikuch 
jedes abgesüUÜcrLc Grabmal bedeutet. 

Tnnicella ist eino abgekürzte Alba (siehe diese), welclic von den 
Biscbüfen getragen wird und dem Uochett oder Cborrock gleicht. 

Tunika gebort zu den liturgischen, das heisst den von der Kirche 
den Geistlichen mm Gebrauche bei den gottesdienstlichen Hand- 
lungen vorgeschriebenen Kleidern und ist gleichbedeutend mit 
Alba. (Siehe diese.) 

* 

Heber das Ganse, ein heraldischer Ausdruck. Siehe Oanie. 

Vordeifliig" ist die zum Schulze der Achselhöhlen an den Achsein 
angei)nu iiie Verlängerung gegen die Mitte der Bnist zu. Der 
rechte Vorderflug ist schmal und unten ausgeschnitten, wegen 
des Einlegcus der i^auze. 

Wecken eder li^iiideln sind in der Heraldik geeehobene läng- 
liche Rauten. 

Wiederholen, die sieb wiederholen, Ans(h (tcke die in der Ilerahlik 
vorkommen. Um einen gevierten Schild, der somit vier Felder 
hat, auch !)]os8 für zwei Wappen gebrauchen zu können, hat - 

man die beiden Wappen in die oberen Viertel gesetzt und in 
den unteren >viederholt, und zwar so» dass das in dem zweiten 
(linken oberen» Vierlei in dem dritten (rechten unteren), und 
das in dem ersten (rechten oberen) Viertel in dem vierten 
(linken unteren) wiederholt uird. Von solchen Wappen gebraucht 
mdü auch die Uedcnsail: die sich wiederholen. 

Zweihftader. Siebe Bidenhander, 



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REGISTER. 



Abraliam vcriässt Haran. SS, 
Abraham erhält Befehl Sichern zu 

verlassen. 33. 
Achilles. IM. 

Ada, Gräfin von Holland. lä^ 
Adalbert von Egmont, Der heilige. 

Adolf, Gustav, König von Schweden. 

Aeneas, Die Flucht des. i;^5. 
Agnes Albertine von Nassau. L 
Alberline Agnes von Nassau. L 
Albrech l, Graf von Holland. Ms 
Alexander VH., Papst. 2, 3. 
Alla mora-SpiHer, Die. 17^- 
AUegorisches Titelblatt. Anhang: lA. 
Alloynus, Der heilige. 1 15. 
Alterthumsforscher, Der. 
Amalia von Solms. 4^ Anhang: L 
Amme, Die. 15fl. 

Amsterdamer Börsetafel. Anhang : IIL 
Anneken van Tetenbüll. 186. 
Arnold der Grosse, Graf von Holland. 
OL 

Arnulphus comes Hollandiae. OL 
Artemisia. l^fi- 

Assisi, Der heilige Frannscus. 112. 
Aufnahme des Prinzen Wilhelm HI. 

von Oranien in die Universität 

Leydcn. Anhang: 1_L 

Barle, Die grossen. 8^ 40^ 42. 
Bäuerin mit dem Wickelkinde, Die. 
lÄL 

Baiern, Herzoge von 

a. Albrecht. Si. 

b. Johann. SfL 



Bauerndoctor, Der. IfiS. 
Bauernhaus, Das verfallene. 175. 
Bavo, Der heilipre. 115. 
Beilagcr des Königs Karl Gustav von 

Schweden. 138. 
Beursknecht, De. 37^ 
Bleek, Clara. ISS. 
Boelensz, Johann 5. 
Bürsetafel in Amsterdam. Anhang : 13. 
Boisot, Lndwig van. fi. 
Bonifazius. Der heilige. 12fi. 
Booys, Hendrik du. !L 
Bouma. Gellius de. 

Brandenburg: Friederich Wilhelm, 

Kurfürst von. IS. 
Brederode, Johann Wolfert van. 9. 
Brederode, Ludovica Ghristina van. 

HL 

Brunnen, Der. 174. 
Büste, weibliche. 13fi. 

Camphuijscn, Dirk Rafzoon. LL 
Gatz, Jodok. Anhang: 2. 
Chirurg, Der. IBS. 
Christi Grablegung. U)^. 
Christi Himmelfahrt. IM. 
Christina, Königin von Schweden. 
12, 144. 

Ghristina Ludovica van Brederode, 
lü. 

Clair de lune, Le. 1fi4. 
Clara Bleek. ISS. 

Cleerbesem Bavo's Grabmal. An- 
hang: 3. 
Concerl, Das. 158. 
Convoi funebre. Anhang: 12^ 
Coornhert, Dirk Volkz. .\nhaug: 4. 



d by 



303 



Coppcnol, Licven van. \2. 
Coup de pislolct, Le. I7n 
Croinwell, Oliver. 14, 
Cunera, Die heilige. 132. 



De Doot, Jan. Ii, x 

De Meer, Jan. 33. 

Deonyszon Winius, Andreas. 53^ 

De Vrics, David Pietersz. IR, 

Dietrich Graf von Holland. SIL 

Diellich II., Graf von Holland. 6IL 

Dietrich HI. von Jerusalem, Graf von 

Holland, iü. 
Dietrich IV., Graf von Holland. 63, 
Dietrich V., Graf von Holland. fiS- 
Dieti-ich VI., Graf von Holland. HL 
Dietrich VII., Graf von Holland. TL 
Does, Jan van der. Ifi. 
Doot, Jan de. 15. 
Dousa, Janus. Ifi. 
Du Booys, Hendrik. L 

Egbert, Der heilige. 12fL 
Egmont, Der heilige Adalbert von. 

Engelmund, Der heilige. LML 
England : 

a) Karl II., Köninf. 2L 

b) Maria, Prinzessin. 3L 
Evangelisten, Die vier. 108 — III. 

Familie an der Mauer, Die heilige. 
104. 

Familie bei Elisabeth, Die heilige. 

Familie in der Landschaft, Die heilige. 
10H. 

Fiool Speelder, De. L5S. 
Flandern, Grafen von: 

Robert, ßfi, 
Flandern, Die Heiligen von. 1 13 — 132. 
Florens 1^ Graf von Holland, fil, 
Florens 11., Graf von Holland. 69, 
üS.a. 

Flürens III., Graf von Holland. IL 
Florens IV., Graf von Holland. 75. 
Florens V., Graf von Holland. TL 
Flucht des Aeneas, Die. 135. 
Franciscus von Assisi, Vision des 

heiligen. 112. 
Friede, Der. 165. 
Friederich, Der heilige. i2iL. 
Friederich Heinrich \on Nassau. Ii. 
Friedelich Wilhelm, Kurfürst von 

Brandenburg. ISx 



Gangulf, Der heilige. 12f^. 

Gassendi, Peter. 13- 

Gedenktafel an der Amsterdamer 

Börse. Anhang: 13. 
Genügsamen, Die. l.Sf). 
Gepida. liü. 

Gericht, Das jüngste. 113. 

Gerlrude. Gräfin von Holland. 

Gespräch, Das. 1.55. 

Golzius. Anmerkung 2, 

Gothen und Visigolhen. 142 — 151. 

Gothus. Iii 

Gottfried, Herzog von Lothringen, 
Regent« von Holland.. fiL 

Grablegung Christi, Die. 105. 

Grabmal des Bavo Cleerbesem. An- 
hang 3^ 

Grabmal des Leonhard Marius. 140. 
Grafen von Holland, Die. 58 — 97. 
Grande barbc. 8^ 40, 42, 
Gregor, Der heilige. 121. 
Grossbärte, Die. 8, 40, 42. 
Grotte, Die. Anhang 15, 
Gustav Adolf, König von Schweden. 



Haarlem, Das Wappen von. 91, 
.Hedwig, Königin von Schweden, Krö- 
nung. 139. 
Heerde, Die ruhende. 
Heerde, Die ziehende. 176. 
Heiligen von Flandern, Die 

a. Adalbert von Egmont. 129. 

b. Bavo. 115. 

c. Bonifazius. 126. 

d. Cunera. i:i2. 

e. Egbert. 12Ü. 

f. Enfrelmund. 13Ü, 
g Friederich 125. 
h. Gangulf. L2&. 

L Gregor. 124* 

k. Jeron. 119. 

L Lebuin. 12L 

m. Lidwina. 1 .^3. 

u, Marcellin. IIK 

0. Martin. 122, 

p. Odolf. 123. 

q. Suitberlus. 117. 

r. Werenfried. 13L 

s. Willibrord. 116, 

t. Wulfram. i2L 

(Das Titelblatt der Folge). 114^ 
Heinrich Friedrich von Nassau. 17. 
Henderukus du Booys. T 
Hendrik Hendriksz van KnoUeudam. 



304 



Henrielle Kalharina von Nassau. 20, 

Anhang ^ 
Herulus. US. 
Hoydin, Die. IM- 
«iinmclfahrl Christi, Die. m 
Hinterhalt, Der. liÜL 
Hirt, Der silzende alte, 177. 
Hirt und die Wäscherin, Der. IM. 
Hirt zu Pferde, Der. US. 
Hirten an der Felsenquelle, Die. i St.^. 
Hirtin, Die reitende. 179. 
Hirtin, Die schlafende. ISä^ 
Holland , Die Grufen , Gräfinnen und 

Regenten von: 

a. Ada. 

b. Albrorht. 81. 

c. .\rnold der Grosse. (iL 

d. Dietrich L aü- 

e. Dietrich H. ßö, 

f. Dietrich HI. von Jerusalem. 

g. Dietrich IV. 62. 

h. Dietrich V. ßfi. 
L Dietrich VI. HL 
k. Dietrich VII. 12. 
L Florens L £4, 

m. Florens II. 69, Q^sl. 
IL Florens III. IL 
o. Florens IV. 
p. Florens V. TL 
q. Gertrud«, fiä. 
r. Gottfried von Lothringen, Re- 
gent. OL 
8. Jacobaea (Jacqueline). 8L 
t. Johann L IS. 
u. Johann II. 13. 
V. Johann von Baiern, Regent. 
Sfi. 

w. Karl L 82. 

X. Kari II. 03, 93. a. 

y. Margareta. 82- 

z. Maria. dlL 
aa. Maximilian. äL 
hl) Philipp L ^ 
cc. Philipp n. 22. 
dd. Pliilipp III. 

cc. Robert, Graf von Flandern. 
Regent, öfi. 

ff. Wilhelm L JA, 
gl?. Wilhelm II. m 
hh. Wilhelm III. 8iL 

ii. Wilhelm IV. gL 
kk. Wilhelm V. 83. 

11. Wilhelm VI. 85. 

Holhind. Das Wappen von. 141. 

Hollandia. oS. 

Homme au pistolet, L\ h2 



Hunde, Die drei. Anhang tfi. 
Huygens, Gonstantin. 2L 

Jaeobfea (Jacqueline), Gräfin von 

Holland. 81. 
Jäger, Der. 17.3. 
Jan de Doot. 1^ 
Jeron, Der heilige. 119. 
Joannes, Sanctus. III. 
Johann 1^ Graf von Holland. IS. 
Johann II., Graf von Holland. 13. 
Johann, Herzog von Baiem, Regent 

von Holland. SIL 
Johann Mori/ von Nassau. 22. 
Isbrandi. Peter. 23, 21. 
Junius, Robert. 2fi. 

Kalkofen, Der grosse. 171. 
Kalkofen, Der kleine. 112, 
Kamphiiijsen, Dirk Rafzoon. IL 
Karl V., deutscher Kaiser. Anhang: iL 
Karl IL, König von £ngland. 21. 
Karl L^ Graf von Holland. 89. 
Kari IL, Graf von Holland. 93,33.3 
Karl Guslav's, Königs von Schweden, 

Beilager, 13S. 
Karl Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein. 2&i 
Katharina Henriette von Nassen. 21L 
Katze, Die grosse. 152. 
Katze, Die kleine. 153. 
Knollendam, Hendrik Hendriksz van. 

1S7. 

Koekebackster, De. Ifi2. 
Königin mit der Urne, Die. 137. 
Koornhert, Dirk Voikz. Anhang: 1. 
Kort-Leve, Engelüc Pielers. 2SL 
Kranenburg, Michicl Sparenbeck van. 
IL 

Krieg, Der. Ifil. 

Krönung der Königin Hedwig von 

Schweden. 139. 
Kuchenbäckerin, Die. 162. ; 
Kuhmelkerin, Die. 1^0. 
Kutsche, Die angefallene. 1 70 . 

Lebuin, Der heilige. 127. 
Leiclienbcgiingniss, Das. Anhang: 12. 
Leyermann, Der. 161. 
L'homme au pistolet. 53. 
Lidwina, Die heilige. 133. 
Lothringen, Herzog von: 

Gottfried SL 
Lucas, Sanctus. 110. 
Ludovica Christina van Brederode. 10. 
Ludwig Karl, Pfalzgraf bei Rhein. 2S. 
Luise von Nassau, Prinzessin von 
Oranien. SIL 



305 



Marcellin, Der heilige. 118. 

Marcoraanus 150. 

Marcus, Sanclus. 109. 

Margareta, Gräfin von Holland. 82^ 

Maria in der Glorie. lOT. 

Maria mit der Blume. IQl. 

Maria, Tochter Königs Karl L von 

England. äL 
Maria von Nassau. 32^ 
Maria, Gräfin von Holland. ÖlL 
Marius Grabmal. 140. 
Marodeurs, Die. 164. 
Martin, Der heilige. 122.. 
Matheus, Sanctus. 108. 
Maus, Die gefangene. 154. 
Ma.Timilian, Graf von Holland. Qt, 
Meer, Johann de. 21. 
Merius. Z2lx 
Moons, Magdalena. 
Mora-Spieler, Alla. 112. 
Mord, Der. 164. 
Moriz Johann von Nassau. 22i 
Mort aux rats, La. 160. 
Molmans, Adrian. SS 
Musikanten, Die wandernden. 161. 
Muller Cornel Visscher's. &L 

Nachzügler, Die. IMi 

Näherin, Die. 152. 

Nassau, Grafen und Gräfinnen von: 

a. Albertine Agnes. L 

b. Amalia von Solms. 4^ An- 

hang L 

c. Friederich Heinrich. 11* 

d. Henriette Katharina. 20, An- 

hang 5. 

e. Johann Moriz. 22. 

f. Luise. aiL 

g. Maria, Prinzessin von Eng- 

land. aL 

h. Maria. a2. . 

L Wilhelm L Anhang: 
k. Wilhelm II. 52. 
L Wilhelm IH. (?) Anhang: lü. 
m. Wilhelm HL Anhang: IL 
Nourrice, La. 159. 

Odolf, Der heilige, m. 
Odoni, Andrea. Efi. 
Oranien, Prinzen und Prinzessinnen 
von : 

a. Albertine Agnes. L 

b. Amalia von Solms. 4^ An- 

hang L 

c. Fricdorich Heinrich. 11. 

d. Henriette Kalharina. 20. 

e. Johann Moriz. 22^ 



f. Luise, aö. 

g. Maria, Prinzessin von Eng- 

land. aL 

h. Maria. 22* 

L Wilhelm L Anhang: Ö. 
k. Wilhelm H. 52. 
L Wilhelm Hl. (?) Anhang: m. 
m. Wilhelm HI. Anhang: Ii. 
Osnabrück, Franz Wilhelm, Bischof 
von. 5üi 

Paep, Der grosse Jan de. 22. 
Paep, Der kleine Jan de. 2S. 
Paracelsus. Anmerkung 2. 
Pauw, Adrian. 2äi 
Peplus. 142—151. 
Philipp HI., König von Spanien. 05, 
Philipp IV., König von Spanien. ^ 
Philipp I., Graf von Holland. B&, 
Philipp II., Graf von Holland. 92. 
Philipp III., Graf von Holland. 94. 
Pistolenschuss, Der. 170. 
Pistolman, De. 52- 
Portrait einer Unbekannten, angeblich 

Cornel Visscher's Mutter, äl. 
Portrait eines Unbekannten, angeblich 

Cornel Visscher. 55, 5iL 
Principes HoUandi» 58—97. 

Uuadus. 15L 

Räuber, Die. IM. 
Rattengiftverkäul'er, Der. IMi 
Haucher, Die. 15L^ 
Reine des anges, La* IQl, 
Rhein, Pfalzgraf bei: 

Kari Ludwig. 2& 
Rijck, Wilhelm de. 
Robert. Graf von Flandern, Regent 

von Holland. ÜÜ. 
Rovenius, Philipp. iL 

Sänger, Die. 153. 
Saints de Flandres, Les. 114—133 
Sande, Wilhelm van den. 54. 
Schaatsenrijder, De. IM. 
Srhlittschuhlaufer, Der. ' m 
Sclimiede, Die. IM. 
Schrijver, Peter i2. 
Schweden, Könige und Königinnen 
von : 

a. Christina. 12, IM. 

b. Gustav Adolf. 142» 

c. Hedwig. 12a. 

d. Karl Gustav." 138, 
Scriverius, Petrus. 42. 
Sibrandi, Peter. 23, 24. 

20 



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30(3 



Sieveri, Helena Leonora de. 13. 
Solms, Gräfinnen von: 

a. Amalia. 4^ Anhang 1 

b. Ludovioa Chrisüna. liL 
Sophonisba. 1^7. 

Spanien. Könige von: 

a. Philipp III. aä. 

b Philipp IV. 
Spaarcnbeek van Krancnburgli, 

Michiel. 44^ 
Stall, Der. lüL 
Suevns. 147. 

Suitberlus, Der heilige. 117. 
Susann». 100. 

Tafel an der Amsterdamer Börse. 

Anhang iä. 
Telenhüll, Anneken van. ISfi. 
Tlieodorifus Li eomes HoUandiae. SIL 
Theodoricus II., comes Hollandin?. 6ü 
Theodoricus III.. Hierosolymila comes 

Hollandire. fi2. 
Theodoricus IV., comes Hollandia; ö3 
Tlicodoricus V., comes Hollandia:. fifi. 
Theodoricus VI., comes Hollandia*. 70. 
Theodoricus VII , comes Holhndix. 12. 
Tilelblall, Allegorisches. Anhang LL 
Tilelhlalt der Folge: Die Gothen und 

Visigotheu. U'l. 
Titelblau der Folge: Die Heiligen 

von Flandern. 114. 

Ueherfall, Der. IM. 

Unbekanntes Portrait, angeblich Cor- 

nel Visschcr.* 55^ äfi. 
Unbekanntes Portrait, angeblich Gor- 

nel Visscher's Mutter. fiL 

Veldes, Franz. iä. 

Vandalus. 140. 

Van den Zande. Wilhelm. hA. 

Van der Does, Johann. UL 

Verkoupcr van Raltenkruid. IM. 



Vermoelen, Jacob. Anhang L 

Violinspieler, Der. 1F>^- 

Vision des heiligen Franciscus von 

Assisi 112^ 
Visscher, Cornel (angeblich L 55^ 56, 

Vorrede und Anmerknnc: "L 
Visscher's Mutter (angel)lith). ftJ. 
Vondel, Joost van den. 46^ Anhang ^ 
Vosberg, Cornel. il, 
Vries, David Pielersz de. IS. 

Wachtelaer, Johann. iSL 
Wäscherin und der Hirt, Die. LSi. 
Wappen von Haarlem, Das. ÜI^ 
Wappen von Holland, Das. 141. 
Wartenberg, Franz Wilhelm Graf 

von. 511. 
Werenfried, Der heilige. 131. 
Westerbaen, Jacob. 5L 
Wilhelm Lj Graf von Holland. 
Wilhelm H., Graf von Holland. 
Wilhelm III., Graf von Holland. §0 
Wilhelm IV., Graf von Holland. äL 
Wilhelm V.. Graf von Holland. 
Wilhelm VI , Graf von Holland. SÄ 
Wilhelm L von Nassau, Prinz von 

Oranien. Anhang d 
Wilhelm II. von Nassau , Prinz von 

Oranien. 52^ 
Wilhelm III. (?) von Nassau , Prinz 

von Oranien. Anhang liL 
Wilhelm III. von Oranien, Aufnahme in 

die Universität Leyden. Anhang LL 
Wilhelm Friederich, Kurfürst von 

Brandenburg. 
Willibrord, Der heilige. 1 1fi- 
Winitis, Andreas Deonyszoou. 53. 
Wolfram. Der heilige. 1'21- 
Wundarzt, Der. IM. 

Zande, Wilhelm van den. bA 

Zigeunerin, Die. l.'Sfl. 

Zianebeeld, Priasfelik. Anhang LL 



Druck von J. B. Iliritchfeld in Leipzig. 



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LEIPZIG, DKICK VON J. B. HIR.SCHFELD. 



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^ Cornel VIsscher VerzelchniM Min«